Start Politik Ausland Israel Nach Trump-Tweet: Israel könnte Einreise muslimischer US-Politikerinnen verweigern

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Nach Trump-Tweet: Israel könnte Einreise muslimischer US-Politikerinnen verweigern

Israel erwäge, den beiden Unterstützerinnen der anti-israelischen Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) die Einreise zu verweigern

Die erste muslimische US-Abgeordnete Ilhan Omar (Archivfoto: Screenshot)
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Tel Aviv – Israel erwäge, den beiden Unterstützerinnen der Boykott-Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) die Einreise zu verweigern, berichtet die Schweizer Nachrichtenagentur sda unter Bezugnahme auf israelische Medien am Donnerstag.

Die beiden muslimischen US-Abgeordneten Rashida Tlaib und Ilhan Omar sollen demnach am Wochenende am internationalen Flughafen Ben Gurion ankommen. Geplant sei unter anderem ein Besuch auf dem für Juden und Muslimen heiligen Tempelberg in Jerusalem in Begleitung von palästinensischen Repräsentanten.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe am Vortag mit dem Innen- und dem Außenminister, dem Minister für Innere Sicherheit, dem Chef des Nationalen Sicherheitsrats und dem Generalstaatsanwalt über eine endgültige Entscheidung in der Frage beraten, berichtet die sda unter Berufung auf eine Mitteilung israelischer Regierungskreisen.

„Es ist möglich, dass Israel den Besuch nicht in seinem gegenwärtigen Format erlaubt“, zitiert sda einen Regierungssprecher.

Der US-amerikanische Staatspräsident Donald Trump forderte am Donnerstag Israel auf, die Einreise der Kongressabgeordneten zu verhindern. In einem Twitter-Post sagte er, „es würde große Schwäche zeigen, wenn Israel Rep. Omar und Rep. Tlaib den Besuch erlaubt“.

Omar und Tlaibs öffentliche Unterstützung für die Boykottbewegung gegen Israel hatte bereits Kritik aus dem Weißen Haus erhalten. In seinen Bemerkungen vom vergangenen Monat, die weithin als rassistisch verurteilt wurden, sagte Trump, dass vier farbige Abgeordnete – Frau Omar und Frau Tlaib, sowie die Vertreter Alexandria Ocasio-Cortez aus New York und Ayanna S. Pressley aus Massachusetts – in die Länder, aus denen sie kamen, „zurückkehren“ sollten, berichtet die New York Times.