Erdoğan in Zagreb
Kroatische Präsidentin Kitarovic: „Die Türkei gehört in allen Belangen zu Europa“

Im Rahmen eines Wirtschaftsforums erklärte Präsident Erdoğan, binnen fünf Jahren das bilaterale Handelsvolumen auf eine Milliarde US$ ausweiten zu wollen.

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Zagreb (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Mittwoch seinem Wunsch Ausdruck verliehen, den bilateralen Handel zwischen der Türkei und Kroatien innerhalb der nächsten fünf Jahre auf ein Gesamtvolumen von einer Milliarde US-Dollar auszuweiten.

Dies machte Erdoğan während seiner zweitägigen Visite in Kroatiens Hauptstadt Zagreb deutlich. „Obwohl wir keine gemeinsame Grenze teilen, sehen wir Kroatien als guten Nachbarn und aufrichtigen Freund“, erklärte der Präsident vor einem türkisch-kroatischen Business-Forum.

„Die Türkei und Kroatien finden in mehreren Bereichen zusammen auf Grund der gemeinsamen Geschichte und Werte“, sagte Erdogan.

„Wir pflegen jetzt eine politische und eine militärische Partnerschaft. Was kulturelle Werte anbelangt, wirkten wir bereits durch die Geschichte hindurch zusammen. Wir sollten diese Werte noch viel aktiver nutzen. Ich sehe keinen Grund, warum die Türkei und Kroatien kein bilaterales Handelsvolumen von einer Milliarde erreichen könnten. Ich denke, wir zeigen eine beispielhafte Zusammenarbeit in der Region, um Frieden und Stabilität zu schützen. Allerdings hinken die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen unserer Freundschaft stark hinterher. Wir müssen jetzt unsere wirtschaftlichen und kommerziellen Beziehungen unseren politischen angleichen.“


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Das bilaterale Handelsvolumen vor zehn Jahren, im Jahre 2006, lag noch bei 270 Millionen US-Dollar. Mittlerweile ist es allen Krisen zum Trotz auf 355 Millionen angewachsen. Erdoğan will jetzt innerhalb der nächsten fünf Jahre den Sprung auf eine Milliarde bewerkstelligen. Seine kroatische Amtskollegin Kolinda Grabar Kitarovic erklärte, die Türkei gehöre ökonomisch, kulturell und geografisch zu Europa.

„Kroatien weiß um die Wichtigkeit der Türkei und ihrer Mittlerrolle zwischen verschiedenen Kulturen und Ländern, unterschiedlichen Regionen, Südosteuropa, dem Nahen Osten, Zentralasien… Wir würdigen die Rolle der Türkei in unterschiedlichsten regionalen Prozessen und Initiativen. Wir begrüßen das Bekenntnis der Türkei zur Europäischen Union. Die Türkei gehört ökonomisch, kulturell und geografisch zu Europa“, erklärte die Präsidentin.

An dem Forum nahm zudem auch eine türkische Delegation teil, zu welcher auch Vizepremier Yalçın Akdoğan, Justizminister Bekir Bozdağ, EU-Minister Volkan Bozkir, Wirtschaftsminister Mustafa Elitaş und Kultur- und Tourismusminister Mahir Ünal gehörten.

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