WTO-Airbus-Fall
Altmaier rechnet mit Gegenreaktion der EU auf US-Strafzölle

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet nach der Ankündigung von US-Strafzöllen auf europäische Importprodukte mit einer Gegenreaktion der EU. „Ich bedauere die Ankündigung der USA im WTO-Airbus-Fall Zölle erheben zu wollen“, sagte Altmaier der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Die USA schaden sich damit am Ende selbst, denn höhere Zölle gehen auch zu Lasten der US-Wirtschaft und der Verbraucherinnen und Verbrauchern in den USA. Denn schon bald könnte die EU ebenfalls die Handhabe für Sanktionen haben“, sagte Altmaier. „Wir werden uns jetzt eng mit der Europäischen Kommission austauschen und gemeinsam das weitere Vorgehen abstimmen“, sagte der Minister. Die US-Regierung hat Strafzölle auf Flugzeuge und andere EU-Importe angekündigt. Die Entscheidung fiel einige Stunden nachdem die Welthandelsorganisation WTO im Streit um Airbus-Subventionen den USA Recht gab. Ab dem 18. Oktober soll auf Flugzeuge aus der EU eine zusätzliche Abgabe von zehn Prozent fällig werden. Dies trifft vor allem Airbus. Allerdings sind keine einzelnen Flugzeugteile betroffen – eine gute Nachricht für das Airbus-Werk in Alabama, das auf Flugzeugteile aus der EU angewiesen ist, berichtet die tagessschau.

Digital
Ein Leben ohne Internet – ist das überhaupt noch möglich?

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Ein Leben ohne Internet – ist das überhaupt noch möglich? Von Helene Milde Was 1958 mit der Erfindung des Arpanets in den USA begann, hat sich bis heute zu einem Netzwerk entwickelt, das das Leben vieler Menschen begleitet, verändert, bestimmt und beeinflusst. Entwickelt wurde Arpanet für militärische Zwecke. Die Idee war, Computer, die damals noch riesige Räume ausfüllten, über weitere Entfernungen miteinander zu verbinden. Schon 1969 konnte ein Netzwerk zwischen vier Computern an unterschiedlichen Universitäten der USA hergestellt werden. Weitere Vernetzungssysteme, durch deren Verbindung ein weltweites System entstand, entwickelten sich mit den Jahren. 1989 geht Arpanet vom Netz und öffnet den Weg für das Internet in heutiger Form. Das allen bekannte www, World Wide Web, entstand im Frühjahr 1993. Das Internet begleitet uns den ganzen Tag Heute ist das Internet schlicht und einfach selbstverständlich. Es hat im Alltag eines Jeden von uns eine feste Größe eingenommen. Es beginnt gleich morgens, nach dem Aufwachen. Noch vor dem ersten Kaffee holen wir uns die neuesten Nachrichten aus dem Netz. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Nachrichten über aktuelle Ereignisse handelt oder die Nachrichten von Freunden. Das Tablet oder das Smartphone präsentiert sie uns sofort als NEWS oder als WhatsApp-Nachricht. Das Guten Morgen mit dem Rest der Familie fällt eher schmal aus, denn jeder ist damit beschäftigt, seine ganz persönlichen Nachrichten abzurufen. Auf dem Weg zur Arbeit, an die Uni, und ja, auch schon auf dem Weg zur Schule, ist der Internetradiosender oder ein Podcast in Betrieb. Mittlerweile gibt es sogar Automatenspiele kostenlos.  Man schaue sich nur mal in der U-Bahn, im Bus oder Zug seine Nachbarn an, sie sehen unsere noch leicht verklebten Augen einer durchzockten Nacht garantiert nicht. Zu sehr sind sie mit ihren NEWS aus aller Welt beschäftigt. Endlich an einem festen Platz angekommen, egal ob Arbeitsplatz oder Hörsaal, werden E-Mails gelesen und verschickt, Videokonferenzen abgehalten, in der ganzen Welt recherchiert und zwischendurch sämtliche Social-Media-Plattformen kontrolliert. Dort wird kommentiert, blockiert und gepostet, bis die Köpfe rauchen. Am Abend gönnen wir uns endlich die verdiente Ruhe bei Netflix. Und bevor die Augen zufallen, gibt es noch einmal einen letzten Blick in die sozialen Medien. Was für ein Tag. Hand aufs Herz: Wer kann sich sein Leben ohne diese ständige Online-Präsenz noch vorstellen? Wie würde sich das Leben für jeden einzelnen von uns ohne Internet verändern? Und wie würde sich diese Veränderung auswirken – eher positiv oder doch eher negativ? Wie würde unser Alltag aussehen, zum Beispiel bei: Der privaten Kommunikation Da das Internet wesentlicher Bestandteil unserer Kommunikation geworden ist, würde sich auf diesem Sektor sicher sehr viel für uns verändern. Gut, Rauchsignale würden wir keine mehr senden, aber der gute alte Brief würde zum Höhenflug starten. Und dann natürlich das Telefon, wir würden uns wieder viel öfters am Hörer begegnen. Es würde zu revolutionären Schritten kommen. Man stelle sich vor, wir würden wieder miteinander reden, anstatt nur Texte und Bilder an wildfremde Menschen zu posten. Wir könnten unserem Gegenüber wieder Auge in Auge eine Gute Besserung wünschen oder ihm zur Prüfung gratulieren. Das Essen der Hausfrau würde wieder mit Blicken gewürdigt und genossen werden, anstatt nur fotografiert und mit Mausklick versendet. Kommunikation ohne Internet: Wir würden endlich wieder mit Menschen interagieren. Was für eine Errungenschaft. Bei Nachrichten Dank des Internets erreichen uns sämtliche Nachrichten aus der ganzen Welt beeindruckend schnell. Ohne sie würden wir uns wieder auf aktuelle gedruckte Zeitungen, auf Fernsehprogramme und auf Mundpropaganda verlassen müssen. Unsere gewohnte Anzahl an Informationsquellen würde sich drastisch reduzieren. Dazu kommt, dass wir deren Glaubwürdigkeit nicht einmal ansatzweise überprüfen könnten. Ohne Internet gäbe es demnach wesentlich weniger Information für uns alle. Der Freizeitgestaltung Freizeit ohne Internet, geht das? Natürlich kann man den Besuch im Schwimmbad oder die Tour in den Bergen nicht ins Wohnzimmer holen. Aber es gibt eben doch ein sehr großes Freizeitangebot, das sich bequem vom Sessel aus erleben lässt. Dazu gehört natürlich das unendliche Angebot an Online Spielen. Hier bleibt kein Wunsch unerfüllt. Eine besondere Auswahl für Erwachsene bieten hier die Online Casinos. Auf Seiten, wie dem Omni Slots Online Casino ist es einfach, auf der Couch relaxed die Slot Machines für sich arbeiten zu lassen. Casino Spiele um Echtgeld ist hier ein ganz besonderer Reiz. Unserer Gesundheit Auch wenn man mit der Eigendiagnose beim ersten Wehwehchen vorsichtig sein sollte, so ist ein Online-Verzeichnis von Symptomen doch ein großer Vorteil. Die damit verbundene erste Hilfe aus der Hausapotheke eine sicherlich große und schnelle Erleichterung für viele. Für Mediziner und Wissenschaftler ist das Internet ein Medium, ohne das sie ihre Arbeit nicht mehr in diesem Umfang wie heute erledigen könnten. Ohne Internet gäbe es weniger Fortschritt in der Medizin und der kleine Schmerz müsste jedes Mal zum Arzt. Bei der Arbeit und im Handel Arbeiten ohne Internet ist heute undenkbar geworden. Das Internet hat einen großen Einfluss auf die Produktivität. Ohne Werbung zum Beispiel müssten wir uns auf Mundpropaganda, Werbung in gedruckter Form oder auf die Werbung im TV verlassen. Der globale Handel wäre sehr langwierig, wenn nicht gar unmöglich. Einkaufserlebnisse würden sich auf die Geschäfte vor Ort reduzieren, was ja nicht unbedingt ein Nachteil wäre. Trends würden sich allerdings sehr verlangsamen, bis sie bei jedem angekommen wären. Kampagnen wie man sie von Crowfunding kennt, wären ohne Internet beispielsweise undenkbar. Die Innovation auf sämtlichen Arbeitsgebieten würde ohne Internet sehr leiden. Das soziale Leben Das soziale Leben würde ohne Internet wieder auf die Methoden früherer Zeit zurückgreifen. Das heißt, wir würden uns wieder auf das persönliche Miteinander konzentrieren. Pseudo-Freundschaften mit Hunderten von Freunden, wie es in den sozialen Netzwerken oft gepflegt wird, gäbe es nicht. Die echte Freundschaft hätte wieder das Sagen. Obwohl, auf der anderen Seite werden über diese Netzwerke alte Bekanntschaften, Schulfreunde, Kontakte, die man aus den Augen verloren hat, wieder aktiviert und gepflegt. Sozialforscher sind sogar davon überzeugt, dass der Trend zu verstärkter sozialer Kommunikation sehr eng mit dem Internet verbunden ist. So hat das Internet auch im sozialen Leben nicht nur ein stattdessen, sondern gleichzeitig eine Sowohl-als-auch Berechtigung. Last but not least – Informationen aller Art Ohne Internet wären die Tage jeglicher Suchmaschinen vorbei. Recherchieren wäre ein täglicher zeitaufwendiger Akt, der ernsthafte Anstrengungen erfordert. Die Gesellschaft würde einen wertvollen Teil an Wissen gar nie erreichen. Wie dieser Artikel hier, ohne Internet würde er in der Schublade des Autors verbleichen.

Luftfahrt-News
Keine Lizenz erhalten: Air Albania nutzt Turkish-Airlines-Flugzeuge

Tirana – Obwohl die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) ihr noch keine Lizenz erteilt hat, nahm die nationale Fluggesellschaft Albaniens am Montag ihre Flüge nach Europa auf. Hierfür seien Flugzeuge der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines per Wet-Lease gemietet worden. Als Wet-Lease bezeichnet man die Miete von Flugzeugen samt vollständiger Kabinen- und Cockpitbesatzung, Wartung und Versicherung. Somit kann Air Albania die EASA-Lizenz der Turkish Airlines und alle damit verbundenen Vorteile nutzen. Durch den Einsatz von Turkish Airlines-Flugzeugen mit dem Branding von Air Albania, können sie Ziele in der Europäischen Union anfliegen. Das bedeutet jedoch auch, dass Turkish Airlines finanziell, rechtlich und technisch für Air Albania verantwortlich ist. Medienberichten zufolge sei eine Nichterteilung der Lizenz darauf zurückzuführen, dass 90 Prozent der Airline-Anteile türkisch seien. Nach albanischem und europäischem Recht ist die Gültigkeit der Lizenz davon abhängig, dass das Unternehmen, das die Fluggesellschaft besitzt, entweder von EU-Bürgern oder Staatsangehörigen des Ausstellungsstaates, in diesem Fall Albanien, kontrolliert wird. Demnach seien viele Führungskräfte bei Air Albania türkische Staatsbürger. Zudem seien 49 Prozent der Aktien im Besitz von Turkish Airlines und angeblich weitere 41 Prozent der Aktien im Besitz türkisch-albanischer Staatsbürger, berichtet Exit. Der Verwalter von Air Albania sei offenbar auch türkischer Staatsbürger, der in Istanbul geboren wurde und als Bevollmächtigter der Turkish Airlines fungiere. Die albanische Regierung und das albanische Zivilluftfahrtamt hätten jedoch bestritten, dass die Lizenz von Air Albania von der EASA verweigert wurde, und die EASA habe eine Stellungnahme abgelehnt, berichtet Exit weiter.

Zum Thema

– Airline News – Albanisch-türkisches Joint-Venture: Air Albania

Albaniens erste nationale Fluggesellschaft – ein Joint Venture mit der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines – startete am Samstag ihren ersten Flug vom Internationalen Flughafen Tirana Mutter Teresa nach Istanbul.

Albanisch-türkisches Joint-Venture: Air Albania

Prenzlauer Berg
Berlin: Mann verliert bei Straßenbahnunfall Arm

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Berlin – In Prenzlauer Berg hat sich am frühen Donnerstagmorgen ein schwerer Unfall ereignet. An der Straßenbahnhaltestelle Björnsonstraße (Bornholmer Straße) geriet gegen 3.40 Uhr ein Mann zwischen Bahnsteig und eine einfahrende Tram der Linie M13. Wie die Berliner Morgenpost (MP) weiter berichtet, gelang es den Rettungskräften der Feuerwehr nicht, den Mann zu befreien. Der hinzugezogene technische Dienst habe daraufhin versucht, mit einem Kran die Straßenbahn anzuheben. Trotzdem konnte der Mann nicht hervor gezogen werden. Erst gegen 5.30 Uhr sei es mit Hilfe von schwerem technischen Gerät gelungen den Schwerverletzten aus der sehr ungünstigen Lage zu befreien. Rund 30 Notfallhelfer seien im Einsatz gewesen. Wie MP weiter berichtet, verlor der Mann bei dem Unfall einen Arm. Ob dies bei dem Unfall oder ob der Unterarm in Folge der schweren Verletzungen im Krankenhaus amputiert werden musste, sei zunächst noch unklar. Auch zur Identität des Verletzten wurden noch keine Angaben gemach. Er werde auf der Intensivstation einer Klinik behandelt.
   

DISKUTHEK
Aussteigerin: „Die Mehrheit der AfD-Wähler lebt in einer komplett eigenen Realität“

Warum gibt es 30 Jahre nach dem Mauerfall immer noch so große Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland? Ist Ostdeutschland wirklich so rechts? Und warum hat die AfD gerade im Osten so viel Zulauf? Darüber diskutieren in der neuen DISKUTHEK-Folge AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber, „Zugezogen Maskulin“-Rapper „Testo“ alias Hendrik Bolz, „ze.tt“-Chefredakteurin Marieke Reimann und Christoph Giesa, Autor von „Gefährliche Bürger: Die neue Rechte greift nach der Mitte“. Beim ersten Statement „Ostdeutsche sind anders als Westdeutsche“, zu dem sich die Gäste in der DISKUTHEK positionieren sollen, herrscht noch Konsens. Alle bejahen das Statement und erklären im Anschluss, dass es nach ihrer Auffassung große Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen gibt. Beim zweiten DISKUTHEK-Statement „Rechts sein ist im Osten normal“ gingen die Meinungen deutlich auseinander. Rapper „Testo“ und AfD-Aussteigerin Schreiber stimmen der These zu, während Journalistin Reimann und Publizist Giesa widersprechen. „Bei Landtagswahlen wählen in den neuen Bundesländern um die 20 Prozent die AfD. Wenn man es von hinten betrachtet, sind es 80 Prozent, die nicht die AfD wählen“, erklärt Reimann. Schreiber definiert „normal“ dagegen ganz anders. Für sie geht es nicht alleine um Wählerstimmen, sondern vor allem um die Frage, ob „definitiv rassistische Aussagen“ oder ein Bekenntnis zur AfD geächtet würden. Das sei im Osten deutlich anders als im Westen. Dem kann Rapper „Testo“, der in Leipzig geboren und in Stralsund aufgewachsen ist, nur zustimmen: „Ich musste in meiner Kindheit ein ‚Ich habe nichts gegen Ausländer‘ mehr erklären als ein ‚Schnauze, du Jude!'“ Gesellschaftliche Anerkennung für rechtes Gedankengut sei viel akzeptierter. Ebenfalls umstritten unter den Diskutanten ist die Frage, ob die AfD schon bei ihrer Gründung eine „rechtsradikale Partei“ gewsen ist. Für Rechtsextremismus-Experte Christoph Giesa ist die Sachlage klar. Er beobachtet die Partei seit ihrer Gründung, die rechtsradikale Gesinnung sei von Anfang an deutlich zu erkennen gewesen. Franziska Schreiber, die mittlerweile einen Youtubekanal im ARD- und ZDF-Netzwerk funk bespielt, widerspricht und schildert ihre eigene Erfahrung: „Ich hatte jetzt keinen Anlass zu denken: ‚Okay, in vier Jahren ist das eine hardcore-rechtsradikale Partei.'“ Sie räumt gleichzeitig aber ein, dass die Mehrheit der AfD-Wähler inzwischen in einer „eigenen Wahrnehmung“ und einer „komplett eigenen Realität“ lebten. Diese Realität suggeriere AfD-Anhängern zum Beispiel, dass wir uns in Deutschland „kurz vor einem Bürgerkrieg“ befänden. Ihr selbst sei das Ausbrechen aus dieser „Parallel-Realität“ gelungen, weil sie sich selbst und die Werte der Partei hinterfragt habe. Auch deshalb habe sie ihre Social-Media-Kanäle geschlossen, um nicht mehr so viele „Schreckensnachrichten“ zu sehen. „Da werden Bilder von Männerhorden, die über Zäune oder durch Flüsse kommen, geteilt“, so die AfD-Aussteigerin. Das werde dann mit Vergewaltigungs- und Tötungsmeldungen kombiniert. Das wiederum spreche Ur-Ängste an. Die ganze DISKUTHEK-Folge sehen Sie am Donnerstag, 3. Oktober, ab 17 Uhr auf www.youtube.com/stern.

Wirtschaft
Türkei: Inflation fällt auf niedrigsten Stand seit 2017

Ankara – Nach den im Juli erfolgten Maßnahmen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, ist die Inflation in der Türkei erneut gefallen und erreichte im September den niedrigsten Stand seit Juli 2017. Der September lag laut dem Statistikinstitut der Türkei (TürkStat) mit 9,26 Prozent unter dem Wert von 15,01 Prozent im Juli und erreichte somit den niedrigsten Stand seit Juli 2017. Die Institution sagte, dass im August die höchste jährliche Preissteigerung bei alkoholischen Getränken und Tabak mit 43,86 Prozent verzeichnet wurde. „Gesundheit mit 15,41 Prozent, Dienstleistungen mit 14,98 Prozent, Hotels, Cafés und Restaurants mit 14,87 Prozent und Bildung mit 14,00 Prozent waren die anderen Hauptgruppen, in denen hohe jährliche Steigerungen verzeichnet wurden“, so TürkStat. Am Dienstag ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur Anadolu, dass eine Gruppe von 14 Ökonomen im September einen durchschnittlichen jährlichen Anstieg der Verbraucherpreise um 9,64 Prozent prognostizierte. https://twitter.com/BeratAlbayrak/status/1179680166454411265 Im vergangenen Juli ließ der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Leitzinsen um 4,25 senken und erntete dafür von der Opposition und auch von hiesigen Politikern und Medien viel Kritik und Spott.

Auch wenn die Europäische Zentralbank bereits vor der Türkei bei ihrer letzten Sitzung die Leitzinsen auf einem historischen Tiefstand von 0,0 Prozent ließ und die US-Notenbank erstmals seit der Finanzkrise ihre Zinsen senkte, waren „Erdogan hat sich verzockt!“ oder „Erdogan fährt die Wirtschaft gegen die Wand“ gängige, dem Anschein nach schadenfreudige Schlagzeilen.

Erdogans Entscheidung habe sich bisher jedoch als rational erwiesen, berichtet die Wirtschaftszeitung Handelsblatt. Nicht nur die Inflation ist wie geplant zurückgegangen – von 25 Prozent im Oktober vergangenen Jahres auf eine Inflationsprognose von 13,9 Prozent für 2019, sondern auch der Wert der türkischen Lira hat sich verbessert. 

Zum Thema

– Türkisch-amerikanische Beziehungen – 100 Milliarden Dollar: Türkisch-amerikanische Wirtschaftsvereinigung legt Fahrplan vor

Der Türkisch-Amerikanische Wirtschaftsrat (TAİK) wird seinen Fahrplan zur Steigerung des Handelsvolumens auf 100 Milliarden Dollar auf einer Veranstaltung in dieser Woche in New York vorstellen.

100 Milliarden Dollar: Türkisch-amerikanische Wirtschaftsvereinigung legt Fahrplan vor
     

Aufbau Ost
Ein Durchschnittsverdiener zahlte bisher insgesamt 6300 Euro an Solidaritätszuschlag

Ein alleinstehender Durchschnittsverdiener hat seit 1991 insgesamt rund 6300 Euro an Solidaritätszuschlag gezahlt. Das geht aus Berechnungen des Deutschen Steuerzahlerinstituts des Bundes der Steuerzahler hervor, die der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vorliegen. Demnach fiel bei einem kinderlosen Single, der jeweils das durchschnittliche Brutto-Jahresgehalt verdiente, von 1991 bis heute eine jahresdurchschnittliche Soli-Belastung von rund 242 Euro an. Familien mit Kindern und Eheleute mit Durchschnittsverdiensten bezahlten in der Regel wegen des Ehegattensplittings und der Kinderfreibeträge deutlich weniger, so das Institut. Insgesamt summieren sich die Soli-Einnahmen zwischen 1991 und 2019 laut dem Steuerzahlerinstitut auf bisher rund 344 Milliarden Euro. Der Durchschnittsverdienst stieg von knapp 20.000 Euro im Jahr 1991 auf heute gut 36.000 Euro deutlich an – entsprechend nahmen auch die jährlichen Soli-Zahlungen zu. „Mit dem Ende des Solidarpakts II muss auch der Soli fallen. Nicht nur teilweise und erst im Wahljahr 2021, wie das jetzt geplant ist. Sondern komplett“, forderte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Reiner Holznagel, anlässlich des Tags der deutschen Einheit „Das ist eine Frage der politischen Glaubwürdigkeit. Außerdem ist es verfassungsrechtlich geboten“, sagte Holznagel. Der Solidaritätszuschlag war erstmals 1991 mit der Begründung eingeführt worden, den Aufbau Ost in den neuen Bundesländern zu finanzieren. Er betrug zu Beginn 7,5 Prozent der Einkommen- und Körperschaftsteuer und seit 1998 durchgehend 5,5 Prozent.

Afghanistan
Save the Children warnt vor Abzug der deutschen Polizeimission aus Afghanistan

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children warnt vor einem kompletten Abzug der deutschen Polizeimission aus Afghanistan infolge des Anschlags auf die Bundespolizei in Kabul. „Die Forderung, die deutschen Beamten abzuziehen, ist im ersten Moment nachvollziehbar. Doch sie wäre das falsche Signal“, sagt Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children. „Wir dürfen die vielen Afghanen, die sich eine bessere Zukunft wünschen, nicht im Stich lassen. Gerade weil sich die Sicherheitslage im Land so sehr verschlechtert hat, müssen wir afghanische Sicherheitskräfte weiter unterstützen.“ „Ich war während des ersten Anschlags auf das Büro der deutschen Polizeimission Anfang September selbst in Kabul“, berichtet Susanna Krüger. „Die Situation vor Ort ist beängstigend und ich habe Hochachtung vor allen, die unter Aufgabe ihres Privatlebens dazu beitragen, die Situation im Land zu verbessern – sei es in humanitären Projekten oder bei der Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte. Beides ist wichtig: Ohne die Anwesenheit von Sicherheitskräften könnten internationale Organisationen in Afghanistan nicht arbeiten.“ „Die Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft ist noch lange nicht erledigt“, sagt Krüger weiter. „Die humanitäre Situation ist katastrophal, vor allem für die Kinder. 3,7 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule. Zwei Millionen Kinder unter 5 Jahren sind mangelernährt. Viele Kinder müssen arbeiten, um zum Lebensunterhalt ihrer Familie beizutragen. Die humanitäre Hilfe muss deutlich erhöht werden, damit diese Kinder eine Zukunft haben – und damit das Land überhaupt Frieden und Stabilität erreichen kann. Das geht aber nur, wenn auch die Sicherheitskräfte weiter unterstützt werden.“

Bosnien
Europäisches Gericht: Bosnien muss Kirche von Grundstück muslimischer Witwe entfernen

Brüssel – Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat angeordnet, dass eine serbisch-orthodoxe Kirche, die auf dem Grundstück einer Srebrenica-Witwe erbaut wurde, abgerissen werden muss. „Mir wurde Unrecht angetan und das hat mein Leben zwanzig Jahre lang ruiniert“, zitiert heute.at Fata Orlovic. Sie hatte während des Bosnienkriegs alles verloren. „Die Serben kamen während des Fastenbrechens und schlugen mich. Ich musste eine Geldstrafe bezahlen“, erinnert sich die 1942 geborene Muslima. „Kurz gesagt: Es war kein Vergnügen, aber ich habe alles überlebt.“ Ihr Ehemann und mehr als 20 Familienmitglieder überlebten jedoch nicht. Sie wurden 1995 im Massaker von Srebrenica von der bosnisch-serbischen Armee getötet. Orlovic und überlebende Verwandte wurden aus ihrer Heimat, der Gemeinde Konjevic Polje, vertrieben, berichtet heute.at weiter. Wie die Deutsche Welle (DW) berichtet, ordnete der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zudem an, dass Bosnien-Herzegowina der muslimischen Familie ihren Grundbesitz vollständig zurückgeben muss. Darunter ist auch eine Parzelle, auf der 1998 eine serbisch-orthodoxe Kirche errichtet wurde. Das Grundstück sei ohne Kenntnis der Familie enteignet worden. Die Rückgabe müsse spätestens drei Monate nach dem Zeitpunkt erfolgen, zu dem die Entscheidung rechtskräftig sei, entschied der Gerichtshof in Straßburg. Der Streit um die Eigentumsrechte in der bosnischen Ortschaft Konjevic Polje gehe auf die Zeit des Bosnien-Kriegs (1992-95) zurück. Die Klage wurde von 14 Mitgliedern einer Großfamilie eingereicht, die 1993 vertrieben wurde und ihr Land zurücklassen musste, berichtet DW weiter. „Ich bin froh, es ist gut, ich danke den guten Leuten. Ich habe nie die Hoffnung verloren, aber es war nicht leicht. Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit“, sagte Fata Orlovic in einem Gespräch mit dem Recherchenetzwerk BIRN. Sie wurde für ihre Kampagne zu einer Art Helden für einige Bosniaken, wurde aber von bosnischen Serben kritisiert und manchmal auch belästigt. Die lokale Regierung verklagte sie sogar wegen der Verbreitung von ethnischem Hass und der Verhinderung der Arbeit der Kirche, aber das Gericht habe die Anklage zurückwiesen. Wie BIRN weiter berichtet, sei sie in den Jahren 2008 und 2012 zudem zweimal von einzelnen Polizisten angegriffen worden.  

Türkei
Keinen Döner bekommen: Mann greift Restaurant mit Axt an

Bursa – Du bist nicht du, wenn du hungrig bist: In der westtürkischen Stadt Bursa ist ein Mann ausgerastet, weil ein Restaurant ihm keinen Döner liefern wollte. Wie türkische Medien berichten, habe der Mann ein Restaurant angerufen und Döner bestellt. Da sein Haus jedoch mit 10 km zu weit entfernt war, teilte man ihm mit, dass man dorthin nicht liefern könne. Daraufhin sei der Mann ausgerastet und mit einer Axt bewaffnet zum Döner-Grill gefahren. Wie auf den Aufnahmen der Überwachungskameras des Restaurants zu sehen ist, griff der Mann völlig außer sich zuerst die Mitarbeiter mit Fäusten an und zerstörte anschließend die Fenster des Restaurants mit der Axt. Passanten des Döner-Restaurants und Anwohner, die den Vorfall beobachtet hatten, informierten die Polizei. Der Mann war jedoch schon verschwunden.

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Die türkische Mittelmeerküste ist bei Pauschalurlaubern weltweit beliebt. Kein Wunder, denn die All Inclusive Angebote und das Preis-Leistungs-Verhältnis können sich im Vergleich mit anderen Reisezielen sehen lassen. Doch manchmal werden „All Inclusive“ oder „All You Can Eat“ auch missverstanden.

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