Start Politik Ausland Syrienkrise Nach Idlib-Angriff: Russland kündigt Türkei-Besuch an

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Nach Idlib-Angriff: Russland kündigt Türkei-Besuch an

Nach dem Angriff syrischer Truppen auf türkische Beobachtungsposten in Idlib, wird am Samstag eine russische Delegation in Ankara erwartet, um die eskalierende Situation zu besprechen, sagte der türkische Außenminister am Freitag.

(Foto: Mfa)
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Ankara – Nach dem Angriff syrischer Truppen auf türkische Beobachtungsposten in Idlib, wird am Samstag eine russische Delegation in Ankara erwartet, um die eskalierende Situation zu besprechen, sagte der türkische Außenminister am Freitag.

Die Ankündigung von Mevlut Cavusoglu erfolgte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem slowakischen Amtskollegen Miroslav Lajcak in der Hauptstadt, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat daraufhin bei einer Kabinettssitzung in Ankara der syrischen Regierungsarmee ein Ultimatum zum Rückzug hinter die türkischen Beobachtungsposten in der Provinz Idlib gestellt.

Sollten sich die syrischen Soldaten nicht bis Ende des Monats hinter diese Linie zurückgezogen haben, werde die Türkei sie zurücktreiben, so Erdogan.

In einem Telefongespräch mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin warnte Erdogan am Dienstag, der Angriff auf die türkischen Truppen sei ein schwerer Rückschlag für die „gemeinsamen Bemühungen, einen Frieden in Syrien durchzusetzen“. Ankara werde es nicht zulassen, dass syrische Truppen weiter an Boden gewinnen, berichtet die Deutsche Welle. 

Anfang der Woche wurden bei Angriffen der syrischen Regimekräfte sieben türkische Soldaten und ein Zivilist getötet. Als Vergeltungsmaßnahme habe das türkische Militär mehr als 50 Stellungen angegriffen und über 70 „Regimetruppen neutralisiert“, so Verteidigungsminister Hulusi Akar.  In Idlib hat die Türkei insgesamt zwölf Beobachtungsposten eingerichtet. Basis dafür ist ein Abkommen mit Russland von 2018.

Cavusoglu sagte, die Türkei und Russland würden eng zusammenarbeiten, um die Krise zu lösen.

Auf die Frage nach den jüngsten Entwicklungen in der strategischen Stadt Saraqib, östlich von Idlib, sagte Cavusoglu, dass die Situation dort weiterhin kritisch sei, da die Angriffe des Regimes anhielten.

Aufgrund der anhaltenden Angriffe seien Hunderttausende von Zivilisten vertrieben worden, sagte er und fügte hinzu, dass trotz der Vereinbarungen in Sotschi und Astana die Aggression des Regimes zugenommen habe.

Ankara werde alles daran setzen, einen dauerhaften Waffenstillstand zu erreichen und eine humanitäre Krise in Idlib – der letzten Hochburg der Oppositionskräfte in dem vom Krieg zerrütteten Land – zu verhindern.

Am Donnerstag rückten die von Russland unterstützten syrischen Streitkräfte in einer Bodenoffensive durch die Provinz Idlib vor, der wochenlange intensive Luftangriffe vorausgegangen waren.

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