Start Panorama Ausland Coronavirus Corona-Ausbruch: Russland könnte mehr Lebensmittel aus der Türkei importieren

Coronavirus
Corona-Ausbruch: Russland könnte mehr Lebensmittel aus der Türkei importieren

Russland könnte Obst-, Gemüse- und Meeresfrüchteprodukte aus der Türkei oder Marokko importieren und damit die Einfuhren aus China inmitten des Coronavirus-Ausbruchs ersetzen, sagte der Vertreter eines russischen Lebensmittelverbandes am Mittwoch.

(Beispielfoto: nex24)
Teilen

Moskau – Russland könnte Obst-, Gemüse- und Meeresfrüchteprodukte aus der Türkei oder Marokko importieren und damit die Einfuhren aus China inmitten des Coronavirus-Ausbruchs ersetzen, sagte der Vertreter eines russischen Lebensmittelverbandes am Mittwoch.

„Gemüse, Obst und Meeresfrüchte bilden die Grundlage der chinesischen Lebensmittelexporte nach Russland […] Im Moment können die zurückgehende Menge [von Lebensmitteln] leicht durch Lieferungen aus anderen Ländern wie Marokko und der Türkei ersetzt werden“, sagte Dmitry Vostrikow, Leiter des russischen Verbandes der Lebensmittelhersteller und -lieferanten, gegenüber der Nachrichtenagentur TASS, berichtet Anadolu. 

Nach dem Ausbruch des tödlichen Coronavirus, das bisher 491 Menschenleben forderte, haben viele Länder ihre Importe aus China ausgesetzt.

Laut Vostrikow wurden in den ersten 11 Monaten des Jahres 2019 insgesamt 453.000 Tonnen Gemüse im Wert von 370 Millionen Dollar aus China importiert. „Israel steht in diesem Bereich mit 139.000 Tonnen im Wert von 135 Millionen Dollar an zweiter Stelle. An dritter Stelle steht die Türkei mit 136.000 Tonnen im Wert von 148 Millionen Dollar“, betonte Vostrikow.

Wirtschaftliche Folgen

Mittlerweile sind in China zahlreiche Wirtschaftszweige von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Etliche Airlines haben ihre Flüge nach China eingestellt. Fabriken stehen still. In der besonders betroffenen Stadt Wuhan ging die Produktion von TV-Displays zurück. Dort befinden sich allein fünf verschiedene Werke, berichtet die tagesschau.

Demnach werden die stillstehenden Fabriken zunehmend zum Problem der global verzahnten Lieferketten. Der südkoreanische Hersteller Hyundai etwa habe ankündigt, seine gesamte Produktion im Heimatland noch in dieser Woche auszusetzen. Grund seien fehlende Teile, die normalerweise aus China geliefert werden. Analysten gingen davon aus, dass ähnliche Probleme viele Unternehmen treffen werden, berichtet die tagesschau weiter. In den betroffenen Städten Chinas seien etliche Geschäfte zu. Die schwedische Modekette H&M etwa habe 45 Filialen vorübergehend dichtgemacht.

WHO: Kein Durchbruch im Kampf gegen Corona

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es noch kein Mittel gegen das Coronavirus. Ein WHO-Sprecher in Genf sagte, es gebe „keine bekannte wirksame Therapie“ gegen das Virus. Er reagierte damit auf anderslautende Medienberichte.

Das Coronavirus breitet sich auch außerhalb Asiens immer weiter aus und hat mittlerweile auch Deutschland erreicht. Zwölf Infizierte gibt es mittlerweile. In mehreren Bundesländern gibt es inszwischen immer mehr Verdachtsfälle.

Hierzu das Bundesgesundheitsministerium: 

Am 31. Dezember 2019 wurde das WHO-Landesbüro in China über eine Häufung von Patienten mit einer Pneumonie (Lungenentzündung) unbekannter Ursache in Wuhan, einer Stadt mit 19 Millionen Einwohnern in der Provinz Hubei, China, informiert.

Wo liegt der Ursprung?

Nach Angaben der chinesischen Behörden in Wuhan waren einige Patienten als Händler oder Verkäufer auf dem Huanan-Seafood-Markt in Wuhan tätig. Es ist der größte Seafood-Markt in Wuhan mit über 600 Ständen und 1.500 Arbeitern. Es wird berichtet, dass auch Wildtiere bzw. Organe von anderen Tieren und Reptilien auf dem Markt angeboten wurden.

Gab es ähnliche Fälle bereits?

Bei dem neuen Virus handelt es sich um einen Erreger aus der Familie der Coronaviren, also aus derselben Familie wie das SARS (severe acute respiratory syndrome) und das MERS-CoVirus (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus).

In Deutschland gab es im Jahr 2003 neun wahrscheinliche SARS-Fälle, wovon letztlich vier Patientenproben negativ waren. Eine Weiterverbreitung der Erkrankung innerhalb Deutschlands ist nicht aufgetreten.

Wie erfolgt die Übertragung?

Aktuell wissen wir hierüber noch zu wenig. Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung von SARS erfolgt(e) hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion (selten auch Schmierinfektion). Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankungsbeginn, beträgt ca. zwei bis sieben, maximal aber bis zehn Tage.

Wie äußert sich die Krankheit?

Die klinischen Anzeichen und Symptome der Erkrankung sind hauptsächlich Fieber, wobei einige Patienten Schwierigkeiten beim Atmen haben.

Die möglichen Symptome bei SARS waren Fieber über 38°C, in Kombination mit Husten, Myalgien (Muskelschmerzen), Atemnot oder Kurzatmigkeit.