Corona-Pandemie
Corona-Krise: Italien wurde im Stich gelassen

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Italien hat weltweit die meisten Toten durch Corona-Pandemie zu beklagen. Die jetzt zur Schau gestellte europäische Solidarität darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, welche Enttäuschungen das Land bis dahin erfahren musste. Internationale Medien zufolge treffen in Italien aus Kuba, China und Russland Dutzende Ärzte ein, um die italienischen Ärzte im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. Um die Ausbreitung zu stoppen, laufen zudem Hilfslieferungen an Schutzmasken, Schutzkleidungen oder Beatmungsgeräten an. Vor Tagen sah das gegenwärtige solidarische Bild etwas anders aus. Frankreich und Deutschland blockierten in der Anfangsphase der italienischen Corona-Krise zunächst den Export von Schutzmasken, was sie auch konkret gegenüber der EU-Kommission zur Aussprache gebracht hatten, um Tage bis Wochen später die Exporte doch noch zu genehmigen. Die Antwort der EU-Kommission auf die Exportstopps Frankreichs und Deutschlands ließ nicht lange auf sich warten: „Die Mitgliedstaaten sind befugt, den freien Warenverkehr aus schwerwiegenden Gründen zu blockieren, und der Schutz der eigenen öffentlichen Gesundheit ist eine davon, aber die Maßnahmen müssen gerechtfertigt und verhältnismäßig und objektiv begründet sein.“ Tschechien und Polen beschlagnahmten derweil zuerst die Lieferungen an Schutzmasken aus China nach Italien, um sich Tage später zu entschuldigen und einige Chargen der Lieferungen durchwinken oder anderweitig auftreiben zu lassen. Deutschland oder die Türkei bauten unerklärlich weise bürokratische Hindernisse auf oder verzögerten die Zollabfertigungen, um erst auf Telefonate des italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte hin, mit erheblichen Verzug die Abfertigungen doch zu genehmigen. In Krisenzeiten beweist sich zwar der Charakter, aber diese Krise ist weitaus komplexer, als es scheint. Die Corona-Pandemie war aber ein Gradmesser dafür, wie die Europäische Union selbst mit Krisen unter Mitgliedsstaaten umgeht: oftmals voreilig egoistisch, ignorant und sehr schwerfällig. Der niederländische Gesundheitsminister Bruno Bruins brachte es dann auch und gerade wegen der Versuche Frankreichs und Deutschlands, die Verbote zu rechtfertigen, auf den Punkt: „Das Exportverbot für diese Waren wird die europäische Solidarität gefährden.“ Der Präsident der italienischen Region Ligurien, Giovanni Toti (Forza Italia) sprach das auch aus, was viele Italiener jetzt über die Europäische Union Denken: „Danke an euch, dass ihr zuerst die Krise bewältigt habt und dass ihr jetzt, wo ihr diesen Kampf gewinnt, nicht zögert, uns die Hand zu reichen. Wenn alles vorbei ist, werden wir uns daran erinnern, wer da war… und wer nicht da war.“ Aber auch außerhalb der Europäischen Union ist die Meinung über die europäische Solidarität wenig bis gar nicht schmeichelhaft. Der serbische Präsident Aleksandar Vučić erklärte, „es war ein schönes Märchen.“ Das Land auf dem Westbalkan, das seit 2012 offiziell als EU-Beitrittskandidat gilt, fühlt sich vor allem jetzt von den Europäern im Stich gelassen. Bulgarien, ein EU-Land, das stellvertretend für die Gemeinschaft die EU-Außengrenze sichert, sah sich wie Italien ebenfalls im Stich gelassen. Bisher gelangten seit Anfang März nur 89.950 Einwegschutzanzüge aus der Türkei, 500.000 Handschuhe und 2.000 Einweganzüge aus Russland sowie 300.000 Schutzmasken aus Katar in das Land. Dabei versuchte Bulgarien nur, den kurzfristigen Engpass zu kompensieren, bis inländische Unternehmen die Produktionsabläufe abändern und selbst den Bedarf des Landes an Schutzmasken und Schutzanzügen decken können. Manche Beobachter in der EU äußern nun angesichts der asolidarischen Haltung manch europäischer Länder die Befürchtung, dass Peking, Moskau oder Ankara jetzt die Chance nutzen könnten, einen Keil in die EU zu treiben. Die Frage würde sich eigentlich erübrigen, wenn die Wertegemeinschaft bei der Eindämmung der Pandemie einander unbürokratisch und schnell geholfen hätte. Den Zusammenhalt in der EU haben aber ausgerechnet jene Länder aufs Spiel gesetzt, die diese Wertegemeinschaft aufgebaut haben und eigentlich repräsentieren.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

Corona-Pandemie
Corona: Bis zu 200.000 Menschen in häuslicher Pflege nicht versorgt

Pflegeforscher Isfort: Krankenhäuser und Pflegeheime können diese Personen nicht aufnehmen. Der „Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V.“, VHBP, rechnet nach „Report Mainz“-Recherchen kurzfristig mit einem Versorgungsnotstand, wenn osteuropäische Betreuungskräfte in Deutschland fehlen. Hintergrund ist: Viele osteuropäische Betreuungskräfte verlassen wegen der Corona-Krise aus Angst Deutschland, wenige Osteuropäerinnen kommen derzeit aber als Ersatz nach. Auch Wartezeiten von bis zu 15 Stunden an der Grenze schrecken ab. „Wir rechnen damit, dass ab Ostern 100.000 bis 200.000 Menschen schrittweise nicht mehr versorgt sind, dass sie alleine zuhause bleiben und dass sie dann in Altenheimen oder Kliniken versorgt werden müssen. Zusätzlich versorgt werden müssen zudem Menschen, die sowieso jetzt schon in Altenheimen und Kliniken versorgt werden“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Frederic Seebohm im Interview mit dem ARD Politikmagazin. Krankenhäuser können die Pflegebedürftigen nicht aufnehmen Zu den vom VHBP genannten Zahlen sagte der Kölner Pflegeforscher Prof. Michael Isfort vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung: „Die Krankenhäuser können diese Personen nicht aufnehmen, weil sie die Plätze für Erkrankte brauchen. Die Pflegeheime sind voll, das heißt, dort können auch momentan nicht ad hoc tausende zusätzliche pflegebedürftige Menschen aufgenommen werden. Das heißt, momentan weiß man nicht, wie so etwas bewerkstelligt werden sollte.“ Auf Anfrage von „Report Mainz“ nahm das Bundesgesundheitsministerium zu den Zahlen keine Stellung. Problemlage Schwarzarbeit Derzeit sind nach Schätzung des VHBP rund 300.000 osteuropäische Betreuungskräfte in Deutschland tätig. 90 Prozent von ihnen, also ca. 270.000, arbeiten schwarz. „Die Betreuungskräfte sind und waren immer schon systemrelevant, und dabei spielt es keine Rolle, ob sie legal oder illegal beschäftigt sind. Sie sind einfach als Personen hier in Deutschland systemrelevant, weil nur sie stabilisieren das Versorgungssystem der Pflegebedürftigkeit“, sagte Pflegeforscher Michael Isfort im „Report Mainz“-Interview. Daher fordert VHBP-Geschäftsführer Seebohm die Bundesregierung auf: „Wir brauchen für die Betreuungspersonen eine Passiermöglichkeit, dass sie die Grenze überqueren können. Das bedeutet eine Registrierungspflicht für diese Betreuungspersonen, damit man weiß, wer kommt.“ Virenschleuder Bus Bisher kamen die Betreuungskräfte vor allem mit Bussen. Doch Reisebusreisen sind in Deutschland jetzt verboten. Deshalb werde laut VHBP der Transport auf Kleinbusse oder Autos mit fünf Personen verlagert. „Das ist ein gewaltiges Infektionsrisiko für Betreuungskräfte, die die Hochrisikogruppe Pflegebedürftige versorgen. Gerade die vielen illegalen Betreuungskräfte, die nicht durch Agenturen betreut und transportiert werden, brauchen Fahrten ohne Infektionsrisiko, z. B. Einzeltaxis vom Wohnort bis zum Auftragsort, mit Fahrerwechsel an der Grenze“, sagte VHBP Geschäftsführer Seebohm gegenüber „Report Mainz“. Der VHBP ist der größte Branchenverband und vertritt über Vermittlungsagenturen rund ein Drittel der legal in Deutschland tätigen Betreuungspersonen.

Corona-Pandemie
Verbraucherschützer: Staat soll für Kundengelder bei Tourismusbranche einspringen

0
Düsseldorf – Nachdem die Tourismusunternehmen alle Urlaubsreisen über Ostern storniert haben, befürchtet der Verbraucherzentralen-Bundesverband (VZBV) eine Pleitewelle in der Reiseindustrie, weil Kundengelder zurückgezahlt werden müssen. Um diese Gelder und die Unternehmen zu retten, solle der Bund einen Kundengelder-Absicherungsfonds gründen. Das fordert VZBV-Chef Klaus Müller in der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag). Der Fonds solle Ansprüche der Kunden mit Bundesmitteln auszahlen, ohne dass die Kasse der Unternehmen geleert würde. „Dann können Zahlungen erstattet werden, ohne die Reisebranche in die Insolvenz zu treiben“, sagt Müller. „Das ist auch im Interesse der Kunden, damit es dauerhaft ein breites Angebot gibt und die gesamte Volkswirtschaft sich stabilisiert.“ Müller hätte zwar nichts dagegen, wenn den Kunden Gutscheine für spätere Reisen angeboten werden, doch es dürfe keinen Zwang geben, diese anzunehmen: „Es gibt viele Menschen, die brauchen das Geld einfach, weil sie beispielsweise als Selbstständige aktuell fast nichts verdienen oder weil sie in Kurzarbeit müssen. Darum muss es das Recht geben, dass der Absicherungsfonds das Geld direkt erstattet.“

Corona-Pandemie
Türkei: Ümit Davala dementiert Corona-Meldungen

Istanbul – Der ehemalige türkische Nationalspieler und jetzige Co-Trainer von Galatasaray Istanbul, Ümit Davala, hat Meldungen zu seiner Infizierung mit dem Coronavirus dementiert. Hierzu Davala auf Instagram:
Die in einem TV-Sender veröffentlichte und in den Sozialen Medien verbreitete Nachricht, nach der ich auf Corona positiv getestet worden sei, entspricht nicht der Wahrheit. Ich bitte bei diesem sensiblen Thema um einen vorsichtigen Umgang.
(Screenshot/Instagram)
Türkische Medien hatten am Montag berichtet, dass sich Davala, gemeinsam mit Galatas Chef-Trainer Fatih Terim, Co-Trainer Hasan Sas und Vizepräsident Abdurrahim Albayrak mit dem neuartigen Coronavirus Covid-19 angesteckt hätte. Terim bestätigte die Meldungen auf seinem offiziellen Twitteraccount.

Zum Thema

– Corona-Pandemie – Türkei: Galatasaray-Trainer Fatih Terim mit Coronavirus infiziert

Der türkische Ex-Nationaltrainer und der jetzige Trainer von Galatasaray Istanbul, Fatih Terim, hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Türkei: Galatasaray-Trainer Fatih Terim mit Coronavirus infiziert

Corona-Pandemie
Türkei: Galatasaray-Trainer Fatih Terim mit Coronavirus infiziert

Istanbul – Der türkische Ex-Nationaltrainer und der jetzige Trainer von Galatasaray Istanbul, Fatih Terim, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Dies gab der 66-Jährige am Montag auf Twitter bekannt. Er sagte seinen Fans, dass sie sich keine Sorgen machen sollten, ihm ginge es gut.
„Ich bin im Krankenhaus und mir geht es gut. Macht euch keine Sorgen“, so Terim. Zuvor hatte auch Galatasarays Vizepräsident Abdurrahim Albayrak bekanntgegeben, sich mit dem Virus angesteckt zu haben.  

Corona-Pandemie
Bundesarbeitsminister Heil: „Niemand wird ins Bodenlose fallen.“

Berlin – Nach den weitreichenden Beschlüssen des Bundeskabinetts zur Abmilderung der Folgen der Corona-Krise verspricht der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil (SPD), schnelle Hilfen. „Wir sind ein starker Sozialstaat, wir sorgen dafür, dass niemand ins Bodenlose fällt. Wir werden die sozialen Existenzen absichern“, sagte Heil am Montag im ARD-Mittagsmagazin. Das Kabinett hatte sich zuvor auf umfangreiche Schutzschirme für Unternehmen und Beschäftigte geeinigt. Unter anderem wurde ein Nachtragshaushalt von 156 Milliarden Euro für 2020 beschlossen. Für Solo-Selbstständige, Kleingewerbe und Miniunternehmen sind Hilfen von bis zu 50 Milliarden Euro vorgesehen. Auch der Zugang zu Hartz IV Grundsicherungsleistungen soll gelockert werden.
„Das hilft allen, die existenziell gefährdet sind, zum Beispiel kleinen Selbstständigen, denen die Einnahmen wegbrechen, die aber laufende Kosten haben“, so Heil weiter. „Die haben das Recht auf ergänzende Grundsicherung. Wir sehen jetzt davon ab, dass es Vermögensprüfungen gibt, wir sehen davon ab, dass der Wohnraum überprüft wird. Das gilt auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“
Auch über Regeln für die Kurzarbeit hat das Kabinett debattiert. Die Bundesregierung wolle die Hinzuverdienst-Möglichkeiten so gestalten, „dass jeder, der Gehaltseinbußen hat, das, was er früher verdient hat, jetzt problemlos auch in einem anderen Beruf verdienen kann, ohne dass das Kurzarbeitergeld dagegen gerechnet wird“, so der Minister. Der Bundestag soll dem Paket in einem Schnellverfahren bereits am Mittwoch zustimmen, am Freitag dann der Bundesrat. Angesprochen auf die wegen der Corona-Krise vielerorts fehlenden ausländischen Saisonarbeiter sagte Heil: „Es werden nicht so viele kommen wie bisher. Das wäre auch nicht sinnvoll aus Gründen des Infektionsschutzes. Man muss bei allem, was wir immer machen, sagen: Das Wichtigste ist Gesundheitsschutz der Menschen.“ Die Ernährungssicherheit sei aber gewährleistet, so der Minister. Einigung auf umfassendes Kontaktverbot Am Sonntag haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, Ansammlungen von mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum zu untersagen. Auf Ausgangssperren wurde verzichtet, stattdessen einigten sich Bund und Länder auf ein umfangreiches Kontaktverbot.

Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist für die nächsten zwei Wochen „nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet“, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz am Sonntag in Berlin mitteilte.

„Nach unserer Einschätzung ist nicht das Verlassen der Wohnung die Gefahr, sondern der enge, unmittelbare Kontakt“, so NRW-Ministerpäsident Armin Laschet nach einer Telefonkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder. „Die Menschen haben nach wie vor die Möglichkeit, Spaziergänge oder Sport in der Natur zu machen, aber wir werden auch der Verantwortung gerecht, die Ausbreitung weiter zu verlangsamen und so wertvolle Zeit zur Versorgung von schwer kranken Personen zu gewinnen“, sagte Tobias Hans, CDU, Ministerpräsident des Saarlandes.

Bürgerinnen und Bürger sollen sozialen Kontakte so weit wie möglich reduzieren. In der Öffentlichkeit soll zudem ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Teilnahme an erforderlichen Terminen, Sport und Bewegung an der frischen Luft bleiben weiterhin möglich. Gastronomiebetriebe werden geschlossen, nur die Mitnahme von Speisen und Getränken ist gestattet.

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben aber weiter möglich.

Kurden gegen PKK
Berlin: Kurdische Mutter protestiert gegen Terrororganisation PKK

Kurdische Mutter protestiert vor dem Bundestag Berlin – Nachdem sich mächtige Kurden-Clans, türkische Prominente, bosnische Mütter sowie Eltern aus dem benachbarten Iran den Protesten in der Türkei angeschlossen hatten, begab sich nun auch eine kurdische Mutter in Deutschland in Protest gegen die Terrororganisation PKK vor den Bundestag in Berlin. Sie trägt ein T-Shirt mit dem Foto ihrer zwanzigjährigen Tochter. Entschlossen, ihre Tochter aus den Fängen der Terrororganisation PKK zu befreien, steht sie vor dem Bundestag. Den Drohungen der PKK zum Trotz, Maida T. werde so lange weiter protestieren bis ihre Tochter Nilüfer wieder zurück zu Haus ist. Bereits seit November versuche sie die Öffentlichkeit auf die Situation ihrer Tochter aufmerksam zu machen. Nachdem sie mehrere Wochen vor dem PKK-nahen Verein „Navenda Kurdistan“ in Berlin protestiert hatte, werde sie nun ihren Protest vor dem Bundestag fortsetzen. Und diesmal ist sie nicht alleine.  Wie TRT Deutsch berichtete, standen Hümeyra Çiftçi, Sprecherin bei der Union der Internationalen Demokraten (UID), Serap Mamati, Vorsitzende der Republikanischen Frauenvereinigung, sowie Gülseren Küçükkale, Vertreterin der Frauenvereinigung der Heimatpartei Berlin, der kurdischen Mutter solidarisch beiseite. Das letzte Kleidungsstück ihrer Tochter trage sie immer bei sich in der Tasche, „damit der Geruch nicht verschwindet.“ Sie appellierte an die Tochter, zurückzukehren und „das Leid“ zu beenden, so Maida T. gegenüber TRT Deutsch. Mit ihrer Aktion vor dem Bundestag möchte Maida T. die Unterstützung der Bundesregierung erlangen. Sie erhoffe sich, mithilfe der Bundeskanzlerin Angela Merkel oder dem Innenminister Horst Seehofer, Kontakt zu ihrer Tochter herstellen zu können. Sie werde ihre Aktion jeden Freitag wiederholen, solange bis ihre Tochter wieder daheim ist. Der Protest der Maida T. reiht sich somit in die Protestwelle ein, die kurdische Mütter in der Türkei begonnen haben. In Diyarbakir organisierten sie einen Sitzstreik vor dem Parteigebäude der HDP, um gegen die Entführung und Zwangsrekrutierung ihrer Kinder zu protestieren. Mütter gegen PKK Seit Monaten protestieren kurdische Eltern vor den Büros der oppositionellen „Demokratischen Volkspartei“ (HDP) in der südosttürkischen Stadt Diyarbakır gegen die Verschleppung und Rekrutierung ihrer Kinder durch die Terrororganisation PKK. Im August hatte die kurdische Mutter Hatice Akar vor dem Provinzbüro der HDP in Diyarbakir einen Sitzstreik begonnen und verbrachte auch die Nächte vor dem Gebäude. Alles was sie wollte, war die Rückkehr ihres Sohnes. Trotz ihrer Erschöpfung hatte sie gesagt, sie werde mit ihrem Protest nicht aufhören. Laut Akar war ihr Sohn in die Berge verschleppt worden. „Mein Sohn betrat das HDP-Provinzbüro und kam nicht mehr heraus“, so Akar gegenüber Medien. Etwa eine Woche später konnte sie ihren 21-jährigen Sohn wieder in die Arme schließen. In der darauffolgenden Woche setzte sich Fevziye Cetinkaya, eine weitere kurdische Mutter, die behauptet, ihr 17-jähriger Sohn sei über Mitglieder der HDP in die Reihen der Terrorgruppe aufgenommen worden, vor das Gebäude der Partei. „Alles, was ich von ihnen (HDP-Mitglieder) will, ist, dass mein Kind zu mir zurückgebracht wird“, sagte sie. „Entweder haben sie mein Kind hier versteckt oder es woanders hingebracht…. Ich werde nicht gehen, bis mein Kind zurück ist“, fügte sie hinzu. Der Vater warf HDP-Mitgliedern vor, ihre Kinder zum Beitritt zur PKK zu ermutigen. „Sie schicken Kinder von armen Menschen [zur PKK]…. Ich will meinen Sohn zurück, sonst nichts. Wir haben diese Kinder unter schwierigen Bedingungen aufgezogen und in die Schulen geschickt“, sagte er. Die HDP wird seit ihrer Gründung beschuldigt, Verbindungen zur PKK zu unterhalten. Die separatistische PKK, die neben der Türkei auch in den USA und der EU als terroristische Organisation geführt wird, ist für den Tod von etwa 40.000 Menschen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, verantwortlich.

Auch interessant

– Türkei – Kommentar: Die deutsche Öffentlichkeit erfährt nichts über die mutigen kurdischen Mütter

Was mit dem mutigen Schritt einer kurdischen Mutter im Sommer begann, entwickelt sich allmählich zu einer Bewegung. Immer mehr Kurden trauen sich, gegen die HDP-Partei und die Terrororganisation PKK auszusprechen.

Kommentar: Die deutsche Öffentlichkeit erfährt nichts über die mutigen kurdischen Mütter

Corona-Pandemie
Türkei: 6300 Lira Strafe für Deutschtürken wegen Nichteinhaltung der Ausgangssperre

0
Konya – In der zentraltürkischen Stadt Konya wurden zwei Personen, die sich nicht an die Quarantänebestimmungen sowie die Ausgangsbeschränkungen der Behörden gehalten haben, mit einer Geldstrafe belegt. Damit gehört das Paar zu den ersten Menschen in der Türkei, die im Zuge des Umgangs und der Vorkehrungen mit dem neuen Coronavirus (Covid-19) zur Kasse gebeten wurden. Das Paar, das vor Kurzem aus Deutschland eingereist war, hatte sich dem Vernehmen nach nicht an die Quarantäneregeln gehalten und war im Zentrum der Kreisstadt Beyşehir gesichtet worden. Zeugen meldeten dies bei der örtlichen Polizeidienststelle, sodass diese aktiv wurden. Die Polizei traf kurze Zeit später in der Innenstadt auf das Paar aus Deutschland und nahm weitere Ermittlungen auf. Wie türkische Medien berichten, wurde das namentlich nicht genannte Ehepaar, das aus der Stadt Hüyük nach Beyşehir gefahren sein soll, daraufhin unter Hausarrest gestellt. Wegen der „Zuwiderhandlung gegen das „Volkshygienegesetz, sei ihnen zudem eine Geldstrafe in Höhe von 6300 türkischen Lira (3150 pro Person), auferlegt worden. Dem Paar sei klargemacht worden, dass bei einer Wiederholung der Handlung eine Geldstrafe in gleicher Höhe auferlegt werde und dass sie nach Paragraph 195 des türkischen Strafgesetzbuches mit einer Strafanzeige zu rechnen haben. Im Zuge der Vorkehrungen gegen das neue Coronavirus (Covid-19) werden die aus dem Ausland eingereisten Menschen in der Türkei geschult. Diejenigen, die einer häuslichen Quarantäne zustimmen, müssen eine Verpflichtungserklärung unterschreiben. Mit dieser Erklärung stimmen die unterzeichnenden Personen den Regelungen zu, dass sie unter anderem unter keinen Umständen ihre Wohnung verlassen, keine Gäste empfangen und die Hygienevorschriften beachten. Die unter häuslicher Quarantäne stehenden Personen werden täglich telefonisch von ihren Hausärzten begleitet und von den Sicherheitsbehörden dahingehend kontrolliert, ob sie sich zu Hause befinden oder Gäste empfangen.

Kontaktverbot
Corona-Krise: Forscher rechnet mit mehr Gewalt

Der Bielefelder Konfliktforscher Andreas Zick sieht wegen der Einschränkungen im Zuge der Coronakrise ein erhöhtes Risiko von Gewalttaten. „Die Konflikt- und Gewaltforschung rechnet in Krisenzeiten mit solcher Gewalt, die sich vor allem gegen vermeintlich Schwächere richtet. Wir müssen sie ernst nehmen, und sie kann zunehmen, wenn die Krise sich verschärft und die Stresssituation durch die eingeschränkten Freiheiten das Erregungs- und Aggressionsniveau bei jenen steigert, die eh schon aggressiv gestimmt sind“, sagte Zick dem Westfalen-Blatt. Zick rief dazu auf, vermehrt auf den Schutz von bedrohten Gruppen zu achten. „Kinder, die eh schon geprügelt und misshandelt werden, Frauen, die unter häuslicher Gewalt leiden, wohnungslose Menschen, Menschen mit Behinderungen sind unter solchen Umständen bedrohter. Aus Überforderung und Freiheitseinengung kann Aggression entstehen, und die trifft Schwächere“, sagte der Leiter des Insituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universtität Bielefeld. Auch in und nach der Wirtschafts- und Finanzkrise sei nach Analysen der Gewaltforschung die Menschenfeindlichkeit gestiegen. „Wir wissen aus der Forschung, dass im Auslauf der Krisen der Konkurrenzkampf wieder losgeht und dann Gruppen verdrängt werden. Wir nehmen jetzt schon wieder das Elend der Geflüchteten an der griechisch-türkischen Grenze leichter hin. Wir gewöhnen uns vielleicht an härtere Maßnahmen. Wir müssen aufpassen, nicht autoritär und aggressiv zu werden, und das kommt eben teilweise am Ende und im Auslauf der Krise“, sagte Zick weiter. Die verbreiteten Hamsterkäufe erklärt Zick als Panikreaktion auf eine sich ausbreitende Verunsicherung. „Schwer verunsicherte und ängstliche Menschen neigen dazu, nur noch Informationen zu verarbeiten, die in ihr Weltbild passen. Wenn sie fest daran glauben, dass es bald nichts mehr zu kaufen gibt, dann erzeugt die Panik weiteren Stress, und den werden die Menschen los, indem sie Lager anlegen“, sagte der Gewaltforscher an der Universität Bielefeld der Zeitung weiter. „Panik erzeugt einen Wahrnehmungstunnel, und dann orientieren sich panische Menschen an panischen Menschen und Panikinformationen. Statt sich also mit Gegenargumenten auseinanderzusetzen, orientieren sie sich an Menschen, die ihnen ähnlich sind“, sagte Zick. Hier helfen Zick zufolge nur Maßnahmen, die viele Geschäfte jetzt ausführten, nämlich keine Panikkäufe zuzulassen. „Viele Angestellte in den Geschäften verhalten sich ziemlich cool und sprechen Panikkäufe als unerwünscht an. Diese Menschen brauchen Unterstützung, weil das sehr unangenehm sein kann“, sagte Zick dem Westfalen-Blatt. Einigung auf umfassendes Kontaktverbot Am Sonntag haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, Ansammlungen von mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum zu untersagen. Auf Ausgangssperren wurde verzichtet, stattdessen einigten sich Bund und Länder auf ein umfangreiches Kontaktverbot.

Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist für die nächsten zwei Wochen „nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet“, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz am Sonntag in Berlin mitteilte.

„Nach unserer Einschätzung ist nicht das Verlassen der Wohnung die Gefahr, sondern der enge, unmittelbare Kontakt“, so NRW-Ministerpäsident Armin Laschet nach einer Telefonkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder. „Die Menschen haben nach wie vor die Möglichkeit, Spaziergänge oder Sport in der Natur zu machen, aber wir werden auch der Verantwortung gerecht, die Ausbreitung weiter zu verlangsamen und so wertvolle Zeit zur Versorgung von schwer kranken Personen zu gewinnen“, sagte Tobias Hans, CDU, Ministerpräsident des Saarlandes.

Bürgerinnen und Bürger sollen sozialen Kontakte so weit wie möglich reduzieren. In der Öffentlichkeit soll zudem ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Teilnahme an erforderlichen Terminen, Sport und Bewegung an der frischen Luft bleiben weiterhin möglich. Gastronomiebetriebe werden geschlossen, nur die Mitnahme von Speisen und Getränken ist gestattet.

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben aber weiter möglich.

Corona-Pandemie
Corona-Krise: Bundeskanzlerin Angela Merkel muss in Quarantäne

Berlin – Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, teilte mit:
„Die Bundeskanzlerin wurde nach ihrem heutigen Presseauftritt davon unterrichtet, dass ein Arzt, der am Freitagnachmittag eine prophylaktische Pneumokokken-Impfung bei ihr vorgenommen hatte, mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Daraufhin hat die Bundeskanzlerin entschieden, sich unverzüglich in häusliche Quarantäne zu begeben. Sie wird sich in den nächsten Tagen regelmäßig testen lassen, weil ein Test jetzt noch nicht voll aussagekräftig wäre. Auch aus der häuslichen Quarantäne wird die Bundeskanzlerin ihren Dienstgeschäften nachgehen.“
Einigung auf umfassendes Kontaktverbot Am Sonntag haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, Ansammlungen von mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum zu untersagen. Auf Ausgangssperren wurde verzichtet, stattdessen einigten sich Bund und Länder auf ein umfangreiches Kontaktverbot. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist für die nächsten zwei Wochen „nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet“, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz am Sonntag in Berlin mitteilte. „Nach unserer Einschätzung ist nicht das Verlassen der Wohnung die Gefahr, sondern der enge, unmittelbare Kontakt“, so NRW-Ministerpäsident Armin Laschet nach einer Telefonkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder. „Die Menschen haben nach wie vor die Möglichkeit, Spaziergänge oder Sport in der Natur zu machen, aber wir werden auch der Verantwortung gerecht, die Ausbreitung weiter zu verlangsamen und so wertvolle Zeit zur Versorgung von schwer kranken Personen zu gewinnen“, sagte Tobias Hans, CDU, Ministerpräsident des Saarlandes.

Bürgerinnen und Bürger sollen sozialen Kontakte so weit wie möglich reduzieren. In der Öffentlichkeit soll zudem ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Teilnahme an erforderlichen Terminen, Sport und Bewegung an der frischen Luft bleiben weiterhin möglich. Gastronomiebetriebe werden geschlossen, nur die Mitnahme von Speisen und Getränken ist gestattet.

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben aber weiter möglich.