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Moody’s stuft die Türkei auf „Ramsch“ herab

Die Ratingagentur Moody's warnte vor einer möglichen Zahlungsbilanzkrise und stufte das Kreditrating der Türkei auf "Ramsch" (B2) herab. Dies sei die niedrigste Einstufung, die das Land je erhalten habe, berichtet Bloomberg. 

(Beispielfoto: nex24)
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New York – Die Ratingagentur Moody’s warnte vor einer möglichen Zahlungsbilanzkrise und stufte das Kreditrating der Türkei auf „Ramsch“ (B2) herab. Dies sei die niedrigste Einstufung, die das Land je erhalten habe, berichtet Bloomberg.

„Die externe Verwundbarkeit der Türkei nimmt zu“

Moody’s verwies auf die sich „verschärfende externe Verwundbarkeit, die Aushöhlung der fiskalischen Puffer und die institutionellen Herausforderungen“.

Die Agentur stufte die Ratings für staatliche Emittenten und vorrangige unbesicherte Schuldtitel der Türkei von B1, fünf Stufen unter Investment Grade, auf B2 herab und behielt einen negativen Ausblick für das Land bei. Die Herabstufung bringt die Türkei auf eine Stufe mit Tansania, Ruanda und Jamaika.

„Es ist immer wahrscheinlicher, dass sich die externe Verwundbarkeit der Türkei in einer Zahlungsbilanzkrise herauskristallisiert“, so Moody’s. „Da die Risiken für das Kreditprofil der Türkei zunehmen, scheinen die Institutionen des Landes nicht willens oder nicht in der Lage zu sein, diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen“, so Moody’s.

Die Herabstufung von Moody’s erfolgt drei Wochen, nachdem Fitch Ratings seinen Ausblick für die langfristigen Emittentenausfallratings der Türkei von stabil auf negativ revidiert hat. Diese Revision war eine Folge der zunehmenden finanziellen Risiken des Landes aufgrund der Erschöpfung der Devisenreserven, der schwachen Glaubwürdigkeit der Geldpolitik, der negativen Realzinsen und des beträchtlichen Leistungsbilanzdefizits, das zum Teil durch einen starken Kreditimpuls angeheizt wurde.

Moody’s behielt seinen negativen Ausblick für die Türkei bei und sagte, dass sich die finanzpolitischen Kennzahlen im kommenden Jahr schneller verschlechtern könnten als derzeit erwartet.

Sie warnte auch vor einem „erhöhten Niveau“ geopolitischer Risiken, da die Beziehungen der Türkei zu den USA und der Europäischen Union sowie die Spannungen im östlichen Mittelmeerraum eine Krise beschleunigen könnten.

Die Devisenreserven der Türkei, ausgenommen Gold, sind nach Angaben der Rating-Agentur seit Jahresbeginn um mehr als 40 Prozent auf 44,9 Milliarden Dollar am 4. September gefallen.