COVAX
Impfstoff für arme Länder: Deutschland unterstützt COVAX mit 2,2 Milliarden Euro

Nach langen Vorbereitungen, um Covid-19-Impfstoffe auch in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zugänglich zu machen, sind am Mittwoch die ersten COVAX-Impfstoffe gegen Covid-19 in Westafrika eingetroffen.

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Berlin – Um Ländern unabhängig von ihrer Kaufkraft zügigen Zugang zu Impfstoffen gegen COVID-19 zu ermöglichen, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Initiative COVAX und die dazu gehörige COVAX Facility ins Leben gerufen.

Insgesamt hat Deutschland bisher 2,2 Mrd. Euro bereitgestellt und gehört damit zu den größten Unterstützern der Impfstoffplattform.

(Screenshot/Twitter))

Wenn wohlhabendere Nationen Impfstoffe über die COVAX Facility beziehen, dann zahlen sie den vollen, mit den Impfstoffherstellern ausgehandelten Preis. Ärmere Länder werden um eine finanzielle Beteiligung gebeten, haben aber, falls ihnen die nicht möglich ist, Anspruch auf Gratislieferungen. 190 von insgesamt rund 200 Staaten weltweit nehmen inzwischen (Stand 26.2.21) an COVAX teil, darunter 98 wohlhabendere Länder und 92 Staaten mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Die westafrikanischen Staaten Ghana und die Elfenbeinküste haben über das Programm als erste Länder Impfstoffe erhalten. Die beiden Länder sind die ersten von 20 afrikanischen Staaten, die im Laufe der Woche die Ausrüstung für den Kampf gegen COVID-19 erhalten sollen.

„Dies ist ein großer Moment, denn die Ankunft der Impfstoffe gegen Covid-19 in Ghana ist entscheidend, um die Pandemie zu beenden», sagten Anne-Claire Dufay, UNICEF-Länderdirektorin in Ghana und Dr. Francis Kasolo, WHO-Länderdirektor in einem gemeinsamen Statement. „Der einzige Weg aus dieser Krise ist sicherzustellen, dass Impfstoffe überall zugänglich sind. Wir danken allen Partnern von COVAX, die mithelfen, sichere und wirksame Covid-19-Impfstoffe schnell und gerecht in alle Länder zu liefern.“

WHO kritisiert wohlhabende Staaten

Erst am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die wohlhabenden Staaten aufgerufen, COVAX nicht zu behindern.

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fordern mehr Gerechtigkeit bei der globalen Covid-19-Impfstoffverteilung. Einige der reichsten Nationen der Welt behinderten die Bemühungen der WHO und ihrer Partner, Corona-Impfstoffe in die ärmsten Länder der Welt zu bringen.

Tedros nahm zusammen mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier an einer gemeinsamen, virtuellen Pressekonferenz teil, um über die von der WHO unterstützte internationale Impfinitiative COVAX zu sprechen.

In seiner Rede im WHO-Hauptquartier in Genf sagte Tedros, dass einige einkommensstarke Länder Verträge mit Impfstoffherstellern abschließen, die die Vereinbarungen, die COVAX mit denselben Firmen hat, untergraben und die Anzahl der Dosen, die COVAX kaufen kann, reduzieren. Der WHO-Chef sagte, dass es allen hilft, wenn sichergestellt wird, dass genügend Impfstoffe für die ärmsten Nationen der Welt zur Verfügung stehen.

„Das ist keine Frage der Nächstenliebe. Es ist eine Frage der Epidemiologie. Wenn wir die Pandemie nicht überall beenden, werden wir sie nirgendwo beenden“, sagte er.

Es liege im Interesse aller Länder, auch der Länder mit hohem Einkommen, sicherzustellen, dass Gesundheitspersonal, ältere Menschen und andere Risikogruppen weltweit als erste mit Impfstoffen versorgt werden, so Ghebreyesus. Tedros würdigte die jüngsten Finanzzusagen für die internationale COVAX-Impfkampagne als „umfangreich“, wies jedoch darauf hin, dass Geld nichts bedeute, wenn es nicht für die Bereitstellung von Impfstoffen verwendet werden könne.

„Wir können den COVAX-Mitgliedsländern nur dann Impfstoffe liefern, wenn die reichen Länder kooperieren und die mit COVAX getroffenen Vereinbarungen einhalten“, sagte er. Er forderte diese Länder, deren Namen er nicht nannte, auf, dafür zu sorgen, dass ihr Verhalten das COVAX-Impfstoffverteilungssystem, das unter anderem von der WHO und der Gavi Vaccine Alliance verwaltet wird, nicht untergräbt.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu einer fairen Verteilung von Corona-Vakzinen weltweit aufgerufen und Europa aufgefordert, einen Teil seiner Corona-Impfstoffe an ärmere Staaten abzugeben.

„Je rascher auch wir in Deutschland und Europa bereit sind, ein wenig von dem abzugeben, was uns gesichert ist, desto eher können wir das Infektionsgeschehen global eindämmen“, so der Bundespräsident.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hatte zuvor vorgeschlagen, dass reiche Länder nach Möglichkeit vier bis fünf Prozent ihrer Impfstoffmengen an ärmere Staaten abgeben sollten.

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