"Heißeste Verbrecher Amerikas"
Model Jeremy Meeks für neues Modelabel in der Türkei eingetroffen

Istanbul – Jeremy Meeks, „der heißeste Verbrecher Amerikas“, ist am Donnerstag in Istanbul gelandet. Meeks Festnahmefoto („Mugshot“), das die kalifornische Polizei im Juni 2014 auf Facebook veröffentlicht hatte und das seine blauen Augen und vollen Lippen besonders zur Geltung brachte, hatte ihn über Nacht berühmt gemacht. Meeks und sein türkische Freund Burak Karakurt planen ein neues Modelabel auf den Markt zu bringen, von dem Meeks auch das Gesicht sein werde, berichtet die Nachrichtenagentur DHA.  Das Model werde für ein Fotoshooting für das neue Label zwei Tage in Istanbul sein. Meeks habe 15 Millionen Euro in das Vorhaben investiert, so DHA weiter. Der 35-Jährige, der im Februar 2015 wegen Waffenbesitzes inhaftiert wurde, erlangte durch sein Polizeifoto weltweite Aufmerksamkeit. Noch während seiner Haft flatterte ein Vertrag bei einer Modelagentur in die Zelle.

Gesundheit
Experten raten zu regelmäßigem Milch-Konsum

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Auch wenn sich die Vorbehalte gegen Milch hartnäckig halten – sie ist ein zu Unrecht gescholtenes Naturprodukt. Wer regelmäßig Joghurt, Milch oder Käse verzehrt, bietet seinem Körper eine Menge wichtiger Nährstoffe in einer gut verfügbaren Mischung, wie das Patientenmagazin „HausArzt“ schreibt. Während das enthaltene Eiweiß wichtige Bausteine für den Aufbau und den Erhalt der Muskeln liefert, sorgt Kalzium für stabile Knochen. „Etwa die Hälfte des pro Tag benötigten Kalziums nehmen die Menschen über Milch und Milchprodukte auf“, sagt Dr. Bernhard Watzl, Professor für Physiologie und Biochemie der Ernährung vom Max-Rubner-Institut in Karlsruhe. Das lebenswichtige Spurenelement Jod – ebenfalls in der Milch enthalten – benötigt die Schilddrüse zur Hormonproduktion. Die Vitamine B2 und B12 unterstützen Zellteilung, Blutbildung und eine ungehinderte Funktion des Nervensystems. Zink wird an vielen Stellen im Stoffwechsel gebraucht. Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont: „Etwa 200 bis 250 Gramm Milch oder Milchprodukte sowie 50 Gramm Käse täglich dürfen es sein.“ Aktuelle Studienergebnisse legten nahe, dass pro Tag 150 Gramm fermentierte Milchprodukte – wie Jogurt, Kefir oder Dickmilch – das Risiko für Typ-2-Diabetes senken.  

Währungswirtschaft
Lira-Absturz: „Diesmal ist nicht Erdogan schuld“

Istanbul – Nach einer Krise im vergangenen Jahr bei der sie im August gegenüber dem US-Dollar bis auf 6,44 fiel, stabilisierte sich die türkische Währung Anfang dieses Jahres und gewann seit Mai kontinuierlich an Wert. Am 8. August lag sie bei 5,45. Seit diesem Tag verliert sie jedoch wieder an Wert und erlitt in der Nacht zum Montag einen Rekordverlust, bei dem sie zeitweise bis auf 6,40 fiel. Wo Wirtschaftsanalysten sonst den türkischen Staatspräsidenten mit „seinen Äußerungen oder radikalen politischen Aktionen für Schwankungen beim Wechselkurs der Währung des Landes“ verantwortlich machen, lägen die Gründe diesmal „weit entfernt von Erdogan – sowohl politisch als auch geografisch“. Laut dem Wirtschaftsmagazin Handelsblatt sei momentan die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump gegenüber China und die Reaktionen japanischer Investoren auf diese Politik für den Kursverlust verantwortlich. Trump hatte am Sonntag Zölle auf bestimmte chinesische Produkte noch einmal erhöht. Peking reagierte darauf mit Gegenzöllen. Viele Investoren zogen aus Angst vor einer Ausweitung des Handelskriegs zwischen den beiden Weltmächten ihr Geld aus riskanteren Regionen ab, um es in sicheren Häfen zu parken, berichtet Handelsblatt weiter. Die Türkei sei davon besonders betroffen gewesen.      

Türkei
Nach Frauen-Morden: Erdogan will Todesstrafe zurück

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Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat erneut die Frage zur Wiedereinführung der Todesstrafe aufgeworfen und versprochen, ein solches Gesetz zu genehmigen, sollte das Parlament dieses verabschieden. Seine Aussage kam, nachdem der Mord an einer Frau durch ihren Ex-Mann letzte Woche landesweite Empörung ausgelöst hatte. Die Äußerungen Erdogans folgten der brutalen Ermordung von Emine Bulut durch ihren Ex-Mann in der vergangenen Woche, der ihr in einem Café vor den Augen ihrer 10-jährigen Tochter die Kehle durchgeschnitten hat. Das Video des Angriffs wurde online veröffentlicht und sorgte für landesweite Empörung. Videomaterial zeigte Buluts Tochter, die vor Tränen schrie und sagte: „Mama, stirb nicht.“ Bulut antwortete: „Ich will nicht sterben.“ Erdoğans „engerer Kreis“ habe ihn vor den Reaktionen gewarnt , die die europäischen Länder im Falle der Wiedereinführung der Todesstrafe geben werden. „Sie sagten, Europa wird das tun, ein anderer Ort wird etwas anderes tun“, so Erdogan. „Aber was ist mit den Verwandten von [Bulut], was würden sie tun?“ so der türkische Staatschef. Erdogan habe nach der Ermordung von Bulut Justizminister Abdülhamit Gül angewiesen, alle notwendigen Schritte im Rahmen des Gesetzes zu unternehmen. Auch Mitglieder der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) unterstützten eine Wiedereinführung. In einigen Staaten der USA werde die Todesstrafe noch immer verhängt, fügte er hinzu. „Ich werde dies definitiv genehmigen, wenn das Parlament darüber diskutiert und eine Entscheidung trifft. An dieser Stelle glaube ich an die Stimme des Gewissens“, betonte er. Unterdessen sagte der Justizminister am heutigen Donnerstag, dass Feminizide „unmenschlich“ seien, aber die Wiederherstellung der Todesstrafe sei eine Entscheidung, die das Parlament treffen werde.
„Mama, bitte stirb nicht“, so die 10-jährige Tochter des Opfers.

Zum Thema

– Femizid – Gewalt gegen Frauen: Mexikanischer Gouverneur ruft „Gender-Alarmstufe“ aus

Mexiko – ansonsten meist im Zusammenhang mit gutem Essen, Urlaub und Fußball international in den Schlagzeilen – erlebt derzeit eine Welle der Gewalt gegen Frauen. Frauenrechtsverbände sprechen von einem „Femizid“

Gewalt gegen Frauen: Mexikanischer Gouverneur ruft „Gender-Alarmstufe“ aus

Brexit
McAllister ruft britisches Parlament zu Widerstand gegen Premier Johnson auf

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London – Nach der vom britischen Premierminister Boris Johnson erwirkten Zwangspause des Parlaments hat der CDU-Europapolitiker David McAllister vor einem Schaden für die Demokratie im Vereinigten Königreich gewarnt und die dortigen Abgeordneten zu Widerstand aufgerufen. „Durch die Ankündigung von Premierminister Johnson wird das Parlament geschwächt“, sagte McAllister der „Rheinischen Post“. Die Abgeordneten hätten nun drei Möglichkeiten, sich gegen Johnsons Vorgehen zur Umsetzung seiner Pläne für einen Ausstieg des Landes aus der EU bis zum 31. Oktober zu wehren. „Erstens können sie versuchen, die Sitzungspause gerichtlich zu stoppen. Zweitens können sie versuchen, ein Gesetz zu verabschieden, welches einen No Deal Brexit ausschließt.“ Es sei aber fraglich, ob dafür die Zeit ausreiche. „Als dritte Möglichkeit bleibt ein Misstrauensvotum“, sagte McAllister. Er warnte: „Der schon zu Zeiten von Premierministerin May ausgetragene Machtkampf zwischen Regierung und Parlament spitzt sich jetzt zu.“

Kiel
Bildungsministerin Prien will Unterricht auf Türkisch an Schulen

Kiel – Schleswig-Holsteins Schulen sollen nach dem Willen von Bildungsministerin Karin Prien mittelfristig muttersprachlichen Unterricht anbieten.
Wer seine Herkunftssprache nachhaltig erlerne, festige die eigene Sprachkompetenz und lerne schneller Deutsch, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im Landtag. Zwei Pilotschulen in Kiel und Lübeck sollen spätestens nach den Herbstferien Unterricht auf Türkisch anbieten. Das berichtet der Stern. 
Im Zeitalter der Globalisierung sei Zweisprachigkeit ein Geschenk. Für einen erfolgreichen Schulabschluss, den Einstieg in das Berufsleben und Integration blieben gute Deutschkenntnisse eine wichtige Voraussetzung. „Unsere Bildungssprache an den öffentlichen Schulen ist Deutsch“, zitiert der Stern die Ministerin.
Aktuell gebe es an deutschen allgemeinbildenden Schulen jedoch noch keine einzige Lehrkraft mit der Fakultas Türkisch, so Prien.
Um diese Lehrbefähigung erlangen zu können, soll an der Kieler Uni ein Studiengang „Türkisch als Ergänzungsfach“ eingerichtet werden.

Medien
Mexiko: Mehr ermordete Journalisten als im gesamten Jahr 2018

Reporter ohne Grenzen (ROG) beobachtet mit großer Sorge, dass die mexikanischen Behörden der Welle von Journalistenmorden in diesem Jahr anscheinend machtlos gegenüberstehen. Allein im August sind zwei weitere Journalisten ermordet worden. Die Zahl der wegen ihrer Arbeit getöteten Medienschaffenden in Mexiko steigt damit auf mindestens zehn – mehr als im gesamten Jahr 2018 und weitaus mehr als in jedem anderen Land der Welt. Angesichts der anhaltenden Gewalt, die so gut wie nie gesühnt wird, drängt ROG die mexikanische Regierung, den nationalen Schutzmechanismus für Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidiger sowie Journalistinnen und Journalisten wie angekündigt zu verbessern sowie die für Verbrechen gegen Medienschaffende zuständigen Ermittlungsbehörden zu stärken. „Bei den beiden jüngsten Journalistenmorden in Mexiko gibt es starke Anhaltspunkte, dass lokale Funktionäre in die Taten verwickelt waren. Gerade deshalb müssen die Ermittlungsbehörden mit größtmöglicher Unabhängigkeit vorgehen“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Leider gibt es in Mexiko noch immer so gut wie keine unabhängigen Ermittlungen nach Journalistenmorden. Die Regierung von Präsident Andrés Manuel López Obrador muss endlich den Ernst der Lage erkennen und die versprochenen Reformen zum Schutz von Journalistinnen und Journalisten umsetzen.“ Das bislang letzte Mordopfer war Nevith Condés Jaramillo, der am Samstag (24. August) nahe Tejupilco im Bundestaat Mexiko erstochen aufgefunden wurde . Er war Chefredakteur der Online-Zeitung El Observatorio del Sur und hatte in seinen Artikeln wiederholt lokalen Funktionären Korruption vorgeworfen. Mitarbeitende und Angehörige berichteten ROG, dass er in den vergangenen Monaten zweimal wegen seiner Arbeit bedroht worden war. Die Drohungen wurden auch an den nationalen Schutzmechanismus gemeldet, Schutzmaßnahmen wurden aber nicht ergriffen. Condés‘ Kolleginnen und Kollegen berichteten zudem, dass es „große Spannungen“ zwischen ihm und dem Bürgermeister von Tejupilco gab. Am 2. August wurde Jorge Celestino Ruíz Vázquez, Korrespondent der Zeitung El Gráfico de Xalapa, in Actopan im Bundesstaat Veracruz getötet. Er war 2018 mehrfach bedroht und angegriffen worden, weil er über Korruptionsvorwürfe gegen den Bürgermeister von Actopan berichtet hatte. Nachdem er sich bei den lokalen Behörden beschwert hatte, wurde Ruíz unter Schutz gestellt, der allerdings ohne Begründung wieder beendet wurde. Tage vor dem Mord an Ruíz kam ein Bote des Bürgermeisters in die Redaktion und bot Geld dafür, dass die Zeitung auf kompromittierende Berichterstattung verzichtet. Die Redaktion nahm das Geld nicht an. Auch bei acht weiteren Medienschaffenden kann ROG einen direkten Zusammenhang zwischen ihrer Arbeit und ihrer Ermordung herstellen: Rogelio Barragán Pérez, Norma Sarabia Garduza, Francisco Romero Diaz, Telésforo Santiago Enríquez, Jesús Eugenio Ramos Rodríguez, Rafael Murúa Manríquez, Omar Iván Camacho Mascareño und Santiago Barroso. In mehreren weiteren Fällen untersucht ROG diesen Zusammenhang noch, vor allem bei Samir Flores (Bürgerjournalist und Umweltaktivist, getötet am 20. Februar in Amilcingo) und Reynaldo López (Fernsehjournalist, getötet am 16. Februar in Hermosillo). Allein die zehn nachgewiesenen Fälle machen fast ein Drittel aller getöteten Medienschaffenden weltweit in diesem Jahr aus. Mehr als 90 Prozent der Gewalttaten gegen Journalistinnen und Journalisten bleiben in Mexiko ungestraft. Diese fehlende Abschreckung für potenzielle Täterinnen und Täter trägt entscheidend dazu bei, dass die Spirale der Gewalt sich weiter dreht. Angesichts der katastrophalen Lage hat ROG beim mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador sowie weiteren mexikanischen Behörden eine Reihe von Maßnahmen angemahnt, mit denen sich die Spirale der Gewalt durchbrechen ließe:

– Die Effektivität und Schnelligkeit des nationalen Schutzmechanismus muss verbessert werden. Dafür müssen mehr finanzielle und personelle Mittel bereitgestellt werden. Zudem muss die Rolle des Mechanismus in der Präventionsarbeit vor allem in den gefährlichsten Bundesstaaten ausgebaut werden.

– Die Empfehlungen des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte zur Verbesserung des Mechanismus, die am Montag (26. August) öffentlich gemacht und am 29. Juli den mexikanischen Behörden zugestellt wurden, müssen umgesetzt werden.

– Es muss eine grundsätzliche Strategie entwickelt werden, wie sich die Behörden um Medienschaffende und ihre Angehörigen kümmern, die aufgrund einer Gefährdungslage ihre Gemeinde verlassen müssen.

– Die Befugnisse und finanziellen sowie personellen Mittel der Sonderstaatsanwaltschaft für Verbrechen gegen die Meinungsfreiheit (FEADLE), die Teil der künftigen Sonderstaatsanwaltschaft für Menschenrechte werden soll, müssen verstärkt werden.

– Es müssen schnell neue Richtlinien für die Ermittlungen der FEADLE in Fällen von Gewalt gegen Medienschaffende erstellt werden. Beschwerdemöglichkeiten gegen Entscheidungen der FEADLE müssen aufgezeigt werden.

– Die FEADLE muss ihre Kompetenz ausschöpfen, Ermittlungen von der lokalen auf nationale Ebene zu heben. Vor allem in den Fällen von Jorge Celestino Ruíz Vázquez, Norma Sarabia Garduza und Francisco Romero Diaz müsste das unverzüglich geschehen.

– Das im Oktober 2018 beschlossene Protokoll zur Untersuchung von Verbrechen gegen die Meinungsfreiheit muss effektiv umgesetzt werden.

– Die neue Sonderstaatsanwaltschaft für Menschenrechte muss sich schnellmöglich eng mit Organisationen der Zivilgesellschaft vernetzen, um weitere Schritte zu diskutieren.

Kriminalität
Kölner Polizei setzt nach Tötung eines Mannes auch nachts Zivilbeamte ein

Nach dem tödlichen Streit auf dem Kölner Ebertplatz will die Polizei künftig auch nachts Zivilbeamte gegen die Dealerszene einsetzen. „Schon seit 2017 setzen wir Zivilbeamten auf dem Ebertplatz ein, um Dealer in Haft zu bekommen und Auseinandersetzungen frühzeitig zu erkennen. Dieses erfolgreiche Konzept weiten wir jetzt bis weit in die Nacht aus“, sagte der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Dealer stellten sich auf polizeiliche Maßnahmen ein, schirmten sich ab und hätten im Umfeld Personen, die sie warnten. „Das ist wie bei Katz und Maus“, so Jacob. Er verwies darauf, dass die Drogenabnehmer einen „wichtigen Anteil“ an dem Problem hätten. „Es sind oft Deutsche, ja Kölner aus der nahen Umgebung, die hier Cannabis kaufen und damit die Dealer anlocken“, beklagte der Polizeipräsident. Am Sonntagmorgen war ein Mann auf dem Ebertplatz erstochen worden. Die Polizei verdächtigt einen 25 Jahre alten Somalier, seinen gleichaltrigen Landsmann getötet zu haben. Hintergrund war den Erkenntnissen zufolge ein Streit über ein Drogengeschäft.

dpa-Faktencheck
Asylsuchende sind nicht privat krankenversichert

Ein Leserbrief von 2017 sorgt derzeit in sozialen Medien für Empörung. Darin heißt es unter anderem: «Zu den Privatpatienten zählen auch alle Asylanten, die aufgrund der Gesetzeslage nicht Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung werden können und von den Gemeinden deshalb in der privaten Krankenversicherung versichert werden.» BEWERTUNG: Asylanten – im Sinne von Asylbewerber – sind nicht Mitglieder in der privaten Krankenversicherung. Sie genießen auch nicht die gleichen Privilegien wie privat Versicherte. FAKTEN: Anders als in dem Leserbrief behauptet, sind Asylbewerber nicht in der privaten Krankenversicherung versichert. Sie sind in den ersten 15 Monaten des Aufenthalts gar nicht krankenversichert. Die Kommunen gewährleisten, dass Asylbewerber eine ärztliche Versorgung bekommen – und zwar auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in der gesetzlichen Krankenversicherung.  Die betroffenen Asylbewerber sollen zum Arzt gehen können, wenn sie unter Schmerzen leiden, akut erkrankt oder schwanger sind. Dieser Grundsatz galt auch schon im Jahr 2017, als der Leserbrief geschrieben wurde. Ein Pressesprecher des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: «Weder die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) noch die PKV werden während der Dauer des Asylverfahrens mit den Ausgaben belastet.» Auch in Kliniken genießen Asylbewerber nicht die Privilegien von privat Versicherten, wie in dem Leserbrief behauptet wird. Sie haben also zum Beispiel weder das Recht auf eine Chefarzt-Behandlung noch auf ein Einzelzimmer. Beides sind Wahlleistungen, die Mitglieder von privaten Krankenversicherungen in ihren Versicherungsschutz aufnehmen lassen können.  Der Leserbrief war am 22. September 2017 in der «Wirtschaftswoche» erschienen. Dass er nicht aktuell ist, lässt sich schon daran erkennen, dass der im Brief genannte Hermann Gröhe (CDU) nicht mehr Gesundheitsminister ist. Die Deutsche Presse-Agentur hat den Leserbriefschreiber kontaktiert und ihn gefragt, was die Quelle für seine Aussagen war. Der Mann erklärte, auf einer Geburtstagsfeier mit einem ehemaligen Offizier der Bundeswehr gesprochen zu haben. Der Ex-Soldat habe sich damals um mehrere Flüchtlinge gekümmert und ihm die Lage so detailliert beschrieben, dass er keinen Zweifel an der Korrektheit der Aussage hatte. Später habe er dann den Leserbrief verfasst. Nach Ablauf von 15 Monaten können zwar anerkannte Flüchtlinge – wie Deutsche auch – unter gewissen Voraussetzungen Mitglieder der PKV werden: Etwa dann, wenn sie arbeitslos sind und in ihrem Heimatland privat versichert waren. Sie haben in diesem Fall aber nur einen Sozialtarif, also einen Versicherungsschutz auf dem Niveau der GKV. 

Berlin
SPD-Vorsitz-Kandidatin Geywitz: Kinder haben im Hartz-IV-System nichts zu suchen

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Die Brandenburger SPD-Landtagsabgeordnete Klara Geywitz, die gemeinsam mit Finanzminister Olaf Scholz, für den SPD-Vorsitz kandidiert, hat sich für eine eigene Kindergrundsicherung ausgesprochen. „Als Mutter von drei Kindern ist mir die Einführung einer Kindergrundsicherung besonders wichtig“, sagte Geywitz der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Kinder seien keine kleinen Erwachsenen. „Sie haben im jetzigen Hartz-IV-System nichts zu suchen. Sie sind ja keine Arbeitssuchenden.“ Geywitz betonte, Kinder bräuchten eine eigenständige Absicherung. „Das ist ein Baustein, um Kinderarmut wirksam zu verhindern.“ Geywitz: SPD „Drama Queen der Parteienlandschaft“ Geywitz sieht die SPD als besonders emotionale Partei. „Wir Sozialdemokraten sind zu großen Emotionen fähig, auch zu großer Begeisterung. Wer in die SPD eintritt, will die Welt verbessern und ist ungeduldig“, sagte Geywitz der „Rheinischen Post“. Deshalb tue man sich manchmal mit notwendigen Kompromissen ein bisschen schwer und sei „manchmal die Drama Queen der Parteienlandschaft“. Geywitz betonte, ihr habe es leidgetan, wie mit Andrea Nahles umgegangen worden sei. „Sie hat ja ihr Leben lang für die SPD gearbeitet und ist eine klasse Frau. Mir ist es wichtig, dass nun der Kandidatenwettbewerb um den Vorsitz fair und transparent verläuft.“