Rüstungstechnologie
Türkei stellt neue Kamikaze-Drohne „Deli“ vor

Das türkische Rüstungsunternehmen Titra Teknoloji, hat auf der Verteidigungstmesse SAHA Expo in Istanbul ihre neue Kamikaze-Drohne "Deli" vorgestellt.

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Istanbul – Das türkische Rüstungsunternehmen Titra Teknoloji, hat auf der Verteidigungs- und Luftfahrtmesse SAHA Expo in Istanbul ihre neue Kamikaze-Drohne „Deli“ vorgestellt. SAHA findet vom 25. bis 28. Oktober statt.

Die Drohne Deli, was soviel bedeutet wie „verrückt“, soll noch vor Ende 2022 einsatzbereit sein, berichtet die ukrainische Zeitung Fakty. Die Drohne habe die Fähigkeit sowohl im autonomen als auch im manuellen Steuermodus zu arbeiten.

Der Geschäftsführer von Titra Teknoloji, Davut Yılmaz, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass das Deli-Projekt vor etwa zwei Jahren begonnen wurde.

Er sagte, man habe sich zum Ziel gesetzt, eine Kamikaze-Drohne mit festem Flügel zu entwickeln, die manuell oder von einem Katapult aus gestartet werden kann und so kostengünstig wie möglich ist, und fügte hinzu, dass der Testprozess kurz vor dem Ende stehe und man davon ausgehe, dass das Produkt bis Ende dieses Jahres ein Niveau erreicht habe, das es in den Bestand aufnehmen könne.

Mit seinen autonomen und manuellen Einsatzmöglichkeiten kann Deli dank des modularen Aufbaus leicht transportiert werden und ist in weniger als 15 Minuten einsatzbereit. Deli, dessen Sicherheitsniveau durch Entstörungsvorrichtungen erhöht wurde, kann eine Reisegeschwindigkeit von 80 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h erreichen.

Die prognostizierte Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km pro Stunde und die Höhe bis zu 3,5 Tausend Meter. Je nach den Eigenschaften beträgt das Einsatzgebiet der Drohne etwa 85 km. Die Drohne kann im Kampf in einer Höhe von bis zu 150-500 m eingesetzt werden

Der Gefechtskopf für die Kamikaze-Drohne wurde vom Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Verteidigungsindustrien (SAGE) des Wissenschaftlichen und Technologischen Forschungsrats der Türkei (TÜBİTAK) entwickelt.

Yılmaz wies ferner darauf hin, dass ihr Produkt im Vergleich zu ähnlichen Produkten auf dem Markt drei grundlegende Vorteile aufweist.

„Erstens: Es ist kostengünstig. Diese Art von Kamikaze-Drohne wird bevorzugt, weil sie billig ist und man sie nicht zweimal benutzen wird“, sagte er. Der zweite Vorteil sei der Gefechtskopf der Drohne, so Yılmaz, während der dritte Vorteil in ihrer Autonomie liege.

„Dank der Algorithmen, die wir selbst entwickelt haben, und ihrer Autonomiefunktionen wird Deli unserer Meinung nach einen großen Unterschied machen“, sagte er.

Türkische Angriffsdrohnen

Die Türkei hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Länder bei der Herstellung von Kampfdrohnen entwickelt. Erfolgreichen Einsätzen in Kriegsgebieten wie Libyen. Syrien oder Aserbaidschan folgend, sind die weltweiten Auftragseingänge in die Höhe geschnellt.

Aufbau der Rüstungsindustrie nach Zypern-Sanktionen 1974

Nach zahlreichen Sanktionen westlicher Staaten auf militärische Güter hat die Türkei ihre Rüstungsindustrie massiv ausgebaut Nach dem Waffenembargo der USA von 1974, hat die Türkei mit der Gründung von Stiftungen für das Heer, die Marine und die Luftwaffe den Grundstein für Rüstungsunternehmen wie Aselsan, Havelsan, Roketsan, TUSAŞ usw. gelegt.

„Das größte Verteidigungsunternehmen der Türkei gehört heute zu den einhundert größten der Welt. Im Zuge des Zypernkonflikts ab 1974 erlebte das türkische Militär zahlreiche Nachschub- und Ausrüstungsprobleme, die Ankara dazu veranlassten, die heimische Rüstung zu entwickeln. ASELSAN ist das Ergebnis dieser Politik. Heute exportiert das Unternehmen Systeme in die ganze Welt, darunter Kommunikations- und Radarsysteme, aber auch Raketensuchköpfe“, so Yusuf Akbaba von SSD

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