Aleida Guevara March
Che Guevaras Tochter: Ich weiß mit der Waffe umzugehen

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Berlin (ots) – Die marxistische Ärztin und Tochter Ernesto Che Guevaras, Aleida Guevara March, ruft die Länder der sogenannten dritten Welt auf, sich ein Beispiel an ihrem Heimatland Kuba und den revolutionären Ideen ihres berühmten Vaters zu nehmen. „Wenn alle Länder sich ihrer Ressourcen bemächtigen, sie nicht mehr verschenken, sondern sie zu fairen Konditionen verkaufen, was müssten dann die USA alles aufbringen, um ihren Lebensstandard zu halten?“, erklärt sie im Gespräch mit der Tageszeitung junge Welt, warum die Vereinigten Staaten immer noch so viel Angst vor dem Karibikstaat haben, dass sie auf dessen Blockade beharren. „Ich bin Ärztin, dafür ausgebildet, Leben zu retten, aber ich weiß auch mit der Waffe umzugehen und schieße ganz ordentlich. Ich werde jeden Quadratzentimeter meines Heimatlandes verteidigen, um jeden Preis.“ Das einzige, das sie in ihrer Beziehung zu ihrem Vater bedauert, ist, dass sie zu seinen Lebzeiten zu jung war, »um seinen Weg gemeinsam mit ihm zu gehen«. Das Leben von Ernesto Che Guevara ist ihr, genau wie tausenden kubanischen Kindern, wie sie sagt, tägliches Vorbild. Auch deshalb kämpft sie gegen die Vermarktung und den Missbrauch seines Konterfeis. Diesen Umgang wünschen wir uns mit Che. Nicht, ihn in ein kommerzielles Abbild zu verwandeln, sondern, ihn in die Tat umzusetzen“, sagte sie der jW.

Rechtsextremismus
Mölln 1992: Neonazis ermorden drei Türkinnen

Mölln (nex) – Der damals 19-jährige Lars C. und der 25-jährige Michael P. werfen Brandsätze in zwei Häuser in Mölln, die von türkischen Familien bewohnt werden. In einem der Häuser sterben zwei Mädchen – die 14-jährige Ayse Yilmaz und die zehnjährige Yeliz Arslan – sowie die 51 Jahre alte Bahide Arslan. Neun Menschen werden bei den Bränden schwer verletzt. In Mölln kamen heute Hinterbliebene, Politiker und Kirchenvertreter zum Gedenken zusammen. Darunter waren die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), und der türkische Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin.
„Die entsetzlichen Brandanschläge in meiner Heimatstadt Mölln haben unsere Stadt verändert und mich persönlich politisch sehr geprägt. Rechtsextremistische Gewalt ist leider auch heute wieder ein großes Problem, dem wir uns als Gesellschaft mit aller Entschiedenheit entgegenstellen müssen“, so Grünenpolitiker Konstantin von Notz gegenüber LOZ News am Donnerstag.
In der Nacht des 23. November 1992 hatten zwei Neonazis zwei Häuser im Zentrum von Mölln in Brand gesetzt, dessen Ziel die türkischen Bewohner der Häuser gewesen waren. Die Täter, Lars Christiansen und Michael Peters, riefen unmittelbar nach dem Anschlag stolz bei der Polizei an. Ihre Bekenneranrufe beendeten sie mit „Heil Hitler“. Beide Männer sind längst wieder auf freiem Fuß. Der Anschlag in Mölln ist der erste rassistisch motivierte Anschlag im vereinigten Deutschland, bei dem Menschen sterben. Am 29. Mai 1993 folgten die tödlichen Anschläge im nordrhein-westfälischen Solingen, bei denen fünf Menschen ums Leben kamen. Jedoch sei es laut Mustafa Yeneroğlu, dem Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses der Großen Nationalversammlung der Türkei, bereits im Jahre 1982 in der Stadt Wolfenbüttel zu einem Brandanschlag gekommen, bei der eine türkische Mutter und ihre drei Kinder ums Leben kamen.
„Leider ist diese Katastrophe in Mölln weder die erste noch die letzte. Am 22. November 1982 kamen in Wolfenbüttel nach einem Brandanschlag eine türkische Mutter und drei Kinder ums Leben, drei weitere Menschen wurden bei dem Anschlag schwer verletzt“, so Yeneroglu in einer Mitteilung.
Drei Monate vor den Anschlägen in Mölln hatten rechte Randalierer bei Ausschreitungen in der ostdeutschen Stadt Rostock zudem ein überfülltes Asylbewerberheim belagert und schließlich unter dem Applaus von Anwohnern Brandsätze auf ein Ausländerwohnheim geworfen.

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– „Selbstanzündungs-Theorie“ – Anwältin Oury Jallohs fordert die Wiederaufnahme des Verfahrens

Die Rechtsanwältin Gabriele Heinecke nennt das Vorgehen der Staatsanwaltschaft Halle im Verfahren zur Aufklärung des verstorbenen Oury Jalloh „skandalös und intransparent“.

Anwältin Oury Jallohs fordert die Wiederaufnahme des Verfahrens
 

International Robot Exhibition
Roboter: Japan deckt 52 Prozent der weltweiten Nachfrage

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Frankfurt/Tokio (nex) – Japan ist die weltweite Nummer eins unter den Herstellern von Industrie-Robotern. Die Produktionskapazitäten von Nippon erreichten 2016 mit 153.000 Einheiten einen neuen Rekord. Die japanischen Unternehmen decken aktuell 52 Prozent der weltweiten Nachfrage ab. Dies sind Ergebnisse der International Federation of Robotics (IFR), die im Vorfeld der International Robot Exhibition (iREX) in Tokio vom 29. November bis 2. Dezember 2017 veröffentlicht wurden. „Japan ist ein hochautomatisiertes Land, in dem sogar Roboter von Robotern gebaut werden“, sagt Joe Gemma, Präsident der International Federation of Robotics (IFR). „Wie die Statistik zeigt, treibt die Automation den Roboter-Export und gleichzeitig die Inlandsinvestitionen kräftig an. Der Roboterabsatz in Japan stieg 2016 um 10 Prozent auf rund 39.000 Einheiten – und erreichte damit den höchsten Stand der letzten zehn Jahre.“ Japan stark im Export Japan exportierte 2016 insgesamt knapp 115.000 Industrieroboter im Wert von 309 Milliarden Yen (ca. 2,7 Milliarden US-Dollar) – das mit Abstand größte Ausfuhrvolumen in einem Jahr. Die Exportquote stieg von 72 Prozent auf 75 Prozent (2011-2016). Die wichtigsten Exportregionen: Nordamerika, China, Korea und Europa. Die japanischen Importe von Robotern sind dagegen mit nur etwa 1 Prozent der Installationen extrem niedrig. Entsprechend erzielten ausländische Roboterlieferanten in Japan nur ein geringes Umsatzvolumen. Für die japanischen Hersteller hat sich der Heimmarkt seit der Finanzkrise 2009 dagegen kräftig erholt. Automotive und Elektro-/Elektronikindustrie führend Die Automobilindustrie bildet den größten Zielmarkt für Industrieroboter in Japan mit einem Anteil von 36 Prozent der gesamten Nachfrage. Die Zahl der an Automobilhersteller verkauften Einheiten stieg im Vergleich zu 2015 um 48 Prozent (2016:5.711 Einheiten). Die Aussichten bleiben positiv: Japanische Automobilzulieferer sind in der Produktion von Hybrid-Autos führend und investieren verstärkt in automatisierte Antriebstechnologien. Zudem werden weitere Investitionen folgen, um Gewicht und Energie mit neu zu entwickelnden Werkstoffen einzusparen. Der fortschreitende Abbau der Produktionskapazitäten im japanischen Heimatmarkt dürfte sich zwar negativ auf die Inlandsnachfrage nach Robotern auswirken. Umgekehrt nehmen die Auslandsinvestitionen weiter zu. Die japanischen Autokonzerne bauen ihre Produktionsstätten insbesondere in China, aber auch in anderen asiatischen Ländern sowie den USA und Mexiko zunehmend aus. Nach dem starken Wachstum in der Elektro-/Elektronikindustrie im Jahr 2015 (11.659 Industrie-Roboter) folgte 2016 ein Rückgang um 7 Prozent. Allerdings hat die Elektro-/Elektronikindustrie vorzugsweise in Produktionsanlagen im Ausland investiert. Mit der steigenden Nachfrage nach Chips, Displays, Sensoren, Batterien und anderen Technologien rund um die Elektromobilität sowie die Industrie 4.0 (Vernetzte Industrien) ist mit weiterem Engagement in diesem Bereich zu rechnen. Die beiden wichtigsten Absatzbranchen für Industrie-Roboter in Japan – Automotive und Elektro/Elektronikindustrie – kommen gemeinsam auf einen Anteil von 64 Prozent am Gesamtangebot (2016). Der Umsatz mit Robotern stieg in beiden Sektoren um 8 Prozent. In allen anderen Branchen stieg der Markt insgesamt um 14 Prozent. Japan-Ausblick 2020 Die japanische Wirtschaft profitiert von der gestiegenen Auslandsnachfrage, insbesondere aus China. Dazu kommen die expansive Geldpolitik der Bank of Japan und der schwache Yen. Auf Grundlage der Prognosen der Japanese Robot Association (JARA) erwartet die IFR bei den Installationen im Heimatmarkt ein Plus von rund 10 Prozent für 2017. Zwischen 2018 und 2020 ist bei einer Fortsetzung der konjunkturellen Erholung in Japan mit einem weiteren durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 5 Prozent zu rechnen. iREX International Robot Exhibition Tokio – 29. November bis 2. Dezember 2017 Die Internationale Robotermesse iREX in Tokio wurde erstmals 1974 veranstaltet und wird seither alle zwei Jahre ausgerichtet – in diesem Jahr zum 22. Mal. Im Jahr 2015 nahmen 446 Unternehmen und Organisationen an der iREX teil. Mit 1.882 Ständen erzielte die 22. iREX einen neuen Rekord und zählt zu den wichtigsten Robotermessen weltweit.

Saudi-Arabien
Bericht: US-Söldner foltern Milliardär Prinz Al-Walid bin Talal

Riad (nex) – Saudische Prinzen und Geschäftsmänner, die Anfang des Monats während eines Machtkampfes verhaftet worden waren, wurden von US-Söldnern gefoltert. Wie eine britische Tageszeitung berichtet, befinde sich unter den Opfern  auch Twitter-Teilhaber Milliardär Prinz Al-Walid bin Talal. Nach den Festnahmen Anfang November seien sie „beleidigt, geschlagen und an den Füßen hängend“ von privaten US-Sicherheitsleuten gefoltert worden, so eine namentlich nicht genannte Quelle gegenüber der britischen Tageszeitung Daily Mail. Man habe sie brechen wollen. Bei wichtigen Themen habe sie Kronprinz Salman sogar selbst befragt, der zu ihnen sehr nett gesprochen habe. Aber sobald er den Raum verlassen habe, hätten die Beleidigungen und Folter durch die Sicherheitsleute begonnen. Die Söldner gehörten laut Daily Mail zu der berüchtigten Sicherheitsfirma „Blackwater“. Der verhaftete Milliardär Prinz Al-Walid bin Talal gehört in Saudi-Arabien zu den größten Kritikern des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg hat Talal innerhalb von nur 48 Stunden nach seiner Festnahme mehr als eine Milliarde US-Dollar verloren.

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Finanzierungsprogramme für Frauen
Türkei: EU und Ankara unterstützen gemeinsam Frauenprojekt

Ankara (nex) – Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE), die türkische Agentur für Arbeit (İŞKUR), die EU-Delegation in der Türkei sowie das Ministerium für Arbeit und soziale Sicherheit haben am gestrigen Mittwoch auf einer Veranstaltung in Ankara die positiven Auswirkungen des gemeinsamen Programms „Finanz- und Beratungsprogramme für Frauen“ erörtert. 2014 verpflichtete sich die EBWE, die Unternehmertätigkeit von Frauen in der Türkei zu fördern, indem sie den lokalen Banken 300 Millionen Euro in zweckgebundenen Kreditlinien für die Weiterleitung an von Frauen geführte Unternehmen zusagte. Um Möglichkeiten für von Frauen geführte Unternehmen zu schaffen, erschwingliche Finanzierungen von lokalen Banken zu erhalten, schloss sich die EBWE mit fünf wichtigen türkischen Kreditgebern zusammen – Garanti Bank, QNB Finansbank, TEB, İş Bank und Vakıfbank. Durch ihre weit verzweigten Filialnetze wurden in 79 von 81 türkischen Provinzen Kredite in Höhe von durchschnittlich 15.000 Euro an 14.400 Unternehmen vergeben, teilte die Bank mit. Zwei Drittel der bisher bereitgestellten Finanzierungen wurden an Unternehmen außerhalb der großen Metropolen Istanbul, Izmir und Ankara weitergeleitet, so die Organisationen in einer gemeinsamen Mitteilung. Die EU und die türkische Regierung haben sich mit 38 Millionen Euro an der Finanzierung beteiligt. Gebermittel ermöglichten es den Partnerbanken, Anpassungen vorzunehmen, um den Bankenmarkt für Frauen besser zu bedienen. Eines dieser Merkmale ist die Erstverlust-Risikodeckung, die Kredite weniger risikoreich und damit erschwinglicher macht. Die Mittel der EU und der türkischen Regierung haben auch dazu beigetragen, 340 von Frauen geführten Unternehmen in 42 türkischen Provinzen mit lokalen und internationalen Beratern zu verbinden, die ihnen geholfen haben, ihre Unternehmen auszubauen und ihnen Fort- und Weiterbildungen zu ermöglichen. Allein durch Beratungsleistungen konnten 800 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, wobei viele Unternehmen eine deutliche Umsatzsteigerung verzeichneten. Die Schaffung von Möglichkeiten für diejenigen, die keinen Zugang zu erschwinglichen Finanzierungsmitteln haben, darunter Unternehmerinnen, Flüchtlinge und Unternehmen in abgelegeneren Regionen, ist eine Priorität für die EBWE in der Türkei, erklärte die Bank.  

Internationale Küche
Türkische Küche besteht nicht nur aus Döner

Istanbul (nex/tp) – Kebab bezeichnet alle Gerichte, in denen Fleisch gegrillt oder gebraten werden. Um alle Kebab-Köstlichkeiten auch voneinander unterscheiden zu können, werden die Kebab-Gerichte beispielsweise nach Ortschaften benannt: Adana-Kebab, Iskender-Kebab oder Tokat-Kebab sind vielen bekannt. Wie immer sie auch heißen, alle Kebab-Varianten unterscheiden sich nicht nur im Aussehen und der Zubereitung, sondern auch im Geschmack und sie spiegeln die türkische Küche nur ansatzweise wider. Die türkische Küche ist die Fortsetzung der osmanischen Küche. So vielfältig sich das Osmanische Reich zusammensetzte, so unterschiedlich sind auch die Gerichte. Die Vielfalt kann man auch daran erkennen, dass das eine Dorf die in der Türkei bekannte „Tarhana„-Suppe anders zubereitet und diese anders schmeckt als im zehn Kilometer entfernten anderen Dorf. Betrachtet man die „Tarhana“-Suppe regional, werden die Unterschiede sogar so gravierend, dass man geneigt ist, den Koch oder die Köchin zu fragen, um was für eine nahrhafte Suppe es sich dabei handelt. International bekannt ist die türkische Küche vor allem wegen Döner, Kebab, Köfte oder Lahmacun. Weniger bekannt sind dafür Spitzenköche aus der Türkei. War es beizeiten eher die Mundpropaganda, mit der Restaurants weitere Kunden an sich ziehen konnten, sind es in der geschäftstüchtigen schnellen Welt Restaurantführer, die einem zeigen, wo es das beste Essen gibt. Den Anfang machte „Michelin“ bereits im Jahre 1900 in Frankreich. Der Restaurantführer zeichnete dabei Restaurants, die zunächst auf Frankreich begrenzt waren, aus. Die Initiatoren André und Édouard Michelin stießen so auf eine Marktlücke. Heute ist der „Rote Michelin“ eine der begehrtesten Auszeichnungen für einen Chefkoch beziehungsweise ein Restaurant, seit 1961 auch in Deutschland: Je mehr Michelin-Sterne, desto besser, und drei Sterne stehen für Spitzenklasse. Daneben gibt es seit geraumer Zeit auch den Restaurantführer „The World’s 50 Best Restaurants“, die vom „Diners Club“ gesponsert wird. Seit 2002 zeichnet das Restaurant-Magazin die weltbesten Restaurants aus. Der Titel täuscht jedoch, denn die Liste ist nicht auf 50 begrenzt, es werden insgesamt  weltweit jährlich ausgezeichnet. Zur Erstellung der Liste wurde die Welt in 26 Regionen unterteilt, in der jeweils 36 Fachleute zuständig sind. Zu diesen gehören neben Restaurantkritikern auch Chefköche wie Paul Bocuse, Ferran Adrià und René Redzepi. Dieses Jahr führt das Restaurant „Eleven Madison Park“ in New York die Rangliste an, gefolgt von „Osteria Francescana“ in Modena und „El Celler de Can Roca“ aus Spanien. Auf Platz 51 rangiert das türkische Restaurant „Mikla“ in Istanbul, das sich seit Jahren in der Liste der 50 besten Restaurants halten konnte. Hier bietet Chefkoch Mehmet Gür Gerichte wie „Trakya Kivircik“, eine Lammkeule auf geräucherten Auberginen oder regionale Spezialitäten wie „Tuzlu-Yogurt“, „Kayseri Pastirma“ oder „Erik Pestili“. Er wolle die traditionelle osmanische Küche wiederbeleben und neu definieren, um sie für die Nachwelt zu erhalten, sagt Gür. Dafür reist er quer durch die Türkei und entdeckt dabei lokale Köstlichkeiten, um zum Beispiel den extrem langsam gegarten Zackenbarsch mit gerösteten Tomaten, Kapern, Halhal-Oliven, Schnittlauch und Feigenviniagrette aufzutischen. Neben „Mikla“ hat sich auch das Restaurant „Neolokal“ in „The World’s 50 Best Restaurants“ etabliert. Chefkoch Maksut Askar bereitet hier anatolische Gerichte zu, die in der alltäglichen türkischen Küche gern gegessen werden wie Mücver oder gebratene Innereien. Askar ist starker Befürworter des bewussten, genussvollen regionalen Essens. Wenn Sıe bodenständigere türkische Küche bevorzugen, dann sind Sie bei ‚Çiya‘ in Istanbul laut „The World’s 50 Best Restaurants“ gut aufgehoben. Chefkoch Musa Dagdeviren betreibt seit 1998 ein ursprünglich gebliebenes türkisches Restaurant, in der regionale wie überregionale Speisen zu finden sind. Dagdeviren macht aber am liebsten saure Lammkoteletts aus seiner Heimatregion. Diese werden mit Quitten, Paprikapaste, Granatapfelsaft mariniert und dann auf Holzkohle gegrillt. Das Restaurant selbst, das unter den weltbesten 100 Restaurants aufgelistet wurde, ist dabei jedoch bodenständig geblieben. Einfache Holzstühle mit funktionellen Holztischen können beim ersten Besuch schon mal Zweifel wecken, aber die Atmosphäre und die überaus exzellente Küche haben Zehntausende Istanbuler sowie die Jury der „The World’s 50 Best Restaurants“ überzeugt. Und weil man auch in der Türkei gerne isst und trinkt und der Restaurantführer „Rote Michelin“ es bis in die Türkei noch nicht geschafft hat, gibt es seit Jahren das türkische Pendant dazu: die von der Tageszeitung „Hürriyet“ jährlich herausgebrachte „Incilli Gastronomi Rehberi“. Am vergangenen Mittwoch stellte die „Hürriyet“ die Ausgabe für 2017 vor, in der insgesamt mehr als 250 Restaurants gekürt oder aufgelistet werden. Diesmal erhielt ein türkisches Restaurant die heißbegehrten „vier Perlen“: natürlich wieder „Mikla“. 29 weitere Restaurants bekamen drei Perlen, 80 weitere zwei Perlen und 170 jeweils eine Perle.

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– Internationale Küche – Türkei: Uşaks Tarhana-Suppe soll die Welt erobern

Die in der türkischen Küche sehr beliebte Tarhana-Suppe (Tarhana Çorbası) wird gebietsweise unterschiedlich zubereitet und ist ein urtürkisches Gericht, das auf die umherziehenden Nomadenstämme zurückgeht.

Türkei: Uşaks Tarhana-Suppe soll die Welt erobern
 

Türkei
Malatya: Häuser von Aleviten gekennzeichnet

Istanbul (nex/tp) – In der ostanatolischen Stadt Malatya haben Unbekannte in der Nacht auf Mittwoch im Stadtteil Cemal Gürsel insgesamt 13 Haus- und Wohnungstüren sowie Fassaden mit roten Kreuzen markiert. Die alevitische Gemeinde des Stadtteils zeigt sich besorgt über den Vorfall. Das Polizeipräsidium von Malatya bestätigte den Vorfall und gab an, den Vorfall zu verfolgen und mit den Anwohnern im Gespräch zu sein. Die Kennzeichnung von Häusern ruft bei der alevitischen Gemeinde Ängste hervor, weil es an die Pogrome von Kahramanmaras im Jahre 1978 erinnert. Die in unregelmäßigen Abständen auftretenden Kennzeichnungen von Häusern in denen vorwiegend Aleviten wohnen, war landesweit seit knapp zwei Jahren nicht mehr beobachtet worden, bis am Mittwoch die Anwohner von Malatya erneut mit Kreuzen auf ihren Häusern und Wohnungen konfrontiert wurden. Mit den Vorfällen hatte sich bereits das Parlament beschäftigt. Auch die Polizei konnte Anfangs keine Erfolge vorweisen und die Verantwortlichen stellen. In Istanbul wurden dann Anfang 2013 Verdächtige verhaftet. Zuvor waren innerhalb weniger Wochen in Istanbul, aber auch in anderen landesteilen, Häuser gekennzeichnet worden, die von Aleviten bewohnt waren. Die Serie von Schmierereien, die vorwiegend im Jahre 2011 und 2012 zunahm, hatte zuletzt die Metropole Istanbul erreicht. Hier hatten Unbekannte Anfang 2012 mehrere Häuser im Stadtviertel Güzeltepe mit unterschiedlichen Schmierereien gekennzeichnet. In einem Fall konnte die Polizei feststellen, dass sich Jugendliche einen Streich erlaubt hatten. Anfang 2013 gelang es der Polizei in Istanbul, drei Personen zu verhaften, die mit den Schmierereien in Verbindung standen. Sie wurden bereits verurteilt. Laut türkischen Medien stellte sich heraus, das zwei der Verdächtigen Mitglieder des Pir Sultan Abdal Kulturvereins waren, der dritte Beteiligte ein Mitglied der linksextremistischen Terrororganisation DHKP-C. Das namentlich nicht genannte DHKP-C Mitglied hatte die Kennzeichen zusammen mit den anderen Tätern zu Provokationszwecken in Istanbuler Stadtteilen auf Häuserfronten geschmiert. Die Polizei stellte bei ihren Ermittlungen fest, dass sämtliche Häuser ausnahmslos von Aleviten bewohnt waren und dass diese Kenntnisse von jemandem stammen mussten, der sich in diesen Gemeinden auskennt, weshalb man nach den Tätern auch dort zu ermitteln begann. Nach einer mehrere Wochen anhaltenden Observation, konnte man auch festgestellt, dass die selben Personen Flugblätter verteilten, um die alevitische Gemeinde zu mobilisieren. Die Polizei griff dann in Istanbul und Mersin zu, verhaftete drei Personen und stellte auch Farbdosen, Pinsel sowie Propagandamaterial sicher. Die Landeskriminalbehörde hatte daraufhin die Ermittlungen auf die DHKP-C konzentriert, da im Jahr 2012 20 Fälle in Istanbul und Mersin, sowie allein in Adıyaman (März 2012) 45 Fälle registriert wurden, in denen alevitische Häuser beschmiert wurden. Die Terrororganisation, so teilte das Landeskriminalamt mit, wolle zu Propagandazwecken mit Flugblättern und organisationsnahen Medien auf die Vorfälle aufmerksam machen und die alevitische Gemeinde mobilisieren.

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– Aleviten in der Türkei – Türkei: Mindestens 80 Prozent aller alevitischen Gotteshäuser in der Ära Erdoğan errichtet

Zwischen 80 und 90 Prozent aller in der Türkei errichteten alevitischen Cemhäuser wurden in den vergangenen 13 Jahren erbaut, teilt Vizepremier Elvan mit. In Kürze werden Arbeitsgruppen ihre Tätigkeit aufnehmen, die künftig bei der Lösung von Problemen, welche die alevitischen Gemeinden betreffen, eine entscheidende Rolle spielen sollen.

Türkei: Mindestens 80 Prozent aller alevitischen Gotteshäuser in der Ära Erdoğan errichtet
 

Düsseldorf
Bei Uniper fallen 2000 Stellen weg

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Düsseldorf (nex) – Nach langen Verhandlungen steht der Stellenabbau bei Uniper fest. „Insgesamt werden bei Uniper bis Ende 2018 rund 2000 der ursprünglichen 14.700 Stellen wegfallen“, sagte Uniper-Finanzvorstand Christopher Delbrück der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Über ein Drittel davon seien Stellen von Mitarbeitern, die etwa bei Eon verblieben sind, die bei der Schließung von Kraftwerks-Blöcken wie im Rotterdamer Hafen abgebaut wurden oder die aus Desinvestitionen resultieren. „Die weiteren 1250 Stellen entfallen auf das Effizienzprogramm Voyager. Der weit größte Teil dieser Stellen ist bereits abgebaut, die verbleibenden werden bis Ende 2018 folgen“, so Delbrück weiter. Er betonte: „Wir sind sehr froh, dass wir den Stellenabbau, der für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit von Uniper nötig ist, sozialverträglich gestalten. Hierzu nutzen wir Instrumente wie die Streichung frei werdender Stellen aufgrund natürlicher Fluktuation, Altersteilzeit und Abfindungen. In konstruktiven Verhandlungen haben wir uns mit der Mitbestimmung darauf verständigt.“ Betriebsrats-Chef Harald Seegatz sagte der Redaktion: „Nach großem persönlichen Einsatz aller Beteiligten haben wir endlich einen tragfähigen Kompromiss auf betrieblicher und tariflicher Ebene erreicht.“

Den Haag
Ratko Mladic zu lebenslanger Haft verurteilt

Von Thomas Bernhard
Der 74-jährige Mladic wurde wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges (1992 bis 1995) verurteilt.
Kurz vor der Urteilsverkündung war Mladic auf Anweisung des Vorsitzenden Richters Alphons Orie wegen seiner Zwischenrufe aus dem Gerichtssaal gebracht worden
„Sie lügen“, schrie der 74-Jährige Angeklagte während der Urteilsverlesung mehrmals in Richtung von Richter Orie und wurde nach mehrmaligem Stören dann von der weiteren Verhandlung ausgeschlossen. Die Verteidigung hatte zuvor erfolglos gefordert, die Urteilsverkündung abzukürzen, weil der Blutdruck des Angeklagten gefährlich hoch sei.
Das Gericht setzte die Verlesung des Urteils ohne Mladic fort. Ratko Mladic war 2011 nach 16 Jahren auf der Flucht festgenommen worden. Nach seiner Festnahme war er vor dem Tribunal wegen der Vorwürfe “Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in insgesamt elf Fällen“ angeklagt worden.
Als Oberkommandant der bosnischen Serben war Mladic, der Anklage zufolge, hauptverantwortlich für Vertreibungen, Folter, Mord und Vergewaltigungen. Die schwerwiegendsten Vorwürfe waren: Die über drei Jahre dauernde Belagerung von Sarajevo mit tausenden Todesopfern. Misshandlung von Gefangenen in Internierungslagern; Terrorkampagne gegen Kroaten und Muslime in bosnischen Kommunen, die Geiselnahme von UN-Soldaten; sowie der Völkermord von Srebrenica.
Serbische Einheiten hatten 1995 die damalige UN-Schutzzone Srebrenica überrannt und rund 8.000 muslimische Männer und Jungen ermordet. Es war das schlimmste Kriegsverbrechen nach 1945 in Europa. Maldic war danach als „Schlächter vom Balkan“ bezeichnet worden. Vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal für das frühere Jugoslawien in Den Haag wurde dann diesbezüglich Anklage gegen 20 Männer für die Verbrechen in Srebrenica erhoben.
Bisher wurden 15 Angeklagte für schuldig befunden. Es gab einen Freispruch. Ein Angeklagter starb während des Prozesses. Drei Männer wurden bislang zu lebenslanger Haft verurteilt. Darunter ist Vujadin Popovic, Ex-Sicherheitschef des berüchtigten Drina-Korps der bosnisch-serbischen Armee. Andere ehemalige hohe bosnisch-serbische Offiziere wurden inzwischen wegen Beihilfe zum Genozid zu Haftstrafen von bis zu 35 Jahren verurteilt.
Der frühere Präsident Jugoslawiens, Slobodan Milosevic, starb vor Abschluss des Prozesses 2006 in seiner Zelle in Den Haag. In ihrem Plädoyer hatte die Anklageseite dann auch für Mladic eine Verurteilung zu lebenslanger Haft beantragt und dabei, unter anderem erklärt:
“Das Ziel von Mladic war ein ‚ethnisch reines Großserbien‘. Es wäre eine Beleidigung der Opfer – lebend oder tot – und ein Affront gegen die Justiz, eine andere Strafe zu verhängen als die rechtlich schwerstmögliche: Lebenslang“. Dieser Meinung waren auch einige Dutzend Angehöriger von Mladic‘ Opfer, die zur Urteilsverkündigung nach Den Haag gekommen waren. „Die Höchststrafe ist eine Form von Gerechtigkeit“, sagte die Vizepräsidentin der ‚Mütter von Srebrenica‘, Kada Hotic (72). Mladic war Oberkommandant der bosnischen Serben während des Krieges mit etwa 100 000 Todesopfern und über zwei Millionen Vertriebenen. Die Richter unter Vorsitz des Niederländers Alphons Orie sahen die Schuld des Angeklagten als dann auch zweifelsfrei als erwiesen an.
Im vergangenen Jahr war Mladics engster Vertrauter, der bosnische Serbenführer Radovan Karadzic, für eine fast identische Anklage zunächst zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Karadzic und die Anklage hatten dann Berufung gegen das Urteil eingelegt.
Der 2012 begonnene und nunmehr, voraussichtlich, beendete Prozess gegen Mladic war der letzte des Tribunals, das zum Jahresende seine Arbeit nach 24 Jahren beendet. Noch laufende und zukünftige Berufungsverfahren werden dann von einer neuen Instanz in Den Haag übernommen und entschieden. Unter internationalen Beobachtern des Prozesses gilt es als sicher, dass auch Mladic gegen das Urteil Berufung einlegen wird.

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– Srebrenica-Massaker – Gericht: Niederlande mitverantwortlich für Todesopfer beim Massaker in Bosnien

Der niederländische Staat ist mitverantwortlich für Todesopfer beim Massaker in Srebrenica (Bosnien) vom Juli 1995.

Gericht: Niederlande mitverantwortlich für Todesopfer beim Massaker in Bosnien

"Selbstanzündungs-Theorie"
Anwältin Oury Jallohs fordert die Wiederaufnahme des Verfahrens

Berlin (ots) – Die Rechtsanwältin Gabriele Heinecke nennt das Vorgehen der Staatsanwaltschaft Halle im Verfahren zur Aufklärung des verstorbenen Oury Jalloh „skandalös und intransparent“. Das erklärte Heinecke im Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“. Die Familie Jalloh habe jüngst einen Strafantrag gestellt, um ihr „Strafverfolgungsinteresse zu betonen“, so Heinecke. Der aus Sierra Leone stammende Mann war 2005 unter ungeklärten Umständen in einer Dessauer Polizeidienststelle gestorben. Im Interview berichtet Gabriele Heinecke über neue Erkenntnisse in dem Fall, von denen sie durch Akteneinsicht erfuhr. Demnach plädierte der ehemalige Ermittlungsleiter und Oberstaatsanwalt Folker Bittmann dafür, der These nachzugehen, dass Dritte am Tod Jallohs beteiligt waren. Zuvor hatte er selbst die „Selbstanzündungs-Theorie“ akzeptiert. Seine Meinungsänderung geht laut Heinecke auf Erkenntnisse aus neuen Gutachten von Experten wie Brandsachverständige, Rechtsmediziner und Toxikologen zurück. Die Experten seien „schon Anfang des Jahres 2017 überwiegend zu der Überzeugung gekommen, dass Oury Jalloh nicht selbst Feuer gelegt haben und daran gestorben sein kann“, sagt Heinecke gegenüber „nd“.

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(Archiv)

– NSU-Zeugensterben – Neunter Todesfall im NSU-Komplex: Das große Sterben geht weiter

Das Zeugensterben im Zusammenhang mit der NSU-Terrorzelle geht weiter. Ein weiterer vermeintlicher Selbstmord wird aus Karlsruhe gemeldet. Es handelt sich dabei um den Ex-Verlobten einer bereits 2015 verstorbenen Zeugin, deren vorheriger Freund im September 2013 in einem Auto verbrannte, bevor er zum Mord an der Polizeibeamtin Michèle Kiesewetter aussagen sollte.

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