Türkei
Erdogan fordert Bürgermeister aller Parteien zur Einigkeit auf

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Ankara – Bürgermeister in allen Provinzen der Türkei sollten ihre politischen Ansichten beiseite lassen und in ihren Ämtern allen gleichermaßen dienen, sagte Präsident Recep Tayyip Erdoğan. „Natürlich mögen wir unterschiedliche politische Ansichten und Positionen haben, aber ich glaube, dass wir die Tugend des solidarischen Handelns demonstrieren können, wenn es um die nationalen Interessen unseres Landes und unserer Nation geht“, sagte Erdoğan bei einem Treffen mit 30 Bürgermeistern am Mittwoch. „Ich hoffe, dass unser Treffen der erste Schritt zur demokratischen Versöhnung sein wird“, so Erdogan. Die Pflicht der Bürgermeister bestehe darin, daran zu arbeiten, die schönsten, dauerhaftesten und effizientesten Dienste in ihre Städte zu bringen. Bürgermeister der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) und der größten oppositionellen Partei, der CHP, waren zu der Veranstaltung eingeladen. Unter Hinweis auf die Kommunalwahlen vom 31. März sagte Erdoğan: „Es ist zweifellos ein Sieg unserer Demokratie, dass wir eine so große Wahl erfolgreich abgeschlossen haben, bei der insgesamt 73.562 Menschen gewählt wurden. Unsere Antwort auf die Kritik an der Türkei ist dieses umfassende Bild von Demokratie und Freiheit, an dem fast jeder Bürger unseres Landes irgendwie beteiligt ist.“ „Ich glaube, dass sie als Bürgermeister aller in ihren Städten dienen werden, egal ob die Menschen für sie gestimmt haben oder nicht“, sagte er. „Politisch gesehen können wir natürlich unterschiedliche Ansichten und Positionen haben. Aber ich glaube, dass wir die Tugend des gemeinsamen Handelns unter Beweis stellen können, wenn es um die Interessen unseres Landes und unserer Nation geht. Wir haben nie vergessen, dass politische Konflikte vorübergehend, die Dienstleistungen für unser Land und unsere Städte jedoch dauerhaft sind. Niemand zweifelt daran, dass wir von nun an mit dem gleichen Verständnis handeln werden“, sagte er.  

Balkan-Gipfel
Kosovo boykottiert Gipfel nach Zeman-Äußerungen

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Pristina – Aus Protest gegen Äußerungen des tschechischen Präsidenten Zeman boykottiert das Kosovo ein geplantes Gipfeltreffen von Tschechien, Polen, der Slowakei und Ungarn mit den Staaten des West-Balkans.

Die kosovarische Regierung habe ihre Teilnahme abgesagt, zitiert der Deutschlandfunk eine Regierungssprecherin in Prag. Bei einem Besuch in Serbien kündigte Zeman an, die tschechische Regierung zu bitten, die Anerkennung des Kosovos als eigenständiger Staat rückgängig zu machen. „Ich bin kein Diktator… aber was ich tun kann, ist, dieses Problem anzusprechen und zu sehen, ob es [Widerrufung der Anerkennung] möglich ist“, sagte Zeman ohne weitere Erklärung. Der tschechische Präsident hatte bereits Kontroversen ausgelöst, nachdem er am Dienstag nach seiner Ankunft in Belgrad am Flughafen sagte: „Ich liebe Serbien und das serbische Volk. Und ich liebe das Kosovo nicht“. Der serbische Präsident Vucic dankte Zeman während der Pressekonferenz am Mittwoch für seine Kosovo-Erklärung. „Zeman ist ein wahrer Freund Serbiens. Es ist selten, dass solche Menschen nach Serbien kommen – die Serbien wirklich lieben“, sagte Vucic. Die Tschechische Republik hat das Kosovo am 21. Mai 2008 anerkannt. Zeman ist bekannt für seine populistischen, antimuslimischen Ansichten. In einem Interview 2016 sagte er, dass die Integration muslimischer Migranten in Europa unmöglich sei. Die meisten Kosovaren sind Muslime. Wie Deutschlandfunk weiter berichtet, habe Tschechiens Außenminister Petricek den Wunsch bereits abgelehnt. Dies liege nicht im Interesse des Landes, so Petricek.  

Serbien
Tschechiens Staatspräsident Zeman: „Ich liebe Kosovo nicht“

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Belgrad – Bei seinem Besuch in Serbien erfreute der tschechische Präsident Milos Zeman seine Gastgeber, als er versprach, sein Land davon zu überzeugen, die 2008 gewährte diplomatische Anerkennung des Kosovo zu widerrufen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch mit seinem serbischen Amtskollegen Aleksandar Vucic versprach er, die Tschechische Republik aufzufordern, ihre Anerkennung des Kosovo zurückzuziehen, berichtet das Recherchenetzwerk Balkaninsight. „Ich bin kein Diktator… aber was ich tun kann, ist, dieses Problem anzusprechen und zu sehen, ob es [Widerrufung der Anerkennung] möglich ist“, sagte Zeman ohne weitere Erklärung. Mehrere kleinere Länder haben dies bereits getan, aber wenn ein EU- und NATO-Mitgliedstaat dem Beispiel folgen würde, wäre dies ein schwerer Rückschlag für das Kosovo, das um diplomatische Akzeptanz und den Beitritt zur UNO kämpft, schreibt Balkaninsight. Fünf EU-Mitglieder haben das Kosovo nie anerkannt – Spanien, Griechenland, Zypern, Rumänien und die Slowakische Republik. Zeman erinnerte daran, dass der tschechische Verteidigungsminister Lubomir Metnar kürzlich sagte, dass die Anerkennung der Unabhängigkeit „der ehemaligen serbischen Provinz ein diplomatischer Fehler“ gewesen sei, und fügte hinzu, dass Metnara damit die Initiative unterstützen würde. „Wahrscheinlich wird er auf meiner Seite sein und in etwa einem Monat sehen wir, wer auf der anderen Seite sein wird“, fügte Zeman hinzu. Der tschechische Präsident hatte bereits Kontroversen ausgelöst, nachdem er am Dienstag nach seiner Ankunft in Belgrad am Flughafen sagte: „Ich liebe Serbien und das serbische Volk. Und ich liebe das Kosovo nicht“. Während seines Besuchs wird der tschechische Präsident auch am gemeinsamen Wirtschaftsforum teilnehmen, zusammen mit etwa 50 tschechischen Geschäftsleuten in seiner Delegation. Bilaterale Abkommen werden unter anderem im Bereich Verteidigung und Innovation unterzeichnet. Der serbische Präsident Vucic dankte Zeman während der Pressekonferenz am Mittwoch für seine Kosovo-Erklärung. „Zeman ist ein wahrer Freund Serbiens. Es ist selten, dass solche Menschen nach Serbien kommen – die Serbien wirklich lieben“, sagte Vucic. Die Tschechische Republik hat das Kosovo am 21. Mai 2008 anerkannt. Zeman ist bekannt für seine populistischen, antimuslimischen Ansichten. In einem Interview 2016 sagte er, dass die Integration muslimischer Migranten in Europa unmöglich sei. Die meisten Kosovaren sind Muslime.  

Berlin
Polnische Kennzeichen: Polizei erschießt Mann bei Kontrolle auf Berliner Ring

Berlin – Auf dem Berliner Ring ist am Mittwoch ein Mann bei einer Fahrzeugkontrolle von der Polizei erschossen worden. Wie die Berliner Morgenpost (BM) unter Berufung auf eine Mitteilung der Polizei berichtet, hatten die Beamten das Fahrzeug gegen 15.30 Uhr an der Anschlussstelle Hellersdorf auf der A10 nordöstlich von Berlin gestoppt. Die polnischen Kennzeichen des Wagens waren wegen eines mutmaßlichen Tötungsdeliktes im Nachbarland zur Fahndung ausgeschrieben, berichtet BM weiter. Der Fahrer habe auf die Polizisten eine Waffe gerichtet. Daraufhin hätten die Beamten mehrfach auf den Mann geschossen und ihn tödlich verletzt. Die Ermittlungen zur Identität des Mannes liefen am Abend noch, so BM.

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Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat auf Antrag der polnischen Ermittlungsbehörden die mutmaßliche Drogen-Patin Magdalena Kalka zur Fahndung ausgeschrieben.

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Flüchtlingsabkommen
Roth: Umsetzung des EU-Türkei-Abkommens ist teilweise noch schwierig

In der Diskussion um den Fortbestand des EU-Türkei-Flüchtlingsabkommens sagte Michael Roth (SPD), Staatsminister im Auswärtigen Amt, im ARD-Mittagsmagazin am Mittwoch: „Wir unterstützen die Türkei bei der Aufnahme von über 3,7 Millionen Geflüchteten – das ist eine große humanitäre Leistung.“ Der Politiker betonte, dass Gelder in Bildung und in Unterkünfte von Geflüchteten investiert werden. Zum Vorwurf des türkischen Staatspräsidenten Erdogan, es gebe nur wenig Hilfe, erklärte Roth im ARD-Mittagsmagazin: „Es darf jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass sechs Milliarden Euro jetzt schon ausgegeben worden sind, sondern das Geld muss Stück für Stück investiert werden.“ Als Hauptproblem nennt der SPD-Politiker die Verfahren in Griechenland, diese würden zu lange dauern. Gleichzeitig kritisiert er die Migrationspolitik in der EU: „Die Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei ist nur ein Baustein, es fehlt aber ganz viel, damit wir wirklich zu einer solidarischen Verteilung kommen.“ Roth betonte, Migrationspolitik sei eine Aufgabe für alle EU-Mitgliedsstaaten und nicht nur für wenige. Die Zahl der aus der Türkei auf die griechischen Inseln flüchtenden Menschen ist in den vergangenen Wochen gestiegen. Roth reagierte besorgt: „Die Lage von ungefähr 2.000 unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten ist dramatisch. Das ist beschämend auch für uns alle. Und hier wünsche ich mir auch eine pragmatische Lösung für diese jungen Menschen, für diese Kinder, die unbegleitet sind.“

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Die Türkei ist mit dem Flüchtlingsstrom aus dem vom Krieg zerrütteten Syrien allein gelassen worden, und sie muss möglicherweise Grenzen nach Europa öffnen, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan.

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Kurden gegen PKK
Kurden über HDP: „Ihre Kinder bereisen Europa, während unsere verschleppt werden“

Diyarbakir – Die Wut der Kurden auf die PKK-nahe Partei HDP wird immer größer. Was mit dem mutigen Schritt einer kurdischen Mutter im vergangenen Monat begann, entwickelt sich zu einer Bewegung. Immer mehr Kurden trauen sich, ihren Unmut gegen die HDP-Partei und die Terrororganisation PKK auszusprechen. Weitere kurdische Familien schlossen sich am Mittwoch dem Sitzstreik vor dem Büro der HDP in Diyarbakir an. „Als sie meine Tochter [Songul] entführten, war sie 15 Jahre alt und seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört“, sagte Fatma Akkus, eine der Mütter die sich kürzlich dem Streik angeschlossen haben, gegenüber Reportern. Die Terrororganisation habe ihre Tochter vor fünf Jahren einer Gehirnwäsche unterzogen und sie mitgenommen. so Akkus. „Ich habe die Nachrichten über den Beitritt meiner Tochter zur Terrorgruppe in den sozialen Medien gesehen“, sagte Akkus und bekräftigte ihre Unterstützung für die protestierenden Mütter. Mehmet Karaman, ein weiterer Kurde der sich dem Streik angeschlosen hat, habe seinen 18-jährigen Sohn vor 22 Jahren an die PKK verloren. „Ich will einfach nur von meinem Sohn hören“, sagte Kahraman und fügte hinzu, dass er auf den Tod seines Sohnes vorbereitet sei. „Es zerreißt mir einfach das Herz. Es ist jetzt 22 Jahre her und es ist immer noch nicht einfach,“ so Karaman. „Ihre Kinder reisen durch Europa, während unsere entführt werden. Wenn sie wollten, könnten sie unsere Kinder zurückbringen“, sagen Halime Sehitoglu und Macide Uslu, zwei Tanten der entführten Kinder, die sich ebenfalls für ihre Neffen dem Sitzstreik anschlossen. Gemeint sind die Politiker der oppositionellen HDP. Im August hatte Hatice Akar vor dem Provinzbüro der HDP in Diyarbakır einen Sitzstreik begonnen und verbrachte auch die Nächte vor dem Gebäude. Alles was sie wollte, war die Rückkehr ihres Sohnes. Trotz ihrer Erschöpfung hatte sie gesagt, sie werde mit ihrem Protest nicht aufhören. Laut Akar war ihr Sohn in die Berge verschleppt worden. „Mein Sohn betrat das HDP-Provinzbüro und kam nicht mehr heraus“, so Akar gegenüber Medien. Etwa eine Woche später konnte sie ihren 21-jährigen Sohn wieder in die Arme schließen.

In der darauffolgenden Woche setzte sich Fevziye Cetinkaya, eine weitere kurdische Mutter, die behauptet, ihr 17-jähriger Sohn sei über Mitglieder der HDP in die Reihen der Terrorgruppe aufgenommen worden.

„Alles, was ich von ihnen (HDP-Mitglieder) will, ist, dass mein Kind zu mir zurückgebracht wird“, sagte sie. „Entweder haben sie mein Kind hier versteckt oder es woanders hingebracht…. Ich werde nicht gehen, bis mein Kind zurück ist“, fügte sie hinzu. Der Vater warf HDP-Mitgliedern vor, ihre Kinder zum Beitritt zur PKK zu ermutigen. „Sie schicken Kinder von armen Menschen [zur PKK]…. Ich will meinen Sohn zurück, sonst nichts. Wir haben diese Kinder unter schwierigen Bedingungen aufgezogen und in die Schulen geschickt“, sagte er. Die türkische Regierung beschuldigt die HDP seit langem, Verbindungen zur PKK-Terrorgruppe zu haben. Mehr als 30-jährige Terrorkampagne In ihrer mehr als 30-jährigen Terrorkampagne gegen die Türkei war die PKK – von der Türkei, den USA und der EU als terroristische Organisation geführt – für den Tod von rund 40.000 Menschen, darunter Frauen und Kinder, verantwortlich. „Gerade weil die PKK trotz des Verbots in Deutschland weiterhin aktiv ist, ist es notwendig und geboten, die PKK in ihre Schranken zu weisen und die Einhaltung der Rechtsordnung sicherzustellen“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer in einer Mitteilung im Februar dieses Jahres. Eva Quadbeck in der Rheinischen Post:

„Die kurdische Arbeiterpartei PKK ist als Terrororganisation aus gutem Grund seit Anfang der 90er Jahre verboten. Dass sie hierzulande in Vereinen und Verlagen dennoch weiter operiert, kann der Rechtsstaat nicht hinnehmen. Das Verbot der Verlage ist nur konsequent. Die Bundesregierung tut gut daran, bei der PKK nüchtern nach rechtsstaatlichen Prinzipien zu verfahren. Deutschland steht in der Kritik der türkischen Regierung, die behauptet, es werde hierzulande nicht konsequent gegen die PKK vorgegangen, was nicht stimmt. Die politische Linke in Deutschland wiederum sieht das Verbot der Verlage als Zensur an.

Das Verbot hat aber nichts mit der Einschränkung von Meinungsfreiheit zu tun. Die betroffenen Verlage hatten die Unterstützung der verbotenen PKK im Auge. Dafür hätten sie auch Bananen vertreiben können. Die PKK heizt Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden in Deutschland an. Mit Gewalt ausgetragene Rivalitäten befördern eine ablehnende Haltung gegenüber diesen Volksgruppen. Ein solcher Mechanismus gefährdet den inneren Frieden der Gesellschaft – insbesondere in Zeiten, in denen Fehlverhalten von Migranten gerne von Rechtspopulisten aufgegriffen wird“.

Fußball International
Türkei: 2 Jahre und 8 Monate Haft für Ex-Barcelona Star Arda Turan

Istanbul – Das Istanbuler Strafgericht hat den ehemaligen Barcelona-Star wegen Körperverletzung sowie dem Gebrauch und Besitz einer nicht registrierten Schusswaffe zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Turan griff den türkischen Popsänger Berkay Sahin im Oktober vergangenen Jahres in einem Nachtclub in Istanbul an und brach ihm die Nase. Danach habe er Sahin mit einer Waffe im Krankenhaus aufgesucht und ihn aufgefordert, um Vergebung zu bitten. Mehr Info in Kürze

Parteien
Wagenknecht: „Das Problem AfD löst man nicht durch Ausgrenzung“

Die Vorsitzende der Links-Fraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hat sich dagegen ausgesprochen, mit AfD-Kadern zusammenzuarbeiten. ARD-Recherchen hatten ergeben, dass die CDU in einigen Kommunen mit der AfD kooperiert. Dazu sagte Wagenknecht am Mittwoch im Inforadio vom rbb: „Das Problem AfD löst man nicht durch Ausgrenzung. (…) In der AfD gibt es natürlich echte Neonazis, die aus diesem Bereich auch kommen. Solche Leute zu legitimieren oder auch zu integrieren, ist ein Problem.“ Stattdessen müsse man die Ursachen dafür beseitigen, dass Menschen von der Politik so enttäuscht seien, dass sie am Ende aus Protest AfD wählten. Das sei für sie die entscheidende Frage. „Ich finde, dass man mit Nazis, soweit es sich um solche handelt, nicht zusammenarbeiten darf. Mit den Kadern der AfD sollte man nicht zusammenarbeiten. Aber die Wähler der AfD sollte man schon versuchen zu gewinnen.“ Da müsse man sehr deutlich differenzieren. Deswegen finde sie es richtig, in Frage zu stellen, was die CDU mache. „Nur muss man meines Erachtens nicht glauben, dass das der einzige Weg ist die AfD zu schwächen. Im Gegenteil: Teilweise stärkt man sie auch dadurch.“ Wagenknecht sagte weiter, dass die AfD das Image pflege: Alle anderen sind gegen uns. Deswegen habe sie auch den „Hauch einer Anti-Establishment-Partei“, obwohl sie in Wahrheit mit ihren ökonomischen Forderungen, beispielsweise der nach mehr Privatisierungen, gar nicht so weit von der CDU entfernt sei. Wagenknecht betonte weiter, sie wolle auch nach ihrem Rückzug als Linken-Faktionschefin in einigen Monaten weiter in der Politik aktiv bleiben: „Viele Entwicklungen im Land machen mir Angst und deswegen will ich auf jeden Fall politisch aktiv bleiben, nur in einer anderen Rolle.“

Bildung
Immer mehr Menschen streben hohe Qualifikationen an

In Deutschland beginnen immer mehr Menschen hochqualifizierende Bildungsgänge. Im Jahr 2017 haben 6 von 10 Menschen eines Altersjahrgangs ein Hochschulstudium oder ein hochqualifizierendes berufsorientiertes Bildungsprogramm wie eine Meister-, Techniker- oder Erzieherausbildung aufgenommen. Seit 2006 hat sich diese Quote bundesweit von 43 % auf 60 % erhöht. Das ist ein zentrales Ergebnis des Berichts „Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2019“, den die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder am 11. September 2019 in einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt haben. Allerdings zeigen sich regionale Unterschiede: So übertrafen 2017 die Stadtstaaten Berlin (92 %), Bremen (82 %) und Hamburg (80 %) sowie Sachsen (69 %) und das Saarland (65 %) den OECD-Durchschnitt von 65 %, elf Bundesländer lagen darunter. MINT-Bereich: Deutschland mit den OECD-weit höchsten Anfängerquoten Unter den 36 OECD-Staaten hatte Deutschland im Jahr 2017 mit einem Anteil von 39 % die meisten Anfängerinnen und Anfänger bei hochqualifizierenden Bildungsgängen im MINT-Bereich, also den naturwissenschaftlich, mathematisch und technisch orientierten Fächern. In den Bundesländern lag der MINT-Anteil zwischen 28 % in Brandenburg und bis zu 44 % in Mecklenburg-Vorpommern. Über dem Bundesdurchschnitt lagen zudem Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen. Auch beim Anteil der 25- bis 64-jährigen Bevölkerung mit einem hochqualifizierenden MINT-Abschluss hatte Deutschland im Jahr 2018 mit 35 % die höchste Quote unter den OECD-Staaten. Alle Bundesländer von Hamburg und Berlin (jeweils 26 %) bis Baden-Württemberg und Sachsen (jeweils 39 %) lagen über dem OECD-Durchschnitt von 25 %, wobei der Schwerpunkt innerhalb der MINT-Fächer in der Fächergruppe Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe lag. Ältere im OECD-Vergleich deutlich besser qualifiziert, Jüngere nur geringfügig Sowohl in der Altersgruppe der 25- bis 34- Jährigen als auch in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen hatten 87 % der Personen in Deutschland im Jahr 2018 eine mittlere oder hohe Qualifikation. Das heißt, sie hatten mindestens eine Studienberechtigung erlangt oder eine Berufsausbildung abgeschlossen. Während Deutschland damit bei den Älteren klar über dem OECD-Durchschnitt von 71 % lag, übertraf der Wert bei den Jüngeren nur knapp das OECD-Mittel von 85 %. In beiden Altersgruppen liegen Thüringen und Sachsen mit Werten von mehr als 90 % vorn. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen den westlichen und östlichen Flächen-ländern: Zwar liegen bei den 25 bis 34-Jährigen bis auf Sachsen-Anhalt alle östlichen Flächenländer über dem Bundesdurchschnitt. Die ältere Bevölkerung zwischen 55 und 64 Jahren ist dort aber höher qualifiziert als die jüngere zwischen 25 und 34 Jahren. Hierzu trägt bei, dass in den östlichen Ländern vergleichsweise viele der heute Älteren hochwertige Bildungsabschlüsse erworben haben, etwa im Fachschulwesen der DDR. Erwerbslosenquoten in Deutschland für alle Qualifikationsniveaus gesunken Die steigenden Anfängerquoten in hochqualifizierenden Bildungsgängen führen langfristig zu einem höheren Qualifikationsniveau der Bevölkerung sowie einem höheren Angebot an hochqualifizierten Arbeitskräften. Mit steigendem Qualifikationsniveau nimmt das Risiko der Erwerbslosigkeit ab. In Deutschland sind die Erwerbslosenquoten seit 2005 für alle Qualifikationsniveaus deutlich stärker gesunken als in der OECD. Bei den Hochqualifizierten (Personen mit Hochschulabschluss oder Meister-, Techniker- oder Erzieherausbildung) betrug die Erwerbslosen-quote 2018 bundesweit 2 %, 2005 waren es noch gut 5 %. Im Vergleich dazu lag die Erwerbslosenquote bei Hoch-qualifizierten 2018 im OECD-Durchschnitt mit 4 % auf einem ähnlichen Niveau wie 2005. Alle Bundesländer lagen 2018 unter diesem Wert. Die Erwerbslosenquoten Geringqualifizierter (Personen mit höchstens Haupt- oder Realschulabschluss und ohne abgeschlossene Berufsausbildung) lagen in den östlichen Flächenländern und Berlin im Jahr 2018 jedoch deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 10 % (Bundesdurchschnitt 9 %). Die Spannweite reichte in den Bundesländern von 5 % in Bayern und 20 % in Sachsen-Anhalt. Geringqualifizierte Personen finden somit in den westlichen Flächenländern weitaus eher Arbeit als in den östlichen Flächenländern und Berlin.

Leverkusen
Bayer-Betriebsrats-Chef: Es müssen auch Häuptlinge gehen

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Oliver Zühlke, Chef des Gesamtbetriebsrats von Bayer, begrüßt die Verkleinerung des Vorstands: „Angesichts des Abbaus von 12.000 Stellen haben wir früh gefordert, dass nicht nur Indianer, sondern auch Häuptlinge gehen müssen und auf allen Ebenen gespart wird. Deshalb begrüßen wir die Verkleinerung des Vorstands“, sagte Zühlke der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Von Vorstandschef Werner Baumann erwartet er nun Austausch auf Augenhöhe: „Dass der Vorstandsvorsitzende künftig selbst für das Thema Personal verantwortlich ist, zeigt die Bedeutung des Themas. Wir erwarten von Herrn Baumann, dass er wie sein Vorgänger stets ein offenes Ohr für die Belange der Belegschaft hat und glaubwürdig wie wertschätzend mit uns umgeht.“ Die Verhandlung über die Verteilung des geplanten Stellenabbaus ziehen sich dagegen weiter hin. „Wir verhandeln weiter mit dem Konzern über die Verteilung auf die verschiedenen Bereiche und Standorte. Bayer prüft, Prozesse zu verändern, Aufgaben zu streichen oder auszulagern. Das ist komplex und das braucht Zeit“, sagte Zühlke weiter. Bayer hatte 2018 angekündigt, weltweit 12.000 Stellen abzubauen, davon rund 4500 in Deutschland.