Medien
Private Radio- und Fernsehanbieter steigern Gewinne um 700 Millionen Euro

München – Die privaten Radio- und Fernsehanbieter in Deutschland haben ihre Jahresumsätze zwischen 2016 und 2018 um knapp 700 Mio. Euro auf 11,39 Mrd. Euro gesteigert. Sie setzten damit seit 2009 eine Phase des kontinuierlichen Wachstums fort, wenngleich sich dieses Wachstum 2018 gegenüber den Vorjahren deutlich verlangsamte. Die Zahl der Beschäftigten blieb mit 27.159 nahezu konstant. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2018/2019“, die im Auftrag von acht Landesmedienanstalten unter Federführung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) erarbeitet wurde. Digital- und Abonnementerlöse fangen Verluste der klassischen TV-Werbezeitenvermarktung auf Die 48 bundesweiten privaten Free- und 84 Pay-TV-Sender in Deutschland erwirtschafteten 2018 zusammen Erträge in Höhe von 8,37 Mrd. Euro – das entspricht einer Steigerung von rund 453 Mio. Euro gegenüber 2016. Die Ausgaben stiegen im selben Zeitraum allerdings deutlich stärker als die Umsätze. Der Kostendeckungsgrad verringerte sich in der Folge von 115 auf 109 Prozent. Die beiden wichtigsten Ertragssäulen für bundesweites privates Fernsehen in Deutschland bleiben die klassische Werbefinanzierung im Free-TV sowie Erlöse aus Abonnementgebühren im Pay-TV. Nach jahrelanger positiver Entwicklung musste 2018 der klassische TV-Werbemarkt erstmals Einbußen hinnehmen. Die Nettowerbeeinnahmen aus TV-Werbung sanken von rund 4,50 Mrd. Euro im Jahr 2016 auf 4,41 Mrd. Euro in 2018. In der Gesamtmarktbetrachtung konnten die angefallenen Verluste durch die digitalen Werbeerlöse kompensiert werden. Diese stiegen im selben Zeitraum um knapp 50 Prozent auf 284 Mio. Euro. Ebenfalls positiv entwickelt haben sich die Erträge der Pay-TV- und Pay-VoD-Anbieter. Sie konnten ihre Umsätze insgesamt um 281 Mio. auf 2,66 Mrd. Euro steigern – ein Plus von knapp zwölf Prozent (vgl. Anlage Abb. 1). Lokal-TV weiterhin nicht profitabel Für die Lokal-TV-Anbieter ist die wirtschaftliche Situation bundesweit betrachtet stabil geblieben. Bei Erträgen von insgesamt 88 Mio. Euro und Kosten von knapp 91 Mio. Euro erzielten die 117 Sender in 2018 im Durchschnitt einen Kostendeckungsgrad von 97 Prozent. Gegenüber den Jahren 2016 und 2017 bedeutete das erzielte Ergebnis eine leichte Verbesserung um zwei Prozentpunkte. Bis heute gelingt es dem Lokalfernsehen allerdings kaum, am überregionalen Werbekuchen zu partizipieren. Die Einnahmen daraus sind von 4,4 Mio. Euro auf 3,6 Mio. Euro gesunken. Der Großteil der Erlöse stammte auch 2018 aus der regionalen Werbung (rund 31 Mio. Euro oder 35 Prozent der Gesamterlöse) und aus der Förderung (rund 22 Mio. Euro oder 26 Prozent der Gesamterlöse). Privater Hörfunk wirtschaftlich erfolgreich Die Situation der privaten Hörfunkanbieter in Deutschland ist dank des stabilen Radiowerbemarkts weiterhin positiv: Die insgesamt 273 Programme erzielten im Jahr 2018 Gesamterträge von 720 Mio. Euro, das entspricht einer Steigerung von knapp drei Prozent zu 2016. (vgl. Anlage Abb. 2) Die Umsätze aus Werbung beliefen sich auf 612 Mio. Euro. Das sind rund 85 Prozent aller Erträge. Auch im deutschen Privatradiogeschäft sind die Kosten stärker gestiegen als die Einnahmen. Im Jahr 2018 mussten die Veranstalter 634 Mio. Euro für ihr Programm und ihren Sendebetrieb aufwenden, das entsprach einem Zuwachs von vier Prozent im Vergleich zu 2016. Alle Privatradio-Segmente blieben auch 2018 profitabel und konnten ihren Kostendeckungsgrad auf dem Niveau der Vorjahre stabilisieren: der bundesweite Hörfunk liegt bei 111 Prozent, der landesweite Hörfunk bei 117 Prozent und der lokale Hörfunk bei 109 Prozent.

Türkei
Izmir: Weiteres Erdbeben erschüttert die Türkei

Izmir – Nach dem verheerenden Erdbeben in der osttürkischen Provinz Elazig am vergangenen Freitag, erschütterte heute um 14.26 Uhr Ortszeit ein weiteres Beben die Türkei. Wie der Katastrophenschutz AFAD mitteilte, lag das Zentrum des Bebens bei der westtürkischen Stadt Manisa und war auch in den Millionenmetropole Izmir zu spüren. Laut türkischen Medien sind Menschen in Panik auf die Straßen gerannt. Bisher wurden keine Opfer oder Gebäudeschäden gemeldet. Laut AFAD hatte das Beben eine Stärke von 4,8. Der Erdbebenherd lag in geringer Tiefe von nur rund elf Kilometern. Die Region Manisa wurde erst am vergangenen Mittwoch von einem heftigen Beben der Stärke 5,6 heimgesucht. Vier Personen erlitten leichte Verletzungen. Bei dem Beben mit der Stärke 6.7 am vergangenen Freitag in der Region Elazig, kamen bisher 41 Menschen ums Leben und 1607 wurden verletzt. Ein Megaerdbeben würde zu schweren Schäden in Istanbul führen Fachleute warnen schon seit Jahren vor einem Megaerdbeben in Istanbul. Das Erdbeben am 17. August 1999 in Gölcük, das auch in Istanbul zu spüren war, hatte damals fast 18.000 Menschen das Leben gekostet. Das Beben, dessen Epizentrum damals etwa 90 KM von der Istanbuler Altstadt entfernt lag, hatte eine Stärke von 7,6. Ein ähnliches Erdbeben mit einem Epizentrum direkt in Istanbul würde die Millionenmetropole sehr schwer treffen. Derzeit leben in der Stadt mehr als 15 Millionen Menschen.

Rama-Besuch
Bundeskanzlerin Angela Merkel für EU-Beitritt Albaniens

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Berlin – Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erneut für eine Aufnahme von EU-Beitrittsgesprächen mit Albanien ausgesprochen. Bei einer gemeinsamen Presse-Erklärung mit dem albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama im Kanzleramt, sagte Merkel:
“Wir wollen vor allen Dingen, dass wir beim kommenden Europäischen Rat im März eine Einigung zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Albanien erzielen und genauso mit Nordmazedonien”.
Beide Staaten hätten erhebliche Reformarbeit geleistet. Eine Heranführung der Westbalkan-Staaten sei nicht nur in deren Interesse, sondern nutze auch der EU. Nachdem Frankreich die Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit den beiden Westbalkan-Ländern gegen die Meinung der EU-Kommission und der großen Mehrheit der EU-Staaten 2019 verhinderte, hatte die EU im Oktober ihre Zusage gebrochen, Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmazedonien aufzunehmen.        

Juden in der Türkei
Holocaust: Deutsch-Türken müssen sich mit Rassismus in der Türkei auseinandersetzen

Ein Gastkommentar von Isa Ak – ak-isa@gmx.de Vor Jahrhunderten kamen die jüdischen Sepharden als Flüchtlinge ins Osmanische Reich. Sie teilten das Schicksal ihrer muslimischen Nachbarn und wurden aus Andalusien vertrieben. Hunderttausende fanden dabei eine neue Heimat auf dem Balkan und in Anatolien. Doch auch schon vorher lebten zahlreiche Juden in diesem Land. Die Geschichte der türkisch-jüdischen Beziehungen gründet auf jahrhundertealten Beziehungen, die sich durch Höhen und Tiefen auszeichnet. Was können wir vom Holocaust lernen? Jeder Türke, der in Deutschland aufwächst, kommt unweigerlich mit dem Holocaust in Berührung. Meistens durch den Geschichts- oder Deutschunterricht in der Schule. Oft auch durch Besuche in Museen, an Gedenktafeln oder -steinen oder bei Besuchen in Konzentrationslagern. Als Deutsch-Türken werden wir für die Geschichte der Deutschen sensibilisiert. Diese Sensibilisierung führt auch zu einer Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus. Durch die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus, dem Antisemitismus und der Vernichtung der europäischen Juden, erhofft sich die Regierung den Kindern und Jugendlichen bestimmte moralische, ethische und historische Grundkenntnisse zu vermitteln. Lehren vom Holocaust Eine der wichtigsten Lehren, die wir aus dem Holocaust ziehen können, ist, sich auch mit den vielgestaltigen Rassismen in der Türkei auseinanderzusetzen. Als Deutsch-Türken haben wir eine andere Sicht auf die Türkei und die herrschende Politik, da wir sowohl kulturell als auch vom Verständnis anders geprägt sind, als die in ihrem Heimatland lebenden Türken. Wir sind eine Minderheit in Deutschland. Sowohl als Türken als auch als Muslime. Diese Ausgangsposition könnte uns dabei helfen die Lage der jüdischen Minderheit in der Türkei besser zu verstehen. Welche Bedürfnisse haben wir oder welchen Vorurteilen sind wir ausgesetzt? Was sollte der Staat für den Erhalt unserer Kultur und Sprache beitragen? Inwiefern sollten Zivilgesellschaften aktiv gegen rassistische Vorurteile vorgehen? All jene Fragen, die uns beschäftigen, stellen sich auch die jüdischstämmigen Türken in der Türkei. Vielleicht können wir auf diese Art und Weise die Lage der türkischen Juden besser verstehen und uns entschiedener gegen den Antisemitismus oder anderen Rassismen in der Türkei entgegenstellen.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Selahattin Ülkümen – Geschichte: Wie die Türkei Juden vor Nazi-Deutschland rettete

Nach Ansicht des US-Historikers Stanford Shaw hat die Türkei während des Zweiten Weltkriegs durch die Erteilung von Einreise- und Transitvisa sowie der Duldung von nicht erlaubten Durchreisen mindestens 100.000 Juden aus Europa das Leben gerettet.

Geschichte: Wie die Türkei Juden vor Nazi-Deutschland rettete

Geschichte
Kommentar: Der verschwiegene armenische Terror

Ein Gastkommentar von Isa Ak – ak-isa@gmx.de Weltweit gedenken die Juden heute der Befreiung von Auschwitz. Während überall Gedenkveranstaltungen zum Holocaust stattfinden, hat dieses Datum auch einen wichtigen Platz in der modernen türkischen Geschichte. Am 27.01.1973 erschoss der armenische Terrorist Gourgen Yanikian die türkischen Diplomaten Mehmet Baydar und Bahadir Demir in Los Angeles. Damit begann eine Welle des Terrors, der sich bis in die 90er Jahre hinzog. Dabei hat der armenische Terror eine lange Tradition: Am Ende des 19. Jahrhunderts organisierten sich armenische Intellektuelle unterschiedlicher Herkunft (Anatolien, Kaukasus etc.) in nationalistischen und sozialistischen Organisationen (z.B. Daschnaksutiun, Huntschaks etc.), um einen zusammenhängenden armenischen Nationalstaat im Südkaukasus über Ostanatolien bis zum Mittelmeer zu gründen. Dieses Ziel sollte durch politischen Aktivismus und Terror erzielt werden. Als Unterstützung erhoffte man sich die Intervention einer europäischen Großmacht. Dabei diente den armenischen Nationalisten vor allem der bulgarische Kampf gegen die Osmanen als Vorbild. Dazu muss man wissen, dass in vielen Regionen Bulgariens Türken eine Mehrheit stellten und die bulgarischen Freischärler mit der Hilfe Russlands erst ihre Autonomie und dann ihren eigenen Staat erkämpften. Dabei wurden Hunderttausende Türken terrorisiert, aus ihrer Heimat (im Balkan) vertrieben und ermordet. Der armenische Terror fand seinen vorläufigen Höhepunkt beim Terroranschlag auf Abdulhamid II. vom 21. Juli 1905. Dabei muss darauf hingewiesen werden, dass terroristische Mordanschläge auch loyale osmanische Armenier trafen. Das prominenteste Beispiel war der armenisch-osmanische Gouverneur von Van, Bedros Kapamaciyan (1912). Die Sabotageakte, Aufstände und der Terror armenischer Nationalisten, die mit Russland, Frankreich und Großbritannien zusammenarbeiteten, führten im Ersten Weltkrieg zur Zwangsumsiedlung eines großen Teils der armenischen Bevölkerung. Ungefähr 350.000 – 500.000 Armenier in Westanatolien konnten unbehelligt an ihren Wohnorten bleiben. Selbst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde der Terror konsequent weitergeführt. Während jene, die für die Massaker an den Armeniern verantwortlich gemacht wurden, (z.B. Talat Pascha etc.), in europäischen Städten ermordet wurden, gab es einige Anschlagsversuche auf führende Köpfe der Republik (z.B. Atatürk) die scheiterten. In dieser Tradition müssen wir die Terroristen der 70er und 80er sehen. Terror der Neuzeit Zwei armenische Terrororganisationen (JCAG und ASALA) ermordeten zwischen 1973 und 1994 türkische Diplomaten und unzählige Zivilisten. Die JCAG (Justice Commandos of the Armenian Genocide) gilt als militärischer Arm der Nationalistischen Armenischen Revolutionären Föderation (Daschnaksutiun), wobei die ASALA (Armenian Secret Army for the Liberation of Armenia) eine linksextremistische Gruppierung war. Doch warum gedenken wir der Opfer nicht? Während der Mordanschlag auf Hrant Dink in den Medien und im Gedächtnis der Türken und der Türkei verankert ist, wissen wir weder die Namen der Diplomaten und Zivilisten, die von armenischen Terrororganisationen ermordet wurden, noch welche Rolle die armenische Erinnerungspolitik dabei spielte. Dabei ist es die Vorstellung vom Türken, als Barbaren und Hassobjekt, das zur Identitätsstiftung der Armenier beiträgt und diesen Terror erst ermöglicht hat. Das „Türkische Tabu“ – Warum die Armenier sich ihrem Nationalismus nicht stellen Armenier leugnen den Großteil des armenischen Terrors und ihrer Ziele, während sie Terroristen wie Armen Garo gleichzeitig als Helden feiern und ihren Kampf als „im Dienste des armenischen Volkes“ „für einen freien und unabhängigen armenischen Nationalstaat“ zelebrieren. Dabei müssen die Armenier sich endlich ihrer eigenen Geschichte stellen! Nur dann können sie die Politik der Osmanischen Regierung hinterfragen, die dazu führte, dass sie ihre anatolische Heimat verloren haben. Anstatt sich also ihrer Geschichte zu stellen und die Terroraktivitäten der „Nationalistische Armenische Revolutionäre Föderation“ (Daschnaksutiun) zu verurteilen und die Rolle, die sie in der Geschichte spielten, zu hinterfragen, verleugnen sie alle terroristischen Handlungen im Ersten Weltkrieg und glorifizieren die Terroristen. Es fällt Ihnen natürlich leichter sich als unschuldige Lämmer und die Türken als barbarische Schlächter darzustellen. Die Konstruktion dieser Form von Identität ist das eigentliche Übel der Gegenwart. Denn den Armeniern geht es nicht um das Leid, das Ihnen widerfahren ist. Es geht Ihnen nur darum dieses Leid als „Genozid“ darzustellen. Jede andere Form der Bezeichnungen für die Massaker von 1915 gilt ihnen als verpönt.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Musik
Barış Manço – Eine Hommage an einen einflußreichen Musiker

Von Kemal Bölge  Es war eine Zeit mit Musikgrößen wie Chuck Berry, Elvis Presley oder Bill Haley, die die Herzen der Massen in den fünfziger Jahren eroberten. Inspiriert durch den Rock ’n’ Roll  der damaligen Zeit, gründete 1958 ein Jugendlicher aus Istanbul mit 15 Jahren seine erste Musikband mit dem Namen „Kafadarlar“ und ein Jahr später gab er sein erstes Konzert am Galatasaray-Gymnasium. Seinen großen Vorbildern nacheifernd, hatte sein erster Song den Titel „Dream Girl“. Seine zweite Band hieß „Harmoniler“, mit denen er die Songs „Twist in USA“ und „The jet“ auf einer 45er Schallplatte veröffentlichte. Die Rede ist vom Tausendsassa Barış Manço, ein begnadeter Musiker, Komponist, Sänger und Reisender der türkischen Musikszene.   Ab 1963 beginnt dieser an der belgischen Akademie der Schönen Künste Innenarchitektur und Grafikdesign zu studieren, das er erfolgreich abschloss. Er gilt neben Erkin Koray, Cem Karaca und der Gruppe Moğollar als der Wegbereiter des Anatolischen Rock (Anadolu Rock) und Pop. Manço, beeinflusst durch die europäische und türkische Musik, versuchte immer etwas Neues auszuprobieren. In seiner Band kamen unter anderem Gitarren, Saxofon, Saz oder auch die Längsflöte Ney zum Einsatz. Die Vermischung von anatolischen und europäischen Musikinstrumenten wurde zu seinem Markenzeichen. Der endgültige Durchbruch in der Türkei gelang Manço 1970 mit dem Lied „Dağlar Dağlar“, mit 700.000 verkauften Schallplatten. Dafür wurde er mit einer Platinauszeichnung geehrt.   Mit diesem populären und erfolgreichen Song verabschiedete sich Manço endgültig vom Psychedelic Rock hin zum anatolischen Rock/Pop. Ein weiteres wunderschönes Lied von Barış Manço ist „Gülpembe“ („Rosarot“), das er im Andenken an seine Großmutter textete. Der Song beginnt auf Deutsch übersetzt wie folgt:
„Wenn du lächelst, blühen die Rosen rosarot Die Nachtigallen singen von dir Wir haben zugehört rosarot Wenn du kommst, kommt der Frühling rosarot Bäche glucksen von dir Wir freuten uns rosarot“
Er schrieb und veröffentlichte mehr als 200 Lieder, von denen einige Kinderlieder waren. Fast legender ist der Song „Arkadaşım Eşek“ („Mein Freund, der Esel“), das noch heute sehr populär ist. Das Originalvideo zu diesem Lied wurde übrigens in Bremen gedreht. Manço war auch ein erfolgreicher Fernsehmoderator einer Kindersendung mit dem Titel „7´den 77´ye“ („Von 7 bis 77“), das zu den erfolgreichsten Programmen in der Türkei überhaupt gehört. Mit seiner Band Kurtalan Express spielte der polyglotte Manço, der zu diesem Zeitpunkt in der Türkei ein großer Star war, 1982 in der Sendung Bios Bahnhof (mit Moderator Alfred Biolek) das Lied „Hal Hal“. Der Song war eine Anspielung auf die Fußkettchen bei Frauen, die früher als Schmuck getragen wurden. Wer sich das Video zum Lied „Hal Hal“ genauer anschaut, bemerkt diese kraftvoll spielende Band und Sänger, mit traditioneller Kleidung. Dieser einzigartige Musiker starb in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1999 in Istanbul an den Folgen eines Herzinfarkts. Sein Tod war ein großer Verlust für die türkische Musik.  

Los Angeles
Basketball-Legende Kobe Bryant stirbt bei Hubschrauber-Absturz

Basketball-Legende Kobe Bryant (41) ist laut amerikanischen Medienberichten bei einem Hubschrauber-Absturz in Calabasas (US-Staat Kalifornien) ums Leben gekommen. Das berichtet die BILD unter Berufung auf eine Meldung von TMZ“. Bryant soll demnach mit mindestens drei anderen Menschen an Bord seines Privat-Hubschraubers gewesen sein. Fünf Tote soll es insgesamt gegeben haben. Bryants Frau Vanessa soll nicht an Bord gewesen sein, berichtet BILD unter Berufung auf TMZ weiter. Augenzeugen berichten, der Motor habe gestottert, bevor der Hubschrauber abstürzte. Die Ursache des Absturzes werde derzeit noch untersucht. Der Helikopter sei am Sonntagmorgen bei nebligen Bedingungen in den Bergen nahe der kalifornischen Statt Calabasas abgestürzt, berichtete die „Los Angeles Times“. Bryant gilt als einer der besten Spieler der Geschichte. Zwischen 1996 und 2016 spielte Bryant für die Los Angeles Lakers in der US-Basketballliga NBA. Wie der Spiegel berichtet, steht Bryant in der Rangliste der Spieler mit den meisten Punkten der Geschichte auf Platz vier, in der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde er von dem aktuellen Lakers-Spieler LeBron James verdrängt. Dazu habe sich Bryant noch bei Twitter zu Wort gemeldet und James seinen Respekt gezollt. Er hinterlässt seine Frau und vier Töchter.

Türkei
Türkischer Verteidigungsminister Akar kritisiert Griechenland scharf

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge – kboelge@web.de
Der Disput zwischen der Türkei und Griechenland über die griechische Remilitarisierung der östlichen Ägäisinseln ist wieder voll entbrannt. Der türkische Verteidigungsminister Akar kritisierte Griechenland für die Remilitarisierung der ostägischen Inseln scharf. Das ist eine deutliche Warnung Ankaras an die Athener Regierung. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar kritisierte vor wenigen Tagen Griechenland wegen der Remilitarisierung von zahlreichen ostägäischen Inseln. Nach Akar habe Athen entgegen der Verträge von Lausanne und Paris 16 von insgesamt 23 Inseln in der Ägäis militärisch aufgerüstet. Akar sagte „Wir erwarten von Griechenland, dass es sich an internationales Recht, an unterschriebene Verträge und an gut nachbarschaftliche Beziehungen hält.“1 Zur Erklärung: Die vom Verteidigungsminister benannten Inseln dürfen nach seiner Ansicht keine Marinebasen, Militärflughäfen oder größere militärische Einheiten auf den Inseln stationieren. Um welche Inseln in der Ägäis geht es hierbei? In der nördlichen Ägäis um die Inseln Taşoz (Thasos), Semadirek (Samothraki), Limni (Limnos), Midilli (Lesbos), Sakız (Chios), Sisam (Samos), Ahikerya (Ikaria), İpsara (Psara) und Bozbaba (Agios Efstratios). Bei den anderen Inseln in der südlichen Ägäis handelt es sich um die sogenannten 12 Inseln (Dodekannes) sowie Rodos (Rhodos) und Meis (Kastelorizo), also insgesamt 14 Inseln. Die 12 Inseln gingen nach den Balkankriegen in italienischen Besitz über und mit dem Vertrag von Paris 1947 trat Italien die Inseln an Griechenland ab. Welche Art von militärischen Einrichtungen auf den genannten Inseln stationiert werden dürfen, ist in den internationalen Verträgen von Lausanne und im Fall der 12 Inseln (Dodekannes) im Vertrag von Paris geregelt. Im Vertrag von Montreux wurde 1936 das Meerengenstatut (Dardanellen und Bosporus) neu geregelt. Die Türkei erhielt die volle Souveränität über die Meerengen zurück und die Remilitarisierung des Meerengenbereichs wurde explizit erlaubt. Der Vertrag von Montreux enthält allerdings keinen Passus über den Status der ostägäischen Inseln. Griechenland hingegen argumentiert, durch den Vertrag von Montreux sei die Entmilitarisierungsvorschrift im Vertrag von Lausanne nicht mehr gültig. Die jetzige und die Vorgängerregierungen in der Türkei halten die Argumentation von Athen für nicht nachvollziehbar, da die Verträge von Lausanne und Paris mit der Konvention über die Meerengen nichts zu tun hätten. Eine kurze Lektüre der erwähnten Verträge zeigt auf, dass Griechenland sich nicht an internationale Konventionen hält, die es selbst abgezeichnet hat

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– Merkel-Besuch – Migrationsforscher: Dank Flüchtlingsdeal 99,5 Prozent der Syrer in der Türkei geblieben

Der Migrationsforscher Gerald Knaus hat vor der Reise von Kanzlerin Angela Merkel in die Türkei eine positive Bilanz des Abkommens mit der EU gezogen. Knaus gilt als Architekt des Flüchtlingsdeals mit der Türkei.

Migrationsforscher: Dank Flüchtlingsdeal 99,5 Prozent der Syrer in der Türkei geblieben

Beben in Elazig
Türkei: Zahl der Toten nach Erdbeben steigt auf 29

Elazig – Die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben im Osten der Türkei ist nach Angaben der Behörden auf 29 gestiegen. Dem gestrigen Beben der Stärke 6,8 folgten bisher 462 Nachbeben, eines davon hatte die Stärke 5,4. Mehrere Gebäude stürzten ein. Die Behörden gehen davon aus, dass noch immer Menschen von Trümmern verschüttet sind. Wie die Katastrophenschutzbehörde AFAD mitteilte, gab es mindestens 1466 Verletzte. Bisher wurden 43 Verschüttete gerettet, darunter auch ein 2-jähriges Kind Der Osten der Türkei ist am Freitag von einem schweren Erdbeben getroffen worden. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde lag das Epizentrum im Osten der Türkei in Sivrice, der Provinz Elazig, etwa 600 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Ankara. Es soll sich um 20.55 Uhr Ortszeit in einer Tiefe von zehn Kilometern ereignet haben.    

2019-nCoV
China: Coronavirus erreicht muslimische Autonomieregion Xinjiang

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Urumtschi – Das Wuhan-Coronavirus hat Xinjiang erreicht, wo China mindestens eine Million uigurische Muslime inhaftiert hat. Aufgrund der schlechten sanitären Zustände, mangelnder Hygiene und beengten Lebensbedingungen in den Lagern, befürchten Beobachter, dass die Gefangenen der Infektion hilflos ausgeliefert sind. Laut Menschenrechtsorganisationen existieren in der Region 465 solcher Lager mit über einer Million Gefangenen. Wie Radio Free Asia (RFA) und The Wall Street Journal unter Berufung auf lokale Gesundheitsbehörden berichten, habe es bereits zwei Opfer in der Region gegeben. Omir, ein ehemaliger Insasse eines Lagers in Karamay, Nord-Xinjiang, erklärte dem britischen Nachrichtensender BBC im Jahr 2018, dass er sich mit 45 anderen Menschen ein Zimmer teilen und sie abwechselnd schlafen mussten, weil es so wenig Platz gab. „Das Essen war schlecht, es gab nicht genug Stunden zum Schlafen und die Hygiene war grauenhaft. In einem Raum von 16 Quadratmetern befanden sich fast 20 Personen. In jedem Zimmer gab es einen Plastikeimer für eine Toilette. Jeder Gefangene hatte zwei Minuten am Tag Zeit die Toilette zu benutzen, und der Eimer wurde nur einmal am Tag geleert“, so die Kasachin Sayragul Sauytbay, die im März 2018 aus einem Lager geflohen war, in einem Interview mit der Haaretz.  „Das Leben von Millionen von Menschen steht auf dem Spiel“, so Dolkun Isa, der Präsident der Exilgruppe des Weltkongresses der Uiguren, gegenüber der RFA.

Coronavirus: Tote durch Lungenkrankheit steigen

Die Zahl der weltweiten Infektionen mit dem Coronavirus steigt weiterhin an. Die „South China Morning Post“ berichtete am Samstagmorgen von landesweit 1112 bestätigten Fällen in 29 Provinzen. Mittlerweile wurden neben China Fälle in Südkorea, Thailand, Taiwan, Japan und den USA gemeldet. In Frankreich ist bereits eine dritte Infektion bestätigt worden. Alle drei Patienten hätten sich zuvor in China aufgehalten und seien in Krankenhäusern isoliert worden. Wie das kommunistische Parteiorgan „Volkszeitung“ am Samstag berichtete, hat die chinesische Hauptstadt Peking aus Angst vor einer Einschleppung des neuartigen Virus ihren Busverkehr mit den Provinzen gestoppt. Die Unterbrechung der Busverbindungen in die Provinzen oder nahegelegenen Städte gelte von Sonntag an, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit einzudämmen.