Kriminalität
Gelsenkirchen: Schüsse auf türkischen Ladenbesitzer

Gelsenkirchen (nex) – Der Inhaber eines türkischen Supermarktes in Gelsenkirchen ist am Dienstag durch einen Schuss verletzt worden. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte betraten am Dienstag gegen 12:00 Uhr zwei bislang unbekannte Männer einen türkischen Supermarkt an der Ückendorfer Straße. Gegenüber der im Geschäft anwesenden Angestellten gaben sie sich als Lieferanten aus und verlangten nach dem Inhaber des Supermarktes. Als der telefonisch herbeigerufene 43-jährige Ladenbesitzer eintraf, begaben sie sich zusammen in sein Büro. Dort fiel ein Schuss, durch den der Inhaber am Bein verletzt wurde. Anschließend wurde noch ein zweiter Schuss in Richtung einer Angestellten abgegeben, welcher diese jedoch verfehlte. Daraufhin verließen die beiden Unbekannten das Ladenlokal und flüchteten in unbekannte Richtung. Die Gelsenkirchener Polizei hat eine Mordkommission eingerichtet. Die Ermittlungen dauern an. Die beiden Flüchtigen können wie folgt beschrieben werden: 1.Täter: ca. 30 Jahre alt, schlanke Statur, südländisches Erscheinungsbild, schwarzes nach hinten gegeltes Haar, schwarze kurze Jacke (Bomberjacke) und dunkle Schuhe. Zur Tatzeit hatte er einen Rucksack der Marke „East Pack“ bei sich. 2.Täter: ca. 40 Jahre alt und von schlanker Statur. Er hatte kurzes, schwarzes, gewelltes Haar und trug einen Vollbart. Bekleidet war er mit einem dunklen Wollmantel, Hemd und Business Schuhen. Bei der Tatausführung trug er einen kleinen Koffer oder eine kleine Tasche bei sich. Polizei und Staatsanwaltschaft suchen nun nach Zeugen, die Angaben zum Tatgeschehen, den Täter und/oder deren Aufenthaltsort machen können. Sachdienliche Hinwiese bitte unter den Rufnummern 0209/365-7171 (Mordkommission) oder – 8240 (Kriminalwache).

Ägyüten
Kairo: 29 Personen wegen Spionage für Türkei verhaftet

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Kairo (nex) – Die ägyptische Staatsanwaltschaft hat die Festnahme von 29 Personen, die verdächtigt werden, im Namen der Türkei spioniert und sich „einer terroristischen Organisation“ angeschlossen zu haben, angeordnet. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur MENA am heutigen Mittwoch. Laut geheimdienstlichen Ermittlungen habe die Gruppe illegal Telefonate aufgezeichnet und diese an türkische Nachrichtendienste weitergeleitet. Das angebliche Ziel der mutmaßlichen Agenten sei gewesen, den vor vier Jahren durch einen Militärputsch gestürzten Muslimbrüdern wieder an die Macht zu verhelfen, berichtet MENA. Die Staatsangehörigkeiten der Verdächtigen wurden nicht angegeben. Zudem würden sie auch der Geldwäsche und des illegalen Währungshandels beschuldigt. Nach Mohamed Mursis Sturz und anschließender Verhaftung im Juni 2013 hatten die ägyptischen Behörden die brutale Niederschlagung der Muslimbrüder gestartet, bei der bereits Hunderte Menschen getötet und Zehntausende inhaftiert wurden. Mursi hat des Öfteren bekräftigt, dass er den Militärputsch von 2013, der seine Amtsenthebung und Inhaftierung nach nur einem Jahr Amtszeit zur Folge hatte, nicht anerkenne. Ihm wird „Verschwörung gegen Ägypten“, „Spionage für Katar“ und „Beleidigung des Gerichts“ vorgeworfen. Die Beziehungen zwischen Ankara und Kairo sind seit der Entmachtung Mursis durch die ägyptische Armee angespannt. Mursi war der erste demokratisch gewählte Präsident Ägyptens.

Höchster Stand in 20 Jahren
Mexiko: 2371 Morde allein im Oktober

Mexiko-Stadt (nex) – Wie mexikanische Medien unter Berufung auf eine Meldung des Innenministeriums berichten, wurden in Mexiko allein im Oktober 2.371 Morde begangen. Das sei der höchste Stand seit Beginn der statistischen Erfassung von Tötungsdelikten vor 20 Jahren. Schon jetzt sei 2017 das blutigste Jahr in der jüngeren Geschichte des Landes. Seit Jahresbeginn wurden 23.968 Menschen Opfer von Mord und Totschlag, so die Mitteilung des Innenministeriums. Durchschnittlich würden in Mexiko jeden Tag 69 Menschen ermordet. Mit 22.852 Tötungsdelikten war 2011 das bisher blutigste Jahr. Zurückzuführen sei diese Entwicklung auf Machtkämpfe um die Vorherrschaft im Drogenhandel, nachdem viele Kartell-Chefs festgenommen oder getötet worden seien.

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Mexiko: 2017 schon sechs Journalisten ermordet

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New York
Türkische Serie „Kara Sevda“ gewinnt Preis bei International Emmy Awards

New York City (nex) – Die türkische Drama-Serie „Kara Sevda“ (Unendliche Liebe) wurde am 21. November bei den 45th International Emmy Awards mit dem Preis für die beste Telenovela ausgezeichnet. Die von Ay Yapım produzierte Serie ist die erste türkische Produktion überhaupt, die den prestigeträchtigen Preis gewonnen hat. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet, nahmen an der Preisverleihung in New York die Regisseurin der TV-Serie Hilal Saral, die Drehbuchautorin Burcu Görgün Toptaş und Ay Yapım-CEO Kerem Çatay teil. Mit den Schauspielern Burak Özçivit, Neslihan Atagül und Kaan Urgancıoğlu erlangte Kara Sevda weltweit große Popularität. Die TV-Serie wurde auch in viele Sprachen synchronisiert, darunter Italienisch, Persisch, Spanisch und Arabisch. Die 74 Folgen umfassende Serie wurde im Oktober 2015 uraufgeführt und lief bis Juni 2017. „Kara Sevda“ wurde in mehr als 60 Ländern ausgestrahlt. „Familie Braun“ beste Serie im Kurzformat Die deutsche Mini-Serie „Familie Braun“ wurde in der Kategorie „Kurzformat“ ausgezeichnet. „Die acht jeweils rund sechsminütigen Episoden der ZDF-Produktion drehen sich um das Mädchen Lara, ihre afrikanische Mutter und ihren Vater Thomas Braun, einen Neonazi. Da die Mutter nach dem One-Night-Stand in ihre Heimat Eritrea abgeschoben wird, muss der Vater sich in oft bizarren Situationen mit der dunkelhäutigen Tochter arrangieren“, schreibt der Deutschlandfunk. Der Brite Kenneth Branagh gewann den Preis für den besten Schauspieler, während die ebenfalls aus Großbritannien stammende Anna Friel den Preis für die beste Schauspielerin erhielt. Der International Emmy Award ist ein von der International Academy of Television Arts & Sciences verliehener Fernsehpreis im Rahmen der Emmy Awards. Die Organisation kürt alljährlich die besten, außerhalb der USA produzierten und ausgestrahlten Fernsehsendungen. Die Academy ist eine Organisation mit Mitgliedern aus über 60 Ländern und nahezu 500 Unternehmen. Sechzig Prozent des Vorstandsgremiums stammen aus Ländern außerhalb der Vereinigten Staaten und repräsentieren die weltweit größten Produktions-, Distributions- und Rundfunkunternehmen.

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Den Haag
„Schlächter von Bosnien“: Lebenslang für Ex-Armeechef Mladic

Den Haag (nex) – Der 75-jährige bosnisch-serbische Ex-Armeechef Ratko Mladic ist heute in Den Haag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter sprachen ihn am Mittwoch unter anderem für den Völkermord in Srebrenica 1995 schuldig. Bei der Urteilsverkündung vor dem UN-Tribunal in Den Haag sei der frühere bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladic wegen störender Zwischenrufe aus dem Gerichtssaal gebracht worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Während der Vorsitzende Richter Alphons Orie am Mittwoch das Urteil verlas, habe der 75-Jährige die Urteilsverkündung immer wieder durch Zwischenrufe unterbrochen. „Sie lügen, sie lügen“, habe Mladic geschriehen. Daraufhin habe Orie den Angeklagten aus dem Saal bringen lassen. Der Richter habe zuvor auch einen Antrag der Verteidigung abgelehnt, das Verfahren wegen Mladics hohem Blutdruck zu unterbrechen. Serben-Führer Karadzic bereit 2016 verurteilt Der frühere Führer der bosnischen Serben im jugoslawischen Bürgerkrieg der 1990er Jahre, Radovan Karadzic, wurde bereits im März vergangenen Jahres in Den Haag unter anderem wegen Völkermordes zu einer Haftstrafe verurteilt. Neben Völkermord wurden ihm auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. Karadzic wurde damals zu 40 Jahren Haft verurteilt, nachdem ihn der Internationale Strafgerichtshof der Vereinten Nationen für das frühere Jugoslawien (ICTY) des Genozids in Srebrenica für schuldig befunden hatte.

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Spanisch-palästinensisches Treffen
Dastis: Spanien wird Palästina anerkennen

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Madrid (nex) – Der spanische Außenminister äußerte am Montag die Hoffnung, dass sein Land Palästina „in den kommenden Monaten“ anerkennen werde, um die Friedensbemühungen im jahrzehntelangen israelisch-palästinensischen Konflikt zu fördern.   Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem palästinensischen Amtskollegen Riyad al-Maliki sprach Alfonso Dastis die Hoffnung aus, dass Spanien Palästina in den kommenden Monaten nach einem umfassenden Abkommen innerhalb der EU anerkennen werde. Al-Maliki begleitet den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas in der spanischen Hauptstadt Madrid. „Die Anerkennung des palästinensischen Staates sollte innerhalb der EU koordiniert werden und darauf abzielen, ein Friedensabkommen zwischen Israel und Palästina in der Zukunft zu unterstützen“, so der spanische Minister. Dastis bekräftigte Spaniens Eintreten für eine Zwei-Staaten-Lösung zur Behebung des israelisch-palästinensischen Konflikts. Al-Maliki unterstrich, dass Spanien und Palästina „zwei befreundete Länder“ seien, die zusammenarbeiteten, um Frieden und Entwicklung in der Region zu unterstützen. Israel besetzte während des arabisch-israelischen Krieges 1967 die Westbank einschließlich Ostjerusalems. Es annektierte 1980 die gesamte Stadt und bezeichnete es als die „ungeteilte und ewige Hauptstadt“ des jüdischen Staates – ein Schritt, der von der internationalen Gemeinschaft nie anerkannt wurde. Das Völkerrecht betrachtet das Westjordanland und Ostjerusalem als „besetzte Gebiete“ und hält alle jüdischen Siedlungsbauten für illegal.

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Nigeria
Anschlag auf Moschee: Mindestens 50 Tote

Mubi (nex) – Mindestens 50 Menschen sind bei einem Selbstmordanschlag am Dienstagmorgen auf eine Moschee in der Stadt Mubi im Nordosten Nigerias ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte sei der Attentäter ein Teenager gewesen. „Es war ein Selbstmordattentäter, der sich unter die Gläubigen mischte“, sagte Polizeisprecher Othman Abubaka. Als das Morgengebet stattfand, habe er einen Sprengsatz gezündet.  Bei dem Anschlag seien zahlreiche Menschen verletzt worden. Noch habe sich keine Gruppe zu dem Anschlag bekannt. Das Attentat trage allerdings die Handschrift der Terrorgruppe Boko Haram. Trotz der Behauptung der Regierung, die Gruppe besiegt zu haben, setzt Boko Haram seine tödlichen Angriffe auf meist zivile Ziele fort, hauptsächlich mit Selbstmordattentätern in abgelegenen Gebieten des Landes. Laut Medienberichten wurden am Sonntag sechs Bauern erschossen und anschließend auf einer Plantage im Bundesstaat Borno verstümmelt.

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Sondierungsverhandlungen
FDP-Vize Strack-Zimmermann: „Merkel hat Anliegen der FDP ignoriert“

Düsseldorf (ots) – FDP-Vize-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann wirft Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, während der  die Anliegen der FDP ignoriert zu haben. „Die Kanzlerin hätte eigentlich als Verhandlungsleiterin die Positionen zusammenbringen müssen. Aber bei zu vielen Themen hat sie die Anliegen der FDP nicht ernst genommen. Sie hat sie ignoriert“, sagte Strack-Zimmermann der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Merkel habe übersehen, dass es wie beim Soli und in der Energiepolitik Themen gibt, die für die FDP existenziell wichtig seien. Strack-Zimmermann betonte auch, ein Kompromiss bestehe darin, dass alle Seiten sich wiederfänden. „Wir haben uns aber überhaupt nicht wiedergefunden. Es gab vor allem Übereinkünfte der Union mit den Grünen.“ Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) fordert in der unklaren politischen Situation in Berlin eine starke Rolle des Parlaments. „Als Erstes muss der Bundestag anfangen zu arbeiten“, sagte der Politiker dem Hamburger Magazin „stern“, das nach dem Scheitern der Koalitionssondierungen sein Erscheinen in dieser Woche auf den Mittwoch vorgezogen hat. „Es macht ja keinen Sinn, dass hier 709 Abgeordnete rumsitzen, weil wir beispielsweise keine Aussschüsse haben“, sagte Kubicki. Das Parlament müsse mindestens arbeitsfähig sein. Am Dienstag war die Fraktion der Linken noch damit gescheitert, sofort alle Fachausschüsse einzusetzen. Der FDP-Vize wehrte sich gegen den Vorwurf, die FDP allein sei dafür verantwortlich, dass es jetzt wohl zu Neuwahlen kommen werde. Das liege nicht nur an der FDP. Den Vorwurf könne man genauso der SPD machen. „Ihr Weg in die Große Koalition wäre einfacher gewesen, als es Jamaika je war“, sagte Kubicki. Die Jamaika-Sondierung sei neben Sachfragen auch an fehlendem, gegenseitigen Vertrauen gescheitert. „Es gab kein menschliches Grundvertrauen.“ Wenn etwa grüne Abgeordnete über FDP-Politiker sagen würden, sie seien „Menschenfeinde, AfD-light, Populisten“, dann könne man nicht erklären, warum man zusammengehen solle.

Skandal in Norwegen
Türkische Majorin meldete NATO-Skandal

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Ankara (nex/tp) – Der Skandal beim NATO-Manöver „Trident Javelin 2017“ in Norwegen wurden von einer Majorin der türkischen Luftwaffe gemeldet. Laut dem Bericht des Habertürk-Journalisten Murat Bardakçı, hat die Majorin der Luftwaffe, Ebru Nilhan Bozkurt, den Skandal ihrem Vorgesetzten gemeldet. Inzwischen ist der Ruf nach Austritt aus der NATO wieder laut geworden. In der Parteilandschaft fordern inzwischen nicht nur AKP-Anhänger den Austritt aus der NATO, sondern nationalistische wie auch links- bis linksliberale Kräfte, bis hin zur oppositionellen CHP, dass die Türkei unter diesen Umständen nicht mehr länger der NATO angehören darf. Bardakçı zufolge bemekte Majorin Bozkurt während des Manövers im Chatverlauf einer eigens für die „Trident Javelin“-Simulation eingerichteten Social-Media-Chat mehrere Usernamen, die untereinander Nachrichten austauschten und dabei das Freund-Feind-Bild aufrechterhielten. Dabei soll unter anderem das Pseudonym „Trump“ im Chatverlauf als Freund, „Atatürk“ oder „RTErdogan“ dagegen als Feind aufgetreten sein, die wichtige strategische feindliche Informationen unter sich austauschen. Majorin Bozkurt soll daraufhin ihre Vorgesetzten über die Beobachtungen während des Manövers informiert und im Chat selbst angegeben haben, dass der türkische Staatspräsident ranghöchster politischer Oberbefehlshaber sei und dass sie dem Staatspräsidenten nichts nachsagen lassen werde. In der Konsequenz zog der türkische Generalstab rund 40 türkische Soldaten vom Manöver ab. In einer Stellungnahme erklärte Europaminister Ömer Çelik: „Das offizielle Ankara unterstrich, dass Missachtung gegenüber dem Gründer der Republik Türkei, Atatürk, und dem aktuellen Präsidenten Erdogan unannehmbar sei.“ NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg entschuldigte sich daraufhin seit Samstagabend bereits zum dritten Mal in 36 Stunden. Dieses Mal nicht mehr nur über eine öffentliche Erklärung und ein Schreiben an Staatspräsident Erdogan, sondern mit einem Telefonanruf beim Präsidenten selbst. Mit einer einfachen Entschuldigung sei es nicht getan, erklärte Erdogan dagegen und zeichnete schwere Zerwürfnisse innerhalb der NATO gegenüber der Türkei auf. So sei nicht nur auf der Höhe der Bedrohungen der türkischen Grenzregion durch den Krieg in Syrien, der Abzug von Raketenabwehrsystemen durch die NATO-Mitglieder ein bislang einmaliger Vorgang, sondern auch die Weigerungshaltung der NATO, Waffen-Technologien zu Teilen oder notwendige Ersatzteile für Waffen nicht zu liefern, weshalb man gezwungenermaßen u.a. auf russische Abwehrsysteme angewiesen sei, so Erdogan in einer Rede am Samstag. Der Vorfall im Joint Warfare Center der NATO im norwegischen Stavanger scheint mittlerweile aufgeklärt, berichten norwegische Medien. Ein türkischstämmiger norwegischer Offizier soll während der computergestützten Übung „Trident Javelin“ das Feindbild mit dem Porträt des Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk platziert haben, dazu noch versehen mit dem Namen des heutigen Staatspräsidenten Erdogan. Türkischen Medienberichten zufolge könnte es sich um ein FETÖ-Mitglied handeln. Derselbe Offizier habe demnach auch ein Twitterkonto mit dem Namen RTErdogan eröffnet. Dort setzte er bereits falsche Nachrichten über angebliche Entscheidungen Erdogans gegen die NATO in die Welt, was türkischen Militärs rasch auffiel. Der norwegische Offizier wurde noch am Freitag von seinen Vorgesetzten in der norwegischen Armee aus dem Übungszentrum entfernt. Dem Habertürk-Journalisten Murat Bardakçı zufolge wurde Ebru Nilhan Bozkurt Ende Dezember 2013 wegen mutmaßlicher Weitergabe von militärischen Geheiminformationen und Mitgliedschaft in der Ergenekon zu knapp sechs Jahren Haft verurteilt. Die sogenannten „Ergenekon“- und „Balyoz“-Prozesse, in der Hunderte Offiziere der türkischen Armee zu mehrjährigen bis lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt wurden, sind inzwischen revidiert worden, nach dem mehrere Berufungsgerichte die für die Anklagen vorgelegten Vorwürfe und Beweise als fingiert und manipuliert betrachtet haben. Bozkurt wurde daraufhin wieder in den Militärdienst aufgenommen und hat hier den Offiziersrang „Major“ erlangt. Die Justiz wirft der Parallelstruktur im Staat sowie der Gülen-Bewegung vor, die „Ergenekon“- und „Balyoz“-Mammut-Prozesse seit 2007 mit Absicht angestoßen zu haben, um weitere gegnerische Offiziere aus der Armee auszustoßen und die freigewordenen Stellen mit FETÖ-Offizieren zu besetzen und so die Armee, aber auch wichtige Schaltzentralen des Staates zu infiltrieren. Nach dem Skandal wird inzwischen der Ruf nach einem Austritt aus der NATO immer deutlicher. Nach 1968 und 1978 hat sich die Wahrnehmung unter den Türken über die NATO-Mitgliedschaft seit Jahren wieder deutlich negativ ausgeprägt. Von links- und linksliberalen Kräften, darunter auch den Oppositionsparteien CHP und Vatan, bis hin zu der AKP und MHP wird nach Jahrzehnten wieder ein Austritt verlangt. Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts PEW vom vergangenen Sommer fühlen sich 72 Prozent der Türken durch den Bündnispartner USA bedroht.

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Weltwährung
Kommentar: Zeit des Petro-Dollars geht unerbittlich ihrem Ende entgegen

Von Ernst Wolff Die sich überstürzenden Ereignisse in Saudi-Arabien und die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten haben das Potenzial, das globale Finanzsystem in seinen Grundfesten zu erschüttern, möglicherweise sogar zum Einsturz zu bringen. Die drei wichtigsten Ursachen sind die heikle wirtschaftliche, soziale und politische Lage Saudi-Arabiens, der sich beschleunigende wirtschaftliche Niedergang der Weltmacht USA und das sich abzeichnende Ende der Allmacht des US-Dollars. Die Entstehung des Petro-Dollars Ein Jahr nach der Gründung Saudi-Arabiens durch das Haus von Saud im Jahre 1932 sicherte sich Casoc, ein Tochterunternehmen des Rockefeller-Konzerns Standard Oil of California, für sechzig Jahre die Bohrrechte im Osten des Landes. Die Entdeckung riesiger Ölfelder in den Dreißiger und Vierziger Jahren machten Saudi-Arabien zum größten Ölexporteur der Erde. 1944 wurde Casoc in Aramco (Arabian American Oil Company) umbenannt, ab 1948 befand sich das Unternehmen im Besitz von vier US-Erdölkonzernen. Zwischen 1972 und 1980 wurde Aramco, mittlerweile zur größten Erdölfördergesellschaft der Welt aufgestiegen, von der saudi-arabischen Regierung verstaatlicht. Die USA akzeptierten das nur, weil das saudische Königshaus ihnen zeitgleich zusicherte, innerhalb der OPEC dafür zu sorgen, dass Öl weltweit nur noch in US-Dollar gehandelt wurde. Da sämtliche Staaten der Welt auf Öl angewiesen und aus diesem Grund gezwungen sind, einen Teil ihrer Devisenreserven in US-Dollar vorzuhalten, erlangte der US-Dollar so als Petro-Dollar neben seinem Status als globaler Leitwährung auch noch den der weltweit wichtigsten Reservewährung. Zudem bescherte der Kauf von US-Staatsanleihen und amerikanischen Waffen durch Saudi-Arabien der US-Wirtschaft eine zusätzliche Einkommensquelle. Zunehmende Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den USA Um die Jahrtausendwende begann sich das Verhältnis zwischen den beiden Staaten zu verändern. Das lag vor allem daran, dass die USA riesige Summen in das Fracking investiert hatten, sich so nach und nach zum direkten Konkurrenten Saudi-Arabiens auf dem Ölmarkt entwickelten und dem Verbündeten in dessen Augen immer weniger Respekt entgegen brachten. Unternahm die US-Regierung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 noch alle Anstrengungen, um Saudi-Arabien in Schutz zu nehmen (15 der 18 Attentäter hatten saudische Pässe, trotzdem wurde das Land von Washington nie als Angreifer beschuldigt), so änderte sich das Bild fünfzehn Jahre später gründlich: Das US-Repräsentantenhaus stimmte gegen den Willen von Präsident Obama einem Gesetzesentwurf zu, der den Opferfamilien des Anschlags vom 11. September erlaubt, das Königreich Saudi-Arabien auf Schadensersatz zu verklagen. Das Königshaus in Riad reagierte mit der Drohung, seinen gesamten Vorrat an US-Staatsanleihen auf den Markt zu werfen – eine nie zuvor gesehene Brüskierung des Verbündeten. Mittlerweile hat Saudi-Arabiens Führung mit weiteren Problemen zu kämpfen: Zum einen hat der niedrige Ölpreis die Devisenreserven rasant zusammenschmelzen lassen, zum anderen bestehen international große Zweifel an der Größe der verbleibenden Ölvorräte des Landes. Um seine Finanzprobleme zu lösen, wollte das Herrscherhaus einen Teil von Aramco an die Börse bringen, doch internationale Investoren zögern – zum einen wegen ihrer bis heute nicht ausgeräumten Zweifel an den angeblich riesigen Ölreserven des Landes und zum anderen wegen der weithin bekannten Korruptheit des Regimes. Unlösbare Probleme Das Königshaus hat sich aus diesem Grunde auf der Suche nach anderen Geldquellen China (Saudi-Arabiens wichtigstem Exportland) und Russland zugewandt. Das wiederum hat US-Präsident Trump veranlasst, Saudi-Arabien im Mai dieses Jahres einen überraschenden Besuch abzustatten, riesige Waffendeals abzuschließen und auf eine neue Annäherung mit der Monarchie zu setzen. Mit Mohammed Bin Salman (MBS) hat inzwischen ein Sohn von König Salman die Macht an sich gerissen, der alles auf eine Karte setzt. Dass US-Präsident Trump ihn seit seinem Coup mit allen Mitteln umgarnt, hat eine einfache Ursache: Die USA haben in den zurückliegenden Jahren im Nahen Osten zunehmend an Einfluss verloren und klammern sich an den einstigen Verbündeten. Aber wird MBS sein Land wieder an die USA binden? Langfristig sind Zweifel angebracht. Da ein erfolgreicher Börsengang von Aramco immer unwahrscheinlicher wird, muss MBS andere Geldgeber finden – und da steht China als Saudi-Arabiens größter Exportpartner bereit. Um einen solchen Deal zwischen Saudi-Arabien und China zu verhindern, hat Donald Trump MBS nun angeboten, den Aramco-Börsengang in New York vorzunehmen. Dahinter steckt möglicherweise die Idee, dass im Falle zu geringen Investoren-Interesses die FED als Geldgeber einspringen könnte – im Grunde nichts anderes als eine weitere finanzielle Verzweiflungstat der USA im Kampf gegen die schwindende Macht. Ausweg: Krieg? Was passiert, wenn Bin Salman seinen Machtkampf im Königshaus verliert? Das würde die Lage nicht wesentlich verändern, denn sein Nachfolger wäre sofort mit denselben Problemen konfrontiert und die lassen sich auf einen einfachen Nenner bringen: Hier kämpft ein Regime, das bisher zu den reichsten der Welt zählte, wegen seiner schwindenden Ressourcen, seines abnehmenden Reichtums und wachsender Opposition in der eigenen Bevölkerung um seine Existenz. Was aber bedeutet das Ganze für die USA? Egal, wie sich die Dinge entwickeln – die Zeit des Petro-Dollars geht unerbittlich ihrem Ende entgegen. Die USA verlieren somit eine der Stützen ihrer Weltherrschaft – die Macht, die ihnen die globale Reservewährung US-Dollar verleiht. Damit verbleibt ihnen neben der schwindenden wirtschaftlichen Bedeutung nur noch ihr Militär, das zurzeit allerdings noch das mit Abstand größte und mächtigste der Erde ist. Es ist nicht auszuschließen, dass mit MBS und Donald Trump zwei von der historischen Entwicklung zum Scheitern verurteilte Verbündete im puren Überlebenskampf zum äußersten Mittel greifen – der Entfachung eines größeren Krieges im Nahen Osten – entweder durch die Ausweitung des Jemen-Krieges, durch einen Angriff auf den Libanon, Katar oder Syrien oder schlimmstenfalls durch einen Angriff auf den Iran. Ein solcher Krieg würde den Ölpreis mit Sicherheit in die Höhe schnellen lassen und sowohl Saudi-Arabien, als auch den USA auf kurze Sicht finanziell nützen. Langfristig würde er allerdings keines der vorhandenen Probleme beseitigen, dafür aber neben kaum vorstellbarem menschlichem Leid die Gefahr eines nuklearen Infernos heraufbeschwören, das sich schnell zum Dritten Weltkrieg ausweiten könnte.

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Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor der Bücher “Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg und Finanz-Tsunami. Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.