Berlin
Dagdelen fordert Einreiseverbot für türkischen Präsidenten Erdogan

„Jeder, der gegen deutsche Abgeordnete hetzt und mit Gewalt droht wie Herr Erdoğan, müsste zumindest mit einem Einreiseverbot belegt werden“, äußerte die Abgeordnete gegenüber dem Online-Portal der WAZ. Leider „kusche“ Kanzlerin Merkel hier.

Teilen

Berlin (nex) – Eine seit der „Wende“ in der DDR selten beobachtete Einhelligkeit zwischen der SED-Fortsetzungspartei „Die Linke“ und der ehemaligen Blockpartei CDU offenbart sich mit Blick auf den Umgang mit kritischen Stimmen aus der türkischen Einwanderercommunity bezüglich der deutschen Türkeipolitik.

Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Günter Krings (CDU), hatte Anfang der Woche gefordert, in Deutschland lebenden Türken die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis zu verweigern, sollten diese die „Erdoğan-Hetze“ gegen türkischstämmige Bundestagsabgeordnete unterstützen. Unter diesem Begriff subsumiert er kritische Reaktionen auf die umstrittene Resolution des Deutschen Bundestages vom 2. Juni, in dem die Ereignisse von 1915 im Osmanischen Reich rund um die Deportation armenischer Bevölkerungsteile im Ersten Weltkrieg ohne weitere wissenschaftliche Erörterung als „Völkermord“ tituliert worden waren.

Nun hat die Abgeordnete der SED-Fortsetzungspartei „Die Linke“, Sevim Dağdelen, nachgelegt und ein Einreiseverbot für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gefordert. „Jeder, der gegen deutsche Abgeordnete hetzt und mit Gewalt droht wie Herr Erdoğan, müsste zumindest mit einem Einreiseverbot belegt werden“, äußerte die Abgeordnete gegenüber dem Online-Portal der WAZ. Leider „kusche“ Kanzlerin Merkel hier.

Was das Verhältnis zur Gewalt anbelangt, scheint die von Kritikern als „Terroristenversteherin“ bezeichnete Dağdelen indessen eine durchwegs eigenwillige Position an den Tag zu legen. In einer Fernsehtalkshow bestritt sie, dass die PKK, die seit Beginn ihres bewaffneten Kampfes gegen die türkische Regierung im Jahre 1984 für mehr als 40 000 Tote in der Türkei verantwortlich ist, eine Terrororganisation sei. Vielmehr sei sie eine „politische Organisation“.

Ausschließlich „politisch“ ist für sie offenbar auch der Leib und Leben sowie Eigentum gefährdende Eingriff in den Bahnverkehr durch so genanntes „Schottern“. Da Dağdelen im Zusammenhang mit einem Castor-Transport im Jahr 2010 zu diesem aufgerufen hatte, wurde sie vom Amtsgericht Lüneburg wegen Verstoßes gegen § 316 des deutschen Strafgesetzbuches (Störung öffentlicher Betriebe) zu einer Geldstrafe von 2250 Euro verurteilt.

Auch damals hatte sie keinerlei Unrechtsbewusstsein gezeigt und erklärt, sich vom deutschen Rechtsstaat „nicht einschüchtern“ lassen zu wollen. Ähnlich entschlossen scheint sie nun auch den vom politischen Komplex vorgegebenen Klassenstandpunkt gegen die Kritik an politischen Entscheidungen ermöglichende Verfassung verteidigen zu wollen.

Auch interessant

Türkei: Neue Schnellzugverbindung Richtung EU offiziell gestartet

Edirne - In der türkischen Region Thrakien hat eine neue Schnellzugverbindung den Betrieb aufgenommen. Nach der offiziellen Eröffnung des 153 Kilometer langen Streckenabschnitts Çerkezköy–Kapıkule...

In Deutschland lernen immer mehr Schüler Türkisch

Berlin - An deutschen Schulen verschiebt sich die Nachfrage nach Fremdsprachen spürbar. Wie Deutschlandfunk unter Berufung auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden...

Deutschland als Magnet für ausländische Studierende: Zahlen auf Rekordhoch

Berkin - Deutschland bleibt für junge Menschen aus dem Ausland ein begehrtes Studienziel. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) berichtet, waren im Wintersemester 2025/26...

Israel: Opposition attackiert Netanyahu als „zu pro-palästinensisch“

Tel Aviv - Wenige Wochen vor den schicksalhaften Parlamentswahlen in Israel am 27. Oktober offenbart der Wahlkampf eine bemerkenswerte politische Ironie: Während Ministerpräsident Benjamin Netanyahu...

Albert Einstein lehnte einen jüdischen Staat ab

Tel Aviv - Der berühmte Physiker und Nobelpreisträger Albert Einstein wird oft mit der Gründung Israels in Verbindung gebracht – sogar die Präsidentschaft wurde...

Headlines

Baku: Delegationen verlassen Saal während Rede von Israels Präsident Herzog

Baku - Beim 7. Gipfel der Konferenz über Interaktion und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien (CICA) in der aserbaidschanischen Hauptstadt...

Albert Einstein lehnte einen jüdischen Staat ab

Tel Aviv - Der berühmte Physiker und Nobelpreisträger Albert Einstein wird oft mit der Gründung Israels in Verbindung gebracht...

Friedensnobelpreisträgerin Navi Pillay: Netanjahu soll vor Gericht

Genf - Die südafrikanische Juristin Navi Pillay, die 2026 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, fordert, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu...

Israel: Opposition attackiert Netanyahu als „zu pro-palästinensisch“

Tel Aviv - Wenige Wochen vor den schicksalhaften Parlamentswahlen in Israel am 27. Oktober offenbart der Wahlkampf eine bemerkenswerte...

Meinung

Baku: Delegationen verlassen Saal während Rede von Israels Präsident Herzog

Baku - Beim 7. Gipfel der Konferenz über Interaktion und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien (CICA) in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku ist es am heutigen...

Albert Einstein lehnte einen jüdischen Staat ab

Tel Aviv - Der berühmte Physiker und Nobelpreisträger Albert Einstein wird oft mit der Gründung Israels in Verbindung gebracht – sogar die Präsidentschaft wurde...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...