Mittelmeer-Krise
Griechenland begeht mit Remilitarisierung der ägäischen Inseln seit Jahrzehnten Rechtsbruch

Griechenland begeht mit der Remilitarisierung der ostägäischen Inseln seit Jahrzehnten Rechtsbruch, weil die Verträge von Lausanne und Paris eine Demilitarisierung dieser Inseln vorsehen.

Teilen

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge

Griechenland begeht mit der Remilitarisierung der ostägäischen Inseln seit Jahrzehnten Rechtsbruch, weil die Verträge von Lausanne und Paris eine Demilitarisierung dieser Inseln vorsehen.

Eine Ausweitung der Territorialgewässer von derzeit 6 auf 12 Seemeilen durch Griechenland, würde die Ägäis zu einem rein griechischen Gewässer machen, was zum Nachteil der Türkei und der internationalen Schifffahrt wäre.

Athen begeht mit der Remilitarisierung der ostägäischen Inseln Rechtsbruch

In den Medien waren heute Meldungen zu lesen, wonach Griechenland auf der Insel Kastellorizo (Meis) Militäreinheiten und Gerätschaften stationiert hat. Griechenland hatte die 12 Inseln (Dodekannes), zu der auch die 10 km2 große Insel Kastellorizo gehört und 2 Kilometer vor der türkischen Küste liegt, im Vertrag von Paris unter Bedingungen erhalten.

Nach Artikel 14 Absatz 2 des Pariser Vertrags muss die Insel Kastellorizo und weitere Inseln vollständig demilitarisiert werden („These islands shall be and shall remain demilitarised“). Die betreffenden Inseln sind namentlich im Artikel 14 Absatz 1 geregelt. Mit der Stationierung von Militäreinheiten und Gerätschaften begeht Griechenland ganz klar Rechtsbruch.

Das Beispiel Kastellorizo ist kein Einzelfall, weil Athen seit Jahrzehnten sich weder an den Vertrag von Paris (1947) noch an den Lausanner Vertrag (1923) hält und die nördlichen ostägäischen Inseln und die 12 Inseln in der südlichen Ägäis remilitarisiert hat.

Eine Ausweitung der Territorialgewässer wäre zum Nachteil der Türkei und der internationalen Schifffahrt

Bei den Territorialgewässern wurde im Vertrag von Lausanne eine Seegrenze von 3 Seemeilen festgelegt. Am 17. September 1936 weitete Griechenland seine Gewässer einseitig auf 6 Seemeilen aus. Damit erhöhte Athen seinen Anteil der Territorialgewässer in der Ägäis von 21,8 auf 43,6 Prozent.

Wer einmal die griechischen Inseln in der Ägäis besucht und auch die türkische Küste bereist hat, wird die geografische Nähe nicht bestreiten können. Würde Griechenland seine Hoheitsgewässer, gemäß dem Fall, auf 12 Seemeilen ausdehnen, würde sich der griechische Anteil seiner Gewässer von 43,6 auf 71,5 Prozent erhöhen und der Anteil der internationalen Gewässer in der Ägäis von 48,8 auf 19,7 Prozent sinken.

Türkische Schiffe müssten in der Ägäis zur Durchfahrt in türkische Häfen bei den griechischen Behörden um Erlaubnis bitten. Die 12 Seemeilen würde das ägäische Meer zu einem griechischen Binnenmeer umwandeln und das akzeptiert die Türkei nicht und hat dies als casus belli, also Kriegsgrund deklariert. Griechenland begeht mit der Remilitarisierung der ostägäischen Inseln seit Jahrzehnten Rechtsbruch, weil die Verträge von Lausanne und Paris eine Demilitarisierung dieser Inseln vorsehen.

Eine Ausweitung der Territorialgewässer von derzeit 6 auf 12 Seemeilen durch Griechenland, würde die Ägäis zu einem rein griechischen Gewässer machen, was zum Nachteil der Türkei und der internationalen Schifffahrt wäre.


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar


Zum Thema

– Mittelmeer-Krise –
Spannungen mit Griechenland: „Die Türkei ist an keinem Krieg interessiert“

Rechtlich betrachtet sind die Argumente Griechenlands nicht nachvollziehbar, da das internationale Seerecht einem Küstenstaat eine Ausschließliche Wirtschaftszone einräumt. Die griechische Regierung riskiert durch provokative Aktionen seiner Marine oder seiner Luftwaffe einen bewaffneten Konflikt mit der Türkei.

Spannungen mit Griechenland: „Die Türkei ist an keinem Krieg interessiert“

Auch interessant

Rekord in Venedig: 25 Minuten Standing Ovation für Gaza-Dokumentation „NAZA“

Venedig - In Deutschland kaum vorstellbar: Bei den Filmfestspielen von Venedig hat die Gaza-Dokumentation „NAZA“ eine rund 25-minütige Standing Ovation erhalten. Der minutenlange Beifall...

AfD-Spitzenkandidatin Brinker bekräftigt Punktesystem für Wohnungsvergabe

Berlin - Menschen, die schon länger in Berlin leben und in bestimmten Berufen arbeiten, sollen nach den Vorstellungen der AfD bei der Wohnungsvergabe bevorzugt...

AfD-Sieg: Die Brandmauer allein wird nicht reichen

Ein Gastbeitrag von Özgür Çelik Die wichtigste Erkenntnis aus den jüngsten Wahlen in Sachsen-Anhalt ist vielleicht nicht einmal das außergewöhnlich starke Ergebnis der AfD. Es...

„Die anderen sind gemeint“ – warum sich viele von AfD-Populismus nicht angesprochen fühlen

Ein Gastkommentar von Aras Karasun Es klingt erst mal total beruhigend, wenn etwas mich, dich, uns oder euch angeblich nicht betrifft. Man hörte und hört...

Bericht: Israel soll Türkei Aufteilung Syriens angeboten haben

Ankara - Israel soll der Türkei Berichten zufolge einen weitreichenden Deal zur Aufteilung von militärischen Einflusszonen in Syrien angeboten haben. Der israelische Ministerpräsident Benjamin...

Headlines

Israel: Demonstranten fordern Todesstrafe für NAZA-Filmemacher

Tel Aviv - Aktivisten haben in der zentralisraelischen Stadt Savyon vor dem Haus der Eltern der Filmemacherin Rachel Szor...

Türkei entdeckt die Wirtschaftsmoral des Mittelalters neu

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Gewinn machen, aber nicht um jeden Preis: Die Türkei greift derzeit auf eine jahrhundertealte Tradition...

Bericht: Israel soll Türkei Aufteilung Syriens angeboten haben

Ankara - Israel soll der Türkei Berichten zufolge einen weitreichenden Deal zur Aufteilung von militärischen Einflusszonen in Syrien angeboten...

Von der Leyen will Kanada zum assoziierten EU-Mitglied machen

Brüssel - Die Europäische Union will ihre Beziehungen zu Kanada deutlich ausbauen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlug am...

Meinung

Israel: Demonstranten fordern Todesstrafe für NAZA-Filmemacher

Tel Aviv - Aktivisten haben in der zentralisraelischen Stadt Savyon vor dem Haus der Eltern der Filmemacherin Rachel Szor (auch als Rachel Tzur geführt)...

Türkei entdeckt die Wirtschaftsmoral des Mittelalters neu

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Gewinn machen, aber nicht um jeden Preis: Die Türkei greift derzeit auf eine jahrhundertealte Tradition zurück, die genau solche Regeln...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Araştırma: ChatGPT kullanımı beyin aktivitesini önemli ölçüde azaltıyor

Cambridge – MIT Media Lab tarafından yapılan bir araştırma, ChatGPT ve diğer AI asistanlarının kullanımının beyin aktivitesini büyük ölçüde azalttığına dair ilk kanıtları sunuyor. Araştırma,...