Istanbul (nex) – Kenianische Athleten dominierten am gestrigen Sonntag den 39. Vodafone Istanbul Marathon, an dem zehntausende Menschen aus der ganzen Welt von Asien nach Europa liefen.
In der Frauenwertung belegte die Kenianerin Ruth Chepngetich den ersten Platz, während Abraham Kiprotich, ein französischer Sportler mit kenianischen Wurzeln, der beste männliche Läufer war.
Chepngetich legte den 46 Kilometer langen Lauf in 2 Stunden, 22 Minuten und 36 Sekunden zurück, während Kiprotich 2 Stunden, 11 Minuten und 22 Sekunden für dieselbe Strecke brauchte.
Die Kenianerin Visiline Jepkesho wurde vier Sekunden später Zweite in der Damenwertung. Ihr folgte der Äthiopier Letebrhan Haylay, der die Strecke in 2 Stunden, 25 Minuten und 14 Sekunden geschafft hatte.
In der Männerkategorie war der Kenianer Jacob Kendagor erster Verfolger und absolvierte den Lauf in 2 Stunden, 11 Minuten und 27 Sekunden, während der Äthiopier Bazu Worku mit 2 Stunden, 11 Minuten und 39 Sekunden Dritter wurde.
Das diesjährige Motto lautete: „Wir rennen für die Zukunft unserer Kinder.“
Der einzige transkontinentale Marathon der Welt beherbergte 86 Spitzensportler aus Kenia, Äthiopien, Namibia, der Ukraine, Weißrussland, Aserbaidschan, Frankreich, Serbien, Litauen und der Türkei.
Das Rennen hatte neben dem Marathon vier weitere Kategorien, darunter 15 Kilometer (9,3 Meilen), 10 Kilometer (6,2 Meilen) und 8 Kilometer (4,97 Meilen) sowie ein Rennen für Rollstuhlfahrer.
Startpunkt des Marathons war die asiatische Seite der 15. Juli-Märtyrer-Brücke in Istanbul, früher bekannt als die Bosporus-Brücke. Er endete am historischen Sultanahmet-Platz auf der europäischen Seite der Stadt.
Vodafone war Hauptsponsor des von der Stadtverwaltung Istanbul und Spor Istanbul organisierten Rennens.
Das Preisgeld für das Rennen betrug insgesamt 1 Millionen US-Dollar.
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Leichtathletik-WM: Türke Guliyev Weltmeister über 200 Meter
Der Türke Ramil Guliyev überraschte bei der Leichtathletik-WM in London mit einem Sieg über 200 Meter und vereitelte somit das Gold-Double des südafrikanıschen Topfavoriten Wayde van Nıekerk.
Kirkuk (nex) – Die Grenzregion zwischen dem Irak und Iran wurde heute von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Berichten zufolge erreichte das Beben eine Stärke von 7.2. Laut türkischen Medien sollen mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen sein. Viele Gebäude seien eingestürzt.
Der Türkische Rote Halbmond verlade bereits 3.000 mobile Heizungen, 3.000 Zelte, 10.000 Decken, 10.000 Betten sowie Küchen aus seinen Lagern in den osttürkischen Städten Adana, Muş und Elazığ. Die Aktionen würden mit dem Roten Halbmond des Irak und Iran koordiniert.
Das Epizentrum des Erdbebens liegt in einer relativ dünn besiedelten Provinz Kermanschah südöstlich der irakischen Städte Erbil und Kirkuk.
https://twitter.com/alshahedl/status/929806818540511232
Istanbul (nex) – Die türkische Polizei hat am heutigen Sonntag im Zuge von landesweiten Anti-Terror-Einsätzen mindestens 36 mutmaßliche IS-Mitglieder verhaftet.
Bei Polizeioperationen in Istanbul sind in den Stadtvierteln Bayrampasa, Zeytinburnu, Basaksehir, Esenyurt, Tuzla und Umraniye 32 Verdächtige festgenommen worden. Das berichten türkische Medien unter Berufung auf anonyme Quellen aus Sicherheitskreisen. Bei den Operationen seien auch Hubschrauber eingesetzt worden.
Bei allen festgenommenen Tatverdächtigen handele es sich um ausländische Staatsbürger. Es habe konkrete Hinweise für Anschlagspläne gegeben, so die Quellen weiter.
Bei weiteren Anti-Terror-Operationen in den Provinzen Kirsehir und Eskisehir wurden vier Verdächtige in Gewahrsam genommen. Diesen werden Verbindungen zu dem bereits in der vergangenen Woche in der anatolischen Stadt Kayseri festgenommenen mutmaßlichen IS-Mitglied Abdulkhaleq Abdulqader Ali vorgeworfen.
Ali habe in den sozialen Medien ein Video geteilt, in dem er angeblich seinen Bruder in den Kopf geschossen habe.
Insgesamt 173 IS-Terrorverdächtige wurden zudem bereits am Donnerstag in der Hauptstadt Ankara festgenommen. Die Polizei in Ankara war mit 1.500 Beamten gegen mutmaßliche IS-Mitglieder vorgegangen nachdem die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen 245 Verdächtige ausgestellt hatte. Bei zeitgleichen Einsätzen an 250 Orten Ankaras habe es 173 Festnahmen gegeben.
Weitere Festnahmen habe es auch in den Provinzen Bursa mit 27, Bingöl mit sieben sowie Kütahya und Eskisehir mit jeweils vier Verdächtigen gegeben.
Um Anschläge zu verhindern, gehen türkische Sicherheitskräfte seit geraumer Zeit energisch gegen das IS-Terrornetzwerk vor. Seit August letzten Jahres hat die Polizei in Istanbul mehr als 100 Razzien durchgeführt und fast 1000 Verdächtige festgenommen.
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Ungarischer Außenminister Szijjártó: EU-Kritik am Anti-Terror-Kampf der Türkei unfair
Ungarn könne die Auswirkungen des vereitelten Putschversuchs vom 15. Juli in der Türkei nachvollziehen und betrachte daher die Kritik vonseiten der EU am Anti-Terror-Kampf des Landes als unfair und unbegründet.
Düsseldorf (nex) – Wenn Superstar Dirk Nowitzki (39) in absehbarer Zeit seine Karriere in der NBA beenden wird, will Dennis Schröder die Werbefigur des deutschen Basketballs werden.
„Ich will natürlich diesen Schritt machen und der beste deutsche Basketballer sein. Aber Dirk Nowitzki ist eine ganz andere Person. Wenn er in ein, zwei Jahren aufhört, möchte ich natürlich das Aushängeschild des deutschen Basketballs sein, ein Vorbild für alle deutschen Basketballer“, sagte der 24-Jährige der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.
Der Spielmacher der Atlanta Hawks sieht den deutschen Basketball insgesamt auf einem guten Weg:
„Wir haben jetzt fünf Deutsche in der NBA, es geht wirklich nach vorne. Viele Scouts hier fragen mich über die jungen Spieler in Deutschland aus. Meine Familie, ein paar Freunde und ich wollen den deutschen Basketball im Marketing unterstützen und nach vorne bringen. Mit so vielen deutschen NBA-Spielern wie nie zuvor, ist es die richtige Zeit dafür.“
Dortmund (nex) – Die Polizei hat am Freitag eine geplante Kurden-Demonstration in Dortmund kurz vor Beginn verboten. Wie die Polizei mitteilte, hätten sich Demo-Teilnehmer geweigert auf Konterfeis des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan zu verzichten.
Zudem befanden sich auch an einem Demo-Bus deutlich sichtbare Plakate mit dem Abbild des Terror-Paten. Daraufhin sei die Demonstration verboten worden. Die Versammlung sollte um 13 Uhr auf dem Friedensplatz in Dortmund stattfinden.
Auch die Düsseldorfer Polizei hatte bereits am 4. November eine kurdische Demonstration gestoppt, weil Bilder von Öcalan gezeigt wurden. Dabei kam es zu Ausschreitungen.
Die 1978 gegründete PKK hatte seit den 1980-er Jahren gegen die Türkei für die Gründung eines unabhängigen kurdischen Staates gekämpft. Später änderte sie ihr Ziel und verlangt seitdem die Autonomie der überwiegend von Kurden bewohnten Regionen der Türkei.
Die von den USA, der Türkei und Deutschland als Terrororganisation eingestufte PKK nahm im Juli 2015 ihren 30-jährigen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat wieder auf. Seitdem sind Tausende Menschen bei PKK-Anschlägen in der Türkei gestorben.
Sigmar Gabriel hatte im Juli dieses Jahres Fehler Deutschlands bei der Bekämpfung der Propaganda der PKK eingeräumt. Gabriel glaube, die Türkei habe damit recht, Deutschland zu warnen und zu fordern, nicht zuzulassen, dass die PKK Propagandaaktivitäten in Deutschland durchführe, hatte er auf einer Pressekonferenz im Bundesaußenministerium erklärt.
Er denke auch, dass es inakzeptabel sei, Auftritte türkischer Politiker zu verbieten, während gleichzeitig Plakate mit Öcalan-Porträts zugelassen würden, so Gabriel weiter. Er spielte damit auf Versammlungen von PKK-Anhängern in Deutschland an, bei denen Flaggen der Terrorgruppe und des Gründers Abdullah Öcalan zur Schau getragen worden waren.
Deutschland hat die PKK 1993 als Terrororganisation eingestuft, aber die Behörden sträuben sich dagegen, strenge Maßnahmen gegen deren Propaganda, Finanzierung und Rekrutierungsaktivitäten einzuleiten. Auch in der EU und den USA wird sie als Terrororganisation gelistet. Die PKK sei nicht nur für die Türkei, sondern auch für Deutschland eine Bedrohung, warnte Gabriel.
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Verletzte Polizisten: Deutsche verurteilen PKK-Demos
Die hohe Gewaltbereitschaft der Teilnehmer bei PKK-Demos lässt die anfänglichen Sympathien für die in Deutschland seit 1994 verbotenen Terrororganisation in der Bevölkerung stark sinken. In den sozialen Netzwerken verurteilen immer mehr Menschen die Aktionen, und in den Kommentaren machen sich Zorn und Unmut bemerkbar.
Berlin (ots) – Weltweit sterben jährlich knapp eine Million Kinder an Lungenentzündung. Das belegt der aktuelle Bericht „Fighting for Breath“, den Save the Children anlässlich des Welttages zur Bekämpfung von Lungenentzündungen (12. November) veröffentlicht.
Die Kinderrechtsorganisation entwirft in dem Bericht ein Szenario, dass es ermöglichen wird, bis 2030 über fünf Million Kinderleben zu retten – denn Lungenentzündungen sind sowohl vermeidbar als auch behandelbar: Eine Behandlung mit Antibiotika kostet lediglich 0,34 Euro und kann ein erkranktes Kind in drei bis fünf Tagen heilen. Keine andere Krankheit ist für mehr Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren verantwortlich als Lungenentzündungen. So sterben jede Minute zwei Kinder in diesem Alter daran – das sind mehr als an Malaria, Durchfallerkrankungen und Masern zusammen.
Über 80 Prozent der Todesfälle treten bei Kindern unter zwei Jahren auf. Oftmals haben diese Kinder durch Mangelernährung oder unzureichende Versorgung mit Muttermilch ein geschwächtes Immunsystem und sind daher nicht in der Lage die Infektion zu bekämpfen. Neugeborene sind besonders gefährdet – auch weil über die Hälfte aller Mütter in Afrika keinerlei Gesundheitsversorgung vor, während oder nach der Entbindung erhalten.
„Die Krankheit lässt die betroffenen Kleinkinder fürchterlich um Atem ringen und ihre Eltern oft vor Angst verzweifeln oder leider allzu oft mit unglaublichem Schmerz und Trauer zurück, wenn die Kinder den Kampf gegen die Lungenentzündung verlieren“, beschreibt Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland.
„Es ist nicht hinnehmbar, dass wir so viele junge Leben von einer Krankheit zerstören lassen, obwohl wir wissen, wie sie sich vermeiden und behandeln lässt“, so Krüger weiter.
Save the Children fordert die Immunisierung für weltweit 166 Millionen Kleinkinder unter zwei Jahren und Unterstützung für mehr als 400 Millionen Kinder, die keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung haben.
Um diese erschreckende Anzahl an vermeidbaren Todesfällen zu bekämpfen und Millionen Kinderleben zu retten, fordert Save the Children deshalb:
– Günstigere Preise für Impfstoffe, um alle Kinder weltweit durch Immunisierung vor Lungenentzündungen zu schützen. Besonders stark betroffene Länder müssen mit internationaler Unterstützung stärker in ihre Impfprogramme investieren.
– Die Regierungen der betroffenen Länder müssen Aktionspläne zur Bekämpfung von Lungenentzündungen aufsetzen, die sicherstellen, dass alle Menschen gerechten Zugang zu guter Gesundheitsversorgung und angemessen geschulten Gesundheitspersonal haben, damit Lungenentzündungen richtig und frühzeitig diagnostiziert werden können.
– Nationale Regierungen und Geber müssen gemeinschaftlich dafür sorgen, dass lebensrettende Antibiotika jederzeit und überall verfügbar sind
– Eine stärkere Zusammenarbeit öffentlicher und privater Partner, um die lebenswichtige Versorgung mit Sauerstoff für schwer erkrankte Kinder mit akuter Atemnot überall sicherzustellen.
Naypyidaw (nex) – Ein Gericht in Myanmar hat am vergangenen Freitag wegen Drohnenbesitzes zwei Journalisten, deren Dolmetscher und Fahrer zu einer Haftstrafe von zwei Monaten verurteilt. Die beiden Journalisten sind für den türkischen Staatssender TRT World tätig.
Der Kameramann Lau Hon Meng aus Singapur und der Reporter Mok Choy Lin aus Malaysia waren am 27. Oktober zusammen mit ihrer myanmarischen Dolmetscherin Aung Naing Soe sowie dem Fahrer Hla Tin festgenommen worden.
Die vier arbeiteten an einem Dokumentarfilm für TRT World, der englischsprachigen Tochter der türkischen Radio- und Fernsehgesellschaft (TRT), als sie wegen des Versuchs, eine Drohne zu fliegen, festgenommen wurden.
Die Polizei habe zunächst untersucht, ob sie gegen Ein- und Ausfuhrvorschriften verstoßen hätten, was mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Der Richter entschied jedoch, eine neue Anklage wegen Verstoßes gegen das burmesische Flugverkehrsgesetz von 1934 zuzulassen.
Sowohl der Kameramann als auch der Reporter bekannten sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters daraufhin schuldig, und alle vier wurden zu jeweils zwei Monaten Haftstrafe verurteilt.
Eine neue Anhörung soll am 16. November stattfinden, um zu entscheiden, ob Anklagen wegen Verstoßes gegen die Ein- und Ausfuhrvorschriften erhoben werden.
„Wir haben keine Ahnung, was los ist, und wir dürfen nicht mit unserer Familie sprechen“, beschwerte sich Mok. „Und die Regeln und Prozeduren werden uns nicht erklärt. Wir wurden gebeten, Erklärungen zu unterschreiben, die vollständig auf Burmesisch sind und die wir gar nicht verstehen“, so die Journalistin weiter.
Sie seien während der Haft nicht misshandelt worden, sagte Dolmetscher Aung Naing Soe bevor er vor Gericht gestellt wurde. Die Polizei habe gefragt mit wem sie gesprochen haben und welche Regionen sie in Myanmar bereisten.
David Baulk von der Rechtsgruppe Fortify Rights nannte die Entscheidung des Richters die Kaution zu verweigern und die vier Angeklagten zu verurteilen „lächerlich wie gefährlich“.
„Wieder einmal hat Myanmars Justizsystem es versäumt, den staatlichen Sicherheitskräften und ihren offensichtlichen Machtmissbräuchen die Stirn zu bieten“, sagte Baulk, ein Experte der Organisation für Menschenrechte in Myanmar, gegenüber Reuters per E-Mail.
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Myanmar: Hilfsorganisationen beschuldigen Militär der Vergewaltigung muslimischer Frauen
Nur fünf Monate nach der Machtübernahme ihrer Partei in Myanmar, der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), sieht sich deren Vorsitzende und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi internationalem Druck ausgesetzt.
Im September 1939 überfiel Nazi-Deutschland Polen und markierte damit den Beginn des Zweiten Weltkrieges. Als Teil des deutschen Nichtangriffspakts mit der Sowjetunion wurde Ostpolen von der UdSSR besetzt und annektiert.
Rund 1,25 Millionen Polen wurden in verschiedene Teile der Sowjetunion deportiert, darunter eine halbe Million „sozial gefährliche“ Polen, die mit Zügen in Arbeitslager in Kasachstan und Sibirien gebracht wurden. Tausende starben an Erschöpfung, Krankheit und Unterernährung.
Als Deutschland nur weniger als zwei Jahre später den Pakt aufkündigte und in die Sowjetunion einmarschierte, sahen sich die Sowjets gezwungen, sich mit den Alliierten zu verbünden. Es wurde ein Abkommen zur Wiederherstellung des polnischen Staates und zur Bildung einer Armee aus Polen in der UdSSR unterzeichnet.
Den polnischen Gefangenen wurde gesagt, dass sie nun frei seien, der neuen Armee beizutreten, die sich im Iran formierte, damals unter Besatzung durch sowjetische und britische Truppen. Aus dem ganzen Land machten sich Tausende von hungernden Männern, Frauen und Kindern langsam auf den Weg in der Hoffnung auf Zuflucht im Iran. Über 116.000 Polen, die das Kaspische Meer in überfüllten Booten überquerten, erreichten den Iran. Die meisten landeten in der Hafenstadt Pahlevi, wo sie Nahrung bekamen und unter Quarantäne gestellt wurden – Malaria, Typhus und Hunger waren weit verbreitet. Viele starben und wurden dort begraben.
Die Überlebenden wurden nach Teheran gebracht, wo sie von der iranischen Regierung herzlich begrüßt wurden. Die Gebäude wurden umgebaut, um sie unterzubringen, und polnische Schulen, Unternehmen sowie Kulturorganisationen wurden gegründet. Menschen, die jahrelang in eisiger Kälte und in von Krankheiten geplagten Camps untergebracht waren, hatten jetzt saubere Betten und reichlich Nahrung.
Während dieser Zeit litt der Iran selbst unter wirtschaftlichen Sanktionen der Sowjets. Nach der Invasion verboten die Russen den Transport von Reis in den zentralen und südlichen Teil des Landes, was zu Nahrungsmittelknappheit, Hungersnot und steigender Inflation führte. Die Alliierten übernahmen für die Kriegsvorbereitungen auch die Kontrolle über die Trans-Iranische Eisenbahn und weitere Verkehrsträger sowie die verarbeitende Industrie und alle anderen Ressourcen.
Trotz dieser Schwierigkeiten nahmen die Iraner die polnischen Flüchtlinge offen auf, und die iranische Regierung erleichterte ihnen die Einreise ins Land und versorgte sie mit Proviant. Polnische Schulen, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Läden, Bäckereien, Unternehmen und sogar Zeitungen wurden gegründet, damit sich die Polen zuhause fühlten. Es gab so viele Flüchtlinge, dass Regierungsgebäude und -zentren zur Unterbringung der Flüchtlinge bereitgestellt werden mussten.
„Die freundlichen Perser drängten sich um die Busse und riefen uns lautstark Begrüßungsworte zu. Durch die Fenster der Busse reichten sie uns Datteln, Nüsse, gebratene Erbsen mit Rosinen und saftige Granatäpfel.“ Krystyna Skwarko.
„Sie waren in einer sehr schlechten Verfassung, dünn, krank und in Lumpen… Ein Freund von mir, ein Zimmermann, machte für sie Särge. Jeden Tag sterben etwa 50 Menschen.“ Gholam Abdul-Rahimi, persischer Fotograf.
„Um etwas über die neueste westliche Mode und Make-Up zu lernen, stellten wohlhabende Iranerinnen polnische Dienstmädchen ein. Oft hatten diese eine bessere Schulbildung und Abstammung als ihre neuen Arbeitgeber selbst.„ Khosrow Sinai, iranischer Regisseur.
Tausende Kinder, die damals in den Iran kamen, kamen aus Waisenhäusern in der Sowjetunion, entweder weil ihre Eltern gestorben waren oder weil sie bei den Deportationen aus Polen getrennt wurden. Die meisten dieser Kinder wurden schließlich in Waisenhäusern in Isfahan untergebracht, welches ein angenehmes Klima und reichlich Ressourcen hatte, so dass sich die Kinder von den vielen Krankheiten erholen konnten, die sie in den schlecht verwalteten und ebenso schlecht versorgten Waisenhäusern in der Sowjetunion erlitten hatten.
Zwischen 1942-1945 durchquerten etwa 2.000 Kinder Isfahan, so viele, dass es kurzzeitig „Stadt der polnischen Kinder“ genannt wurde. Andere Kinder brachte man in Waisenhäuser in der im Osten liegenden Stadt Maschhad unter. Zahlreiche Schulen wurden eingerichtet, um den Kindern die polnische Sprache, Mathematik, Naturwissenschaften und andere Standardfächer beizubringen. In einigen Schulen wurde auch Persisch gelehrt, ebenso wie polnische und iranische Geschichte und Geographie.
Die meisten Flüchtlinge meldeten sich zum Kampf in der neuen polnischen Armee , während auch viele bis zum Ende des Krieges im Iran verblieben. Darunter Tausende von Waisenkindern, deren Eltern gestorben waren oder von ihnen verzweifelt in die nach Iran fahrenden Züge gebracht wurden. Viele der Flüchtlinge wurden schließlich in andere Länder verlegt. Einige beschlossen, sich dauerhaft im Iran niederzulassen und gründeten dort Familien.
Während die meisten Zeichen des polnischen Lebens im Iran verblasst sind, bestehen einige weiterhin. Fast 3.000 Flüchtlinge starben innerhalb weniger Monate nach der Ankunft im Iran und wurden auf Friedhöfen begraben, und viele dieser Begräbnisstätten werden heute noch von Iranern gepflegt. Ein polnischer Friedhof in Teheran ist mit 1.937 Gräbern der größte und wichtigste Flüchtlingsfriedhof des Landes.
Während griechische Grenzschützer in diesen Tagen Flüchtlinge erschießen und ihre Boote rammen, maskierte „Bürgerwehren“ sowie Nationalisten sie jagen und die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen sie einsetzt, fanden griechische Flüchtlinge im Zweiten Weltkrieg Zuflucht in Syrien.
Belgrad (nex) – Wie bereits Moskau im vergangenen Monat gab am Freitag nun auch die serbische Zentralbank die Einführung des Handels mit der Türkischen Lira bekannt. Als Starttermin wurde der erste Dezember genannt.
Wie die Bank auf ihrer Webseite mitteilte, hänge die Entscheidung, mit der Lira zu handeln, mit der für Serbien immer wichtiger werdenden Türkei als Außenhandelspartner zusammen.
Der Schritt werde die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern weiter stärken und den Handel zwischen serbischen und türkischen Unternehmen erleichtern. Zudem werde er gemeinsame Projekte anregen.
Serbische Exporte in die Türkei sind in den ersten neun Monaten von 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16.8 Prozent auf 229.3 Millionen US-Dollar gestiegen. Die Importe stiegen um 17.8 Prozent auf 569.2 Millionen US-Dollar.
In den letzten Jahren ist zwischen der Türkei und Serbien eine Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen zu beobachten. Der jüngste Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im vergangenen Monat konzentrierte sich auf eine Reihe von Handelsabkommen.
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Serbien und das Kosovo haben zugestimmt, an einer „neuen Dialogphase“ zur Normalisierung der Beziehungen zu arbeiten.
Ankara (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte am Freitag die Gleichgültigkeit muslimischer Länder gegenüber dem Leid der Rohingya-Muslime.
„Bedauerlicherweise interessieren sich die meisten muslimischen Länder nicht für das Leid der Rohingya-Muslime“, sagte Erdogan in seiner Rede im Präsidentenpalast in Ankara.
Erdogan kritisierte, dass sich die meisten muslimischen Staaten bei der jüngsten UN-Generalversammlung in New York nicht zu den Gräueltaten gegenüber den muslimischen Rohinya geäußert hätten. Iran, Pakistan, Indonesien, Bangladesch und die Türkei seien die einzigen Länder gewesen, so Erdogan weiter.
Er bekräftigte zudem seine Kritik an der Struktur des UN-Sicherheitsrats und empfahl eine Neugründung, in dem alle Glaubensgruppen und Ethnien vertreten sein sollten.
Laut der UN sind seit Ende August über 613.000 Rohingya aus ihrem Heimatland Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen. Die Aussagen der Flüchtlinge sind nach den Worten einer hochrangigen UN-Ermittlerin furchtbar und schockierend. Linnea Arvidsson, Leiterin eines vierköpfigen UN-Ermittlerteams für Menschenrechte, erklärte gegenüber Medien, dass die Gewalt gegen die Rohingya im Namen des Staates ausgeübt werde.
Eine große Mehrheit sei bei Tötungen dabei gewesen. Fast die Hälfte der Interviewten habe ein getötetes oder vermisstes Familienmitglied zu beklagen. Wie aus dem Bericht des EU-Ermittlerteams hervorgeht, seien mehr als die Hälfte aller befragten Frauen Opfer von Vergewaltigung oder anderer Formen sexueller Gewalt gewesen.
„Jeder hat irgendeine Art von Gewalt erlebt“, erklärte Arvidsson gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. „Entweder wurde sein Haus niedergebrannt oder ein Familienmitglied wurde umgebracht oder verschwand, oder er selbst wurde geschlagen.“
Die Teamleiterin, die einige Menschenrechtsverletzungen als „von der gravierendsten Art“ bezeichnet, betont, dass das, was sie in den persönlichen Interviews mit den Opfern zu hören bekommen habe, furchtbar und schockierend gewesen sei.
„Wir sprechen hier von Gewalt, die von Vertretern des Staates ausgeübt wird, denn der Polizist und der Soldat in Uniform sind Vertreter des Staates“, so Arvidsson weiter. Die Ermittlerin verurteilte die andauernde Gewalt; die Behörden könnten nicht Zivilisten aus angeblichen Sicherheitsgründen oder wegen anderer operativer Ziele töten.
„Kein Ziel kann solche Tötungen rechtfertigen“, unterstrich sie.
Sie sehe für die Gewalt gegen die Rohingya sowohl ethnische als auch religiöse Gründe, erklärte sie. Auf die Frage, ob diese Gewalt als ein Genozid bezeichnet werden könnte, erwiderte Arvidsson, dass die Beantwortung dieser Frage eine sehr viel tiefer gehende Analyse erfordere. Sie wiederholte jedoch ihre Aussage, dass die Vorfälle in Myanmar höchstwahrscheinlich den Tatbestand der Verbrechen gegen die Menschlichkeit erfüllten. In UN-Berichten ist von Massenvergewaltigungen und sogar Tötungen von Kleinkindern und Babys die Rede.
Helfer unterstützen die Not leidenden Menschen unter Einsatz ihres eigenen Lebens. “Wir haben unser Land verlassen, um unser Leben zu retten. Wir hatten keine Wahl”, so ein Flüchtling gegenüber der Hilfsorganisation „Aktion Deutschland Hilft“.
In seiner Heimat Myanmar arbeitete er als freiwilliger Helfer, nun ist er selbst auf Unterstützung angewiesen: Die Gewalt in seinem Heimatland zwang ihn und seine Familie zur Flucht – ein Risiko, denn seine Frau ist im achten Monat schwanger:
“Während unserer Flucht bettelte ich um Essen für sie”, berichtet Zakir.
Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge hatte die Türkei im Oktober nach deren Zusage, die Rohingya-Flüchtlinge mit 50 Millionen US-Dollar unterstützen zu wollen, als “großzügiges humanitäres Geberland” bezeichnet.
“Ich möchte darauf hinweisen, dass die Türkei nach wie vor ein großzügiges humanitäres Spenderland ist, in dem sich gleichzeitig auch das größte Flüchtlingslager der Welt befindet”, hatte UN-Flüchtlingskommisar Filippo Grandi gegenüber Medien in Genf erklärt.
Der ständige UN-Vertreter der Türkei in Genf, Naci Koru, erklärte auf der Konferenz:
“Im Rahmen des humanitären Hilfsprogramms planen wir mittelfristige Unterkünfte für 100.000 Menschen auf einem Gebiet von drei Millionen Quadratmetern, zwei Feldkrankenhäuser, 10 Gesundheits- und Familiengesundheitszentren, Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung, sowie Nahrungsmittelhilfe in Form von frischen Erzeugnisse für die Gemeinden.”