Jerusalem – Israel wird von zwei schwerwiegenden Enthüllungen erschüttert. Der staatliche Sender Kan 11 und die auflagenstarke Tageszeitung Israel Hayom haben unabhängig voneinander ein Netzwerk organisierter, ritueller Kindesmisshandlung enthüllt — mit Gruppenvergewaltigungen, religiösen Zeremonien als Deckmantel und systematischer Vertuschung durch Polizei und Gemeinschaften.
Die israelische Polizei bestätigte gegenüber Israel Hayom: „Das Thema ist bekannt und wird untersucht. Naturgemäß können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Details nennen.“
Kan 11: Organisierter Missbrauch im Siedlungsblock Gush Etzion
Am 25. Mai 2026 strahlte der israelische öffentlich-rechtliche Sender Kan 11 im Rahmen seiner Investigativsendung „Zman Emet“ eine Dokumentation aus, die ein Netzwerk organisierten Kindesmissbrauchs im Siedlungsblock Gush Etzion im Westjordanland aufdeckte.
Die Untersuchung zeigte, dass mehrere Frauen unabhängig voneinander dieselben Täter und dieselben Orte benannten. Dokumentiert wurden Übergriffe in Synagogen, Wäldern und auf Friedhöfen — begangen von Personen mit religiöser oder gemeinschaftlicher Autorität, die ihre Stellung nutzten, um Gehorsam zu erzwingen und Opfer zum Schweigen zu bringen.
Die Dokumentation löste öffentliche Empörung aus — insbesondere über das Versagen der Strafverfolgungsbehörden und eine Gemeinschaftskultur, die den Ruf der Gemeinschaft über den Schutz der Kinder stellte.
Israel Hayom: Rituelle Gruppenvergewaltigungen — Zeugenaussagen von mehr als zehn Frauen
Bereits im April 2025 hatte die Journalistin Na’am Barkan für Israel Hayom einen monatelangen Investigativbericht veröffentlicht, der auf Interviews mit mehr als zehn Frauen im Alter von 20 bis 45 Jahren basierte.
Die Frauen kamen aus verschiedenen Regionen Israels, kannten sich nicht gegenseitig und schilderten dennoch erschreckend ähnliche Erlebnisse: organisierte, rituelle Gruppenvergewaltigungen in der Kindheit — begangen von Männern, die sie kannten, darunter Rabbiner und enge Familienangehörige.
„Vielleicht weiß die Welt von Vergewaltigung, von Inzest — aber das hier weiß die Welt nicht“, sagte eine der Frauen, die im Bericht unter dem Pseudonym Emuna auftritt.
Die Zeremonien: Religiöse Symbolik als Waffe
Laut den von Israel Hayom dokumentierten Zeugenaussagen fanden die Missbrauchshandlungen im Rahmen von Zeremonien statt, bei denen religiöse Texte, Gebete und Symbole gezielt eingesetzt wurden.
Ayala — ein Pseudonym — schilderte folgendes: „Es war immer ein dunkler Ort. Sechs bis neun Männer waren dort. Sie fesselten mich ans Bett, standen im Kreis, murmelten Gebete oder Segenssprüche, und da war der Rabbiner, der immer die Situation anführte und sagte, was zu tun sei. Es gab eine Zeremonie, und jeder von ihnen vergewaltigte mich.“
Eine andere Frau, Limor genannt, beschrieb Zeremonien im Wald: „Das Pentagramm war mit einer Hacke in den Boden gezeichnet, darum Kerzen in einem Kreis. Der Rabbiner segnete: ‚Gelobt sei, der Verbotenes erlaubt.‘ Männer um ihn herum beteten mit Tallit. Manchmal waren sie in Schwarz gekleidet, der Rabbiner trug einen weißen Umhang. Dort waren auch Jungen um 16 oder 17 Jahre, die an den Zeremonien teilnahmen.“
Limor berichtete weiter: „Einmal baten sie mich, ein Loch zu graben, und legten mich hinein. Manchmal injizierten sie mir etwas und sagten: ‚Jetzt wirst du dich besser fühlen‘, und mein Körper wurde schlaff. Sie lasen Psalmen wiederholt: ‚Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.‘ Sie sagten zu mir: ‚Du bist besonders, du bist auserwählt‘ — und dann… Ich erinnere mich an einen Lulav, Chanukka-Kerzen, ein Schofar.“
Amuna schilderte eine Zeremonie in der Synagoge ihres Wohnorts: „Mein Vater war dort, meine Mutter war dort, ein Rabbiner aus der Siedlung. Ich war an einen Tisch gefesselt, blickte auf das Fenster und stellte mir vor, wie ich hindurch springe… Sie öffneten eine Torarolle und lasen die Geschichte von der Bindung Isaaks. Dann taten sie das, was sie vorlasen — an mir. Sie fesselten mich, legten mir das Messer an die Kehle, und Gott sagte, das Messer zu senken. Danach folgte eine Vergewaltigung.“
Noya: Die Überlebende, die vergessen wollte
Noya wurde nach eigenen Angaben von pädagogischem Personal, das sich um sie kümmerte, missbraucht. Diese Personen luden weitere Männer ein, an rituellen Misshandlungen teilzunehmen. Extreme sensorische Reize wurden eingesetzt, um eine Bewusstseinsspaltung zu erzwingen.
„Ich sagte mir selbst, dass mir nichts passiert ist. Ich hatte eine Mante, die ich ohne Unterlass wiederholte: schweigen, verstecken, verschwinden, bewegen, tarnen, abschalten, verbergen, wegwerfen, trennen, vergessen. Und ich vergaß wirklich — für einige Jahre.“
Polizei schloss Fälle — Gemeinden schwiegen
Im Bericht von Israel Hayom werden mehrere Namen von Rabbinern erwähnt, die in verschiedenen Aussagen unabhängig voneinander auftauchten. Trotzdem wurden Anzeigen, die bei verschiedenen Polizeiwachen im ganzen Land erstattet wurden, allesamt relativ schnell geschlossen.
Auch als früher Verdacht auf ein Kindesmissbrauchsnetzwerk in Jerusalem aufkam — die sogenannte Nachlaat-Affäre, die 2019 öffentlich wurde — kamen die Ermittler zu keinen strafrechtlich relevanten Ergebnissen.
Korin, deren Tochter Eden betroffen ist, beschrieb die Situation so: „Es gibt eine ganze Gemeinschaft, die das verbirgt, und offenbar haben viele Menschen etwas zu verbergen. Eden sprach von sechs Männern, die an der Vergewaltigung teilnahmen — und alle müssen dieses Geheimnis bewahren. Es ist schwer, gegen eine ganze Gemeinschaft anzukämpfen.“
Experten: „Dieses Phänomen ist weit verbreitet“
Mehrere führende israelische Psychologen und Traumaexperten bestätigten gegenüber Israel Hayom die Glaubwürdigkeit der Aussagen. Dr. Anat Gur, Psychotherapeutin und Leiterin des Traumaprogramms an der Bar-Ilan-Universität, erklärte:
„Organisierte Vergewaltigung von Kindern ist eines der erschreckendsten Phänomene, auf die ich stoße. Es ist wahrscheinlich weit verbreiteter als wir denken. Es findet an Orten statt, an denen man es am wenigsten erwartet.“
Prof. Daniel Brom, klinischer Psychologe und Gründer des Israelischen Zentrums für Psychotrauma in Jerusalem, erklärte:
„Seit 1990 bin ich immer wieder auf Kinder und Erwachsene gestoßen, die von organisiertem Missbrauch durch Männer berichten, die nicht nur sexuell missbrauchen, sondern auch ihre Taten fotografieren. Ich habe keinen Zweifel, dass das Phänomen des sadistischen organisierten Missbrauchs im Staat Israel existiert.“
Dr. Joianna Silberg, internationale Expertin für dissoziative Störungen bei Kindern und Jugendlichen, begleitete über fünf Jahre lang die Behandlung von 70 Kindern in Israel, die mutmaßlich Opfer organisierten Missbrauchs wurden. Sie erklärte: „Ich hatte die Hoffnung, dass es in Israel ein Verständnis dafür geben würde, dass dies ein internationales Phänomen ist. Aber als eine Beschwerde einging und ein Fall in Israel eröffnet wurde — führte die Polizei die Untersuchung nicht wie erforderlich durch.“
Boaz, ein leitender Therapeut in der religiösen Gemeinschaft, der anonym blieb, sagte: „Die Täter sind meistens keine Randgestalten der Gemeinschaft. Eine Patientin sagte mir: ‚Verstehen Sie — er ist derjenige, der an Rosch ha-Schana das Schofar bläst.‘ Das Schofar ist das Rohr — der Mann, der als am spirituell würdigsten gilt, bläst das Schofar, weil er Gott am nächsten ist. Und er sagt ihr, dass sie das Böse sei und dass er ihr helfe, in diesem Leben zu sühnen. Verstehen Sie die Perversion?“
Israel Hayom: kein Einzelfall, ein Muster
Die Journalistin Barkan betont in ihrem Bericht, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt. Die Frauen kommen aus verschiedenen Landesteilen, aus religiösen und ultraorthodoxen Gemeinschaften, aber auch aus säkularen Kreisen. Die Schilderungen der rituellen Misshandlungen — Pentagramme, Kreise aus Kerzen, Rabbiner in weißen Gewändern, Gebete während der Taten, Drohungen gegen Geschwister — wiederholen sich auffällig und unabhängig voneinander.
Das israelische Recht kennt noch keinen spezifischen Straftatbestand für diese Form organisierten Missbrauchs. Auf Basis bestehender Gesetze — darunter Menschenhandel und Vergewaltigungstatbestände — sind die Strafverfolgungsbehörden jedoch zur Untersuchung verpflichtet.
🚨🚨 @kann_news just exposed a massive pedophile ring of Jewish Israeli settlers (from the Gush Etzion block) who have been systematically raping many young children over the course of many many years. A short clip from this 1-hour report:
„The first incident I remember that is… pic.twitter.com/GABBMlvaes
— Zachary Foster (@_ZachFoster) May 26, 2026

