Palermo (nex) – Ein palästinensisches Olivenölunternehmen hat bei dem international bekannten Wettbewerb Domina International Olive Oil Contest eine Silbermedaille gewonnen. Dies meldet die Nachrichtenagentur Safa gemeldet.
Bei dem Wettbewerb wurde Palästina von Mount of Green O’live vertreten. Italien belegte in der Kategorie Green O’Live Premium Extra Virgin den ersten Platz, während Palästina auf Platz zwei kam und Spanien die Bronzemedaille erhielt.
Das palästinensische Unternehmen hatte sich für die Teilnahme an dem internationalen Contest mit mehreren Siegen in lokalen Wettbewerben qualifiziert.
Die Silbermedaille bedeute „Stolz und Ehre für die Palästinenser und das unverwechselbare palästinensische Öl“, freute sich der Sprecher von Mount of Green Olive.
Cannes (nex) – Der nordkaukasische Autorenfilm „Tesnota“ (engl. Titel: Closeness) ist auf dem 70. Filmfestival von Cannes in der Kategorie „Un certain regard“ ausgezeichnet worden: Wie am Samstag bekanntgegeben wurde, erhielt der Film den Fipresci-Preis der Internationalen Filmkritiker. Der Regisseur ist ein junger Tscherkesse aus der Republik Kabardino-Balkarien, die einen Teil der Rußländischen Föderation bildet.
Die Jury lobte den Film für seine „frappante neue Stimme, die ein intimes Porträt einer geschlossenen Gemeinschaft bietet. Das Filmmagazin ScreenDaily nennt „Tesnota“ ein „intensives Debut“ und will auch deutliche Einflüsse der Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne – beide preisgekrönte Regisseure und Drehbuchautoren – auf den Film festgestellt haben. Selbst sagt der Regisseur, daß er neben Sokurov u.a. von der französischer Neuen Welle sowie dem sowjetischen Autorenkino eines Michail Kalatosow beeinflußt worden sei.
Kantemir Balagov wurde 1991 in Nalchik, der Hauptstadt Kabardino-Balkariens geboren. Laut eigener Schilderung dachte er zunächst an eine Ausbildung als Wirtschaftswissenschaftler an der Universität von Stavropol. Bald schon jedoch entdeckte er sein Interesse an Photographie und Film und stieß im Jahr 2011 auf einen Kurs des russischen Meisterregisseurs Alexander Sokurow. Dieser hatte eine Filmakademie an der Universität Nalchik eingerichtet. Sokurow ist international berühmt für seine ungewöhnlichen Perspektiven und Filmtechniken sowie seine düsteren, symbolreichen Sujets.
„Tesnota“ stellt den ersten Langfilm Balagovs dar und konnte vor allem dank rückhaltloser Unterstützung durch Alexander Sokurow realisiert werden. Der Film spielt in den 1990er Jahren in Nalchik: Er erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie, die am Abend der Verlobung mit der Entführung ihres Sohnes David und dessen Braut konfrontiert wird. Die Entführer fordern ein hohes Lösegeld, die Familie sieht sich gezwungen, ihre Autowerkstatt zu verkaufen sowie bei der jüdischen Disapora um Hilfe anzufragen. Der Film beruhe auf einer wahren Begebenheit, die der Regisseur zunächst von seinem Vater, dann auch von anderen Augenzeugen gehört habe, so Balagov (weitere Informationen auch in der Pressemappe).
Ihn habe interessiert, wie weit eine Familie bereit sei zu gehen, um ihre Kinder zu retten, erklärt der junge Regisseur. Er beobachte in seinem Film, wie unterschiedliche Personen auf dramatische Ereignisse reagieren, wie manche Menschen hierbei ihre dunklen Seiten hervorkehrten,während andere sich alturistisch zeigten und wieder andere eher gleichgültig verblieben. „Tesnota“ erzählt die Geschichte aus der Sicht von Davids 24-jähriger, rebellischer Schwester Ilana und erkundet das Problem, ob ein Mensch sich auch selbst aufopfern müsse, um diejenigen, die ihm nahestehen, zu retten.
„Tesnota“ wurde, mit einer Drehdauer von 23 Tagen, mit einem schmalen Budget realisiert. Die Innenaufnahmen fanden aus Kostengründen in Sankt Petersburg statt, die Außenaufnahmen in Nalchik. Hilfe erfahren habe er nicht nur von seinem Lehrer Alexander Sokurov, sondern u.a. auch durch den Produzenten Nikolaj Yankin und dessen Filmfond „Example of Intonation“, so Balagov. Sein Vorhaben sei von anderen russischen Produzenten zunächst als „zu wenig kommerziell“ wahrgenommen worden. Er selbst glaube auch, daß in der Rußländischen Föderation niemand „eine Geschichte über Kabardiner und Juden“ sehen wolle.
Das Werk beschäftigt sich nicht nur mit der Entwicklung der innerfamiliären Beziehungen, sondern auch mit dem multikulturellen nordkaukasischen Kontext, vor dessen Hintergrund sich die Geschichte entfaltet. Ihn hätten gerade die interethnischen Beziehungen und die Unterschiedlichkeit russischer, kaukasischer und jüdischer Mentalitäten interessiert, erklärt Balagov. Diese seien für den Nordkaukasus von großer Bedeutung, hätten sich bisher aber zu wenig im Kino niedergeschlagen.
Im Nordkaukasus leben seit Jahrhunderten auch jüdisch geprägte Bevölkerungsgruppen, oft „Bergjuden“ oder auch „Nordkaukasische Juden“ genannt. Im Laufe der Zeit hat vielfach eine gegenseitige kulturelle Annäherung und Beeinflussung, etwa zwischen Tscherkessen und Juden, stattgefunden- Allerdings haben die Umbrüche in den 1990ern auch zu größeren Auswanderungswellen der jüdischen Diaspora geführt.Während des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Invasion hatten die muslimisch geprägten Kabardiner jüdische Familien und Individuen versteckt und beschützt. Jüdischstämmige bzw. israelische Autoren und Intellektuelle haben ihrerseits auch die russische Unterwerfung des Nordkaukasus und den Völkermord an den Tscherkessen thematisiert. Eine jüdische Gemeinde und eine Synagoge gebe es auch heute noch in Nalchik, so der Regisseur selbst.
Den Filmtitel, der von Anfang an festgestanden habe, erklärt Balagov folgendermaßen: „Tesnota [der russische Begriff kann sowohl mit „Nähe“ wie auch mit„Enge“ übersetzt werden] besteht dann, wenn Du von Dir selbst ausgefüllt bist, wenn in Deinem Geiste kein Platz für einen weiteren Menschen ist. Andererseits bedeutet Tesnota auch außergewöhnliche Nähe: in der Familie, auf dem gleichen Fleckchen Erde. Du stößt überall auf andere Menschen und ihre Meinungen, Regeln, Gesetze, Dir reicht die Luft zum Atmen, die Freiheit nicht.“. Das Licht, der Ton, die Montage – alle Mittel des Kinos sollen diese Enge vermitteln.Zur Teilnahme von „Tesnota“ am Wettbewerb in Cannes erklärte Balagov gegenüber „Eto Kavkaz“ das zur russischen Nachrichtenagentur TASS gehört, daß es schwierig sei, als junger Regisseur von einem so großen und bedeutenden Festival wahrgenommen zu werden – das Auswahlkommitte für die Nominierungen habe unter einer Vielzahl an Einsendungen zu entscheiden. Als er erfahren habe, daß der Film für die Wettbewerbskategorie „Un certain regard“ nominiert worden war, sei sein Gefühl unbeschreiblich gewesen. Er danke besonders seinem Lehrer Sokurov für seine Unterstützung wie auch allen übrigen, die sich für ihn eingesetzt und an den Erfolg seines Films geglaubt hätten.
Ein neues Projekt hat Balagov auch schon: Er will in seinem nächsten Film auf der Grundlage von Swetlana Alexandrowna Alexijewitschs Werken die Geschichte einer jungen Frau erzählen, die aus dem Krieg heimkehrt und sich ihr Leben erneut aufbauen muß. Er lese zur Zeit die Tagebücher, Erinnerungen und Erzählungen von Alexijewitsch. Die weißrussische Autorin ist bekannt für ihre stalinismuskritische Literatur und hatte für ihr Buch „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“ (1983) im Jahr 2015 den Literaturnobelpreis erhalten. Man darf also gespannt auf die weitere Entwicklung des Regisseurs sein und seinen Filmen ein neugieriges, aufgeschlossenes internationales Publikum wünschen.
Menschlicher Brückenschlag – Zyprioten demonstrieren gegen Zweiteilung ihres Landes
Nikosia (nex) – Griechische und türkische Zyprioten haben am Samstag gemeinsam in Nikosia für die Wiedervereinigung des Landes demonstriert und sich über die Demarkationslinien hinweg die Hände gereicht.
Am Samstag haben dutzende griechische und türkische Zyprioten entlang der von der UN kontrollierten Pufferzone in der Haupstadt Nikosia gegen die Zweiteilung des Landes demonstriert. Demonstranten machten mit Trommeln, Pfeifen und dem Singen traditioneller zypriotischer Volkslieder auf sich aufmerksam.
Teilnehmer betonten, ein echter Frieden liege in den Händen von normalen Menschen auf beiden Seiten der Trennlinnie. Sie wollten mit ihrer Veranstaltung Politiker an ihre Pflichten erinnern und sie ermahnen, die einfachen Bürger in ihrem Friedenswunsch nicht zu enttäuschen.
An zwei Kontrollpunkten bildeten die Demonstrierenden Menschenketten über die Demarkationslinien hinweg. Die Protestveranstaltung erfolgte als Reaktion auf die Bekanntgabe eines UN-Repräsentanten vom 26. Mai 2017, der die Mediation zwischen dem griechischen Präsidenten Nicos Anastasiadis und dem Präsidenten Nordzyperns Mustafa Akıncı für beendet erklärte.
Die Begründung lautete, man habe nicht zu einer gemeinsamen Grundlage für einen Abschlußgipfel finden können. Die Verhandlugnen zwischen dem griechischen und türkischen Teil von Zypern hatten ein Wiedervereinigungs-Abkommen zum Ziel gehabt. Der Abbruch der aktuellen Gespräche mit der UN in einer Vermittlerrolle gilt als großer Rückschlag.
Allerdings wurde von offizieller Seite bekanntgegeben, die Gespräche an sich seien nicht beendet worden.
Palermo (nex) – US-Präsident Donald Trump sagte am heutigen Samstag, dass die Nato-Verbündeten ihre Beiträge an die Organisation bereits verstärkt hätten.
Zwei Tage zuvor hatte er sie gerügt, nicht genug Geld für die Verteidigung auszugeben.
„Viele Nato-Staaten haben zugestimmt, ihre Zahlungen beträchtlich zu erhöhen, wie sie es auch sollten. Geld fängt an zu fließen – Nato wird viel stärker werden“, twitterte Trump aus Sizilien, wo er an einem G7-Gipfel teilnimmt.
Many NATO countries have agreed to step up payments considerably, as they should. Money is beginning to pour in- NATO will be much stronger.
Moskau (nex) – Der russische Staatspräsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben in einem Telefongespräch ihren Wunsch für eine Vertiefung der strategischen Partnerschaft zwischen den beiden Ländern geäußert. Dies gab der Kreml am heutigen Samstag bekannt.
Demnach hätten die beiden Staatschefs zuvor getroffene Vereinbarungen über die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen zwischen Russland und der Türkei sowie Fragen zu den Projekten Turkish Stream und Akkuyu erörtert.
Ankara und Moskau arbeiten an der Normalisierung ihrer Beziehungen, die nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets vonseiten der Türkei im November 2015 auf Eis gelegen hatten. Dennoch bleiben einige Sanktionen wie die des Einfuhrverbots türkischer Tomaten nach Russland nach wie vor bestehen.
Ankara (nex) – Die Türkei ist in der Schwarzmeerregion ein Schlüsselpartner, erklärte am vergangenen Donnerstag der ukrainische Botschafter in Ankara, Andrii Sybiha.
„Heute ist die Türkei unser Schlüsselpartner in der Schwarzmeerregion und unterstützt die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine „, sagte Sybiha auf der internationalen Konferenz „25 Jahre Türkisch-Ukrainische Beziehungen“ in der türkischen Hauptstadt.
2017 sei ein Jahr mit hohem symbolischem Wert, da es die seit einem Vierteljahrhundert existierenden bilateralen diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern kennzeichne.
Der politische Dialog zwischen Kiew und Ankara habe eine noch nie dagewesene Ebene erreicht, so der Botschafter weiter.
Er wies in seiner Rede weiter darauf hin, dass die beiden Länder enge Beziehungen in verschiedenen Bereichen einschließlich Energie, Verteidigung und militärische Kooperation entwickelten.
Die Ukraine und die Türkei hätten sich gemeinsam für die Beendigung der Besatzung der Krim und den Schutz der Rechte der ukrainischen Statsangehörigen sowie der Krimtataren eingesetzt.
Der stellvertretende türkische Außenminister Ahmet Yildiz, der auf der Konferenz ebenfalls eine Rede hielt, sagte, dass die Ukraine immer ein wertvoller Partner für die Türkei gewesen sei.
„Die türkisch-ukrainischen Beziehungen sind nicht nur auf 25 Jahre beschränkt“, stellte Yildiz klar und betonte: „Die Türkei und die Ukraine teilen eine gemeinsame Geschichte, Geografie und Kultur.“
Die Türkei werde nach den Worten des Vizeaußenministers weiterhin helfen, eine Lösung der Situation der Ukraine auf der Basis ihrer Souveränität, territorialen Integrität und des internationalen Rechts zu finden, so Yildiz weiter.
Die Krim und die Krimtataren würden zentrale Themen für die Türkei bleiben, unterstrich er und fügte hinzu: „Wir haben die illegale Annexion der Krim nicht anerkannt und werden dies auch nicht tun.“
Osnabrück (ots) – Die Staatsanwaltschaften in Deutschland ermitteln immer häufiger wegen Umweltdelikten wie illegale Müllentsorgung oder Verschmutzung von Gewässern, Luft oder Boden. Im Jahr 2015 erledigten die Staatsanwaltschaften 17.349 Verfahren, das waren 4,5 Prozent mehr als 2014.
Diese Zahlen gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vorliegt. Seit einigen Jahren steigt die Zahl kontinuierlich, wobei es eine große Dunkelziffer gibt. Bei den meisten Umweltdelikten, die angezeigt werden, entsorgten die Täter illegal Abfall oder verunreinigten Gewässer.
Nach Angaben der Bundesregierung haben die Täter dabei hohe Gewinnmargen, wenn sie etwa Sondermüll in der Natur loswerden, anstatt ihn ordnungsgemäß zu entsorgen. Die Regierung geht davon aus, dass „Deutschland auch zukünftig ein Ziel organisierter krimineller Aktivitäten im Bereich Umweltkriminalität sein wird.“ Wie hoch der angerichtete Schaden ist, kann die Regierung allerdings nicht beziffern.
Bei den Urteilen wurden zumeist Geldstrafen verhängt. Laut Strafgesetzbuch drohen bei Umweltdelikten Geldstrafen sowie Haftstrafen bis zu fünf Jahren. Der umweltpolitische Sprecher der Grünen, Peter Meiwald, kritisierte, die Strafen schreckten Täter nicht ab:
„Angesichts des steigenden Trends im Bereich der Umweltkriminalität ist die abschreckende Wirkung des Strafgesetzbuches offensichtlich nur bedingt gegeben.“ Meiwald verwies auf einen Bericht der europäischen Polizeibehörde Europol, wonach die Bekämpfung von Umwelt- oder Abfall-Verbrechen in Deutschland keine Priorität habe. „Das muss sich ändern“, verlangte der Grünen-Politiker.
Die Bundesregierung sieht das ganz anders und hält die angedrohten Strafen für „wirksam, abschreckend und verhältnismäßig“. Die deutschen Gesetze seien grundsätzlich ausreichend.
Die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Steffi Lemke, sagte, Umweltkriminalität habe weltweit eine erschreckende Entwicklung genommen: „Die Zahlen machen deutlich, auch Deutschland ist Ziel des Ausverkaufs und der Zerstörung unserer Natur und Umwelt.“
Düsseldorf (nex) – Außenhandelspräsident Anton Börner hat die Kritik von US-Präsident Donald Trump an den deutschen Exportüberschüssen scharf zurückgewiesen.
„Trump wird mit dieser Anti-Handels-Linie gnadenlos scheitern“, sagte Börner der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Die USA schneiden sich damit nur ins eigene Fleisch“, sagte Börner
„Es ist nicht unser Problem, wenn unsere Produkte attraktiver sind als viele andere“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).
„Die anderen müssen halt ihre Hausaufgaben machen, dann werden sie auch konkurrenzfähiger und können ihre Produkte auf dem Weltmarkt besser verkaufen“, sagte der Außenhandelschef.
„Realistische Debatte über Verteidigungsanstrengungen notwendig“
Berlin (nex) – Auf dem Nato-Gipfel in Brüssel ist am Donnerstag auch über die Erhöhung der Verteidigungsausgaben der einzelnen Mitgliedsstaaten diskutiert worden. Dazu geben der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Henning Otte und der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jürgen Hardt folgende Erklärungen ab:
Henning Otte:
„Die NATO bleibt das Rückgrat unserer Sicherheit in Europa und wird auch zukünftig Ausdruck gleicher Überzeugungen und Werte bleiben. Die kritischen Worte von Präsident Trump an die versammelten Mitgliedstaaten im Hinblick auf die Finanzierung der NATO werden daran nichts ändern.
Deutschland hat sich wie alle andern 27 Partner verpflichtet, bis 2024 den Anteil der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzustreben. Mit den Erhöhungen des Verteidigungsetats in diesem und im nächsten Jahr hat Deutschland bereits die Trendwende vollzogen.
Allerdings darf man auch nicht nur auf die blanken Zahlen blicken. Deutschland bringt als starke Wirtschaftsnation bereits viel in die Verantwortungsgemeinschaft NATO und EU ein, wie zum Beispiel die Beteiligung an Auslandsmissionen. Wir stehen zu unserer Ankündigung, mehr Verantwortung für die Sicherheit in Europa und der Welt zu übernehmen. Deshalb muss und wird Deutschland langfristig mehr in die Verteidigung investieren.
Aber auch die USA müssen ihre Zusagen zur kollektiven Verteidigung in der NATO einhalten und zum Bündnis stehen, auch wenn sich abzeichnet, dass die USA ihre alte Rolle als Ordnungsmacht in vielen Teilen der Welt immer weniger wahrnehmen werden.“
Jürgen Hardt:
„Die Sicherheitslage in Europa und seiner Umgebung hat sich grundlegend verändert. Diese Erkenntnis stammt aus einer Zeit, die vor dem Wahlsieg Trumps liegt. Auch Deutschland muss in Zukunft mehr für seine Sicherheit und die Sicherheit Europas tun. Deswegen ist es wichtig, dass wir konsequent auf das Zwei-Prozent-Ziel der NATO hinarbeiten, auf das wir uns zuletzt 2014 in Wales verständigt haben, und eine realistische Zunahme der Verteidigungsausgaben in der kommenden Dekade gewährleisten. Deutschland übernimmt bereits heute mehr Verantwortung in Europa und als europäischer Pfeiler in der NATO. Diese Aufgaben wird uns künftig keiner mehr abnehmen.
Eine Verstärkung der Verteidigungsausgaben ist hierfür die Grundlage. Durch die anhaltende Relativierung des Zwei-Prozent-Ziels leistet die SPD der Sicherheit Deutschlands und der Solidarität gerade mit unseren osteuropäischen Bündnispartnern einen Bärendienst. Außerdem macht die SPD sich selbst unglaubwürdig. Die gesamte Bundesregierung einschließlich des damaligen Außenministers Steinmeier hat sich auf dem NATO-Gipfel von Wales 2014 zu dem Ziel bekannt. Anschließend haben diese Absicht auch SPD-geführte Ministerien im ressortübergreifenden Weißbuch zur Sicherheitspolitik bekräftigt.
Es bestehen trotz des unorthodoxen Auftritts von Präsident Trump gestern keine Zweifel an den Zusagen der USA zur kollektiven Verteidigung in der NATO. Diese haben mehrere Kabinettsmitglieder mit langjähriger NATO-Erfahrung unzweideutig unterstrichen. Eine Art „Schuldenkonto“ gibt es in der NATO allerdings nicht, auch wenn Präsident Trump erneut versucht hat, dieses als gegeben hinzustellen.“
Düsseldorf (ots) – Der bayerische Innenminister und CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann erwartet von Griechenland den Austritt aus dem Schengen-Vertrag, sollte das Land die Grenzkontrollen nicht garantieren können.
„Wenn Griechenland nicht in der Lage ist, seine Außengrenzen zu schützen, dann kann es nicht Teil des Schengen-Raumes bleiben“, sagte Herrmann der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.
Die Grundlage des Schengen-Abkommens laute, auf Binnen-Grenzen zu verzichten und dafür die EU-Außengrenzen umso besser zu schützen.
Wenn es in der EU den echten politischen Willen für einen effektiven Grenzschutz gebe, dann werde das auch gelingen, sagte der CSU-Politiker.