100. Jahrestag Sykes-Picot-Abkommen
Wissenschaftler: „Ursprung des Sykes-Picot-Abkommens liegt 300 Jahre zurück“

Wissenschaftler äußern sich zum 100. Jahrestag des Sykes-Picot-Abkommens, das am 16. Mai 1916 unterzeichnet wurde und dessen Ziel die heimliche Aufteilung des Nahen Ostens nach dem Ersten Weltkrieg war.

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Wissenschaftler äußern ihre Meinung zum 100. Jahrestag des geheimen Sykes-Picot-Abkommens

Istanbul (nex) – Wissenschaftler äußern sich zum 100. Jahrestag des Sykes-Picot-Abkommens, das am 16. Mai 1916 unterzeichnet wurde und dessen Ziel die heimliche Aufteilung des Nahen Ostens nach dem Ersten Weltkrieg war.

Das Abkommen, das die Grenzen des Iraks und Syriens bestimmte, ist offiziell auch unter dem Namen „Asia Minor Agreement“ (Kleinasien-Abkommen) bekannt. Es handelt sich dabei um ein geheimes Abkommen zwischen dem Vereinigten Königreich, Irland und Frankreich, das mit dem Segen des Russischen Zarenreichs geschlossen wurde.

Tayyar Ari, Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Uludag in der Türkei, sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu:

„Sykes-Picot sah eine Aufteilung des Nahen Ostens noch vor dem Ende des Ersten Weltkriegs vor. Das Abkommen ignorierte die Interessen der irakischen, syrischen und libanesischen Bevölkerung, indem es Großbritannien und Frankreich die Befugnis gab, Ortsansässige zum Regieren im Nahen Osten einzusetzen, die leicht zu kontrollieren waren.“


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Ari vertritt die Auffassung, dass die Umwälzungen von heute mit der Vergangenheit zu tun hätten.

„Das osmanische Territorium sollte in kleine Teile zerlegt werden; heute ist das Gebiet wieder genauso dazu geeignet, entlang der ethnischen Identitäten aufgeteilt zu werden.“

Zekeriya Kursun, Vorsitzender des Vereins der Forscher des Nahen Ostens und Afrikas (ORDAF), erklärte:

„Das Abkommen, dessen Ursprung 300 Jahre zurückliegt, hatte das Ziel, Einflusssphären für Großbritannien und Frankreich zu schaffen. Sykes-Picot legte keine Grenzen fest, sondern es war der Versuch, eine Einflussmöglichkeit zu schaffen. Und dieser Einfluss dauert noch heute an.”

Mehmet Celik, Professor an der Technischen Universität des Nahen Ostens Ankara, erklärt:

„Die Gründe für die Interessen Großbritanniens und Frankreichs sind heute dieselben wie damals. Sie möchten zusammen mit den USA, Russland, dem Iran und Israel die Region neu ordnen.“

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