Religion und Toleranz
Prof. Dr. Günther: „In Gott erfährt der Mensch eine ungeteilte Zuwendung“

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther Religion und Toleranz Religion und Toleranz scheint ein genauso altes wie aktuelles Thema zu sein. Das ist so, weil man sich daran gewöhnt, hat Toleranz und Religion in einem antagonistischen Verhältnis zu sehen. Religion scheint ein ungeheures Konfliktpotential zu bergen, das sich nur mühsam durch einen Appell zur Toleranz unter Kontrolle halten lässt, d.h. eigentlich fordert man religiöse Menschen dazu auf, tolerant zu sein, obwohl sie religiös sind. Toleranz scheint etwas von außen an die Religion Herangetragenes zu sein; Toleranz gehört zu einer jenseits der Religion stehenden Ordnung, die garantieren muss, dass Leute verschiedener Überzeugungen friedlich zusammenleben. Eine dieser Überzeugungen, und noch dazu eine besonders hartnäckige, ist eben die Religion, und die tut es sich mit der Toleranz schwer. Für Toleranz scheint eine religionsneutrale Ordnung, d.h. ein säkularer Staat, zuständig; Religion muss sich in diese Ordnung fügen. Für den Religiösen stellt sich die Frage, wie tolerant er sein kann, um religiös bleiben zu können, d.h. wie er die Forderungen seiner Religion mit denen der religionsneutralen Gesellschaft versöhnen kann. Ganz so einfach ist es freilich nicht einmal in der aktuellen gesellschaftlichen Realität des hier umrissenen ›westlichen‹, säkularen Staatsmodells: das Verhältnis von Menschen verschiedener Überzeugungen untereinander und mit der staatlichen Ordnung ist mehrdimensional. Es gibt da Religiöse und Nicht-Religiöse, doch auch in immer relevanterem Umfang Verschieden-Religiöse, nicht nur Angehörige verschiedener Religionen oder verschiedener Ausprägungen einer Religion, es gibt auch verschieden stark von ihrer Religion Überzeugte bis zu an einer Religion als einer kulturellen oder nationalen Tradition Festhaltende; ja, in einer multiethnischen und sich im Zuge der sog. Globalisierung immer mehr dekulturalisierenden Gesellschaft spielt oft die Verquickung von Religion und kultureller Identität eine große Rolle. In diesem Kontext befinden sich der Nicht-Religiöse und der Religiöse in derselben Situation. Der Nicht-Religiöse gesteht dem Religiösen zu, religiös zu sein, solange Letzterer das friedliche Zusammenleben nicht stört. Ebenso der Religiöse; er mag zunächst den Anders-Religiösen als einen minderwertig Religiösen ansehen, den er duldet, solange er seine religiösen Überzeugungen nicht stört; unter Umständen drängen ihn freilich seine Überzeugungen doch zur Vereinnahmung des anderen oder zwingen ihn im Falle des völlig Unreligiösen vielleicht gar dazu. Eben dieser vereinnahmenden Haltung entgeht jedoch auch der tolerante, nicht-religiöse ›Liberale‹ nicht, der die Werte des religionsneutralen Staates vertritt. Religion ist eine minderwertige Überzeugung, die zu tolerieren ist, solange sie nicht stört. So stößt in einer Gesellschaft, wo der Wertekonsens so extrem brüchig ist wie heute, Toleranz immer mehr an ihre Grenze: Toleranz kann ganz offenkundig den anderen nie im vollen Sinne den anderen sein lassen. Auch Toleranz vereinnahmt den anderen, indem sie sich absolut setzt. Die hier beschriebene gesellschaftliche Realität scheint sehr partikulär; sie ist die der modernen ›westlichen‹ Zivilisation; freilich ist diese ›Zivilisation‹ seit Jahrhunderten global bestimmend, denn sie hat durch ihre (waffen)technische Überlegenheit die Welt dazu gezwungen, diese Weltsicht nolens volens zu adaptieren. Und inzwischen hat die Software dieser ›Zivilisation‹ es noch unmöglicher gemacht, sich ›global‹ westlicher Denkungsart zu verschließen. D.h. die Beschreibung, die ich im Vorigen gegeben habe, trifft unsere heutige Situation ›global‹. Aber um damit umzugehen, muss man sich klar machen, dass das oben kurz umrissene Verhältnis von Religion und Toleranz auf bestimmten Konzepten von Religion und Toleranz beruht, die nicht selbstverständlich sind. Konflikte, die mit etwas im Zusammenhang stehen, das wir Religion nennen, gibt und gab es natürlich auch außerhalb des im Vorigen abgesteckten Raumes; ebenso gibt und gab es überall Verhaltensweisen zwischen Konfliktparteien verschiedenster Art, die wir als Toleranz bezeichnen können. Doch inwieweit dabei ›Religion‹ bzw. ›Toleranz‹ einem Phänomen (oder einem Wort) aus einem anderen Kulturbereich entsprechen, bleibt offen und in jedem Falle zumindest unscharf. ›Religion‹ und ›Toleranz‹ sind Bezeichnungen der europäischen Kultur und ihrer Sprachen, aber schon innerhalb dieser Kultur bedürfen die Begriffe der Präzisierung: nur weil der Begriff ›Religion‹ bereits innerhalb der europäischen Kultur so unscharf ist, kann er überhaupt auf andere Kulturen übertragen werden. Das ist gefährlich, und es scheint mir geboten, diese Begriffe zunächst in ihrem europäischen Umfeld zu klären. Wenn dies im vollen Bewusstsein der Beschränktheit dieser Vorgehensweise geschieht, leistet es mehr als eine oberflächliche Einbeziehung anderer Kulturen und Denkweisen. Ich will somit hier Religion und Toleranz nur im Bezug auf die Situation in der westlichen Gesellschaft präzisieren. Dies könnte ein erster Schritt sein, anderen Kulturen eine Chance zu geben, dort beheimatete vergleichbare Konzepte vor dem Hintergrund ihrer eigenen Denk- und Sprachstrukturen zu überdenken und gegebenenfalls zu dem, was Europa Toleranz und Religion nennt, in Bezug zu setzen. Die eingangs skizzierte gesellschaftliche Realität hat klar gemacht: was Religion und Toleranz auch immer bedeuten, sie sind korrelierende Begriffe, und in der Tat findet Toleranz sozusagen im terminologischen Sinne seine schärfste Ausprägung in der europäischen Aufklärung zusammen mit der Entwicklung des Konzeptes einer säkularen, religionsneutralen Staatsform. Wenden wir uns nun den Begriffen im Einzelnen zu und bestimmen wir zunächst genauer, wovon wir eigentlich sprechen, wenn wir das Wort ›Religion‹ benutzen! Religion ist bekanntlich ein lateinisches Lehnwort, das in seiner ursprünglichen Verwendung im antiken Latein in die Sphäre der paganen römischen ›Religiosität‹ gehört. Die Bedeutung, die ›Religion‹ ihm Vulgärverständnis des modernen Europäers hat, ist erst aus der Übertragung dieses Wortes in eine andere ›Religion‹ möglich geworden, die ein der paganen Religiosität fast diametral entgegengesetztes Gottesverständnis aufweist. Wie im Grunde genommen für alle werteprägenden Begriffe gibt es auch für das lateinische Wort religio bzw. für das moderne, ›europäische‹ Wort Religion in anderen Sprachen, Kulturen, ›Religionen‹ keine völlig adäquate Übersetzung eins zu eins. Dass wir in europäischen Sprachen recht unterschiedliche Erscheinungen in anderen Kulturen mit dem Wort ›Religion‹ belegen können, liegt letztendlich daran, dass das Wort bereits in seiner Übertragung von der paganen Religiosität in die christliche einen derartige krassen Bedeutungswandel durchgemacht hat, dass es ein so sinnentleertes Wort geworden ist, dass man es tatsächlich auf so gut wie alles anwenden kann, was irgendwie mit etwas Transzendentem, Göttlichen, Heiligen zu tun hat. Andererseits verbinden wir unwillkürlich mit dem Wort ›Religion‹ alltagssprachliche Konnotationen, die den Phänomenen, die wir dann als Religion bezeichnen, nicht gerecht werden. Wir sagen etwa: er macht aus etwas eine Religion, etwas ist für jemand eine Religion. Damit meinen wir: jemand ist von etwas völlig überzeugt, ohne dass es dafür vernünftige Gründe gibt. Wir sagen auch: er glaubt an seine Religion. Religion bedeutet: man glaubt fest an etwas, das man eigentlich nicht so sicher wissen kann. ›Glauben an‹ hat die Konnotation ›irrational‹. Unser Verständnis von Religion, bzw. Glauben im religiösen Sinne setzt eine implizite Antinomie ›Religion‹ vs. ›Vernunft/ Verstand‹ voraus. Die Religion, die an etwas glaubt, impliziert dazu noch: feste Überzeugung, eine Art von Vertrauen auf etwas Unverbrüchliches, das Richtmaß der eigenen Lebenshaltung wird. Es ist unschwer zu erkennen, dass dieses Religionsverständnis demjenigen einer ganz bestimmten religiösen Tradition entspricht: der jüdisch-christlich-islamischen. Das Vertrauen, Sich-Verlassen-auf, unser deutsches ›glauben an‹ hat seinen semantischen Ursprung in einem griechischen Wort, welches das christliche Gottesverständnis in Absetzung vom paganen bezeichnete, pístis »Glaube«, eigentlich »Vetrauen«, bzw. pisteúo »vertrauen auf«, und der lateinischen Entsprechung: fides »Treue, Vertrauen, Zuverlässigkeit«. Romanische Sprachen besitzen für unser deutsches ›Glauben‹ im christlichen Sinne auch einen schärferen Terminus in Ablegern von lat. fides (frz. ›foit‹, ital. ›fede‹), bzw. besitzt das Englische ein romanisches Lehnwort ›faith‹. Diese ganz spezifische Form des Religiösen setzen wir bei Religion stillschweigend voraus; wir verwenden ›Glaube‹ und ›Religion‹ praktisch synonym, Entsprechendes gilt für andere Sprachen. Das als pístis/fides bezeichnete Verhältnis zum Göttlichen ist freilich dem paganen antiken Religionsverständnis diametral entgegengesetzt, dem römischen zumal. Der Grieche benennt sein Verhältnis zu den Göttern am allgemeinsten mit nomízein, d.h. eigentlich »etwas benützen, wie es gewöhnlich ist, sozusagen wie eine Währung«. Man geht mit den Göttern um, wie man es gewohnt ist zu tun. Es gibt Regeln: besonders in der römischen Religion ist das quasi juristische Verhältnis zu den Göttern besonders ausgeprägt. Man hält sich an ein vertraglich vereinbartes göttliches Recht, das ein friedliches Miteinander gewährleistet. An diesen Pakt ist man gebunden: das ist ›religio‹. Es ist ein Pakt zwischen zwei ungleichen Parteien. Das Göttliche, mit dem man so umgeht, ist das Übermächtige. Das Wesen dieser Macht ist das Unberechenbare, Unkontrollierbare. Der Umgang ist geprägt von Misstrauen. Heilige Handlungen sind zunächst Vorkehrungen gegen möglichen Schaden. Die Haltung ist Vorsicht. Dieses Göttliche ist vor allem das Unbekannte. Mit ihm vorsichtig umzugehen, gebietet eine Skepsis, die besagt, Unterlassung könnte zu Schaden führen. Das Verhältnis des Religiösen zu Gott ist ein negatives. Dieses Göttliche hat keine andere Bestimmtheit als die des möglicherweise Bedrohlichen. Es ist das Gegenstück zu allem Vertrauten, Vertrauenswürdigen. Man könnte dieses Verhältnis zum Göttlichen als im Wesentlichen aporetisch und apotropäisch bezeichnen. Das jüdisch-christlich-islamische Gottesverständnis steht dem diametral entgegen. Gott hat in seinem Verhältnis zum religiösen Menschen zunächst schon ganz unmittelbar eine Bestimmtheit: er ist derjenige, der Verlässlichkeit verspricht und Vertrauen einfordert, derjenige, auf den der Religiöse sein Leben ausrichten kann und muss. Er ist ein Gott, der sich dem Menschen nicht nur im Entzug, im Bedrohlichen offenbart, sondern von Anfang an auch derjenige, der sich dem Menschen oder einer bestimmten Gruppe, ›seinem Volk‹ zuwendet und ihm in seiner Offenbarung ein Unterpfand des Vertrauens schenkt: sein Wort, seine heilige Schrift, die das äußere Zeichen seiner Zuwendung ist und an welcher der Religiöse sein Leben ausrichten kann. Das hier skizzierte Muster des Verhältnisses Mensch – Gott ist selbstverständlich nicht auf die jüdisch-christlich-islamische Tradition beschränkt. Umgang mit dem Übermächtigen versucht das Bedrohliche zu bändigen; so strebt es immer auch nach einem vertrauteren Verhältnis zu diesem Bedrohlichen: dieses vertrautere Verhältnis wird erstrebt im Versuch, Letzteres zu verstehen oder es – durch religiöse Handlungen – nicht nur zu besänftigen, sondern u.U. sogar seine Zuneigung zu gewinnen. Diesem Bedürfnis kommen in der paganen Antike besonders esoterische Religionsgemeinschaften entgegen: hier entwickelt sich das auf göttlicher Offenbarung beruhende Vertrauensverhältnis zwischen einer Gruppe und dem Göttlichen. So hat auch das jüdisch-christlich-islamische Religionsverständnis seinen Ursprung in einer Religion, eben der jüdischen, die sich zunächst als diejenige einer besonderen Gruppe im Verhältnis zu ihrem sich ihr zuwendenden und offenbarenden Gott definiert. Wie diametral verschieden dieses auf Vertrautheit und wechselseitigem Vertrauen beruhende Gottesverhältnis von demjenigen ist, das oben als in seiner Grundlage aporetisch/apotropäisch bezeichnet wurde, lässt sich am besten an einem prägnanten Textzeugnis der griechischen Antike festmachen, das präzise mit christlichen Vorstellungen vergleichbar ist, die so geläufig sind, dass sie die Erwartungshaltung eines in dieser Tradition stehenden Europäers gegenüber dem, was man mit Gott bezeichnen könnte, prägen, unabhängig davon, ob er religiös ist oder nicht. Eine der wirkungsmächtigsten Tragödien des attischen Dramatikers Euripides stellt in seiner Hauptfigur Hippolytos einen Menschen dar, der sich unter Verzicht auf alles andere, speziell sexuellem Verzicht, in seinem gesamten Lebensvollzug der Gemeinschaft mit einer (jungfräulichen) Göttin (Artemis) weiht. Er lebt mutatis mutandis ein christliches Mönchsideal. Diese Haltung erscheint der Frömmigkeit des Durchschnittsmenschen, vertreten durch einen älteren und sozial niederer stehenden Erzieher, falsch: religiöse Observanz (gr. sébomai, semnós, durchaus vergleichbar lat. pietas) bedeutet: Wahrung des gebührenden Abstandes zu nicht eindeutig, nicht auf eine bestimmte göttliche Wesenheit festlegbaren Mächten. Sie verbietet absolute Hingabe an einen bestimmten Gott, da dies zur Verletzung von Pflichten gegenüber anderen Göttern führen muss. Observanz in diesem Sinne wird in der Tat von Vorne herein von einer Göttin (Aphrodite) eingefordert und so autorisiert. Aphrodite sagt, es beleidige sie nicht, dass eine andere Göttin geehrt werde, nur müsse auch ihr die schuldige Ehrerbietung zuteil werden. Um Missachtung zu ahnden, bringt sie rücksichtslos nicht nur Hippolytos, sondern auch ›unschuldige‹ Nebenfiguren zu Fall. Artemis kann ihrem Schützling nicht helfen. Als Hippolytos im Sterben liegt, offenbart sie einer unschuldig verstrickten Nebenperson (dem Vater Theseus) schonungslos, geradezu sadistisch die ihn zutiefst erschütternde Wahrheit; Hippolytos selbst gesteht sie nur ihr Bedauern, ihm nicht helfen zu können, und verlässt ihn, bevor er zu Tode kommt, um als Göttin nicht der Begegnung mit dem Tode ausgesetzt zu sein. Sie ermöglicht aber die Aussöhnung mit dem unwissentlich für Hippolytos’ Tod verantwortlichen Vater: angesichts des Todes bleibt nur die Gemeinschaft sterblicher Menschen. Der antike Gott, der keine Exklusivität für sich reklamiert, wie der Gott der zehn Gebote, der nur eifersüchtig ist, dass ihm nicht dieselbe Ehre wie einem anderen zuteil wird, hat weder die Macht, den Menschen vor Leid zu bewahren, noch kann der Mensch hoffen, dass er ihn in seiner letzten Stunde beisteht. Hippolytos nimmt es zwar mit einem Ausdruck des Bedauerns, aber doch als etwas Selbstverständliches hin, dass seine Göttin ihm im Augenblick des Todes die Gemeinschaft aufkündigt, dass es ihr ›leicht‹ fällt, ihn zu verlassen, wie den Göttern, die Leid und Sterblichkeit nicht kennen, alles leicht fällt. Artemis hatte Hippolytos für seine Hingabe nie etwas versprochen, Hippolytos nie von ihr erwartet, dass sie ihn in seiner letzten Stunde ›aus seiner Angst und Pein‹ reißt. Der jüdisch-christlich-islamische Gott macht dem Menschen ein verlockendes, aber zugleich bis ins Letzte radikales Angebot: er verspricht ihm absolute Geborgenheit bis in den Tod und fordert dafür absolute, exklusive Hingabe von Seiten des Menschen. Der Gott der paganen griechisch-römischen Antike hat dem Menschen nie etwas versprochen; der Mensch kann von ihm nichts einfordern, er kann letztlich nur mit seinem Diesem-Gott-Ausgeliefertsein umgehen, indem er Schadensbegrenzung betreibt. Und die ist immer nur beschränkt wirksam. Allerdings führt das Gefühl des Ausgeliefertseins im Angesicht der Übermacht des Göttlichen den Menschen zum Menschen, öffnet ihn für ein Miteinander, das Differenzen aufhebt, führt zum Ertragen des anderen in seiner Schwäche, in gewisser Weise zur Toleranz: Euripides spricht von syngnómen échein »ein Einsehen (mit der Fehlbarkeit des anderen) haben«. Eine solche Religion erhebt per se keinen theoretischen ›Wahrheitsanspruch. Ihre skeptische Vorsicht kann grundsätzlich nicht nur mit anderen Religionen koexistieren, sie tritt unweigerlich anderen Religionen vorsichtig gegenüber, sie verweigert sich ja gerade der Exklusivität. Diese Religiosität ›toleriert‹ Handlungen oder Überzeugungen nur dann nicht, wenn sie ihre religiöse Praxis gefährden, da sie darin möglichen Schaden vermuten muss. Gegenstück dieser aporetischen Religiosität ist die Philosophie. Sie sucht, die Gewissheit zu vermitteln, die das Gefühl des Vertrautseins ermöglicht. Philosophie ist die ›Religion‹ der klassischen Antike im modernen gemeinsprachlichen Sinne von Heilslehre. Einen Wahrheitsanspruch erhebt in der Antike nur die philosophische pagane Religion. Die jüdisch-christlich-islamische Religiosität impliziert unmittelbar einen Wahrheitsanspruch: Gott ist unmittelbar als der verlässlich Anwesende und somit Vertrauenswerte schlechthin gegeben. Dieser Wahrheitsanspruch muss unvermeidlicherweise zur Auseinandersetzung mit anderen Wahrheitsansprüchen führen. Das Richtmaß der Wahrheitsansprüche im historischen Umfeld, die philosophische Vernunft, ist freilich von dem der monotheistischen Offenbarungsreligion verschieden; in der Auseinandersetzung treffen die beiden Richtmaße aufeinander: es kommt zu der Opposition ratio vs. fides, wobei die ratio zur Magd der fides instrumentalisiert wird. Dieser Gegensatz ist nur auf der Grundlage der spezifischen Bedingungen denkbar, unter denen sich zunächst die jüdisch-christliche, dann die islamische Religion im Umfeld antiker Religiosität gebildet hat. Somit ist auch das moderne säkulare Staatsverständnis letztlich nur in einer von solcher Religiosität geprägten Kultur im strengen Sinne erklärbar. Die Intoleranz, die der gemeine Verstand der westlichen Zivilisation heute mit Religion verbindet und die es im Kontext der Lage der Religion bzw. der Religionen in dieser Zivilisation bzw. der von dieser Zivilisation global vereinnahmten Welt gibt, geht letztlich auf diese Antinomie zurück. Sie geht darauf zurück, dass ein zunächst in der Religion einer Gruppe entwickeltes Konzept von Exklusivität einen universalen Wahrheitsanspruch erhebt und diesen mit einem von außen herangetragenen Maßstab, etwa einer sog. Vernunft, zu begründen versucht. Intoleranz erscheint somit zunächst überhaupt nicht als ein Problem der Religion schlechthin, sie erscheint als Problem einer bestimmten Art von Religion, noch dazu einer Art von Religion, in der gerade ein nicht genuin religiöses, sondern von außen in diese Form eingegangenes Element für diese Intoleranz wesentlich mitverantwortlich ist: Toleranz und Intoleranz sind Haltungen, die sich aus einem im Letzten antagonistischen Verhältnis von religiöser Überzeugung und Vernunft ableiten. Somit wäre durch diese Reflexion auf die Fragwürdigkeit des Begriffes Religion in Europa auch der Begriff Toleranz stricto sensu definiert; Toleranz bedeutet: das Ertragen einer anderen quasi-religiösen Überzeugung, die man gegenüber der eigenen für minderwertig hält. Dies ist ein sozusagen minimalistisches Konzept von Toleranz, das sich rein negativ als Nicht-Einmischung definiert. An diesem Toleranzmodell orientiert sich ein in Religionsangelegenheiten neutraler Staat, der nur seine eigene Neutralität als unantastbar und somit absolut setzt. Aus dieser Sicht sind Religionen wie Christentum oder Islam, grundsätzlich als problematische Überzeugungen zu werten, die man allenfalls tolerieren kann. Es ist zugleich folgerichtig und paradox, dass der moderne säkulare Staat eben diese Religiosität zu einer minderwertigen, zu tolerierenden Überzeugung degradiert: er tut dies, indem er selbst durch die Hintertür die Position der Religion mit ihrem allgemeinverbindlichen Geltungsanspruch einnimmt. Dieser Geltungsanspruch scheint als Neutralität gefasst fast inhaltsleer, gerade so wird jedoch verdeckt, dass er dadurch umso despotischer ist, denn dadurch, dass er einen Minimalkonsens darstellt, setzt er sich in besonders drastischer Weise absolut. Zumindest dieses Minimum muss ausnahmslos gelten, da sonst kein Zusammenleben möglich ist. Dieser Staat verlangt von seinen Bürgern unbedingte Hingabe an die Neutralität des Staates, auch auf Kosten der eigenen religiösen Überzeugung. Wer diese Loyalität verweigert, wird nicht toleriert. Es gibt einen Punkt, an dem dieser Staat radikal intolerant sein muss. Es ist hier nicht die Stelle auszuführen, wo die Gefahren dieses Staatsmodells liegen. Sie sind in der gegenwärtigen Entwicklung der westlichen Gesellschaft unübersehbar. Ich möchte viel eher die Frage nach einem anderen positiven Toleranzbegriff aufwerfen. Dabei gehe ich wieder von der Befindlichkeit unserer modernen westlichen Gesellschaft aus. Neben jener bislang beschriebenen ›missmutigen‹ Toleranz, die das andere erträgt, bis die Toleranzgrenze überschritten ist, gibt es da nicht in unserer Befindlichkeit auch eine Toleranz, bzw. etwas, das wir durchaus mit diesem Wort benennen, das uns, jenseits einer bloßen Hilfe zur Problemlösung in Konfliktfällen, an sich selbst ein positives befreiendes Gefühl des Freiseins bei uns selbst vermittelt? Sind Menschen einer toleranten Gesellschaft nicht auch einfach stolz darauf, tolerant und offen zu sein? Fühlen wir uns nicht gerade dabei wohl, anderen mit Offenheit zu begegnen und den anderen als offen auch uns gegenüber zu erleben? Wenn wir auch diese Offenheit Toleranz nennen, dann ist diese Toleranz nicht mehr ein ›Ertragen‹, auch kein Verhältnis von Höher- zu Minderwertigem: in dieser Offenheit sind wir frei dazu, ganz wir selbst zu sein, indem wir den anderen den anderen sein lassen. Aber woher kommt es, dass wir gerade im Anerkennen des anderen das befreiende Gefühl des Man-selbst-sein-dürfens erfahren? Und wenn wir so stolz auf diese sog. Toleranz und Offenheit sind, warum gelingt sie uns oft nicht, so dass wir immer wieder Toleranz von uns einfordern müssen und in die Toleranz des missmutigen Ertragens zurückfallen? Ganz offenbar können wir den anderen nicht unbeschränkt gelten lassen, ohne uns selbst zu verlieren. Als diejenigen, die wir sind, beharren wir unweigerlich auch immer wieder auf uns selbst und verschließen uns dem anderen. Wir haben zu Beginn von dem absoluten Geltungsanspruch der monotheistischen Offenbarungsreligion gesprochen, die das Ertragen des anderen so schwer macht. Aber war dieser Geltungsanspruch, der die ungeteilte Zuwendung des ganzen Menschen fordert, nicht gerade durch die ungeteilte Zuwendung Gottes zum Menschen in dieser seiner Offenbarung bedingt? Was könnte den Menschen zur Abwendung von seinem Verhaftetsein im Fassbaren seines Lebenszusammenhanges, zu ungeteilter Zuwendung zu etwas Unfassbaren bewegen, wenn nicht das verlockende Angebot, dort jene absolute Zuwendung zu finden, die dem Menschen kein anderer Mensch je schenken kann, der ebenso endlich, zerbrechlich und unvollkommen ist wie man selbst? In dem sich dem Gläubigen offenbarenden Gott erfährt der Mensch eine ungeteilte Zuwendung, die nichts, kein Eigenes in sich zurückbehält, eine Zuwendung, in der das sich Zuwendende eben in der Zuwendung ganz es selbst ist, und in dieser Zuwendung erfährt der Mensch sich diesem Anderen immer schon ganz zugewendet und gerade in seinem Zugewendetsein als ganz er selbst. Das heißt das volle Anerkennen des anderen als anderes gelingt nur im Angesicht eines so von allem anderen Anderen, dass es gerade im Sich-Aufgeben-an-das-andere es selbst ist. Das Wesen der Offenbarungsreligion liegt somit nicht in einem sich in Geltung beanspruchenden Aussagen behauptenden ›faktischen‹ Wahrheitsanspruch. Dieser Wahrheitsanspruch ist nur der Reflex menschlichen Beschränktseins, das uns in unserem Einzelsein die bedingungslose Selbstaufgabe an das unbekannte Andere verwehrt und versucht, Letzteres durch eine Vernunft- oder Verstandeswahrheit fassbar und so zum Träger von Eigenschaften zu machen, die uns Zuwendung ermöglichen. Jeder solche Wahrheitsanspruch kann immer nur ein vorläufiger, zur Zuwendung führender und in der Erfahrung des eigenen Zugewendetseins aufgehobener sein. Eine Offenbarungsreligion kommt erst dort in ihr Wesen, wo sie ihren eigenen Geltungsanspruch als etwas Vorläufiges immer wieder aufhebt und überschreitet. Dieser Akt des Überschreitens öffnet radikal für das andere, er ermöglicht jene bedingungslose Offenheit für das andere, die wir niemals besitzen, sondern immer neu von uns einfordern müssen. In dem ihr wesenhaften Element der Selbstüberschreitung legt somit gerade die Offenbarungsreligion den Grund für Toleranz im Sinne nicht mehr des Ertragens, sondern der – viel berufenen goetheschen – ›Anerkennung‹ des anderen. Weiterführende Literatur des Autors Günther, Hans-Christian: Religiöse Wahrheit und der interreligiöse Dialog heute, Idee 62/63 2006 (51-74). –: Religion und Ethik in der (post)säkularen Gesellschaft, in: Psycho-logik. Jahrbuch für Psychotherapie, Philosophie und Kultur, 6. Heft 2011 (229-48).
Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen. Ausgebildet in Freiburg und Oxford. Stipendiat der DFG und der Alexander von Humboldt -Stiftung. Gerhard Hess Preis der DFG. Zahlreiche Publikationen (ca. 40 Bücher, u.a. Brill’s Companion to Propertius, Brill’s Companion to Horace) im Bereich der antiken Philosophie und Literatur, der Byzantinistik, Neogräzistik, modernen Literatur und Philosophie, Ethik und Politik. Zahlreiche Versübersetzungen aus dem Lateinischen, Italienischen, Neugriechischen, Georgischen, Japanischen und Chinesischen. Lehrt regelmäßig in Italien, zahlreiche Gastaufenthalte in der Schweiz, Polen, Georgien, Indonesien, Iran, Seoul, Tokyo und vielen chinesischen Universitäten. Herausgeber mehrerer Buchreihen, im wissenschaftlichen Beirat zahlreicher wissenschaftlichen Zeitschriften.

Fall Khashoggi
Saudi-Arabien: Mutmaßlicher „Khashoggi-Killer“ stirbt bei Autounfall

Istanbul (nex) – Einer der 15 Saudis, die am selben Tag in der Türkei ankamen, an dem der Kolumnist der US-Tageszeitung Washington Post, Jamal Khashoggi, verschwand, starb bei einem „verdächtigen Verkehrsunfall“, und der saudische Konsul in Istanbul könnte das nächste Ziel „einer Hinrichtung sein“, berichten türkische Medien. Mashal Saad al-Bostani, 31, Leutnant der saudischen Royal Air Forces, gehörte Berichten zufolge zu dem 15-köpfigen „Killerteam“, das am 2. Oktober mit zwei Privatjets aus Riad in Istanbul landete und zum saudischen Konsulat ging. Er starb der türkischen Tageszeitung Yeni Safak zufolge bei einem Autounfall in Riad, es seien allerdings nur wenige Details bekannt. Die Zeitung fügte hinzu, dass seine Rolle im „Mord“ nicht klar sei. Der saudische Konsul Mohammad al-Otaibi, der nach Medienberichten auf einer Video- oder Tonaufzeichnung in der Khashoggi im Konsulat getötet und zerstückelt worden sei, zu hören ist, könnte das „nächste Hinrichtungsopfer“ sein, da der saudische Kronprinz Mohammad bin Salman „alles tun würde, um alle Beweise verschwinden zu lassen“, so das englischsprachige türkische Newsportal Hurriyet Daily News Donnerstag. In den Aufnahmen bitte al-Otaibi darum das Verhör nicht im Konsulat durchzuführen, da er sonst „Ärger bekomme“. Berichten zufolge seien dem Journalisten Khashoggi beim Verhör die Finger abgeschnitten und der Körper anschließend zerstückelt worden. Bevor die türkische Polizei seine Wohnung durchsuchte, kehrte der saudische Konsul  am Dienstag nach Saudi-Arabien zurück.  

Menschenrechte
Österreichische Grüne fordern Reisewarnung für die Türkei

Wien (nex) – Die österreichischen Grünen haben das Außenministerium aufgefordert,  „sofort eine Reisewarnung für die Türkei“ auszusprechen. „Das Land ist nicht mehr sicher“, sagt Grünen-Bundesrat David Stögmüller. Die Regierung und insbesondere die Außenministerin, müsse den Inhaftierten sofort helfen, fordert Stögmüller. „Es kann nicht sein, dass Österreicher zu Opfern des Erdogan-Regimes werden.“ Neben dem Journalisten Max Zirngast sitzten momentan eine Welser Kindergärtnerin und ein Linzer Unternehmer wegen „terroristischer Aktivitäten“ in Haft. Die Grünen fordern zudem die Regierung auf, den Zugang der sogenannten „EGM“-App in Österreich zu sperren. EGM steht für Emniyet Genel Müdürlügü, die Zentralbehörde der türkischen Polizei. Bei der App handelt es sich um eine App der türkischen Polizei zur Meldung von Internetkriminalität die es seit 2016 gibt. Vergleichbar mit dem Hinweistelefon des deutschen Verfassungsschutzes zur Meldung „islamistischen Terrors“.

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Tourismus
Der „Tag der Toten“ in Mexiko: Ein ganzes Land bereitet sich vor

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Die Feierlichkeiten zum Tag des Todes ehren unsere Vergangenheit, unsere Ahnen und ist eine dauerhafte Einladung für jeden, uns zu besuchen und zu entdecken, warum Mexiko eine ganz eigene Welt ist.“ Die Feierlichkeiten zum Tag der Toten in Mexiko zählen zu den wichtigsten weltweit und ziehen jedes Jahr mehr als 7,5 Millionen internationale Reisende an, die die kulturellen und kulinarischen Traditionen des Landes erleben möchten. Die unterschiedlichen Bräuche und Traditionen können während der Feiertage sowohl in größeren Städten als auch auf dem Land erlebt werden, konzentrieren sich aber vor allem auf die Regionen Aguascalientes, Guanajuato, Michoacán, Oaxaca, Puebla, San Luis Potosi und Mexiko-Stadt. Mit einer Länge von mehr als einem Kilometer und den Staaten Aguascalientes, Oaxaca und San Luis Potosi als besondere Gäste wird der traditionsreiche Tag der Totenparade am Samstag, den 27. Oktober 2018 zum dritten Mal in Folge in Mexiko-Stadt stattfinden. Überlebensgroße Schädel, Wagen und Katrinen werden durch den Paseo de la Reforma vom Denkmal der Estela de Luz bis zum Zócalo in der Hauptstadt ziehen, auf dem riesige Opfergaben für die Verstorbenen dargeboten werden. Außerdem werden kostenlose Konzerte mit Rock, Jazz, Blues und traditioneller mexikanischer Musik veranstaltet. Im vergangenen Jahr haben mehr als eine Millionen Menschen die Parade besucht, die von über 1.500 Freiwilligen möglich gemacht wurde. Viele der Helfer waren für die Festivitäten aus den entfernteren Regionen des Landes oder sogar aus dem Ausland angereist. Und auch in diesem Jahr soll der Andrang groß sein; fast 2.000 Organisatoren und Freiwillige werden erwartet. Der Tag der Toten jenseits von Mexiko Im Rahmen der gemeinsamen Promo-Aktionen von MTB und SECTUR wurde unter dem Motto „Heart of Mexico“ auch außerhalb von Mexikos Grenzen in verschiedenen Städten Nordamerikas und Europas über das tausendjährige Fest informiert. Bekannte Persönlichkeiten wie El Charro, Frida und Diego besuchten im Zuge dessen verschiedene Wahrzeichen, darunter der/den Central Park in New York City, der/den CN Tower in Toronto, die Siegessäule in Berlin sowie der Eiffelturm in Paris. Die Kampagne „Heart of Mexico“ versteht sich als Einladung an die Bewohner dieser Städte, Mexiko in seiner Vielfalt zu erleben und vor Ort zu erfahren, was es bedeutet, an den vielfältigen Bräuchen dieser einzigartigen Tradition zum Tag der Toten selbst teilzunehmen. Am 2. und 3. November werden auch Einwohner und Besucher New Yorks im American Museum of Natural History die Chance haben, sich einen Eindruck der lokalen Feierlichkeiten zu verschaffen. Zusammen mit dem Staat Oaxaca und dem MTB wird das Museum verschiedene Altäre ausstellen, die ausgestorbenen Tierarten gewidmet wurden, sowie einen von traditioneller Musik begleiteten Kunsthandwerksmarkt mit Tänzen und handwerklichen Vorführungen veranstalten. Mehr über den Tag der Toten In Mexiko gilt der Tod als Teil des Lebenszyklus und wird seit der präkolumbianischen Zeit gefeiert. In der aztekischen Mythologie unternahm der Verstorbene beispielsweise eine lange Reise, bevor er Mictlán, das Land der Toten, erreichte. Die verschiedenen Bräuche und Rituale, die mit der Feier verbunden sind, machen den Tag der Toten so einzigartig wie keinen anderen Feiertag auf der Welt. Familien bauen in ihren Häusern Altäre auf und bieten den Seelen ihrer Lieben Lebensmittel und Gegenstände an, die für sie einen besonderen Erinnerungswert besitzen. Zu den typischen Objekten eines solchen Altars gehören die charakteristische Cempasuchil-Blume und der köstliche Pan de Muertos. Die Traditionen können dabei je nach Region variieren. Einige davon nur werden nur noch in bestimmten mexikanischen Bundesstaaten und Städten ausgelebt:

– Jahr für Jahr veranstaltet Aguascalientes das Calaveras Festival, das dem Künstler José Guadalupe Posada, dem Schöpfer der berühmten „Catrina“ gewidmet ist – einem Symbol für den Tag des Todes.

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– In San Luis Potosí ist der Xantolo das wichtigste Fest der Region. Am 1. November findet eine Mahnwache mit Gebeten statt, am 2. November ist es in den indigenen Gemeinden üblich, den Göttern Opfergaben zu überreichen und die Gräber mit Blumen für die Seelen zu schmücken, die dem regionalen Glauben nach, einen ganzen Monat lang auf der Erde verweilen.

– Die Insel Janitzo in Michoacan ehrt die „Angelitos“

– verstorbene Kinder – in einer nächtlichen Prozession am 1. November. Dabei sollen Kanus, die bei musikalischer Begleitung mit unzähligen Kerzen geschmückt sind und köstliche Gerichte und Getränke tragen, diejenigen begrüßen, die aus dem Reich der Toten zurückkehren.

– In Mexiko-Stadt treffen sich Millionen von Besuchern im Pantheon von San Andrés Mixquic, um die Seelen der Toten bei Sonnenuntergang zu empfangen. Ebenfalls beliebt ist Xochimilco, eine Inszenierung von Llorona, der weinenden Frau; eine Legende, die Jahr für Jahr Einheimische und Touristen anlockt.

Mexiko auf Platz 6 der meistbereisten Länder weltweit Feste wie der Tag der Toten haben Mexiko zu einem der beliebtesten Ziele des internationalen Tourismus gemacht. Im Jahr 2017 verzeichnete das Land 39,3 Millionen internationale Besucher und belegt damit laut World Tourism Organizaton (UNWTO) Platz 6 der weltweit am häufigsten besuchten Länder. 637.700 nationale und internationale Flüge landeten im vergangenen Jahr in Mexiko und brachten 68 Millionen Menschen in das Land. Die Zahl der verzeichneten Flüge ist damit gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent gestiegen, die der Passagiere um 9,3 Prozent.  

Kommentar
Meinungsfreiheit in einer liberalen westlichen Demokratie: der ,Guardian‘ und die ,NZZ‘

Von Prof. Dr. Hans-Christian Günther Meinungsfreiheit in einer liberalen westlichen Demokratie: der ,Guardian‘ und die ,NZZ‘ (Neue Züricher Zeitung) Die Pressefreiheit in der Türkei ist wieder DAS Thema der deutschen Medien geworden. Nun, das ist mir ein Anlass, meine Erfahrungen mit der Meinungsfreiheit im vorbildlichen demokratischen Europa hier noch einmal von mir zu geben. Der hier vorliegende Beitrag wurde von mir bereits auf Englisch veröffentlicht. Ich gebe ihn hier leicht verändert auf Deutsch. Da ich in meinem Fitnessstudio die FAZ ausgelegt finde, lese ich diese Zeitung recht oft. Angewidert von den zahlreichen islamophoben Artikeln und noch schlimmeren Leserbriefen dazu, oft mit Prof. oder Dr. unterzeichnet, beschloss ich, 2014 auch einmal systematisch Leserbriefe zu schreiben, mit all meinen Titeln. Ich wollte prüfen, hat die FAZ tatsächlich nur faschistoide Leser mit akademischen Titeln oder liegt das an ihrer Auswahl des Eingereichten. Nun ich muss zugeben, von meinen mindestens 20-30 Briefen hat die FAZ so ca. 5 weitgehend ungekürzt veröffentlicht (alles, was ich noch fand, ist wieder abgedruckt in meinem Buch ,Nachgehakt‘ im Bautz Verlag). Sie waren ein Riesenerfolg bei den Lesern der FAZ. Noch bevor ich die Zeitung sah, fand ich meine E-Mail bei Eintreffen im Büro voller Gratulationsschreiben. Der ,Normalbürger‘ ist intelligenter, als die meisten denken. Also, es lohnt sich, den zu erreichen. Nachdem ich dieses Experiment abgeschlossen hatte, dachte ich: warum versuche ich es nicht einmal mit Kommentaren zu Internetausgaben? Gibt es da vielleicht einen größeren Freiraum? Ich wählte nun bewusst zwei der wichtigsten Tageszeitungen aus anderen europäischen Ländern, und noch dazu solche, die als besonders liberal und freiheitlich gelten, den britischen ,Guardian‘ und die schweizer ,NZZ‘. Mit dem ,Guardian‘ hatte ich lange Zeit wenig Probleme: ich wurde zeitweilig unter ,Überwachung‘ gestellt. Allzu kritische Kommentare über britische Arroganz, britischen Rassismus, britische Kriegspolitik wurden entfernt. Im ,Guardian‘ kann man Wörter wie ,Mord‘, ,Rassismus‘ problemlos gegenüber Israel benutzen, bei Großbritannien, britischen Premierministern muss man vorsichtig sein. Ich habe jahrelang in England gelebt. Nun: wer die Briten kennt, weiß, sie sind versessen darauf, den ,moral high ground‘ zu besetzen und werden von Ausländern ungern von ihrem selbstgebastelten Podest geholt. Ansonsten konnte ich mich recht frei bewegen. Zuletzt wurde ich aber doch blockiert – ohne weitere Nachricht. Das passt zu der Entwicklung in der Wiege der Liberalen Demokratie, deren Staatsmedien längst zum Gebrauch falscher Bilder (https://www.telegraph.co.uk/culture/tvandradio/bbc/9293620/BBC-News-uses-Iraq-photo-to-illustrate-Syrian-massacre.html) im Fernsehen analog zu ARD https://www.tagesspiegel.de/medien/falsche-bilder-bei-der-ard-zum-ukraine-konflikt-propagandatricks-oder-pannen-in-serie/10637680.html) und ZDF (https://homment.com/ARD-ZDF-mainpulation) übergegangen sind. Es passt zu einer Zeitung, die damals – und heute wieder – alles versuchte, um durch Vorspiegelung, sozialistische und konservative Politik sei eigentlich identisch, den einzigen anständigen Kandidaten zum Premier, den Großbritannien seit dem Krieg hervorgebracht hat, zu demontieren, um englischen Wählern keine Chance zu geben, endlich keinen Kryptofaschisten wählen zu müssen. Bei der ,NZZ‘ ist meine Geschichte etwas länger: nachdem für einige Zeit ungefähr 1/3 meiner Kommentare vom Moderator der Kommentarspalte entfernt worden waren, kam ich mit betreffenden Herrn aus folgendem Anlass direkt in Kontakt: im einem Artikel der NZZ 15.10.2015 ,Urteil gegen die Schweiz: Sukkurs für die freie Rede’ wurde ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes gelobt, dass feststellte, die Verurteilung eines türkischen Politikers wegen Leugnung des Genozids an den Armeniern verstoße gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung. Mein Kommentar: ,,Großartiges Urteil! Wann gibt es eines zum Holocaust? Das fasst man leider nicht an.“ Ein anderer Leser schien diese Meinung zu teilen. Er war überrascht, als ich ihm gegenüber bemerkte, mein Kommentar in dieselbe Richtung, sei gelöscht worden. Er schrieb, es habe auch in der Vergangenheit solche Kommentare gegeben, ohne dass sie gelöscht wurden. Die NZZ sei trotz gelegentlicher Zensur weit liberaler als andere Zeitungen, die er kenne. Ich antwortete, das fände ich sehr anerkennenswert, allerdings seien vom mir bisher gut 1/3 der Kommentare gelöscht worden (seltsam für ein Blatt, das den Europäischen Gerichtshof als Verteidiger der Meinungsfreiheit preist). Letzterer Kommentar wurde entfernt, aber ich erhielt folgende Mail des Moderators (ich möchte darauf hinweisen, ich besitze den im folgenden zitierten E-Mail- Wechsel bis heute): ,Sehr geehrter Herr, sagen Sie mir bitte, um welche Zeilen es geht, dann schaue ich mir die Sache mal etwas genauer an. Dank und Gruss, xxx.‘ Meine Antwort : ,Sehr geehrter Herr xxx, danke für die Rückmeldung. In meinem Disqusaccount finde ich unter removed vor 3 Tagen: Großartiges Urteil! Wann gibt es eines zum Holocaust? Das fasst man leider nicht an. Herzlich Ihr HCGünther.‘ Die Antwort darauf: ,Sehr geehrter Herr Günther, besten Dank für Ihre Antwort. Da Ihr Kommentar leider schon drei Tage zurückliegt, ist es mir nicht mehr möglich, diese – korrekten – Sätze freizuschalten. Ich verspreche Ihnen aber, künftig ein besonderes Augenmerk auf Ihre Wortmeldungen zu legen. Soll nicht mehr vorkommen. Okay? Danke für Ihr Verständnis. Freundlichst, xxx.‘ In meiner Antwort dankte ich dem Moderator, wies jedoch darauf hin, dass er bisher gut 1/3 meiner Kommentare gelöscht habe und dass ich es geg. publik machen werde, dass die NZZ diese Art von Zensur betreibe. Nun, das Versprechen, mich genau zu beobachten, wurde eingelöst. Bei meinem nächsten Kommentar ging es um den Artikel ‘Blutbad am Busbahnhof’ (19.10.2015), ich schrieb: ,Die Palästinenser reagieren auf die Verbrecherpolitik Israels, deren Ausmaß die NZZ wie alle westlichen Medien verschweigt, entgegen ihren Beteuerungen. Israel ist heute ein blanker Mörderstaat, der jedes internationale Recht und jedes zivilisierte Verhalten mit Füßen tritt. Da kann man nichts anderes erwarten.‘ Gelöscht. Ich schrieb dem Moderator: ,Sehr geehrter Herr xxx, soeben wurde erneut ein Kommentar von mir zum Artikel vom ‘Blutbad am Bahnhof’ in Israel entfernt. Ich kann Ihnen auch sagen warum. Ich weise auf Fakten hin, die auch viele NZZ Leser kennen (nur nicht aus der NZZ). Sehen Sie sich mal die Facebookkommentare an und die dümmlichen Reaktionen der Redaktion!‘ Keine Antwort. Danach kommentierte ich die Kommentare anderer Leser. Zu einem Artikel (‘Netanjahus neue Mythen’, NZZ 21.10.2015) hatte ein Leser geschrieben, man dürfe im Konflikt Israel – Palästina den Fehler nicht nur auf einer Seite suchen, ganz offensichtlich habe das Leid auf beiden Seiten noch nicht den Grad erreicht, wo man vernünftig genug werde, sich zu einigen. Ich schrieb: ,Na ja! Liefern wir den Israelis noch mehr Waffen und fordern sie auf noch mehr Palästinenser umzubringen. Kinder vor allem. Könnte ja sein, dass dann der Leidensdruck wenigstens dort groß genug wird, um zu verhandeln. Denn Israel wäre doch sofort bereit: diese hochkultivierten Israelis verteidigen sich doch bloß gegen Barbaren. Wie können Sie bloß deren Verhandlungsbereitschaft in Frage stellen? Also soviel Einseitigkeit muss doch einfach sein: Juden sind doch alle so lieb. Oder nicht?.‘ Zu einem anderen Artikel ‘Morgenland: eine blutige Sackgasse’ (NZZ of the same day) bemerkte ein Leser, die Palästinenser müssten selbstverständlich jeden von Israels Vorschlägen akzeptieren, um ihre Probleme zu lösen, denn Israel löse sein Trinkwasserproblem restlos durch Recycling seiner Abfälle. Gaza verschmutze mit seinen Abfällen das Meer bis Alexandria. Ich schrieb: ‘Na klar doch: die jüdische Herrenrasse sollte den ganzen Nahen Osten beherrschen, die würde diesen arabischen Untermenschen schon zeigen, wie man mit Abwasser umgeht. Also da bietet man den Palästinensern in Gaza ideale Lebensbedingungen, um in Saus und Braus zu leben, und die schaffen es noch nicht einmal mit dem Abwasser! Wenn das nicht beweist, dass diese Palästinenser nichts taugen. Und überhaupt: sieht das nicht auch anderswo so aus? Also diese Afrikaner, was bringen die zustande? Da sollte man doch wieder die Kolonialherrschaft einführen, und die sollten dann unsere Lösungen akzeptieren. Ja! So einfach ist die Welt.‘ Beides gelöscht. So schrieb ich dem Moderator: ,Sehr geehrter Herr xxx, erneut zwei Streichungen! Ich sehe keinen Fortschritt! Gegenüber Ironie scheint man besonders allergisch. Stoff für meinen Artikel: sie bekommen einen Sonderdruck! Herzlich HCGünther.‘ Antwort: Lieber Herr Günther, Ihre beiden Wortmeldungen verstoßen leider gegen die Netiquette, weshalb wir die Diskussion zu diesem Thema bereits schließen mussten. Sie schreiben, „Palästinenser sind Barbaren“. Und im anderen Text finden sich zwei andere problematische Stellen, nämlich: „Palästinenser taugen zu nichts . . .“ und „also diese Afrikaner, was bringen die zustande . . .“ Besten Dank für Ihr Verständnis. Freundlichst, xxx.‘ Meine Antwort: ‘Sehr geehrter Herr xxx, ich verstehe, dass Sie sich absichtlich dumm stellen, denn Ironie verstehen Sie sehr wohl. Die beiden Beiträge wurden getilgt, weil sie israelfeindlich sind, und Ihre formalistische Begründung ist inhaltlich eine glatte Lüge. DAS verstehe ich sehr gut!.‘ Die Antwort des Moderators war keine Mail: er sperrte mich ein für alle mal und löschte zudem alle meine Kommentare aus der Vergangenheit, auch solche auf die andere Leser bereits geantwortet hatten. Ich kommentierte auf Facebook weiter. Einige meiner Kommentare verärgerten die Redaktion – besonders da sie oft mit denen einer Facebookseite ,NZZ watch’ (später ,Swiss media watch’; inzwischen verschwunden, na so was??) übereinstimmten, die mir regelmäßig applaudierte. Es störte die NZZ anscheinend besonders, dass ich fragte, ob es denn eine Internetseite gebe, wo man die Qualifikation ihrer Redakteure einsehen könne, denn man beschwerte sich, die ,NZZ watch‘ habe keine. Tatsächlich verwies man mich auf eine derartige Seite. Ich schrieb sofort, ich wisse eine solche vorbildliche Transparenz sehr zu schätzen, nach einem Blick auf das Curriculum des Chefredakteurs müsse ich jedoch sagen, es beeindrucke mich ebensowenig wie die Qualität seiner Artikel. Antwort: ich solle aufhören unwahre Behauptungen und Verleumdungen zu verbreiten, sonst werde man mich sperren. Ich schrieb, ein Urteil über die Qualifikation einer Person könne weder wahr noch unwahr und schon gar keine Verleumdung sein. Als Wissenschaftler sei ich es gewohnt, die Qualifikation anderer zu beurteilen und selbst von anderen beurteilt zu werden. Ich glaube, ein Leser habe das Recht, die Qualität von Zeitungsartikeln und die Qualifikation ihres Autors zu beurteilen. Es dauerte nicht lange: ich war auch auf Facebook gesperrt. Nun wird mancher Leser vielleicht sagen: nun gut! Aber bei Erdogan da landet jeder Kritiker gleich im Knast, bei Putin wird er möglicherweise gar ermordet. Zunächst einmal, denke ich, muss man aber bedenken: kritischer Enthüllungsjournalismus existiert im Westen so gut wie nicht. Was den einzelnen passiert, die ihn betreiben, wissen wir alle. Selbst kritischer Journalismus, der diesen Namen verdient, findet sich nur auf kaum gelesenen Internetportalen. Im Westen sind Medien so fest in der Hand einer weniger Leute des politisches Establishments, dass es einfach sinnlose Zeitverschwendung wäre, mehr Zensur zu üben, als einen seltsamen kleinen Wichtigtuer wie mich, der ja doch keinerlei größere Öffentlichkeit je erreichen wird, ein bisschen zurechtzustutzen. Tatsächlich schrieb mir auch auf einen Putinfreundlichen Leserbrief hin der Chefredakteur der Auslandsabteilung der FAZ eine Mail – statt den Leserbrief zu veröffentlichen -, er könne nicht verstehen, dass ein Akademiker in meiner Stellung sich für Putin einsetze. Als von einem Professor erwartet man heute hier Untertanenmentalität des Beamten, von akademischer Freiheit, kritischem intellektuellen – nie was gehört, aber dann Putin und Erdogan undemokratisch nennen. Nun, erstens mal: in Russland und der Türkei da gibt’s kritische ,Enthüllungsjournalisten‘; es gibt nämlich Leute, die die bezahlen. Denn wenn man Putin und Erdogan weder durch ein Attentat noch einen Militärputsch los wird, dann eben … Wenn Putin oder Erdogan und co. – wie das ab und zu bei Politikern halt so ist – mal was in die eigene Tasche stecken, dann wird das riesengroß aufgebläht. Dass in Deutschland auf mysteriöse Weise Koffer mit Geld auftauchen und verschwinden, juckt niemanden. Solche Dinge sind nur interessant, solange man einen – zu islamfreundlichen – Bundespräsidenten stürzen will. Dass dann, wenn man ihn weggeschubst hat, vor Gericht herauskommt, er hat gar nichts getan, ist egal. Aber Erdogan und Putin, die waren’s bestimmt immer, und es ist bestimmt auch viel schlimmer, als man weiß. Vergessen wird geflissentlich auch, dass die Türkei sich im Krieg befindet, einen Militärputsch hinter sich hat. Dass man da anders agiert als in Normalzeiten, vielleicht auch aus Übervorsicht übertreibt – nun, hier versucht man jetzt schon, die Meinungsfreiheit ohne Putsch immer mehr einzuschränken. Muss ich an die Vorgänge in Frankreich nach Charlie Hebdo , an die spanische Notstandsgesetzgebung erinnern? An das bayerische Polizeigesetz? Solche Gesetze macht man, indem man die Öffentlichkeit mit der ,Diktatur‘ in der Türkei beschäftigt. Dass unsere Staatsmedien so weit gehen, Bilder aus Georgien für die Ukraine (https://homment.com/ARD-ZDF-mainpulation) und aus der Ukraine für Syrien (https://qpress.de/2014/05/31/pro-russen-tricksen-ard-und-zdf-mit-hubschrauber-abschuss-aus/) zu zeigen – Methoden, die man ansonsten eher der Sowjetunion zutrauen würde -, na, ja: das kaschiert man damit, dass man den russischen Kanälen im Westen schamlose Lügen vorwirft. In der Türkei, so heißt es, würden Erdogankritiker und Journalisten zu tausenden eingesperrt. Die Vorwürfe gegen sie seien haltlos. Niemand hat m.W. je berichtet, was die türkische Staatsanwaltschaft den bei uns genannten Personen vorwirft. Erdogan spricht bei vielen von Unterstützung von Terrorismus. Warum dieser Vorwurf von vornherein unglaubwürdig ist, wird nie gesagt. Es wird gar nicht darüber berichtet. Man spricht von Erdogankritik – nun, ich habe es schon einmal gesagt. Kritik bedeutet in der Türkei nicht: ich finde Erdogan schlecht, weil…, sondern: Erdogan, du Hurensohn, wir holen uns deine Tochter … So etwas ist auch im liberalen Europa strafbar – außer wenn man es über Erdogan sagt. Nun: ich habe Erdogan auch schon kritisiert – auf Facebook habe ich mich seinerzeit sehr hart über den Abschuss der russischen Maschine geäußert. Erdoganfans haben mich – nach gut türkischer Art – beschimpft, und ich denke doch, die haben mich an die türkische Polizei verpfiffen. Aber trotzdem: ich werde es wagen, binnen nicht allzu langer Zeit mal in die Türkei zu reisen. Falls ich heil zurückkomme, werden meine Leser es erfahren.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Prof. Dr. Hans-Christian Günther
Geb. am 28.4.1957 in Müllheim / Baden Professor für klassische Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität. Zahlreiche Publikationen und Gastprofessoren. Lange Aufenthalte in der VR China. Im Bereich der Altertumswissenschaft besonderer Schwerpunkt auf der politischen Dichtung der Augusteer und allgemein der Reflexion antiker Autoren auf ihre gesellschaftliche Stellung und Verantwortung Seit 2004 Tätigkeit im Bereich des Dialogs der Religionen und Kulturen mit zahlreichen Veröffentlichungen.

Buzzfeed-Report
Bericht: Palästinenser Dahlan heuert für Tötung jemenitischen Führers israelischen Söldner an

Der israelisch-amerikanische Söldner Abraham Golan wurde von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Mohammed Dahlan, dem ehemaligen Leiter einer palästinensischen Sicherheitsbehörde, angeheuert, um ein Team von Söldnern zu leiten, das damit beauftragt wurde, einen jemenitischen Führer der Moslembruderschaft zu töten. Das berichtet das US-Portal Buzzfeed. Die beliebte amerikanische Nachrichten- und Unterhaltungswebsite Buzzfeed veröffentlichte am gestrigen Dienstag einen investigativen Bericht über eine Söldneroperation im Jemen, in der es eine ungewöhnliche Zusammenarbeit zwischen einem israelisch-amerikanischen Söldner, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem ehemaligen Chef der palästinensischen Sicherheitskräfte Mohammad Dahlan gegeben habe. Der Gründer sowie ein ehemaliger Mitarbeiter eines in den USA ansässigen privaten Militärunternehmens sagten laut dem Bericht, dass die Vereinigten Arabischen Emirate die Gruppe angeheuert habe, um ein Todeskommando – einige von ihnen ehemalige Mitglieder der US-Armee-Spezialeinheiten, des SEAL-Teams 6 und der CIA – zur Ermordung von Mitgliedern einer jemenitischen politischen Partei zusammenzustellen. Laut dem Bericht ging es um „eine Reihe von Attentaten“. Eines der Hauptziele sei Anssaf Ali Mayo gewesen, ein Führer der Partei. Bei dem Sicherheitsunternehmen, das das Killer-Kommando zusammenstellte, handele es sich um die im US-Bundesstaat Delaware eingetragene Firma Spear Operations Group. Diese wurde laut dem Bericht von Abraham Golan, einem israelisch-amerikanischen Ungarn, der in der Nähe von Pittsburgh, Pennsylvania, lebt, gegründet. Die Mission der Söldner habe darin bestanden, eine Sprengladung am Eingang zu Mayos Büro in der Nähe eines Fußballstadions im Zentrum der Stadt Aden zu platzieren. Die Explosion am 29. Dezember 2015 sollte „alle im Büro töten“, sei aber gescheitert. Die Operation gegen Mayo, über die auch die Medien berichteten, war einer der zentralen Faktoren für den langen Feldzug im Jemen. Damals war noch nicht bekannt dass sie von amerikanischen Söldnern durchgeführt wurde. „Ich leitete die Mission im Jemen, die Vereinigten Arabischen Emirate finanzierten es“, sagte Golan in einem Gespräch mit Buzzfeed. Das Todeskommando habe aus einem ehemaligen Mitglied der CIA, einem Special Forces Sergeant der Maryland Army National Guard, zwei ehemalige Navy SEALs und einem Veteranen des SEAL Teams 6 bestanden, so BuzzFeed. Die übrigen Mitglieder seien größtenteils ehemalige französische Fremdenlegionäre gewesen. Golan sagte, dass das Team, das er leitete, für mehrere große Attentate verantwortlich war, aber er weigerte sich, die Namen der getöteten Personen anzugeben. Er sagte, dass die Vereinigten Staaten auxh ein „Attentatsprogramm“ brauchten, ähnlich dem, das er seit Monaten im Jemen durchführt. „Ich will nur, dass es eine Debatte gibt“, sagte er. „Vielleicht bin ich ein Monster. Vielleicht sollte ich im Gefängnis sein. Vielleicht bin ich ein Bösewicht. Aber ich habe Recht“, so Golan gegenüber Buzzfeed. Ihm zufolge basiert das Modell der „Attentat-Industrie“ auf der Vorgehensweise der gezielten Tötung von Terroristen durch Israel. Golan, der nach eigenen Angaben durch Sicherheitsaufträge, an denen er beteiligt war, gute Beziehungen zu Israel unterhalte, sagte, er habe mehrere Jahre in Israel gelebt. Seine Expertise bestehe darin, „Sicherheit für Energieunternehmen in Afrika“ zu gewährleisten.  

Sahin Karanlik
Kommentar: Das Jahr des besorgten Bürgers

Von Sahin Karanlik
Januar Rausch vom Silvester ausschlafen, an dem du absichtlich viel gesoffen hast, um den abstinenten Muslime eins auszuwischen. Wer weiß, wie lange es in diesem stetig islamisierten Land noch was zu Saufen gibt. Jetzt laufen sie mit Kopftuch rum, dann bauen sie nebenan eine Moschee, dann schreit der Imam vom Minarett, dann schreiben sie dir vor, was du trinken darfst und dann ist hier nichts mehr mit Prost und hoch die Tassen, dann gibt es nur noch Ziegenmilch. Könnt schon wieder saufen. Wo ist mein Schnaps? Am 6. vertreibst du drei jaulende Kinder vor deiner Tür. Das eine Kind ist schwarz. Heiligen Drei Könige am Arsch. Wie können Schwarze denn heilig sein? Was sind das überhaupt für Namen? Kaspar, Melchior und Balthasar. Die wollen doch bestimmt nur klauen. Diese Ausländer. Februar Eine Burkaträgerin vor einem Cafè entdeckt und sie angebrüllt. Was will die denn hier? Gibt’s hier Wüste? Gibt’s hier Kamele? Die soll zurück nach Hause! Nach Hitler-Gruß und „ab ins Gas!“ gemerkt, dass es keine Burkanesin ist, sondern ein geschlossener, schwarzer Sonnenschirm. März Schon mal die Supermärkte abklappern. Noch keine Zipfelhasen und Frühlingseier, über die man sich aufregen kann. Traurig sein. Halal-Fleisch zu Schweinefleisch stellen und wegrennen. April Die Osterdeko in den Supermärkten steht. Jedes Produkt ganz genau kontrollieren. Liebessterne, Schoko-Schaf, Minis Küken, Lila Kuh? Sind sie alle bescheuert geworden und vor dem Islam eingeknickt? Was steht auf dem Kassenzettel? Traditionshase und nicht Osterhase? Fotos machen und in allen patriotischen Gruppen bei Facebook verbreiten und den Laden boykottieren! Obwohl es im Umkreis von 100 Kilometer keinen Supermarkt mehr gibt, den du noch nicht boykottieren wolltest. An Ostern Eier suchen und nicht finden. Haben bestimmt die Flüchtlinge geklaut. Zwei Wochen später aus Versehen auf die Eier treten. Den Flüchtlingen die Schuld geben, da man sogar den ganzen Ostern damit verbracht hat, an Flüchtlinge zu denken. Mai An Ramadan sich die ganze Zeit darüber Gedanken machen, warum der Moslem nichts isst und nichts trinkt. Kann er dann noch arbeiten? Kann er mit leeren Magen in der Schule aufpassen? Kann der Moslem in meinem Lieblingsverein denn so geschwächt spielen? Er muss doch was essen! Und trinken! Der Moslem! Das geht so nicht! Also ich würde das nicht schaffen! Ich würde sofort umkippen! Und abends fressen sie sich dann voll. Tagsüber Allah, abends Kasalla! Das kann doch nicht gesund sein. Dann werden sie krank und liegen uns auf der Tasche. Juni Du weißt nicht, was Pfingsten bedeutet, bist aber trotzdem sauer, weil die Moslems bestimmt etwas gegen Pfingsten haben. Wenn denen Pfingsten nicht passt, sollen sie doch abhauen! War doch wegen Jesus dieses Pfingsten. Da ist er auferstanden oder hat Wasser zu Wein verwandelt oder ist übers Wasser gelaufen oder hat Blinde geheilt. Werdet doch glücklich mit eurem Mohammed. Aber nicht hier. Wir haben unseren Jesus. Juli Kein Urlaubsgeld bekommen. Schwere Zeiten, sagt der Chef, Sie sehen ja was im Land los ist. Ihm zustimmen und wissen, dass er die ganzen Ausländer meint. Ist auch alles teurer geworden, sagt er. Das Ferienhaus in Florida, das Studium der Kinder in den USA. Jetzt muss schon mein Chef wegen der ganzen Flüchtlinge leiden, das ist nicht fair, verdammt sollen sie sein! Ihm dann zum neuen SUV beglückwünschen. Ohne die ganzen Ausländer hättest du auch so einen. August Die Grillsaison ist auf dem Höhepunkt. Vor Freunden mit einer dreißig Cent Bratwurst in der Hand ein Referat halten, wie human das Tier gestorben ist, bevor es zu Wurst verarbeitet wurde. Die Moslems schächten die Tiere, die schneiden denen bei vollem Bewusstsein die Kehle durch. Sich in Rage reden und vor Wut noch mehr Bratwürste in sich reinstopfen. Ohne Betäubung machen die das! Einfach so, Messer an die Kehle und verbluten lassen. Durch dein Gelabere ist das Fleisch auf dem Rost verbrannt. Du wirfst es in die Tonne und schmeißt neues auf den Grill. Waren eh im Angebot. Zweieurofünfzig für ein halbes Kilo. Da kann man nicht meckern. September Zwei Häuser weiter sind Ausländer eingezogen. Frau und Mann. Dunkle Haut. Schicke Autos haben sie. Bestimmt von deinen Steuergeldern finanziert. Den Ausländern schieben sie doch alles in den Hintern und der dumme Michel schaut in die Röhre. Mit der Kamera in der Hand kontrollierst du jedes Gebüsch, ob sie da nicht ihren Müll weggeworfen haben. Die haben es doch nicht so mit Sauberkeit. Und Husten musst du in den letzten Tagen auch schon mehrmals. Wer weiß, was die Moslems für Krankheiten eingeschleppt haben. Die Nachbarn sagen, es wären Inder. Er ein Softwareentwickler, sie Dolmetscher im Konsulat. Typisch, nehmen den Deutschen die guten Jobs weg! Du sagst, dass du Amok läufst, wenn sie anfangen zu singen und zu tanzen. Auf die Bollywood-Scheiße hast du gar keinen Bock! Oktober In der Kantine will der Koch einen Veggie-Day einführen. Weil es gesünder ist, sagt er. Du bestehst auf dein Schweinefleisch. Nein, sagt er. Hier iss Gemüse, voll gesund, sagt er. Du riechst den Braten, den sie dir nach und nach vorenthalten wollen. Das machen die doch nur wegen dem einen neuen Kollegen, der nicht ganz deutsch aussieht. Verpiss dich mit deinem Veggie-Day, schreist du ihn an. Erst ein Day, dann zwei Day und am Ende werden Lämmer auf dem Firmenparkplatz geschlachtet, damit der Moslem zufrieden ist. November Am 1. ist Allerheiligen. Wie, Allah Heiligen? Wo sind wir denn hier? Vor dem 11. alle Lokalblätter durchforsten, ob ein Kindergarten den St. Martins Umzug Laternenfest nennt. Bei Fund der AFD melden und einen Shitstorm initiieren und die Telefonnummer der Kindertagesstätte verbreiten, damit möglichst viele dort anrufen und die Betreuer beschimpfen und bedrohen. Das sollen sie schön Zuhause machen, aber nicht hier. Wir sind ein friedliches und christliches Land und nicht bei den Islamo-Hottentotten. Dezember Kein Weihnachtsgeld. Der Chef sagt, sie sehen doch, was im Land los ist, der deutsche Staat presst einen wie eine Zitrone aus und frisst einen beim lebendigen Leibe auf. Er fuchtelt so wild mit den Händen, dass ihm fast die neue goldene Rolex vom Arm fällt. Armer Chef. Am 6. alle Türen und Fenster verriegeln. Der Türke mit dem Sack kommt! Schauen, welcher Weihnachtsmarkt in Deutschland Wintermarkt heißt und nicht Weihnachtsmarkt. Zum Boykott aufrufen und sich ärgern, dass trotzdem alle hingehen und keines der Märkte pleite geht. Kurz vor Weihnachten nochmal in Hochform auflaufen und jedem auf den Sack gehen, warum die Muslime Weihnachten hassen und du wegen denen dieses Jahr erst recht Weihnachten feiern wirst. So weihnachtlich wie kein Weihnachten zuvor. Du glaubst zwar nicht an diesem Klimbim, wirst aber dieses Jahr trotzdem in die Kirche gehen (machst du nicht). Aber bevor sie aus der Kirche eine Moschee machen, gehst du schon aus Prinzip hin (machst du trotzdem nicht). An Weihnachten dran denken, warum der Moslem kein Weihnachten feiert. Das ist doch nicht normal. Alle feiern Weihnachten. Schon aus Tradition. Aber der Moslem nicht. Was hat er denn gegen Weihnachten? Ist doch schön. Wie kann man denn so gestört sein und Weihnachten hassen? Der Baum, die Beleuchtung, so viele Geschenke. Was hat der Moslem gegen uns? An Silvester in einer halben Stunde fünfhundert Euro verballern und danach saufen. Solange man das in Deutschland noch darf.

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– Wutbürger – Studie: AfD-Wähler fühlen sich oft in der Liebe „verarscht“ und sind wenig liebesfähig

AfD-Wähler fühlen sich oft in der Liebe „verarscht“ und sind wenig liebesfähig. AfD-Wähler seien offenbar tatsächlich Wutbürger. Ihre Wut stamme aber nicht daher, dass ihnen Vertreter anderer Kulturen oder Flüchtlinge Unrecht angetan hätten, sondern aus ihren eigenen Beziehungsdefiziten.

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Deutschland
Familienunternehmer üben scharfe Kritik an Altmaier

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Düsseldorf – Der Verband der Familienunternehmer hat scharfe Kritik an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geübt. „Wir sind enttäuscht von Wirtschaftsminister Altmaier“, sagte Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbandes Die Familienunternehmer der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Deutschland hat die höchsten Stromkosten in Europa, eine Katastrophe für alle energieintensiven Unternehmen“, sagte er. „Als Nachfolger von Ludwig Erhard müsste der Wirtschaftsminister auf die marktwirtschaftlichen Prinzipien des CO2-Emmissionshandels setzen“, so Eben-Worlée. „Altmaier aber denkt noch immer wie ein Umweltminister, der mit dem EEG nur einige Windbarone subventionieren will.“

Schäfer fordert SPD-Mitgliedervotum bei GroKo-Austritt

Der SPD-Europaexperte und frühere NRW-Landesgruppenchef Axel Schäfer hat sich für den Fall eines geplanten Austritts der SPD aus der großen Koalition für ein Mitgliedervotum ausgesprochen. „Es ist Quatsch, jetzt den Austritt aus der Regierung herbei zu schreien“, sagte Schäfer der  „Rheinischen Post“. „Und selbst wenn das einige Genossen wollten, müssten wir für einen Austritt unsere Mitglieder fragen. Das ist der neue Standard“, so der SPD-Bundestagsabgeordnete. Die Sozialdemokraten dürften nicht die Nerven verlieren, „sonst verlieren wir unseren Kopf und am Ende die Partei“, sagte Schäfer.

Geiselnahme in Köln
Bericht: Geiselnehmer von Köln wurde als Assad-Gegner gefoltert

Köln – Der mutmaßliche Geiselnehmer von Köln soll in Syrien als politischer Häftling und Gegner des Assad-Regimes im Gefängnis gesessen haben. Das berichteten sein Vermieter und sein Hausmeister dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. „Er sagte, dass er dort gefoltert wurde. Mit Stromschlägen, mit Wasser, mit Licht“, erzählte der Hausverwalter. „Das hat ihn psychisch krank gemacht. Er war hier in Köln deswegen auch in Behandlung.“ Nach Angaben der Polizei ist der Mann zwar noch immer nicht endgültig identifiziert. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um den 55 Jahre alten syrischen Flüchtling aus Neuehrenfeld handelt, sei aber „sehr hoch“. Die Nachbarn beschreiben den Syrer als „das Gegenteil eines Extremisten“. Er sei „ausgerastet“, wenn ihn jemand einen Terroristen genannt habe, schilderte der Hauseigentümer. Mehrfach habe der 55-Jährige in der Unterkunft in Neuehrenfeld Streit mit Nachbarn gehabt, berichtet der Hauseigentümer. Deshalb habe er den Syrer schließlich in einem anderen Haus gegenüber einquartiert. Zweimal soll auch die Polizei dagewesen sein. Der 55-Jährige sei verbal aggressiv gewesen. Von einer Schlägerei kann aber niemand im Haus berichten. Am Montag habe der Syrer eigentlich nach Hamburg zu einem Freund ziehen wollen, berichtet der Vermieter weiter. Seine Wohnung in Neuehrenfeld sei schon gekündigt gewesen. Statt nach Hamburg fuhr der 55-Jährige aber offenbar zum Kölner Hauptbahnhof und beging eine Geiselnahme, versuchten Mord und eine gefährliche Körperverletzung – das wirft die Staatsanwaltschaft Köln ihm vor.

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Für den Islam-Experten Olivier Roy ist nicht eine gescheiterte Integration die Ursache für die Radikalisierung islamischer Jugendlicher. Auch würden diese in der Regel nicht in muslimischen Gemeinden radikalisiert, sagte er in einem Interview.

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Währungskrieg
Nach Russland, Iran und China: Auch Venezuela möchte Handel in Dollar beenden

Caracas (nex) – Staaten wie Russland, der Iran, China und die Türkei hatten es bereits angekündigt, die Hegemonie der US-Währung Dollar in der Weltwirtschaft einzudämmen. Wie der Nachrichtensender Russia Today (RT) berichtet, teilte nun auch der Vizepräsident Venezuelas, Tareck El Aissami, mit, den Handel mit dem Dollar auf dem venezolanischen Devisenmarkt zu beenden. Die kürzlich von Washington gegen Caracas verhängten Sanktionen „blockieren die Möglichkeit, weiterhin mit dem US-Dollar auf dem venezolanischen Devisenmarkt zu handeln“, zitiert RT den Politiker. Die amerikanischen Beschränkungen seien „illegal und völkerrechtswidrig“. Die amerikanische „Finanzblockade“ Venezuelas betreffe sowohl den öffentlichen als auch den privaten Sektor des Landes, einschließlich Pharmazie und Landwirtschaft, und zeige „wie weit der Imperialismus in seinem Wahnsinn gehen kann“, sagte der Vizepräsident. Kampf gegen den Dollar Bereits im Dezember 2016 kündigte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Schritte an, um die Abhängigkeit im internationalen Handel von der US-Währung zu reduzieren. „Wir haben Maßnahmen ergriffen, um unseren Handel mit Russland, China und Iran in unserer eigenen Währung zu betreiben. Wir werden Schritte einleiten, um in diesen Regionen unseren Handel in der Landeswährung zu betreiben. Wenn wir bei ihnen etwas kaufen, werden wir das in ihrer Währung tun; Kaufen sie etwas von uns, werden sie diesen Kauf in unserer Währung tätigen“, sagte Erdogan damals in einer Rede in der zentraltürkischen Provinz Kayseri. Putin: „Negativen Auswirkungen externer Faktoren minimieren“ Der türkische Staatschef wiederholte diese Äußerungen bei einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin im September diesen Jahres. Die Türkei werde „die Verwendung nationaler Währungen im Handel mit wichtigen Handelspartnern wie Russland erhöhen“. Präsident Vladimir Putin seinerseits unterstützte dies und sagte, dass die Verwendung der nationalen Währung im bilateralen Handel die negativen Auswirkungen externer Faktoren minimieren würde. Bei einem Treffen zwischen den beiden Staatschefs am 17. September sagte Putin, dass sich die türkisch-russischen Beziehungen „positiv entwickeln“ und fügte hinzu: „Was den Handel betrifft, so wachsen sie stark.“ 30.000 Tonnen Weizen in Rubel bezahlt Wie das russische Analysezentrum SovEko am Dienstag nun mitteilte, wird die Türkei zum ersten Mal 30.000 Tonnen proteinreichen Weizen aus Russland unter Verwendung Russischer Rubel importieren. Es wird erwartet, dass etwa 17.000 Russische Rubel (rund 260 US-Dollar) pro Tonne Weizen bezahlt werden. Der Handel mit nationalen Währungen soll die durch die Währungsumrechnung verursachten Verluste reduzieren, heißt es in einer Erklärung des Zentrums.

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