Königin Mathilde in der Türkei
Türkei: Belgische Königin Mathilde trifft Rüstungsmogul Bayraktar

Belgiens Königin Mathilde besucht mit 400 Delegierten die Türkei — Verteidigungsminister Francken lobt Baykar als einzigartig innerhalb der NATO.

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Istanbul – Belgiens Königin Mathilde ist am 10. Mai an der Spitze der größten belgischen Wirtschaftsmission seit 14 Jahren in Istanbul eingetroffen. Mehr als 400 Delegierte, darunter hochrangige Minister und Vertreter von rund 194 Unternehmen, reisten in die Türkei — mit einem klaren Schwerpunkt auf Rüstung, Energie und Technologie.

Francken lobt Baykar als „einzigartig innerhalb der NATO“

Eines der Highlights des ersten Tages war der Besuch des Özdemir Bayraktar Nationalen Technologiezentrums in Istanbul. Königin Mathilde und ihre Delegation erhielten dort einen detaillierten Einblick in die Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsarbeit des türkischen Drohnenherstellers Baykar.

Gezeigt wurden unter anderem unbemannte Kampfplattformen, darunter die Angriffsdrohne Bayraktar AKINCI sowie ein Modell des unbemannten Kampfjets Bayraktar KIZILELMA.

Baykar-Vorstandsvorsitzender Selçuk Bayraktar — Schwiegersohn von Präsident Erdoğan — und Konzernchef Haluk Bayraktar empfingen die Delegation persönlich.
Belgiens Verteidigungs- und Außenhandelsminister Theo Francken zeigte sich danach sichtlich beeindruckt.

„Dieses Unternehmen hat eine einzigartige Stellung innerhalb der NATO, weil es kontinuierliche Innovation zu seinem Kernprinzip gemacht hat“, schrieb er auf X. Er beschrieb den Aufstieg von Baykar von einem kleinen Startup in den 1980er Jahren zu einem Milliarden-Euro-Konzern: „Zwei Brüder haben es von null aufgebaut. Wie? Indem sie immer einen Schritt voraus waren. Indem sie die Zukunft gewissermaßen gelesen haben.“

Das Unternehmen sei zum Vorreiter bei KI-integrierten bewaffneten Drohnen geworden — und nehme nun den nächsten unvermeidlichen Schritt: den unbemannten Kampfjet.

Geplante Zusammenarbeit in Schlüsselbereichen

Die Mission deckt mehrere strategische Bereiche ab — Rüstung und Verteidigungstechnologie stehen dabei an erster Stelle, gefolgt von erneuerbarer Energie, Logistik, Gesundheit und Digitalisierung. Belgiens Botschafter in Ankara, Hendrik Van de Velde, hatte den Besuch im Vorfeld klar eingeordnet:

„Wenn wir die geopolitische Lage und die globalen Entwicklungen betrachten, ist die Stärkung der Verteidigungsindustrie ein zentrales Anliegen — und die Türkei verfügt über wertvolles Wissen und Erfahrung auf diesem Gebiet.“

Beim Belgisch-Türkischen Wirtschaftsforum in Istanbul unterzeichneten Außenminister Prévot, Verteidigungsminister Francken und der türkische Handelsminister Ömer Bolat eine gemeinsame Erklärung zur Stärkung der Handelsbeziehungen. Der bilaterale Handel zwischen beiden Ländern überstieg im vergangenen Jahr 9,2 Milliarden Dollar, belgische Investitionen in der Türkei belaufen sich auf rund fünf Milliarden Dollar.

Erdoğan empfängt Mathilde — Türkei als europäischer Verteidigungspartner

Präsident Recep Tayyip Erdoğan empfing Königin Mathilde in der Vahdettin-Villa in Istanbul. Er betonte, die jüngsten Entwicklungen in der Region hätten „einmal mehr die geopolitische Bedeutung der Türkei-EU-Beziehungen bewiesen“, und plädierte für rasche Fortschritte bei der Aktualisierung des Zollabkommens mit der EU.

Die Türkei habe in Bereichen wie Handel, Verteidigung, Energie und Landwirtschaft erhebliches Kooperationspotenzial mit Belgien.

Selçuk Bayraktar wiederum mahnte beim Wirtschaftsforum zu Zusammenarbeit statt Konkurrenz: „Wenn Nationen miteinander wetteifern, vertieft das nur die bestehende Sicherheitskrise.“ Starke Bündnisse und enge Verbindungen seien der einzige Weg, globale Handelskonflikte und Lieferkettenprobleme zu überwinden.

Am Rande des offiziellen Programms traf Königin Mathilde auch First Lady Emine Erdoğan im Dolmabahçe-Palast, wo beide eine Ausstellung über türkisches Kulturerbe besichtigten. Im Anschluss schlenderte die belgische Königin durch das Ortaköy-Viertel am Bosporus und zog dabei die Aufmerksamkeit von Einheimischen und Touristen auf sich. Das Programm läuft noch bis zum 14. Mai und setzt sich in Ankara fort.

 

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