Erdogan in Athen
Griechenland unterstützt EU-Beitritt der Türkei

Erdogan sagte, man wolle "die Ägäis in ein Meer des Friedens und der Zusammenarbeit verwandeln und mit gemeinsamen Schritten ein Vorbild für die Welt sein."

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Athen – Im Zuge der Wiederannäherung zwischen der Türkei und Griechenland hat der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis bei seinem heutigen Treffen in Athen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Griechenlands Unterstützung für einen EU-Beitritt der Türkei mitgeteilt.

Bei Erdogans heutigem Besuch wurden zwischen den beiden Ländern 15 Abkommen unterzeichnet, was laut Analysten ein Zeichen dafür sei, wie bahnbrechend der Besuch des türkischen Präsidenten war. Zu den Vereinbarungen gehört ein Abkommen über ein 12-monatiges Visaprogramm, das es der wachsenden Zahl türkischer Touristen ermöglichen würde, das ganze Jahr über nahegelegene griechische Inseln zu besuchen, ohne eine Genehmigung beantragen zu müssen.

Mitsotakis erklärte, er unterstütze die Türkei im EU-Beitrittsprozess und sagte: „Wir haben auch über die Frage der Visumbefreiung für Studenten gesprochen, um eine engere Zusammenarbeit in der Visumfrage sicherzustellen.  Wir haben die Reisefreiheit türkischer Bürger berücksichtigt“, so Mitsotakis während seiner Rede in einer Pressekonferenz. 

Die Türkei und Griechenland hätten in der Vergangenheit immer wieder Situationen erlebt, die den Frieden bedrohten. Daher sei es jetzt für beide Länder besonders wichtig, ihre Beziehungen in einem ruhigen Umfeld fortzusetzen und Lösungen für die Probleme zu finden, mit denen Griechenland und die Türkei konfrontiert sind. Bei einem Treffen letzten Juni in Vilnius habe man beschlossen, die Beziehungen wiederzubeleben und Vertreter beider Seiten hätten sich in den letzten sechs Monaten bereits drei Mal getroffen.

„Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Wirtschaftsbeziehungen und den bilateralen Handel zu verbessern. Wir haben ein sehr wichtiges Ergebnis erzielt, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Migration auszubauen“, so der griechische Regierungschef. 

Wie sein Großonkel, Eleftherios Venizelos, der in den 1930er Jahren die Entspannungspolitik mit der Türkei leitete und weithin als der bahnbrechende Staatsmann des Landes im 20. Jahrhundert gilt, wünscht sich Mitsotakis eine Annäherung, und sei es nur, weil sie gut für die Wirtschaft wäre.

Mitsotakis erinnerte an die Worte Venizelos‘ und sagte: „Venizelos sagte einmal zur Türkei: ‚Wir reichen Ihnen die Hand der Freundschaft, wir glauben, dass die feindseligen Beziehungen zwischen uns ein Ende haben werden'“.

Erdogan erklärte seinerseits, dass sie auch die Haltung der beiden Länder in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer erörtert hätten: „Es ist unser Wunsch, unsere aktuellen Probleme durch konstruktiven Dialog, gute Nachbarschaft und gemeinsame Anstrengungen im Rahmen des Völkerrechts zu lösen. Das wollen wir. Wir haben betont, wie wichtig es ist, die Kanäle des Dialogs offen zu halten. Mit der Athener Erklärung haben wir unseren positiven Willen auf hohem Niveau bestätigt“, so der türkische Staatschef.

Man wolle die Ägäis in ein Meer des Friedens und der Zusammenarbeit verwandeln und mit gemeinsamen Schritten ein Vorbild für die Welt sein.

Wir sind zwei Nachbarländer, die das gleiche Meer teilen, die gleiche Geographie und die gleiche Kultur. Während es sogar Meinungsverschiedenheiten zwischen zwei Geschwistern gibt, ist es natürlich, dass es Meinungsverschiedenheiten zwischen zwei Nachbarn gibt. Es gibt kein Problem zwischen uns, das nicht gelöst werden kann. Lasst uns nicht zu denen gehören, die das Meer überqueren und im Bach ertrinken. Ich freue mich, dass Kyriakos die gleiche Meinung mit uns teilt.“

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