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Theologen attackieren Kardinal Woelki
Terrorismus
PKK-Kindersoldaten: Der lange Kampf kurdischer und jesidischer Eltern um ihre Töchter und Söhne
Zum Thema: Türkei: EU-Politiker plant Besuch bei „Kurdische Mütter gegen PKK“
Allein 15 Kinder konnten dadurch aus den Fängen der PKK befreit werden. Auch in Deutschland geht eine Mutter seit Ende letzten Jahres jeden Freitag auf die Straße, um auf das Schicksal ihrer Tochter, die von der PKK indoktriniert und daraufhin verschleppt wurde, aufmerksam zu machen. Die verzweifelte Mutter Maide Töre fordert Unterstützung von der deutschen Politik und den Behörden. Selbst der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, die Organisation Human Rights Watch oder Behörden der USA rügen in ihren offiziellen Dokumenten die skrupellosen Maßnahmen der Separatistenorganisation. PKK ignoriert Bitte der Eltern So geht auch Zvi Bar’el in seiner Analyse auf diesen Sachverhalt ein:
„Vor etwa einem Jahr intervenierten die Vereinten Nationen in dieser Angelegenheit, und nach Verhandlungen mit der Führung der kurdischen Streitkräfte [YPG/PKK] wurde ein Abkommen unterzeichnet, wonach die kurdischen Streitkräfte [YPG/PKK] keine Mädchen unter 18 Jahren, dem Alter der obligatorischen Wehrpflicht in den kurdischen Einheiten [YPG/PKK], mehr einziehen würden.“Der dreifache Familienvater Bar’el, der vor seiner Pensionierung auch Polizeibeamter und Politiker war, stellt in seinem Beitrag fest, dass trotz des Abkommens mit den Vereinten Nationen immer noch „junge Mädchen“ durch die Truppen der YPG/PKK gewaltsam rekrutiert werden. „Herzzerreißende Briefe an den Kommandeur der kurdischen Streitkräfte [YPG/PKK], Mazloum Abdi [Kobane], und die Kommandozentrale der Fraueneinheiten, in denen sie um die Freilassung ihrer Töchter oder zumindest um Hausbesuche bettelten, blieben unbeantwortet oder erhielten kurze, harte Antworten“, so Bar’el. Preisgekrönter Journalist legt Finger in eine offene Wunde Bar’el ist seit 1982 bei der israelischen Haaretz, an der unter anderem auch das Kölner Verlags- und Medienunternehmen M. DuMont Schauberg beteiligt ist, und schreibt dort über die arabische und islamische Welt. Im Jahr 2009 wurde der Journalist mit dem Sokolov-Preis für sein Lebenswerk im Print-Journalismus ausgezeichnet. Mit seiner aktuellen Analyse trifft der preisgekrönte Journalist einen Nerv: Kurdische Eltern beklagen seit langem schon die Verschleppung und Zwangsrekrutierung ihrer Kinder durch Organisationen, die die kurdische oder jesidische Identität instrumentalisieren, um ihre teils verbrecherischen Ziele durchzusetzen. Das ist ein wichtiges Signal der kurdischen und jesidischen Gesellschaft. Die auch in der Europäischen Union (EU) und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) als terroristische Vereinigung geführte PKK mit ihren Splittergruppen wie YPG, YPJ etc. darf nicht den Anspruch erheben, mit ihren marginalen Zielen und kriminellen Handlungen die gesamten kurdischen und jesidischen Bürger*innen zu vertreten. Schon gar nicht, indem sie auf eine heimtückische Straftat zurückgreift und Kinder für tödliche Kämpfe entführt. Zentralrat der Jesiden in Deutschland verurteilt PKK Überdies ist nicht selten davon die Rede, dass die im Irak, Syrien oder der Türkei lebende Gemeinschaft der Jesiden in einer Art Kampfbündnis aufseiten der PKK kämpfe und diese nahezu bedingungslos unterstütze. Dieser falsche Eindruck scheint sich jedoch durch einige öffentliche Verlautbarungen von jesidischen Organisationen als fragwürdig herauszustellen: So verurteilte der Zentralrat der Jesiden in Deutschland (ZED) in einer kürzlich bekannt gewordenen Pressemitteilung die Rekrutierung und Verschleppung von Jugendlichen und Kindern durch die „YBS“, ebenso eine Splittergruppe der PKK, und forderte diese auf, die Entführungsopfer „unverzüglich freizulassen“. Der stellvertretende Bundesvorsitzende des ZED, Said Saydo, bezeichnete die Rekrutierung von Kindern unter 15 Jahren als „Kriegsverbrechen“ und sagte: „Wir werden dies nicht hinnehmen und unserem Volk in noch so schwierigen und dunklen Zeiten bedingungslos beistehen“. Im Fokus der deutschen Behörden Auch in Deutschland steht die Organisation, die Konflikte ins Land importiert, schon seit vielen Jahren unter verstärkter Beobachtung. Die Sicherheitsdienste informieren, dass Deutschland der hier seit 1993 verbotenen PKK in erster Linie als Rückzugs-, Refinanzierungs- und Rekrutierungsraum diene. Seit 1993 haben die Behörden von Bund und Ländern über 52 Organisationen, die der PKK zugerechnet wurden, bereits verboten. Die PKK ist in Deutschland nach Angaben des Bundesinnenministeriums mit etwa 14.500 Anhängern die „mit Abstand mitgliederstärkste extremistische Ausländerorganisation“. Garant für den Frieden in der Region: Eine wirtschaftliche und politische Union für den Nahen- und Mittleren Osten Das in Teilen der hiesigen Medien und der Öffentlichkeit weit verbreitete, jedoch trügerische Bild, dass es sich bei der PKK bzw. YPG um eine Vereinigung handle, die alle Kurd*innen vertritt, stimmt so nicht und bedarf daher einer Revision. Die PKK/YPG sollte erkennen, dass sie mit dem bewaffneten, separatistischen Kampf, so wie sie jetzt agiert, nicht mehr weiterkommt. Als Vorbedingung eines möglichen und erfolgversprechenden Friedensprozesses wäre die Organisation gut beraten, jegliche Waffen niederzulegen und zu ermöglichen, dass die verschleppten Kinder zu ihren Familien zurückkehren können. Ferner muss der rationale Flügel innerhalb der PKK/YPG endlich erkennen, dass er seit nunmehr Jahrzehnten von neo-imperialistischen Mächten, die die ressourcenreiche Region destabilisieren und ausbeuten möchten, als Spielball benutzt wird. Um einen dauerhaften Frieden im Nahen- und Mittleren Osten sowie in den angrenzenden Orten im südöstlichen Europa und im Kaukasus zu gewährleisten, benötigen die dortigen Staaten eine auf Stabilität und Kooperation ausgerichtete, politische und ökonomische Union, ähnlich wie die EU. Für so eine Wertegemeinschaft werden unter allen Anrainern der Region vorausblickende Politiker*innen gebraucht. Auch und gerade aufseiten der kurdischen Völker werden visionäre Vertreter*innen vermisst, die sich nicht wie so oft in der Vergangenheit, gegeneinander ausspielen- und von fremden, expansionistischen Kräften instrumentalisieren lassen.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
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Yasin Baş
Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?”, „nach-richten: Muslime in den Medien” und: „Medien in Deutschland: Eine Analyse der Printmedien, visuelle- und Onlinemedien sowie eine Kritik an dem Mediensystem”.
Classics
Moğollar: Die legendäre Band der türkischen Rockmusik
Savrulurken düşünceler her an aklımda Ben kalırım zaman gider bakmaz ardına Gün değirmeni boş duvarlarda Dur dönüp durma dur dönüp durma Während ich verwehe, sind meine Gedanken jederzeit in meinem Kopf Ich bleibe, die Zeit vergeht und blickt nicht zurück Die Tage vergehen schnell, die Tage vergehen schnell Lass die Zeit stehen bleibenDie Künstler brachten 2014 ein weiteres Album mit alten Songs heraus. Ein großer Verlust für die Gruppe war der Tod des Schlagzeugers Engin Yörükoğlu 2010 sowie des Solisten Aziz Ahmet, der 2018 verstarb. Ein bekannter Protestsong ist Dinleyiverin Gari (Hört euch das mal an). Das Video dazu ist vom Konzert 2019 in Ankara. Von den ursprünglichen Bandgründern ist nur noch Cahit Berkay übriggeblieben, der über eine lange Zeit als der Kopf der Musiker galt. Bleibt zu hoffen, dass diese großartigen Musiker als Gruppe erhalten und vielen Menschen noch lange in Erinnerung bleiben mögen.
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Internationaler Friedenspreis
Emine Erdogan: First Lady der Türkei unter den 10 einflussreichsten Muslimen
Ein internationaler Think Tank platzierte am Sonntag die First Lady der Türkei unter den zehn einflussreichsten muslimischen Persönlichkeiten der Welt.
Das Institut für Frieden und Entwicklung (INSPAD), das in Belgien und Pakistan ansässig ist, hat Emine Erdoğan für ihre Verdienste in verschiedenen Bereichen für den internationalen Friedenspreis 2020 nominiert. Das Institut INSPAD zeichnet muslimische Persönlichkeiten aus aller Welt für ihre Verdienste aus.
Auf der Liste stehen auch der ehemalige malaysische Premierminister Mahathir bin Muhammad, die Vorsitzende des Frauenrats von Bahrain, Shaikha Noora Al Khalifa, der Generalsekretär der muslimischen Weltliga, Mohammad bin Abdulkarim Al-Issa aus Saudi-Arabien, und die US-Kongressabgeordnete Ilhan Omar. Darüber hinaus das Mitglied des britischen Oberhauses Lord Nazir Ahmed, der Vorsitzende des Muslimischen Instituts von Pakistan Sahibzada Sultan Ahmed Ali und Ibrahim Bin Salah Al-Naumi, der Unterstaatssekretär für Hochschulbildung und Vorsitzender des Internationalen Zentrums für interreligiösen Dialog in Katar/ Doha, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu. Der Präsident von INSPAD, Muhammad Tahir Tabassum, sagte gegenüber Anadolu, dass Emine Erdogan wegen ihrer enormen Verdienste im Bereich der sozialen Entwicklung mit Schwerpunkt auf der Stärkung der Rolle der Frau, der Umwelt, der Kultur, der Kunst und des sozialen Bewusstseins ausgewählt wurde. Das Gremium, dem 5.000 Friedensbotschafter und über 12.000 Mitglieder aus verschiedenen Ländern angehören, wählt jedes Jahr bedeutende muslimische Persönlichkeiten aus aller Welt aus.Auch interessant
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Wirtschaft
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Moria-Brand
Strack-Zimmermann: Deutschland muss den Großteil der Flüchtlinge aus Lesbos evakuieren
„Ich hatte die große Hoffnung, dass unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft endlich eine Lösung gefunden wird und die nicht-willigen europäischen Länder entsprechend mit finanziellen Sanktionen rechnen müssen, wenn sie sich weiter sperren, sich auch um Flüchtlinge zu kümmern .“

