Stern-Recherche
Hamburger Firma bestreitet jede Beteiligung an Waffenschmuggel für die Türkei

Eine Hamburger Speditionsfirma mit Verbindungen in den Libanon hat jetzt kategorisch bestritten, mit möglichen Waffenlieferungen an die Türkei zu tun gehabt zu haben. Man habe bereits im Jahr 2015 "sämtliche Geschäftsbeziehung" zu der libanesischen Abou-Merhi-Gruppe beendet, erklärte ein Anwalt.

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Eine Hamburger Speditionsfirma mit Verbindungen in den Libanon hat jetzt kategorisch bestritten, mit möglichen Waffenlieferungen an die Türkei zu tun gehabt zu haben. Man habe bereits im Jahr 2015 „sämtliche Geschäftsbeziehung“ zu der libanesischen Abou-Merhi-Gruppe beendet, erklärte ein Anwalt im Namen der in Hamburg ansässigen AML Ship Management GmbH auf Anfrage des stern.

Der Verdacht der Waffenlieferungen bezieht sich auf die mit der libanesischen Abou-Merhi-Gruppe verbundenen Frachtschiffe „Bana“ und „Single Eagle“, die ansonsten Gebrauchtwagen zwischen Europa und dem Nahen Osten verschiffen. Die „Bana“ wurde im Februar von den Behörden im italienischen Genua festgesetzt und durchsucht. Laut Aussagen von Seeleuten soll sie Ende Januar türkische Waffen, darunter Panzerhaubitzen und Daimler-Militärfahrzeuge nach Libyen gebracht haben, unter Bruch eines UN-Waffenembargos. Laut Vernehmungsprotokollen, die dem stern und „Report München“ vorliegen, soll die „Bana“ zuvor in der Vergangenheit bereits zwei- oder dreimal weitere Rüstungsgüter aus der Türkei nach Libyen gebracht haben.

Die „Single Eagle“ und eine mögliche Rolle der Hamburger Firma wurden jetzt in einem Bericht des Recherchebüros „Open Facto“ thematisiert. Eine Fahrt der „Single Eagle“ und geplante Zwischenstationen in Libyen hatte ein Geschäftsführer der AML Ship Management GmbH in Hamburg im Januar auf seiner Facebook-Seite angekündigt.

Heute lässt sein Anwalt erklären, dass die Hamburger Firma als „reine Frachtagentin“ Fahrten von Schiffen wie der „Single Eagle“ angekündigt habe. Man habe nun „gleichwohl aufgrund der im Raum stehenden Verdachtsmomente die Zusammenarbeit mit der Reederei der ‚Single Eagle‘, der African Mediterranean Lines, eingestellt“.

Die AML Ship Management sei überdies „kein deutscher Ableger der AML Gruppe des Merhi Ali Abou Merhi“ und sei dies auch „niemals“ gewesen. Im Oktober 2015 hatte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen mehrere Angehörige und Firmen der Abou-Merhi-Familie verhängt. Auf der Liste standen damals auch zwei Personen mit deutschem Pass, außerdem die inzwischen aufgelöste Hamburger Firma Abou Merhi Linienagentur GmbH sowie der Gründer der AML Ship Management GmbH. Die US-Behörden hatten den Clan im Verdacht, der Hisbollah beim Drogentransport geholfen zu haben. Den Vorwurf ließen die Behörden aber dann offenbar wieder fallen.

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