Luftwaffenstützpunkt Incirlik
Türkischer Außenminister: „Wir ziehen es vor, Probleme durch Dialog zu lösen“

„Wenn Deutschland seine Truppen von Incirlik abziehen möchte, steht ihm das frei“, sagte Cavusoglu und fügte hinzu: „Wir werden nicht betteln. Sie wollten kommen, und wir haben ihnen geholfen. Wenn sie nun gehen wollen, sagen wir ‚Auf Wiedersehen‘“.

Teilen

Adana (nex) – Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat sich in einem Interview mit dem türkischen Nachrichtensender NTV zu den jüngsten Spannungen mit Deutschland im Zusammenhang mit dem Besuchsverbot deutscher Abgeordneter bei den in Incirlik stationierten Bundeswehrsoldaten geäußert. Der Luftwaffenstützpunkt im Süden der Türkei dient den Luftschlägen gegen den IS (Daesh) in Syrien.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hatte am gestrigen Mittwoch damit gedroht, dass Deutschland in Betracht ziehe, seine Truppen aus der Türkei abzuziehen, sollte diese auf dem Besuchsverbot weiter beharren.

„Wenn Deutschland seine Truppen von Incirlik abziehen möchte, steht ihm das frei“, sagte Cavusoglu und fügte hinzu: „Wir werden nicht betteln. Sie wollten kommen, und wir haben ihnen geholfen. Wenn sie nun gehen wollen, sagen wir ‚Auf Wiedersehen‘“.

Deutschland beteiligt sich seit 2015 von Incirlik aus mit sechs Aufklärungs-Tornados und einem Tankflugzeug sowie etwa 240 Mann am Kampf gegen den IS (Daesh).

Auf die Frage, ob Erdogan sich auf dem Nato-Gipfel am kommenden Donnerstag in Brüssel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen werde, antwortete Cavusoglu, dass vonseiten der Kanzlerin bislang keine solche Anfrage gekommen sei.

„Sollte eine Anfrage kommen, kann sicherlich ein Treffen stattfinden“, betonte er. „Wir ziehen es vor, Probleme durch Dialog zu lösen.“

Während der SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann der türkischen Regierung ein Ultimatum zur Kurskorrektur stellt und sogar die weitere Mitgliedschaft des Landes in der Nato in Frage stellt, vertritt der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter die Auffassung, dass das Besuchsrecht der Abgeordneten zwar wichtig, aber nicht zwingend sei. Entscheidend sei der freie Zugang des Wehrbeauftragten, so Kiesewetter. Der Deutschen Welle sagte er: „Die Bundesregierung hat in Form einer Güterabwägung zu entscheiden, ob wir wirklich einen Keil zwischen Deutschland und die Türkei treiben lassen wollen“.

Auch interessant

Türkei entdeckt die Wirtschaftsmoral des Mittelalters neu

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Gewinn machen, aber nicht um jeden Preis: Die Türkei greift derzeit auf eine jahrhundertealte Tradition zurück, die genau solche Regeln...

Sachbeschädigung an Moschee in Ahlen: Polizei prüft politischen Hintergrund

Ahlen - In der Nacht zu Dienstag ist es an einer Moschee in der Rottmannstraße im westfälischen Ahlen zu einer Sachbeschädigung gekommen. Ein bislang...

After Election Victory in Berlin: Central Council of Jews Warns Against a Left-Wing Government

Berlin - Following the historic outcome of the Berlin state election on September 20, in which Die Linke emerged as the largest political force,...

Wahlniederlagen der CDU: Prien stützt Merz – AfD zeigt sich gesprächsbereit

Berlin - In der CDU beginnt die Aufarbeitung der beiden Niederlagen des gestrigen Wahlsonntags. Bundesbildungsministerin und stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU Karin Prien gab sich...

Elif Eralp und der Palästina-Bumerang: Berlins neuer Machtfaktor

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Berlin hat gewählt, und diesmal hat die Hauptstadt dem politischen Establishment einen überdeutlichen Denkzettel verpasst: Die Linke erreicht 25,7 Prozent,...

Headlines

Paukenschlag in der Türkei: Erdoğan-Herausforderer Yavaş verlässt die CHP

Ankara – Paukenschlag in der türkischen Politik: Ankara-Oberbürgermeister Mansur Yavaş hat am heutigen Mittwoch seinen Austritt aus der Republikanischen...

Elif Eralp und der Palästina-Bumerang: Berlins neuer Machtfaktor

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Berlin hat gewählt, und diesmal hat die Hauptstadt dem politischen Establishment einen überdeutlichen Denkzettel verpasst:...

Israel: Demonstranten fordern Todesstrafe für NAZA-Filmemacher

Tel Aviv - Aktivisten haben in der zentralisraelischen Stadt Savyon vor dem Haus der Eltern der Filmemacherin Rachel Szor...

Türkei entdeckt die Wirtschaftsmoral des Mittelalters neu

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Gewinn machen, aber nicht um jeden Preis: Die Türkei greift derzeit auf eine jahrhundertealte Tradition...

Meinung

Paukenschlag in der Türkei: Erdoğan-Herausforderer Yavaş verlässt die CHP

Ankara – Paukenschlag in der türkischen Politik: Ankara-Oberbürgermeister Mansur Yavaş hat am heutigen Mittwoch seinen Austritt aus der Republikanischen Volkspartei (CHP) erklärt. Yavaş will...

„Jüdische Stimme“ darf extremistisch genannt werden

Berlin – Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) hat am 21. September 2026 eine wegweisende Entscheidung im Eilverfahren getroffen: Das Bundesministerium des Innern darf den propalästinensischen Verein...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...