Türkisch-pakistanische Beziehungen
Khan: „Erdogan könnte auch in Pakistan die nächsten Wahlen gewinnen“

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Islamabad (nex) – Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage von Gallup International, einem in der Schweiz ansässigen globalen Verbund von Meinungsforschungsunternehmen, ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan der weltweit beliebteste muslimische Politiker. Nach Ansicht des pakistanischen Premierministers Imrak Khan könne Erdogan auch im weit entfernten Pakistan Wahlen gewinnen. „Ich kann mit Sicherheit sagen, dass er [Erdogan] die nächsten Wahlen in Pakistan gewinnen kann“, sagte Khan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem türkischen Staatschef im Anschluss an das pakistanisch-türkische Wirtschafts- und Investitionsforum, das am Freitag unter dem gemeinsamen Vorsitz beider Politiker in Islamabad stattfand. Während Erdogans zweitägigem Besuch in Pakistan führte der türkische Präsident zusammen mit einer hochrangigen Delegation Gespräche mit pakistanischen Regierungsvertretern über ein breites Spektrum an Themen, die sowohl bilaterale als auch regionale und internationale Angelegenheiten betrafen.

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– Umfrage – Präsident Erdogan beliebtester Politiker des Nahen Ostens

Eine Umfrage des in Washington D.C ansässigen amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center ergab, dass den Befragten zufolge die Türkei unter den Ländern mit dem größten Einfluss in der Politik des Nahen Ostens den höchsten Anstieg verzeichne.

Präsident Erdogan beliebtester Politiker des Nahen Ostens

NRW
Politikwissenschaftler: „Im Vergleich zur SPD sind die Grünen die stärkere und jüngere Kraft“

Essen – Der Politikwissenschaftler Ulrich von Alemann sieht die Grünen in NRW auf dem Weg zur Volkspartei. „Im Vergleich zur SPD sind die Grünen die stärkere und jüngere Kraft. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Grünen die SPD auch in NRW ersetzen. Die SPD hat in NRW derzeit keinen ,Menschenfänger“, um als Alternative wahrgenommen zu werden‘, sagte von Alemann der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Die Grünen seien in NRW und bundesweit „schon fast eine Volkspartei der linken Mitte, erfolgreich als Oppositions- und als Regierungspartei“. Zwar seien die NRW-Grünen im Vergleich mit anderen Landesverbänden wie Baden-Württemberg eher „blassgrün“, sagte der Forscher. Die Grünen-Landesvorsitzenden Mona Neubaur und Felix Banaszak seien bei weitem nicht so bekannt wie Winfried Kretschmann, Annalena Baerbock oder Robert Habeck. „Dennoch gelingt es ihnen, auf der bundesweiten Erfolgswelle der Grünen mit zu surfen.“ Kritik übte von Alemann an der Kohleausstiegs-Politik von CDU und SPD: „Diese Parteien kümmern sich überproportional um die Zukunft der Bergleute im Rheinischen Revier. Milliarden Euro fließen in die Bewältigung des Kohleausstiegs. Die Kumpel haben zwar einen hohen Symbolwert, aber Beschäftigte in anderen Branchen, zum Beispiel im Einzelhandel, sind in vergleichbaren Situationen, und um die kümmert sich die Politik kaum.“

Ägäis-Krise
Ägäis: Griechischer Ex-Admiral gibt Türkei recht

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de Es war der 25. Januar 1995, als der Bug des Frachtschiffs Figen Akat vor der Felseninsel Kardak im ägäischen Meer auf Grund lief. Der Kapitän sendete einen Notruf aus, um von der türkischen Küstenwache Hilfe zu bekommen. Das herbeigeeilte Schnellboot der griechischen Küstenwache bot dem Kapitän seine Hilfe an und erklärte dem Schiffsführer, er befinde sich gerade in griechischen Hoheitsgewässern. Der Kapitän des Frachtschiffs lehnte das Hilfsangebot der griechischen Küstenwache ab und betonte, dass er sich in türkischen Hoheitsgewässern befinde und ein Hilfsgesuch an die türkische Küstenwache gesendet habe. Die unbewohnte Insel liegt 3,8 Seemeilen (7,03 km) vom türkischen Badeort Bodrum entfernt. Was jedoch danach vonstattenging, wurde in den deutschen Medien als „Kardak/Imia-Krise“ bezeichnet. Allerdings behaupteten damals zahlreiche deutsche Medien die Felseninsel gehöre zu Griechenland, was allerdings nicht richtig ist. In der Ägäis gibt es viele unbewohnte Inseln, wo der rechtliche Status dieser Eilande nicht geklärt ist. Es mag sein, dass die griechische Seite alle diese unbewohnten Inseln in der Ägäis als ihre Inseln ansieht, aber rein juristisch betrachtet steht diese Behauptung auf tönernen Füßen. In Artikel 121 Paragraf 3 der Seerechtskonvention steht „Felsen, die für die menschliche Besiedlung nicht geeignet sind oder ein wirtschaftliches Eigenleben nicht zulassen, haben keine ausschließliche Wirtschaftszone und keinen Festlandsockel.“ Griechenland hat in der Vergangenheit und versucht auch jetzt unbewohnte Inseln zu besiedeln. Der Grund ist nach Artikel 121 Paragraf 3 ganz eindeutig. Damit werden vollendete Tatsachen geschaffen, um für diese Inseln dann eine Ausschließliche Wirtschaftszone und einen Festlandsockel zu deklarieren und somit unter griechische Hoheit übergehen. Diese Vorgehensweise grenzt an modernes Raubrittertum. Exemplarisch ist die Kardak-Krise von 1995, weil Griechenland 1995 mit militärischen Mitteln versucht hat eine unbewohnte Insel zu besetzen, obwohl diese Insel territorial betrachtet gar nicht zu Griechenland gehört. Ich werde jetzt die Äußerungen des ehemaligen griechischen Admirals zur See, Andonis Andonyadis, in verkürzter Form wiedergeben, der mit seinem Statement in Griechenland für Aufsehen gesorgt hatte. Ich persönlich halte die Anmerkungen des pensionierten Admirals für bedeutsam, weil es eine differenzierte Sichtweise zum Thema aufzeigt. Er hat dieses Statement gegenüber dem griechischen Nachrichtenportal für Verteidigungsfragen Militarie gegeben und der Athener Korrespondent der Tageszeitung Hürriyet, Yorgo Kirbaki, hat die Stellungnahme des Admirals niedergeschrieben. Ich habe die Thesen von Admiral Andoyadis zusammengefasst: Der Luftraum über der Ägäis Die offizielle griechische Position: Die griechischen Hoheitsgewässer in der Ägäis betragen 6 Seemeilen. Ein königliches Dekret aus dem Jahre 1931 hat die Grenze des griechischen Luftraums über der Ägäis auf 10 Seemeilen festgelegt. Andonyadis erklärt, es gebe kein anderes Land auf der Welt, in dem die Grenzen des Luftraums von den Grenzen der Hoheitsgewässer abweichen. Die Grenzen des griechischen Luftraums von 10 Seemeilen würde nicht nur die Türkei nicht anerkennen, sondern auch andere Staaten. Die Griechen behaupteten, die Türkei würde internationales Recht und das Seerecht brechen, obwohl die Festlegung von 10 Seemeilen griechischen Luftraums gegen das internationale Seerecht verstoße. Die offizielle griechische Position: Obwohl der zivile Luftverkehr über der Ägäis durch Athen (Flight Information Region) kontrolliert werde, würden türkische Kampfflugzeuge ohne vorherige Ankündigung in den griechischen Luftraum eindringen und verletzen. Die griechischen Kampfflugzeuge würden den türkischen Kampflugzeugen mit dem Abfangen antworten. Nach Admiral Andonyadis handelt es sich beim FIR (Flight Information Region) um kein Hoheitsgebiet bzw. können daraus keine Souveränitätsrechte abgeleitet werden. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO habe militärisch genutzte Flugzeuge nicht dazu verpflichtet ihren Flugplan mitzuteilen, sondern lediglich eine Empfehlung dazu ausgesprochen. Türkische Kampfflugzeuge seien nicht verpflichtet ihren Flugplan mitzuteilen. Tiefflüge Die offizielle griechische Position: Türkische Kampfflugzeuge fliegen im Tiefflug über den Inseln. Damit will die Türkei den Status der griechischen Inseln in Zweifel ziehen. Um von ihrer eigentlichen Route abzuweichen, benötige ein Kampfflugzeug, so Andonyadis, mindestens 6 Meilen (9,66 km). Die Geografie der Ägäis sei bekannt. Es gebe zwar in der Fliegerei keinen derartigen Begriff, aber nach Ansicht von Andonyadis seien aber die Flüge [Anm. der Red. der türkischen Kampfflugzeuge] harmlos. Gemäß dem Fall, ein türkisches Kampflugzeug fliege über Rhodos. Aber daraus zu interpretieren, dass die Türkei die griechische Souveränität über der Insel Rhodos in Zweifel ziehe, sei nicht richtig. Er glaube auch nicht, dass sich die offizielle türkische Verteidigungspolitik zum Ziel gesetzt habe die [griechischen] Inseln zu besetzen.  

Ratgeber
Vorteile von Internetmarketing – was die Branche auszeichnet

Das Unternehmertum ist eine Welt, die sich stetig verändert und ein enormes Potential birgt. Derzeit macht vor allem eine Branche von sich reden – das Internetmarketing. Internetmarketing ist in aller Munde und hat auch in Deutschland seine Kreise gezogen. Die Zahl an Unternehmen, die im Internet tätig sind, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Immer mehr Menschen versuchen sich als Internetmarketer. Da es viele Internet-Geschäftsideen gibt, war diese Entwicklung zu erwarten. Es ist sogar damit zu rechnen, dass die Zahl an Unternehmern noch weiter zunehmen wird. Womöglich spielen auch Sie mit dem Gedanken. Doch bevor Sie sich ins Abenteuer stürzen, sollten Sie wissen, welche Vorteile die Branche überhaupt bietet. Viel Spielraum bei der Targetierung seiner Zielgruppe Ein enormer Vorteil des Internetmarketings ist, dass die Möglichkeit besteht, seine Zielgruppe präzise zu targetieren. Bei Offline-Werbekampagnen ist das nur zu einem bestimmten Maß möglich. Die meisten Offline-Maßnahmen richten sich an eine breite Masse. Die Targetierung einer bestimmten Zielgruppe ist umständlich. Im Internet hingegen ist es etwas ganz anderes. Egal ob Sie Ads über Social Media oder Google schalten – Sie haben zahlreiche Möglichkeiten zur Targetierung. Welche Kriterien Sie letztendlich einstellen können, hängt von der jeweiligen Plattform ab. Grundlegende Dinge wie Alter, Geschlecht und Hobbys können im Grunde immer angegeben werden. In der Regel sind die Individualisierungsmöglichkeiten bei Werbeanzeigen jedoch deutlich umfangreicher. Marketer haben also reichlich Spielraum bei der Targetierung. So laufen Werbekampagnen nicht so leicht ins Leere, was eine Menge Geld spart. Eine riesige Reichweite Es gibt eigentlich keine Branche, wo eine höhere Reichweite vorliegt, als beim Internetmarketing. Es ist theoretisch möglich Millionen von Menschen zu erreichen. Und das nicht nur in einer bestimmten Region, sondern weltweit. Bezüglich der Reichweite gibt es praktisch keine Einschränkungen. Allein die Reichweite einzelner Social-Media-Plattformen liegt bei mehreren Millionen. Wer gar noch Google oder vergleichbare Dienste einbezieht, merkt schnell, was für ein enormes Potential vorliegt. Unternehmer, die sich im Bereich des Internetmarketings durchsetzen können, haben in der Regel eine enorme Reichweite. Dieser Vorteil zeigt sich vor allem bei Werbeanzeigen. Viele Menschen mit Ads zu erreichen, ist überhaupt kein Problem und muss nicht einmal kostenintensiv sein. Wer hingegen über Offline-Werbung wie Fernsehwerbung eine breite Masse erreichen will, wird hohe Summen investieren müssen. Zahlreiche Möglichkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen Im Gegensatz zu anderen Branchen gibt es beim Internetmarketing praktisch keine Grenzen, was die Auswahl der Projekte angeht. Es können Projekte in den unterschiedlichsten Bereichen realisiert werden. Die Welt des Internets ist riesig und dementsprechend eröffnet sich eine enorme Bandbreite an potentiellen Geschäftsideen. Sie können also immer in einem Bereich tätig werden, der Sie persönlich anspricht. Dadurch bringen Sie die erforderliche Leidenschaft mit. Das wiederum kann sich ungemein auf den Erfolg Ihres Unternehmens auswirken. Diese enorme Vielfalt hat aber nicht nur Vorteile. Dadurch, dass so viele Möglichkeiten zur Verfügung stehen, können sich einige Internetmarketer nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren. Erfolge lassen sich analysieren und visualisieren Beim Internetmarketing haben Sie das Glück, verschiedene Tools zur Verfügung zu haben. Vor allem wenn es um die Analyse geht, ist die Bandbreite an Tools enorm. Tools bieten die Möglichkeit, seine Erfolge genau zu messen. So lässt sich unter anderem die Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen feststellen. Diese Werkzeuge bieten Internetmarketern viel Spielraum. Sie können beispielsweise die Entwicklung des Unternehmens visualisieren. Das ist für einen persönlich interessant und auch dann von Nutzen, wenn eine Konferenz mit Mitarbeitern oder Partnern ansteht. Aufgrund der DSVGO sollten Sie sich jedoch näher über die Nutzung bestimmter Tools informieren. Gerade solcher, die personenbezogene Daten sammeln. Wenn es um die Analyse geht, ist das aber häufig der Fall. Kaum eine Branche hat mehr Zukunftspotential Nicht alle Branchen haben von der Digitalisierung profitiert. Einige sind sogar kurz vor dem Aussterben. Solche Entwicklungen haben natürlich ihre Kehrseite und als Unternehmer möchte man sich nicht in einer derartigen Lage befinden. Doch beim Internetmarketing ist es im Grunde nicht nötig, sich Gedanken darüber zu machen. Es steht außer Frage, dass die Branche Zukunftspotential hat. Sie wird sich in den kommenden Jahren noch stark weiterentwickeln und damit womöglich an Relevanz gewinnen. Das bedeutet für Internetmarketer allerdings auch, dass sie aufkommende Veränderungen immer im Blick haben sollten. Denn die Konkurrenz schläft nicht und mit zunehmender Modernisierung tun sich neue Wege auf. Noch gibt es wenig umkämpfte Bereiche Die Welt des Internetmarketings ist schon lange nicht mehr mit attraktiven Nischen überlaufen. Inzwischen gibt es einige Unternehmer, die sich in dem Bereich etabliert haben. Manche Nischen sind sogar komplett überlaufen. Dennoch ist die Situation noch weit besser als im Offline-Markt. Es gibt nach wie vor interessante Bereiche, die kaum umkämpft sind. In solchen Bereichen ein Projekt aufzubauen, ist in der Regel um einiges vielversprechender, als im Offline-Markt sein Glück zu versuchen. Das erfordert aber auch eine ordentliche Konkurrenzanalyse. Denn nur mit einer solchen lässt sich ausmachen, wo noch verborgenes Potential steckt.

Islamfeindlichkeit
Bombendrohungen gegen Moscheen: Wo bleibt der Aufschrei?

Ein Gastkommentar von Yasin Baş Wo bleibt der Aufschrei nach den rechtsterroristischen Bombendrohungen und Übergriffen der letzten Tage gegenüber Moscheen in Deutschland? Gehen die rassistisch und menschenfeindlich motivierten Angriffe auf Muslime und deren Gotteshäuser in dem Eiltempo weiter, kann dies zur Spaltung der Gesellschaft führen. Warum? Weil immer mehr Betroffene über eine sogenannte Solidaritätsverweigerung der Mehrheitsgesellschaft und der Politik oder über Verunsicherung und Vertrauensverlust in die Arbeit der Ermittlungsbehörden sprechen. Das zu hören, sollte uns nicht nur beunruhigen, sondern alarmieren. Denn es ist das Vertrauen, die Sicherheit und die Solidarität, die uns zusammenhält. Spaltungspotential ist gestiegen Die permanente Diffamierung, Drohung und Gewalt gegen Muslime richtet sich sowohl gegen unser demokratisches System als auch gegen das friedliche und gemeinsame Zusammenleben aller Menschen in unserem Land. Die Bombendrohungen gegen Moscheen in Aachen, Bielefeld, Essen, Hagen, Pforzheim und Unna sowie ein Übergriff auf eine zukünftige Moschee in Brühl beabsichtigen, Zwietracht zu schüren, unsere offene und tolerante Gesellschaft zu spalten und die Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Die Taten bezwecken ferner, den Frieden in Deutschland zu schänden und Hass zu säen. Und diese antimuslimischen Taten verfolgen nicht zuletzt, unsere gemeinsamen Werte zu zerstören. Rechtspopulismus und Islamfeindlichkeit etablieren sich im Zentrum Politik, Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen sind mehr denn je gefordert, sich entschlossener gegen Rassismus, Islamfeindlichkeit und Diskriminierung zu erheben. Die hetzerische Stimmung gegenüber manchen gesellschaftlichen Gruppen nimmt in den letzten Jahren – auch und insbesondere in Europa – weiter zu. Die Etablierung rechtspopulistischer und rassistischer Parteien, islamfeindlicher Mainstream-Akteure sowie sogenannter islamkritischer Journalisten und Experten, die immer mehr Platz in der gesellschaftlichen Mitte finden, weist leider nicht in eine hoffnungsvolle Zukunft. Mehr Sicherheit und Vertrauen schaffen Zugleich sind unsere Behörden mehr denn je gefordert, Sicherheit und Vertrauen herzustellen. Denn nicht zuletzt die rechtsterroristischen Morde des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) in Deutschland oder dubiose V-Leute bzw. Kontaktpersonen im Umfeld sogenannter „islamistischer“ Täter zeigen immer wieder, dass auf diesem Feld noch viele Fragen unbeantwortet sind. Moscheen wie Synagogen schützen Überdies ist es beunruhigend, dass trotz steigender Übergriffe auf Moscheen und Muslime immer noch keine ausreichenden Konzepte dagegen existieren. Wie wäre es zum Beispiel, dass es neben dem jetzigen Beauftragten für Antisemitismus auch das Amt eines Beauftragten der Bundesregierung für Islamfeindlichkeit (Islamophobiebeauftragten) zu schaffen? Außerdem muss schließlich die Frage öffentlich erörtert werden, ob Moscheen genauso wie Synagogen besonders durch unsere Polizei geschützt werden müssen. Der Zeitpunkt für einen flächendeckenden Objektschutz von Moscheen scheint sogar überschritten und somit dringend erforderlich. Demokratiefeinde auch in den eigenen Reihen? Jede Art von Drohung und Gewalt muss aufs Schärfste verurteilt und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln ermittelt und geahndet werden. Diese koordinierten Drohungen und deren Hintergründe mit all ihren verzweigten Netzwerkstrukturen müssen dringend lückenlos aufgeklärt werden. Deshalb ist es konsequent, dass bei den bundesweiten Razzien gegen mutmaßliche Rechtsterroristen, die unsere Staats- und Gesellschaftsordnung zerstören wollten, zwölf Verdächtige festgenommen wurden. Betroffenheit löst dabei nur aus, dass es unter den Verdächtigen auch Mitarbeiter gab, die bei Behörden tätig waren. Das zeigt, dass wir die Demokratiefeinde leider auch immer mehr in unseren eigenen Reihen suchen müssen. Regierungssprecher Seibert: „Widerwärtiges Verhalten“ Ein wichtiges Signal der Solidarität kam unterdessen von Regierungssprecher Steffen Seibert. Er verurteilte die Drohungen oder Beschädigungen von islamischen Einrichtungen der letzten Tage und bezeichnete diese als „ein widerwärtiges Verhalten“. Die Bundesregierung fühle sich wie alle staatlichen Kräfte dem Ziel verpflichtet, sagte Seibert, allen Menschen ihre Religionsausübung im Rahmen der deutschen Rechtsordnung zu ermöglichen. 2019 jeden zweiten Tag islamfeindliche Angriffe Unterdessen wurde am Montag bekannt, dass es in Deutschland im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesregierung statistisch jeden zweiten Tag islamfeindliche Angriffe gegeben habe. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz bezifferte die Taten als „rechten Terror“. Demnach wurden 2019 184 Fälle islamfeindlich motivierter Übergriffe gegen Einrichtungen oder Personen polizeilich registriert. Buchholz forderte, die Bundesregierung müsse endlich entschiedene Schritte gegen islamfeindliche Gewalt und Diskriminierung ergreifen. Staatliche und zivile Kräfte bündeln Der islamfeindliche Rechtsterrorismus bedroht uns alle gleichermaßen, weil es sich gegen unsere Staats- und Gesellschaftsordnung richtet. Dem müssen wir uns alle zusammen, mit allen staatlichen und zivilen Institutionen und Kräften entgegenstellen.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Yasin Baş
Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?”, „nach-richten: Muslime in den Medien” sowie „Muslime in den Medien 2018″.  

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– Türkei-Beben – Salt Bae-Nusret: Millionen-Spende für Erdbebenopfer in der Türkei

Nach dem schweren Erbeben der Stärke 6,8 im Südosten der Türkei, bei dem nach letzten Informationen 41 Menschen starben, gibt es eine beispielhafte Solidarisierung mit den Notleidenden.

Salt Bae-Nusret: Millionen-Spende für Erdbebenopfer in der Türkei
 

Luftfahrt-News
Türkische Airline Atlas Global meldet Insolvenz an

Istanbul – Die türkische Ferienfluggesellschaft hat am Mittwoch Konkurs angemeldet und den Flugbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die zivile Luftfahrtbehörde bestätigte am heutigen Freitag die Meldungen in einem Tweet. Das Unternehmen habe Konkurs angemeldet und ihre Flüge eingestellt, weil sie ihr operatives Geschäft nicht weiterführen konnte. Wie Geschäftsführer Murat Ersoy, Bruder des türkischen Tourismusministers Mehmet Nuri Ersoy, gegenüber Medien in der Türkei bestätigte, wurden alle Beschäftigten der Airline entlassen. Sie hatten bereits seit drei Monaten keine Gehälter mehr bekommen. Wie das Touristikportal Tourexpi berichtet, sitzt die Fluggesellschaft auf einem Schuldenberg von 200 Millionen US-Dollar. Zu den Gläubigern zählten Flughäfen, Treibstofflieferanten und Banken. https://twitter.com/bulentyldrm21/status/1227702432383279104 https://twitter.com/HavArenaMedya/status/1227594535968104448 Bereits am 26. November 2019 hatte Atlasglobal den Flugbetrieb eingestellt, jedoch zeitgleich angekündigt, dass es sich nur um eine rund einmonatige Auszeit handele. Während dieser wollte sich die private Fluggesellschaft nach eigenen Angaben neu strukturieren, um ihren Passagieren anschließend ein einzigartiges Flugerlebnis zu bieten. Wie zugesichert hob die Flotte der Airline am 21. Dezember wieder ab, ein Großteil der bis dahin elf betriebenen Jets wurde allerdings an die Leasinggeber zurücküberstellt. Atlasglobal war 2015 aus der zuvor vom Reiseveranstalter Öger Tours gegründeten Atlasjet hervorgegangen, agierte jedoch bereits seit 2006 unabhängig, berichtet flug.check24. 

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– Luftfahrt-News – Turkish Airlines-Tochter Anadolu Jet startet Flüge nach Deutschland

Der Billigflieger AnadoluJet, eine Tochterfirma von Turkish Airlines, soll erstmalig internationale Verbindungen vom Istanbuler Airport Sabiha Gökcen aufnehmen.

Turkish Airlines-Tochter Anadolu Jet startet Flüge nach Deutschland
     

Meinung
Kommentar: Die verdrehte Welt der Seyran Ates

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Steinigungspraktikanten in Afghanistan haben der selbsternannten Imamin Seyran Ates den Start in den Tag versaut. Es liegt ihr sichtlich am Herzen, dass diesen „Befürwortern dieser Praxis das Wasser“ abgegraben wird. Was war geschehen? Offenbar stieß die Dame während ihrer tiefen Andacht beim scrollen durchs Netz auf ein Video, in der irgendwelche Steinigungspraktikanten der Taliban ihr Werk verrichteten. Wann das Video entstand, ob es nur wieder aus den Annalen hervorgekramt wurde, niemand weiß es. Zunächst einmal liegt Afghanistan rund 5.000 km entfernt von der Ibn Rushd – Goethe Moschee in Berlin. Nicht einmal Google Maps will und kann dem Taliban eine Route anbieten und ihnen den Weg nach Berlin aufzeigen, um hier Ehebrecher, Homosexuelle oder leicht bekleidete Damen, Pezevenks, Kreditgeber und Imaminen zu steinigen.
(Screenshot/Twitter/seyranates)
Außerdem verteidigt die parlamentarische Armee der Bundesrepublik Deutschland am sogenannten Hindukusch in Afghanistan die innere und äußere Sicherheit Deutschlands. Jeder Steinigungspraktikant macht derzeit einen großen Bogen um kontrollierte Gebiete in Afghanistan. Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland genug andere Ladenhüter, die nicht hervorgekramt werden. Es gibt Biodeutsche, die muslimischen oder nationalen Minderheiten das Leben schwer machen und sogar nach dem Leben trachten. Erst gestern hatten linke oder rechte Telefonpraktikanten Bombendrohungen in Essen, Unna und Hagen ausgesprochen. Die Ibn Rushd – Goethe Moschee war Gott sei Dank nicht dabei. Des Öfteren trifft es Ditib-Moscheen, die von völkisch-kurdischen Minderbemittelten tätlich angegriffen oder in Brand gesteckt werden. Nach 75 Jahren „Nie wieder!“ explodiert zudem der Antisemitismus in Deutschland. Merkwürdigerweise waren 2018 in 90 Prozent der Fälle nicht Muslime oder Ausländer involviert, sondern das rechte deutsche Spektrum. Das sagen die offiziellen Zahlen des BKA. Dann gibt es auch ganz banale Sachen, die einem auffallen, aber den Start in den Tag keineswegs vermasseln: Omas und Opas die statt Hunde Gassi zu führen, Pfandflaschen sammeln. RentnerInnen, die mit ihrer dreistelligen Rentensumme kaum über die Runde kommen und derzeit die Heizungen auf „Frostschutz“ heruntergeregelt und bei Kerzenlicht das Leben Revue passieren lassen. Außerdem gibt es noch die vielen Obdachlosen, die doppelt Glück haben. Einerseits ist der diesjährige Winter ebenso milde wie in den Vorjahren und andererseits gibt es mehr spendable Dönerläden als Tafeln. Und wenn der Start in den Tag auch von Meldungen aus Thüringen, Hiobsbotschaften über Massenentlassungen in der Automobilindustrie, Kurzarbeit in der Maschinenbaubranche, Rentenkürzungen oder Allianzen einer selbsternannten Imamin mit rechtspopulistischen Parteien nicht versaut werden kann, dann ist die Welt noch heile. Manchmal muss man wirklich kackblöde sein, um als Weltenverbesserer ein Video von weit, weit weg heranzuziehen und zu beweisen, wie schlecht es um Deutschland und Europa bestellt ist. Nabi Yücel – yuecelnabi@hotmail.de
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Medgold Resources – Serbien: Milliarden-Dollar Goldvorkommen entdeckt

Das kanadische Unternehmen Medgold Resources bestätigte nun eine erste eigene Mitteilung, wonach es in Südserbien Indikatoren für reiche Edelmetallvorkomnen gefunden hat.

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Kommentar
Deniz Yücel drohen in der Türkei 16 Jahre Haft

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Für den WELT-Journalisten Deniz Yücel ist zumindest in der Türkei die Welt nicht mehr in Ordnung. Die türkische Staatsanwaltschaft fordert in ihrer neu verfassten Anklageschrift für den Journalisten nun 16 Jahre Haft. Wegen Volksverhetzung, Terrorpropaganda und die sogenannte Majestäts-Beleidung soll Deniz Yücel sich vor der türkischen Justiz verantworten. Der Vorwurf der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation sowie Terrorpropaganda für die Gülen-Sekte wurde dagegen fallen gelassen. Der Vorwurf der Beleidigung des Staatspräsidenten ist neu und stützt sich laut der WELT auf einen Artikel („Der Putschist“) der WELT AM SONNTAG, in der die Notstandsmaßnahmen und Massenverhaftungen nach dem gescheiterten Putschversuch kritisiert werden. Deniz Yücel muss nun nicht nur beweisen, dass die Titelüberschrift in der WELT AM SONNTAG überspitzt formuliert war und inhaltlich nur die Verhaftungswelle sowie die Maßnahmenpakete hinterfragt bzw. kritisiert wurden, sondern, dass die Artikel über die Terrororganisation PKK und mit einem PKK-Führer unzweideutig waren und er sich von Cemil Bayik bzw. der PKK inhaltlich distanziert hat, in dem er das Interview kritisch einleitete und einige der Argumente entkräftete. Kann Yücel das, wie das türkische Verfassungsgericht in seiner Urteilsbegründung vom 28. Mai 2019 (2017/16589 – Deniz Yücel/Türkei) klargestellt hat (u.a. Urteil „Jersild gegen Dänemark“ (1994)), sich erneut auf das Recht der Pressefreiheit berufen. Das Verfassungsgericht hatte (Akte 2017/16589) am 28. Mai 2019 über die Individualbeschwerde Deniz Yücels entschieden, dass… 1) die Beschwerde über die polizeiliche Festnahme und damit der Freiheitsentzug in Zusammenhang mit dem Recht auf Freiheit und Sicherheit nicht erfolgreich sein kann, weil der Rechtsweg nicht ausgeschöpft wurde. 2) Die Beschwerde über die Inhaftierung und damit der Freiheitsentzug in Zusammenhang mit dem Recht auf Freiheit und Sicherheit erfolgreich ist. 3) Die Beschwerde über die Befangenheit der Richter der Strafgerichte aufgrund fehlender Beweislage nicht erfolgreich ist. 4) Die Beschwerde über die Hinderung zu Akteneinsicht wegen fehlender Beweislage nicht erfolgreich ist. 5) Die Beschwerde über den nicht offen vorgetragenen und verhandelten Beschwerdegesuch vor dem Haftrichter aufgrund fehlender Beweislage nicht erfolgreich ist. 6) Die Beschwerde über Misshandlung nicht erfolgreich ist, weil der Rechtsweg nicht ausgeschöpft wurde. 7) Die Beschwerde zum Haftbefehl in Zusammenhang mit dem Verstoß gegen die Freiheitssphäre, Privatsphäre und Unverletzlichkeit der Wohnung nicht erfolgreich ist, weil der Rechtsweg nicht ausgeschöpft wurde. 8) Die Beschwerde zu Meinungsfreiheit und Pressefreiheit erfolgreich ist. Nabi Yücel – yuecelnabi@hotmail.de
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Meinung – Kommentar: Nicht wie Gezi – Demos in Frankreich werden ignoriert

„Derzeit stolpert Deutschland von einer moralischen Pfütze in die andere und hält weiterhin daran fest, dass sie selbst die moralische Nabel der Welt ist.“ Ein Kommentar.

Syrienkrieg
Kommentar: Angriff auf türkische Armee ohne das Wissen Russlands nicht möglich

Ein Gastkommentar von Kemal Bölge – kboelge@web.de James Jeffrey, der US-Sondergesandte für Syrien, ist ein sehr erfahrener Diplomat. Doch was Jeffrey am Dienstag vor der Presse in Ankara in die Mikrofone sprach, hörte sich nicht wirklich glaubwürdig an. Der US-Sondergesandte hatte laut türkischen Medien erklärt, die USA hätten kein Interesse an einem Sturz von Präsident Assad. Das entspricht keinesfalls der Wahrheit, denn die Amerikaner wollten ab 2011 mit der CIA Operation Timber Sycamore tatsächlich Assad aus dem Amt jagen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden aus der ganzen Welt radikale islamistische Terroristen nach Syrien eingeschleust, bis Russland 2015 in Syrien intervenierte. Dabei unterstützten die USA und einige westliche Staaten massiv die Terrororganisation PKK/YPG, um einen kurdischen Staat zu errichten. Damit die Türkei und andere Nachbarstaaten keinen Verdacht schöpften, wurde eine andere Terrororganisation, der Islamische Staat (IS), unterstützt. Mit brutaler Vorgehensweise und Morden eroberte der IS weite Teile vom Irak und Syrien und dann wurde mit einer cineastischen Dramaturgie die PKK/YPG vorgeschickt, um den „bösen IS“ zu besiegen. Aber all das wurde vorher bis ins kleinste Detail geplant und umgesetzt. Immer wieder wurde der „Kampf gegen den IS“ wiederholt, obwohl dieser Begriff, wie ich in einem vorherigen Artikel bereits dargelegt hatte, das Codewort für die Errichtung eines kurdischen Staates war. In den letzten Wochen kam es zu Angriffen des Assad-Regimes in der syrischen Provinz Idlib auf Beobachtungsposten und militärische Konvois der türkischen Armee. Wegen der Zukunft Syriens und der militärischen Deeskalation in der Provinz Idlib, fanden zwischen der Türkei, Russland und dem Iran mehrere Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs statt. Die Zusammenkunft der drei Staaten war ein deutliches Signal an die USA gewesen, die nach dem gewaltsamen Sturz der Diktatoren im Irak und in Libyen die Assad-Regierung stürzen wollte. Was die drei Staatschefs zusammenbrachte, war die Außenpolitik Washingtons gegenüber diesen drei Ländern. Russland versuchte eine Annäherung der Regierungen Syriens und der Türkei herzustellen, was aber misslang, weil sich beide Seiten misstrauen und auch der Iran sich dagegen ausgesprochen hat. Die Türkei errichtete in der syrischen Provinz Idlib militärische Beobachtungsposten, um einerseits einen Angriff der Assad-Armee auf die Provinz zu verhindern und andererseits die Flucht von über einer Million Syrern in die Türkei aufzuhalten. Das ist verständlich und nachvollziehbar, denn in der Türkei leben bereits weit über 6 Millionen syrische Flüchtlinge. Was bedeuten die Angriffe auf die türkische Armee? Die Türkei hat eine über 900 Kilometer lange Grenze mit dem Nachbarland Syrien und sie hat wegen der Bedrohung durch die PKK/YPG in den vergangenen Jahren mehrmals militärisch interveniert. Es mag für einen Laien etwas kompliziert erscheinen, aber die Türkei hat in den vergangenen 40 Jahren mit dem blutigen Terror der PKK bittere Erfahrungen gesammelt. Diese Terrororganisation wird von den USA, zahlreichen EU-Staaten, Israel, dem Iran, von Russland und anderen Staaten unterstützt. Die türkische Armee ist in Syrien präsent und darüber hinaus berät und unterstützt sie die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Das ist anderen Akteuren, die in Libyen Warlord Haftar militärisch, finanziell und logistisch unterstützen, schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge. Ein Akteur in Libyen ist Russland, das nach Presseberichten mit einer Söldnerarmee namens Wagner vor Ort sein soll. Da das Assad-Regime in Damaskus ohne russische Unterstützung schon längst besiegt wäre, konnte Russland seinen Einfluss in Syrien deutlich ausbauen. Es wäre nicht übertrieben zu behaupten, dass der eigentliche Akteur in Syrien Moskau ist. Machthaber Assad ist ein Präsident unter Präsident Putins Gnaden. Der Angriff auf die türkische Armee im syrischen Idlib ist ohne einen Befehl oder das Wissen Russlands nicht möglich. Mit dem Angriff auf die türkische Armee in Syrien, möchte Russland der Türkei eine Warnung in Richtung Libyen aussprechen, da Russland dort General Haftar unterstützt. Die Angriffe können auch ein Ablenkungsmanöver Russlands sein, um die Kräfte der türkischen Armee und der Verantwortlichen auf Syrien zu lenken. Die türkische Armee hat an der Grenze zu Syrien mit Tausenden von Soldaten, Panzern und gepanzerten Fahrzeugen Stellung bezogen. Die USA wollten von Anfang an Syrien destabilisieren und letztendlich teilen. Jetzt herrscht Panik, weil die Türkei es ernst meint mit einer Militäroperation gegen das Assad-Regime. Russland setzt auf Assad, weil sie genau wissen, dass es ohne ihn schwer wird in Syrien dauerhaft zu bleiben. In den westlichen Medien ist immer wieder die Rede von radikalen islamistischen Terroristen, die sich in Idlib und in der Region verschanzen würden. Es geht bei der mit russischer Unterstützung durchgeführten Offensive der Assad-Armee und iranischer Milizen nicht um islamistische Terroristen in Idlib, sondern um die endgültige Vertreibung bzw. Säuberung dieser Region von Syrern sunnitischen Glaubens. Die syrischen Einwohner der Region Idlib sind, wie dargelegt, mehrheitlich sunnitische Moslems und stehen gegenüber dem Assad-Regime oppositionell gegenüber. Über 800.000 sunnitische Syrer aus Idlib sind bereits in Richtung Türkei geflohen und eine weitere Million syrischer Flüchtlinge wartet an der syrisch-türkischen Grenze. Die in der Türkei lebenden über 6 Millionen Syrer sind ebenfalls mehrheitlich Sunniten. Derer will sich das Assad-Regime in der Region Idlib endgültig entledigen. Machthaber Assad ist alawitischen Glaubens und hat den Rückhalt in der alawitischen syrischen Bevölkerung. Wenn es irgendwann einmal „freie Wahlen“ geben sollte, was stark bezweifelt werden darf, würden die sunnitischen Syrer Assad wohl nicht wählen. Also werden Fakten geschaffen und mit Gewalt ethnische und religiöse Vertreibungen durchgeführt und somit die demografischen Strukturen in Syrien verändert. Wenn Millionen von Syrern nicht mehr in ihre alte Heimat zurückkehren können, wäre vom alten Syrien nichts mehr übrig. Vielleicht hat Assad einer Teilung Syriens bereits zugestimmt und will sich um jeden Preis an der Macht halten. Aus diesem Grund brauchen die USA wahrscheinlich so jemanden wie Assad, um das Ziel einer Teilung Syriens zu erreichen. Eine Teilung Syriens ist genau das was die USA, Israel und andere westliche Staaten seit Jahren propagieren und darauf hinarbeiten. Der Besuch des US-Sondergesandten Jeffrey sollte Ankara davon abhalten in Syrien militärisch zu intervenieren, weil die türkische Regierung die Errichtung eines PKK-Staates als nicht hinnehmbar bezeichnet hat. Der Astana-Sotschi-Prozess wurde zu Grabe getragen, weil Syrien, Russland und der Iran sich nicht daran gehalten haben. In Teheran dürfte die Freude über das Ende des Astana-Sotschi-Prozesses am Größten sein, denn der Iran hat die Intensivierung der türkisch-russischen Beziehungen mit Argusaugen beobachtet und die PKK gegen die Türkei unterstützt. Auch die USA sind über das Ende des Astana-Sotschi-Prozesses nicht unglücklich, denn eine regionale Kooperation dieser drei Staaten erschwert die Verwirklichung der US-amerikanischen Pläne für den Nahen Osten. Syriens Machthaber Assad ist nicht an einer Einheit Syriens interessiert, sonst würde er die mehrheitlich von sunnitischen Syrern bewohnte Region Idlib nicht erobern wollen. Selbst wenn Assad Idlib und andere Landesteile erobern sollte, wird dieses Syrien nicht das Land sein, was es vor dem Bürgerkrieg einmal war.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Kommentar
Türkischstämmiger SPD-Politiker ruft Türken zur Wahl auf

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel

Wenn es nach dem Willen des Hamburger SPD-Politikers Kazim Abaci geht, sollen die Türken bei der anstehenden Wahl mithelfen, die AfD aus dem Parlament zu drängen. Vielleicht sollte man erst einmal die Altparteien aus der Parteilandschaft drängen? Am vergangenen Wochenende war der Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete Kazim Abaci (SPD) in die Türkei gereist, um mit dem Istanbuler OB Ekrem Imamoğlu unter anderem über die Hamburger Wahl zu sprechen. Gemeinsam haben sie jetzt einen Aufruf gestartet, um die Wahlbeteiligung in Hamburg von Türken deutlich zu erhöhen. Das ist Realsatire pur! Erstens haben die Türken nicht so viele Stimmen, um die AfD zu ärgern. Zweitens muss Abaci alle Türken auf sich einschwören, um in die Bürgerschaft getragen zu werden. Die Türken in Deutschland nehmen aber den Joghurt nur in den Mund, wenn sie es zuvor kalt gepustet haben. Sie erinnern sich dabei an das türkische Sprichwort: „Sütten ağzı yanan, yoğurdu üfleyerek yer“, was soviel bedeutet wie „ein gebranntes Kind scheut das Feuer.“ Einst tingelte der Grünen-Politiker Cem Özdemir durch den Ludwigsburger Wahlkreis in Baden-Württemberg auf der Suche nach türkischen Wählern. Er saß mitten unter den Betenden in der Moschee, nippte gemeinsam am kleinen bauchigen Teeglas in der Moschee-eigenen Teestube und schnatterte munter über die positiven politischen Möglichkeiten, die er den türkischen Arbeitern offerierte. Heute würden die einstigen Arbeiter Cem Özdemir nicht einmal mehr wiedererkennen, geschweige denn kennen, denn von den positiven politischen Errungenschaften haben sie bislang nichts mitbekommen. Die meisten sind sowieso unter der Erde und die Lebenden unter ihnen hören oder sehen sogar sehr schlecht, um den derzeitigen Kampf ihrer Söhne, Töchter oder Enkel gegen Diskriminierung, Gesinnungstests oder Gewalt wirklich mitzuerleben. Was sie von den Offerten letztendlich selbst hatten? Auch nichts! Letztens schlug Serap Güler (CDU NRW-Staatssekretärin für Integration der Landesregierung) vor, dass die erste Gastarbeiter-Generation den Doppelpass erhält; für ihre Lebensleistung. Die hessische Werteunion grätschte zwar prompt hinterher, aber der Vorschlag von Güler hatte auch ein gewisses satirisches Geschmäckle. Die allermeisten Gastarbeiter der ersten Generation sind nicht fähig, den deutschen Pass entgegen zu nehmen, geschweige denn davon zu profitieren. Sei es, weil sie gebrechlich sind, in Heimen oder Krankenhäusern noch totgepflegt werden oder weil sie gegenwärtig mit den Füßen voran das Land im Flieger verlassen, oder längst unter der anatolischen Erde angekommen sind. „Das ist ein Schlag ins Gesicht jeder wirklichen Integrationsbemühung“, sagte die Landesvorsitzende der WerteUnion NRW, Simone Baum, womit sie auch in gewisser weise recht hat. Denn die meisten Gastarbeitern der ersten Generation hätten das als Schlag ins Gesicht wahrgenommen. Was die erste wie auch die letzte Generation an Gemeinsamkeit haben ist, ständig als Wahlkampffutter und zugleich als Hassobjekt herangezogen zu werden. Diese Menschen sind aber keine Masochisten mit Kurzzeitgedächtnis, die man mit Brot und Peitsche auf Trab halten kann. Jahrzehntelang hat die erste Generation Leistung erbracht, jede Arbeit angenommen und dennoch wurden sie missachtet, beäugt, kritisiert, verurteilt und erniedrigt. Es gab trotz der vielen politischen Offerten weder Geld für Bildung und Integration, noch Unterstützung für den sozialen Aufstieg. Man hat stattdessen das Intellekt der Menschen verhöhnt, in Abrede gestellt. Es stellt sich nun die Frage, warum werden heute dieselben Fehler gemacht, wie vor 60 Jahren. Es wurden vor diesen erwartungsvollen Augen und Ohren jahrzehntelang Türkei-feindliche Terrororganisationen hoffähig gemacht, Türkei-freundliche Lokalpolitiker mit Migrationshintergrund aus Partei und Amt gedrängt, wenn sie sich denn getraut haben, das politische Etablissement herauszufordern. Inzwischen ist man dazu übergegangen, statt „Ausländer raus!“ nun „Moscheen zu!“ oder „Nationalislamisten!“ zu rufen. An der Grundhaltung gegenüber Türken hat sich in Deutschland also nichts geändert, nur an den Motiven. Heute können deswegen die meisten Türken nicht einmal mehr strategisch wählen gehen, weil sie kein kleineres Übel haben, die sie wählen könnten. Insofern ist es egal, ob man CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke oder die AfD wählt. Letztendlich kommt immer der selbe Prügel heraus.