Türkei
PKK-Chef Öcalan: Kurden brauchen keinen eigenen Staat

Der inhaftierte Chef der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, sagte, er sei bereit für eine Lösung "der kurdischen Frage" und könne "die Gefahr eines Krieges innerhalb einer Woche beilegen", so eine Erklärung seiner Anwälte vom Donnerstag.

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Istanbul – Der inhaftierte Chef der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, sagte, er sei bereit für eine Lösung „der kurdischen Frage“ und könne „die Gefahr eines Krieges innerhalb einer Woche beilegen“, so eine Erklärung seiner Anwälte vom Donnerstag.

Die Anwaltskanzlei Asrin, die Rechtsvertretung von Öcalan, veröffentlichte dieses Statement am Mittwoch, nachdem Öcalan ein Anwaltsbesuch gewährt wurde.

„Lasst uns das kurdische Problem lösen. Ich sage, ich werde die Gefahr eines Krieges innerhalb einer Woche ausschließen. Ich kann es lösen. Ich vertraue mir selbst. Ich bin bereit für eine Lösung. Jedoch sollten sowohl der Staat als auch der Staatsgeist das Notwendige tun“, sagte Öcalan nach der Erklärung vom Donnerstagabend.

Öcalan betonte, dass das kurdische Volk keinen eigenen Staat benötigt. Er rief die großen Parteien der Türkei dazu auf, die „historischen Beziehungen“ zwischen Türken und Kurden zu respektieren, denn diese bestünden schon vor der ersten modernen türkischen Staatsverfassung von 1921.

Bereits im Mai hatte Öcalan die Terrororganisation aufgefordert, sich mit der Türkei zu versöhnen. Die Türkei brauche eine „tiefe gesellschaftliche Versöhnung“, erklärte Öcalan aus seiner Haft heraus. Um die Probleme zu lösen, müsse man sich von „jedweder Polarisierung“ fernhalten und zur Methode der „demokratischen Verhandlung“ übergehen, berichtet NTV.

Öcalan gründete die PKK Ende der 1970er Jahre und führte bis zu seiner Verhaftung in Nairobi, Kenia 1999, einen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat, bei dem bisher über 40.000 Menschen zu Tode kamen. Die PKK wird in den USA, der EU und der Türkei als Terrororganisation eingestuft. Nach einem im Jahre 2013 begonnenen Versöhnungsprozess nahm die PKK ihre Angriffe im Juli 2015 wieder auf. Seitdem geht das türkische Militär wieder verstärkt gegen die Organisation vor. Die PKK und ihre Splitterorganisation TAK verübten zahlreiche Anschläge, unter anderem in Ankara und Istanbul.

Eine Kritik an der PKK ist im Vergleich zu den 1990er Jahren in europäischen Medien kaum noch zu finden. Obwohl es vor allem Kurden selbst sind, die unter dem Dominanzstreben der linksextrem ausgerichteten PKK und ihres syrischen Ablegers YPG leiden – und für viele Kurden, die der PKK/YPG-Doktrin nicht folgen, die Kritik an ihnen mit Gefahr für Leib und Leben verbunden ist – stellen westliche Medien die beiden Organisationen fast ausschließlich als legitimes Sprachrohr der Kurden dar.

Friedliche Lösung für Syrien gewünscht

Wie NTV weiter berichtet, ging Öcalan auch auf Syrien ein, wo die YPG große Gebiete beherrscht. In dem Kriegsland müsse auf eine friedliche Lösung hingearbeitet werden, hieß es in der verlesenen Erklärung. Dabei müsse man auf die Empfindsamkeiten der Türkei Rücksicht nehmen.

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