Wachstumserwartung auf 3,2 Prozent erhöht
Türkei: Weltbank korrigiert Wachstumsprognose nach oben

Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognose für die Türkei nach einem überraschenden Anstieg der Investitionen im zweiten Quartal des Jahres 2015 nach oben korrigiert. Die Bank geht nun von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 3,2 Prozent für das Jahr 2015 aus.

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Washington D.C. (eurasia/nex) – Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognose für die Türkei nach einem überraschenden Anstieg der Investitionen im zweiten Quartal des Jahres 2015 nach oben korrigiert. Die Bank geht nun von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 3,2 Prozent für das Jahr 2015 aus. Im Juli lag die Schätzung der in Washington, D.C. ansässigen Institution im Rahmen ihres mittelfristigen Wirtschaftsprogramms noch bei 3,0 Prozent. Nun hieß es jedoch, das schnellere BIP-Wachstum im zweiten Quartal gebe Anlass, die Wachstumserwartung auf 3,2 Prozent zu erhöhen. Was die Vorhersagen für 2016 und 2017 anbelangt, bleibe die Weltbank bis auf weiteres bei ihrer Prognose von jeweils 3,5 Prozent. Im Bericht heißt es im Detail beispielsweise: „Private und öffentliche Konsumausgaben verloren wie erwartet weiterhin an Schwung, aber private Investitionen stiegen in einem unerwarteten Umfang an und wurden zum Hauptimpulsgeber des Wachstums – ein Anzeichen dafür, dass der private Sektor Investitionsausgaben vor den Wahlen im Juni in den Vordergrund rückte oder zuvor auf die lange Bank geschobene Investitionen in Antizipation realisierte, wohl in Erwartung der Beseitigung von Unsicherheiten nach der Wahl.“Die Bank warnte jedoch auch, dass ein Rückfall in politische Unsicherheit auch einen Rückgang der Wirtschaftsaktivitäten in der zweiten Hälfte des Jahres 2015 befürchten lassen würde. Die Weltbank erwarte zudem eine Inflationsrate bei 7,5 Prozent bis zum Ende des Jahres, das wäre ein leichter Anstieg gemessen an den 7 Prozent in der vorangegangenen Prognose. Dieser sei bedingt durch höhere Lebensmittelpreise und die Abwertung der türkischen Lira.Die Weltbank mahnte zudem, politische Stabilität und Strukturreformen sicherzustellen. „Das derzeitige Leistungsbilanzdefizit bleibt hoch und wird ohne signifikante Strukturreformen unter der Prämisse des derzeitigen externen Umfeldes wahrscheinlich nicht unter 5,5 Prozent fallen. Mittlerweile ist es seit Mai 2013 zu einem Sinken des Nettozuflusses an Finanzmitteln in die Türkei gekommen und die Normalisierung der globalen geldpolitischen Ausrichtungen wird den Wettbewerb um ausländische Mittel unter den Schwellenländern härter und teurer machen. Politische Stabilität und die Rückkehr zur Umsetzung der Agenda für Strukturreformen bleiben dringende Erfordernisse, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, Verwundbarkeiten zu beseitigen und das Wachstum zu steigern. Nachdem Koalitionsverhandlungen gescheitert waren, wird es in der Türkei am 1. November Neuwahlen geben.

 

Zuerst erschienen auf eurasianews.de

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