Brüssel
Erdgasbohrungen vor Zypern: EU verhängt Sanktionen gegen Türkei

In Reaktion auf die umstrittenen türkischen Erdgas-Erkundungen vor Zypern hat die EU-Staaten Strafmaßnahmen gegen die Türkei verhängt.

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Brüssel – In Reaktion auf die umstrittenen türkischen Erdgas-Erkundungen vor Zypern hat die EU-Staaten Strafmaßnahmen gegen die Türkei verhängt.

Zwei Personen, die an den Bohrungen beteiligt gewesen sein sollen, wurden mit Einreiseverboten und Vermögenssperren belegt, berichtet die Nachrichtenagentur dpa mit Hinweis auf eine Mitteilung der 27 EU-Staaten am Donnerstag. Demnach dürften Personen und Organisationen aus der EU den Betroffenen zudem kein Geld mehr zur Verfügung stellen.

Im Grundsatz hatte die Staatengemeinschaft sich schon Anfang Februar darauf geeinigt, berichtet die dpa weiter. Mit den Strafmaßnahmen wolle Brüssel die Türkei dazu bewegen, die Erdgassuche vor dem Mitgliedstaat Zypern einzustellen. Die Türkei weist die Vorwürfe illegaler Bohrungen zurück.

Die Türkei hat die einseitigen Bohrungen der griechisch-zyprischen Regierung im östlichen Mittelmeerraum wiederholt angefochten und betont, dass auch die Türkische Republik Nordzypern (TRNC) Rechte an den Ressourcen in der Region hat.

Seit dem Frühjahr vergangenen Jahres hat Ankara zwei Bohrschiffe – Fatih und zuletzt Yavuz – in das östliche Mittelmeer geschickt, um das Recht der Türkei und der Türkischen Republik Nordzypern (TRNC) auf die Ressourcen der Region geltend zu machen. Das erste seismische Schiff der Türkei, die Barbaros Hayrettin Pasa, die 2013 in Norwegen gekauft wurde, erkundet seit April 2017 das Mittelmeer.

Sie ist der Ansicht, dass die Gewässer, in denen sie probeweise nach Erdgas bohrt, zu ihrem sogenannten Festlandsockel gehören. Die Türkei will mit den Bohrungen auch die Anteile der türkischen Zyprer am Erdgasgeschäft sichern.

Zypern wurde 1974 geteilt, nachdem Griechenland einen Militärputsch durchgeführt und die Türkei als Garantiemacht interveniert hatte. Die türkische Regierung hatte unter Premierminister Bülent Ecevit entschieden, am 20. Juli 1974 türkische Truppen auf die Insel zu entsenden, um eine ethnische Säuberung durch die nationalistische Regierung zu verhindern, die infolge eines von Griechenland unterstützten Putsches gegen den zyprischen Präsidenten, Erzbischof Makarios, an die Macht gekommen war. Die Putschisten strebten damals den Anschluss der gesamten Insel an das ebenfalls von einer Militärjunta regierte Griechenland an.

Bereits in den Jahren vor dieser Entwicklung hatte es vielfach Übergriffe und Pogrome gegen die türkische Bevölkerung auf Zypern gegeben. Die unter dem Namen „Operation Atilla“ durchgeführte Militäraktion führte in weiterer Folge zum Ende der Militärdiktatur in Griechenland, die türkischen Truppen blieben dennoch auf Nordzypern stationiert und 1983 erklärte der dort entstandene De-facto-Staat unter dem bis 2005 regierenden Langzeitpräsidenten Rauf Denktaş seine Unabhängigkeit. In den letzten Jahren gab es mehrere Versuche, die Insel zu einigen, 2004 scheiterte jedoch ein Referendum zur Wiedervereinigung an einer „Nein“-Mehrheit im griechischen Teil.

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