Kirche
Theologen attackieren Kardinal Woelki

In der Debatte über Reformen in der katholischen Kirche werfen namhafte Theologen einer Minderheit in der Deutschen Bischofskonferenz mangelndes Niveau und kirchenspalterische Tendenzen vor. „Einige wenige Bischöfe, allen voran Kardinal Rainer Woelki aus Köln und Bischof Rudolf Voderholzer aus Regensburg, scheinen zu denken, dass es dieser Debatte und Erneuerung nicht bedarf, weil angeblich alle Antworten auf die Fragen, die sich Menschen mit Blick auf die Kirche stellen, schon längst gefunden worden sind“, schreiben die Dogmatikerin Julia Knop (Erfurt) und ihre Professorenkollegen Bernhard Emunds (Frankfurt), Matthias Sellmann und Thomas Söding (beide Bochum) im „Kölner Stadt-Anzeiger“. Den genannten Bischöfen falle theologisch nicht viel ein. „Kritischen Stimmen wird wahlweise Unbedarftheit, Inkompetenz oder schismatische Absicht unterstellt. Vor allem Frauen, die sich endlich vernehmbarer einbringen, werden abgekanzelt“. Alle vier Theologen sind am „Synodalen Weg“ beteiligt, einem Reformprozess der Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, auf dem es unter anderem um die Modernisierung der katholischen Sexualmoral und die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche geht. Kardinal Woelki hatte zuletzt vor einem deutschen Sonderweg und vor einer Blamage gewarnt, weil die Textvorlagen für den Synodalen Weg inhaltlich zu schwach seien. Dagegen werfen die Theologen dem Kardinal nun autoritäres Gebaren vor. „Dass Autoritätsargumente die schwächsten sind, lässt sich schon bei Aristoteles nachlesen“, schreiben sie. Zwar spiele das Lehramt in der katholischen Kirche eine wichtige Rolle. „Es darf aber nicht spalten, sondern soll der Einheit der Kirche, der Wahrheit des Glaubens und der Freiheit der Menschen dienen. Erst lernen, dann lehren – das muss die Devise sein.“ Ein offenes Gespräch „kritikresistenter Bischöfe“ mit den Gläubigen, mit Diözesan- und Priesterräten täte schon gut. „Echte Beratung und Beteiligung wären noch besser. Auch mit den theologischen Fakultäten und Instituten vor Ort.“

Terrorismus
PKK-Kindersoldaten: Der lange Kampf kurdischer und jesidischer Eltern um ihre Töchter und Söhne

Von Yasin Baş Dass die Terrororganisation PKK nicht davor zurückschreckt, auch Kinder und Minderjährige zu entführen, um sie bei Kämpfen als Kanonenfutter zu gebrauchen, ist seit Langem bekannt. Was bis jetzt zumeist nur durch wenige Beteiligte innerhalb der kurdischen und jesidischen Community lautstark verurteilt wurde, sorgt nun auch international für teils heftige Kritik. Der allgemeine Tenor lautet: So geht es nicht mehr weiter! Entführt, zum Waffen- und Ideologieunterricht gezwungen sowie von der Schule und dem Elternhaus abgeschnitten Vor einigen Tagen stellte der israelische Journalist und pensionierter Militäroffizier Zvi Bar’el in der liberalen Zeitung Haaretz die Frage, was ein 16-jähriges Mädchen tue, wenn sie in einem der kurdischen Bezirke Syriens lebe, um sodann selbst darauf zu antworten: „Normalerweise das, was jedes Mädchen ihres Alters tut: Sie geht zur Schule, schreibt Beiträge auf Facebook, Twitter und Instagram und hilft ihrer Mutter im Haushalt.“ Es gebe jedoch auch Mädchen, die von den „Women’s People’s Defense Forces (YPJ) der YPG“, einer Splittergruppe der PKK, zwangsrekrutiert würden. Der 1935 geborene Nahost-Experte der Haaretz, selbst mit kurdischen Wurzeln, dessen Familie auf Empfehlung des ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ben-Gurion den kurdischen Nachnamen Barazani in Bar umwandeln ließ, wies in seiner bemerkenswerten Analyse darauf hin, dass „Mädchen im Alter von 15 oder 16 Jahren“ zu Protokoll gegeben hätten, dass sie von Einheiten der YPG/PKK „aus ihren Häusern entführt, zum Wehrdienst und Ideologieunterricht gezwungen, von der Schule und dem Elternhaus abgeschnitten wurden, um zu Kämpferinnen auf der Straße zu werden.“ In Medieninterviews hätten sich „einige der Mädchen über die harten Bedingungen und ihre Sehnsucht nach Heim und Familie, die sie manchmal monatelang nicht gesehen hatten“, beschwert. Jüngstes Opfer erst elf Jahre alt Allein in Nordsyrien, wo die PKK unter vielfältigen Tarnnamen auftaucht, verschleppe sie jeden Monat im Schnitt etwa 100 Kinder. Die Minderjährigen werden nicht nur direkt von ihren Familien herausgerissen, sondern auch aus Studentenzirkeln, Flüchtlingslagern und Jugendgefängnissen rekrutiert. Die Jüngste unter den Entführungsopfern sei erst elf Jahre alt. Dies führt zu großem Leid unter den Familien und Verwandten der zwangsrekrutierten, kurdischstämmigen Kinder. In der Türkei protestieren kurdische Eltern seit dem 3. September 2019 vor der Bezirksvertretung der Demokratischen Partei der Völker (HDP) in Diyarbakır. Sie fordern von der HDP, der ein zwielichtiges Verhältnis zur PKK nachgesagt wird und die die Protestaktionen für ein bösartiges Komplott hält, die Freilassung ihrer Kinder. Bis jetzt haben sich der immer noch anhaltenden Kundgebung im kurdisch dominierten Diyarbakır insgesamt 151 Mütter und Väter angeschlossen.
Zum Thema: Türkei: EU-Politiker plant Besuch bei „Kurdische Mütter gegen PKK“
Allein 15 Kinder konnten dadurch aus den Fängen der PKK befreit werden. Auch in Deutschland geht eine Mutter seit Ende letzten Jahres jeden Freitag auf die Straße, um auf das Schicksal ihrer Tochter, die von der PKK indoktriniert und daraufhin verschleppt wurde, aufmerksam zu machen. Die verzweifelte Mutter Maide Töre fordert Unterstützung von der deutschen Politik und den Behörden. Selbst der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, die Organisation Human Rights Watch oder Behörden der USA rügen in ihren offiziellen Dokumenten die skrupellosen Maßnahmen der Separatistenorganisation. PKK ignoriert Bitte der Eltern So geht auch Zvi Bar’el in seiner Analyse auf diesen Sachverhalt ein:
„Vor etwa einem Jahr intervenierten die Vereinten Nationen in dieser Angelegenheit, und nach Verhandlungen mit der Führung der kurdischen Streitkräfte [YPG/PKK] wurde ein Abkommen unterzeichnet, wonach die kurdischen Streitkräfte [YPG/PKK] keine Mädchen unter 18 Jahren, dem Alter der obligatorischen Wehrpflicht in den kurdischen Einheiten [YPG/PKK], mehr einziehen würden.“
Der dreifache Familienvater Bar’el, der vor seiner Pensionierung auch Polizeibeamter und Politiker war, stellt in seinem Beitrag fest, dass trotz des Abkommens mit den Vereinten Nationen immer noch „junge Mädchen“ durch die Truppen der YPG/PKK gewaltsam rekrutiert werden. „Herzzerreißende Briefe an den Kommandeur der kurdischen Streitkräfte [YPG/PKK], Mazloum Abdi [Kobane], und die Kommandozentrale der Fraueneinheiten, in denen sie um die Freilassung ihrer Töchter oder zumindest um Hausbesuche bettelten, blieben unbeantwortet oder erhielten kurze, harte Antworten“, so Bar’el. Preisgekrönter Journalist legt Finger in eine offene Wunde Bar’el ist seit 1982 bei der israelischen Haaretz, an der unter anderem auch das Kölner Verlags- und Medienunternehmen M. DuMont Schauberg beteiligt ist, und schreibt dort über die arabische und islamische Welt. Im Jahr 2009 wurde der Journalist mit dem Sokolov-Preis für sein Lebenswerk im Print-Journalismus ausgezeichnet. Mit seiner aktuellen Analyse trifft der preisgekrönte Journalist einen Nerv: Kurdische Eltern beklagen seit langem schon die Verschleppung und Zwangsrekrutierung ihrer Kinder durch Organisationen, die die kurdische oder jesidische Identität instrumentalisieren, um ihre teils verbrecherischen Ziele durchzusetzen. Das ist ein wichtiges Signal der kurdischen und jesidischen Gesellschaft. Die auch in der Europäischen Union (EU) und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) als terroristische Vereinigung geführte PKK mit ihren Splittergruppen wie YPG, YPJ etc. darf nicht den Anspruch erheben, mit ihren marginalen Zielen und kriminellen Handlungen die gesamten kurdischen und jesidischen Bürger*innen zu vertreten. Schon gar nicht, indem sie auf eine heimtückische Straftat zurückgreift und Kinder für tödliche Kämpfe entführt. Zentralrat der Jesiden in Deutschland verurteilt PKK Überdies ist nicht selten davon die Rede, dass die im Irak, Syrien oder der Türkei lebende Gemeinschaft der Jesiden in einer Art Kampfbündnis aufseiten der PKK kämpfe und diese nahezu bedingungslos unterstütze. Dieser falsche Eindruck scheint sich jedoch durch einige öffentliche Verlautbarungen von jesidischen Organisationen als fragwürdig herauszustellen: So verurteilte der Zentralrat der Jesiden in Deutschland (ZED) in einer kürzlich bekannt gewordenen Pressemitteilung die Rekrutierung und Verschleppung von Jugendlichen und Kindern durch die „YBS“, ebenso eine Splittergruppe der PKK, und forderte diese auf, die Entführungsopfer „unverzüglich freizulassen“. Der stellvertretende Bundesvorsitzende des ZED, Said Saydo, bezeichnete die Rekrutierung von Kindern unter 15 Jahren als „Kriegsverbrechen“ und sagte: „Wir werden dies nicht hinnehmen und unserem Volk in noch so schwierigen und dunklen Zeiten bedingungslos beistehen“. Im Fokus der deutschen Behörden Auch in Deutschland steht die Organisation, die Konflikte ins Land importiert, schon seit vielen Jahren unter verstärkter Beobachtung. Die Sicherheitsdienste informieren, dass Deutschland der hier seit 1993 verbotenen PKK in erster Linie als Rückzugs-, Refinanzierungs- und Rekrutierungsraum diene. Seit 1993 haben die Behörden von Bund und Ländern über 52 Organisationen, die der PKK zugerechnet wurden, bereits verboten. Die PKK ist in Deutschland nach Angaben des Bundesinnenministeriums mit etwa 14.500 Anhängern die „mit Abstand mitgliederstärkste extremistische Ausländerorganisation“. Garant für den Frieden in der Region: Eine wirtschaftliche und politische Union für den Nahen- und Mittleren Osten Das in Teilen der hiesigen Medien und der Öffentlichkeit weit verbreitete, jedoch trügerische Bild, dass es sich bei der PKK bzw. YPG um eine Vereinigung handle, die alle Kurd*innen vertritt, stimmt so nicht und bedarf daher einer Revision. Die PKK/YPG sollte erkennen, dass sie mit dem bewaffneten, separatistischen Kampf, so wie sie jetzt agiert, nicht mehr weiterkommt. Als Vorbedingung eines möglichen und erfolgversprechenden Friedensprozesses wäre die Organisation gut beraten, jegliche Waffen niederzulegen und zu ermöglichen, dass die verschleppten Kinder zu ihren Familien zurückkehren können. Ferner muss der rationale Flügel innerhalb der PKK/YPG endlich erkennen, dass er seit nunmehr Jahrzehnten von neo-imperialistischen Mächten, die die ressourcenreiche Region destabilisieren und ausbeuten möchten, als Spielball benutzt wird. Um einen dauerhaften Frieden im Nahen- und Mittleren Osten sowie in den angrenzenden Orten im südöstlichen Europa und im Kaukasus zu gewährleisten, benötigen die dortigen Staaten eine auf Stabilität und Kooperation ausgerichtete, politische und ökonomische Union, ähnlich wie die EU. Für so eine Wertegemeinschaft werden unter allen Anrainern der Region vorausblickende Politiker*innen gebraucht. Auch und gerade aufseiten der kurdischen Völker werden visionäre Vertreter*innen vermisst, die sich nicht wie so oft in der Vergangenheit, gegeneinander ausspielen- und von fremden, expansionistischen Kräften instrumentalisieren lassen.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Terrorismus – Düsseldorf: Jesiden fordern von PKK Freilassung verschleppter Kinder

Während die auch in Deutschland als Terrororganisation eingestufte PKK in großen Teilen der hiesigen Medien und bei Politikern eine gewisse Sympathie genießt, bleiben die Hilferufe verschiedener Minderheiten aus den Regionen im Norden Syriens und des Irak in Deutschland weitgehend ungehört.

Düsseldorf: Jesiden fordern von PKK Freilassung verschleppter Kinder

Yasin Baş

Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?”, „nach-richten: Muslime in den Medien” und: „Medien in Deutschland: Eine Analyse der Printmedien, visuelle- und Onlinemedien sowie eine Kritik an dem Mediensystem”.


 

Classics
Moğollar: Die legendäre Band der türkischen Rockmusik

Von Kemal Bölge Selten gab es eine türkische Rockgruppe, die 1968 gegründet, den Stil des anatolischen Rock so eindrucksvoll prägte wie die Band Moğollar. Sie waren es, die die türkische Rockmusik mit der Volksmusik kombinierten. Instrumente wie die Laute (Bağlama), die kleine Langhalslaute (Cura) sowie die faszinierenden Rhythmen und Tänze gelangten auch nach Europa. Die Wege von Engin Yörükoğlu, Cahit Berkay, Murat Ses und Aziz Ahmet kreuzten sich 1967, da alle zuvor bei verschiedenen Musikgruppen Erfahrungen gesammelt hatten. Als die vier beschließen, ihre musikalischen Gemeinsamkeiten als Team zu verfeinern, gesellt sich der Bassist Haluk Kunt dazu. Die erste 45er-Single mit dem Song Artık Çok Geç (Jetzt ist es zu spät) veröffentlichen Moğollar 1968. Für die späten 60er-Jahre ist dieses melancholische Lied der erste Erfolg. Die zweite Single Mektup (Der Brief) entwickelt sich zu einem echten Hit. Der psychedelic Rock der 60er-Jahre ist deutlich hörbar. Den endgültigen Durchbruch schaffen sie im gleichen Jahr beim Musikwettbewerb des goldenen Mikrofons mit dem Titel Ilgaz. Dabei geht es um den gleichnamigen Berg Ilgaz in Kastamonu/Türkei. Der ungewohnten Popularität folgt eine Konzerttour durch die gesamte Türkei und ein Plattenvertrag mit CBS in Paris. Mit dem neuen Vertrag in der Tasche bringen Moğollar das englischsprachige Lied Behind The Dark heraus. Das Glück ist hold mit den fünf Musikern und ihnen gelingen weitere Hits und 1971 die erste LP. Während des Aufenthalts in Paris lernen sie Barış Manço kennen, der zu dieser Zeit in Belgien lebt, sich aber gerade in der französischen Hauptstadt aufhält. Manço erkennt das musikalische Potenzial und beschließt, mit der Gruppe zusammenzuarbeiten. Die Entscheidung zum Musikprojekt sollten sie nicht bereuen. Ein Song von dieser kongenialen Zusammenarbeit ist İşte Hendek İşte Deve (1971). Als Gruppe veröffentlichen Moğollar zwei LPs und eine Single. Es folgt ein weiterer Vertrag mit einer Plattenfirma, aus dem unter anderem das Lied Düm Tek entsteht. Das Jahr 1976 ist ein einschneidendes Jahr für die Band, denn es kommt in Paris zum Zerwürfnis und zur Trennung. Es ist Spekulation, ob es am musikalischen Erfolg lag, der Moğollar zu Kopf gestiegen war oder die unterschiedlichen Ziele der Musiker. Wir schreiben das Jahr 1992: Die Redaktion der Zeitschrift Leman hat eine pfiffige Idee. Moğollar sollen als Gruppe wieder Musik machen. Dazu wird eine Unterschriftenaktion gestartet und am Ende der Kampagne kommen mehrere Tausend Unterschriften zusammen. Die Musiker bitten um Bedenkzeit und feiern 1993 mit einem Konzert in Istanbul ein musikalisches Revival. Motiviert vom großen Zuspruch und Erfolg bringt die Gruppe bis 2004 fünf weitere Alben heraus. Neben Serhat Ersöz stößt der Sohn von Cem Karaca, Emrah Karaca zur Band. 2009 gelingt ein qualitativ richtig gutes Album Umut Yolunu Bulur (Die Hoffnung wird seinen Weg finden). Hier ein Absatz aus dem Song, den ich sinngemäß übersetzt habe.
Savrulurken düşünceler her an aklımda Ben kalırım zaman gider bakmaz ardına Gün değirmeni boş duvarlarda Dur dönüp durma dur dönüp durma Während ich verwehe, sind meine Gedanken jederzeit in meinem Kopf Ich bleibe, die Zeit vergeht und blickt nicht zurück Die Tage vergehen schnell, die Tage vergehen schnell Lass die Zeit stehen bleiben
  Die Künstler brachten 2014 ein weiteres Album mit alten Songs heraus. Ein großer Verlust für die Gruppe war der Tod des Schlagzeugers Engin Yörükoğlu 2010 sowie des Solisten Aziz Ahmet, der 2018 verstarb. Ein bekannter Protestsong ist Dinleyiverin Gari (Hört euch das mal an). Das Video dazu ist vom Konzert 2019 in Ankara. Von den ursprünglichen Bandgründern ist nur noch Cahit Berkay übriggeblieben, der über eine lange Zeit als der Kopf der Musiker galt. Bleibt zu hoffen, dass diese großartigen Musiker als Gruppe erhalten und vielen Menschen noch lange in Erinnerung bleiben mögen.  

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– Musik – Barış Manço – Eine Hommage an einen einflußreichen Musiker

Inspiriert durch den Rock ’n’ Roll  der damaligen Zeit, gründete 1958 ein Jugendlicher aus Istanbul mit 15 Jahren seine erste Musikband mit dem Namen „Kafadarlar“ und ein Jahr später gab er sein erstes Konzert am Galatasaray-Gymnasium.

Barış Manço – Eine Hommage an einen einflußreichen Musiker

Internationaler Friedenspreis
Emine Erdogan: First Lady der Türkei unter den 10 einflussreichsten Muslimen

Ein internationaler Think Tank platzierte am Sonntag die First Lady der Türkei unter den zehn einflussreichsten muslimischen Persönlichkeiten der Welt.

Das Institut für Frieden und Entwicklung (INSPAD), das in Belgien und Pakistan ansässig ist, hat Emine Erdoğan für ihre Verdienste in verschiedenen Bereichen für den internationalen Friedenspreis 2020 nominiert. Das Institut INSPAD zeichnet muslimische Persönlichkeiten aus aller Welt für ihre Verdienste aus.

Auf der Liste stehen auch der ehemalige malaysische Premierminister Mahathir bin Muhammad, die Vorsitzende des Frauenrats von Bahrain, Shaikha Noora Al Khalifa, der Generalsekretär der muslimischen Weltliga, Mohammad bin Abdulkarim Al-Issa aus Saudi-Arabien, und die US-Kongressabgeordnete Ilhan Omar. Darüber hinaus das Mitglied des britischen Oberhauses Lord Nazir Ahmed, der Vorsitzende des Muslimischen Instituts von Pakistan Sahibzada Sultan Ahmed Ali und Ibrahim Bin Salah Al-Naumi, der Unterstaatssekretär für Hochschulbildung und Vorsitzender des Internationalen Zentrums für interreligiösen Dialog in Katar/ Doha, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.  Der Präsident von INSPAD, Muhammad Tahir Tabassum, sagte gegenüber Anadolu, dass Emine Erdogan wegen ihrer enormen Verdienste im Bereich der sozialen Entwicklung mit Schwerpunkt auf der Stärkung der Rolle der Frau, der Umwelt, der Kultur, der Kunst und des sozialen Bewusstseins ausgewählt wurde. Das Gremium, dem 5.000 Friedensbotschafter und über 12.000 Mitglieder aus verschiedenen Ländern angehören, wählt jedes Jahr bedeutende muslimische Persönlichkeiten aus aller Welt aus.

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– World Humanitarian Forum – London: Türkische First-Lady Emine Erdogan mit „Changemaker“-Preis ausgezeichnet

„Ich nehme diese Auszeichnung im Namen des großzügigen türkischen Volkes entgegen, dessen Herzen schmerzen, wenn sie ein Kind unter Tränen sehen, und das einen Ausländer nicht mit Argwohn, sondern als göttlichen Gast betrachtet“, sagte Erdogan in ihrer Dankesrede.

London: Türkische First-Lady Emine Erdogan mit „Changemaker“-Preis ausgezeichnet
 

Wirtschaft
Moody’s stuft die Türkei auf „Ramsch“ herab

New York – Die Ratingagentur Moody’s warnte vor einer möglichen Zahlungsbilanzkrise und stufte das Kreditrating der Türkei auf „Ramsch“ (B2) herab. Dies sei die niedrigste Einstufung, die das Land je erhalten habe, berichtet Bloomberg. „Die externe Verwundbarkeit der Türkei nimmt zu“ Moody’s verwies auf die sich „verschärfende externe Verwundbarkeit, die Aushöhlung der fiskalischen Puffer und die institutionellen Herausforderungen“. Die Agentur stufte die Ratings für staatliche Emittenten und vorrangige unbesicherte Schuldtitel der Türkei von B1, fünf Stufen unter Investment Grade, auf B2 herab und behielt einen negativen Ausblick für das Land bei. Die Herabstufung bringt die Türkei auf eine Stufe mit Tansania, Ruanda und Jamaika. „Es ist immer wahrscheinlicher, dass sich die externe Verwundbarkeit der Türkei in einer Zahlungsbilanzkrise herauskristallisiert“, so Moody’s. „Da die Risiken für das Kreditprofil der Türkei zunehmen, scheinen die Institutionen des Landes nicht willens oder nicht in der Lage zu sein, diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen“, so Moody’s. Die Herabstufung von Moody’s erfolgt drei Wochen, nachdem Fitch Ratings seinen Ausblick für die langfristigen Emittentenausfallratings der Türkei von stabil auf negativ revidiert hat. Diese Revision war eine Folge der zunehmenden finanziellen Risiken des Landes aufgrund der Erschöpfung der Devisenreserven, der schwachen Glaubwürdigkeit der Geldpolitik, der negativen Realzinsen und des beträchtlichen Leistungsbilanzdefizits, das zum Teil durch einen starken Kreditimpuls angeheizt wurde. Moody’s behielt seinen negativen Ausblick für die Türkei bei und sagte, dass sich die finanzpolitischen Kennzahlen im kommenden Jahr schneller verschlechtern könnten als derzeit erwartet. Sie warnte auch vor einem „erhöhten Niveau“ geopolitischer Risiken, da die Beziehungen der Türkei zu den USA und der Europäischen Union sowie die Spannungen im östlichen Mittelmeerraum eine Krise beschleunigen könnten. Die Devisenreserven der Türkei, ausgenommen Gold, sind nach Angaben der Rating-Agentur seit Jahresbeginn um mehr als 40 Prozent auf 44,9 Milliarden Dollar am 4. September gefallen.    

Mittelmeer-Krise
‚Positiver erster Schritt‘: Griechenland begrüßt Rückkehr des türkischen Schiffes Oruc Reis

Athen – Die griechische Regierung bezeichnet die Rückkehr der Oruc Reis aus den umstrittenen Gewässern nach wochenlanger Spannung als „einen positiven Schritt“. „Die Rückkehr der Oruc Reis ist ein positiver erster Schritt, ich hoffe, dass es Kontinuität geben wird. Wir wollen mit der Türkei reden, aber in einem Klima ohne Provokationen“, sagte der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis vor Reportern in Thessaloniki. Ein türkisches Erdgas-Erkundungsschiff, dessen Forschungen in einem umstrittenen Gebiet des östlichen Mittelmeers im Mittelpunkt einer wochenlangen Konfrontation zwischen Ankara und Athen standen, ist in die Gewässer in der Nähe der südlichen Türkei zurückgekehrt – ein Schritt, den Griechenland als einen positiven ersten Schritt zur Entspannung der Spannungen im Zusammenhang mit den Offshore-Ressourcen bezeichnete. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar erklärte dagegen, das Schiff sei im Rahmen des vorgegebenen Plans an Land zurückgekehrt, und betonte, dies bedeute nicht, dass die Türkei ihre Ansprüche aufgegeben habe. Vielmehr gebe es „geplante Bewegungen zurück und vorwärts“. Die Türkei habe sich immer im Sinne guter nachbarschaftlicher Beziehungen verhalten und erwarte das auch von der anderen Seite. Die Türkei unterstütze Frieden und Dialog, „wenn unsere Wünsche und Forderungen erfüllt sind“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu Akar. Mitsotakis sagte, der Streit mit der Türkei müsse im Dialog beigelegt werden. Er sei bereit, Gespräche über mögliche Erdöl- und Erdgasvorkommen wieder aufzunehmen. „Wenn wir Anzeichen einer Deeskalation in der Praxis sehen, werde ich der Erste sein, der sich an den Verhandlungstisch setzt“, berichtet die tagesschau. Auch der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu rief zu einem Dialog auf Çavuşoğlu betonte die Notwendigkeit einer prinzipientreuen Haltung und eines ehrlichen Handelns und forderte Griechenland auf, an den Verhandlungstisch zu kommen und seine Haltung zu erklären, wenn es tatsächlich Vertrauen in seine Argumente hat. „Wir sind dafür, uns an den Tisch zu setzen, weil wir Vertrauen in uns selbst haben, aber Griechenland scheint diesen Ansatz nicht zu akzeptieren“, sagte Çavuşoğlu während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem kongolesischen Amtskollegen Claude Gakosso in Istanbul und fügte hinzu, dass die Türkei bereit sei, Gespräche ohne Bedingungen zu führen.

Zum Thema

– Mittelmeer-Krise – „Der Frieden wird siegen“: Türkische Stadt sendet Botschaft an Griechenland

Inmitten der Spannungen zwischen Ankara und Athen hat eine türkische Stadt eine schöne Botschaft des Friedens an Griechenland gesendet.

„Der Frieden wird siegen“: Türkische Stadt sendet Botschaft an Griechenland

Uiguren
Angst vor Verhaftung: Muslimische Uiguren waschen ihre Gesichter nicht mehr

Kaxgar – Die uigurischen Bewohner mindestens eines Dorfes in der Stadt Kaxgar in der nordwestchinesischen Autonomen Region Xinjiang, haben sich seit Jahren nicht mehr das Gesicht gewaschen, aus Angst, dass sie beschuldigt werden, muslimische Gebetswaschungen durchgeführt zu haben, und in ein Internierungslager geschickt zu werden, so ein örtlicher Beamter. Wie Radio Free Asia (RFA) berichtet, werden Uiguren, die einfache religiöse Praktiken wie das Gebet ausüben, regelmäßig des religiösen Extremismus beschuldigt werden, und dass die Behörden darauf angewiesen sind, dass Nachbarn sich gegenseitig überwachen, um festzustellen, ob jemand „schuldig“ ist. Diejenigen, bei denen „extremistische Tendenzen“ festgestellt wurden, müssen demnach mit einer Inhaftierung innerhalb des ausgedehnten Netzes von Internierungslagern in Xinjiang rechnen, in denen die Behörden vermutlich bis zu 1,8 Millionen Uiguren und andere muslimische Minderheiten seit April 2017 festhalten. Die Uiguren waschen demnach ihre Gesichter morgens bereits seit zwei Jahren nicht mehr, aus Sorge, dass sie verdächtigt würden, die vor den rituellen täglichen Gebeten der Muslime erforderlichen Waschungen vorgenommen zu haben, so ein dörflicher „Brigadeführer“ in Kashgar – ein Freiwilliger, der für die Überwachung von zehn Haushalten verantwortlich ist, gegenüber RFA. Der Brigadeführer, der seine Pflichten als „Abstimmung mit der Regierung und die Beseitigung religiöser Praktiken“ bezeichnete, sagte, die Dorfkader hätten die Einwohner davor gewarnt, sich das Gesicht zu waschen, da es sonst „Ärger für Sie bedeutet“. „Morgens gehen wir hin und fragen die Leute, was sie vorhaben, um zu sehen, was sie tun – machen die Leute Namaz  (rituelles Gebet) oder nicht, waschen sie sich? Wir sehen uns solche Dinge an“, zitiert RFA den Aufpasser, der aus Angst vor Strafmaßnahmen unter der Bedingung der Anonymität gesprochen habe.

Zum Thema

– Xinjiang – China: „Uigurische Babys wie Abfall weggeworfen“

Um das Bevölkerungswachstum der unerwünschten muslimischen Uiguren zu beschränken, habe Chinas kommunistische Regierung angeordnet, dass Babys kurz vor oder nach der Geburt getötet werden.

China: „Uigurische Babys wie Abfall weggeworfen“
 

Erdgassstreit
Erdogan erinnert Macron an französische Massaker in Ruanda und Algerien

Istanbul – Im Streit um türkische Gasbohrungen im östlichen Mittelmeer hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Kritik von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an seiner Politik zurückgewiesen und ihn vor Einmischung gewarnt. Erdogan erinnerte in einer Rede in Istanbul an Frankreichs Massaker in Algerien und Ruanda und sagte, der französische Präsident könne der Türkei „keine Lektionen über Menschlichkeit erteilen“. „Herr Macron, Sie werden noch viel mehr Probleme mit mir haben“, so Erdogan bei einer Gedenkveranstaltung zum 40. Jahrestag des Militärputsches von 1980. In einer direkten Anspielung auf Präsident Emmanuel Macron sagte Erdogan: „Sie [Macron] haben keine Kenntnis der Geschichte. Sie kennen die Geschichte Frankreichs nicht“. „Sie können uns keine Lehren über die Menschlichkeit erteilen“, fügte er hinzu und erinnerte an die Massaker in Algerien, bei denen etwa eine Millionen Menschen getötet wurden und an Ruanda, wo 800.000 Menschen ums Leben kamen. „Legen Sie sich nicht mit der Türkei und dem türkischen Volk an“, fügte Erdogan hinzu. „Rote Linie“ Macron sagte am Donnerstag, der NATO-Partner Türkei sei seiner Ansicht nach kein Partner mehr in der Mittelmeerregion. „Unsere roten Linien sind einfach der Respekt vor der Souveränität eines jeden europäischen Mitgliedstaates, die Achtung des Völkerrechts“, so Macron bei einem Gipfeltreffen von Staats- und Regierungschefs aus sieben südlichen EU-Staaten auf Korsika. Die Türkei verurteilte Macron am Donnerstag daraufhin wegen seiner „arroganten“ Äußerungen mit „kolonialen Reflexen“. In einer Erklärung sagte das türkische Außenministerium, Macron gefährde mit seiner „individuellen und nationalistischen Haltung“ die Interessen der EU.

Zum Thema

– Genozid von Ruanda – Bericht: Franzosen am Völkermord in Ruanda beteiligt

Laut einem neuen Untersuchungsbericht waren französische Regierungs- und Militärbeamte im Jahre 1994 an der Lieferung von Waffen an die Täter des Völkermords von Ruanda beteiligt und behinderten Bemühungen, sie vor Gericht zu bringen.

Bericht: Franzosen am Völkermord in Ruanda beteiligt
 

Verkehr
Pkw-Dichte in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um 12 % gestiegen

Das Auto dominiert als Verkehrsmittel die deutsche Verkehrsinfrastruktur. Trotz öffentlicher Debatten um Klimaschutz und Verkehrswende stieg allein von 2009 bis 2019 die Pkw-Dichte in Deutschland um 12 % von durchschnittlich 509 auf 569 Pkw pro 1 000 Einwohner, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) sowie eigener Berechnung mitteilt. Im selben Zeitraum erhöhte sich der Bestand an Pkw um 14 % von 41,3 Millionen auf knapp 47,1 Millionen. In den Bundesländern im Westen fiel die Pkw-Dichte 2019 mit 586 Fahrzeugen auf 1 000 Einwohner höher als in den östlichen Bundesländern (497) aus. Im Saarland war 2019 die Pkw-Dichte mit 640 Pkw je 1 000 Einwohner am größten, gefolgt von Rheinland-Pfalz (619) und Bayern (613). Die Stadtstaaten weisen – aufgrund unterschiedlicher infrastruktureller Gegebenheiten wie etwa dem überwiegend gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) – die geringste Pkw-Dichte auf. In Berlin gibt es mit Abstand am wenigsten Pkw pro 1 000 Einwohner (335), gefolgt von Bremen (430) und Hamburg (434). Ausbau von Straßen des überörtlichen Verkehrs vor allem in Ostdeutschland Während die Zahl der Autos in Deutschland seit Jahren steigt, stagnierte die Länge des Straßennetzes des überörtlichen Verkehrs. Von 1995 bis 2019 wuchs es in Deutschland um rund 1 200 Kilometer auf 230 000 Kilometer (+0,5 %). Nach der deutschen Vereinigung standen vor allem Straßen in den östlichen Bundesländern im Fokus. Während zwischen 1995 und 2019 die Länge der Straßen des überörtlichen Verkehrs dort von 54 450 Kilometern auf 56 300 Kilometer anstieg (+3,4 %), ging im selben Zeitraum die Straßenlänge in den westlichen Bundesländern geringfügig zurück: von rund 174 150 auf 173 500 Kilometer (-0,4 %). Mehr Autobahnkilometer Eine Autobahn-Anbindung ist für den Transport von Waren und damit für die Wirtschaft ein wichtiger Standortfaktor. Die Autobahnlänge stieg in Deutschland stark an: von 1995 bis 2019 um 18 % auf gut 13 100 km. Aufgrund des besonderen Nachholbedarfs in den östlichen Bundesländern legte die Autobahnlänge dort um 57 % auf 3 050 Kilometer zu, in Westdeutschland um knapp 10 % auf 10 100 Kilometer. Straßennetz fast sechsmal so dicht wie Schienenstreckennetz 2019 standen knapp 230 000 Kilometer Straßen des überörtlichen Verkehrs etwa ein Sechstel an Schienen-Streckenlänge gegenüber (42 000 Kilometer inklusive Straßen- und Anschlussbahnen). Von 2005 bis 2019 wuchs das Schienenstreckennetz bundesweit um 1,5 %. Während der Bestand in den westlichen Bundesländern um rund 200 Kilometer auf gut 28 900 (-0,6 %) abnahm, wurde dieser im hier betrachteten Zeitraum in den östlichen Bundesländern um etwa 800 Kilometer auf gut 13 000 (+6,6 %) erweitert. 8 % mehr beförderte Passagiere im Liniennahverkehr (2010 bis 2019) Die mit der wachsenden Bevölkerung gestiegene Mobilität schlägt sich auch in Fahrgastzahlen im Linienverkehr nieder. So nahm die Zahl der beförderten Personen in Bussen und Bahnen in Deutschland zu: von 10,6 Milliarden im Jahr 2010 auf 11,4 Milliarden im Jahr 2019 – eine Zunahme um 8 %. Im Vergleich zwischen Ost- und Westdeutschland kehrte sich allerdings das Verhältnis um. Während bei der Pkw-Dichte die westlichen Bundesländer höhere Zuwachsraten aufwiesen, nahm die Zahl der Menschen, die den ÖPNV nutzten, in den östlichen Bundesländern stärker zu (+14 %) als in den westlichen (+6,5 %). Besonders stark war dabei das Wachstum in Berlin (hier dem Osten zugeordnet) mit 24,6 %. In den übrigen östlichen Bundesländern betrug das Wachstum dagegen nur 1,6 %.
  • Pkw-Dichte war 2019 im Saarland am höchsten mit 640 Pkw pro 1000 Einwohner
  • Länge des Autobahnnetzes nahm in den östlichen Bundesländern von 1995 bis 2019 um 57 % zu
  • Liniennahverkehr erfuhr von 2010 bis 2019 vor allem in den östlichen Bundesländern einschließlich Berlin starken Zulauf

Moria-Brand
Strack-Zimmermann: Deutschland muss den Großteil der Flüchtlinge aus Lesbos evakuieren

Die FDP-Bundestagsabgeordnete und Kandidatin für das Düsseldorfer Oberbürgermeisteramt bei der NRW-Kommunalwahl am Sonntag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, hat die Bundesregierung aufgefordert, Tausende Flüchtlinge aus dem abgebrannten Flüchtlingslager in Moria auf Lesbos zu evakuieren. „Europa darf nicht weiter zuschauen, was in Griechenland passiert. Deutschland sollte mit Beispiel voran gehen und einen Großteil der Flüchtlinge evakuieren“, sagte Strack-Zimmermann der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Es hätten sich genügend deutsche Städte angeboten, sie aufzunehmen. Es sei erschreckend, wie sprachlos Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bisher gewesen sei. „So viel zum Namen seiner Partei ,Christlich Soziale Union'“, sagte die FDP-Politikerin. Seit fünf Jahren diskutiere Europa, wie mit den Flüchtlingen umgangen werden soll. Deutschland müsse seine derzeitige EU-Ratspräsidentschaft dafür nutzen, eine gemeinsame europäische Asylpolitik zu schaffen. Dazu gehöre, jene EU-Länder finanziell zur Kasse zu bitten, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen.
„Ich hatte die große Hoffnung, dass unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft endlich eine Lösung gefunden wird und die nicht-willigen europäischen Länder entsprechend mit finanziellen Sanktionen rechnen müssen, wenn sie sich weiter sperren, sich auch um Flüchtlinge zu kümmern .“