Global Sumud Flotilla
Gaza-Hilsflotte: Türkei fordert sofortige Freilassung der Aktivisten

Türkei fordert Freilassung der Aktivisten der Gaza-Flotte. Parlament verurteilt Israels Eingriff als Kriegsverbrechen und Piraterie.

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Ankara – Nach dem gewaltsamen Stopp der „Global Sumud Flotilla“ in internationalen Gewässern nahe Kreta verschärft die Türkei ihren Ton gegenüber Tel Aviv massiv. Während das Außenministerium von einem „Akt der Piraterie“ spricht, verurteilte das türkische Parlament die Intervention einstimmig als Kriegsverbrechen und fordert die sofortige Freilassung aller festgesetzten Teilnehmer.

Das türkische Parlament verabschiedete am Donnerstag eine interfraktionelle Resolution, in der die Freilassung von 175 pro-palästinensischen Aktivisten gefordert wird, darunter 20 türkische Staatsbürger. Die Abgeordneten bezeichneten das Abfangen der Flotte in internationalen Gewässern nahe Kreta als „Piraterie“ und warnten Israel, dass man die Verantwortlichen vor internationalen Gerichten zur Rechenschaft ziehen werde.

„Ein klarer Bruch des Völkerrechts“

In der vom Parlamentspräsidenten Numan Kurtulmuş unterzeichneten Resolution heißt es, Israel habe erneut „eklatant gegen internationales Recht verstoßen“ und die Liste seiner Kriegsverbrechen erweitert. Die „Global Sumud Flotilla“, eine rein zivile und friedliche Initiative, sei angegriffen worden, um dringend benötigte humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen zu verhindern.

Das Parlament betonte, dass alle politischen Parteien geschlossen hinter den rechtswidrig festgehaltenen Bürgern stehen. Man werde weltweit führend aktiv werden, um eine juristische Aufarbeitung der Verbrechen der israelischen Besatzungsmächte sicherzustellen.

Außenministerium spricht von Piraterie

Parallel dazu verurteilte das türkische Außenministerium den Angriff in einer offiziellen Stellungnahme scharf. Außenminister Hakan Fidan hielt dazu ein Telefonat mit seinem spanischen Amtskollegen José Manuel Albares Bueno ab, da die Flotte ursprünglich von Spanien aus gestartet war. Fidan unterstrich, dass der Eingriff vor der Küste Kretas das Leben von Zivilisten zahlreicher Nationalitäten gefährdet habe.

„Durch den Angriff auf die Flottille, deren Mission es ist, auf die humanitäre Katastrophe in Gaza aufmerksam zu machen, hat Israel humanitäre Prinzipien verletzt“, erklärte das Ministerium. Dieser Akt der Aggression stelle zudem eine schwere Verletzung der Freiheit der Schifffahrt auf hoher See dar.

Hintergründe zum Vorfall

Die israelische Marine hatte die Schiffe der Flottille am späten Mittwochabend abgefangen. Nach Angaben der Organisatoren wurde der Konvoi in internationalen Gewässern umzingelt, die Kommunikation gestört und insgesamt 21 Schiffe beschlagnahmt. 17 weiteren Schiffen gelang nach dem Vorfall die Flucht in griechische Gewässer.

Die Flottille, bestehend aus rund 100 Booten und fast 1.000 Aktivisten, hat das Ziel, die seit 2007 bestehende Blockade des Gazastreifens zu brechen und einen humanitären Korridor auf dem Seeweg zu eröffnen. 

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