Mölln-Anschlag
Mölln-Überlebender verurteilt Umgang mit Familie

Überlebende von Mölln macht Bonner Haus der Geschichte schwere Vorwürfe -"Objekte aus unserem Haus ausgestellt, ohne uns vorher zu fragen"

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Köln – Ibrahim Arslan, Überlebender des rechtsextremistischen Brandanschlags von Mölln am 23. November 1992, hat den Umgang des Bonner „Haus der Geschichte“ mit seiner Familie scharf kritisiert.

Das Museum habe „Objekte aus unserem Haus ausgestellt, ohne uns vorher zu fragen“, sagte Arslan, dessen Großmutter, Schwester und Cousine bei der Tat starben, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Die Objekte wurden ihnen wohl von einem Politiker übergeben, mit dem sie dann angeblich einen Vertrag gemacht haben. Wir sind mit dem Haus der Geschichte deswegen im Rechtsstreit. Wir werden die Objekte, die zweifelsfrei aus unserem früheren Haus in der Mühlenstraße in Mölln kommen, einklagen“, sagte Arslan.

„Es war ein herabwürdigender Umgang mit einer Migrantenfamilie, die Opfer des rassistischen Anschlages geworden ist. Ein weiterer, zweiter Anschlag.“

Ibrahim Arslan war sieben Jahre, als zwei Neonazis in Mölln in der Nacht auf den 23. November 1992 erst ein Haus in der Ratzeburg Straße in Brand setzen und wenig später das Wohnhaus seiner Familie in der Mühlenstraße. 42 Menschen türkischer Herkunft waren insgesamt betroffen. 30 Jahre nach der Tat fühlt sich Arslan weiterhin stigmatisiert.

„Es gab sehr viele zweite Anschläge“, sagte der 37-Jährige. Als Beispiel nannte Arslan, dass der Familie Hunderte von Solidaritätsbriefen, die nach dem Anschlag aus aller Welt ans sie geschickte wurden, bis zum Jahr 2019 nicht ausgehändigt worden seien. Seine Familie überlege weiterhin, die Stadt Mölln deswegen anzuzeigen.

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