Türkei-Wahlen
Erdogan-Sprecher dementiert Gespräche mit Öcalan

Erdogan-Sprecher İbrahim Kalın hat Berichte dementiert, wonach eine Regierungsdelegation mit dem inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan zusammengetroffen sei.

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Ankara – Erdogan-Sprecher Kalin gab heute eine Erklärung zu den Behauptungen ab, es habe Gespräche mit dem Terror-Paten Abdullah Öcalan im Gefängnis auf der Insel İmralı gegeben. Kalin erklärte, dass die Entsendung von Delegationen zu Abdullah Öcalan nicht in Frage käme.

„Ich möchte sagen, dass dies eine glatte Lüge ist“, erklärte Präsidentensprecher İbrahim Kalin zu den Behauptungen, die Regierung habe Gespräche mit Öcalan im Gefängnis auf der Insel İmralı geführt.

Der Journalist Amed Dicle hatte behauptet, dass „die Regierung Gespräche auf der Insel İmralı geführt hat, aber nicht in der Lage war, die gewünschten Antworten zu erhalten“, und Selahattin Demirtaş, der inhaftierte Ex-Vorsitzende der Demokratischen Volkspartei (HDP), hatte gefragt: „Was mag Erdogan verlangt haben, indem er Delegationen auf die Insel İmralı schickte?“ und damit Dicles Behauptungen zitiert.

„Gestern gab es Behauptungen, es habe Gespräche auf der İmralı-Insel gegeben. Ich möchte sagen, dass dies eine glatte Lüge ist. Das sind Behauptungen, die bestimmte politische Kreise aufstellen, um Verwirrung zu stiften, um sich einen politischen Vorteil zu verschaffen. Aber sie werden kein Ergebnis erzielen können, und es hat kein solches Treffen stattgefunden“, so Kalin weiter.

Öcalan gründete die PKK Ende der 1970er Jahre und führte bis zu seiner Verhaftung in Nairobi, Kenia 1999, einen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat, bei dem bisher über 40.000 Menschen zu Tode kamen. Die PKK wird in den USA, der EU und der Türkei als Terrororganisation eingestuft. Nach einem im Jahre 2013 begonnenen Versöhnungsprozess nahm die PKK ihre Angriffe im Juli 2015 wieder auf. Seitdem geht das türkische Militär wieder verstärkt gegen die Organisation vor. Die PKK und ihre Splitterorganisation TAK verübten zahlreiche Anschläge, unter anderem in Ankara und Istanbul.

Eine Kritik an der PKK ist im Vergleich zu den 1990er Jahren in europäischen Medien kaum noch zu finden. Obwohl es vor allem Kurden selbst sind, die unter dem Dominanzstreben der linksextrem ausgerichteten PKK und ihres syrischen Ablegers YPG leiden – und für viele Kurden, die der PKK/YPG-Doktrin nicht folgen, die Kritik an ihnen mit Gefahr für Leib und Leben verbunden ist – stellen westliche Medien die beiden Organisationen fast ausschließlich als legitimes Sprachrohr der Kurden dar.

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