Justiz
Hamburg: Prozessbeginn gegen mutmaßlichen PKK-Chef

Hamburg (nex) – Vor dem Hamburger Oberlandesgericht muss sich seit Dienstag  ein früherer mutmaßlicher Gebietsfunktionär der in Deutschland verbotenen Terrororganisation PKK verantworten. Wie Medien unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AFP berichten, soll der 33-Jährige zwischen 2013 und 2014 den Hamburger PKK-Bezirk geleitet haben. Laut Anklageschrift koordinierte er dabei organisatorische, finanzielle und propagandistische Vorgänge. Erst im Juli hatten deutsche Gerichte Haftstrafen gegen zwei hochrangige PKK-Funktionäre ausgesprochen. Nach der Verurteilung des 47-jährigen Mushin K. (Deckname “Delil”) in Stuttgart hatte das Hamburger Oberlandesgericht einen weiteren PKK-Funktionär für schuldig erklärt. Das Hamburger Oberlandesgericht hatte einen Mann aufgrund seiner führenden Rolle bei Aktivitäten der Terrororganisation PKK zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Der ehemalige PKK-Funktionär Zeki E. soll für die PKK Spenden gesammelt und Propagandaveranstaltungen organisiert haben. Die PKK wird seit 1993 in Deutschland als Terrororganisation eingestuft. Das Gericht in Hamburg gab in einer Erklärung bekannt, dass der unter dem Decknamen Siyar agierende Angeklagte in den Jahren 2013-2014 der Anführer bei PKK-Aktionen in Darmstadt, München und Berlin gewesen sei. Das Gericht wies darauf hin, dass die PKK eine besonders gefährliche Terrororganisation sei, sprach jedoch ein milderes Urteil,  da der Mann noch nie zuvor straffällig geworden sei und bereits mehrere Jahre in einem türkischen Gefängnis verbracht habe. Die türkische Regierung hat bereits mehrfach Deutschland dazu aufgerufen, eine entschiedenere Haltung gegenüber den Aktivitäten der PKK einzunehmen, die auch in der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wjrd. Die PKK hat unter den kurdischen Einwanderern mehr als 14.000 Anhänger und hat laut dem Verfassungsschutz 2015 mehr als 13 Millionen Euro gesammelt.

Zum Thema

– Düsseldorf – Verletzte Polizisten: Deutsche verurteilen PKK-Demos

Die hohe Gewaltbereitschaft der Teilnehmer bei PKK-Demos lässt die anfänglichen Sympathien für die in Deutschland seit 1994 verbotenen Terrororganisation in der Bevölkerung stark sinken. In den sozialen Netzwerken verurteilen immer mehr Menschen die Aktionen, und in den Kommentaren machen sich Zorn und Unmut bemerkbar.

Verletzte Polizisten: Deutsche verurteilen PKK-Demos

Bundesverfassungsgericht
Keine volle Übernahme von Wohnkosten für Hartz-IV-Empfänger

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Karlsruhe (ots) – Hartz-IV-Empfänger haben keinen Anspruch auf eine volle Übernahme ihrer Wohn- und Heizkosten. Vor den Sozialgerichten wird immer wieder darum gestritten, ob im Rahmen des Bezugs von Arbeitslosengeld II die Kosten für die Wohnung nicht nur in „angemessener“, sondern in tatsächlicher Höhe übernommen werden. Das Sozialgesetzbuch beschränkt die Erstattung auf „angemessene“ Aufwendungen. Die 2. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts hat in einem heute veröffentlichten Beschluss entschieden, dass diese Begrenzung mit dem Grundgesetz zu vereinbaren ist. Der Gesetzgeber muss keinen Anspruch auf unbegrenzte Übernahme der Wohnungskosten vorsehen.
Es sei „verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass der Gesetzgeber keinen Anspruch auf unbegrenzte Übernahme der Kosten für Unterkunft und Heizung normiert hat. Zwar betrifft diese Bedarfsposition die grundlegende Lebenssituation eines Menschen. Doch ergibt sich daraus nicht, dass auch jedwede Unterkunft im Falle einer Bedürftigkeit staatlich zu finanzieren und Mietkosten unbegrenzt zu erstatten wären“, so das Bundesverfassungsgericht in der heutigen Mitteilung. Der Gesetzgeber dürfte „den unbestimmten Rechtsbegriff der Angemessenheit verwenden“, um die Kostenübernahme für Unterkunft und Heizung auf einen Betrag zu begrenzen, der für vergleichbare Wohnungen im „unteren Preissegment“ üblich sei. Sachverhalt: Die Beschwerdeführerin bezieht Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts. Sie bewohnt alleine eine 77 qm große Wohnung, für die das Jobcenter die Miet- und Heizkosten zunächst vollständig und seit 2008 nur teilweise übernahm. Ihre Klage auf vollständige Kostenübernahme wies das Sozialgericht ab; Berufung und Revision blieben erfolglos. Mit ihrer Verfassungsbeschwerde trägt sie vor, in ihrem Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum verletzt zu sein. Daneben hat das Sozialgericht Mainz dem Bundesverfassungsgericht zwei Verfahren vorgelegt, weil es die Regelung in § 22 Abs. 1 Satz 1 Sozialgesetzbuch (SGB) II zu den Kosten der Unterkunft und Heizung für verfassungswidrig hält.      
     

Hohe Geldbußen vor allem im Ausland
Winterreifenmuffel werden zur Kasse gebeten

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München (nex) – 60 bis 80 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg riskieren Autofahrer, die jetzt trotz winterlicher Straßenverhältnisse mit Sommerreifen unterwegs sind. Das Verbot betrifft auch die Fahrzeughalter: Ihnen droht laut ADAC eine Geldbuße von 75 Euro, wenn sie eine solche Fahrt anordnen oder zulassen. Wer mit Sommerreifen auf Schnee einen Unfall hat, dem kann die Kaskoversicherung wegen grober Fahrlässigkeit die Leistung erheblich kürzen. Auch auf die Haftpflichtversicherung kann dies Auswirkungen haben. Im europäischen Ausland sind die Strafen für Verstöße gegen die Winterreifenpflicht teils deutlich höher. In Tschechien etwa werden bis zu 92 Euro, in Frankreich 135 Euro und in Italien bis zu 338 Euro fällig. In Österreich kann das Bußgeld in besonders schweren Einzelfällen bis zu 5.000 Euro betragen. Autofahrer müssen in Österreich von Anfang November bis 15 April bei winterlichen Straßenverhältnissen Winterreifen montiert haben. Ansonsten drohen im Regelfall 35 Euro Bußgeld. Österreich und Tschechien schreiben eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern vor, was der Empfehlung des ADAC auch für deutsche Autofahrer entspricht. Hierzulande fordert der Gesetzgeber lediglich 1,6 Millimeter Profil. Keine generelle Winterreifenpflicht gibt es in der Schweiz. Autofahrer riskieren aber Bußgelder, wenn sie auf verschneiten Straßen mit ungeeigneter Bereifung den Verkehr behindern. Bei einem Unfall mit Sommerreifen auf winterlichen Straßen droht dem Fahrer eine erhebliche Mithaftung. In Tschechien gilt seit 1. November bis 31. März eine allgemeine Winterreifenpflicht. In Frankreich werden Winterreifen situationsbedingt durch Schilder vorgeschrieben. Bei Unfällen mit Sommerreifen auf winterlichen Straßen droht dem Fahrer eine erhebliche Mithaftung. Auch in Italien gibt es keine einheitliche Regelung: Hier entscheiden die lokalen Behörden häufig situationsabhängig. Eine Ausnahme ist Südtirol: Hier besteht bis 15. April eine generelle Winterreifenpflicht auf der Brennerautobahn (A22) und im Stadtgebiet Bozen. Bei winterlicher Witterung sind in ganz Südtirol Winterpneus vorgeschrieben.

Druck auf Ballungsgebiete
Studie: Bis 2030 Neubau von 4,4 Mio. Wohnungen nötig

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Frankfurt am Main (ots) – Rund 278.000 neue Wohnungen sind im Jahr 2016 in Deutschland fertiggestellt worden – doch der Neubau bleibt weiter deutlich hinter der Nachfrage zurück, vor allem in den Ballungsgebieten. Im vergangenen Jahr wurden 90.000 bis 120.000 Wohnungen weniger fertiggestellt als erforderlich, um bestehende Wohnungsengpässe zu beseitigen. 600.000 Baugenehmigungen warten derzeit auf Umsetzung Eine aktuelle Analyse von KfW Research unter Beteiligung des Forschungsinstituts empirica belegt: Der anhaltende Trend zur Urbanisierung und Zuwanderung treiben den Neubaubedarf nach oben. Kein Engpass hingegen besteht bei den Baugenehmigungen – über die letzten Jahre hat sich ein Überhang von 600.000 Wohnungsbaugenehmigungen angehäuft, der auf Umsetzung wartet. „In der öffentlichen Debatte wird der Schwarze Peter gerne den Kommunen zugeschoben, deren langwierige Genehmigungsverfahren für den Wohnungsmangel verantwortlich sein sollen. Einer empirischen Überprüfung hält dieser Vorwurf jedoch kaum Stand. Das Fertigstellungsdefizit entsteht vielmehr dadurch, dass genehmigte Bauvorhaben oftmals nur mit Verzögerungen oder gar nicht fertiggestellt werden“, kommentiert Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Für die Verzögerung bei der Umsetzung von Baugenehmigungen gibt es verschiedene Ursachen: So dauert der Bau von größeren Mehrfamilienhäusern auch bei zügigem Baufortschritt oftmals länger als 2-3 Jahre. Ebenso spielen Kapazitätsengpässe in der Bauwirtschaft eine Rolle, die durch die anhaltende Hochkonjunktur am Bau seit Jahren stark ausgelastet ist. Insbesondere in den großen Ballungszentren zeigt sich außerdem das Phänomen, dass Investoren Baugenehmigungen auf Vorrat einholen und die dahinterliegenden Projekte zunächst nicht umsetzen, weil sie auf steigende Mieten und Immobilienpreise in der Zukunft setzen. Ohne Intensivierung der Bautätigkeit werden Wohnraumknappheit und Mieten insbesondere in Berlin, Hamburg, München und dem Rhein-Main-Gebiet in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Druck auf Ballungsgebiete steigt durch anhaltende Urbanisierung Bis 2020 wird die Bevölkerung im Bundesgebiet durch Arbeitnehmerzuzug insbesondere aus EU-Mitgliedstaaten auf einen Spitzenwert von rd. 83 Mio. ansteigen, wodurch der Druck auf die Wohnungsmärkte vor allem in Ballungsgebieten zunehmen wird. Bis 2030 Neubau von 4,4 Mio. Wohnungen nötig, um steigende Nachfrage zu bedienen Um die Nachfrage nach neuen Wohnungen auch längerfristig zu befriedigen, müssen bis 2030 4,4 Mio. neue Wohnungen entstehen, rund die Hälfte davon dürfte auf Ein- und Zweifamilienhäuser entfallen. „Bereits der Abbau des bestehenden enormen Überhangs von Baugenehmigungen würde erheblichen Druck von den angespannten Wohnungsmärkten nehmen. Um die Situation mittel- bis längerfristig zu verbessern, brauchen wir nicht nur Empfehlungen zur Senkung von Baukosten, sondern auch Ideen für ganzheitliche Ansätze, um Bauvorhaben grundsätzlich schneller umzusetzen“, sagt Zeuner. Die aktuelle Analyse von KfW Research zeigt jedoch auch, dass sich die Probleme auf den Wohnungsmärkten perspektivisch verschieben: Während derzeit vor allem die akuten Engpässe in den Ballungszentren im Zentrum der Diskussion stehen, werden ab dem nächsten Jahrzehnt steigende strukturelle Leerstände in den Fokus der Betrachtung von Wohnungspolitik und Kommunalentwicklung rücken: „Nach 2020 ist ein Rückgang der Bevölkerung zu erwarten. Bei anhaltender Urbanisierung dürfte steigender Wohnungsleerstand vor allem in strukturschwachen, dünn besiedelten Gebieten die wirtschaftspolitische Herausforderung des nächsten Jahrzehnts in Deutschland werden.“

Warschau
„Judenfreies Polen“: Israel verurteilt „Rassisten-Marsch“

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Warschau (nex) – Bei einer Demonstration am Samstag von Zehntausenden von Rechtsextremisten in Warschau riefen Teilnehmer auch antisemitische Parolen wie „Juden raus aus Polen“. In einer Stellungnahme verurteilte heute die israelische Regierung den Marsch und forderte Warschau auf, gegen die Gruppen vorzugehen, die den Marsch organisiert haben. „Dies ist ein gefährlicher Marsch, angezettelt von Rechtsextremisten und Rassisten. Wir hoffen, dass die polnische Regierung Schritte gegen die Organisatoren unternimmt“, so der Sprecher des israelischen Außenministeriums Emmanuel Nahshon gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press (AP). „Die Geschichte lehrt uns, dass wir gegen Rassismus und Hass so schnell und so entschlossen wie möglich vorgehen müssen“, so Nahshon weiter. Die Versammlung war anlässlich des 99. Jahrestags der Unabhängigkeit Polens 1918 veranstaltet worden und stand in diesem Jahr unter dem Motto „Wir wollen Gott“. Medienberichten zufolge riefen einige Demonstranten Parolen wie „Flüchtlinge, haut ab“ oder „Ein reines Polen, ein judenfreies Polen“, sowie „Juden raus aus Polen“. Laut Zeugenberichten habe es sogar Parolen für einen „Islamischen Holocaust“ gegeben. Unter den Teilnehmern befand sich auch eine Delegation der italienischen rechtsextremen Partei Forza Nuova. https://twitter.com/AnpiBrescia/status/930041454440996864 Das polnische Außenministerium hat den Aufmarsch verteidigt. Man verurteile „rassistische, antisemitische und ausländerfeindliche Ideen“, so ein Sprecher gegenüber der AP, doch sei die Demonstration „im Wesentlichen ein Ausdruck patriotischer Werte“ gewesen. Etwa 60.000 Menschen, darunter auch Familien und Kinder, nahmen an der Kundgebung teil. Einige Demonstranten trugen rechtsradikale Symbole und machten Hitlergrüße. Banner mit Parolen wie „Weißes Europa“ oder „Reines Blut“ seien zu lesen gewesen.

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– The Lost Requiem – Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran

Während sich heutzutage in kürzester Zeit Tausende Polen mobilisieren lassen, um gegen Flüchtlinge zu demonstrieren, und dieses von AfD-Wählern in Deutschland hochgelobt wird, waren im zweiten Weltkrieg Hunderttausende polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran herzlich willkommen geheißen worden.

Geschichte: Polnische Flüchtlinge im muslimischen Iran
     

Finanztransaktionssteuer
Grüne und SPD offen für Tajani-Vorschlag zur Aufstockung des EU-Haushalts

Osnabrück (ots) – Finanzexperte Giegold (Grüne): „Es ist gut, dass der EU-Parlamentspräsident die Finanztransaktionssteuer wieder auf die Agenda setzt“ – SPD-Europapolitiker Bullmann kritisiert Blockadepolitik der Christdemokraten Der Vorschlag von EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani, den EU-Haushalt mit Hilfe der Einnahmen aus einer Steuer auf Finanzgeschäfte kräftig aufzustocken, stößt bei Grünen und SPD auf Wohlwollen. „Es ist gut, dass Tajani die Finanztransaktionssteuer wieder auf die Agenda setzt. Wenn wir mehr europäische Investitionen wollen, brauchen wir auch europäische Einnahmen“, sagte der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Auch alle Jamaika-Sondierer müssten eingestehen: „Wer Investitionen der EU will, muss auch sagen, woher das Geld dafür kommen soll. Umschichtungen im Haushalt weg von der Agrarpolitik sind sinnvoll, werden aber realistisch gesehen, nicht genügen“, betonte der Finanzexperte der Grünen. Giegold sagte weiter: „Europäische Handlungsfähigkeit gibt es nicht ohne finanzielle Ausstattung. Eine Finanztransaktionssteuer ist ein gesellschaftlich faires Instrument, um gemeinsame Investitionen zu finanzieren. Keine Steuer hat einen so geringen Steuersatz, aber eine so große Wirkung.“ Mit den Einnahmen könnte Europa in den sozialen Zusammenhalt, digitale Infrastruktur und die ökologische Modernisierung investieren. Auch der Chef der deutschen Sozialdemokraten im EU-Parlament, Udo Bullmann, zeigt sich offen für den Vorschlag des christdemokratischen Parlamentspräsidenten. „Der europäische Haushalt könnte eine kräftige Aufstockung vertragen. Ständig werden neue Aufgaben auf Europa übertragen, ohne dass eine entsprechende Mittelausstattung stattfindet“, sagte Bullmann der NOZ. Die Einführung der Finanztransaktionssteuer sei überfällig. „Sie wird allerdings von den europäischen Finanzministern seit Jahren blockiert. Hier müsste Herr Tajani vor allem seine eigenen Parteifreunde von der Europäischen Volkspartei ins Gewissen reden“, forderte SPD-Politiker Bullmann.

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– Steuerfahndung – Paradise Papers: Steuergewerkschaft fordert Konsequenzen in der EU

Der Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, hat Deutschland und die übrigen EU-Staaten im Skandal um die Paradise-Papers-Enthüllungen aufgefordert, europäische Steueroasen wie Malta, Luxemburg oder Irland zu bekämpfen.

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Studie
Kirche und Diakonie sind konfrontiert mit Hate Speech

Hannover (ots) – Kirchen und die Diakonie sind in den sozialen Netzwerken zunehmend mit Hetze und Hassrede, der sogenannten „Hate Speech“, konfrontiert. Immer wieder wird die Grenze zu Beleidigung, Verunglimpfung oder sogar Drohung überschritten. Viele dieser Mails und Kommentare in den sozialen Netzwerken sind mit dem Themenfeld „Vielfalt“ verknüpft und äußern sich zu Flüchtlingen, Gender oder Homosexualität. „Vertreterinnen und Vertreter von Theorien aus der Genderforschung begegnen in einem solchen Maße Verzerrungen ihrer Darstellungen, Aufrufen zur Gegenwehr und Hass schürenden Feindbildern, wie kaum an anderer Stelle. Angesichts dessen sah sich das Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie veranlasst, eine wissenschaftliche Studie durchzuführen, die analysiert, ob und wie Kirche und Diakonie von Hate Speech betroffen sind, wenn sie sich zu Vielfaltsthemen äußern. Darauf basierend haben wir ganz konkrete Hilfestellungen für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zusammenhang mit Hass und Diffamierungen im Internet erarbeitet“, sagt Ellen Radtke, Studienleiterin im Studienzentrum für Genderfragen. Die Studie wurde durchgeführt in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg und erscheint unter dem Titel „Verhasste Vielfalt. Eine Analyse von Hate Speech im Raum von Kirche und Diakonie mit Kommentierungen“. Sie untersucht unter anderem E-Mails und Kommentare, die an das „Wort zum Sonntag“, die Diakonie und den Info-Service der EKD geschrieben wurden. „Wichtig ist es, die Verunglimpfung nicht hinzunehmen, sondern die sprachlichen Muster, Argumentationsstrukturen und die Dynamik, mit der sich der Hass ausbreitet, genau zu betrachten“, sagt die Ludwigsburger Professorin Claudia Schulz, die die Untersuchung durchgeführt hat. In der Untersuchung schildert auch Reformationsbotschafterin Margot Käßmann die Diffamierungen, denen sie ausgesetzt ist: „Es gibt meist einen Anlass, ein Interview, einen Zeitungsbericht, der eine Welle nach sich zieht, entweder per E-Mail oder in den entsprechenden Blogs und Kommentarfunktionen.“ Ihrer Meinung nach kann die Kirche als Institution etwas tun, um die Kommunikation online und per E-Mail positiv zu beeinflussen. „Ich denke, mehr Menschen aus der Kirche sollten sich bei Facebook, in Blogs etc. zu Wort melden und zur Mäßigung aufrufen. Das kann die Kirche auch insgesamt durch Predigten, Beiträge und auch im Konfirmations- und Religionsunterricht kann das thematisiert werden, zumal viele Jugendliche massiv betroffen sind“, so Käßmann. Die Studienergebnisse und Empfehlungen werden am Rande der diesjährigen Synode der EKD vom 12. bis 15. November in Bonn vorgestellt. Das Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie hat die Aufgabe, Genderforschungsansätze auszuwerten und sie für verschiedene Ebenen und Handlungsfelder der Kirche exemplarisch aufzubereiten. Außerdem bereitet es genderrelevante Modelle, Erfahrungen und Praxisbeispiele aus Kirche und Gesellschaft auf.

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– Protestforschung –  G20-Krawalle: “”Gruppendynamik spielt die größte Rolle”

„Gruppendynamik spielt die größte Rolle“ – Protestforscher Prof. Dr. Andreas Zick im Interview mit der Landeszeitung Lüneburg.

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Jackpot ist geknackt
Lottospieler aus NRW räumt mehr als 17 Millionen Euro ab

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Münster (ots) – Der Jackpot ist geknackt! Ein Lottospieler aus NRW hat am Karnevalswochenende mehr als 17 Millionen Euro abgeräumt. Als einziger Tipper bundesweit hatte der Glückspilz aus dem Kreis Soest sechs Richtige plus Superzahl. Jetzt ist er Multi-Millionär! Die Superzahl war entscheidend: Die Gewinnzahlen 1, 7, 11, 16, 19 und 37 kreuzten gleich zehn Lottospieler richtig an. Nur einer jedoch hatte auch die Superzahl 7 auf seinem Spielschein und knackte damit den prall gefüllten Millionen-Jackpot. Um genau 17.830.560,90 Euro ist der Tipper aus dem Kreis Soest nun reicher. „Direkt in der ersten Spielreihe hat der glückliche Gewinner einen Volltreffer gelandet. Es ist die zweithöchste Summe, die ein Tipper aus NRW in diesem Jahr im Lotto abgeräumt hat“, gratuliert Axel Weber, Sprecher von WestLotto.

Weltklimagipfel in Bonn
Al Gore sieht trotz Trump Fortschritte beim Klimaschutz in den USA

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Bonn (nex) – Der ehemalige US-Vizepräsident, Al Gore glaubt trotz der Haltung von US-Präsident Donald Trump an Fortschritte beim Klimaschutz in den USA. Eine Zusammenarbeit von Demokraten und Republikanern bei diesem Thema hält der Friedensnobelpreisträger und Umweltaktivist durchaus für möglich: „Wir sind nicht weit entfernt von einer Arbeitskoalition im Repräsentantenhaus und im Senat“, sagte Gore am Rande des Weltklimagipfels in Bonn dem Fernsehsender phoenix. Gute Fortschritte sieht Gore bereits auf Ebene der US-Bundesstaaten oder bei Stadtverwaltungen. „Es gibt bereits unglaublich viele Städte, die sich verpflichtet haben, 100 Prozent erneuerbare Energien einzusetzen“, so Gore. Auch viele Bundesstaaten hätten geplant, Treibhausemissionen zu reduzieren, bzw. dies schon in die Tat umgesetzt. „Besonders beeindruckend“ sei, so Al Gore, „dass tausende von Unternehmen die Geschwindigkeit der Regierung monieren und jetzt selbst 100 Prozent erneuerbare Energien einsetzen“. Mit Blick auf den von US-Präsident Trump angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen erklärte Gore: „Der Zug ist bereits abgefahren.“ Wie alle anderen Nationen seien auch die USA auf diesen Zug aufgesprungen, und das habe Konsequenzen. Rechtlich gesehen sei der erste Tag, an dem die USA aus dem Abkommen aussteigen könne, der Tag nach den nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020. „Die USA sind immer noch dabei“, so Gore. Dies habe Einfluss etwa auf die Planungen von Unternehmen und den Einsatz erneuerbarer Energien.

Irak
Erdbeben: Kurdische Regionalregierung dankt Türkei

Sulaimaniyya (nex) – Der Türkische Rote Halbmond war die erste Hilfsorganisation, die nach dem gestrigen Erdbeben 30 Kilometer südwestlich der irakischen Stadt Halabja nahe der iranischen Grenze die Region erreichte. Das Hilfspersonal traf innerhalb weniger Stunden nach dem Beben im am stärksten betroffenen Gebiet des Stadtteils Derbendihan ein, wo mehrere Gebäude zerstört und Dutzende Häuser beschädigt worden waren. Der stellvertretende türkische Premierminister Bekir Bozdag sagte, dass bereits insgesamt 3000 Zelte, 3000 Decken und mobile Küchen vom Türkischen Roten Halbmond umgehend in den Norden des Irak geschickt wurden. Er fügte hinzu, dass 4.000 weitere Decken aus den südöstlichen türkischen Provinzen Mus und Diyarbakir zum Habur-Grenzübergang entsandt wurden. Zudem seien bereits 3.000 mobile Heizungen und 3.000 Zelte für den Abstransport verladen worden.
(Foto: AA)
Der türkische Katastrophenschutz AFAD hat laut eigenen Angaben unmittelbar nach dem Erdbeben 5.000 Zelte, 7.000 Decken, 92 Mitarbeiter und 11 Fahrzeuge in den Nordirak entsandt. Zwei LKW der Hilfsorganisation IHH seien zudem in der südtürkischen Provinz Kilis abgefertigt worden, teilte ein Sprecher des Koordinierungszentrums Kilis türkischen Medien mit. Die Lastkraftwagen wurden mit 150 Zelten und mehr als 1.000 Decken beladen, darunter fünf Tonnen Reis, 1.500 Liter Öl, fast 10.000 Dosen Fisch und fünf Tonnen Linsen, sagte Yakup Alaca. Der Premierminister der kurdischen Autonomieregion des Nordirak bedankte sich unterdessen beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für die Hilfe der Türkei. „Wir können uns in schwierigen Zeiten auf die Hilfe der Türkei verlassen“, so Nechirvan Idris Barzani in einer Rede. Der kurdischen Nachrichtenagentur Rudaw zufolge bedankte sich auch ein Sprecher der autonomen Regionalregierung „für die schnelle Hilfeleistung“ bei der Türkei. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, dass beim gestrigen Beben mindestens 328 Menschen im Westen des Iran ums Leben gekommen und rund 4.000 verletzt worden seien. Dem irakischem Innenministerium zufolge seien im Nordirak mindestens sieben Menschen gestorben und Hunderte verletzt worden. Das Erdbeben hatte eine Stärke von 7.3 auf der Richterskala.

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– Syrienkonflikt – Kurdischer Premierminister: PKK ist Quelle der Destabilisierung in der Region

Die Terrororganisation PKK destabilisiert Nordsyrien mit ihren Bestrebungen, sich dort zu etablieren, erklärte am gestrigen Donnerstag der Ministerpräsident der Kurdischen Autonomiegebiete (KRG) Nechirvan Barzani.

Kurdischer Premierminister: PKK ist Quelle der Destabilisierung in der Region