Arbeitspolitik
Elterngeld und Kita-Ausbau steigern Erwerbstätigkeit von Müttern um zehn bis 15 Prozentpunkte

Düsseldorf – Elterngeld und Kita-Ausbau haben die Erwerbstätigkeit von Müttern ab dem zweiten Lebensjahr ihres Kindes in den vergangenen zehn Jahren erheblich gesteigert. Im zweiten Lebensjahr des Kindes erhöhte sich die Erwerbsbeteiligung der Mütter 2017 gegenüber 2006 um zehn Prozentpunkte, im dritten Lebensjahr sogar um 15 Prozentpunkte. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vorliegt. Demnach wuchs der Anteil der erwerbstätigen Mütter im zweiten Lebensjahr von 34,6 Prozent im Jahr 2006 auf 44 Prozent in 2017. Im dritten Lebensjahr waren 44,1 Prozent der Mütter im Jahr 2006 erwerbstätig, 2017 waren es dann 60,1 Prozent. Hingegen zeigt die IW-Studie ebenfalls, dass durch das Elterngeld die Erwerbstätigkeit der Mütter im ersten Lebensjahr des Kindes deutlich gesunken ist. Waren 2006 noch 22,5 Prozent aller Mütter im ersten Lebensjahr des Kindes berufstätig, waren es 2017 nur noch 9,2 Prozent. „Mit dem Elterngeld sollte einerseits ein finanziell gut abgesicherter Schonraum für die Familien im ersten Lebensjahr des Kindes geschaffen und andererseits eine frühe Rückkehr der Mütter in den Arbeitsmarkt gefördert werden. Dass dies tatsächlich erfolgreich war, zeigt die Entwicklung der Erwerbsbeteiligung von Müttern in den ersten Lebensjahren ihrer jüngsten Kinder“, sagte IW-Forscher Wido Geis-Thöne. Auch der Anteil der in Vollzeit arbeitenden Mütter sei 2017 deutlich höher gewesen als noch 2006.

Spanien
Israel verurteilt Real Madrid nach Treffen mit Ahed Tamimi

Madrid (nex) – Die palästinensische Teenagerin Ahed Tamimi, die Ende letzten Jahres im israelischen Gefängnis eine achtmonatige Haftstrafe verbüßte, wurde am Samstag vom spanischen Fußballverein Real Madrid zum Besuch des Stadions eingeladen. Sie ist dort mit einem Trikot, welches ihren Namen trug, geehrt worden. Die 17-Jährige wurde Ende letzten Jahres wegen Schlagens und Schubsens von IDF-Soldaten vor ihrem Haus im Dorf Nabi Saleh im Westjordanland  zu einer achtmonatigen Haftstrafe verurteilt. Tamimi kam Stunden vor dem erwarteten Derby-Spiel zwischen Real Madrid und Atletico Madrid in Santiago Bernabeu-Stadion an, berichtet die israelische Tageszeitung Haaretz.  Im Stadion traf Tamimi auf Emilio Butragenio, einen ehemaligen Stürmer von Real Madrid, der derzeit als Senior Manager des Vereins tätig ist, und erhielt ein Mannschaftstrikot mit ihrem Namen auf der Rückseite. Tamimi wurde während ihrer Spanienreise von ihrem Vater begleitet, wo sie an mehreren politischen Veranstaltungen teilnahm, berichtete Haaretz weiter. Als Reaktion auf Tamimis Ehrung durch Real Madrid tweete der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Emanuel Nachshon, dass der Vorfall beschämend und eine Schande für die Werte des Sports sei. „Was für eine Schande, Real Madrid akzeptiert einen Terroristen, der zu Hass und Gewalt aufstachelt, was ist der Zusammenhang zwischen diesem und den Werten des Fußballs?“, fragte er. Daniel Kutner, Israels Botschafter in Spanien, schrieb auf Twitter: „Ahed Tamimi kämpft nicht für den Frieden, sie verteidigt Gewalt und Terror, die Institutionen, die sie empfangen und gefeiert haben, fördern indirekt die Aggression und nicht den Dialog und das Verständnis, das wir brauchen.“ Botschaftssprecher Yoav Katz twitterte, dass Real Madrid „einen Terroristen empfängt, der Hass und Gewalt schürt“. Tamimis Inhaftierung hatte die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich gezogen und das Bild des Teenagers als palästinensische Ikone hervorgehoben. An mehreren Orten fanden Kundgebungen statt, bei denen nach ihrer Verhaftung im Dezember ihre Freilassung gefordert wurde. Die Jugendliche wurde verhaftet, nachdem ein Video in den sozialen Netzwerken auftauchte, das sie und ihren Cousin zeigt, wie sie israelische Truppen in der Nähe ihres Hauses anschreit und einen der Soldaten schlägt. Laut Tamimi hätten die Soldaten einem Cousin eine Stunde zuvor mit einem Gummigeschoss in den Kopf geschossen.

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– Trotz politischer Hindernisse – Spanien: Bei Einreise droht Netanjahu Festnahme

Die Einreise nach Spanien könnte für Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens künftig riskant werden. Im Zusammenhang mit einer Untersuchung bezüglich des Mavi-Marmara-Vorfalls aus dem Jahre 2010 könnte er sogar in Polizeigewahrsam genommen werden.

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UN-Generalversamlung
Syrische Regierung: Türkei, Frankreich und USA müssen sich sofort aus Syrien zurückziehen

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New York (nex) – Die syrische Regierung hat die USA, Frankreich und die Türkei aufgefordert Syrien zu verlassen. Der syrische Außenminister Walid al-Moualem forderte in einer Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York die drei Länder auf, „sich sofort und bedingungslos“ zurückzuziehen, berichtet Euronews. Deren Streitkräfte handelten unter dem Vorwand, den Terrorismus zu bekämpfen, und müssten sich aus Syrien zurückziehen. Türkei hat fast 3,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen Die Türkei hat bis dato fast 3,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen, mehr als jedes andere Land der Welt. „Die Türkei beherbergt aktuell mehr Flüchtlinge als jedes andere Land, und etwa 3,2 Millionen dieser Flüchtlinge sind Syrer“, sagt Johannes Zutt, Weltbank Country Director für die Türkei, in einer Erklärung. Nach den Worten des türkischen Innenministers Süleyman Soylu habe die Türkei für die Beherbergung der Flüchtlinge bislang mehr als 25 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Syrien leidet seit Jahren unter einem verheerenden Bürgerkrieg, der 2011 begann, als das Assad-Regime mit unerwarteter Grausamkeit gegen Demonstranten vorging. Syrien bereit für die Rückkehr der Flüchtlinge Wie Euronews weiter berichtet, sei Syrien nun bereit für eine Rückkehr der über fünf Millionen Syrer, die das Land seit Beginn des Bürgerkrieges vor mehr als sieben Jahren verlassen haben.  „Es gab Fortschritte beim Kampf gegen den Terrorismus. Heute ist es ruhiger und sicherer. Die Regierung arbeitet daran, die von den Terroristen zerstörten Gebiete wieder aufzubauen. Bedingungen für die freiwillige Rückkehr syrischer Flüchtlinge wurden geschaffen, für die, die das Land wegen Terrorismus und einseitiger wirtschaftlicher Maßnahmen verlassen mussten, durch die ihre Lebensgrundlage bedroht war“, zitiert der Nachrichtensender den syrischen Politiker. Gleichzeitig bat al-Moualem um Hilfe beim Wiederaufbau.

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– Syrienkrieg – Türkei: 600.000 syrische Kinder eingeschult

In der Türkei haben in diesem Jahr mehr als 600.000 syrische Flüchtlingskinder den Schulunterricht wieder aufgenommen, so das türkische Bildungsministerium.

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Tourismus
Türkei: 2019 wird Urlaub für Türken 40 Prozent teurer

Istanbul (nex) – Einheimische türkische Touristen werden für ihren Urlaub im kommenden Jahr 40% mehr bezahlen müssen als 2018, so Firuz B. Bağlıkaya, Vorsitzender des türkischen Reisebüro-Verbandes TÜRSAB. Da die Anzahl ausländischer Touristen nach einem Tiefstand im Jahre 2016 nun – unter anderem auch aufgrund eines deutlichen Wertverlustes der türkischen Lira – wieder stark angestiegen ist, haben die Hotels in der Türkei den Anteil ihrer Unterkünfte für Besucher aus dem Ausland auf 80% erhöht. 
„Es wird einige Probleme geben, was den einheimischen Tourismus betrifft“, so Bağlıkaya gegenüber Journalisten während eines Events zum Welttourismustag am 27. September im Topkapı Palast in Istanbul. „Wegen des plötzlichen Wertanstiegs ausländischer Währungen, wollen die Hotels weniger einheimische Touristen unterbringen und von ihren türkischen Gästen nicht in türkischen Liras, sondern in Euros bezahlt werden. Viele Hotels haben vor, mehr ausländische Touristen aufzunehmen als zuvor“, sagte Bağlıkaya.
Es sei für einheimische Touristen noch wichtiger, früh zu reservieren, sollte man in beliebten Hotels übernachten wollen. Im Vergleich zum letzten Jahr, in dem 30-35% Prozent der Zimmer für einheimische Gäste vorgemerkt wurden, betrage der Anteil für das kommende Jahr nur noch 20%, betonte Bağlıkaya. Er fügte hinzu, dass Hotelbesitzer ihre Entscheidung damit begründen, dass sie ihre Investitionen in ausländischen Währungen gemacht hätten. Es sei schwierig für sie, Schulden in fremden Währungen zu haben, diese aber in Lira bezahlen zu müssen. Letztendlich ginge es um Geschäfte. „Nach unserer Prognose werden einheimische Touristen also 2019 ungefähr 40% mehr bezahlen müssen als voriges Jahr“.

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– Tourismus – Türkei: Besucherzahlen um fast 23 Prozent gestiegen – Russen weiterhin Platz 1

Die Türkei hat von Januar bis August dieses Jahres rund 27 Millionen ausländische Besucher empfangen, teilte das Ministerium für Kultur und Tourismus am 28. September mit.

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Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverband
Feuerwehr fordert: „Schützen Sie uns vor Gewalt“

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Berlin – Die 65. Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) hat heute in Erfurt (Thüringen) die Resolution „Unsere Einsatzkräfte – unsere Sicherheit! Nein zur Gewalt gegen Feuerwehrangehörige“ beschlossen. „Der Respekt und die Unterstützung der Einsatzkräfte der Feuerwehren und Rettungsdienste haben in den letzten Jahren immer mehr nachgelassen. Einsatzkräfte werden häufiger bei der sachgerechten Ausübung ihrer Tätigkeit behindert und sogar verbal und körperlich angegriffen“, verdeutlichen die 170 Delegierten aus ganz Deutschland. „Wir fordern daher die Gesellschaft, insbesondere Politik, Justiz, Bevölkerung und Medien, dazu auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen und uns vor Gewalt zu schützen“, so die Forderung. Die 65. Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes fordert mehr Respekt vor Einsatzkräften: „Feuerwehrmänner und -frauen sind zur Stelle, wenn Menschen in Not sind. Sie riskieren dabei sowohl in der Brandbekämpfung als auch im Rettungsdienst uneigennützig und oftmals im Ehrenamt ihr eigenes Leben. Als zentrale Säule der Gefahrenabwehr ist die Feuerwehr auf Unterstützung und Respekt bei der Ausübung ihrer Aufgaben angewiesen“, heißt es in der Resolution. Der Schutz von Feuerwehrangehörigen sei daher für ein funktionierendes Feuerwehrwesen wie auch das Gemeinwesen insgesamt unerlässlich. Die Delegierten fordern auf, die unterschiedlichen Kampagnen und Projekte zur Sensibilisierung der Bevölkerung in einer bundesweiten, konzertierten und nachhaltigen Kampagne zusammenzuführen. „Durch eine derartige Kampagne sollte eine breite Debatte in der Öffentlichkeit ausgelöst und die Bürgerinnen und Bürger dazu motiviert werden, die sachgerechte Ausübung der Tätigkeit der Einsatzkräfte zu unterstützen“, so der Beschluss. Um die Wertevermittlung und Wertschätzung zu verbessern, fordern sie eine starke Berücksichtigung von Bildungsangeboten zum Thema „Ehrenamt in schulischen Einrichtungen“ ein: „Bislang klären die Feuerwehren im Rahmen der Brandschutzerziehung über ihre Arbeit auf. Diese Angebote müssen erweitert werden, damit Kinder und Jugendliche ehrenamtliche Arbeit kennen und wertschätzen lernen.“ Die Delegiertenversammlung als oberstes Verbandorgan verlangt die Strafverschärfung und konsequente Strafverfolgung: „Um Gewalttaten zu verhindern und ein klares Signal setzen zu können, müssen verbale Bedrohungen und Gewaltaufrufe, die bislang unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit liegen, zwingend strafrechtlich verfolgt werden können“, heißt es in der Resolution. „Jeder Angriff auf Feuerwehrangehörige bedeutet auch eine Gefährdung unserer inneren Sicherheit und richtet sich damit auch immer mittelbar gegen den Täter und die Gesellschaft selbst. Es ist daher im Interesse der Gesellschaft, dass die Strafverfolgung und Aburteilung durch Gerichte in diesem Bereich konsequent erfolgt“, bekräftigen die Delegierten. Die Resolution setzt sich für die Einrichtung einer zentralen bundesweiten Anlaufstelle für Betroffene von Gewalt ein. Man dürfe betroffene Feuerwehrangehörige nicht im Stich lassen: „Ziel ist die Etablierung einer flächendeckenden Beratungsstruktur für Betroffene“, erklären die Delegierten. Gebraucht würden niedrigschwellige Meldeangebote für Vorfälle jeglicher Art. Außerdem solle der Dienstherr seinen Einsatzkräften Hilfsangebote zur Seite stellen – sei es in Form von rechtsberatender oder psychosozialer Unterstützung. Ebenfalls müsse im gebotenen Umfang für Aufklärungs- und Schulungsmaßnahmen Sorge getragen werden. Die Resolution wird vom Deutschen Städtetag, dem Deutschen Landkreistag sowie dem Deutschen Städte- und Gemeindebund mitgetragen. Sie steht unter www.feuerwehrverband.de/keinegewalt.html online zum Download. Vorausgegangen waren der Resolution ein Positionspapier des DFV-Präsidiums sowie die Möglichkeit zur basisdemokratischen Mitarbeit für alle Feuerwehrangehörigen in Deutschland. Begleitend gibt es einen Online-Clip sowie Aufkleber, die unter www.feuerwehrversand.debestellt werden können. Unterstützt wird die Kampagne durch das Projekt „Faktor 112“ im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Zum Thema

– Vorfälle in Bautzen – Bericht: Angriffe auf Rettungskräfte der Feuerwehr nehmen zu

„Leider kommt Gewalt gegen Einsatzkräfte immer wieder vor“, sagte Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

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Beben in Sulawesi
Erdbeben in Indonesien: Bereits über 830 Todesopfer

Jakarta (nex) – Nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Sulawesi am Freitag ist die Zahl der Todesopfer auf 832 gestiegen. Ausgelöst durch das Beben traf ein bis zu drei Meter hoher Tsunami Palu, die Hauptstadt der Provinz Zentral-Sulawesi und den Nordosten des nahe gelegenen Regierungsbezirk Donggala. Insgesamt 821 der Todesfälle wurden in Palu bestätigt, während die anderen elf Opfer aus der Stadt Donggala stammen, sagte der Sprecher der nationalen Katastrophenschutzagentur, Sutopo Purwo Nugroho, Reportern. Die Suche nach weiteren Opfern wurde den Rettungskräften durch zerstörte Straßen erschwert, so der Leiter der Organisation, Willem Rampangilei, gegenüber der indonesischen Tageszeitung Kompas am Samstag. Der indonesische Präsident Joko Widodo werde die betroffenen Gebiete der Insel am Sonntag besuchen. Jakarta hat am Samstag den Notstand für Sulawesi ausgerufen. Nach der Beschädigung der 500 Meter langen Landebahn wurde der Flughafen von Palu für Flüge mit Ausnahme bestimmter Frachtflugzeuge gesperrt.  

Verkehr
Anstieg um 15 Prozent: 538 Baustellen auf Deutschlands Autobahnen

München – Die Zahl der Baustellen auf deutschen Autobahnen hat mit jetzt 538 einen Höchststand im laufenden Jahr erreicht. Das sind nach einer aktuellen ADAC Auswertung knapp 15 Prozent mehr als noch im September 2017: Damals waren es zum gleichen Zeitpunkt 469. Die meisten Baustellen gibt es mit 130 in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Hessen mit 80 Baustellen und Niedersachen mit 65. Erfreulicherweise fließen immer mehr Investitionen in den Straßenbau und die dringend notwendige Sanierung, was aber zu immer mehr Baustellen führt. Gleichzeitig ist ein steter Personalmangel in der Bauwirtschaft und bei den zuständigen Behörden laut ADAC dafür verantwortlich, dass Baustellenarbeiten oft lange länger dauern. Der ADAC empfiehlt, die Zahl der Fahrstreifen im Baustellenbereich nicht zu reduzieren, die Dauer von Baustellen möglichst kurz zu halten und bereits bei Planung, Ausschreibung und Vergabe die verkehrlichen Belange stärker zu berücksichtigen. Das alles trägt dazu bei, Verkehrsbeeinträchtigungen zu verringern. Gleichzeitig sollte das Ausnutzen der Tageshelligkeit sowie Samstagsarbeit zu einer Selbstverständlichkeit bei der Bauausführung werden. Zudem müsste an staukritischen Streckenabschnitten vermehrt auch nachts gearbeitet werden. Auch im Sinne der Verkehrssicherheit sollte die Anzahl der Fahrstreifen in Baustellenbereichen beibehalten werden, um Staus und in der Folge Auffahrunfälle am Stauende zu vermeiden. Gleichzeitig sollten auch die linken Fahrstreifen ausreichend breit sein, so dass Pkw bis einschließlich 2,1 Meter Breite diese benutzen dürfen. Viele Baustellen finden sich derzeit auf den Hauptverkehrsrouten. Zu den besonders staubelasteten Autobahnabschnitten zählen:
A 1 Münster - Osnabrück, Kölner Ring, Köln - Dortmund 
A 3 Frankfurt - Würzburg 
A 6 Mannheim - Heilbronn 
A 7 Hamburg - Flensburg, Kassel - Göttingen 
A 10 nördlicher Berliner Ring 
A 45 Frankfurt - Dortmund
Mit den längsten Autobahnbaustellen mit bis zu elf Kilometern müssen Autofahrer auf folgenden Streckenabschnitten rechnen:
A 7 Würzburg-Ulm/beide Richtungen/Gollhofen und Rothenburg ob der 
Tauber 
A 9 Halle/Leipzig-Berlin/beide Richtungen/Rastplatz Mosigkauer Heide 
und Dessau-Ost 
A 5 Karlsruhe-Basel/beide Richtungen/Ettlingen und Rastatt-Nord 
A 57 Nimwegen-Krefeld/beide Richtungen/Uedem und Alpen 
A 20 Lübeck-Rostock/beide Richtungen/Wismar-Mitte und Kreuz Wismar 
A 6 Heilbronn-Mannheim/beide Richtungen/Heilbronn und Bad Rappenau 
A 96 Lindau-München/beide Richtungen/Oberpfaffenhofen und 
Germering-Süd 
A 33 Bielefeld-Brilon/beide Richtungen/Paderborn-Elsen und Etteln 
A 14 Halle-Magdeburg/beide Richtungen/Rastplatz Petersberg und 
Löbejün
Auf diesen Strecken ist mit Verkehrsbehinderungen bis zum Jahresende zu rechnen, zum Teil auch erheblich länger. Auf der A 96 beispielsweise ist ein Ende der Bautätigkeit erst für Ende 2020 angekündigt. Autofahrer sollten in einer Baustelle generell mit erhöhter Aufmerksamkeit fahren. Besonders im Zulauf und am Beginn einer Baustelle, im Bereich von Anschlussstellen und Fahrbahnverschwenkungen innerhalb einer Baustelle sowie am Baustellenende kommt es oft zu gefährlichen Situationen. Besonders die oft sehr schmalen Fahrstreifen erfordern große Aufmerksamkeit von Autofahrern. Hier sollte man verstärkt versetzt fahren und auf das Überholen verzichten.

Diesel-Krise
Hardware-Nachrüstungen: Umwelthilfe wirft Merkel Wortbruch vor

Düsseldorf – Der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Entscheidungsprozess zu Hardware-Nachrüstungen an Dieselfahrzeugen Wortbruch vorgeworfen. „Die Bundeskanzlerin hat angekündigt, ihre Entscheidung über Hardware-Nachrüstungen auf den Bericht einer Expertengruppe stützen zu wollen“, sagte Resch der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Dieser Gruppe im Bundesverkehrsministerium gehöre er an. „Wir durften aber seit neun Monaten nicht offiziell tagen, auch ein für diese Woche geplantes Treffen wurde abgesagt.“ Stattdessen werde jetzt ohne den Expertenrat über Hardware-Nachrüstungen entschieden. „So geht es nicht, das ist Wortbruch der Kanzlerin“, kritisierte Resch. Bei der Frage nach der Haftung für Nachrüstungen an Abgasanlagen manipulierter Dieselautos sieht er die Autoindustrie in der Pflicht. „Die Hersteller müssen die volle Haftung für Hardware-Nachrüsten übernehmen und dürfen diese auch nicht auf Zulieferbetriebe abwälzen“, sagte Resch. Das müsse die Bundesregierung zwingend durchsetzen.

Zivilcourage
Ravensburger Oberbürgermeister Daniel Rapp stoppt Messerangreifer

Ravensburg – Nachdem er die Messerattacke eines Flüchtlings aus Afghanistan in der Ravensburger Innenstadt persönlich gestoppt hat, hat Oberbürgermeister Daniel Rapp (CDU) zu Besonnenheit aufgerufen. Der „Schwäbischen Zeitung“ sagte Rapp am Samstag, der Angriff sei ein „absoluter Schock“ für die Ravensburger und es werde Zeit brauchen, dass sich die Lage beruhige. „Es wird ein mulmiges Gefühl bleiben.“ Die Polizei arbeite aber hochgradig professionell und es gebe keinen Grund zu glauben, dass Ravensburg ein unsicherer Ort sei. „Das wäre hysterisch.“ Der mutmaßliche Täter hatte am Freitag nachmittag auf zwei Syrer und einen Deutschen eingestochen und zwei dabei erheblich verletzt. Rapp war zufällig in der Nähe. Ihm sei nicht klar gewesen, welche Gefahr er sich ausgesetzt habe, als der Mann mit gezücktem Messer vor ihm stand. Als er ihn angeschrien habe, das Messer runterzunehmen, habe er rein instinktiv gehandelt. „Ich habe das nicht bewusst entschieden“, sagte der Oberbürgermeister. „Ich wusste ja nichts von den Taten vorher und was genau passiert war.“ Der Mann, der im Restaurant gegen den Mann gekämpft habe, sei viel mutiger gewesen. Der mutmaßliche Täter sei nach Rapps Kenntnisstand psychisch erkrankt. Rapp warnte vor Verallgemeinerungen und fügte hinzu: „Eine Tat wird von einem Individuum begangen. Zu sagen, das war ein Flüchtling und daraus zu schließen, dass alle Flüchtlinge Verbrecher sind, ist so als würde ich behaupten, dass alle blauen Autos immer im Haltverbot stehen, weil ein blaues Auto im Parkverbot steht.“  
Foto: Wikipedia

Reisen
Türkische „Hobbit-Häuser“ ziehen Touristen aus aller Welt an

Sivas (nex) – „Hobbit-Häuser“ in der zentralen Provinz Sivas in der Türkei haben das Interesse vieler in- und ausländischer Touristen geweckt. Inspiriert von dem berühmten Fantasy-Roman und -Film The Lord of the Rings hat die Gemeinde in der Provinz Sivas unterirdische Häuser gebaut. In The Lord of the Rings sind Hobbits oder Halblinge fiktive, 60 bis 120 cm große menschenähnliche Wesen in der von J. R. R. Tolkien geschaffenen Fantasiewelt Mittelerde. Sie leben in ihren unterirdischen Hobbit-Häusern, die in Hügeln, Tallagen und Banken gebaut wurden. Bisher seien in Sivas 24 solcher Häuser gebaut worden, so der Bürgermeister der Stadt Sami Aydin gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. „Wir planen, diese Zahl in Zukunft auf 40 oder 50 zu erhöhen. Die Menschen wohnen in diesen Häusern für ein paar Tage, um sich ein wenig von ihrem Alltagsstress zu erholen“, sagte Aydin. Aydin betont, dass diese Häuser im Sommer kühl und im Winter warm seien und fügte hinzu, dass Kunden aus der Türkei, Europa und Fernost Reservierungen vornähmen. „Wir planen die Anzahl in Zukunft von 40 auf 50 zu erhöhen. Unsere Gäste bleiben ein paar Tage in diesen Häusern, um sich von ihrem täglichen Stress etwas zu erholen“, sagte Aydin. Ein Großteil der Reservierungsanfragen käme aus Europa, „da dort viele Türken leben und diesen Ort bereits kennen“, so Aydin. Es gäbe aber auch Reservierungen aus dem fernen Osten wie etwa Malaysia. Aydin hoffe den Ort weltweit noch bekannter zu machen. „Die Häuser werden ganzjährig buchbar sein und sind für Menschen gebaut worden, die sich erholen und die Nähe der Natur wünschen“, fügte der Bürgermeister hinzu. Die Hobbit-Häuser verfügen über eine eigene Küche, ein Gäste-, ein Schlaf- und ein Badezimmer, um die Bedürfnisse der Gäste zu erfüllen.