Meinung
Kommentar: Die USA unterstützen eine im eigenen Land verbotene Terrororganisation

Von Thomas Bernhard Es war einmal…ein Land, das Terrororganisationen und Terroristen bekämpfte… Irgendwie verstehe ich, der doch schon einige Jahrzehnte Weltgeschichte erlebt und verfolgt hat, die Welt nicht mehr. So lange ich persönlich denken kann, gab es, auch ohne spezielle Abkommen und Verträge, eine Allianz der demokratisch freien Welt zum Kampf gegen Terror, Terroristen und Terrororganisationen. Und die USA waren nicht nur ein Bestandteil dieser Allianz, sondern standen mit einigen Anderen meist an deren Spitze. Deshalb ist es mir unverständlich, warum genau dieses Land mit seinem Präsidenten Donald Trump an der Spitze nunmehr endgültig ohne Sinn und Zweck, sowie ohne Not, gemeinsame Sache mit Terroristen macht. In Syrien und nicht nur dort, ist die Terrormiliz IS (Daesh) militärisch besiegt. Was dort jetzt folgen muss, ist ein demokratischer und friedlicher Neuaufbau im Sinne der syrischen Bevölkerung. Noch vorhandener oder sich neu organisierenden Terror muss auch dort mit polizeilichen und nachrichtendienstlichen Mitteln bekämpft werden. Doch das Weiße Haus und das Pentagon in Washington haben das noch nicht kapiert. Man möchte stattdessen in vom Bürgerkrieg bereits arg gebeutelten Syrien weiterhin „Hand an die Zündschnur legen“ und diese brennen lassen. Und das auch noch, indem man Terroristen nicht bekämpft, sondern sich Dieser bedient und dadurch unterstützt. Oder wie soll man es denn verstehen, wenn die Amerikaner, unter dem Deckmantel des in ihren Augen weiterführenden militärischen Kampfes gegen den militärisch geschlagenrn IS, nun in Syrien eine sogenannte Grenzschutztruppe mit 30.000 Mann unter maßgeblicher Beteiligung und Führung „der Veteranen der syrischen Demokratischen Kraft (SDF)“ aufzubauen, die dann auch die Hälfte der beteiligten Kämpfer stellen sollen. Dazu muss man dann natürlich wissen, dass diese SDF nicht nur personell, sondern auch organisatorisch und kommandierenden weitgehend mit der PYD, dem syrischen Ableger der Terrororgarnisationen PKK, identisch ist. Dieser Schritt, wenn er denn real würde, träge weder zur weiteren Dezimierung von IS-Gedankengut in den Köpfen Mancher, noch zur Befriedung Syriens bei, er würde stattdessen den internationalen Terrorismus der PKK-Miliz und all ihrer direkten und indirekten Ableger stärken und fördern. Und zur weiteren Erinnerung, genau diese Terrororganisationen PKK ist nicht nur in der Türkei und den EU-Staaten aus gutem Grund staatlich verboten, auch in den USA! Wie ist das nun eigentlich zu bewerten, wenn die Trump-Administration über das amerikanische Pentagon in einem anderen Land Teile einer Terrororganisationen unterstützt, die im eigenen Land verboten ist? Und, wie war das mit den Waffen, die die USA dieser von der YPD dominierten SDF für den Kampf gegen den IS zur Verfügung stellte und die, nachdem dieser militärisch besiegt sein würde, wieder „eingesammelt werden“ sollten? Mit Teilen dieser amerikanischen Waffen verübte die PKK, nachweislich, Terroranschläge in der Türkei. Sowohl gegen Angehörige der türkischen Sicherheitsbehörden, als auch gegen die Zivilbevölkerung der Türkei und in dem Land schutzsuchende syrische Flüchtlinge aus nicht-kurdischen syrischen Gebieten. Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Die USA informieren die Türkei monatlich über die an die Terrororganisation gesendeten Waffen in Form einer Liste mit den Seriennummern sowie Fotobeweismaterial.

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Militäroperation Afrin
Erdogan: „Die Türkei wird alle Terrornester in Syrien zerstören“

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Ankara (nex) – „Die Türkei wird alle Terrornester in Syrien zerstören, eins nach dem anderen, angefangen bei denen in den Regionen um Afrin und Manbidsch“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Parteitreffen der regierenden AKP am Dienstag in Ankara. „Diejenigen, die uns in den Rücken gefallen sind und angeben, unsere Verbündete zu sein, werden es nicht verhindern können“, betonte er. Erdogan forderte die NATO auf, ihrer Verantwortung gegenüber ihren Partnern nachzukommen. „NATO! Du bist verpflichtet, gegen diejenigen Stellung zu beziehen, die die Grenzen eines deiner Partner belästigen“, sagte er. Im Anschluss an das Gruppentreffen gab Erdogan Reportern weitere Einzelheiten über die Afrin-Operation bekannt. Afrin ist eine Stadt und ein Bezirk im Gouvernement Aleppo im Nordwesten von Syrien nahe der türkisch-syrischen Grenze und wird gegenwärtig von der Terrororganisation PKK/PYD belagert. Laut Erdogan führt die Türkei in dem Gebiet gemeinsam mit syrischen Oppositionskräften bereits Militäroperationen gegen den syrischen Arm der Terrororganisation PKK durch. „Dieser Kampf ist für sie“, so Erdogan und meint damit die arabischen, kurdischen und turkmenischen Minderheiten im Norden Syriens und fügte hinzu: „Wir helfen unseren Brüdern dort, damit sie ihr eigenes Territorium schützen können“. Er habe nicht einmal daran gedacht, den US-Präsidenten Donald Trump anzurufen, um die jüngste Lage in Syrien zu besprechen. „Solange er sich nicht an mich wendet, wende ich mich nicht an ihn“, erklärte er. Der türkische Präsident verurteilte die USA für deren Unterstützung der SDF beim Aufbau einer Grenzschutztruppe und fragte: „Amerika wird von 11-12.000 Kilometern Entfernung hierhin kommen, eine Armee aufstellen und diese was nennen? ‚Grenzschutz‘? Wessen Grenzschutz?“   Erdogan: Telefondiplomatie mit Russland geht weiter Gespräche mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin würden jedoch fortgesetzt, so Erdogan. Medienberichten zufolge sprachen die beiden Staatsführer zuletzt am 11. Januar per Telefon miteinander „Unsere Telefondiplomatie geht weiter“, sagte Erdogan. Wie türkische Medien am Dienstag berichten, werde dem Einmarsch der türkischen Streitkräfte in Afrin ein massiver Luftschlag gegen 149 Ziele der YPG vorausgehen. Die erste Phase der Operation soll bis zu sechs Tage dauern. Neben Kampfjets soll auch die an der Grenze stationierte Artillerie eingesetzt werden, so türkische Medien. Ex SDF-Sprecher Silo: Die USA haben die SDF geschaffen Talat Silo, ehemaliger Sprecher der SDF zufolge, soll die USA die SDF als Tarnung geschaffen haben, um nicht als Unterstützer einer Fraktion des syrischen Ablegers der Terrororganisation PKK, der YPG/YPJ ins Blickpunkt der Öffentlichkeit zu geraten. In der SDF stelle die YPG/YPJ aber die überwältigende Mehrheit der Milizkräfte – die anderen milizionären syrischen Kräfte innerhalb der SDF würden dabei eine verschwindend geringe Rolle spielen. Hauptaugenmerk der Tarnung sei es, die SDF als syrische Opposition zu verklären. Silo war Mitte November vergangenen Jahres in Dscharabulus zu den oppositionellen Kräften der “Freien Syrischen Armee” (FSA) übergelaufen.

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Der Job sei hart, gesteht sie. „Aber unsere Aufgabe besteht darin, Leben zu retten, und wir arbeiten in dem Bewusstsein, dass wir diese Aufgabe unter allen Umständen erledigen müssen.“

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Kosovo
Serbischer Politiker Ivanović auf offener Straße erschossen

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Pristina (nex) – Der frühere serbische Staatssekretär und hochrangige Vertreter der serbischen Minderheit, Oliver Ivanovic, wurde heute im Kosovo erschossen. Das teilte ein Sprecher seiner Partei mit. Demnach sei er kurz nach acht Uhr nahe der Parteizentrale aus einem Auto heraus erschossen worden und später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Laut seinem Anwalt wurde er von mehreren Kugeln in den Oberkörper und Rücken getroffen. Wie das Nachrichtenportal „Balkan Inside“ berichtet, wurde im Norden der Stadt Zvečan ein ausgebranntes Auto gefunden, bei dem es sich um das Fahrzeug der Täter handeln soll. „Dies ist ein krimineller und terroristischer Akt, der bestraft werden muss und wird“, sagte Marko Djuric, Leiter des Büros der serbischen Regierung für Kosovo und Metochien gegenüber Medien. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic bezeichnete den Mord als „Terrorakt“. „Dies ist ein terroristischer Akt […] und unsere Haltung gegenüber diesem Akt wird dem entsprechen“, sagte Vucic auf einer Pressekonferenz nach einer Sondersitzung des Rates für nationale Sicherheit. Ivanović war serbischer Staatssekretär und Vertreter der serbischen Minderheit in der ehemaligen serbischen Provinz Kosovo. Das Kosovo erklärte 2008 ihre Unabhängigkeit. Im Jahre 2015 wurde Ivanović von einem Gericht im Kosovo zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, im Jahr 1999 Morde an Albanern in Mitrovica in Auftrag gegeben zu haben. Das Urteil gegen ihn wurde später aufgehoben. Der Mord droht die ethnischen Spannungen in der Region zu verschärfen. Die kosovarische Regierung verurteilte den Anschlag auf Ivanović. „Gewalt ist inakzeptabel“, hieß es in einer Stellungnahme.

Jazz-Krise
Als Afroamerikaner die türkische Botschaft durch den Hintereingang betreten sollten

Washington (nex) – Als die türkische Botschaft in Washington in den 1950er Jahren Afroamerikaner zu einem gesellschaftlichen Ereignis einlud, löste dies eine diplomatische Krise zwischen Ankara und Washington aus. Der US-Senat warnte die Türkei vor einem Treffen und das State Department riet den türkischen Diplomaten, die afroamerikanischen Gäste nur durch den Hintereingang hineinzulassen. Die Türken weigerten sich jedoch. Der damalige türkische Botschafter Munir Ertegün antwortete, dass alle Gäste der Türkei gleichberechtigt durch die Haustür eintreten würden. Die Polizei von Maryland verhaftete daraufhin den Sohn des Botschafters, Ahmet Ertegün, wegen Verletzung der Segregationsgesetze in Annapolis. Die türkische Botschaft in DC begann in den 1950er Jahren, Jazz-Konzerte zu veranstalten, weil der National Press Club sich geweigert hatte, die vom Sohn des türkischen Botschafters Ahmet Ertegün organisierten Veranstaltungen zuzulassen, da sie auch für Afroamerikaner offen waren. Ahmet Ertegün ist Begründer des einflussreichen Jazz- und Soul-Labels Atlantic Record.
(Foto: Screenshot)
Ragip Soylu via Twitter

Türkei
Pegasus-Pilot: „Plötzlicher Schub im rechten Triebwerk“

Trabzon (nex) – Bei der Landung im türkischen Trabzon kam in der Nacht zum Sonntag eine Maschine mit 168 Menschen an Bord von der Piste ab, rutschte einen Abhang hinab und kam erst kurz vor dem Meer zum Stehen. Nun haben die Piloten über den Verlauf des Unglücks gesprochen. Es gibt demnach Hinweise auf ein technisches Problem Die Piloten des Fliegers wurden inzwischen von Ermittlern der türkischen Luftfahrtbehörde zu dem Unglückselige befragt, bei dem keiner der Fluggäste und Besatzungsmitglieder zu Schaden kam. Nach Angaben der Cockpit-Crew habe die Maschine „vollkommen normal bei der Landung aufgesetzt“ und sei dann auch ohne Probleme die Landebahn entlanggerollt. Ein „plötzlicher Schub im rechten Triebwerk“ habe die Boeing 737-800 von Pegasus Airlines „nach links Richtung Meer abdrehen lassen“, sagten die Piloten Ermittlern am gestrigen Montag. Wie die Nachrichtenagentur Dogan berichtete, habe einer der beiden Piloten davon berichtet, dass sie gerade nach rechts abbiegen wollten, als es aus unbekannten Gründen einen Schub im rechten Triebwerk gegeben habe. „Wegen der Geschwindigkeit geriet das Flugzeug außer Kontrolle, drehte plötzlich nach links. Die türkische Luftfahrtbehörde will nun die Blackbox der Maschine auswerten. Laut Dogan sollte am Montag mit der Bergung des Flugzeugs begonnen werden, das zunächst mit einem Kabel gesichert wurde. Da der Flughafen in Trabzon nur über eine Bahn verfügt, ist eine derartige Bergung wohl aber nur mit einer Unterbrechung des laufenden Flugverkehrs oder außerhalb dieser Zeiten möglich. Thomas Bernhard

"Koalitionsgewurschtel"
Karl-Theodor zu Guttenberg glaubt nicht an Aufbruchstimmung mit GroKo

Berlin (ots) – Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) glaubt nicht, dass eine mögliche Große Koalition für die nötige Aufbruchstimmung in Deutschland sorgen würde. Aber immerhin sei die GroKo eine stabile Regierungsvariante. Dem Nachrichtensender N24 sagte zu Guttenberg: „Nach vier Monaten ‚Koalitionsgewurschtel‘ überrascht einen eigentlich nichts mehr. Trotzdem dürfen wir erleichtert sein, dass jetzt ein erster Schritt gemacht wurde, hin zu einer dann auch hoffentlich wieder stabilisierenden Regierung. Dass die jetzt nichts wirklich Neues bietet, liegt in der Natur der Sache. (…) Das ist eine Fortsetzung einer großen Koalition mit Protagonisten, die man im Wesentlichen kennt – und deswegen sollten die Hoffnungen hier auch nicht in den Himmel schießen. Aber wichtig ist, dass zumindest mal wieder eine handlungsfähige Regierung dran ist, die jetzt nicht nur eine Übergangsregierung ist. Vor dem Hintergrund dürfen wir froh sein, dass jetzt ein erstes Ergebnis erzielt wurde.“ Eigentlich bräuchte Deutschland einen Neustart – den werde es nun eher nicht geben, befürchtet zu Guttenberg: „Deutschland hätte generell ein Neustart gutgetan – egal, in welcher Konstellation. Grundsätzlich glaube ich, dass Jamaika nicht für einen leichten Neustart gestanden hätte. (…) Von daher ist die traditionelle Zwei-Parteien-Koalition wahrscheinlich die stabilere. Ob sie jetzt für einen Neustart steht, wird sich weisen müssen, ich glaube, da müssen einige noch gewisse Sprünge vollziehen, um den Menschen auch das Gefühl zu geben, das ist tatsächlich etwas, das in die Zukunft reicht.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht zu Guttenberg nicht unbedingt geschwächt – aber sie müsse in Koalitionsgesprächen für die Unionspositionen kämpfen: „Die Kraft der Bundeskanzlerin wird sich daran bemessen, wie sie aus den Koalitionsgesprächen herauskommen wird und wie sie sich letztlich darin zu positionieren weiß, mit ihrer Partei und den Unionsparteien – und dann ist der Auftrag vier Jahre und nicht zwei Jahre, wie manche schon murmeln. Sie hat viel Erfahrung, ich traue ihr schon zu, dass sie das auch entsprechend stark wird führen können.“

Türkei
Symbol der Anti-Trump-Proteste Fawzi al-Juneidi in Istanbul eingetroffen

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Istanbul (nex) – Fawzi al-Juneidi, der im vergangenen Monat zum Symbol der palästinensischen Opposition gegen die jüngste Entscheidung der USA wurde, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen, landete am Dienstag in Istanbul. Am Montag teilte Rashad al-Juneidi, der Onkel des 16-Jährigen, der Nachrichtenagentur Anadolu telefonisch mit, dass sein Neffe am Montagmorgen auf Einladung der Istanbuler Stadtverwaltung Ramallah in Richtung Türkei verlassen habe.
(Foto: Screenshot/AA)
In der Türkei werde sich der 16-Jährige mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sowie weiteren türkischen Regierungsvertretern treffen. Fawzi war am 7. Dezember in der Stadt Hebron (Al-Khalil) im Westjordanland festgenommen worden, nachdem er von schwer bewaffneten israelischen Soldaten auf dem Boden geschleift worden war. Nach drei Wochen in israelischer Haft wurde er gegen Kaution freigelassen und kehrte am 28. Dezember zu seiner Familie zurück. Ende letzten Jahres wurde ein Foto des Jugendlichen mit verbundenen Augen zum Symbol der heftigen palästinensischen Opposition gegen die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump vom 6. Dezember, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen. Trumps Beschluss löste eine Welle von Verurteilungen in der arabischen und muslimischen Welt aus.

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Koalitionsverhandlungen
Pläne für große Koalition stoßen in NRW-SPD auf erhebliche Kritik

Köln (ots) – In der NRW-SPD stoßen die Pläne für eine große Koalition auf erhebliche Kritik auch unter Spitzenpolitikern. Der stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion, Thomas Kutschaty (Essen), sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, in dem Papier fänden sich „Kernanliegen der SPD wie die Bürgerversicherung, Schritte gegen die befristete Arbeit und ein verändertes Steuersystem“ nicht wieder. „Das, was da vereinbart wurde, hätte man auch in den vergangenen vier Jahren schon regeln können. Es müsste schon noch etwas Sensationelles passieren, um mich von einer Fortsetzung der GroKo begeistern zu können“, sagte der frühere NRW-Justizminister. Er mache dem Verhandlungsteam der SPD keinen Vorwurf: „Mehr war eben nicht herauszuholen. Für mich wäre die Autorität der Parteispitze durch einen Nein zur GroKo nicht beschädigt.“ Sarah Philipp, stellvertretende Fraktionsvorsitzende aus Duisburg, sieht das ähnlich: „Für mich persönlich war das Ergebnis der Sondierungen enttäuschend“, sagte die Sozialexpertin der Zeitung. „Viele Punkte, die mir wichtig sind, finden sich darin nicht wieder. Dass diese Punkte in Koalitionsverhandlungen noch erfolgreich nachverhandelt werden können, sehe ich nicht. Meine große Skepsis gegenüber einer Neuauflage der großen Koalition ist seit dem Wochenende nicht geringer geworden“, sagte Philipp. Am Montagabend hatte SPD-Chef Martin Schulz in Dortmund mit Parteimitgliedern über die Sondierungsergebnisse gesprochen. Am Dienstag trifft er sich mit rheinischen SPD-Delegierten in Düsseldorf. Kutschaty und Philipp gehören zum SPD-Bezirk Niederrhein.

Identitäre Bewegung
Rechtsextreme wollen Vormundschaften für minderjährige Flüchtlinge übernehmen

Hamburg (nex) – In einschlägigen Internetforen rufen deutsche Rechtsextreme ihre eigene Klientel dazu auf, sich als Vormund für minderjährige Migranten zu bewerben. Aber nicht, um ihnen zu helfen. In Hamburg hat der Kinderschutzbund, nach Meldungen der Nachrichtenagentur „dpa“ und des Portals „Spiegel online“ die Justiz vor Anfragen Rechtsextremer gewarnt, die eine Vormundschaft für minderjährige Flüchtlinge übernehmen wollen. Auch ein Sprecher der Sozialbehörde in Hamburg bestätigte dies inzwischen. Aktivisten der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ hatten, die dpa berichtet, im Internet dazu aufgerufen, über diese Aufgabe nachzudenken, um mit den minderjährigen Migranten „über vorhandene falsche Erwartungen an ihr Gastland“ und „eine Zusammenführung mit der Familie in ihrer Heimat zu reden“. Ein Sprecher des Verfassungsschutzes bestätigte einen entsprechenden Internetbeitrag. Laut den entsprechenden Medienmeldungen, haben sich Aktivisten des Hamburger Ablegers bereits beraten lassen und planen Schulungen zu dem Thema. Der Kinderschutzbund wies gegenüber „Spiegel online“ darauf hin, dass wegen des Rückgangs der Flüchtlingszahlen derzeit nur wenige Vormünder benötigt würden. Vor fünf Jahren trat die Identitäre Bewegung, wie Spiegel Online weiter schreibt,erstmals in Deutschland in Erscheinung. Sie nutzt vor allem das Internet als Plattform, um ihre Ideen zu verbreiten. Dort inszeniere man sich als junge nationale Bewegung – eine Mischung aus Burschenschaftler und Hipster. Seit diesem Jahr beobachtet auch der Verfassungsschutz die Gruppe. Der Dienst geht von bis zu 300 Mitgliedern in ganz Deutschland aus. Thomas Bernhard

Medicus-Fall
Kosovo: Behörden beantragen Auslieferung von israelischem Organhändler Moshe Harel

Pristina (nex) – Die kosovarischen Behörden haben die Auslieferung von Moshe Harel, einem israelischen Bürger beantragt. Harel wird vorgeworfen, im Jahr 2008 in eine Organhandel-Affäre in der kosovarischen Medicus-Klinik involviert gewesen zu sein.
Laut Justizminister Abalid Tahiri haben die kosovarischen Behörden einen Auslieferungsantrag für Moshe Harel eingereicht, der derzeit in Zypern festgehalten wird, nachdem er Anfang des Monats verhaftet wurde. Harel, der Hauptverdächtige im Medicus-Fall, war seit 2010 auf der Flucht und wurde 2015 zudem auch in Israel, neben sechs weiteren Verdächtigen, mit der Organisation illegaler Organtransplantation und internationalem Organschmuggel angeklagt. Er habe in armen Regionen der Türkei, Russlands, Moldawiens und Kasachstans menschliche Organe für den illegalen Transplantationshandel organisiert und seinen Opfern dabei Prämien in Höhe von bis zu 15.000 Euro versprochen. Harel gilt als Kopf des aufgeflogenen Organhändlerrings. Ein weiterer Hauptakteur, ein türkischer Arzt namens Yusuf Ercin Sönmez, der in der Türkei als „türkischer Frankenstein“ bezeichnet wird, ist noch auf der Flucht. Im Juli 2017 begann das Gericht in Pristina das Wiederaufnahmeverfahren gegen den Medicus-Klinikbesitzer Lutfi Dervishi, seinen Sohnes Arban Dervishi und den Chefanästhesisten Sokol Hajdini, die alle der Beteiligung an organisierter Kriminalität im Zusammenhang mit Menschenhandel beschuldigt werden. Im März 2016 hatte das Berufungsgericht des Kosovo ihre Verurteilungen bestätigt und Dervishi und seinen Sohn acht Jahre sowie Hajdini fünf Jahre hinter Gitter gebracht. Aber das Oberste Gerichtshof hatte das ursprüngliche Urteil wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. In dem Urteil hieß es, dass „mehrere illegale Nierentransplantationen“ in der Klinik im Jahr 2008 stattgefunden haben. Der für den Fall zuständige EULEX-Staatsanwalt erklärte, dass Transplantatempfänger, hauptsächlich Israelis, mehr als 70.000 Euro für die Nieren bezahlt hatten. Die Polizei durchsuchte die Medicus-Klinik 2008, nachdem der damals 23-jährige Türke Yilmaz Altun, dessen Niere entfernt worden war, am Flughafen von Pristina zusammenbrach. Die Klinik wurde auch in einem Bericht des Europarates erwähnt, in dem behauptet wurde, dass Teile der Kosovo-Befreiungsarmee während des Konflikts 1999 mit den Organen der Gefangenen gehandelt hätten. Diese und andere Behauptungen führten schließlich zur Gründung eines Sondertribunals in Den Haag, das ehemalige UCK-Kämpfer für Kriegs- und Nachkriegsverbrechen vor Gericht stellen soll.

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Der kosovarische Präsident Hashim Thaci unterzeichnete am vergangenen Freitag ein Dekret zur Begnadigung von drei ehemaligen Mitgliedern der Kosovo-Befreiungsarmee (UCK), die wegen des Mordes an einer Familie im Jahr 2001 verurteilt waren.

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