"Anbindung zur Türkei"
Türkei möchte Handelsvolumen mit Bosnien auf zwei Milliarden US-Dollar anheben

Sarajewo (nex) – Minister Fatih Metin, der am achten Sarajevo Wirtschaftsforum teilnahm, sagte vergangene Woche mit Blick auf Bosnien-Herzegowina, dass politische Stabilität eine solide wirtschaftliche Entwicklung bedingt.

„Bosnien-Herzegowina bildet das Herz der Balkan-Region. Stabilität im politisch fragilen Balkan-Land kann nur mit einer starken wirtschaftlichen Infrastruktur erreicht werden“, kommentierte Metin. „Solche Veranstaltungen spielen eine wichtige Rolle bei der Sicherung von politischer Stabilität. Ein gesund wachsendes Bosnien bedeutet ein gesund wachsender Balkan.“

Die Türkei und Bosnien planen eine Ausweitung des bestehenden Freihandelsabkommens. Die Erweiterung umfasst den Dienstleistungshandel und das öffentliche Auftragswesen. Auf diese Weise kann eine breitere Palette von Produkten importiert und exportiert werden zwischen beiden Staaten.

Minister Metin äußerte, dass der Außenhandel zwischen Bosnien und der Türkei vor zehn Jahren noch bei 160 Millionen US-Dollar kursierte. Inzwischen stieg der Wert auf 600 Millionen US-Dollar. Die Türkei möchte das bilaterale Handelsvolumen auf zwei Milliarden US-Dollar ansteigen sehen, fügte Metin hinzu.

„Zwei der zehn Top-Investorunternehmen in Bosnien-Herzegowina sind türkische Firmen. Wir müssen die Zahl unserer Beteiligung erhöhen“, so der stellvertretende Wirtschaftsminister aus der Türkei weiter.

Die Türkei signalisierte, dass sie den Bau einer Autobahn zwischen Sarajevo und der serbischen Hauptstadt Belgrad finanzieren möchte. Mit diesem Projekt könnte die Türkei nicht nur einen Beitrag zur Annäherung Bosniens und Serbiens leisten, sondern auch beide Wirtschaftsräume enger miteinander Verzahnen. Türkei investiert intensiv in die muslimische Provinz Serbiens Sandschak. Für die Realisierung der Finanzierung wartet die Türkei auf eine Antwort vonseiten Bosniens und Serbiens.

Zuletzt berichtete das türkische Staatsfernsehen TRT, dass die Türkei für den Bau der direkten Straßenverbindung  von Sarajevo nach Belgrad ein Kredit zur Verfügung stellen möchte. Über die Route der Straße sind sich Bosnien und Serbien uneins. Der türkische Botschafter zu Sarejevo Haldun Koc berichtete, dass die bosnisch-serbische Straße der Beginn einer Anbindung zur Türkei werden könnte.

 

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Terrorismus
CDU-Politiker Geerlings wird Chef des neuen Amri-Ausschusses

Bielefeld (nex) – Der Neusser CDU-Abgeordnete Jörg Geerlings (44) soll Vorsitzender des neuen Untersuchungsausschusses des NRW-Landtags im Fall des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri werden. Das erfuhr die in Bielefeld erscheinende Neue Westfälische aus CDU-Kreisen. Die künftigen Koalitionspartner CDU und FDP hatten vor der Landtagswahl in NRW versprochen, auch im neuen Landtag wieder einen Amri-Ausschuss einzurichten. Dies soll bereits in der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags am Donnerstag geschehen. Der im Februar noch vom alten Landtag unter Leitung des SPD-Politiker Sven Wolf einberufene Untersuchungsausschuss hatte wegen der Kürze der Zeit nicht alle Fragen zum Verhalten der NRW-Behörden im Fall Amri untersuchen können. Für den tunesischen Attentäter Amri, der als angeblicher Asylbewerber 2015 nach Deutschland eingereist war, waren NRW-Ausländerbehörden zuständig. Außerdem hatte das LKA NRW ihn über Monate als Gefährder überwacht.

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Flüchtlingspolitik
Bericht: Minderjährige Flüchtlinge sind besonderer Gewalt ausgesetzt

Dokumentation der Antirassistischen Initiative Berlin spricht von Verdoppelung der Delikte seit 2015 Berlin (ots) – Minderjährige Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr in Deutschland ungleich öfter Opfer gewalttätiger Übergriffe geworden als 2015. Mit 134 verletzten Minderjährigen registrierte die Antirassistische Initiative Berlin im Vergleich zum Vorjahr eine Versechsfachung (2015: 23 Körperverletzungen), wie die in Berlin erscheinende Tageszeitung „neues deutschland“ berichtet. Die Zahl der insgesamt auf den Straßen verletzten Flüchtlinge werde in der Dokumentation mit 505 angegeben, was einer Verdoppelung der erfassten Delikte gegenüber 2015 entspreche. In der nunmehr vorgelegten 24. aktualisierten Auflage der Dokumentation „Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen“ sind demzufolge 217 Menschen registriert, die sich seit Beginn der Untersuchung im Jahr 1993 angesichts ihrer drohenden Abschiebung selbst töteten oder bei dem Versuch starben, vor der Abschiebung zu fliehen. 73 davon starben in Abschiebehaft, fünf während der Abschiebung. 1875 Flüchtlinge verletzten sich demnach in diesem Zeitraum aus Angst oder Protest gegen drohende Abschiebung. Die Dokumentation erfasst rund 9000 Geschehnisse, bei denen Flüchtlinge körperlich zu Schaden kamen. Schutzsuchende seien sowohl in den Flüchtlingslagern und Massenunterkünften als auch auf der Straße besonderen Gewaltverhältnissen ausgesetzt, konstatiert die Initiative in einer Erklärung. Die Anzahl der Suizidversuche bzw. Selbstverletzungen von Flüchtlingen sei mit 239 Geschehnissen im Jahre 2016 die höchste, die seit Beginn der Dokumentation erfasst wurde. Sie liege um 70 Prozent höher als im Vorjahr mit 152 Selbstverletzungen.

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Nationalregierung von Südwestkaukasus:
„Der kaukasische Türken-Staat“: Die kurzlebigste Republik Anatoliens

Istanbul (nex/eurasia) – Die provisorische Nationalregierung des Südwest-Kaukasus, auch als Islamischer Rat Kars bekannt, war nicht nur die erste Republik in Anatolien, sondern auch einer der kurzweiligsten Staaten in der Weltgeschichte. Der Staat wurde 1918 in der ostanatolischen Stadt Kars ausgerufen. Die Republik umfasste die Provinz von Kars, die Provinzen Ardahan, Nachitschewan, das heute in Aserbaidschan liegt, und Batum, das heute in Georgien liegt. Der kaukasische Türken-Staat nannte sich „Elviye-i Selase“, was als „die drei Städte“ übersetzt wird. Nach dem russisch-türkischen Krieg von 1877 bis 1878, den das Osmanische Reich verlor, musste Istanbul „Elviye-i Selase“ an Russland als Reparation abtreten. Nach mehr als 40 Jahren, als der erste Weltkrieg ausbrach, marschierte Russland in große Teile Ostanatoliens ein. Unter dem Eindruck der Oktober-Revolution 1917 war Moskau gezwungen, seine Truppen ins Kernland zurückziehen. Der Vertrag von Brest-Litowsk von 1918, der den Krieg zwischen der bolschewistischen Regierung in Russland und den Mittelmächten Deutschland, Österreich-Ungarn, dem Osmanischen Reich und Bulgarien beendete, wurde aufgehoben, als das Deutsche Reich schließlich selbst kapitulierte. Das entstandene Vakuum in Ostanatolien wurde mit einer Volksabstimmung gefüllt. Es ging darum zu entscheiden, ob die Region der Provinz Kars bei Sowjetrussland bleibt oder an das Osmanische Reich abgetreten werden sollte. Die in der Region wohnende Bevölkerung bevorzugte das Osmanische Reich. Die Regierung in Istanbul entschied daraufhin, eine neue zivile und militärische Verwaltung in der Region aufzusetzen. Der alliierte Sieg im Weltkrieg zwang das Osmanische Reich an den Waffenstillstandstisch von Moudros der Entente. Der Vertrag verpflichtete das Reich, seine Truppen aus dem Gebiet der „Eviye-i Selase“ abzuziehen, obwohl sie mehrheitlich von muslimischen Türken besiedelt wurde. Die Entente, insbesondere Großbritannien, zwang die Osmanen, sich hinter die Grenzen in Ost-Anatolien zurückzuziehen, die vor dem Ausbruch des Weltkriegs bestanden. Nachrichten über den Abzug der Osmanen und einen Waffenstillstand verbreiteten sich wie ein Lauffeuer in Anatolien. Sie lösten Chaos in „Elviye-i Selase“ aus. Die Furcht vor einer Rückkehr russischer Streitkräfte war unter der Zivilbevölkerung erheblich. Hinzu kam, dass der Abzug osmanischer Truppen die Region georgischen und armenischen Angriffen aussetzte. Um ein Autoritätsvakuum zu verhindern schlug der osmanische General Yakup Sevki Pascha die Gründung einer unabhängigen Regierung vor. Daraufhin begann die Bevölkerung, eine lokale Regierung auf Basis von „Räten“ in kleinen Distrikten aufzubauen. Am 3. November 1918 wurde die Achalziche Regierung und am 5. November der Islamische Rat von Kars gegründet. Am 15. November wurde der erste Kongress von Kars organisiert und ein vorübergehendes Kabinett eingerichtet, bestehend aus acht Personen. Im Anschluss an den Kongress schlossen sich die anderen kleinen Räte der Region der Schura (Rat) von Kars an. Der zweite Kongress von Kars wurde am 30. November abgehalten. Am Kongress nahmen über 60 lokale Gesandte Teil. Ibrahim Aydin, auch als Cihangirzade Ibrahim Bey bekannt, wurde zum ersten und einzigen Präsidenten des kurzlebigen demokratischen Staates ernannt. Um die Gründung der Republik international bekanntzumachen, entsandte die Schura von Kars unter anderem Telegramm-Nachrichten nach Japan. Am 17. Januar 1919 kam ein neuer Kongress mit 131 lokalen Vertretern zusammen. Der Name der „Schura“ wurde in „Nationalregierung von Südwest-Kaukasus“ umbenannt. Beim historischen Treffen beschloss die junge Regierung eine Verfassung. Der neue Staat organisierte die Bevölkerung in politischen Fragen, vereinigte die lokalen Räte und baute Sicherheitskräfte gegen Angriffe von nationalistischen Georgiern und Armeniern auf. Die Kaukasus-Republik am Rande Anatoliens schickte Dokumente über die Grenzen und Bevölkerungsstatistik der Region nach Istanbul. Demnach umfasste die Bevölkerung 1,7 Millionen Bürger. Davon lebten in „Elviye-i Selase“ 1,534,824 Muslime und 227,324 Christen. Der Staat umfasste auch eine kleine Armee von rund 8,000 Soldaten. Nach der Volksvertreterwahl nahm die Versammlung ihre Arbeit am 1. März auf. Am 25. März erklärte „Elviye-i Selase“ seine Unabhängigkeit. Wenngleich die Regierung in Kars ihre Unabhängigkeit verkündete, war ihr primäres Ziel die Vereinigung mit Anatolien. Die Mehrheit der Bevölkerung des Kaukasus-Staates war türkisch geprägt und fühlte sich mit Anatolien eng verbunden. Die Entente wollte die Region selbst kontrollieren und sie einem armenischen Staat übergeben, der auch die Kars-Region kontrollieren sollte. Im April 1919 besetzte Großbritannien Kars, die Hauptstadt der Kaukasus-Republik, und löste das Kabinett auf. Die Regierung wurde ins Exil nach Malta geschickt. Mit der Okkupation 1919 kam die erste ostanatolische Republik zu einem unverhofften Ende. Armenien besetzte die Region daraufhin, bis der türkische General Kazım Karabekir als Kommandeur der Ostfront der neuen Ankara-Regierung Kars zurückeroberte. Die Nationalregierung des Südwest-Kaukasus war die erste Republik, die auf anatolischem Boden gegründet wurde. Sie war auch einer der kurzweiligsten Staaten in der Weltgeschichte. Der türkische Staat spielte eine wichtige Rolle bei der Eingliederung der gesamten Kars-Region in die Türkei, während die Entente den gesamten Staat Armenien und Georgien zuschlagen wollte. Die Aktivitäten der Schuras mobilisierten die Bevölkerung von „Elviye-i Selase“. Ein weiter wichtiger Beitrag war die Ausformulierung der Forderungen der Lokalbevölkerung, Teil Anatoliens zu bleiben. Mit der Deklaration der ersten Republik Anatoliens wurde ein neues Bewusstsein geschaffen, der den türkischen Unabhängigkeitskrieg tiefgreifend beeinflusste.

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Terrorismus
Anschlag in Kabul: CDU-Politiker verteidigt Sammelabschiebungen nach Afghanistan

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Heilbronn (nex) – „Wir haben auch in europäischen Großstädten Anschläge“, verteidigte CDU-Politiker Armin Schuster die deutschen Sammelabschiebungen nach Afghanistan in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Solange man Bundeswehrsoldaten nicht abziehe, müsse man nicht über einen Abschiebestopp diskutieren. Es handele sich um eine Form des Terrorismus, den man auch in Europa erlebe. Angesichts des schweren Anschlags in der Nähe der deutschen Botschaft in Kabul hat unterdessen Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt umgehend eine Neubewertung der Sicherheitslage von Sigmar Gabriel gefordert. „Der Außenminister muss jetzt dringend Rückgrat beweisen und eine neue Lagebewertung vornehmen“, forderte Burkart gegenüber der „Heilbronner Stimme“. Dass für diesen Mittwoch überhaupt Abschiebungen geplant waren, sei ein Skandal. Sämtliche Bundesländer müssten Abschiebungen nach Afghanistan nun generell stoppen. Auch das Bundesinnenministerium müsse jetzt handeln. Über Monate hinweg seien für die Asylverfahren Fakten ignoriert worden, die eine weitere Verschlechterung der Sicherheitslage belegten. „Statt die Berichte des UN-Flüchtlingshilfswerks zur Kenntnis zu nehmen, wurden Satzbausteine verwendet, die schon Jahre alt sind“, klagte Burkhardt. „Der Rechtsstaat hat versagt.“ Burkhardt forderte eine zusätzliche Überprüfung von abgelehnten Asylbescheiden von Afghanen. „Der Verdacht liegt nahe, dass es Tausende Fehlentscheidungen gab, weil die Fluchtgründe nicht richtig berücksichtigt wurden“, sagte Burkhardt. Das betreffe alleine 32.000 Bescheide in diesem Jahr und viele Tausend Altfälle. Bei einem der schwersten Anschläge in der afghanischen Hauptstadt Kabul seit Jahren sind am Mittwoch mindestens 80 Menschen getötet worden. Afghanischen Behörden zufolge gab es mehr als 350 Verletzte. Unter den Toten befindet sich auch ein afghanischer Wachmann der deutschen Botschaft. Meldungen zufolge sei zudem eine deutsche Diplomatin leicht sowie eine afghanische Botschaftsmitarbeiterin schwer verletzt worden.

„Es ist eine niederträchtige Tat, die zahlreichen Menschen das Leben genommen hat“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin.

Türkei
Kommentar: „Taxifahren in Istanbul ist stets ein Abenteuer“

Von Ruşen Timur Aksak
Ich steige gestern in Üsküdar ins Taxi. Der Fahrer, ein schlacksiger Hühne mit blauen Augen und zurückgeschleckten, ergrauten Haaren. Nennen wir ihn Temel. Temel will losfahren, als er einen Bekannten vorbeigehen sieht und ihn freundlichst grüßt. Kaum losgefahren, sagt der gute Temel: „Hurensohn, dreckiger!“ Ich zu Temel: „Warum hast du ihn dann so überschwänglich gegrüßt?“ Er: „Er ist mein Nachbar, ich will kein Kopfweh haben.“
Außerdem sei sein Nachbar ja ein echter „Bastard“. Er habe früher den Sohn des Erdogan Sohnes Burak gefahren und ansonsten die Leibwächter Erdogans in den schwarzen Mercedes Vitos. Ich: „Bist du gegen die AKP?“ Er: „Ja, aber darum gehts nicht.“ Temels Nachbar habe in den Teehäusern stets geprahlt, wen er alles gefahren habe, wohin er sie gebracht habe. Nach Temels Auffassung war das ein Sicherheitsrisiko und verstößt auch gegen die Fahrer-Ehre. Also habe er dafür gesorgt, dass er abserviert wurde. „Ich bin aus Rize (Schwarzmeerküste, Erdogans Eltern stammen von dort), mein Nachbar auch, Erdogan ja auch. Politik ist Politik, aber nach außen müssen wir geschlossen auftreten. Außerdem könnten ja ausländische Geheimdienste mit am Tisch sitzen. Deswegen darf mein Nachbar jetzt wieder Taxi fahren.“ Ich: „Gehört dein Herz der MHP?“ Er: „Ja, aber ich bin ein echter Nationalist, nicht diese weichgespülte Scheiße von Bahceli (MHP-Chef).“ Temel setzt nochmal an: „Ich habe auch bei der Abstimmung mit Nein gestimmt, nur einmal AKP gewählt, das war ganz am Anfang. Aber wie gesagt, es gibt Grenzen und wir müssen nach außen als Nation Geschlosseneit zeigen.“ Ich: „Magst du den AKP-Bezirksbürgermeister?“ Er: „Redet viel, plakatiert sich gern selbst, aber wenig erfolgreich. Typisch AKPler halt.“ Wir kommen an. Er hat viel geredet, ich habe ihn reden lassen und nur einzelne Fragen gestellt. Er blickt mich etwas verwirrt an: „Kein normaler Istanbuler hört so aufmerksam zu, spricht so wenig und fragt so gezielt. Bist du ein Ermittler, oder vom Geheimdienst? Bin ich jetzt in Schwierigkeiten?“ Ich bin zwar etwas überrascht, aber eher amüsiert: „Nein, ich bin etwas Schlimmeres als Agent. Ich bin Journalist. Aber keine Sorge. Ich bin im Urlaub, aber es war aufschlussreich. Danke dafür.“ Temel überlegt kurz. „Darf ich dir meine Karte geben? Wenn du irgendwas brauchst, dann kannst du mich jederzeit anrufen. Du weißt, wir Leute aus Rize geben hier den Ton an.“ Ich nehme seine Visitenkarte, bedanke mich und steig aus. Und die Moral der Geschichte: Taxifahren in Istanbul ist stets ein Abenteuer.

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Kommentar: „Lasst uns den Hetzern das Fundament entziehen“

Luftwaffenstützpunkt Incirlik
Cavusoglu: „Die Zeiten des ‚Ich kann in der Türkei tun und lassen, was ich will‘ sind vorbei“

 

Ankara (nex) – Die Türkei wird deutschen Abgeordneten keinen Zutritt zum Luftwaffenstützpunkt Incirlik gewähren, solange Deutschland keine „positiven Schritte“ unternimmt. Dies hat der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu klargestellt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am vergangenen Donnerstag mit dem Abzug der Bundeswehrsoldaten von der Airbase gedroht, sollte das Besuchsverbot für die deutschen Parlamentarier nicht aufgehoben werden.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem gabunischen Amtskollegen Pacome Moubelet Boubeya am gestrigen Dienstag erklärte Cavusoglu, dass der Besuch auf der Militärbasis nicht in Frage komme.

„Es ist nicht möglich die Incirlik Airbase für Besucher zu öffnen, aber wir könnten diese Entscheidung in der Zukunft noch einmal überdenken, wenn wir von deutscher Seite ‚positive Schritte‘ wahrnehmen“, betonte er und merkte zur Erlaubnis für den Abgeordnetenbesuch in Konya an:

„Der Stützpunkt in Konya ist ein Nato-Stützpunkt. Aber Incirlik ist ausschließlich ein türkischer Stützpunkt. Die Entscheidungsgewalt dort liegt bei uns. Sie sollen nicht bluffen, sie sollen nicht damit drohen, dass sie ‚woanders hingehen‘. Wenn sie wirklich woanders hingehen wollen, werden wir sie nicht aufhalten.“

Zu Merkels Äußerungen meinte Cavusoglu: „Deutschland muss eins verstehen: Die Zeiten des ‚Ich kann in der Türkei tun und lassen, was ich will, und ich bekomme von der Türkei, was auch immer ich will‘ sind vorbei.“

Putin: „Türkei ist ein wichtiger und vertrauenswürdiger Partner Russlands“

Umfrage
Studie: Deutsche wollen lieber gesund als erfolgreich sein

Düsseldorf (ots) – Die Deutschen schätzen die Gesundheit als höchstes Gut ein. 87 Prozent gaben in einer repräsentativen Umfrage der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) an, die Gesundheit sei ihnen sehr wichtig. Jedoch seien nur 29 Prozent mit ihrer Gesundheit sehr zufrieden. Die Ergebnisse der Studie liegen der „Rheinischen Post“ vor. Wichtige Themenbereiche für die Deutschen sind auch das Familienleben (für 75 Prozent sehr wichtig), Partnerschaft (66 Prozent), Bildung (65 Prozent) und Freunde (58 Prozent). Erst auf Platz acht steht das Thema Arbeit (52 Prozent), während das Einkommen (39 Prozent) sogar auf Platz zehn landet. Eine große Mehrheit der 2122 repräsentativ Befragten sieht sich im Vergleich zu den Eltern auch als Aufsteiger (43 Prozent) oder auf der gleichen Stufe der Eltern (45 Prozent). Nur fünf Prozent bezeichnen sich selbst als Absteiger. Dabei fühlen sich Menschen mit einem höheren formalen Bildungsabschluss eher als Aufsteiger (51 Prozent) als diejenigen mit einem niedrigeren Abschluss (37 Prozent). Rund die Hälfte der Aufsteiger sind Kinder von Vätern mit Hauptschulabschluss, während nur jeder zehnte Aufsteiger einen Vater mit Hochschulabschluss hat. Bei den Absteigern haben 31 Prozent einen Vater mit Hauptschulabschluss, und jeder fünfte Absteiger kommt aus einem Akademikerhaushalt. Anders als die bisherigen Aufstiegsstudien befassten sich die Forscher der KAS-Studie mit den Einstellungen der Menschen zu ihrer Lage und ihren Aufstiegsmöglichkeiten. Andere Studien haben die deutsche Gesellschaft als sozial verfestigt beschrieben, in der kaum Aufstieg möglich sei. Die KAS-Studie hat festgestellt, dass den Menschen Aufstieg zwar wichtig ist (zwei Drittel der Befragten), aber in der Hierarchie der Werte nicht ganz oben steht.

Türkei
Istanbul-Flughafen: Parade mit 1453 Lkw bricht Weltrekord

Istanbul (nex) – Eine Parade mit 1453 Lkw fand am gestrigen Montag auf dem Baugelände des dritten Istanbuler Flughafens statt. Die Teilnehmenden werden wahrscheinlich mit dem längsten Lkw-Konvoi der Welt in das Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen werden.

Nach Angaben der IGA Havalimani Isletmesi A.S. (IGA), des nach dem BOT-Modell (Build-Operate-Transfer) funktionierenden Konsortiums aus fünf türkischen Unternehmen, legten die Lkw bei konstanter Geschwindigkeit ohne anzuhalten eine Strecke von 3,2 Kilometer zurück.

Fast 3000 Menschen hätten der Erklärung zufolge an der eine Stunde 47 Minuten dauernden Riesenparade teilgenommen. Die Vorbereitungen hätten sieben Stunden in Anspruch genommen, so IGA weiter.

Auch Guinness-Vertreter verfolgten das Event. Den bisherigen Rekord hält ein aus 416 Lkw bestehender Konvoi in den Niederlanden, der 2004 eine Parade abgehalten hatte.

In seiner Rede wies IGA-Chef Yusuf Akcayoglu darauf hin, dass Mitglieder des Betreiber-Konsortiums sich anlässlich des 564. Jahrestags der Eroberung von Konstantinopel der Herausforderung gestellt hätten.

Akcayoglu betonte, dass der neue Flughafen – ähnlich der Eroberung der Stadt – bei Fertigstellung ebenfalls ein neues Zeitalter, nämlich in der Luftfahrt, einläuten werde.

Am 29. Mai 1453 eroberte der osmanische Sultan Mehmed II. Istanbul – damals noch Konstantinopel genannt -, von wo aus die Byzantiner über 1000 Jahre über das Oströmische Kaiserreich geherrscht hatten. Mit der Eroberung wurde die Stadt, die einst das Herz des Byzanz war, zur Hauptstadt des neuen Osmanischen Reiches.

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"Härtester Marathon der Welt"
Erste Türkin beim Everest-Marathon: Ece Vahapoglu dankt Präsident Erdogan

Kathmandu (nex) – Eine türkische Amateursportlerin hat als erste türkische Person überhaupt am gestrigen Montag am Tenzing-Hillary Everest Marathon im nepalesischen Himalaya teilgenommen.

Die Autorin und Journalistin Ece Vahapoglu teilte heute via Twitter mit, dass sie beim Frauen-Halbmarathon (21 km) „des höchsten und härtesten Marathons der Welt“ den vierten Platz belegt habe.

Mit dem Wettkampf wird laut der offiziellen Webseite des Events der ersten erfolgreichen Besteigung des Mount Everest durch Tenzing Norgay Sherpa und Sir Edmund Hillary am 29. Mai 1953 gedacht.

(Foto: AA)

Vahapoglu, die gegen 24 weitere Teilnehmerinnen antrat, brauchte für die Halbmarathon-Strecke drei Stunden und 48 Minuten.

„Ich konzentrierte mich nur darauf, die Sache ohne Verletzungen zu beenden“, erklärte Vahapoglu gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu und ergänzte: „Ich weiß, dass Ausdauer genauso wichtig ist wie Geschwindigkeit. Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis.“

Die 39-Jährige wies darauf hin, dass die ersten drei Plätze von Profi-Sportlerinnen belegt worden seien.

Es sei das härteste Abenteuer ihres Lebens gewesen, sagte sie. „Sieben Teilnehmerinnen mussten mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden“, erzählte sie weiter und fügte hinzu, dass sie stolz und aufgeregt sei, die Türkei vertreten zu haben: „Ich habe meinen größten Traum und größtes Ziel erreicht.“

Es soll ein Dokumentarfilm über ihre Erfahrungen beim Wettkampf zur Förderung des Bewusstseins über die Bedeutung des Sports entstehen, so Vahapoglu.

„Ich möchte dem türkischen Präsidenten und seiner Frau Emine Erdogan, dem Ministerium für Sport und Jugend sowie dem Verband ‚Sport für alle‘ für ihre Unterstützung und Beiträge danken“, sagte sie.

Etwa 200 Menschen aus 34 Ländern haben an der diesjährigen Veranstaltung teilgenommen, die als der höchste Marathon der Welt im Guinness Buch der Rekorde eingetragen ist.

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