Terror gegen Journalisten
Syrien: PYD-Milizen schlagen schwangere kurdische Journalistin

Sicherheitskräfte des PKK-Ablegers PYD haben eine Journalistin des kurdischen TV-Senders Rudaw aus Erbil trotz ihrer Schwangerschaft bedroht und geschlagen und sie in den Irak zurückgeschickt.

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Schwangere Journalistin beschimpft und geschlagen

Basel (BZZ) – Milizen der PYD in Syrien haben am Donnerstag eine Journalistin  des privaten kurdischen TV-Senders Rudaw aus Erbil trotz ihrer Schwangerschaft bedroht, geschlagen und sie daran gehindert, ihre Familie zu besuchen. Dies berichtet der Sender im Internet.

Die renommierte kurdische Journalistin Rengin Shero wollte vom Irak aus ihre Eltern und Verwandten im Dorf Dugrga nahe der Stadt Grke Lage in der Provinz Hasaka besuchen. Sie überquerte dazu den Pishxapur-Simalka Grenzübergang. Die Grenzbeamten des Kantons Cizre in Rojava hatten die Passkontrolle bereits anstandslos beendet, und die Journalistin wurde von ihrem Vater abgeholt. Am Busbahnhof wurde die junge Frau jedoch von Männern der PYD, den Sicherheitskräften des Kantons Cizre angerufen und ihr wurde befohlen, sie solle sofort in den Irak zurückkehren. Dabei sollen die Sicherheitskräfte die Journalistin und ihren Fernsehsender heftig beschimpft haben.

Als Rengin Shero sich weigerte, dem Befehl zu gehorchen, da sie die Grenzformalitäten für den Besuch ihrer Familie korrekt erledigt habe, wurde sie von einem männlichen Asayish-Mitglied und einer Reihe von weiblichen PYD-Milizen angegriffen. Sie rissen an ihren Kleidern und schlugen sie obwohl sie wussten, dass die Journalistin schwanger ist.

„Um Gottes willen und zum Wohle des Propheten, bitte, tun sie meiner Tochter dies nicht an!,“ ist auf einem Video der Vater der Journalistin zu hören, der laut weinte und die Beamten bat, mit dem Angriff aufzuhören. Die Asayish-Männer antworteten ihm: „Wir kennen Gott oder den Propheten nicht“. Sie schickten Rengin Shero dann mit einem Boot zurück in den Irak.

Das Rudaw Media Network in Erbil verurteilte den Angriff auf seine Mitarbeiterin auf das Schärfste. Rengin Shero als Journalistin, als schwangere Frau und als Bürgerin der autonomen Kurdenregion verdiene es nicht, dass ihr ein Besuch ihrer Familie und ihres Geburtsorts verboten und sie geschlagen und gedemütigt werde.

Es sei nicht zum ersten Mal, dass Journalisten des Rudaw Media Network in den von der PYD kontrollierten Gebieten mit Gewalt und Demütigung konfrontiert würden. „Es ist klar, dass Rudaws Journalisten wegen ihrer  Berichterstattung über Ereignisse in den Kurdengebieten Syriens den Preis für ihre Professionalität zahlen müssen“, so der Sender.

„Rudaw Media Network fordert die autonome Kurdenregion und alle internationalen Organisationen, die sich für die Menschenrechte, die Rechte der Journalisten, die Meinungsfreiheit und die Rechte von Frauen und Kindern einsetzen, dazu auf, ihren Protest gegen diese Gewalt zu erheben.“ Die Beamten der drei Kantone von Rojava sollten unter Druck gesetzt werden damit sie die Belästigung und Gewalt gegen Journalisten künftig unterlassen.


Mehr zum Thema:

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