Corona-Epidemie
Erster Deutscher an Coronavirus gestorben

Kairo – Erstmals ist ein Deutscher nachweislich am neuartigen Coronavirus gestorben. Dabei handle es sich um einen 60 Jahre alten Mann, der vor einer Woche nach Ägypten eingereist sei, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) mit Hinweis auf eine Mitteilung des ägyptischen Gesundheitsministeriums vom Sonntag. Er sei mit Fieber in die Klinik gebracht worden, nachdem er am 6. März von Luxor nach Hurghada gereist war. Der Patient habe sich geweigert, sich in ein Quarantäne-Krankenhaus überführen zu lassen, hieß es. Des Weiteren seien laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP in Ägypten 45 Coronavirus-Fälle bei Passagieren und Besatzungsmitgliedern eines Nil-Kreuzfahrtschiffs festgestellt worden. Die Menschen verließen das Schiff „A-Sara“ am Sonntag in Luxor, wie ein AFP-Reporter berichtete. Demnach kommen 33 Touristen und zwölf Besatzungsmitglieder in Quarantäne. Bei ihnen sei der Virus festgestellt worden. Nach Angaben der Regierung wurden alle 171 Passagiere und 70 Besatzungsmitglieder getestet. Corona-Fälle in Deutschland steigen weiter an In Deutschland selbst sei die Zahl der Corona-Infektionen erneut gestiegen. Wie SZ weiter berichtet, meldete das Robert-Koch-Institut am Sonntag um 15 Uhr insgesamt 902 Fälle. Die meisten davon in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern. Inzwischen gebe es in allen Bundesländern, außer Sachsen-Anhalt, Infizierte. Das Bundesgesundheitsministerium: 
Am 31. Dezember 2019 wurde das WHO-Landesbüro in China über eine Häufung von Patienten mit einer Pneumonie (Lungenentzündung) unbekannter Ursache in Wuhan, einer Stadt mit 19 Millionen Einwohnern in der Provinz Hubei, China, informiert.
Wo liegt der Ursprung?

Nach Angaben der chinesischen Behörden in Wuhan waren einige Patienten als Händler oder Verkäufer auf dem Huanan-Seafood-Markt in Wuhan tätig. Es ist der größte Seafood-Markt in Wuhan mit über 600 Ständen und 1.500 Arbeitern. Es wird berichtet, dass auch Wildtiere bzw. Organe von anderen Tieren und Reptilien auf dem Markt angeboten wurden.

Gab es ähnliche Fälle bereits? Bei dem neuen Virus handelt es sich um einen Erreger aus der Familie der Coronaviren, also aus derselben Familie wie das SARS (severe acute respiratory syndrome) und das MERS-CoVirus (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus). In Deutschland gab es im Jahr 2003 neun wahrscheinliche SARS-Fälle, wovon letztlich vier Patientenproben negativ waren. Eine Weiterverbreitung der Erkrankung innerhalb Deutschlands ist nicht aufgetreten.
Wie erfolgt die Übertragung? Aktuell wissen wir hierüber noch zu wenig. Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung von SARS erfolgt(e) hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion (selten auch Schmierinfektion). Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankungsbeginn, beträgt ca. zwei bis sieben, maximal aber bis zehn Tage.
Wie äußert sich die Krankheit? Die klinischen Anzeichen und Symptome der Erkrankung sind hauptsächlich Fieber, wobei einige Patienten Schwierigkeiten beim Atmen haben. Die möglichen Symptome bei SARS waren Fieber über 38°C, in Kombination mit Husten, Myalgien (Muskelschmerzen), Atemnot oder Kurzatmigkeit.
 

Wirtschaft
„Frieden und Wohlstand“: Türkisch-griechisches Handelsabkommen unterzeichnet

Istanbul – Führende Persönlichkeiten aus der türkischen und griechischen Wirtschaft unterzeichneten am Mittwoch eine Absichtserklärung zur Verbesserung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Der Handelsabkommen wurde zwischen dem türkischen Außenhandelsverband (DEIK) und dem griechischen Exportverband SEVE als Teil eines Treffens führender Unternehmer beider Länder unterzeichnet, teilte DEIK mit. Levent Sadik, der Vorsitzende des DEIK-Wirtschaftsrats Türkei-Griechenland, sagte, das Abkommen sei ein wichtiger Schritt zur Verdoppelung des bilateralen Handelsvolumens zweier Länder. Die Exporte der Türkei nach Griechenland beliefen sich laut der Nachrichtenagentur Anadolu im vergangenen Jahr auf 2,1 Milliarden Dollar und die Importe auf 1,4 Milliarden Dollar. Der Leiter des SEVE, Georgios Konstantopoulos, sagte, dass sie sich zusammengeschlossen haben, um in einer kritischen Zeit ein Umfeld des Wohlstands, des Friedens und des gegenseitigen Vertrauens zu schaffen. Gute Kapitäne erkenne man bei stürmischem Wetter.  Die Aktivitäten der beiden Institutionen im Bereich der Handelsdiplomatie würden zu der Verbesserung der Handels- und Geschäftsbeziehungen der beiden Länder beitragen, so Konstantopoulos. Er fügte hinzu, dass es in Nordgriechenland bedeutende Investitionsmöglichkeiten für griechische und türkische Unternehmen gebe.

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– Italien – Griechenland und Türkei gemeinsam beim NATO-Manöver Dynamic Manta 2020

An der Küste Siziliens hat unter operationeller Führung des italienischen Admirals Paolo Fantoni das jährliche NATO-Militärmanöver Dynamic Manta 2020 unter Teilnahme von Schiffen, U-Booten, Flugzeugen und Militärs aus neun Ländern begonnen.

Griechenland und Türkei gemeinsam beim NATO-Manöver Dynamic Manta 2020
 

Digital
Slot Spiele oder Kartenspiele – Die beliebtesten Spiele im Flugzeug

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WERBUNG Kennen Sie das? Sie sitzen im Flugzeug und die Zeit will einfach nicht vergehen. Es sind noch einige Stunden bis zur Landung und die angebotenen Filme und Musik sind Ihnen nicht interessant genug. Was könnten Sie außer schlafen, essen und trinken noch tun? Die Unterhaltungsangebote im Flugzeug werden denen auf dem Boden immer ähnlicher. Dazu gehören neuerdings auch Casinospiele. Wenn Sie gerne in Spielhallen oder Spielbanken gehen, können die neuen Spiele im Flugzeug eine interessante Alternative für Sie sein. Wir geben einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik und die verfügbaren Spiele. Kann man im Flieger Casinospiele zocken? Auf Kreuzfahrtschiffen gibt es moderne Casinos mit allen Annehmlichkeiten und beliebten Spielen. In Flugzeugen hingegen sind Casinos Mangelware – zumindest, wenn man damit die traditionellen Casinoangebote meint. Auf die ein oder andere Weise gab es schon vor Jahrzehnten Versuche, das Glücksspiel im Flieger salonfähig zu machen.
(Beispielfoto: pixa)
Singapore Airlines und SwissAir boten in den 1980er 1990er Jahren Slot Spiele in verschiedenen Formaten an. Platzmangel, Probleme mit der Elektronik, staatliche Regulierungen und andere Gründe sorgten dafür, dass das Konzept wieder aufgegeben werden musste. Bis heute gibt es nur sehr einfache Angebote wie die Rubbellose bei Ryanair oder die einfachen Poker-Spiele auf dem Sitzbildschirm. Online Casinos hingegen, die auf Mobilgeräten und Laptops laufen, bieten das komplette Paket an Slot Spielen und Kartenspielen. Weil das kabellose Internet im Flugzeug auf dem Vormarsch ist, können immer mehr Spieler während der Flugreise auf die Online Spielbanken zugreifen. Spielautomaten: Riesige Auswahl für alle Die Spielautomaten sind das Herz der Online Casinos und auch von landbasierten Casinos und Spielhallen. Sie bestehen meistens aus drei oder fünf Walzen, die Sie virtuell drehen. Auf den Walzen erscheinen dann vom Zufallsgenerator bestimmte Symbole. Meistens müssen mindestens drei gleiche Symbole in einer Reihe von links nach rechts erscheinen, damit Sie einen Gewinn erhalten. Es gibt Tausende verschiedene Spielautomaten in den Online Casinos. Sie haben Themen wie Sport, Filme, Tiere oder Früchte. Bonusfunktionen wie Joker-Symbole, Freispiele und Gewinnverdopplungen sorgen für Abwechslung vom Basisspiel. Fast jeder Spielertyp findet bei dem Angebot ein Spiel, das ihn interessiert. Einige Spielautomaten wie die einfachen Früchte-Slots eignen sich eher für das schnelle Spiel zwischendurch. Wenn Sie sich etwas länger mit einem Spiel beschäftigen möchten, beispielsweise auf einem Mittel- oder Langstreckenflug, kommen die moderneren Spielautomaten mit mehreren Levels infrage. Kartenspiele: Gepflegte Action an den Tischen Schon seit vielen Jahren gehören Kartenspiele wie Blackjack, Poker und Baccarat zu den Lieblingen der Spieler in Deutschland, Europa, Nordamerika und Asien. Ein Casino ohne Kartenspiele ist einfach undenkbar. Dank der Online Casinos brauchen Sie kein Kartendeck mit in die Kabine zu nehmen, um dann unter großem Platzmangel eher umständlich spielen zu können. Karten spielen geht nun viel einfacher und bequemer über Ihr Smartphone, Tablet oder Laptop. Sie haben eine riesige Auswahl an Dutzenden Kartenspielen. Das Angebot ist hier naturgemäß zwar nicht ganz so groß wie bei den Slots, doch Freunde von Kartenspielen kommen hier voll auf ihre Kosten. In den Online Spielbanken können Sie auch neue Varianten der bekannten Spiele entdecken, die es exklusiv nur online gibt. Sie können Blackjack, Poker und die anderen Kartenspiele ganz in Ruhe und mit aller Zeit der Welt im Flugzeug spielen. Pro Spielzug dürfen Sie sich nämlich so viel Zeit lassen, wie Sie möchten. Sollte während des Flugs plötzlich doch einmal das Internet ausfallen und Sie gerade eine Runde Karten spielen, wird das Spiel bei der Wiederverbindung fortgesetzt. Dies trifft natürlich auch auf die Slots zu. Übrigens bieten Online Casinos im Flugzeug nicht nur Slots und Kartenspiele an, sondern auch andere beliebte Tischspiele wie Roulette. Video Poker, Rubbellose, Keno und Bingo finden Sie ebenfalls in vielen Online Casinos. Fazit: Beste Unterhaltung im Flieger Nicht immer vergeht die Zeit wie im Flug. Wenn Sie auf Ihrer nächsten Reise gut unterhalten werden möchten, können Slot Spiele oder Kartenspiele in Online Casinos eine gute Alternative sein. Die immer besser ausgebauten WiFi-Verbindungen im Flugzeug ermöglichen es, auch unterwegs zu Ihrem Ziel Spiel, Spaß und Spannung zu haben. Hinweis: Glücksspiel kann süchtig machen. Bitte spielen Sie verantwortungsbewusst. Spielteilnahme ab 18 Jahren.

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– Battista Pininfarina – 350 km/h: Pininfarina kündigt 1900 PS E-Supersportwagen an

Automobili Pininfarina begann das Jahr 2020, das 90. Jubiläumsjahr der Pininfarina SpA, mit einem Blitzstart und hat die Test- und Entwicklungsphase für den bahnbrechenden Battista eingeleitet, den weltweit ersten voll elektrischen Luxus-Supersportwagen.

350 km/h: Pininfarina kündigt 1900 PS E-Supersportwagen an

Flüchtlingskrise
Griechenland: Gewalt gegen wehrlose Flüchtlinge ist ein Akt der Barbarei

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge – kboelge@web.de Seit Tagen sind wir über die Medien Zeugen einer staatlich angeordneten Barbarei an der griechisch-türkischen Grenze. Griechische Sicherheitskräfte gehen brutal und ohne Rücksicht gegen Flüchtlinge vor, die versuchen nach Griechenland zu gelangen. Schutzsuchende wehrlose Frauen, Männer und Kinder werden mit Tränengas attackiert, niedergeknüppelt, misshandelt und deren Geld und Ausweise abgenommen. https://twitter.com/Katerinalindner/status/1234425504125652994 Nach Angaben der Presse starben drei Flüchtlinge durch den Gebrauch von Schusswaffen. Die griechische Regierung hat jegliche Verantwortung für den Tod der Flüchtlinge zurückgewiesen. Die Athener Regierung hatte am 1. März beschlossen Asylverfahren von illegal eingereisten Flüchtlingen für einen Monat auszusetzen und diese in das Herkunftsland bzw. in das Transitland, in diesem Fall die Türkei, zurückzuschicken. Der staatlich angeordnete Angriff der griechischen Polizei gegen wehrlose Flüchtlinge verstößt gegen Artikel 31 der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK), gegen europäisches Recht und gegen die Menschenrechte. Was Griechenland bzw. die griechischen Sicherheitskräfte durchführen ist ganz klar ein Akt der Barbarei und Rechtsbruch von internationalen Verträgen. Wo ist Europa und die EU, die bei jeder Gelegenheit mit dem Finger auf die Türkei zeigt? Wo sind die scheinheiligen Menschenrechtsexperten der SPD, der Grünen und Linken etc.,  wenn unschuldige Flüchtlinge vom EU-Mitglied Griechenland fast zu Tode geprügelt werden, weil sie aus Verzweiflung ihre angestammte Heimat verlassen mussten? Wo sind all die Humanisten und die christliche Nächstenliebe, wenn schutzlose Flüchtlinge durch die griechische Grenzpolizei geschlagen, getreten und nackt ausgezogen zurückgeschickt werden? Habt ihr keine Gnade mit diesen Flüchtlingen, die einfach ein besseres Leben leben wollen? Habt ihr kein Verständnis, wenn selbst Milchflaschen von Babys durch die erbarmungslose griechische Polizei beschlagnahmt werden? Seit Jahren hat es die EU-Staaten nicht interessiert wie viele Millionen Flüchtlinge in der Türkei leben, denn solange diese in der Türkei blieben, war es den Europäern schnurzpiepegal. Einige EU-Staaten haben unverfroren offen den Terrorismus der PKK/YPG in Syrien unterstützt und machen das immer noch. Das EU-Mitglied Griechenland gehört zweifellos zu diesen Staaten, nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund.“ Was für eine Farce, jene PKK/YPG, die in Syrien mit massiver US-Unterstützung eine Politik der verbrannten Erde hinterließ, unter Duldung der Amerikaner mordete und brandschatzte und Hunderttausende Araber, Turkmenen und Kurden ihre angestammte Heimat in Nordostsyrien verlassen mussten. Aber über diese Verbrechen konnte man in den meisten westlichen Medien nichts lesen, weil die Öffentlichkeit in diesen Ländern mit dem medial inszenierten „Kampf gegen die Terrororganisation IS“ gefüttert wurde, aber gleichzeitig eine andere Terrororganisation, PKK/YPG, fast überall als „Kämpfer gegen den IS“ gefeiert und in Szene gesetzt wurde. Die Planer im Pentagon hatten mit dieser Inszenierung hollywoodreif gute Arbeit geleistet. Aber die Türkei wollte sich dieses Schauspiel nicht länger bieten lassen und intervenierte militärisch. Als die türkische Armee im Oktober letzten Jahres in Syrien gegen die PKK/YPG vorging, war der Aufschrei in den westlichen Hauptstädten und Medien ganz groß. Aber wisst ihr was, ihr seid die größten Heuchler weit und breit, weil ihr offen Terrororganisationen seit Jahrzehnten unterstützt, aber wenn hilflose und verzweifelte Flüchtlinge versuchen in die EU-Staaten zu gelangen, werden diese grausam niedergeknüppelt oder wie ein Hund (Ich bitte den Ausdruck zu entschuldigen) von der griechischen Polizei erschossen. Ihr könnt uns nichts mehr vormachen, denn wir kennen euch allzu gut. Diese Empörungskultur ist wirklich zum Kotzen, weil es keine Antworten bietet auf die Probleme unserer Zeit. Jetzt wollt ihr Griechenland 700 Millionen Euro Soforthilfe gewähren, aber der Türkei in all den Jahren die zugesagten Finanzmittel von 6 Milliarden Euro nur die Hälfte projektgebunden an NGO’s überweisen. Ein tolles Verständnis habt ihr, aber wisst ihr, es geht gar nicht ums Geld, sondern um Beistand und Zusammenarbeit in der Flüchtlingsfrage. Die Türkei hat nämlich schon 42 Milliarden Euro für Flüchtlinge ausgegeben. Falls ihr es doch vergessen habt: Die Türkei ist kein Bittsteller, sondern ein Partner, aber Partner behandelt man nicht von oben herab. Wenn Staaten aus Südosteuropa und anderen Gebieten in Europa einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft stellen, stellt ihr Bedingungen für die Aufnahme. Jährlich werden „Fortschrittsberichte“ veröffentlicht, um eine abschließende Beurteilung vornehmen zu können. Aber es sollte doch eine Institution zu finden sein, der euer Versagen in der Flüchtlingsfrage beurteilen kann. Ihr zeigt mit dem Finger immer auf die anderen, aber die großen Zeiten der EU scheinen vorbei zu sein. Die Briten wollten sich vom „Brüsseler Diktat“ nicht länger vorführen lassen und sind aus der EU ausgetreten. Apropos Erdoğan: Präsident Erdoğan hatte letztes Jahr eine Schutzzone in Syrien vorgeschlagen, damit dort Siedlungen und Häuser für Hunderttausende von Flüchtlingen gebaut werden und nicht in die Türkei oder Europa kommen. Selbst dieser gut gemeinte Vorschlag wurde in Brüssel noch nicht einmal diskutiert. In eurem Erdoğan-Hass habt ihr das wahrscheinlich nicht für bare Münze genommen, oder?
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Geschichte – Zweiter Weltkrieg: Als Griechen in Syrien Zuflucht fanden

Während griechische Grenzschützer in diesen Tagen Flüchtlinge erschießen und ihre Boote rammen, maskierte „Bürgerwehren“ sowie Nationalisten sie jagen und die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen sie einsetzt, fanden griechische Flüchtlinge im Zweiten Weltkrieg Zuflucht in Syrien.

Zweiter Weltkrieg: Als Griechen in Syrien Zuflucht fanden

Justiz
Missbrauchs-Verdacht: Lügde-Ermittlungen führen zu weiterer Festnahme

Köln – Ein 48-jähriger Mann aus Niedersachsen steht im Verdacht, sexuellen Missbrauch an Kindern begangen zu haben.

Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung soll der Verdächtige mit Andreas V. befreundet gewesen sein, einem der verurteilten Haupttäter vom Campingplatz in Lügde. Die Ermittlungen zum sexuellen Kindesmissbrauch in Lügde in Nordrhein-Westfalen haben zu einer weiteren Festnahme geführt.

Beschuldigt wird ein 48-jähriger Mann aus dem Kreis Northeim im Süden Niedersachsens. Ihm wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in drei Fällen vorgeworfen. Zuständig für das Verfahren ist inzwischen die Staatsanwaltschaft Göttingen. Sie teilte auf Anfrage mit, dass gestern gegen den Mann Haftbefehl erlassen wurde, wegen dringenden Tatverdachts.

Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung soll der Verdächtige mit Andreas V. befreundet gewesen sein, einem der Haupttäter vom Campingplatz in Lügde. Die beiden sollen nach Angaben von Zeugen zusammen Ausflüge unternommen haben, auch in Begleitung von Kindern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Göttingen gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass der Verdächtige Taten zusammen mit Andreas V. ausgeübt haben könnte.

Es bestehe kein „unmittelbarer Zusammenhang“ zum Missbrauchskomplex Lügde. Ermittelt wird auch, ob der Mann aus Niedersachsen den Missbrauch von Kindern auf Video aufgezeichnet hat und ob es noch weitere Opfer gibt. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurde Beweismaterial sichergestellt, das jetzt ausgewertet wird. Durchgeführt wurde die Durchsuchung auch von Beamten der Kriminalpolizei Bielefeld.

Wie genau die Ermittler auf den Mann aus Niedersachsen aufmerksam wurden, ist unklar. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul teilte auf Anfrage mit: „Es macht mich stolz, dass die Bielefelder Polizei an dieser Festnahme offenbar einen entscheidenden Anteil hatte.“ Es mache sich bezahlt, dass die Ermittler im Fall Lügde weitergemacht und noch die letzten Spuren abgearbeitet hätten.

Der Fall Lügde ist einer der größten Missbrauchsfälle, der in Deutschland aufgedeckt wurde. Andreas V. und ein weiterer Bewohner des Campingplatzes waren im September vergangenen Jahres zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten über Jahre mehr als 30 Kinder sexuell missbraucht. Darunter war ein Mädchen, das Andreas V. vom Jugendamt Hameln-Pyrmont in Niedersachsen als Pflegetochter zugesprochen worden war.

Die Staatsanwaltschaft Detmold ermittelt weiterhin gegen mehrere damalige Mitarbeiter des Jugendamtes, der Jugendhilfe und der Polizei. Ihnen wird vorgeworfen, Hinweisen auf Andreas V. nicht ausreichend nachgegangen zu sein. Die Vorwürfe gegen die Behörden werden derzeit auch durch einen Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags aufgearbeitet.

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– Sexueller Missbrauch von Kindern – Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“

Kriminelle Netzwerke kauften etwa in Tschechien Babys für 4000 Euro, die dann einzig zum Zweck der sexuellen Ausbeutung großgezogen würden.

Missbrauchsbeauftragter: „Kleinkinder werden vor laufender Kamera getötet“

Corona-Epidemie
Handelsverband zu Corona-Hamsterkäufen: „Wir stoßen in der Logistik an unsere Grenzen“

Der Handelsverband Berlin-Brandenburg warnt vor möglichen Lieferschwierigkeiten in der Region. Hintergrund sind die Hamsterkäufe wegen des grassierenden Corona-Virus. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes, Günter Päts, bestätigte dem Inforadio vom rbb Umsatzsteigerungen von bis zu 40 Prozent. Besonders nachgefragt seien Konserven, haltbare Lebensmittel und Drogeriebedarf – aber auch frische Ware wie Butter, die man einfrieren könne. Hier hätten die Verbraucher in der Region in den vergangenen Tagen spürbar mehr gekauft. Einen Engpass bei Produkten gebe es deshalb nicht – aber in der Logistik „stoßen wir teilweise an unsere Grenzen“, so Päts, sowohl bei Arbeitskräften als auch in der Technik. Beschäftigte der Logistikfirmen machten bereits Überstunden. Zusätzliche Arbeitskräfte würden über Leihfirmen herangeholt. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg würde eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung für Sonntagsarbeit in der Logistikbranche begrüßen. Vize-Hauptgeschäftsführer Päts: „So könnte das derzeit hohe Arbeitsaufkommen besser verteilt werden.“

Flüchtlingskrise
Kommentar: Am Ende wird Erdogans Lösung die richtige Lösung sein

Ein Gastkommentar von Sahin Karanlik
Zuhören!
War schön, als wir die Augen geschlossen und die Ohren auf Durchzug gestellt haben. Hier und dort mal ein Weine-Smiley und paar Gedanken und Gebete.
Im EU-Parlament hatten wir Clowns wie Sonneborn, die uns belustigten und in der Türkei mit Erdogan unser Feindbild, über den wir uns ärgern konnten.
Nein, der heißt ja „Erdowahn“, der ganz böse ist und immer droht, der seine Spielchen treibt, und uns erpresst und noch mehr Geld will – „Der Irre vom Bosporus“.
Alle labern und keiner hält mal kurz die Fresse und hört zu. Hört nicht zu, wenn um Hilfe gebeten wird, weil wieder fast eine Million Menschen an der Grenze zur Türkei ausharren. Hört nicht zu, wenn nochmal drei Millionen Menschen in Idlib vor Assad Schutz suchen.
Hört nicht zu, wenn Griechenland immer wieder die Verhältnisse auf ihren Inseln beklagt, nach Ärzten und Helfern verlangt.
Aber kaum befinden sich einige tausend Flüchtlinge an den Toren Europas, sind alle plötzlich wach.
Na klar, ist das scheiße, Menschen in Busse zu verfrachten und sie an die Grenze Europas zu bringen, aber wenn jeder Hilferuf verhallt, braucht es mal einen Tritt in den Arsch. Kann ja kein Schwanz ahnen, dass ein Friedensnobelpreisträger wie die EU gleich scharf schießt und losknüppelt.
Wo ist er eigentlich? Der verschissene Friedensnobelpreis? Im Dreck der Flüchtlingslager auf Lesbos haben sie ihn nicht gesehen. Und am Meeresgrund bei den Ertrunkenen soll er sich auch nicht befinden. Die streiten sich ja schon seit Monaten, ob man vielleicht, eventuell, unter Umständen, paar Kindern helfen sollte.
Dann immer mit ihrem Scheißgeld. Drei Milliarden geben, aber für Fuffzig quatschen. Die Summe hat gerade mal einen kleinen Teil der Kosten abgedeckt, die die Türkei bisher aufbringen musste. Das bisher überwiesene Geld ging an Hilfsorganisationen und Projekte und kein Euro an Erdogan. Erdogan braucht kein Geld für „seine Kriege“ und auch kein Geld um seine Wirtschaft zu sanieren. Dafür reichen die paar Euros nicht.
Der kann froh sein, dass sie ihn in der Türkei nicht längst aus seinem Palast gezogen haben, weil er sich seit Jahren für die Flüchtlinge eingesetzt und seine schützende Hand über sie gehalten hat. Jeder andere in der Türkei hätte einmal um Unterstützung gebeten und wenn sie nicht kommt, Schienen von der syrischen Grenze bis an die Grenze der EU verlegt und die Menschen dort abgeladen.
Erdogan ist auch nicht in Idlib eingefallen. Dort befinden sich Menschen, die aus allen Teilen Syriens vor Assad geflohen sind. Die Türkei hatte da Beobachtungsposten, um einen Waffenstillstand zu überwachen, den sie mit Russland vereinbart hatte.
Ohne die Vereinbarung hätte die Türkei vier Millionen syrische Flüchtlinge mehr oder hätte zusehen müssen, wie sie abgeschlachtet werden. Diese Abmachung wurde mit der Tötung von 36 türkischen Soldaten gebrochen.
Einfach mal zuhören und miteinander reden, statt übereinander. Wenn jemand um Unterstützung bittet, dann müssen dahinter nicht gleich Erpressung, perfide Schachzüge oder großosmanische Pläne dahinterstecken, sondern braucht einfach nur die Scheißhilfe von einer großen und mächtigen Gemeinschaft wie der EU. Ist nicht alles Schwarz und Weiß.
Was passiert jetzt mit den Flüchtlingen?
In der Türkei wollen die meisten nicht bleiben, da sie entweder in Flüchtlingscamps leben oder sich mit Hilfsarbeiten durchschlagen. Europa will sie auch nicht. Quatschen können wir viel über unsere ach so tollen Werte, aber klopf einmal an die Tür, gibt es Tränengas in die Fresse.
Am Ende wird Erdogans Lösung die richtige Lösung sein. Assad aus Teilen Syriens wegbomben und mit den vertriebenen Syrern die Gebiete neu aufbauen.
Wer bisher taub für die zahlreichen Hilferufe war, weil es ja nur um Menschen ging, wird dann geifernd zur Stelle sein. Weil es um Staatsaufträge geht. Weil es um Geld geht.

Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Syrienkrise – Süddeutsche: Die Türkei steht auf der richtigen Seite

Der stellvertretender Leiter des Ressorts Außenpolitik der Süddeutschen Zeitung, Paul-Anton Krüger, hat in einem Kommentar am Freitag Europa aufgefordert, in Syrien die Türkei zu unterstützen. Europa müsse jetzt mehr tun, als nur zuzuschauen. Die Türkei stünde in Syrien auf der richtigen Seite.

Süddeutsche: Die Türkei steht auf der richtigen Seite

Coronavirus
Israel lässt Touristen aus Deutschland nicht mehr einreisen

Tel Aviv – Israel hat seine Einreisebestimmungen verschärft. Um eine Ausbreitung des Coronavirus im Land zu verhindern, dürfen Touristen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Spanien und Frankreich nicht mehr einreisen.

„Es sei denn, sie sind bereit und haben die Möglichkeit dazu, sich in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben“, heißt es in einem Erlass des Gesundheitsministeriums. Diese Maßnahme soll ab Freitag, 8 Uhr, in Kraft treten, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) unter Berufung auf eine Meldung der Jerusalem Post. Israelis, die aus einem dieser Staaten zurückkehren, müssten sich demnach für vierzehn Tage in häusliche Quarantäne begeben, teilte Regierungschef Benjamin Netanjahu bei einer Pressekonferenz mit.

Zuvor galt bereits ein Einreiseverbot für Reisende aus China, Südkorea, Japan, Singapur, Macau, Hongkong, Thailand, Iran, Irak, Syrien oder Libanon bereist haben, dürfen ebenfalls nicht mehr nach Israel einreisen.

Zum Thema

– Coronavirus – Coronavirus: Saudi-Arabien schließt Grenze für Pilgerreisen

Aus Sorge vor einer Verbreitung des Coronavirus hat Saudi-Arabien seine Grenzen für Pilgerreisen von Ausländern in die beiden Städte Mekka und Medina geschlossen.

Coronavirus: Saudi-Arabien schließt Grenze für Pilgerreisen

Meinung
Kommentar: Die Türkei hat ihren Teil des Flüchtlingsabkommens mit der EU eingehalten

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge – kboelge@web.de Die türkische Armee hatte nach dem Luftangriff des syrischen Regimes auf eine türkische Einheit im syrischen Idlib mit massiven Vergeltungsaktionen reagiert. Dem syrischen Angriff fielen 33 türkische Soldaten zum Opfer. Wie war die Reaktion der deutschen Medien zu diesem Vorfall? Zum besseren Verständnis soll exemplarisch ein Artikel näher erläutert werden. Auf der Website von tagesschau.de lautet der Titel zu dieser Meldung: „Luftangriff tötet 33 türkische Soldaten“ Im Untertitel heißt es:
„Bei einem Luftangriff im syrischen Idlib sind 33 türkische Soldaten getötet worden. Die Türkei griff daraufhin syrische Regierungstruppen an und forderte die Unterstützung der NATO. Andernfalls werde man Flüchtlingen die Grenze öffnen.“
Zuerst wird schlagzeilenträchtig der Tod von 33 türkischen Soldaten gemeldet und daraufhin hätte die türkische Armee „syrische Regierungstruppen“ angegriffen. Die Türkei hätte die Unterstützung der NATO gefordert, sonst würde man die Grenzen für die Flüchtlinge öffnen. Was ist an diesem Artikel über den syrischen Luftangriff auf türkische Soldaten auszusetzen? Hier wird ein Angriff auf die türkische Armee als „Top-Schlagzeile“ veröffentlicht und gleichzeitig auf die Forderung der türkischen Regierung nach NATO-Unterstützung hingewiesen. Im Nebensatz wird auf eine angebliche Drohung nach Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge hingewiesen. Wer diese Meldung in dieser Form liest, glaubt tatsächlich, dass die türkische Regierung die NATO um Unterstützung gebeten hat und wenn die Unterstützung nicht gewährt würde, die Grenzen für Flüchtlinge geöffnet wird. Die Kommentare und Meldungen aus der Presse gehen sogar so weit ausgerechnet Präsident Erdoğan in der Flüchtlingsfrage Erpressung vorzuwerfen. Die interessante Frage wäre, welche Seite sich nicht an das Flüchtlings-Abkommen zwischen der EU und der Türkei gehalten hat. Beide Seiten hatten 2016 eine Vereinbarung unterzeichnet und Ankara hatte sich darin verpflichtet über ihre Grenzen keine Flüchtlinge in die EU zu lassen und falls Flüchtlinge es doch bis Griechenland geschafft haben sollten, aber kein Recht auf Asyl besaßen, wieder zurückzunehmen. Das Ergebnis: Der Flüchtlingsstrom in die EU wurde im Wesentlichen gestoppt. Die Türkei hat ihren Teil des Vertrags mit der EU eingehalten, aber die Europäische Union hat Vertragsbruch begangen, weil zum einen die zugesagten Milliarden Euro für die Flüchtlingsunterkünfte nicht in vollem Umfang gezahlt wurden und zum anderen Reiseerleichterungen für türkische Staatsbürger, also die Visafreiheit nie umgesetzt wurde, obwohl es zugesagt war.
Ehemalige Türkei-Berichterstatterin des EU-Parlaments, Kati Piri (Screenshot/Twitter)
Die Türkei hat für die Unterbringung der syrischen und anderer Flüchtlinge bis heute über 40 Milliarden Euro ausgegeben und einige deutsche Zeitungen behaupten noch immer die Türkei wolle die zugesagten, aber nicht ausgezahlten Finanzhilfen direkt in den türkischen Staatshaushalt einfließen lassen. Ferner sind die EU-Finanzmittel projektgebunden. Jetzt stellen sich einige deutsche Medien hin und behaupten die Türkei würde die EU erpressen. Die meisten deutschen Zeitungen verschweigen die Fakten zum EU-Türkei Flüchtlingspakt und Ankara wird unisono als „Erpresser“ und der türkische Präsident Erdoğan als „unglaubwürdig“ beschrieben. Nicht anders verhalten sich die gleichen Medien, wenn es um die Berichterstattung über das Kriegsgeschehen in der syrischen Provinz Idlib geht. Fast alle Pressemedien stellen die Türkei und die türkische Armee negativ dar und wenn die türkische Armee in den letzten Tagen militärische Erfolge vorzuweisen hat, wird das einfach ignoriert oder mit dem Zusatz „nach eigenen Angaben hat die türkische Armee“ versehen oder infrage gestellt. Ich möchte damit nicht zum Ausdruck bringen, dass man jede Meldung oder Nachricht, die man gelesen hat oder sich im Fernsehen angesehen hat, Glauben schenken sollte. Aber man kann unterschiedliche Print- und Onlinemedien gegenüberstellen und sich dann eine abschließende Meinung bilden.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Flüchtlingskrise – Erdogan an EU: Wir wollen dieses Geld nicht mehr

Die Europäische Union und die Weltöffentlichkeit verstehe die Situation der Türkei nicht, die bereits mehr als 4 Millionen Flüchtlinge beherbergt, so Erdogan. Weitere 1.500.000 Menschen müssten ihre Heimat in Idlib verlassen und seien an den Grenzen der Türkei angekommen. Laut Beobachtern könnten bis zu vier Millionen Syrer in den kommenden Wochen auf einen Grenzübergang bei der türkische-syrischen Grenze drängen.
Erdogan an EU: Wir wollen dieses Geld nicht mehr

Rassismus
Kommentar: Medien trugen zu Islamfeindlichkeit bei

Ein Gastkommentar von Yasin Baş Nach dem rassistischen und muslimfeindlichen Terroranschlag von Hanau werden die Gründe nach der abscheulichen Tat diskutiert. Dabei rückt die Alternative für Deutschland (AfD) immer näher in den Fokus. Politikerinnen und Politiker rufen nach einer konsequenten Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz. Einige gehen noch weiter und fordern, dass die Partei gar ganz verboten wird. Doch ist es nicht zu einfach und auch zu billig, die Schuld einer einzigen Partei für dieses gesamtgesellschaftliche Problem des antimuslimischen Rassismus zu delegieren? Seien wir ehrlich: Haben wir überhaupt keine Mitschuld daran, dass wir uns jetzt an diesem Tiefpunkt befinden? Rolle der Medien und die Verwechslung von Integrations- mit Sicherheitspolitik Ein Großteil unserer Berichterstattung, unserer Kommentare und die ausgewählten Bilder in unseren Medien, gerade nach dem 11. September 2001, haben ebenso dazu beigetragen, dass Islamfeindlichkeit und antimuslimischer Rassismus so tiefgründig und umfassend gedeihen konnten. Dass die Ausländer- und Integrationspolitik sowie die Eingliederung der Muslime in Deutschland stets als eine Sicherheitsfrage behandelt wurden, sind weitere Faktoren, die zu einer Vergiftung unserer Gesellschaft beigetragen haben. Die Themen Integration und Islam wurden und werden teilweise noch immer als eine Frage der inneren Sicherheit behandelt; sie sind in vielen Bundesländern und auf der Bundesebene noch immer im Innenressort angesiedelt. Selbst die Deutsche Islamkonferenz (DIK) wurde lange Jahre als eine Sicherheitskonferenz begriffen und geführt. Die Initiative Sicherheitspartnerschaft (ISP) des damaligen Innenministers Hans-Peter Friedrich (CSU) ist nur als ein Beispiel für diese Entgleisung zu nennen. Muslime waren und sind auch teilweise noch heute keine vollwertigen Mitglieder unserer Gesellschaft. Wir betrachten sie teilweise noch immer als ein Sicherheitsproblem. Genau das führte zu der psychischen Labilität. Dieses Gift, wie es auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel genannt wurde, hat uns alle, einige mehr andere weniger, infiziert. Auch demokratische Parteien müssen sich fragen, was sie gegen Extremisten tun können Wenn wir uns die etablierten demokratischen Parteien wie die CDU, CSU und FDP anschauen, dann ist zu konstatieren, dass diese sich nicht ausreichend gegen den Rechtsextremismus, Türkenfeindlichkeit, Islamhetze und antimuslimischen Rassismus in den eigenen Reihen stellen. Selbst in der SPD haben geistige Brandstifter wie Thilo Sarrazin und sein treuer Weggefährte Heinz Buschkowsky Stimmung gegen Muslime und Migranten bestärkt. Sarrazin durfte fast ein Jahrzehnt in der SPD sein Gift verbreiten. In der Linkspartei gab und gibt es ebenso migrantenfeindliche und flüchtlingskritische Töne, die u.a. durch den ehemaligen Parteichef Oskar Lafontaine oder Sahra Wagenknecht zur Sprache gebracht werden. Auch bei den Grünen gibt es Ministerpräsidenten, Bürgermeister oder Parteifunktionäre wie beispielsweise jüngst in Hamburg, die mit pauschalisierenden Aussagen gegen Migranten, Muslime und Türken auffallen. Von der AfD ganz zu schweigen, die fast täglich mit Entgleisungen ihre populistische, muslimfeindliche und rassistische Politik fortführt. Härter und entschiedener Durchgreifen gegen Rechtsextremisten, Türken- und Muslimfeinde Die Tradition des langen Beobachtens hat sich möglicherweise beim Rechtsextremismus und bei der Islamfeindlichkeit sowie dem antimuslimischen Rassismus nicht bewährt, sondern ins Gegenteil verkehrt, weil dies zu sehr dem Erstarken und Vernetzten der rechten Szene beigetragen hat. Die Befugnisse und Möglichkeiten der Nachrichtendienste und Sicherheitsorgane sind beträchtlich und reichen aus. Sie müssen nicht erweitert, sondern nur angemessen angewandt werden. Deshalb ist es richtig, dass Innenminister Horst Seehofer (CSU) bei der Bundespressekonferenz am Freitag keine Ausweitung weiter Paragraphen verlangte, sondern von der ordentlichen Nutzung der derzeitigen Möglichkeiten gesprochen hat. Man sollte fragen, ob Teile der Sicherheitsbehörden gerade bei Rechtsextremen zu lange beobachten und zu spät in den Prozess der Radikalisierung eingreifen. Verwunderlich ist darüber hinaus, warum auch Polizeibeamte, Sondereinsatzkräfte, Soldaten der Bundeswehr und Verfassungsschützer in der rechtsextremen und rassistischen Szene permanent Anschluss finden. „Racial Profiling“ oder das sogenannte „schwarz-weiß-Denken“ Zudem ist das sogenannte „Racial Profiling“, auch „Ethnisches Profiling“ genannt und von Menschenrechtsinstitutionen stark kritisiert, in Deutschland nicht unüblich. Als „Racial Profiling“ wird das auf Stereotypen und äußerlichen Merkmalen basierende Handeln von Polizei-, Sicherheits- und Grenzschutzbeamten beschrieben. Demnach werden Personen nicht aufgrund konkreter Verdachtsmomente, sondern anhand von Kriterien wie Aussehen, „Rasse“, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder nationaler Herkunft als verdächtig eingeschätzt, kontrolliert, verhört oder gar vorläufig festgenommen. Teile der Sicherheitsorgane anfälliger für rechte Gedanken? Wie kann es sein, dass Teile der Sicherheitsbehörden eigene Mitarbeiter gerade an die rechte Szene verlieren, sie unterstützen oder relativieren? Sie haben doch die Aufgabe, die Menschen vor diesen Gruppierungen zu schützen. Es muss daher debattiert werden, wie eine Person wie Hans-Georg Maaßen über Jahre hinweg einem der wichtigsten Sicherheitsorgane unserer Republik vorstehen konnte und führen durfte. Die Rolle der Inlandsgeheimdienste in Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen oder Hessen, die bei den Morden des rassistischen und ebenfalls türken- und muslimfeindlichen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) eine unrühmliche Rolle gespielt haben, sind nicht vergessen. Die offiziell versprochene Aufklärung, allen voran von der Bundeskanzlerin, hat es bis heute nicht gegeben. Im Gegenteil: Zeugen oder V-Leute verstarben plötzlich. Akten wurden geschreddert, vernichtet oder für Jahrhunderte [sic!] weggesperrt. NSU-Opferanwälte und Nebenkläger/innen erhielten noch vor kurzer Zeit, auch durch Unterstützung von einigen Polizeibeamten, Morddrohungen von Organisationen, die sich zum Beispiel als „NSU 2.0“ bezeichneten. Wie viele Innen- und Justizminister oder Ministerpräsidenten sind nach diesen Skandalen zurückgetreten? Kann Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier Konsequenzen ziehen? Wer hat bis jetzt Verantwortung übernommen? Gerade in Hessen, wo der damaligen Innenminister und heutige Ministerpräsident einem Verfassungsschützer beistand, der bei dem Mord an dem Kasseler Halit Yozgat mindestens anwesend war, wird eine politische Verantwortung vermisst. Der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübke ist ebenso unter der Regierung von Volker Bouffier (CDU) geschehen. Hat Bouffier jemals daran gedacht Konsequenzen zu ziehen und sein Versagen beim Rechtsextremismus, Türkenhass sowie antimuslimischen Rassismus anzuerkennen? Nach alldem was in den letzten Jahren im Land Hessen passiert ist und weiterhin passiert, sollte Bouffier wenigstens jetzt den Anstand besitzen und zurücktreten. Virtuelle und persönliche Netzwerke Als mitverantwortlich für das Ableiten in die Radikalität wird zudem oft das Internet benannt. Die terroristischen Netzwerke bilden sich nicht mehr nur persönlich und lokal, sondern immer mehr virtuell und global. Die Radikalisierung spielt sich im Schutze der vermeintlichen Anonymität im Netz ab. Das ist sicherlich wahr. Jedoch müssen wir uns auch fragen, wie weit unser persönliches Umfeld von dieser Radikalität, vom Rassismus, von Muslimfeindlichkeit und Islamhass befallen ist. Forschungen zeigen, dass rechtsextreme, islamkritische, muslimfeindliche, rassistische und menschenverachtende Gedanken und Überzeugungen immer weitere Teile der gesellschaftlichen Mitte erfassen. Wenn wir bedenken, dass wir diese sogenannte Mitte der Gesellschaft bilden, sind wir dann nicht gleichfalls von diesen Ansichten und der Geisteshaltung betroffen? Der mutmaßliche Täter von Hanau war ja nicht komplett isoliert. Er war Mitglied von Vereinen und hatte ein großes Umfeld. Diese Verbände, in denen er sich aufhielt, benötigen ebenso eine genauere Beobachtung. War Tobias Rathjen in seinem Fußballclub oder in dem Schützenverein, bei dem er sich engagierte, der einzige, der solche antimuslimische, rassistische und islamfeindliche Einstellungen besaß? Diese Ereignisse zeigen uns deutlich, dass wir größere Anstrengungen unternehmen müssen, um unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft zu schützen. Wie weit ist unser Umfeld und sind wir persönlich entfernt von Intoleranz und Hass? Ist es nicht möglich, dass auch unter unseren Nachbarn, Vereinskammeraden, Arbeitskollegen, Verwandten und Familienmitgliedern islamfeindliche, rassistische, menschenverachtende, antimuslimische, antisemitische, homophobe oder rechtsradikale Einstellungen existieren? Wie weit sind wir selbst und wie weit sind unsere Gedanken von Hass, Angst vor dem Fremden (Xenophobie) und Intoleranz infiziert? Kennen wir möglicherweise Menschen, oder gehören auch wir vielleicht selbst zu denen, die wie beispielsweise die sogenannten Prepper dazu, die von einem Untergang der Ordnung und von chaotischen Zuständen ausgehen und deshalb für diesen angeblichen Tag X Vorkehrungen treffen, indem sie Waffen, Munition, bestimmte Chemikalien und Nahrung horten, um die, wann auch immer, gestürzte staatliche Ordnung selbst in die Hand zu nehmen? Ich hoffe nicht. Reichsbürger, Identitäre, Prepper. Das sind nur drei Gruppen, über die wir vor zwanzig Jahren höchstwahrscheinlich nie etwas gehört haben. Fragen wir uns, in welche Richtung sich unsere Dorfgemeinschaft, unsere Stadt, unser Bundesland oder Deutschland bewegt? Diversität kommt nicht voran Selbst die Vielfalt und interkulturelle Öffnung von Behörden und Unternehmen, von der oftmals die Rede ist, besitzt Glaubwürdigkeitsdefizite, allen voran vor dem Hintergrund von Forschungsergebnissen, die zu Tage fördern, dass Personen mit deutsch klingenden Namen bei gleicher Qualifikation eher zu Bewerbungsgesprächen eingeladen und eingestellt werden als vermeintlich „fremd“ klingende Namen. So zeigt sich erneut, dass ein „wir“ und „ihr“ in vielen Köpfen fortbesteht, ja oft gar schon zementiert ist. Ähnliche Defizite existieren auf dem Wohnungsmarkt. Einheit, Respekt, Toleranz und Pluralismus für ein weltoffenes Deutschland Unsere Erinnerungskultur, die wir nach dem Zweiten Weltkrieg in allen Bereichen hoch halten, leben und weitergeben, scheint sich nicht bewährt zu haben. Sie ist zu eng gestreut und muss erweitert, ja reformiert werden. Fast hundert Jahre nach dem Genozid an den Juden, dem Holocaust, müssen wir unseren Horizont erweitern. Nicht nur allein Antisemitismus ist ein Problem, ein Gift in Deutschland. Dieses Gift trägt auch den antimuslimischen Rassismus, Islamfeindlichkeit und Türkenhass in sich. Wir alle müssen unsere liberale Ordnung beschützen. Unser demokratisches und pluralistisches System darf nicht den Radikalen überlassen werden. Mit all unserer Vielfalt und Verschiedenheit stehen wir gemeinsam für Eintracht, Rechtstaatlichkeit und Freiheit. Was wir aus Hanau lernen sollten, ist eine Einheit zu sein. Eine Einheit gegen Extremismus. Eine Einheit für Respekt, Toleranz, Pluralismus, Demokratie und Freiheit. Eine plurale Einheit gegen Hass, Gewalt und Ausgrenzung. Das ist das weltoffene Gesicht Deutschlands. Damit wird Deutschland auch in Zukunft erstrahlen. Hoffentlich. Den Worten müssen Taten folgen, damit aus Worten nicht Taten werden!
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Yasin Baş
Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?”, „nach-richten: Muslime in den Medien” sowie „Muslime in den Medien 2018″.