Umstrittener Karikaturenwettbewerb
Iran: Empörung über Holocaust-Karikaturenwettbewerb in Israel und den USA

Der erstmals 2006 in Reaktion auf dänische Mohammed-Karikaturen ins Leben gerufene iranische Holocaust-Karikaturenwettbewerb erhitzt wieder die Gemüter. Israel und die USA werfen den Organisatoren vor, die Opfer der nationalsozialistischen Judenvernichtung zu verhöhnen.

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Teheran (nex) – Mit der Neuauflage eines erstmals 2006 von der Administration des damaligen iranischen Präsidenten Mahmut Ahmadinedschad abgehaltenen Karikaturenwettbewerbs zum Thema „Holocaust“ ist der Iran einmal mehr in den Fokus internationaler Kritik geraten.

Israel beschuldigt Teheran, die Veranstaltung verhöhne die Opfer des von Hitlerdeutschland und seinen Verbündeten verübten Völkermordes an europäischen Juden, der in der Zeit des Zweiten Weltkrieges in der Ermordung von mindestens sechs Millionen Angehörigen dieser Bevölkerungsgruppe kulminierte.

(Foto: irancartoon.ir)
(Foto: irancartoon.ir)

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu warf der Führung in Teheran vor, sie würde nicht nur den Holocaust leugnen und dessen Opfer verhöhnen, sondern darüber hinaus „einen weiteren Massenmord anstreben“.

Damit spielt Netanjahu auf das Atomprogramm des Iran an, das Teheran nach Auffassung Israels mitnichten lediglich auf die zivile, friedliche Nutzung der Kernenergie beschränkt sehen wolle, sondern dessen Ziel es sei, an eigene Atomwaffen zu gelangen.

Auch die USA kritisieren, der Wettbewerb könnte als Plattform für die Leugnung der Judenvernichtung in Europa Mitte des 20. Jahrhunderts instrumentalisiert werden. Bereits in der Vergangenheit hatten Holocaustleugner und Antisemiten den Wettbewerb zu Zwecken der politischen Propaganda benutzt.

(Foto: irancartoon.ir)
(Foto: irancartoon.ir)

Die Veranstalter des Karikaturenwettbewerbs wiesen diese Anschuldigungen zurück. Es gehe bei der Veranstaltung um die Bloßstellung doppelter Standards im Westen hinsichtlich der Reichweite des Rechts auf freie Meinungsäußerung oder des Rechts auf Freiheit der Kunst mit Blick auf gesellschaftlich als notwendig erachtete Tabu-Bereiche.

Der Wettbewerb wurde ursprünglich als Reaktion auf die dänischen Mohammed-Karikaturen angekündigt, die 2005 weltweit für Proteste gesorgt hatten. Sein Ziel sei es, so die Initiatoren, herauszufinden, wie weit die Meinungsfreiheit der westlichen Gesellschaft tatsächlich gehe. Die 16 Finalisten erhalten insgesamt etwa 44 000 Euro an Preisgeld, der Sieger allein umgerechnet 10 000 Euro. Die iranische Regierung distanziert sich mittlerweile von dem Wettbewerb.

Politische Hardliner hatten sich jedoch im Vorfeld für die Abhaltung des Wettbewerbs stark gemacht. Zeitlich wurde er so gelegt, dass er mit palästinensischen Gedenkveranstaltung zur so genannten „Nakba“ zusammengelegt, der Flucht und Vertreibung von 760 000 Arabern aus den palästinensischen Territorien infolge des Palästinakrieges im Anschluss an die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948.

Mehrere arabische Staaten hatten im Anschluss an die Ausrufung des Staates Israel am 14. Mai 1948 gewaltsam versucht, dessen Territorium unter ihre Kontrolle zu bringen, waren dabei aber gescheitert. Zeitgleich mit der „Nakba“ wurde in etwa eine gleich große Anzahl an Juden aus den arabischen Nachbarstaaten Israels und aus Nordafrika vertrieben.

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