Musikgeschichte
Die „Opas“ des türkischen Rock: MFÖ

Von Kemal Bölge Es ist eine Musik voller Hoffnung, der Ruhe und Entspannung, die zum Träumen anregt. Eigenschaften, die in unserer heutigen schnelllebigen und konsumorientierten Zeit immer wertvoller wird. 1965 veröffentlichten die Beatles ihr fünftes Studioalbum mit dem Titel Help. Es heißt Fuat Güner hätte diese Schallplatte in der Hand gehalten, als Mazhar Alanson diese sieht und beide beschließen sich das Album anzuhören. Die Musiker lernen sich kennen und spielen gemeinsam in der neu gegründeten Band Kaygısızlar, in dem auch der legändere Barış Manço mitmischt. Die Zusammenarbeit mit Manço sollte nur ein kurzes Intermezzo sein. Zu Mazhar Alanson und Fuat Güner gesellt sich 1971 als dritter im Bunde Özkan Uğur und das Trio gründet die Musikband MFÖ. Übrigens: Der Name der Gruppe steht für die Abkürzung der Vornamen der drei Musiker. https://www.youtube.com/watch?v=-pnKDFoLn5Y Im selben Jahr veröffentlichen sie das Album Türküz Türkü Çağırırız. Der Musikstil orientiert sich am anatolischen Pop/Rock. Mit der Veröffentlichung des Lieds Heyecanlı Çok Heyecanlıyım (Ich bin aufgeregt, sehr aufgeregt) gelingt MFÖ damals das erste Klipvideo der Türkei überhaupt und feiern große Erfolge. Einer der schönsten Songs der Band ist Ele Güne Karşı aus dem Jahre 1984.
Anfang der 80er Jahre machen die Musiker Urlaub in Bodrum. Während Fuat Güner und Özkan Uğur sich ins Nachleben des damals beschaulichen Badeorts stürzen, zieht sich Mazhar Alanson zurück, um an neuen Songtexten zu arbeiten. Wie der Zufall es will, lernt er eine Amerikanerin kennen und aus dieser Beziehung entsteht das bekannte Lied Bodrum Bodrum. Obwohl der Titel des Songs Bodrum Bodrum heißt, geht es dabei nicht um das frühere Fischerdorf, sondern, wie könnte es anders sein, um die Liebe zur Amerikanerin. Hier ein Textauszug aus dem Lied. Unter jedem Absatz habe ich die deutsche Übersetzung hinzugefügt. Duygu, biraz duygu Bütün isteğim buydu Biraz deniz, biraz uyku Bütün isteğim buydu Bodrum Bodrum, Bodrum Bodrum Ein Gefühl, ein wenig Gefühl Das war alles was ich wollte Ein wenig Meer, ein wenig Schlaf Das war alles was ich wollte Bodrum Bodrum, Bodrum Bodrum Nasıl anlatsam,nerden başlasam Kaç kişiydik o zaman bak, Kaç kişi kaldı şimdi Bodrum Bodrum Wie soll ich es erklären, wo soll ich anfangen Schau, wie viele waren wir damals Wie viele sind wir jetzt Bodrum Bodrum Bir zamanlar aşık olmuştum Ama şimdi ismi neydi unuttum Bodrum Bodrum, Ich hatte mich einmal verliebt Aber jetzt habe ich ihren Namen vergessen Bodrum Bodrum.
Obwohl der Musikstil von MFÖ nicht dem „Mainstream-Geschmack“ der Massen entsprach, vertrat die Band die Türkei 1985 und 1988 bei der Eurovision und erreichen einmal den 14. und beim zweiten Auftritt den 15. Platz. Richtig rockig und nostalgisch wurde es 1995 mit dem Song Mazeretim Var Asabiyim Ben (Ich habe eine Ausrede/Entschuldigung, ich bin nervös). Alle drei haben musikalisch danach auch an Soloprojekten gearbeitet. Alanson hat zum Beispiel für den Film Herşey Çok Güzel Olacak (Alles wird gut) die Musik dazu komponiert. 2013 besiegte Gitarrist Özkan Uğur seine Erkrankung an Krebs. 2017 kam nach einer 6-monatiger harter Studioarbeit das Album Kendi kendine (Ganz allein) auf den Markt. In fast 40 Jahren musikalischen Wirkens haben die rastlosen Künstler 11 Studio-Alben veröffentlicht und unzählige Konzerte gegeben. Was zeichnet die Musik von MFÖ aus? Es ist eine Musik voller Hoffnung, der Ruhe und Entspannung, die zum Träumen anregt. Eigenschaften, die in unserer heutigen schnelllebigen und konsumorientierten Zeit immer wertvoller wird.

Zum Thema

– Musikgeschichte – Erkin Koray: Wegbereiter des Anatolischen Rock

Im zarten Alter von fünf Jahren brachte ihm seine Mutter das Klavierspielen bei, die als Klavierlehrerin unterrichtete. Erkin Koray, einer der einflussreichsten Musiker der türkischen Rockmusik, gilt als Wegbereiter des Anadolu Rock (Anatolischer Rock) und als einer der Künstler, der den psychedelic Rock in der Türkei etablierte.

Erkin Koray: Wegbereiter des Anatolischen Rock
 

Digital-News
Gaming: Ist Quantum Gaming die Zukunft der Spielebranche?

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WERBUNG Quantum Gaming kann die Spielebranche auf ein komplett neues Level heben. Was im Moment noch wie Zukunftsmusik klingt, ist vielleicht bereits näher, als man denkt. Wir haben uns die Anfänge des Zukunftstrends angeschaut, erklären, was daran so besonders ist und welche Veränderungen es mit sich bringen wird. Eines können wir aber bereits jetzt verraten: Quantum Gaming ist an Faszination kaum zu überbieten. Was ist Quantum Gaming? Quantencomputer werden ein Vielfaches der Rechenleistung haben, die man im Moment von einem herkömmlichen Computer kennt. Diese werden in der Lage sein, kompliziertere Aufgaben in einer kürzeren Zeit zu lösen. Daraus ergeben sich für viele Branchen eine Menge an Möglichkeiten. Eine der Branchen, die von Quantencomputern am meisten profitieren könnte, ist die Gamingbranche. Denn das Gaming könnte durch die schnellere Rechenleistung noch realistischer werden. Die Möglichkeiten für noch bessere Grafiken kann man sich heute kaum vorstellen. Ein gutes Beispiel hierfür sind Casino-Spiele. Wenn man momentan Online Casinos nutzt, bekommt man zwar eine gute Atmosphäre und jede Menge Spiele geboten, aber genauso wie in einem herkömmlichen Casino ist es trotzdem nicht. Quantum Gaming könnte daran vieles ändern. Natürlich suchen Sie immer nach dem besten Online-Casino-Erlebnis und dieses wird mit einem Quantencomputer irgendwann noch einfacher werden. Wenn man dann noch Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) ins Spiel bringt, verschmelzen die beiden Welten miteinander. Dies ist aber nicht nur für Casino-Spiele der Fall. Im Grunde kann man dies auch auf viele andere Spiele übertragen. Da Quantencomputer ihre Kalkulationen nicht auf der Basis von 0 und 1 erledigen, sondern Wahrscheinlichkeiten nutzen, ist die Rechenleistung um ein Vielfaches schneller. Für Spiele wie “World of Warcraft”, “DOTA2” und “League of Legends” ergeben sich dadurch ganz neue Möglichkeiten. Diese drei Spiele, die zu den beliebtesten Games des Jahres gehören und die teilweise in riesigen Turnieren ausgetragen werden, könnten sehr stark vom Quantum Gaming profitieren. Vor allem, weil auf diese Weise schnell eine Vielzahl von Gamern darauf aufmerksam gemacht wird. Kann sich jeder Gamer Quantum Gaming leisten? Nun kommt natürlich die Frage auf, ob sich diese Technologie auch jeder Gamer leisten kann. Und die Antwort darauf ist nicht ganz einfach. Denn zumindest zu Beginn wird es relativ unrealistisch sein, dass jeder Nutzer über diese Technologie verfügen kann. Zum einen aus finanzieller Sicht und zum anderen, weil die Produktion der Computer und der Games kaum mit den Nachfragen hinterherkommen wird. Auf lange Sicht gesehen, gehen wir aber davon aus, dass Quantum Gaming die neue Norm darstellen wird. Neue Technologien sind zu Beginn immer teuer. Mit der Zeit geht der Preis runter und alle Marktteilnehmer sind in der Lage, sich diese leisten zu können.
Außerdem werden die Hersteller der Spiele sehr stark daran interessiert sein, dass so viele Gamer wie möglich Quantum Gaming nutzen können. Es würde uns daher nicht überraschen, wenn die Zukunft der Spielebranche schneller im Mainstream ankommt, als man dies im Moment erwarten würde. Aber wann genau können wir eigentlich mit Quantum Gaming rechnen oder ist diese Form der Unterhaltung bereits hier? In der Theorie ist Quantum Gaming bereits jetzt bei vielen Spieleherstellern angekommen. Die flächendeckende Umsetzung könnte allerdings noch etwas dauern. Auch, weil die Entwicklung von weltweit nutzbaren Quantencomputern noch einige Jahre in der Zukunft liegen dürfte. Zwar scheint Google auf diesem Gebiet schon relativ weit zu sein und die ersten Berichte und Erfahrungen stimmen mehr als positiv. Aber eine flächendeckende Nutzung von Quantum Gaming ist sicherlich noch ein paar Jahre entfernt. Genauso wie zum Beispiel autonomes Fahren noch Zeit braucht – wobei auch hier langfristig auf Quantencomputer gesetzt werden wird. Allerdings sollte man nicht denken, dass wir von einer weit entfernten Zukunft sprechen. Die Fortschritte der letzten Jahre haben gezeigt, dass diese Technologie schneller kommen wird, als erwartet. Wenn man jetzt die Entwicklungen von AR und VR betrachtet und diese mit den Möglichkeiten von Quantum Gaming verbindet, dann kann man verstehen, warum Spielehersteller und Technologiefirmen so eine große Faszination in diesem Sektor sehen. Auch wir sind bei der Recherche auf viele hochinteressante Theorien und Ideen gestoßen, die die Gaming-Landschaft in den kommenden Jahren auf den Kopf stellen werden. Taucht man einmal in diese noch fern wirkende Welt ein, kann man sich der Faszination nur schwer entziehen. Wer vor zwanzig Jahren mit aus der heutigen Sicht extrem simplen Spielen aufgewachsen ist, wird sich über die Spielewelt in zehn Jahren mehr als nur wundern. Quantum Gaming ist der neue Zukunftstrend. Wir sind uns sicher, dass dieser früher oder später in den meisten Haushalten Einzug halten wird. Gamer weltweit dürfen sich auf jeden Fall auf einige grandiose Neuerungen freuen.

Digital-News
Kryptowährungen einfach erklärt

Im Jahr 2020 sind Kryptowährungen ein weltweites Phänomen und durch die Medien kennen die meisten Menschen das Wort Kryptowährung. Der Eindruck besteht jedoch weiterhin, dass Kryptowährungen ausschließlich für Nerds sind, dabei kann jeder einfach daran teilhaben. Kryptowährungen aller Art erfahren in den letzten Jahren einen sehr großen Hype, der jedoch teilweise auch wieder abgeflacht ist. Vor allem eine digitale Währung findet sich eigentlich ständig in den Medien und im öffentlichen Diskurs wieder, und zwar der Bitcoin. Um genau zu verstehen, um was es sich dabei handelt, muss das Wort Bitcoin aufgeschlüsselt werden. Der erste Teil des Wortes “Bit” weist auf die Speichereinheit von Computern hin. Der zweite Teil des Wortes “Coin” ist englisch und bedeutet nicht mehr oder weniger als Münze und stellt dabei den Bezug zum Geld her. Übersetzt bedeutet das Wort Bitcoin demnach so viel wie digitales oder virtuelles Geld. Dadurch wird auch gleich klar, dass es keine physische Entsprechung für das Geld Bitcoin gibt, sondern ausschließlich eine digitale. Kryptowährungen werden jedoch wie echtes Geld gehandelt und es gibt mittlerweile auch sogenannte Bots wie den Bitcoin Code, die Nutzern das Handeln erleichtern sollen. Was ist der Unterschied zu richtigem Geld? Wer genau der Erfinder der ersten Kryptowährung war, ist kaum noch nachzuvollziehen. Bereits im Jahr 2008 tauchte im Internet ein Dokument eines unbekannten Verfassers auf, das eine virtuelle Währung, ähnlich der des Bitcoins, bereits beschrieben hatte. Ein Jahr später kam dann die erste Software der Bitcoins heraus und seit dem geht es mit den Kryptowährungen stetig steil bergauf. Der entscheidende Unterschied zwischen Kryptowährungen wie zum Beispiel dem Bitcoin und gewöhnlichem Geld ist der, dass die digitalen Währungen total unabhängig und frei von den klassischen Banken und Regierungen von Staaten sind. Große wichtige Banken, wie die Europäische Zentralbank oder die Deutsche Bundesbank bestimmen normalerweise über die Währung eines Landes oder Zusammenschlüssen wie der EU. Dies ist bei digitalen Währungen gänzlich anders, denn der Bitcoin zum Beispiel wird dezentral gesteuert und unterliegt nicht der Aufsicht eines Staates oder einer Organisation. Banken und Staaten bestimmen auch nicht, wie viele Bitcoins im Umlauf sind, sondern die Nutzer und Teilnehmer des Systems Bitcoin bestimmen. Ein großes Netzwerk von Servern und Computern ist die Grundlage für digitale Währungen, so können diese ganz genauso wie reguläre Währungen gehandelt werden und Investitionen können getätigt werden. Die sogenannten Wallets speichern das virtuelle Geld. Im Unterschied zu den gewöhnlichen Währungen sind Kryptowährungen eine gemeinsame digitale Aufnahme von Eigentum, das in der sogenannten Blockchain gespeichert und somit für immer festgehalten wird. Sollte dann ein User seine Einheiten einer Kryptowährung an einen anderen User weitergeben wollen, dann sendet er diese in seine digitale Brieftasche. Die Transaktion ist erst dann komplettiert, wenn sie bestätigt und zu der Blockchain hinzugefügt wird. Warum sind Kryptowährungen so sicher? Der Bitcoin wird durch eine Blockchain protokolliert und alle Transaktionen werden in dieser festgehalten. Die Blockchain ist eine virtuelle, gemeinsame Aufnahme von Daten oder besser gesagt, von Vermögenswerten. Bei Kryptowährungen bedeutet dies, dass alle getätigten Transaktionen in einem Verlauf festgehalten werden und immer nachverfolgt werden können. So wird angezeigt, wie sich die Besitzer im Laufe der Zeit geändert haben. Außerdem merkt sich die Blockchain Transaktionen in Blocks, wobei neue Blöcke immer ganz an den Anfang der Kette angehängt werden. Es handelt sich somit, wie das englische Wort übersetzt sagt, um eine Kette von Blöcken, die Informationen über Geldüberweisungen und Besitzer in sich speichern. Bei Bitcoins und den anderen virtuellen Währungen geht es vor allem um hohe Sicherheit der gespeicherten Informationen, denn keiner soll die digitale Währung manipulieren können. Aus diesem Grund, ist die Blockchain immer sehr komplex durch eine Verschlüsselung gesichert. Es handelt sich somit bei Kryptowährungen um virtuelles Geld, das mit höchsten Sicherheitsstandards geschützt ist und alle Besitzer in seinen Verlauf geschrieben hat. Dadurch lassen sich vor allem im Internet anonyme Zahlungen durchführen, die keiner zentralen Organisation oder einem Staat unterliegen. Trotz allem gilt Vorsicht Kryptowährungen haben nicht nur Vorteile, sondern bergen auch Gefahren, auf die vor allem Einsteiger im Markt vorbereitet sein müssen. Viele der digitalen Währungen haben einen schlechten Ruf, weil im Internet illegale Waren damit gekauft werden können und die Käufer wie die Verkäufer dabei komplett anonym bleiben können. Dabei handelt es sich bei den illegalen Waren meist um Drogen und Waffen, die im Darknet mittels Kryptowährungen bezahlt werden. Um schnell viel Geld zu verdienen eignen sich Kryptowährungen ebenfalls weniger, denn der Markt ist so unvorhersehbar wie kein anderer und es kann immer zu sehr unerwarteten Schwankungen kommen. Ein weiterer Nachteil sind sehr viele falsche Angebote im Netz, die lediglich versuchen, Anfängern in der Kryptoszene das Geld aus den Taschen zu ziehen, deshalb sollten Einsteiger immer sehr vorsichtig sein und bewusst handeln. Mittlerweile gibt es ganze Beratungsfirmen für virtuelles Investment, die dem Nutzer dabei helfen, sein Portfolio an digitalem Geld zu erstellen, wobei auch unter diesen Anbietern schwarze Schafe sind, bei denen es gilt Vorsicht walten zu lassen.

Der Fall Alexej Nawalny
Nowitschok-Entwickler nennt Deutschlands Vergiftungs-Vorwürfe „politischer Quatsch”

Moskau – Der russische Chemiewaffen-Spezialist Leonid Rink nannte die Vorwürfe Berlins, dass Kremlkritiker Alexej Nawalny vergiftet wurde, „reiner politischer Quatsch”.
Laut der Nachrichtenagentur RIA Novosti arbeitete Rink an der Entwicklung des Nervengiftes „А-234 Nowitschok“.
Nach Ansicht Rinks wird Deutschland keine Beweise für die angebliche Vergiftung des Kremlkritiker Alexej Nawalny an Russland übergeben, berichtet Sputnik.  „Sie verstehen, dass niemand die Proben übergeben wird. Das Gleiche geschah mit Litwinenko und den Skripals”, sagte Rink gegenüber RIA Novosti am Mittwoch, berichtet Sputnik weiter. Demnach nahmen Rink zufolge russische Ärzte alle notwendigen Proben und überprüften sie auf mögliche Vergiftungen. „Alles, was in ihm war, wurde nicht nur von den Omsker Ärzten, sondern auch von führenden Moskauer Instituten und Forschungszentren untersucht”, zitiert Sputnik den Wissenschaftler. Nawalny ist nach neuen Erkenntnissen „zweifelsfrei“ mit dem chemischen Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet worden. Das habe die toxikologische Untersuchung eines Bundeswehr-Labors ergeben. Das erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. Das Gift war auch benutzt worden, um den früheren britischen Spion Sergej Skripal und dessen Tochter in Großbritannien zu vergiften. Die beiden überlebten nur knapp, berichtet die tagesschau.  Das Auswärtige Amt bestellte am Mittwoch den russischen Botschafter Sergej Netschajew ein, um Russland dazu aufzufordern, „vollumfänglich und mit voller Transparenz aufzuklären“, berichtet dpa.    

Magdeburg
Dubiose Datenabfragen bei der Polizei: Schwere Verstöße in Sachsen-Anhalt

Magdeburg – Auch in Sachsen-Anhalt haben Polizisten illegal fremde Personaldaten mit Dienstcomputern abgefragt. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung. Seit 2016 wurden demnach mindestens 24 Ermittlungsverfahren gegen 21 Beamte eingeleitet. Die Zahlen hatte der Grünen-Abgeordnete Sebastian Striegel beim Innenministerium erfragt. Einige der aufgeflogenen Fälle waren demnach schwerwiegend: In einem Fall sprach ein Gericht eine einjährige Haftstrafe aus, ausgesetzt zur Bewährungsstrafe auf zwei Jahre. Laut Ministerium wurden zwei weitere beschuldigte Beamte vor einem Strafrichter angeklagt, ein anderer Fall endete mit einem Strafbefehl und einer Geldstrafe. Anlass der Grünen-Anfrage war die bundesweite Debatte über illegale Datenabfragen bei der Polizei. Dabei geht es auch um die Frage, ob es rechtsradikale Netzwerke unter Beamten gibt. Hintergrund sind rechtsradikale Drohschreiben gegen Anwälte, Politiker und Prominente, einige signiert mit dem rechtsextremen Kürzel „NSU 2.0“. In einzelnen Fällen wurde bekannt, dass die Adressaten der Drohschreiben kurz zuvor in Datenbanken der hessischen Polizei recherchiert wurden waren. Die Hälfte der 24 Verdachtsfälle wurde mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Andere Fälle hatten laut Innenministerium Konsequenzen: Sieben Disziplinarverfahren laufen aktuell. Drei weitere Verfahren wurden wegen zwischenzeitlicher Entlassungen der Beamten eingestellt. Grünen-Innenpolitiker Striegel kritisierte gegenüber dem Blatt: „Wenn Polizisten aufgrund solcher Vergehen aus dem Dienst entfernt werden, erwarte ich, dass das Parlament aktiv informiert wird.“

"Protection Beyond Reach"
5 Jahre nach Alan Kurdi: Fluchtrouten wurden schwieriger gemacht

Anlässlich des fünften Jahrestages des Todes von Alan Kurdi veröffentlicht Save the Children eine Analyse der Kinderrechte in der Asyl- und Migrationspolitik der EU. Der Report „Protection Beyond Reach“ untersucht, wie sich der Umgang der Europäischen Union mit geflüchteten Kindern seit dem einschneidenden Jahr 2015 verändert hat. Das Fazit: Kinder sind bei einer Flucht nach Europa größeren Risiken ausgesetzt als zuvor. Rund 210.000 unbegleitete Minderjährige beantragten in den vergangenen fünf Jahren Asyl in der EU. Die tatsächliche Zahl unbegleiteter Minderjähriger, die sich in der EU aufhalten, dürfte deutlich höher sein. Gleichzeitig ist die Chance auf ein Bleiberecht in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen leben in ständiger Angst, inhaftiert oder abgeschoben zu werden. Viele von ihnen führen ein Schattendasein und sind von Polizeigewalt, Ausbeutung und Missbrauch bedroht. Am 2. September 2015 ertrank der dreijährige Alan Kurdi bei der Überfahrt über das Mittelmeer vor der türkischen Küste, sein Tod wurde zum Symbol für die „Flüchtlingskrise“. „Die europäischen Staats- und Regierungschefs waren damals die ersten, die ‚Nie wieder‘ postulierten. Danach haben sie die Routen für Migranten und Flüchtlinge nach Europa noch beschwerlicher und gefährlicher gemacht“, beklagt Anita Bay Bundegaard, Direktorin von Save the Children Europe. „Es ist inakzeptabel, wie Europa Kinder in ihrer größten Not behandelt. Seit August 2019 gab es im Schnitt jeden Tag 10.000 gestrandete Kinder auf den griechischen Inseln, davon 60% jünger als 12 Jahre alt. Zwar gab es Bemühungen, Kinder umzusiedeln, aber noch immer sind Tausende ihrem Schicksal überlassen, weil Europa nicht willens ist, sich um die verletzlichsten Kinder der Welt zu kümmern. Noch immer sterben Kinder vor Europas Haustür und die Staats- und Regierungschefs sehen weg.“ Für den Bericht „Protection Beyond Reach“ wertete Save the Children u.a. Daten der Europäischen Statistikbehörde Eurostat, des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) aus. Daraus ergibt sich, dass

– die meisten der 200.000 unbegleiteten Minderjährigen in Europa aus Afghanistan, Syrien und Eritrea stammen und hauptsächlich in Deutschland, Griechenland, Italien und Schweden leben

– von 35.000 Asylbewerbern, die in den vergangenen fünf Jahren aus Griechenland und Italien umgesiedelt wurden, nur 823 unbegleitete Kinder waren

– die Ankünfte in Griechenland über das Meer sich zwischen 2018 und 2019 fast verdoppelt haben (von 32.000 auf 60.000 Menschen)

Viele EU-Staaten reagierten auf die verstärkten Fluchtbewegungen mit Grenzschließungen und verschärften Maßnahmen, darunter das Einsperren von Kindern und eine erschwerte Familienzusammenführung. Allein in Griechenland befanden sich im März dieses Jahres 331 Kinder in Haft. Es gab jedoch ebenso Verbesserungen, darunter das Zampa-Gesetz in Italien, das den Schutz unbegleiteter Minderjähriger regelt, und die Erklärung der EU-Kommission zum Schutz von Kindermigranten von 2017. In Deutschland wurde das Alter, in dem unbegleitete Geflüchtete selbstständig das Asylverfahren durchlaufen, von 16 auf 18 angehoben. „Die Verbesserungen werden überschattet von einer allgemeinen Abschottungspolitik und Maßnahmen, die Kinder von Europa fernhalten sollen“, sagt Anita Bay Bundegaard. „Europa muss Lehren aus der Vergangenheit ziehen. Eine neue Migrationspolitik darf nicht auf Kosten von Kinderleben gehen.“ Save the Children fordert die Europäische Union auf, bei ihren Reformen der Asyl- und Migrationspolitik die Kinderrechte ins Zentrum zu rücken. Save the Children:

– Es muss dafür gesorgt werden, dass Kinder bei ihrer Ankunft in Europa sicher sind und dass sie unverzüglich Zugang zu Asyl und Schutz erhalten, anstatt zurückgedrängt zu werden.

– Die Inhaftierung von Minderjährigen muss beendet werden. – Unbegleitete Minderjährige müssen binnen 24 Stunden Zugang zu einer Betreuungsperson bekommen.

– Damit weniger Menschen auf der Flucht ums Leben kommen, sollte es mehr und bessere legale Wege der Einwanderung nach Europa geben.

– Dazu zählt auch eine vereinfachte Familienzusammenführung.

Auch interessant

– Türkei – BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“

Im Vergleich zu der Situation in Griechenland, gleichen laut der griechischen Journalistin Liana Spyropoulou, die Flüchtlingslager in der Türkei 5-Sterne-Hotels.

BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“

Höxter
„Horror-Haus“ Höxter: Wilfried W. wird in ein gewöhnliches Gefängnis verlegt

Fast zwei Jahre nach dem Urteil im „Horror-Haus“-Prozess hat die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Münster entschieden, dass Wilfried W. (50) bei Begehung der Taten schuldfähig war und nicht in die Psychiatrie gehört. Das berichtet das WESTFALEN-BLATT (online). Wilfried W. wird jetzt in ein gewöhnliches Gefängnis verlegt. Der Mann und seine Ex-Frau Angelika W. (51) hatten in ihrem Haus in Höxter-Bosseborn über Jahre Frauen gequält, zwei waren gestorben . Im Oktober 2018 verurteilte das Landgericht Paderborn Angelika W. wegen Mordes und versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft, ihren Ex-Mann zu elf Jahren. Er galt allerdings wegen einer Intelligenzminderung und einer Persönlichkeitsstörung als vermindert schuldfähig und kam deshalb in die Christopherus-Klinik für Forensische Psychiatrie in Münster. Bei der turnusmäßigen Überprüfung der Unterbringung kamen der Strafvollstreckungskammer in Münster Zweifel. Denn die behandelnden Ärzte meinten, Wilfried W. sei voll schuldfähig, er gehöre in ein gewöhnliches Gefängnis. Auch ein vom Gericht beauftragter Gutachter konnte das nicht ausschließen, so dass die Behandlung jetzt abgebrochen wurde. Die Anwälte von Wilfried W. prüfen jetzt, ob sie beschwerde beim Oberlandesgericht Hamm einlegen.Die Staatsanwaltschaft will in den kommenden Wochen prüfen, ob sie die Verhängung einer Sicherungsverwahrung nach Ablauf der Haftstrafe anstrebt.  

Finanzen
Das Aktien Demokonto: Ideal für interessierte Anleger

Auf dem Markt finden sich zahlreiche Anbieter von Aktiendepots. Aus dieser Vielzahl das passende Konto für das individuelle Trading zu finden, ist gar nicht leicht. Daher kann es sich lohnen, ein Aktien Demokonto zu eröffnen. Mit diesem haben interessierte Anleger die Möglichkeit, die Funktionen des jeweiligen Kontos zu testen und auch verschiedene Anlagestrategien zu probieren, bevor mit echtem Geld gehandelt wird. Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass viele Banken kostenfreie Aktien Demokonten anbieten, die genutzt werden können, ohne dass eine Registrierung dafür erforderlich ist. Das bedeutet also, dass jeder die Möglichkeit hat, verschiedene Depots auf einmal zu testen, ohne dafür persönliche Daten angeben zu müssen. Das Aktien Demokonto als perfekter Einstieg ins Trading Gerade für Einsteiger ist ein Aktien Demokonto ein idealer Einstieg. Man hat so die Möglichkeit, die einzelnen Tradingplattformen und ihre Funktionen, sowie das Handelsangebot und die Börsenplätze kennen zulernen. Der Handel mit Aktien birgt immer ein gewisses Risiko. Daher ist es ratsam, erst mit Hilfe eines Demokontos gewisse Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln. Wer langfristig Geld an der Börse verdienen möchte, braucht Wissen, das man sich nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch aneignen sollte. Mit einem Aktien Demokonto können zukünftige Anleger also üben, wie man Aktien findet, diese analysiert und am Ende auch eine Order auf einem der verfügbaren Handelsplätze abgeben kann. Hier variieren die Möglichkeiten von Anbieter zu Anbieter. Einige bieten umfangreiche Analysetools für einzelne Aktien oder auch automatisierte Tradingsysteme. Um all diese Funktionen zu entdecken, ohne dabei reales Geld zu riskieren lohnt sich ein Aktien Demokonto. Die verschiedenen Handelsformen in Demokonten Aber nicht nur für Einsteiger ist ein Aktien Demokonto interessant, gerade erfahrene Trader können mit Hilfe eines solchen, neue Märkte für das Traden ohne finanzielles Risiko entdecken. So können auch ganz neue Anlagestrategien erprobt werden. Bei der Auswahl eines geeigneten Aktien Demokontos sollte immer darauf geachtet werden, dass die Funktionen im Vergleich zum realen Tradingkonto gleich und nicht eingeschränkt sind. Wie man das anhand einiger einfacher Punkte überprüfen kann, erklärt aktien-demokonto.de. Es gibt verschiedene Märkte. So können beispielsweise Aktien auf diversen Märkten weltweit gehandelt werden. Wer etwas Erfahrung mitbringt, hat die Möglichkeit auch in Wertpapieren an den amerikanischen oder englischen Börsenplätzen zu investieren und die Vorteile hier zu entdecken. Auch ein Einstieg in das Traden von Optionen gestaltet sich mit dem Aktien Demokonto einfach. Hier arbeitet man mit Calls und Puts und kann verschiedene Optionsstrategien anwenden, um Geld zu verdienen.
Binäre Option Broker: Was ist der Handel mit binären Optionen?
Der Handel mit Optionen ist sehr komplex und erfordert ein umfangreiches Wissen. Beim Handel mit Futures ergeben sich große Gewinn- aber auch Verlustmöglichkeiten. Besonders diesen Markt lernt man am besten über ein Demokonto kennen, denn Anfänger sollten in jedem Fall die Finger davon lassen. Der Forexhandel ist ebenfalls möglich. Dabei werden Währungen und deren individuelle Entwicklung gehandelt. ETFs sind sogenannte Exchange Traded Funds die sich vor allem bei einer langfristigen Wertanlage bezahlt machen. Um einen Überblick über die verschiedenen Funds zu bekommen, lohnt sich ebenfalls ein Demokonto. Außerdem kann man so auch in den Handel mit CFDs einsteigen. Dieser Werte können schnell zu hohen Gewinnen aber auch Verlusten führen, daher sollte man sich im Vorfeld über das geeignete Demokonto mit den CFDs und den verschiedenen Anlagemöglichkeiten auseinandersetzen.

Medikamentenmissbrauch
Schmerzmedikament Tilidin: Dramatischer Anstieg bei Jugendlichen

Bei 15- bis 20-Jährigen sind die Verschreibungen des Schmerzmedikaments Tilidin innerhalb von zwei Jahren in Deutschland um das 30-fache gestiegen. Das geht aus Daten der gesetzlichen Krankenkassen hervor, die dem Reportageformat STRG_F (NDR/funk) vorliegen. 2017 waren es noch 100.000 definierte Tagesdosen, 2019 dann mehr als drei Millionen. Experten warnen nun vor Missbrauch. Gesundheitsexperte Professor Gerd Glaeske von der Universität Bremen spricht von einer „Auffälligkeit“. Er empfiehlt zu prüfen, ob auch Tilidin-Tabletten unter das Betäubungsmittelgesetz fallen sollten. Tilidin in Tropfen-Form fällt bereits seit 2013 unter das Betäubungsmittelgesetz. Tilidin-Tropfen machen inzwischen nur noch vier Prozent der Verschreibungen des Medikaments aus – offenbar eine Folge der strengeren Kontrollen. Auf STRG_F-Anfrage erklärte das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), dass es die vorgelegten Zahlen sehr ernst nehme. Die zuständige Bundesopiumstelle des BfArM wolle nun „weitere Erkenntnisse mit Blick auf einen Anstieg der Verordnungen gewinnen“. Bei „entsprechender Datenlage“ solle sich der Sachverständigenausschuss für Betäubungsmittel mit Tilidin in Tablettenform befassen. Tilidin ist ein rezeptpflichtiges Medikament aus der Gruppe der Opioide und wird zur Behandlung von starken Schmerzen eingesetzt. Häufig werden akute Beschwerden wie z.B. nach einer Hüft- oder Knieoperation damit behandelt. Die Wirkung ist schmerzstillend, aber auch euphorisierend und enthemmend. Bisher gilt die allgemeine Auffassung, dass Tilidin kein hohes Missbrauchspotenzial aufweist, da es zu den Arzneimitteln mit retardierender Wirkung gehört – durch den Naloxon-Blocker wird der Wirkstoff nur langsam freigesetzt. Doch nach Information von STRG_F wissen viele Jugendliche, wie die Retardierung umgangen werden kann, so dass der Wirkstoff sofort freigesetzt wird. Seit 2017 thematisieren bekannte Deutsch-Rapper wie Capital Bra, Samra oder AK Ausserkontrolle vermehrt Tilidin als Droge in ihren Songtexten. Der Song „Tilidin“ von Capital Bra und Samra hat auf YouTube aktuell mehr als 65 Millionen Aufrufe. Capital Bra ist aktuell – gemessen an den Nummer-Eins-Hits – der erfolgreichste Künstler der deutschen Musik-Geschichte. Viele Jugendliche versuchen scheinbar, den Lebensstil zu imitieren, posieren in sozialen Medien mit dem Schmerzmedikament. Ein 18-jähriger Schüler, der nach eigenen Angaben regelmäßig Tilidin nimmt, erzählt im STRG_F-Interview: „Man will den Rappern näher sein, dadurch, dass man sich dieselben Sachen antut wie die.“ Weiter sagt er: „Wenn sie sich als real vermarkten, dann sollte man dem Glauben schenken.“ Dass junge Erwachsene die Songtexte der Rapper wörtlich nehmen, stützen auch Aussagen von Tilidin-Dealern. Sie erzählen, dass sich die Nachfrage merklich steigert, wenn ein neuer Rap-Hit veröffentlicht wird, der Tilidin thematisiert. Ein Darknet-Dealer erklärt, dass „ganz klar Minderjährige Interesse an diesen Substanzen zeigen“. Dies sei seiner Ansicht nach der Deutsch-Rap-Szene zuzuordnen. Konkrete Fragen an die Deutsch-Rapper Capital Bra, Samra oder AK Ausserkontrolle blieben unbeantwortet.

Mittelmeer-Krise
Griechenland begeht mit Remilitarisierung der ägäischen Inseln seit Jahrzehnten Rechtsbruch

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge Griechenland begeht mit der Remilitarisierung der ostägäischen Inseln seit Jahrzehnten Rechtsbruch, weil die Verträge von Lausanne und Paris eine Demilitarisierung dieser Inseln vorsehen. Eine Ausweitung der Territorialgewässer von derzeit 6 auf 12 Seemeilen durch Griechenland, würde die Ägäis zu einem rein griechischen Gewässer machen, was zum Nachteil der Türkei und der internationalen Schifffahrt wäre. Athen begeht mit der Remilitarisierung der ostägäischen Inseln Rechtsbruch In den Medien waren heute Meldungen zu lesen, wonach Griechenland auf der Insel Kastellorizo (Meis) Militäreinheiten und Gerätschaften stationiert hat. Griechenland hatte die 12 Inseln (Dodekannes), zu der auch die 10 km2 große Insel Kastellorizo gehört und 2 Kilometer vor der türkischen Küste liegt, im Vertrag von Paris unter Bedingungen erhalten. Nach Artikel 14 Absatz 2 des Pariser Vertrags muss die Insel Kastellorizo und weitere Inseln vollständig demilitarisiert werden („These islands shall be and shall remain demilitarised“). Die betreffenden Inseln sind namentlich im Artikel 14 Absatz 1 geregelt. Mit der Stationierung von Militäreinheiten und Gerätschaften begeht Griechenland ganz klar Rechtsbruch. Das Beispiel Kastellorizo ist kein Einzelfall, weil Athen seit Jahrzehnten sich weder an den Vertrag von Paris (1947) noch an den Lausanner Vertrag (1923) hält und die nördlichen ostägäischen Inseln und die 12 Inseln in der südlichen Ägäis remilitarisiert hat. Eine Ausweitung der Territorialgewässer wäre zum Nachteil der Türkei und der internationalen Schifffahrt Bei den Territorialgewässern wurde im Vertrag von Lausanne eine Seegrenze von 3 Seemeilen festgelegt. Am 17. September 1936 weitete Griechenland seine Gewässer einseitig auf 6 Seemeilen aus. Damit erhöhte Athen seinen Anteil der Territorialgewässer in der Ägäis von 21,8 auf 43,6 Prozent. Wer einmal die griechischen Inseln in der Ägäis besucht und auch die türkische Küste bereist hat, wird die geografische Nähe nicht bestreiten können. Würde Griechenland seine Hoheitsgewässer, gemäß dem Fall, auf 12 Seemeilen ausdehnen, würde sich der griechische Anteil seiner Gewässer von 43,6 auf 71,5 Prozent erhöhen und der Anteil der internationalen Gewässer in der Ägäis von 48,8 auf 19,7 Prozent sinken. Türkische Schiffe müssten in der Ägäis zur Durchfahrt in türkische Häfen bei den griechischen Behörden um Erlaubnis bitten. Die 12 Seemeilen würde das ägäische Meer zu einem griechischen Binnenmeer umwandeln und das akzeptiert die Türkei nicht und hat dies als casus belli, also Kriegsgrund deklariert. Griechenland begeht mit der Remilitarisierung der ostägäischen Inseln seit Jahrzehnten Rechtsbruch, weil die Verträge von Lausanne und Paris eine Demilitarisierung dieser Inseln vorsehen. Eine Ausweitung der Territorialgewässer von derzeit 6 auf 12 Seemeilen durch Griechenland, würde die Ägäis zu einem rein griechischen Gewässer machen, was zum Nachteil der Türkei und der internationalen Schifffahrt wäre.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

Zum Thema

– Mittelmeer-Krise – Spannungen mit Griechenland: „Die Türkei ist an keinem Krieg interessiert“

Rechtlich betrachtet sind die Argumente Griechenlands nicht nachvollziehbar, da das internationale Seerecht einem Küstenstaat eine Ausschließliche Wirtschaftszone einräumt. Die griechische Regierung riskiert durch provokative Aktionen seiner Marine oder seiner Luftwaffe einen bewaffneten Konflikt mit der Türkei.

Spannungen mit Griechenland: „Die Türkei ist an keinem Krieg interessiert“