Selbstjustiz in Adana
Türkei: Mörder von Özgecan Aslan im Gefängnis erschossen

Auf den als Mörder der 20-jährigen Studentin Özgecan Aslan verurteilten Ahmet Suphi Altındöken und dessen Vater wurde im Gefängnis das Feuer eröffnet.

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Adana (nex) – Der 26-jährige Ahmet Suphi Altındöken, der am 3. Dezember 2015 vom 1. Strafgerichtshof in Tarsus des Mordes an der 20-jährigen Studentin Özgecan Aslan schuldig gesprochen wurde, ist tot.

In einem Gefängnis in der südtürkischen Provinz Adana wurden er und sein 50-jähriger Vater Necmettin, der – wie auch der 20-jährige gemeinsame Freund Fatih Gökçe -wegen Beihilfe ebenso zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung verurteilt worden war, zum Ziel eines Angriffs mit einer Schusswaffe.

Vater und Sohn erlitten bei der Attacke in einem geschlossenen Gefängnis des Typs E schwere Verletzungen, Ahmet Altındöken im Brustkorb, Necmettin in Bauch und Hüfte. Der als Haupttäter verurteilte Sohn starb wenig später im Krankenhaus an den Folgen der Tat.

Sondereinheiten der Bereitschaftspolizei wurden infolge der Eskalation ins Gefängnis verlegt, zwei Ermittler sollen nun die Umstände der Tat klären. Özgecan Aslan war Psychologiestudentin und wurde im Februar 2015 ermordet, nachdem Ahmet Altındöken sie als letzten Fahrgast des von ihm gelenkten Omnibusses entführt, an einen abgelegenen Ort gebracht und dort zu vergewaltigen versucht hatte.

Als die junge Frau sich wehrte, soll Altındöken sie getötet haben. Ihr verbrannter Leichnam wurde zwei Tage nach einer Vermisstenanzeige vonseiten ihrer Eltern in einem Flussbett in Tarsus gefunden. Auf der Suche nach dem vermissten Mädchen hielt die Gendarmerie am 12. Februar 2015 einen verdächtigen Minibus an und fanden darin Blutspuren und einen Hut, die der Ermordeten zugeordnet werden konnten. Daraufhin wurden die Ahmet und Necmettin Altındöken sowie Gökçe unter dringendem Tatverdacht festgenommen.

Der Mord an Özgecan Aslan hatte in der gesamten Türkei Wut und Empörung hervorgerufen. Einer jüngst veröffentlichten Umfrage zufolge sprachen sich mehr als 90 Prozent der befragten Türken in 36 Provinzen für eine Wiedereinführung der Todesstrafe aus – unter anderem nach Vergewaltigungsfällen wie diesem.

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