Währungspolitik
Kampf gegen den Dollar: China und Türkei vereinbaren Währungsabkommen

Eine Währungsaustauschvereinbarung zwischen den Zentralbanken der Türkei und Chinas soll die Bedeutung der lokalen Währungen gegenüber dem Dollar stärken. Die Notenbanken der beiden Länder haben Ende November ein Swap-Geschäft im Umfang von 450 Mio. TL abgeschlossen.

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Swap-Deal zwischen Türkei und China stärkt die türkische Lira

Ankara (nex) – Die Zentralbanken der Volksrepublik China und der Türkei haben ihren ersten Swap-Deal zwischen türkischer Lira und chinesischem Yuan im Umfang von 450 Millionen TL (ca. 125 Mio. Euro) abgewickelt.

Dies teilte eine Quelle aus der türkischen Zentralbank der Nachrichtenagentur Anadolu mit. Die Währungstauschvereinbarung fand am 30. November statt. Ihr Ziel ist es, die beiderseitige Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren.

Der Deal steht im Zusammenhang mit der am Sonntag getroffenen Ankündigung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, wonach die Türkei künftig plane, den Handel mit China, dem Iran und der Russischen Föderation tendenziell in lokaler Währung denn in Fremdwährungen abzuwickeln. Dadurch soll die Position der zuletzt zum Ziel von Währungsspekulanten gewordenen türkischen Lira gestärkt und der Einfluss des Dollars reduziert werden.

Seit November hatte die Lira gegenüber dem Dollar um mehr als sechs Prozent an Wert verloren. Bürger haben auf die Aufforderung vonseiten der Politik hin damit begonnen, ihre Fremdwährungsbestände in Lira und Gold umzutauschen. Ökonomen rechnen mit einem positiven Einfluss des Swap-Deals auf die finanzielle Stabilität beider Länder.

Die chinesische Zentralbank habe bislang weltweit mit 30 Zentralbank ähnliche Vereinbarungen getroffen, um den bilateralen Handel zu stärken und den Yuan zur globalen Reservewährung auszubauen. Enver Erkan, ein Analyst von Kapital FX, spricht von einem „positiven Schritt für die türkische Wirtschaft“, speziell mit Blick auf Gründerkredite und Investitionen.

„China ist ein wichtiger Partner der Türkei; das bilaterale Handelsvolumen beläuft sich auf 28 Milliarden US-Dollar.“ Die Türkei und China arbeiten unter anderem auf den Gebieten der Technologie, der Telekommunikation und in der Medizin zusammen. Auch über die gemeinsame Gründung einer internationalen Universität wird nachgedacht.

Der Swap-Deal sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur „De-Dollarisierung“. Die Verwendung der türkischen Lira im inländischen Handel und bei Auslandsgeschäften werde auf diese Weise gefördert. Er rechnet mit ähnlichen Vereinbarungen, die vonseiten der Türkei demnächst mit Russland und dem Iran getroffen werden könnten.


Mehr zum Thema:

Erdogan sagt Dollar Kampf an: Türkei will Handel mit Lira und Rubel betreiben

 

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