Türkisch-griechische Beziehungen
Atomkraft: Mögliche türkisch-griechische Zusammenarbeit

Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Griechenland, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag Athen besucht.

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Ankara –  Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Griechenland, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag Athen besucht.

Bei diesem bahnbrechenden Treffen, unter anderem mit der griechischen Präsidentin Katerina Sakellaropoulou und dem Premier Kyriakos Mitsotakis, wurden zwischen den einstigen Kontrahenten zahlreiche Abkommen unterzeichnet.

Zu den Vereinbarungen gehört ein Abkommen über ein 12-monatiges Visaprogramm, das es der wachsenden Zahl türkischer Touristen ermöglichen würde, das ganze Jahr über nahegelegene griechische Inseln zu besuchen, ohne eine Genehmigung beantragen zu müssen.

Auf seiner Rückreise sagte Erdogan, dass die Türkei zudem die Zusammenarbeit mit Griechenland im Bereich der Kernenergie ausbauen wolle, und fügte hinzu, er hoffe, dass sein Besuch in Athen dazu beitragen werde, die Beziehungen zwischen den NATO-Verbündeten zu verbessern. Die Treffen seien in einer „sehr positiven“ Atmosphäre verlaufen.

„Wir sind bestrebt, die Zusammenarbeit mit Griechenland nicht nur im Energiebereich, sondern in allen Bereichen, einschließlich der Kernenergie, zu entwickeln und auszubauen“, sagte Erdogan.

„Zum Beispiel können wir Griechenland die Möglichkeit bieten, von der Energie aus unserem Kernkraftwerk zu profitieren, das in der Provinz Sinop gebaut werden soll“, zitiert Daily Sabah den türkischen Staatschef.

Mitsotakis erklärte seinerseits am Donnerstag, dass er die Türkei im EU-Beitrittsprozess unterstützen werdedund sagte: „Wir haben auch über die Frage der Visumbefreiung für Studenten gesprochen, um eine engere Zusammenarbeit in der Visumfrage sicherzustellen.  Wir haben die Reisefreiheit türkischer Bürger berücksichtigt“, so Mitsotakis während seiner Rede in einer Pressekonferenz. 

Die Türkei und Griechenland hätten in der Vergangenheit immer wieder Situationen erlebt, die den Frieden bedrohten. Daher sei es jetzt für beide Länder besonders wichtig, ihre Beziehungen in einem ruhigen Umfeld fortzusetzen und Lösungen für die Probleme zu finden, mit denen Griechenland und die Türkei konfrontiert sind. Bei einem Treffen letzten Juni in Vilnius habe man beschlossen, die Beziehungen wiederzubeleben und Vertreter beider Seiten hätten sich in den letzten sechs Monaten bereits drei Mal getroffen.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Wirtschaftsbeziehungen und den bilateralen Handel zu verbessern. Wir haben ein sehr wichtiges Ergebnis erzielt, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Migration auszubauen“, so der griechische Regierungschef. 

Wie sein Großonkel, Eleftherios Venizelos, der in den 1930er Jahren die Entspannungspolitik mit der Türkei leitete und weithin als der bahnbrechende Staatsmann des Landes im 20. Jahrhundert gilt, wünscht sich Mitsotakis eine Annäherung, und sei es nur, weil sie gut für die Wirtschaft wäre.

Mitsotakis erinnerte an die Worte Venizelos‘ und sagte: „Venizelos sagte einmal zur Türkei: ‚Wir reichen Ihnen die Hand der Freundschaft, wir glauben, dass die feindseligen Beziehungen zwischen uns ein Ende haben werden’“.

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