Wissenschaft
Mit Nanoskopie Moleküle sichtbar machen

1
Von Dr. Doğan D. Demircioğlu Nanoskopie? Nie gehört. Liegt sicherlich darin, dass diese hochauflösenden Mikroskope eine noch relativ junge Entwicklung sind. Mikroskope gehören zu den bahnbrechendsten Erfindungen der Neuzeit. Ohne diese Geräte wären zahlreiche Entdeckungen innerhalb der Biologie nicht möglich gewesen. Mit Hilfe der u.a. durch niederländische Linsenmacher Ende des 16. Jahrhunderts entwickelten ersten Lichtmikroskope, deren Linsen durch den ebenfalls niederländischen Naturforscher Antoni Van Leeuwenhoek stark verbessert wurden, konnten zum ersten Mal Einzeller (sogenannte Protozoen), aber auch Bakterien sichtbar gemacht und somit in die geheimnisvolle Welt des Mikrokosmos eingetaucht werden. Technisch gesehen machen Mikroskope nichts anderes als das Licht, welches sich seinen Weg durch ein Objekt bahnt, durch die spezielle Anordnung von diversen Linsen zu brechen und dadurch zu vergrößern. Wer mehr zu den physikalischen Prinzipien der Lichtmikroskope erfahren möchte, der kann dies sehr verständlich beschrieben hier nachlesen. Allerdings sind klassische Lichtmikroskope physikalischen Grenzen bezüglich der optischen Auflösung unterworfen, dem sogenannten Abbe-Limit. Dieses begrenzt die mögliche optische Auflösung eines klassischen Lichtmikroskops. Will man also zwei nebeneinander liegende Punkte als einzelne Punkte wahrnehmen, so dürfen diese nicht näher als die halbe Wellenlänge des genutzten Lichts zusammenliegen. Da blaues Licht mit einer Wellenlänge von 400 Nanometern (nm) die unterste Grenze des Lichtspektrums darstellt, welches wir wahrnehmen können, liegt das Abbe-Limit somit bei 200 nm. Das Überwinden dieser Grenze aber würde ungeahnte neue Erkenntnisse aus Gebieten wie der Zellbiologie oder Chemie liefern, wäre es doch dann möglich Moleküle in Echtzeit beobachten zu können. Genau dies hatten Forscher um Prof. Dr. Stefan Hell vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie und seine US-Kollegen Eric Betzig und William Moerner durch die Entwicklung des STED-Mikroskops möglich gemacht, wofür sie dann auch den Nobelpreis für Chemie im Jahre 2014 bekamen. Auflösungen bis zu 20 nm und live Bilder aus dem Inneren einer Zelle wurden nun möglich. Wie genau die fluoreszenz-basierte STED-Mikroskopie funktioniert veranschaulicht dieses sehr informative Video der Max-Planck-Gesellschaft. Im Prinzip sehr simpel: möchte man bestimmte Moleküle hochaufgelöst beobachten, so markiert man diese zuerst mit einem Fluoreszenz-Farbstoff, welcher an dieses Molekül bindet und bei Bestrahlung mit einem Laser in einer bestimmten Farbe aufleuchtet. Liegen die Moleküle nun jedoch sehr nah beieinander, so leuchten sie nun natürlich alle auf, was aber zu einem einzigen Lichtfleck führt und man nichts erkennt. Der Trick ist nun einige der Moleküle wieder auszuknipsen und somit die Intensität der noch übrig gebliebenen Moleküle zu senken und somit die Auflösung zu erhöhen. Erreicht wird dies durch einen zweiten, doghnut-förmigen Laser, sprich einem Laser, der ringförmig strahlt und die in der Mitte des Lasers befindlichen Moleküle unberührt, sprich angeknipst lässt. Ein geniales Prinzip. Dank Wissenschaftlern wie den zuvor genannten und vielen anderen, die Ihre Zeit in die Verbesserung der sogenannten Nanoskopie steckten, erlebte die Grundlagenforschung einen enormen Aufwind. Da Stillstand Wissenschaftlern fremd ist, ging auch die Entwicklung der Nanoskopie weiter. Mit dem MINFLUX getauften System, an dem ebenfalls Prof. Hell beteiligt ist, geht die Reise weiter in die Tiefen des Mikrokosmos, nun auf unfassbare 2.1 nm bzw. 1.2 nm Auflösung.

Auch interessant

CERN-Auftrag für türkische Maschinenbauer
 
 

Reisen
Türkei: Kirgisisches Dorf wird Touristenattraktion

Von Thomas Bernhard Kirgisen, die vor 36 Jahren aus dem Pamirplateau in Afghanistan in die Türkei migrierten und sich im Bezirk Erciş (Provinz Van) niederließen, bewahrten nicht nur ihre kirgisische Kultur, sondern starteten eine Initiative, um Interessierte, auch Touristen, über diese zu informieren und aufzuklären. In der Umgebung der Stadt Ulupamir errichtete die sogenannte „Kirgisische Gemeinschaft“, deren Angehörige vor über 35 Jahren aus Afghanistan in die Türkei migriert waren, ein großes Nomadenzelt, ein „han otağı“. Im und um das Nomadenzelt herum informieren die Kirgisen seit ca. einem Vierteljahr unter der Leitung von Kenan Aytaç von der „Kirgisische Gemeinschaft“ interessierte Menschen und auch jede Menge Touristen über kirgisische Gebräuche, Lebensgewohnheiten und Traditionen und zeigen auch Beispiele der außergewöhnlichen Reitkünste der Kirgisen. Bestandteil dieser Aktion ist auch eine Ausstellung von traditionellen Gebrauchsgegenständen, die auch schon teilweise vor über 2000 Jahren und Anwendung gefunden hatten.
(Beispielfoto: AA)
Diese Objekte sind jedoch keine historischen Funde, sondern wurden von Angehörigen der „Kirgisische Gemeinschaft in der Türkei“ neu angefertigt – allerdings, wie Aytaç betont, „alles in Handarbeit und „mit denselben Eigenschaften wie vor 2000 Jahren“. „Die Jurten, das Essen, die Matte am Boden, die Teppiche und alles andere haben eine entsprechende Bedeutung. Es sind Kunstgegenstände. Hier können wir eine Kultur, die vor über 2000 Jahren existierte, präsentieren. Unsere Vorfahren lebten so. Das ist unsere Geschichte und wir sind stolz auf unsere Wurzeln“, so Aytaç gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu (AA). Kenan Aytaç weiter: „Wir haben die 2000 Jahr alte kirgisisch-türkische Kultur wiederbelebt. Nun wollen wir über diese Tradition schrittweise das ganze Land informieren. Wir wollen zudem in naher Zukunft ähnliche Plätze in Erciş, Erzurum und Ardahan bauen.“ Das Projekt sei etwas, das den Kirgisen in der Türkei Selbstbewusstsein verleihe. Während das Projekt zur Information über die Inhalte und Gebräuche der kirgisischen Kultur unter den einheimischen Menschen in Van viele Interessierte anlockt, besuchen mit steigenden Temperaturen auch immer mehr Touristen die Aktion. Kein Wunder, hat es sich doch herumgesprochen, dass die kirgisische Gastfreundschaft und Willkommenskultur gegenüber Fremden der türkischen Mentalität sehr ähnlich sind.
(Foto: AA)
Vor einem Jahrhundert wanderten viele Kirgisen zunächst nach Afghanistan aus und in den späten 1970er Jahren von dort weiter in die Türkei. Heute gibt es eine kirgisische Gemeinde von 4000 ethnischen Kirgisen im Osten des Landes. Im Jahr 1983 gab die türkische Regierung ihnen Land in der Provinz Van am östlichen Ende des Landes. So wurde danach das Dorf Ulupamir gegründet.

Auch interessant

– Umsiedlung der Ahiska-Türken – Auf Wunsch Erdogans: Weitere Ahiska-Türken aus der Ukraine in der Türkei angekommen

„Unser Präsident hat bei seinem Ukrainebesuch im vergangenen Jahr Vereinbarungen zur Übersiedlung der Ahiska-Türken in die Türkei getroffen“, so der stellvertretende Gouverneur von Erzincan, Ahmet Türköz.

Auf Wunsch Erdogans: Weitere Ahiska-Türken aus der Ukraine in der Türkei angekommen

Studie
Mehr Frauen in der Führung machen eine Firma nicht sozialer

Berlin (dts) – Je mehr Frauen in die Chefetagen aufsteigen, desto härter und zielorientierter wird laut einer Untersuchung der internationalen Personalberatung Russell Reynolds Associates der Führungsstil im Unternehmen: Demnach nimmt der Fokus auf gute soziale Beziehungen in gemischten Führungsteams signifikant ab, berichtet die „Welt am Sonntag“. Das widerspricht der bisher herrschenden Meinung in der Diversity-Debatte: Danach werde mit dem Einzug weiblicher Chefs auch die Führung „weiblicher“, sprich sozialer und verantwortungsvoller. Der Auswertung von Tiefeninterviews mit über 4.300 internationalen Entscheidern zufolge ist das Gegenteil der Fall: Steige der Frauenanteil in Führungsgremien über die kritische Masse von 22 Prozent, breche der klassische Geschlechterstereotyp auf. Dann kümmerten sich Frauen stärker um ihre eigene Karriere und näherten sich in Sachen Durchsetzungskraft und Härte ihren männlichen Kollegen an. Die Fürsorge für andere und die Beziehungspflege dagegen nähmen messbar ab und das sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. „Dadurch wird die Managerwelt härter“, sagte Studienautor Joachim Bohner, Assessment-Experte von Russell Reynolds, der „Welt am Sonntag“. Dafür würden alle miteinander fokussierter, kämpferischer und damit auch erfolgreicher. „Frauen und Männer an der Spitze nähern sich dem Idealtypus des `General Managers` an“, so Bohner. Dieser Typus ist nach Ansicht der Personalberater am besten gerüstet für unsere dynamische Zeit, in der sich Märkte und Anforderungen an Unternehmen mit so rasanter Geschwindigkeit verändern wie nie zuvor.
(Foto: geralt)
(Foto: geralt)
„Dieser hat eine hohe Leistungsorientierung, gepaart mit der Kraft und der Fähigkeit, Menschen emotional mitzunehmen, scheut aber auch nicht vor härteren Entscheidungen zurück, wenn diese in Transformationsprozessen nötig sind.“ Für die Managerinnen in aller Welt sei die Überwindung der klassischen Geschlechterrollen „ein Befreiungsschlag“, so Bohner. „Sie können ihren Exotenstatus abschütteln und einfach nur Führungskräfte sein“, sagte der promovierte Psychologe. Frauen werde nicht mehr allein aufgebürdet, mit ihrer vermeintlich höheren emotionalen Intelligenz auch noch die sozialen Probleme in den Teams zu lösen. „Dadurch haben sie endlich gleiche Chancen, in ihrem eigentlichen Job erfolgreich zu sein, wie männliche Manager.“ Berater von Russell Reynolds haben anhand von 48 Dimensionen, etwa abstraktes Denken, menschliche Wärme oder Angstgefühl, sogenannte psychometrische Profile von Topmanagerinnen und Topmanagern aus 25 Ländern erstellt. Diese haben sie nach Ländern mit geringem, mittleren und hohen Anteil weiblicher Führungskräfte sortiert. Einmal in größerer Zahl in Top-Jobs angekommen, unterscheiden sich Männer und Frauen der Studie zufolge kaum mehr signifikant in ihren Charaktereigenschaften. „Dann werden die Persönlichkeitsunterschiede von Mensch zu Mensch wesentlich relevanter als die Unterschiede zwischen Mann und Frau“, erklärte Bohner.

Antiterroroffensive Olivenzweig
Erdogan an USA: „Ihr habt versucht, uns zu täuschen“

0

Ankara (nex) – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte in seiner heutigen Rede die USA für ihre „Kooperation mit Terrorgruppen in Syrien“. Washington habe versucht die Türkei zu täuschen, so Erdogan.

„Wenn wir strategische Partner sind, dann werdet Ihr uns respektieren. Ihr habt versucht, uns zu täuschen“, sagte Erdogan bei einer Fraktionssitzung der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) in Ankara. Die USA habe 5.000 LKW-Ladungen mit Waffen an Terrorgruppen in Syrien geschickt, betonte Erdogan. „Wir wollten Waffen als Gegenleistung für Geld. Ihr habt uns diese nicht gegeben, aber  diese Waffen und Munition den Terrororganisationen kostenlos zur Verfügung gestellt“, so Erdogan. „Was für eine Partnerschaft ist das?“ fragte der türkische Präsident. Diese Tunnel und Waffendepots würden nun alle zerstört und die Waffen beschlagnahmt, so Erdogan. Ankara und Washington versuchen seit geräumiger Zeit eine Reihe von Meinungsverschiedenheiten zu klären, vor allem die Zusammenarbeit der USA mit der kurdischen YPG, dem syrischen Ableger der Terrororganisation PKK. Washington bewaffnete die YPG im Kampf gegen den IS (Daesh) und bezeichnete sie als „zuverlässigen Verbündeten“ Die Türkei hat entschieden gegen die Zusammenarbeit der USA mit der YPG protestiert und stets den Standpunkt vertreten, dass es sich um den syrischen Zweig der PKK handelt, einer auch von den USA und der EU als Terrorgruppe eingestuften Organisation. Auch der ehemalige CIA-Chef David Petraeus hatte auf der Münchner Sicherheitskonferenz im vergangenen Jahr die YPG als „die Cousine der PKK“ bezeichnet. Menschenrechtsorganisationen wie die UN oder das Syrische Netzwerk für Menschenrechte (SNHR) haben in ihren Berichten dem PKK-Ableger Massaker und Gewalt gegen Frauen und Kinder vorgeworfen. Demnach hat die PYD Tausende Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, willkürlich verhaftet und Kinder zudem zwangsrekrutiert. Im Bericht des SNHR wird der YPG vorgeworfen, im Norden und Nordosten Syriens Massaker mit dem Ziel einer ethnischen Säuberung durchgeführt zu haben. Das SNHR berichtet von willkürlichen Verhaftungen und Vermisstenfällen, die bis heute noch nicht geklärt sind. Die mehr als drei Jahrzehnte währenden Terrorkampagne der PKK gegen die Türkei rund 40.000 Menschenleben gefordert, darunter auch Frauen und Kinder. Aus der Luft und vom Boden greift die Türkei und ihre syrischen Verbündeten, der Freien Syrischen Armee (FSA), seit dem 20. Januar diesen Jahres Stellungen der YPG/PKK im Norden Syriens an. Mit der “Operation Olivenzweig” wolle die Regierung in Ankara die Bewohner der Grenzregion von der “Unterdrückung durch Terroristen” befreien, erklärte der türkische Generalstab. Er berief sich auf das “Recht zur Selbstverteidigung”. Am frühen Sonntagmorgen übernahmen die türkischen Streitkräfte gemeinsam mit der FSA die vollständige Kontrolle über das Stadtzentrum von Afrin.

Auch interessant

– Antiterroroffensive Olivenzweig – Kurdischer Politiker: „Die PYD vertritt nicht die Interessen der syrischen Kurden“

Laut dem Vorsitzenden der „Kurdische Zukunftsbewegung Syriens“ hat die PYD im Norden des Landes eine Baath-Regime-ähnliche Diktatur etabliert. Die PYD/YPG vertrete die Interessen der PKK und nicht die der Kurden, so der Aktivist.

Kurdischer Politiker: „Die PYD vertritt nicht die Interessen der syrischen Kurden“
   

Wirtschaft
Deutsches Unternehmen zeigt Interesse an Fethullah Gülen-nahen Baufirmen

Istanbul (nex) – Ein namentlich nicht genanntes deutsches Unternehmen habe Interesse am Erwerb von zwei türkischen Bauunternehmen gezeigt. Wie die türkische Tageszeitung Hürriyet berichtet, handele es sich bei den Unternehmen um Dumankaya und Fi Yapi. Diese wurden nach dem vereitelten Putschversuch im Sommer 2016 aufgrund mutmaßlicher Verbindungen zu dem in den USA im Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen beschlagnahmt und befinden sich seitdem unter der Verwaltung eines Staatsfonds. Muhiddin Gülal, Präsident des Türkischen Sparkassen- und Versicherungsfonds (TMSF), sagte gegenüber der Hürriyet, dass mit dem deutschen Unternehmen eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben worden sei und fügte hinzu, dass das Unternehmen „ernsthaftes Interesse“ an der Übernahme habe, ohne nähere Angaben zu machen. Etwa 985 Unternehmen mit mutmaßlichen Verbindungen zur sogenannten FETÖ seien momentan unter der Kontrolle des Staatsfonds. Diese Unternehmen verfügten über Vermögenswerte im Wert von fast 50 Milliarden Türkischer Lira (12,7 Milliarden Dollar) und beschäftigten fast 48.000 Mitarbeiter. Die türkische Regierung beschuldigt Gülen, für den Putschversuch am 15. Juli 2016 verantwortlich zu sein, im Zuge dessen am Staatsstreich beteiligte Soldaten Panzer und Kampfjets unter ihre Kontrolle gebracht, das Parlamentsgebäude bombardiert und versucht haben, den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu entführen oder zu töten. 248 Menschen kamen in der Putschnacht gewaltsam ums Leben, fast 2.200 wurden verletzt. Dem Prediger wird des Weiteren vorgeworfen, mit der Gründung eines Parallelstaates seit Jahren für den Sturz der Regierung mithilfe seiner Unterstützer zu kämpfen, die den türkischen Staat vor allem in den Bereichen Militär, Polizei und Justiz infiltriert hätten.

Hasspostings
Landauer Tafel verurteilt Falschmeldung

Landau (nex) – Über 30.000 Mal wurde das Foto bereits auf Facebook geteilt und erntete viel Hass und fremdenfeindliche Kommentare. Das Foto zeigt einen Mercedes und eine kopftuchtragende Frau an dessen Tür sowie weitere Frauen mit Kopftüchern am Eingang zur Tafel. Die Überschrift: „Heute vor der Landauer Tafel. Läuft!“ Gepostet wurde das Foto von einem Marco Kurz, dieser hatte, wie die Tageszeitung Rheinpfalz berichtet,  nach der Tötung der 15-jährigen Mia die Demonstration des „Frauenbündnis Kandel“ und einen Schweigemarsch in Kandel angemeldet. Auch Vertreter der rechtsextremen Szene nahmen an dem Marsch teil. Das Foto soll anscheinend suggerieren, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund bei der Tafel versorgen, die darauf keinen Anspruch haben. Die Landauer Tafel hat sich in einer Stellungnahme zu dem Foto geäußert:
„Seit gestern wird ein Foto von der Landauer Tafel im Facebook verbreitet. Darauf wird in den folgenden Kommentaren ausländischen Mitbürgern unterstellt, die Hilfe der Tafel unberechtigterweise in Anspruch zu nehmen. Diese Aussage ist falsch! Mit dem abgebildeten Auto wird eine (deutsche) Rentnerin abgeholt, die den Weg zur Tafel nicht mehr allein zurücklegen kann. Hilfsbereite Nachbarn fahren sie dann mit ihren Autos zur Ausgabestelle. Dazu gehört auch diese muslimische Familie, die von uns selbst keine Lebensmittel bezieht. Das Foto führte zu einer Hetzkampagne gegen Ausländer und unterstellt uns als Tafelmitarbeiter, dass wir völlig ungeprüft Lebensmittel an alle, die zu uns kommen, ausgeben“.
Die Hilfsbedürftigkeit der einzelnen Empfänger werde sorgfältig geprüft. Um Lebensmittel zu erhalten, müsse jeder mindestens einmal im Jahr nachweisen, dass er bedürftig ist. Die Tafel bittet in ihrer Stellungnahme darum, diese Falschmeldung nicht weiter zu teilen und gemeinsam „aktiv gegen solche Verleumdungen vorzugehen“. „Der Hunger kennt keine Nationalität- bei uns bekommt jeder Hilfe, egal woher er kommt“, so die Tafel in der Stellungnahme weiter.    

Megaprojekt
Türkei: Deutsche Bank kofinanziert „weltlängste Hängebrücke“

0
Istanbul (nex) – Neben den bisher fertiggestellten Megaprojekten der Türkei wie etwa dem Marmaray Tunnel in Istanbul, der Europa und Asien verbindet und im Oktober 2013 eröffnet wurde, oder die über dem Bosporus überspannte Yavuz-Sultan-Selim-Brücke hat sich ein weiteres Megaprojekt die Finanzierung über 2.83 Milliarden Dollar gesichert. Das im vergangenen Jahr begonnene Projekt Canakkale Brücke und Autobahn wird die Dardanellen überspannen und mit einer Spannweite von über zwei Kilometern die längste Hängebrücke der Welt sein. Wie das Unternehmen „Canakkale Otoyol“ am Freitag mitteilte, soll der Kredit mit einer fünfjährigen tilgungsfreien Zeit innerhalb von 15 Jahren zurückgezahlt werden. Insgesamt 24 Banken und Institutionen aus 10 Ländern, darunter auch die Deutsche Bank, gehören zu den Geldgebern. Institutionen aus Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Italien, China, Südkorea, den Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait sind die weiteren Geldgeber des Konsortiums. 30 Prozent der Finanzierung, etwa 683 Mio Euro, werde die Türkei abdecken. Das sei ein Beweis für das Vertrauen anderer Länder gegenüber der Türkei, so der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim in einer Rede am Sonntag. Der erste Spatenstich der im Bau befindlichen Brücke fand bereits am 18. März vergangenen Jahres unter Anwesenheit des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ministerpräsident Binali Yildirim sowie des südkoreanischen Ministers für Infrastruktur und Verkehr, Kang Ho-in, statt. Das Projekt soll die Fahrtzeit zwischen der Ägäisregion mit ihren Städten wie etwa der Millionenmetropole Izmir und Europa verkürzen und die Fahrt erleichtern. Als Fertigstellungsdatum wird das Jahr 2023 angegeben, der hundertste Jahrestag der Gründung der türkischen Republik.

Auch interessant

– Mega-Projekte – Istanbul: 500.000 Quadratmeter Messegelände am weltgrößten Flughafen geplant

Die Handelskammer Istanbul und der Neue Flughafen Istanbul verhandeln über den Bau eines 500 000 Quadratmeter großen Messegeländes in der Nähe des dritten Flughafens, der bei seiner Eröffnung im Jahr 2018 die Türkei voraussichtlich zu einem Luftfahrtdrehkreuz machen wird.

Istanbul: 500.000 Quadratmeter Messegelände am weltgrößten Flughafen geplant
                 

Militäroperation Olivenzweig
Syrien: Türkische Truppen in Afrin jubelnd empfangen

0
Afrin (nex) – Türkische Truppen und Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) wurden bei ihrem Einmarsch in die nordsyrische Stadt Afrin heute jubelnd und mit offenen Armen empfangen. Türkische Streitkräfte übernahmen am frühen Sonntagmorgen im Rahmen der Antiterroroffensive Olivenzweig gemeinsam mit der FSA die vollständige Kontrolle über das Stadtzentrum von Afrin. Bewohner der Stadt winkten den Truppen der FSA und der Türkei zu und skandierten unterstützende Slogans. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie sich zahlreiche Fahrzeuge in der Innenstadt versammeln und die Vertreibung der YPG-Milizen mit Hupkonzerten feiern. https://twitter.com/twitter/statuses/975394655738171398 Auf Bildern sind auch brennende Fahrzeuge zu sehen, welche von flüchtenden Kämpfern der YPG angezündet worden seien. Lokalen Medienberichten zufolge seien in Moscheen der im Rahmen der im Jahre 2016 von türkischen Streitkräften durchgeführten Antiterroroffensive „Schutzschild Euphrat“ befreiten Gebiete spezielle Dankgebete abgehalten worden.
Einwohner Afrins begrüßen Kämpfer der FSA. (Foto: AA)
Vor ihrem Einmarsch in Afrin hatte das türkische Militär in der vergangenen Woche Flugblätter über der Stadt abgeworfen und die Bevölkerung aufgefordert, für einige Tage Afrin zu verlassen. Ihr Angriff gelte nicht der kurdischen Bevölkerung, sondern allein „den Terroristen“, so das Militär. Aus der Luft und vom Boden greift die Türkei seit dem 20. Januar diesen Jahres Stellungen der YPG/PKK im Norden Syriens an. Mit der “Operation Olivenzweig” wolle die Regierung in Ankara die Bewohner der Grenzregion von der “Unterdrückung durch Terroristen” befreien, erklärte der türkische Generalstab. Er berief sich auf das “Recht zur Selbstverteidigung”. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte sich in einer Stellungnahme zu der  Militäroperation geäußert. “Wir haben alle Parteien, einschließlich der UN, informiert und US-Außenminister Tillerson mitgeteilt, dass die USA an unserer Seite sein sollten”, so Cavusoglu gegenüber den türkischen Medien.

Zum Thema

– Antiterroroffensive Olivenzweig – Kurdischer Politiker: “Die PYD vertritt nicht die Interessen der syrischen Kurden”

Laut dem Vorsitzenden der „Kurdische Zukunftsbewegung Syriens“ hat die PYD im Norden des Landes eine Baath-Regime-ähnliche Diktatur etabliert. Die PYD/YPG vertrete die Interessen der PKK und nicht die der Kurden, so der Aktivist.

Kurdischer Politiker: „Die PYD vertritt nicht die Interessen der syrischen Kurden“
       

Islam in Deutschland
Wehrbeauftragter fordert Einsatz von muslimischen Seelsorgern in der Bundeswehr

Osnabrück (ots) – In der Debatte um Muslime in der Bundeswehr fordert der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels den Einsatz von muslimischen Seelsorgern und schlägt ein ehrenamtliches Modell vor. Der SPD-Politiker sagte in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Imame für die rund 1500 muslimischen Soldaten wären wünschenswert.“ Bartels schlägt ehrenamtliches Modell vor Nach Ansicht des Wehrbeauftragten muss es nicht unbedingt festangestellte Imame in der Bundeswehr geben. Bartels sagte: „Hauptamtliche muslimische Militärgeistliche kann ich mir nur schwer vorstellen, weil die Zahl der Muslime klein ist, sie über viele Standorte verteilt sind und es sehr unterschiedliche konkurrierende Glaubensrichtungen gibt.“ Stattdessen schlägt der Wehrbeauftragte Ehrenamtliche vor. Er sagte: „Am Ende könnte ein ehrenamtliches Modell herauskommen mit einer Ansprechstelle, die eine Liste mit Imamen führt, die in Frage kommen und die bei der Bundeswehr an einer Weiterbildung teilgenommen haben.“ Bartels hat kein Verständnis dafür, dass sich das Verteidigungsministerin seit Jahren ergebnislos mit diesem Thema befasst. Er sagte: „Es ist unbefriedigend, dass das Verteidigungsministerium auch nach sechs Jahren Prüfung noch zu keinem Ergebnis kommt.“ Muslimverbände setzen sich seit Jahren für muslimische Seelsorger in der Truppe ein. Die Bundeswehr hat traditionell katholische und evangelische Militärbischöfe und -pfarrer, die den Soldaten unter anderem im Einsatz geistlichen Beistand leisten.

Auch interessant

– Muslime in der Bundeswehr – Deutschland: Junge Muslime entdecken die Bundeswehr als Karriereweg

Bis zu 24 Prozent der Soldaten im Landeskommando Baden-Württemberg sollen bereits Muslime sein. Die Truppe scheint religiöse Vielfalt gut zu bewältigen. Gegen rassistische Tendenzen wird durchgegriffen, die religiösen Rechte werden respektiert.

Deutschland: Junge Muslime entdecken die Bundeswehr als Karriereweg

Öko-Desaster
Kroatien und EU unterzeichnen Abkommen gegen „albanischen Müll“

0
Tirana (nex) – Die kroatische Außenministerin Marija Pejcinovic Buric unterzeichnete am Freitag im Beisein des albanischen Außenministers Ditmir Bushati und des Tourismusministers Blendi Klosi ein Abkommen mit dem UN-Vertreter in Albanien, Brian Williams, um ein Projekt zur Bekämpfung der Meeresverschmutzung zu unterstützen. Das berichtet die Nachrichtenagentur BIRN. Albanien hat ein großes Problem mit Müll, der oft einfach in Flüssen entsorgt wird und von dort aus in die Adria gelangt. Unmengen von Müll werden somit alljährlich an die Ufer Kroatiens geschwemmt. Ganze Buchten übersät mit Plastikgegenständen, Unrat und sogar Tierkadavern. Allerdings stamme ein beachtlicher Teil des Mülls auch aus Ländern wie Montenegro, Italien, Griechenland und sogar der Türkei. Nur neun Prozent des an die kroatischen Strände gespülten Abfalls treibe sichtbar an der Oberfläche und sei nur die Spitze eines Müllbergs in der Adria. „Wir haben alle möglichen Sachen gefunden, viele tote Tierkörper schwimmen an der Oberfläche“, so ein Angestellter der Stadtverwaltung gegenüber Euronews. Trotz regelmäßiger Versprechen Tiranas, den Müll einzudämmen, habe es laut kroatischen Umweltschützern bisher keinerlei spürbare Minderung gegeben. Diese kritisieren die albanische Regierung dafür, nicht genug für den Aufbau eines funktionierendes Abwallwirtschaftssystems zu tun. Da es sich bei den Ländern um EU-Mitglieder und Beitrittskandidaten handle, müsse auch Brüssel bei der Entwicklung eines Lösungsplans helfen, so die frühere Bürgermeisterin Dubrovniks und heutige Europa-Abgeordnete Dubravka Suica. Bereits 2016 reichte die kroatische Politikerin eine offizielle Anfrage bei der EU-Kommission ein, um gemeinsam mit Brüssel eine Lösung für das „jährliche Ökodesaster“ zu finden.