Ritualopfer
Peru: Archäologen entdecken Massengrab mit mehr als 140 Kindern

Lima (nex) – Archäologen fanden in einem Massengrab im Norden Perus Knochenreste von mehr als 140 Kindern. Sie sollen im 15. Jahrhundert während eines Rituals geopfert worden sein. Wie die dpa unter Bezugnahme auf einen Beitrag der US-Zeitschrift „National Geographic“ berichtet, glaubten Archäologen, dass es sich um den größten derartigen Fund der Geschichte handelt.
Die Kinder seien demnach vor etwa 550 Jahren während einer Opfergabe der vorspanischen Kultur Chimú getötet worden. Die Knochenreste seien in dem Ort Huanchaquito-Las Llamas nahe Perus drittgrößter Stadt Trujillo gefunden worden. Schnitte am Brustbein und Ausrenkungen im Rippenbereich deuteten auf eine rituelle Praxis zur Entnahme des Herzen. Es handele sich um eine Opfergabe in Form eines systematischen Rituals, so der leitende Archäologe John Verano von der Tulane University in den USA gegenüber „National Geographic“. Wie der dpa-Meldung weiter zu entnehmen ist, wurden die ersten Knochen bereits 2011 von dem peruanischen Archäologen Gabriel Prieto gefunden. Nach bisherigen Erkenntnissen seien die Kinder in einem Alter zwischen fünf und vierzehn Jahren gestorben. In dem Grab seien auch die Überreste von 200 jungen Lamas entdeckt worden. Die Hintergründe des Rituals seien noch unklar.
Der Anthropologe Haagen Klaus von der George Mason University spekuliert über die möglichen Gründe für die drastische Opfergabe. Anhaltende Regenfälle könnten die Ursache dafür sein. Die Chimús glaubten vielleicht, dass ihre bisherigen Opfer nicht ausreichend waren, so Klaus.
   

Korea-Gipfel
Nordkorea will Atomtestanlage bereits im Mai schließen

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Seoul (nex) – Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un scheint es mit der angekündigten Atomabrüstung ernst zu meinen. Wie das Büro des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in am Sonntag mitteilte, habe Kim gesagt, er wolle die Atomtestanlage des Landes bereits im Mai schließen. Dies habe Kim während des Treffens in Seoul mit Moon am Freitag angekündigt, sagte Südkoreas Präsidentensprecher Yoon Young-chan. Experten und Medienvertreter aus den USA und Südkorea sollen sich von dem Abbau vor Ort überzeugen können. Der Prozess des Abbaus soll der internationalen Gemeinschaft transparent gemacht werden, so Yoon weiter. Auch habe Pjöngjang angekündigt, die Zeitzone Nordkoreas wieder mit der Südkoreas zusammenzulegen. Pjöngjang hatte 2015 die Uhr um eine halbe Stunde zurücksetzen lassen und eine eigene „Pjönjang-Zeit“ geschaffen. Nordkoreas staatliche Medien hatten bereits vor dem Gipfel angekündigt, dass Pjöngjang sofort Atom- und Raketentests aussetzen, sein Atomtestgelände abschaffen und stattdessen Wirtschaftswachstum und Frieden anstreben werde. Treffen mit Trump im Mai Am Samstagmorgen sagte US-Präsident Donald Trump, dass ein Treffen mit Nordkorea in den nächsten drei bis vier Wochen stattfinden könnte. „Ich denke, wir werden in den nächsten drei oder vier Wochen ein Treffen haben“, sagte Trump bei einer Wahlkampfkundgebung in Washington, Michigan. „Es wird ein sehr wichtiges Treffen“, so Trump. Es werde um „die Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel“ gehen.        

Antisemitismus
Zur judenfeindlichen Attacke: „Muslime kennen solche Ansprachen seit vielen Jahren“

Gastkommentar von Michael Thomas
Die Gedanken des Chefredakteurs der ZEIT, Giovanni di Lorenzo, können nicht unkommentiert bleiben, wenn man sich das Spektrum der Ereignisse in Bezug auf Islam und Judentum in den letzten Monaten in Deutschland ansieht. Sie offenbaren insgeheim eine enorme Schieflage in der Wahrnehmung und zeigen die Befrachtung der Religionen aus politischen Gründen.
Erschreckend, wie leicht die Installation von „alternativen Fakten“ doch ist! Wir sollen uns also nun tagesaktuell auf Befehl aus Berlin und Tel Aviv für Antisemitismus schämen – und möglichst in Gedenken an all die gejagten, beleidigten und verprügelten Juden in Deutschland alle Kippa tragen. Unter normalen Umständen wäre das eine Selbstverständlichkeit. Unter den heute herrschenden Verhältnissen nicht. Ganz abgesehen davon, dass sich Deutschland für seine angebliche Vergangenheitsbewältigung international feiern lässt, obschon es dafür gar nichts unternommen hatte, wenn man mal von der Errichtung von ein paar Denkmälern und einer Reihe toller Fotos unserer Spitzenpolitiker bei jüdischen Festen absieht. Man kann DEM Deutschen eine ganze Menge einreden, das hat schon immer gut funktioniert. Der „christlich-jüdische“ oder gern auch „abendländische“ Kulturansatz hat die Beeinflussung der Mehrheit im Prinzip ja eingebaut. Die Kirchenfürsten und die profanen Herrscher hatten in den zurückliegenden Jahrhunderten schon immer die Hoheit darüber, wer wieviel und wann Juden massakrieren darf oder soll. Und wenn dies denn so befohlen war, ging der gute Deutsche halt auf Juden los. Damit hat er auch nach der Kapitulation natürlich nie aufgehört. Mit mir funktioniert das leider nicht so gut. Denn ich kann mich noch sehr gut an all die Diskussionen in den letzten vierzig Jahren erinnern, die immer wieder mal Antisemitismus zum Inhalt hatten und regelmäßig sehr schnell ausgetreten wurden. Das war unangenehm. Das war peinlich. Das ging ja gar nicht. Wir haben doch heute unsere Juden lieb. Aber heute wird die „Wahrheit“ installiert, dass der heutige Antisemitismus keineswegs schwerpunktmäßig von den christlich-jüdisch geprägten Deutschen, sondern bloß von den bösartigen Migranten ins Land getragen wird, die ohnehin nur zum Vergewaltigen, Stehlen, Faulenzen und Judenbeleidigen zu uns kommen. “ … wütete ein junger Mann, halb auf Arabisch und halb auf Deutsch: „Ich ficke Israel wie eine Frau!“ “ Ja. Das kommt vor, ist bedauerlich und eine Schande für dies Land. Muslime allerdings kennen solche „Ansprachen“ alle, seit vielen Jahren und in stetig steigender Anzahl und Schwere. Mordversuche, Brandanschläge, Prügeleien, gekreischte Beleidigungen und die Versuche, Frauen mit roher Gewalt das Kopftuch vom Kopf zu reißen, geschehen seit vielen Jahren täglich. „Auf ihrem Tablet zeigte die Reporterin ein sieben Jahre altes Foto: Am Zaun des Gartens jener Schule prangten die Worte „Hr. Lewi du Jude“ und ein Hakenkreuz.“ Schrecklich. Der Täter ist ein Idiot – und ebenfalls eine Schande. Die Zahl der Schmierereien und dinglichen Angriffe gegen Moscheen und sonstige, islamische Einrichtungen ist jedoch kaum zählbar; im Gegensatz zum „Antisemitismusbeauftragten“ existiert etwas Vergleichbares nicht. All die inzwischen gut tausend (!) Übergriffe und Schmierereien in den letzten zwei Jahren verkommen zu kleinen Randnotizen und werden insgesamt nur zu gern nicht zur Kenntnis genommen. Und was ich ausgerechnet von einem Giovanni di Lorzenzo nie erwartet hätte, geschieht dann doch aus seiner eigenen Feder: „s ist eine Binse, dass der Antijudaismus 2.000 Jahre alt ist und kein Sofortprogramm der Welt ihn vermutlich jemals tilgen wird. Er verändert sich stetig, wie Josef Joffe in der ZEIT darstellt, und insbesondere Muslime nehmen dafür heute die israelische Siedlungspolitik zum Vorwand.“ Entsetzt muss ich registrieren, dass di Lorenzo die Wut muslimischer Migranten auf den Staat Israel zu einem „Vorwand“ erklärt, Synagogen und Juden in Deutschland anzugreifen. Nicht nur, dass er den massiven Antisemitismus Europas, der sich in dutzenden von Millionen Köpfen hier manifestiert, im direkten Vergleich zum Antisemitismus von Migranten kleinredet. Seine Bemerkung liest sich, als wären von insgesamt tausend Antisemiten in Europa mindestens neunhundert Migranten. Zudem schwenkt auch di Lorenzo in die Schieflage mit ein, berechtigte Israelkritik zu „Antisemitismus“ zu erklären und aus jeder Kritik gegen Israel einen Zählpunkt zu antisemitischen Ausschreitungen hinzu zu addieren. Und schon im nächsten Satz klittert di Lorenzo die Geschichte wieder: „Nach derselben Logik könnte man einen Libanesen in Neukölln traktieren, weil zum Beispiel in einem arabischen Staat wie dem Jemen oder Saudi-Arabien Ehebrecherinnen gesteinigt oder Regimegegner ausgepeitscht werden – was glücklicherweise niemand tut.“ Ach nein? Das tut hier niemand? Herr di Lorenzo, in welchen Elfenbeinturm haben Sie sich eingeschlossen? Mit welchen Stoffen kleistern Sie Ihren Kopf so hermetisch zu, dass Fakten nicht mehr durchdringen? Was, glauben Sie, treibt denn ganze Rotten „besorgter“ Bürger dazu, an einlaufenden Bussen mit Migranten Spalier zu stehen und widerliche Beleidigungen gegen Muslime und Islam zu skandieren? Erahnen Sie auch nur ansatzweise (!), wieviel Migranten schon (z.T. lebensgefährlich) wegen irgendwelcher Verbrechen anderer verletzt worden sind? „Oder müssen erst Juden sterben, bevor sich die Mehrheitsgesellschaft verantwortlich fühlt?“ Das war für mich ein persönlicher Schlag in die Magengrube. Das ist Agitation übelsten Ausmaßes, ein dreister Manipulationsversuch, eine schreckliche Wahrheitsverdrängung. Recherchieren Sie mal, Herr di Lorenzo, unter dem Namen Marwa al-Sherbini. Für den Anfang. Ich nenne Ihnen gern noch ein paar hundert Namen zusätzlich. Anschließend zählen Sie mir bitte die Juden auf, die im Nachkriegsdeutschland durch Antisemitismus zu körperlichem Schaden kamen. „Denn es ist zu befürchten, dass die Begleiterscheinungen mangelnder Integration eher noch zunehmen.“ Natürlich. Und die Schuld daran tragen Autoren wie Giovanni di Lorenzo, die ihren Lesern das gute und unverdiente Gefühl geben, zu den „Guten“ zu gehören und aus ihrem Publikum wandelnde Integrationshindernisse zu machen. Denn soviel ist doch klar: je mehr ich Migranten mit Verdächtigungen, unzulässigen Pauschalisierungen und Unterstellungen befrachte, desto wütender wird der bisher nur latent und gering vom Rassismus verseuchte Bodensatz der Gesellschaft. Und auch soviel ist ja wohl klar: Deutschland hat sich in der gesamten Nachrkriegszeit mit Ausnahme fotogener Aktionen vor Wahlkämpfen NIE substanziell mit dem Antisemitismus seiner Bürger auseinandergesetzt. „Nur wenn aus dem Bekanntenkreis, von den Bezugspersonen an Schulen oder im Job und von der großen Mehrheit der Menschen im Land das Zeichen kommt, dass man so etwas nicht will, kann man Dummheit, Vorurteil und Aggression eindämmen – wenn man sie schon nicht besiegen kann“, so di Lorenzo weiter. Die Tränen der Rührung möchten einem kommen! Wo waren denn diese „Zeichen“, wenn brennende Migrantenheime oder türkische Häuser in Deutschland die Nacht erhellt hatten? Wo war denn das Zeichen eines Giovanni di Lorenzo, als in Hünxe zahllose Molotowcocktails auf ein Migrantenheim flogen? Und wo ist sie denn, die deutsche Bildungselite, die ein solches Zeichen seit vielen Jahrzehnten hätte kultivieren müssen?  
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Buch: „Die Antisemitenmacher“ –

Kommentar: Antizionismus bedeutet nicht Antisemitismus

„Jeder sollte sich dessen bewusst werden, dass eine Debatte über den Nahost-Konflikt nichts mit Antisemitismus zu tun hat, sondern allein mit Fragen des Völkerrechts, der UNO-Charta, den Genfer Konventionen, die leider von den Israelis tagtäglich verletzt werden, und damit, dass man darüber reden darf und soll und auch eine eigene Meinung haben darf.“ Ein Kommentar.

Kommentar: Antizionismus bedeutet nicht Antisemitismus

Wahlen in der Türkei
Türkei: Ex-Präsident Abdullah Gül schließt Kandidatur gegen Erdogan aus

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Ankara (nex) – Der frühere türkische Präsident Abdullah Gül hat eine Kandidatur seiner Person bei der bevorstehenden Neuwahl des Staatspräsidenten der Türkei ausgeschlossen Der frühere Staatspräsident der Türkei Abdullah Gül wird im kommenden Juni bei den vorgezogenen Wahlen (Parlamentsmitglieder und Staatspräsident der Türkei) nicht als Kandidat für das Amt des türkischen Präsidenten zur Verfügung stehen. Gül auf einer Pressekonferenz in Istanbul am Samstag: „Die Frage meiner Kandidatur stellt sich nicht mehr“. In den letzten Tagen war in der Türkei und auch im Ausland darüber spekuliert worden, ob Gül als Vertreter der türkischen Oppositionsparteien gegen den amtierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdogan antreten würde. Dem erteilte Gül nun jedoch unter Verweis auf die „fehlende Unterstützung von Teilen der Opposition“ eine deutliche Absage. “Ich hatte gesagt, wenn es einen breiten Konsens gäbe, würde ich mich nicht scheuen, meine Pflicht zu tun”, so Gül. Gül gehörte mit Erdogan 2001 zu den Gründern der regierenden AKP. Thomas Bernhard

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Koalitionen gegen Erdogan: Saadet Partisi-Chef plant Treffen mit Abdullah Gül

Der Vorsitzende der von Erdogan-Ziehvater Necmettin Erbakan gegründeten Oppositionspartei Saadet Partisi (SP), Temel Karamollaoğlu, wird sich diese Woche in der Hauptstadt Ankara mit den Führern weiterer Oppositionsparteien treffen.

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Rekordgewinn
Trotz Datenskandal: Zahl aktiver Facebook-Nutzer steigt auf 2,2 Milliarden

Menlo Park (nex) – Ungeachtet des Datenskandals verzeichnet Internetgigant Facebook  im ersten Quartal eine starke Umsatz- und Gewinnsteigerung. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 49 Prozent auf 11,97 Milliarden US-Dollar und der Reingewinn um 63 Prozent auf 4,99 Milliarden US-Dollar oder 1,69 US-Dollar pro Aktie. Damit übertraf das soziale Netzwerk die Erwartungen der Analysten, deren Schätzungen  bei 11,4 Milliarden US-Dollar lagen. Werbung mache mehr als 98 Prozent der Einnahmen aus. Auch die Zahl der aktiven Nutzer sei nach einer Mitteilung des Unternehmens – das wegen eines Datenmissbrauch-Skandals seit vielen Monaten in der Kritik steht – um 13 Prozent auf 2,2 Milliarden gestiegen. „Jeder redet davon, wie schlecht es um Facebook steht, aber dieser Quartalsbericht ist sehr positiv und bekräftigt, dass es Facebook gut geht“, zitieren Medien Portfoliomanager Daniel Morgan. Allerdings war eine Auswirkung des Datenskandals ohnehin nicht zu erwarten, da dieser nur wenige Tage vor dem Ende des Quartals im März bekannt geworden war. Somit würde sich diese erst im folgenden Vierteljahr bemerkbar machen.        

Geschichte
Erdogan: Türkei hat die Verantwortung, „Schmerz der armenischen Mitbürger zu teilen“

Ankara (nex) – Die Türkei hat die Verantwortung, den Schmerz der armenischen Mitbürger wegen der „Ereignisse von 1915“ zu teilen, so eine vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unterschriebenen Erklärung. Die sowohl auf Armenisch als auch auf Türkisch verfasste Stellungnahme wurde am gestrigen Dienstag während einer Gedenkfeier in einer armenischen Kirche in Istanbul  zum 103. Jahrestag der vielen Opfer der osmanischen Armenier im Ersten Weltkrieg verlesen. „Es ist die ethische Verantwortung der Türkei, den historischen Schmerz unserer armenischen Mitbürger zu teilen“, so die Erklärung weiter. Erdogan sprach der armenischen Gemeinschaft und auch der türkischen Nation sein Beileid aus, weil Millionen osmanischer Bürger durch Kriege, Migrationen, Konflikte und Krankheiten im gleichen Zeitraum ihr Leben verloren haben. Die Erklärung appellierte auch an die armenische Gemeinschaft, nicht zuzulassen, „dass diejenigen, die versuchen, Hass und Feindseligkeit zu entfachen, indem sie die gemeinsame Vergangenheit verzerren“, Erfolg haben. Der türkische Präsident gibt seit 2014 jedes Jahr am 24. April eine Erklärung zu den damaligen Ereignissen ab. Erdogan spricht in diesen Erklärungen erstmals von einem „gemeinsamen Schmerz“ und bezeichnet die Morde als „unmenschlich“. Die Türkei erkennt die Tragödie hinter den Todesfällen hunderttausender Menschen an, die von 1915 an im Zusammenhang mit den Ereignissen in Ostanatolien während des Ersten Weltkrieges ihr Leben verloren hatten. Allerdings verwahrt sich die Türkei gegen die Beurteilung der Ereignisse als „Völkermord“ und spricht von einer beiderseitigen Tragödie. Ankara hat wiederholt die Bildung einer gemeinsamen internationalen Historikerkommission angeregt, um die Ereignisse vom Grunde her aufzuarbeiten und historisch zu bewerten. Die Regierung des Osmanischen Reiches hatte 1915 die Deportation armenischer Bevölkerungsteile aus der Region beschlossen, nachdem sich armenische Terrormilizen und Teile der Bevölkerung mit der russischen Armee verbündet hatten, die im Osten an der Kaukasusfront in osmanische Gebiete vorrückte.

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– NEX24-Interview –

Protest gegen Armenien-Resolution: Nach 21 Jahren aus CDU ausgetreten

Der Siegener Politikwissenschaftler und Leiter des Forschungszentrums Südosteuropa und Kaukasus, Dr. Christian Johannes Henrich, hat bereits in seiner Doktorarbeit die westliche Einseitigkeit in der Bewertung der Ereignisse von 1915 in Ostanatolien kritisiert. Er ist 2015 aus Protest gegen die Armenien-Resolution des Deutschen Bundestages nach 21 Jahren aus der CDU ausgetreten.

Protest gegen Armenien-Resolution: Nach 21 Jahren aus CDU ausgetreten

Reisen
Istanbul: Ein riesengroßes Herz für alle und jeden

Von Klaus Jurgens Istanbul – 15 Millionen Einwohner, trotzdem sehr hohe Lebensqualität Oder gerade deswegen! So könnte man diesen Artikel auch betiteln, denn genau die Tatsache, dass hier so viele Menschen vereint unter einem Großstadt-Dach leben, macht die Perle am Bosporus zu einer der interessantesten, und wenn ich bereits zu Anfang einen persönlichen Kommentar einfügen darf, lebenswertesten Metropolen dieser Erde. Aber habe ich da nicht etwas übersehen? Verkehrsstaus und Schneckentempo, überfüllte U-Bahnen und Busse, überteuerte Restaurants in den Tourismusecken, immer viel Lärm? Na, sind wir doch einmal ehrlich zu uns selbst: Wer jemals auf dem Pariser Champs Elysées zur Stoßzeit mit dem Auto unterwegs war oder zur falschen Zeit auf der M25 versuchte, rasch London zu umfahren, weiß, wovon ich spreche. Bleiben wir noch etwas in der britischen Hauptstadt: Haben Sie schon einmal an der Station Holborn so etwa gegen 17.30 Uhr Ortszeit versucht, die erste Tube zu erwischen? Pech gehabt, lange Schlangen und Gedränge überall. Und erinnern Sie sich noch an das Top-Restaurant in Venedig, wo von einem Hundert-Euro-Schein nur ein wenig Wechselgeld übrig blieb, nachdem man die Rechnung für zwei Portionen Spaghetti und zwei Glas Hauswein bezahlt hatte? Und leise ist es eigentlich nirgendwo, es sei denn, Sie erklimmen steile Berge oder bevorzugen Wattwandern. Ich möchte mich nicht lustig machen, sondern wollte nur zu meinem eigentlichen Thema hinleiten: Istanbul hat genau wie alle anderen Metropolen dieser Welt seine Schattenseiten, aber um im selben Bild zu verweilen, insgesamt betrachtet gibt es hier in der Tat weitaus mehr Licht als anderswo. Denn hier wird alles so viel leichter ertragbar! Wie komme ich zu diesem Schluss? Istanbul ist einfach bezaubernd, ist atemberaubend schön. Und mit ein wenig Übung verzichtet man eben diskret auf die wenigen Touristenfallen oder die ärgste Rush Hour und Bingo – jetzt lebt man wie ein Einheimischer, und dann wird Istanbul eben noch lebenswerter (und liebenswerter!). Lassen Sie mich deshalb drei Themen ansprechen, die Neuankömmlingen oder Kurzzeitbesuchern kaum auffallen mögen; alle drei sind aber extrem bedeutsam, um Istanbul Stück für Stück besser zu verstehen. Erstens, die Stadt ist zweigeteilt. Nein, nicht nur durch den Bosporus, das natürlich auch. Worauf ich hinaus möchte, ist, dass man hier entweder auf der einen oder eben auf der anderen Seite wohnt. Mit dem Bosporus in der Mitte. Unter ihren Miteinwohnern wird man selten das Wort ‚asiatische Seite‘ vernehmen, das ist ein westliches Cliché. Hier sagt man ganz einfach ich lebe auf der europäischen, oder der anatolischen Seite. Beide Seiten haben ihre Vorzüge, sei es Wohnraum-Preis-Leistungs-Verhältnis oder die Entfernung zu ihrer Arbeitsstelle, Schule oder Universität. Manche leben aus Tradition immer im selben Stadtteil, jüngere Generationen bevorzugen modernere Nachbarschaften. Mir persönlich gefielen die ‚Alte Elite‘-Nachbarschaften auf der anatolischen Seite nahe dem Bosporus weniger, da meine politische Meinung eher zukunftsorientiert, in Richtung moderne und heutige Türkei ausgelegt war und ist. Das rührt ja automatisch von meinem Beruf her, dass man eben auch abends oder am Wochenende über Politik nachdenkt oder zwischen den Zeilen seiner Mitmenschen liest sozusagen. Aber für alle, die hoffentlich ‚normale‘ Berufe ausüben, spielt das alles gar keine Rolle und egal auf welcher Seite Sie leben – überall ist es lebenswert und die Wohnqualität ist beispielhaft: 3-Zimmer-Standard, alles sauber und einladend, möbliert oder nicht, mindestens ein Balkon oder eine Terrasse, Hausmeister oder Sicherheitsfirma, eventuell Garage oder Stellplatz, öffentliche Verkehrsmittel meistens nur ein paar Minuten entfernt… und das alles auch noch bezahlbar! Zweitens braucht man in Istanbul eigentlich kein Auto. Das schont die Umwelt und verringert die Staus ebenso. Und was viele einem kaum glauben: Man kann die Innenstadt perfekt zu Fuß kennen und lieben lernen. Man muss halt nur die öffentlichen Verkehrsmittel (oder privaten Minibusse oder Fähren) geschickt in seinen Laufplan mit einbauen. Mit der immer wieder aufladbaren Istanbulkart ist das darüber hinaus sehr einfach. Von der anatolischen Seite per Unterwasser-Bahn Marmaray zuerst nach Sirkeci und dann zu Fuß nach Eminönü, dann über die Galata Brücke und später hoch hinaus auf den Galata Turm – ganz Istanbul liegt Ihnen vor den Füssen. Unbeschreiblich faszinierend, und sie tauchen ein, sie atmen so richtig Istanbul, die Weltmetropole. Fast sollte man Frank Sinatra‘s Hymne an New York ein wenig modifizieren und sagen ‚if you can make it here…‘ Und drittens, es ist hier absolut multikulturell. Sie bevorzugen ein stilles Plätzchen unter Einheimischen, wo kein einziger Tourist zu sehen ist? Oder Sie sind ein Anhänger der Expat-Szene? Sie wollen sich voll integrieren, ohne assimilieren zu müssen? Sie akzeptieren die Türkei und Istanbul, so wie sie eben ist? Dann werden Ihre neuen Nachbarn und Mitbürger Sie mit offenen Armen willkommen heißen. Ob aus Augsburg oder Atlanta, ob aus Zell am See oder Zürich; egal ob jung oder alt, alleine oder verheiratet, mit oder ohne Kinder; egal welche Religion oder Hautfarbe. Istanbul ist riesengroß, aber hat auch ein riesengroßes Herz für alle und für jeden. Es kann solidarisch auftreten oder etwas versnobt wie jede andere Weltstadt, aber was einen immer wieder beeindruckt, ist diese ansteckende Lebensfreude, diese Motivation, immer weiter zu gehen, dieser Ehrgeiz, dieser Elan, dieses Flair. Meine Familie zog vor einigen Jahren aus beruflichen Gründen in eine andere Region der Türkei, aber jedes Mal wenn wir wieder hier sind, fühlt man sich, als ob man niemals weggewesen wäre. 15 Millionen Menschen und trotzdem eine sehr hohe Lebensqualität? Aber sicher; schauen Sie doch einfach einmal vorbei, Sie sind herzlich willkommen!  

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– Türkei – Adana-Festival bricht Besucherrekorde

Eigentlich ist es ja vom offiziellen Titel her ein Karneval: Der sechste Internationale Orangenblüten-Karneval fand gerade im türkischen Adana statt. Aufgrund der sensationellen Besucherzahlen darf man ihn aber durchaus in die Kategorie Festival einreihen, oder noch besser: in die Elite-Klasse der Mega-Events.

Adana-Festival bricht Besucherrekorde

Klaus Jurgens
Klaus Jurgens – London School of Economics Postgraduate Degree Government. Vormals Uni-Dozent Ankara, Schwerpunkt BWL und KMU. Über zehn Jahre vor Ort Erfahrung Türkei. Zur Zeit wohnhaft in Wien. Politischer Analyst und freiberuflicher Journalist.

Treffen in New York
Türkischer Außenminister Çavuşoğlu wirft europäischen Politikern „spaltende Sprache“ vor

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New York – Die „spaltende Sprache“ einiger europäischer Politiker ist „ein sehr gefährliches Spiel“, das den Aufstieg des Extremismus in Westeuropa fördert, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu am gestrigen Montag in New York. „Wir, die Entscheidungsträger und Politiker, haben eine wichtige Verantwortung. Einer der Gründe für den Anstieg des Extremismus in Westeuropa ist vor allem die spaltende Sprache einiger Politiker“, sagte der türkische Spitzendiplomat auf einer Veranstaltung der Generalversammlung des UN-Sicherheitsrates zur Friedenssicherung. „Dieser Ansatz spaltet die Menschen nach ethnischen und religiösen Gesichtspunkten. Das ist ein sehr gefährliches Spiel“, warnte er. Çavuşoğlu forderte die Politiker auf, keine Stereotypen zu schaffen und sagte, jeder müsse der Welt positive und vereinheitlichende Botschaften vermitteln. Çavuşoğlu kam am 22. April in New York an, um vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen über die Beiträge der Türkei und ihr Vorgehen bei den Bemühungen der Vereinten Nationen um Frieden zu sprechen. Er wird auch mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres zusammentreffen, bilaterale Treffen mit seinen Amtskollegen am Rande des Treffens abhalten und mit türkischen und amerikanischen Medien sprechen. Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas Bei dem Treffen zwischen Bundesaußenminister Heiko Maas und seinem türkischen Amtskollegen sei es unter anderem auch um die angekündigte Rede Çavuşoğlus in Solingen gegangen. Der türkische Außenminister will bei der Gedenkfeier zum 25. Jahrestag des Brandanschlags von Solingen reden. Da der Termin mitten im türkischen Wahlkampf liegt, haben sich Vertreter der Union, der Grünen und der Linke dagegen ausgesprochen. Laut Maas falle der Auftritt aber nicht unter das Wahlkampfverbot. Die Rede habe einen ganz anderen Hintergrund. „Das ist eine Veranstaltung, die regelmäßig stattfindet und dort wird der Opfer dieses schrecklichen Brandanschlags gedacht“, sagte er am gestrigen Montag am Rande des G7-Außenministertreffens in Toronto.    

Kanada
Toronto: Transporter rast in Menschenmenge – neun Tote

Toronto (nex) – Im kanadischen Toronto ist ein Transporter in eine Menschenmenge gerast. Wie die Polizei mitteilte, wurden mindestens neun Menschen getötet. Der Fahrer sei bereits festgenommen worden. Die Hintergründe sind noch unklar. Weitere Verdächtige gebe es nicht. Ob es sich um einen Terrorakt handle, könne noch nicht gesagt werden. „Es ist zu diesem Zeitpunkt zu früh, zu sagen, was für Motive es gegeben hat, wenn überhaupt“, sagte Polizeisprecherin Meaghan Gray gegenüber den Medien. Bei dem Tatverdächtigen handle es sich laut CBS-News um einen 25-Jährigen mit dem Namen Alek Minassian. „Unsere Gedanken sind bei allen, die von den schrecklichen Vorfall in Yonge und Finch betroffen sind“, teilte der kanadische Premierminister Justin Trudeau über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Laut internationalen Medien gibt es mindestens 16 Verletzte. Der weiße Transporter sei mit hoher Geschwindigkeit von der Straße auf den Gehweg gefahren. In dem betroffenen Stadtteil gibt es sehr viele Geschäfte und Restaurants, somit ist die Gegend tagsüber sehr belebt. Die Gegend um den Anschlagsort sei weiträumig abgesperrt worden. In Toronto fand heute ein G7-Außenministertreffen statt. Auch der deutsche Außenminister Heiko Maas nahm daran teil. https://twitter.com/HeikoMaas/status/988526815131119623      

Vorgezogenen Wahlen in der Türkei
Koalitionen gegen Erdogan: Saadet Partisi-Chef plant Treffen mit Abdullah Gül

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Ankara (nex) – Der Vorsitzende der von Erdogan-Ziehvater Necmettin Erbakan gegründeten Oppositionspartei Saadet Partisi (SP), Temel Karamollaoğlu, wird sich diese Woche in der Hauptstadt Ankara mit dem Führer der Republikanischen Volkspartei (CHP) Kemal Kılıçdaroğlu und der Parteichefin der im vergangenen Oktober gegründeten İYİ Partei, Meral Akşener, treffen. Wie die türkische Tageszeitung Cumhuriyet berichtet, sei zudem auch ein Treffen mit dem ehemaligen Präsidenten des Landes, Abdullah Gül, geplant. Gül hatte das Amt des Staatspräsidenten von 2007 bis 2014 inne. Karamollaoğlu wird sich der Cumhuriyet zufolge am morgigen Montag mit Kılıçdaroğlu und am darauffolgenden Dienstag mit Akşener treffen. Bei den Treffen könne es unter anderem auch um mögliche Koalitionen für die vorgezogenen Wahlen gehen. Für den morgigen Montag sei auch ein Treffen mit dem Parteichef der sunnitisch-kurdischen Partei „Hüda-Par“, Zekeriya Yapıcıoğlu, angekündigt worden. Im Laufe der Woche sei zudem ein Treffen mit dem ehemaligen Staatspräsidenten der Türkei, Abdullah Gül, geplant. Gül sei für die Saadet Partisi als Präsidentschaftskandidat im Gespräch.

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– Wahlen in der Türkei – Türkei: 15 CHP-Politiker schließen sich Meral Aksener-Partei an

Mit diesem Schritt ist die Teilnahme der İYİ Partei an den Wahlen sichergestellt. Laut türkischem Wahlgesetz sind hierfür mindestens 20 Abgeordnete vorgeschrieben. Die İYİ Partei ist momentan mit fünf Politikern im Parlament vertreten.

Türkei: 15 CHP-Politiker schließen sich Meral Aksener-Partei an