Corona-Pandemie
Lehrerverband fordert wöchentliche Tests für Lehrer und Schüler

Präsident Meidinger warnt: Nicht genug Selbsttests für Schulen Osnabrück – Der Deutsche Lehrerverband bezweifelt, dass parallel zu einer stufenweisen Rückkehr in den schulischen Präsenzbetrieb genügend Selbsttests für Lehrer und Schüler verfügbar sein werden. Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) erklärte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger: „Flächendeckende regelmäßige Selbsttests sind ein wesentlicher Beitrag dazu, Schulen zu sichereren Orten zu machen und eine belastbare Öffnungsstrategie zu fahren.“ Voraussetzung sei die Zulassung entsprechender Tests, die ohne medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden können und eine geringe Fehlerquote haben. Meidinger forderte, die Selbsttests wöchentlich durchzuführen. Sein Verband sei auch für eine Regelung nach österreichischem Vorbild offen, wo der Schulbesuch von negativen Selbsttests abhängig ist. Woidke kündigt Wechselunterricht an Grundschulen an In Berlin und Brandenburg sollen die Schulen ab dem 22. Februar schrittweise wieder öffnen. Das haben Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach den Corona-Beschlüssen vom Mittwoch mitgeteilt. In Brandenburg soll es in der übernächsten Woche mit einem Wechselunterricht für Grundschüler losgehen. Woidke sagte am Donnerstag im Inforadio vom rbb, es sei vor allem für die jüngeren Schülerinnen und Schüler wichtig, wieder eine gewisse Stabilität in die Woche zu bekommen. Der Unterricht werde in kleinen, festen Gruppen stattfinden. „Das sind Modelle, die in den Schulen schon gefahren worden sind. Es werden Kohorten gebildet, kleine Gruppen. Die Kinder wechseln sich ab, aber sie kriegen doch wieder eine gewisse Stabilität in den Tagesablauf, sie kriegen Stabilität in die Woche. Auch das ist bei den Kleinen immens wichtig, sie treffen dann auch mal ihre Klassenkameraden wieder.“ Woidke betonte, dass Distanzunterricht bei den Kleinen nur sehr eingeschränkt funktioniert: „Bei den Kleinen ist es doch sehr eingeschränkt, was da auf die Ferne gemacht werden kann. Und deswegen ist das Signal richtig, dass die Kleinen zuerst wieder in die Schule gehen können.“ Wann die Oberschulen wieder öffnen, ließ Woidke offen. In den Oberschulen sei man in einer anderen Situation. Bei den Großen funktioniere Distanzunterricht schon besser. „Sowohl per Computer als auch erst recht per Hausaufgaben-Heimarbeit und Ähnliches mehr. Das funktioniert bei großen Kindern deutlich besser und Familien sind auch nicht so sehr belastet.“ Auch in Berlin ist ab 22. Februar Wechselunterricht in Grundschulen geplant. Außerdem solle es verstärkt Selbsttests für Lehrerschaft und Kinder geben, sagte der Regierende Bürgermeister Müller im rbb.

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In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Anadolu betonte der US-Botschafter in der Türkei, dass die USA ihr Engagement für die langjährigen und erfolgreichen Geschäftsbeziehungen mit der Türkei fortsetzen und daran interessiert seien, die bestehenden Handelsbeziehungen zu stärken.

US-Botschafter lobt „starke Handelsbeziehungen“ mit der Türkei

Corona-Pandemie
Commerzbank-Chefvolkswirt sieht Wirtschaft in schwerer Krise

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erwartet für das erste Quaral 2021 eine schrumpfende Konjunktur. „Die deutsche Wirtschaft ist in einer schweren Krise“, sagte Krämer dem Westfalen-Blatt (Donnerstag). Unterm Strich rechne er im Vergleich zum Schlussquartal 2020 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um zwei Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresquartal dürfte das Minus sogar bei vier Prozent liegten, sagte Krämer der Zeitung weiter. Allerdings sei die Lage zweigeteilt. Das verarbeitende Gewerbe entwickele sich sehr gut. Die Industrie profitierte vom guten China-Geschäft. „Außerdem hat sie – besser als der Staat mit seinen Behörden – gelernt, pragmatisch mit Corona umzugehen. Das ist eine riesige Erfolgsstory und deshalb ist der zweite Lockdown für die gesamte Wirtschaft nicht so schlimm wie der erste“, sagte Krämer weiter. Bei Dienstleistungen sehe es hingegen „richtig bitter“ aus – vom Einzelhandel und Gastgewerbe über Fitnessstudios bis zu Messebauern. 25.000 Insolvenzen Die Commerzbank rechne für 2021 mit etwa 25.000 Insolvenzen. Die Arbeitslosenquote dürfte aus seiner Sicht zunächst auf 6,7 Prozent steigen, um dann bis Ende 2022 auf 6,0 Prozent zu fallen. „Die Quote läge dann noch immer deutlich über dem Vorkrisenniveau von 5,0 Prozent“, sagte Krämer weiter. Bei der Staatsverschuldung erwartet der Volkswirt einen massiven Anstieg von rund 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vor der Krise auf etwa 75 Prozent Ende 2022. „Das zu finanzieren, ist für den Staat kein Problem“, sagte Krämer angesichts der Negativzinsen für Staatskredite. „Aber die Schulden müssen irgendwann zurückgezahlt werden. Sie verringern damit den zukünftigen Investitionsspielraum. Und niemand weiß, ob die Zinsen ewig niedrig bleiben“, sagte Krämer. Vorerst rechnet Krämer aber weiter mit niedrigen Zinsen. „Die Europäische Zentralbank steht unter massivem Druck insbesondere der hoch verschuldeten Länder aus dem Süden Europas. Die EZB hat seit Beginn der Corona-Krise mit ihren Anleihekäufen die gesamten Defizite der Euro-Staaten finanziert. Aus dieser Nummer kommt sie nicht mehr heraus. Deshalb ist auf Jahre mit einer Fortsetzung der Negativzinspolitik zu rechnen“, sagte Krämer dem Westfalen-Blatt.

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Die evangelische Kirche warnt vor den Folgen des Corona-Lockdowns für Obdachlose.

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Türkisches Weltraumprogramm
Türkei und Russland wollen in der Raumfahrt kooperieren

Moskau – Nur einen Tag nachdem Präsident Recep Tayyip Erdogan die Pläne der Türkei für eine heimische Raumfahrtindustrie bekannt gab und sein Vorhaben ankündigte bis 2023 auch Raumfahrzeuge auf den Mond bringen zu wollen, stellte die russische Raumfahrtbehörde Roscosmos Absichten für eine Zusammenarbeit mit der Türkei in Aussicht. „Unsere Länder haben bereits intensive Geschäftskontakte im Raumfahrtsektor aufgebaut. Wir diskutieren seit langem über die Möglichkeit, einzelne Raumfahrtprojekte zu realisieren, und mit der Gründung der Nationalen Raumfahrtbehörde in der Türkei erreicht unsere Zusammenarbeit eine neue Ebene“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu aus einer Mitteilung der Roscosmos vom Mittwoch. Moskau und Ankara bereiten demnach ein Regierungsabkommen zur Entwicklung der Zusammenarbeit in der Weltraumforschung vor, so Roscosmos. Das Abkommen solle „eine solide Grundlage für die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern im Bereich der Raumfahrt legen“, zitierte die russische Nachrichtenagentur TASS die staatliche Raumfahrtbehörde. „Wir arbeiten immer gerne mit türkischen Kollegen zusammen und freuen uns auf ihre Vorschläge für die Entwicklung gemeinsamer Raumfahrtprojekte“, hieß es weiter. Auch der Leiter der türkischen Raumfahrtbehörde TUA betonte am Dienstag den Wunsch einer Weltraumkooperation mit Russland. „Was Russland betrifft, ja, wir haben bereits gute Beziehungen. Ich habe mit dem russischen Botschafter [in der Türkei, Anm. d. Red.] gesprochen, er hat mich besucht, und wir arbeiten an einem Vertragsentwurf, wie wir vorgehen können, wie wir zusammenarbeiten können, was wir zusammen machen können. Sicherlich ist Russland eine sehr wichtige Raumfahrtnation, dessen sind wir uns sehr bewusst. Wir wollen in der Tat kooperieren“, sagte Hüseyin Yildirim am Dienstag gegenüber TASS. Ankara hoffe, sehr bald eine Vereinbarung mit Russland über die genauen Bereiche der Zusammenarbeit zu treffen. Roscosmos begrüßte das Interesse der Türkei an der Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit mit Russland in der Raumfahrtindustrie und sagte, man sei bereit für eine umfassende Kooperation mit der türkischen Seite. Türkische Astronauten zur Internationalen Raumstation Bereits im September 2018 sagte Roscosmos-Chef Dmitri Rogosin gegenüber Anadolu, dass die Türkei dem gemeinsamen Projekt zwischen Russland und Kasachstan zur Nutzung des Weltraumbahnhofs Baikonur beitreten könnte. Rogozin merkte auch an, dass Russland bereit sei, eine türkische Besatzung für den Flug zur Internationalen Raumstation im Jahr 2023 auszubilden. Rogosin wiederholte sein Angebot als Erdogan 2019 die MAKS Flugshow in Moskau besuchte. „Wir haben ein gemeinsames Angebot für Sie – einen türkischen Astronauten in den Orbit zu schicken, um das Jubiläum der Republik zu feiern. Das Kosmonautentrainingszentrum ist bereit, daran zu arbeiten“, sagte Rogosin. Erdogan nahm damals das unterbreitete Angebot an und bedankte sich „im Namen der Nation“. „Noch einmal möchte ich Ihnen im Namen der ganzen Nation danken. Ich danke Ihnen für die Arbeit, die Sie geleistet haben.“ Die türkische Raumfahrtbehörde führe jedoch auch Gespräche mit den USA, Japan, Indien und China, um eine internationale Zusammenarbeit für die Nutzung des Weltraums für zivile Zwecke aufzubauen, teilte das türkische Technologieministerium mit. Erdogan stellt nationales Raumfahrtprogram vor Am Dienstagabend stellte Erdogan ein ambitioniertes Weltraumprogramm vor. Demnach soll bereits 2023 die erste Sonde zum Mond geschickt werden. Im „globalen Weltraumrennen” visiere die Türkei eine Spitzenposition an, berichtet TRT Deutsch. 2018 hatte die Türkei eine eigene Raumfahrtbehörde gegründet, die Türkiye Uzay Ajansı (TUA).

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Gastbeitrag
Kommentar: USA und EU betrachten die Türkei als neue Bedrohung

Neue Spannungen zwischen der Türkei und den USA?

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge

Die Beziehungen zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten sind seit einigen Jahren wegen des Kaufs von russischen Flugabwehrraketen des Typs S-400 angespannt. Mit dem Amtsantritt Joe Bidens als 46. Präsident der USA scheinen sich die ohnehin schwierigen Beziehungen beider NATO-Staaten noch einmal zu verschärfen. Das Weiße Haus veröffentlichte am 28. Januar eine Mitteilung, der zufolge der Sicherheitsberater von Präsident Biden, Jake Sullivan, ein Telefongespräch mit Björn Seibert geführt habe, dem Kabinettschef von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Die USA und die EU betrachten die Türkei als neue Bedrohung

Bei dieser Unterredung unterstrich Sullivan die transatlantischen Beziehungen und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und der EU, um diese wiederzubeleben. Im letzten Satz der Mitteilung wird Bezug genommen auf China und die Türkei. Demnach einigten sich beide Seiten bei Fragen von beiderseitigem Interesse, wie dem Verhältnis zu China und der Türkei zusammenzuarbeiten.

Anders ausgedrückt, die Vereinigten Staaten und die EU werden neuerdings bei Konflikten wie im östlichen Mittelmeer, in Syrien, Libyen oder im Kaukasus gegenüber der Türkei eine gemeinsame Politik verfolgen. Darüber hinaus hatten die USA China bereits unter Trump als „Bedrohung“ bewertet und mit der Mitteilung des Weißen Hauses, auch wenn es nicht explizit erwähnt wird, kommt als weitere Bedrohung die Türkei hinzu. In Bezug auf China besteht zwischen Vorgängerregierung Trumps und der Biden-Administration der Unterschied darin, dass die neue US-Regierung gemeinsam mit der EU gegen Peking vorgehen möchte.

Forderung an die Türkei zum Abzug aus Libyen

Ein erstes Signal dieser Ankündigung war die Aufforderung des amtierenden US-Botschafters bei den Vereinten Nationen, Richard Mills, „alle externen Parteien, einschließlich Russland, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)“ sollten die libysche Souveränität respektieren und forderte den Abzug der Streitkräfte dieser Länder. Der Appell des US-Diplomaten ist insofern problematisch, weil sich die Anwesenheit von Einheiten der türkischen Armee in Libyen auf eine Bitte bzw. eine Vereinbarung der von den Vereinten Nationen anerkannten GNA-Regierung in Tripolis mit der türkischen Regierung stützt.

Im Gegensatz zur Türkei unterstützen Russland, die VAE, Ägypten und weitere Staaten den Putschisten und Warlord Haftar, der die rechtmäßige Regierung in Tripolis mit Waffengewalt stürzen möchte. Die USA stellen mit diesem Aufruf die Türkei und Russland auf eine Ebene, obwohl der Einsatz der privaten russischen Sicherheitsfirma Wagner und anderer Söldner in Libyen gegen internationales Recht verstößt, da Haftars Milizen ohne anerkannte Rechtsgrundlage handeln und damit illegal in Libyen agieren.

Nach dieser Logik müssten die USA auch von Russland verlangen, seine Streitkräfte aus Syrien abzuziehen, aber das würde Moskau auf den Plan rufen, da sich die russische Regierung bei der Stationierung ihrer Truppen auf ein Abkommen mit der syrischen Regierung beruft. Ferner halten die Vereinigten Staaten über die PKK/YPG etwa 30 Prozent von Nordostsyrien besetzt. Wenn die USA schon eine Forderung nach einem Abzug von ausländischen Truppen in Libyen stellen, dann sitzen die Adressaten in Moskau und in Abu Dhabi und nicht in Ankara.

Die US-Regierung sieht die Türkei nicht als Verbündeten

Kurz vor der Vereidigung von Joe Biden zum US-Präsidenten bezeichnete der neue Außenminister Antony Blinken den NATO-Verbündeten Türkei als sogenannten strategischen Partner“ und hob wegen des russischen S-400 Flugabwehrsystems die Möglichkeit hervor, neue Sanktionen zu prüfen. In die gleiche Kerbe schlug auch Max Hofmann, der stellvertretender Direktor für nationale und internationale Politik am einflussreichen Center for American Progress ist. Die neue US-Administration würde die Türkei nicht mehr aus dem Blickwinkel eines „strategischen Partners“ betrachten, sondern als eine unabhängige Macht ansehen, die in „einfachen transaktionalen Begriffen behandelt“ würde.

Die USA stören sich an der Zusammenarbeit der Türkei mit Russland, da sie in Moskau eine „Gefahr für die transatlantische Sicherheit“ sehen, während die Vereinigten Staaten kein Problem damit haben, eine von der Türkei und der westlichen Staaten als Terrororganisation eingestufte PKK/YPG in Syrien massiv mit Waffen zu unterstützen. Die türkische Regierung betrachtet die Präsenz der PKK/YPG in Syrien als Bedrohung der nationalen Sicherheit und hat aus diesem Grund bereits mehrere grenzüberschreitende Militäroperationen gegen die Terrororganisation durchgeführt.

Technische Besonderheiten der S-300 und S-400

Das Vorgängermodell des Flugabwehrsystems, die S-300, befindet sich im Besitz von drei weiteren NATO-Staaten und kann Ziele bis zu einer Reichweite von 210 km sowie einer Höhe von 30 km treffen. Es ist für Ziele kurzer und mittlerer Reichweite gegen Angriffe mit ballistischen Raketen und gegen Luftangriffe konzipiert worden und das Radarsystem ist in der Lage, gleichzeitig 6 Ziele zu erfassen. Eine Weiterentwicklung ist die S-400, die gegen alle Arten von Luftzielen eingesetzt werden kann, einschließlich Flugzeuge, ballistische Raketen sowie Marschflugkörper.

Das Multifunktionsradar kann Ziele von bis zu 600 km Reichweite erkennen und gegen Angriffe von bis zu 400 km sowie 30 km Höhe abwehren. Ferner besitzt die S-400 die Fähigkeit, im Falle eines Luftangriffs gegen 36 Ziele gleichzeitig eingesetzt werden zu können. Nach Ansicht des Verteidigungsexperten James Bosbotinis ist das Multifunktionsradar der S-400 in der Lage, auch Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeuge wie die F-35 zu orten.

Die Statements und Erklärungen der neuen Biden-Administration in Bezug auf die Türkei lassen folgenden Schluss zu: Die Verantwortlichen der US-Regierung sehen in Ankara weder einen „strategischen Partner“ noch einen „Verbündeten“, denn die Interessen Washingtons und der Türkei sind in der Region zu unterschiedlich, als dass ein gemeinsamer Konsens gefunden werden könnte.

Die Bedenken der Vereinigten Staaten zum russischen Flugabwehrsystem S-400 sind in dieser Form nicht nachvollziehbar, weil drei weitere NATO-Staaten das Vorgängermodell des Flugabwehrsystems, die S-300, besitzen und die USA gegenüber diesen Ländern keine Vorbehalte geäußert haben. Griechenland hat zum Beispiel bei einer NATO-Übung 2020 in der NATO-Raketenabschussanlage auf Kreta den ersten Testschuss mit einer S-300 durchgeführt. Die S-300 Flugabwehrraketen auf Kreta sind in die NATO-Systeme integriert und erfüllen damit ihre Aufgabe. Die Türkei hat mehrfach die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Kompatibilität des S-400 Systems und des F-35 Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeugs mit den USA vorgeschlagen.

Ankara hatte vor dem Erwerb der S-400 mehrfach die Absicht bekundet, das US-Raketenabwehrsystem Patriot zu kaufen. Bei dem im Vergleich zum russischen Flugabwehrsystem wesentlich teureren Patriot-System wollte die amerikanische Seite einen Technologietransfer, wie die türkische Delegation es gefordert hatte, nicht akzeptieren, und das US-System sollte im Bedarfsfall nur von amerikanischen Technikern/Soldaten bedient werden. In diesem Fall müsste die Türkei den Vereinigten Staaten mitteilen, wo und gegen wen sie dieses System einsetzt und wäre auf die USA angewiesen.

Der US-Regierung geht es bei ihren Bedenken gegen das russische Raketenabwehrsystem im Prinzip darum zu verhindern, dass die Türkei ein eigenes modernes Flugabwehrsystem gegen feindliche Bedrohungen aller Art aus der Luft erlangt. Die Frage wäre, weshalb die Vereinigten Staaten sich gegen ein Raketenabwehrsystem Ankaras stellen. Die Antwort ist in den divergierenden Interessen beider Seiten in politischer, militärischer und strategischer Sicht in der Region zu suchen.

Eine Türkei, die unabhängig von der US-Regierung eigene sicherheitspolitische Entscheidungen treffen kann und bei der Nutzung von Waffen und Technologien auf die eigene Rüstungsindustrie zurückgreift, ist in den Augen der Vereinigten Staaten kein „Verbündeter“ mehr, sondern eine „Bedrohung“ für die Interessen der USA. Die CAATSA-Strafmaßnahmen, die im Dezember 2020 gegen die Türkei beschlossen wurden, waren ein erster Anhaltspunkt dafür, wie sich die USA die zukünftige politische Ausrichtung gegenüber der Türkei vorstellen.


Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.


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Vor einigen Tagen testete die türkische Marine die Anti-Schiffs-Rakete Atmaca im Schwarzen Meer. Die getestete Lenkwaffe wurde von der Fregatte TCG-Kınalıada (F 514) auf ein 150 km entferntes Ziel vor der Küste von Sinop abgefeuert und bewies ihre Treffgenauigkeit.

Türkei: Einheimische Anti-Schiffs-Rakete im Schwarzen Meer erfolgreich getestet

Atmaca
Türkei: Einheimische Anti-Schiffs-Rakete im Schwarzen Meer erfolgreich getestet

Von Kemal Bölge

Vor einigen Tagen testete die türkische Marine die Anti-Schiffs-Rakete Atmaca im Schwarzen Meer. Die getestete Lenkwaffe wurde von der Fregatte TCG-Kınalıada (F 514) auf ein 150 km entferntes Ziel vor der Küste von Sinop abgefeuert und bewies ihre Treffgenauigkeit. Um ein echtes Ziel zu simulieren, wurde die Rakete von der erwähnten Fregatte abgefeuert und traf das ausgemusterte türkische Kriegsschiff TCG-Işın, dass sich 150 km entfernt im Schwarzen Meer befand. Die von Roketsan entwickelte Rakete ist etwas mehr als 3 Meter lang, hat ein Gesamtgewicht von 800 kg, wobei der konventionelle Gefechtskopf 250 kg wiegt.

Serienproduktion beginnt dieses Jahr

Die Serienproduktion dieser eigenentwickelten Lenkwaffe soll dieses Jahr beginnen und der türkischen Marine zu mehr Schlagkraft verhelfen. Bisher verwendeten die Seestreitkräfte Anti-Schiffs-Raketen des Typs Harpoon aus US-Produktion, die von Kriegsschiffen oder U-Booten abgefeuert wurden. Die seit einiger Zeit durchgeführten Tests erfolgten auf einem Militärstützpunkt vor der Küste von Sinop. In dem gleichen Areal wurde auch das russische Flugabwehrsystem S-400 erfolgreich getestet.

Die Provinz Sinop ist ideal für derartige Tests, weil die Küstenlinie dieser Region am weitesten in das Schwarze Meer hineinragt. Das großflächige Gebiet des Schwarzen Meeres erlaubt diese Art von „Versuchen“, da die Wahrscheinlichkeit von zivilen Kollateralschäden bei Fehlschüssen als sehr gering einzustufen ist. Beim Hauptmotor dieser Rakete handelt es sich um das französische TR-40 Modell. Seit etwa einem Jahr gilt vonseiten Frankreichs ein Embargo gegen die Türkei von wesentlichen Komponenten von Rüstungsgütern, darunter dieses Triebwerk. Daher werden bei der Serienproduktion einstweilen die im Bestand befindlichen TR-40 Modelle verwendet.

Kale Aero baut einheimisches Triebwerk

Der erwähnte Motor wurde auch bei den türkischen Marschflugkörpern des Typs SOM eingebaut. Das türkische Unternehmen Kale Aero wird wahrscheinlich ab 2022 in der Lage sein, den Hauptmotor (Kale KTJ-3200) für die Serienproduktion der Atmaca zu liefern. Damit wäre Roketsan in der Lage, für die Serienproduktion seiner Lenkwaffe einen einheimischen Motor zu nutzen. Die derzeitige Reichweite der Anti-Schiffs-Rakete Atmaca beträgt 220 km. Die Ingenieure bei Roketsan arbeiten seit einiger Zeit an einer gesteigerten Reichweite.

Wie fliegt nun eine Lenkwaffe des Typs Atmaca? Man darf sich das nicht so vorstellen wie eine ballistische Rakete, die in großen Höhen fliegt und dann am Ziel niedergeht. Eine Anti-Schiffs-Rakete würde ab einer bestimmten Höhe über dem Wasser vom gegnerischen Radar erfasst und vermutlich abgeschlossen. Deshalb fliegen diese Raketen in relativ niedriger Höhe, um nicht vom gegnerischen Radar erkannt zu werden. Außerdem müssen diese Lenkwaffen präzise gesteuert werden, da bereits eine geringe Abweichung zum Misserfolg führen kann.

Normalerweise finden diese Flugkörper per Satellitensteuerung ihr Ziel, aber im Kriegsfall kann ein feindlicher Staat Satelliten lähmen oder zerstören (spooling) und aus diesem Grund ist die Atmaca-Rakete mit künstlicher Intelligenz ausgestattet. Gesetzt den Fall, ein Satellit wäre von einem Gegner ausgeschaltet worden, selbst dann würde die Atmaca-Rakete das programmierte Ziel zerstören können. Zweites Beispiel: Die Atmaca steuert mit 850 km/h auf ein bestimmtes Ziel zu. Dabei stellt sich heraus, dass es das falsche Ziel ist. Auch in diesem Fall hätte die Kommandozentrale noch die Möglichkeit, die Atmaca auf ein anderes Ziel zu lenken.

Neue U-Boote sollen mit Atmaca-Raketen bestückt werden

Die neuen U-Boote der Reis-Klasse sollen alle mit Atmaca-Raketen bestückt werden und hätten damit gegen Ziele über Wasser einen Vorteil. Roketsan hat den Atmaca-Flugkörper von Raketenabschussrampen auf bewegliche und unbewegliche Ziele auf See getestet. Das nächste Ziel sollen fahrzeuggestützte, mobile Abschussplattformen sein. Darüber hinaus arbeitet Roketsan an einer Luft-Boden-Version, um die Atmaca von Kampfflugzeugen (Luft-Boden) abzuwerfen, wobei das Gewicht von 800 kg eine technische Herausforderung bildet.

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Kriminalität
Polizeipräsident: Kriminelle Clans wollen Behördenmitarbeiter einschüchtern

Osnabrück – Nach Angaben von Osnabrücks Polizeipräsident Michael Maßmann setzen kriminelle Clans nicht nur Polizisten, sondern auch Mitarbeiter anderer Behörden unter Druck. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte er, es komme zu Einschüchterungsversuchen beispielsweise gegenüber den Beschäftigten von Sozialämtern – „etwa der Hinweis, man wisse, wo der jeweilige Behördenmitarbeiter wohne“. Das Verhalten krimineller Clanmitglieder sei nicht nur gegenüber der Polizei von einem „Maximum an Respektlosigkeit“ geprägt, sondern gegenüber allen Vertretern des Staates. „Der Staat muss seine Amts- und Mandatsträger schützen, wir dürfen uns keine Bedrohung, auch keine Respektlosigkeit bieten lassen“, sagte Maßmann. Nach Angaben des Polizeipräsidenten seien in seiner Direktion, die flächenmäßig West-Niedersachsen von der Nordseeküste bis zur Grenze zu Nordrhein-Westfalen abdeckt, im vergangenen Jahr 700 Einsätze mit Bezug zu Clans registriert worden. Darunter fiel auch eine große Razzia Mitte Dezember in Ostercappeln (Lkr. Osnabrück) und Osnabrück mit Festnahmen sowie der Beschlagnahme erheblicher Vermögenswerte. In diesem Kontext sprach sich der Polizeipräsident für erweiterte Möglichkeiten bei der sogenannten Vermögensabschöpfung aus. Maßmann sagte: „Selbst wenn wir uns ziemlich sicher sind, dass der Pkw mit inkriminiertem Geld erworben und der Fahrer in kriminelle Geschäfte verwickelt ist, können wir die Fahrzeuge oft nicht beschlagnahmen.“ Es würden Strohmänner eingesetzt, über die die Fahrzeuge zugelassen würden. Auch auf solche verschleierten Vermögenswerte brauchten die Ermittler Zugriff, so Maßmann. Zudem sprach er sich für eine Bargeldobergrenze bei Käufen aus, „damit Gewinne aus illegalen Geschäften nicht im großen Stil über Bargeldkäufe reingewaschen werden können“. Der Polizeipräsident regte zudem Aussteigerprogramme auch für Clan-Mitglieder an: „Wir müssen Perspektiven schaffen für Menschen, die aus dem kriminellen Milieu raus wollen.“ Dies betreffe die Bereiche Jugend- und Integrationsarbeit. Aber: „Auch über Aussteigerprogramme, ähnlich wie wir es aus dem Bereich der Extremismusbekämpfung kennen, sollten wir nachdenken.“

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Der serbischen Polizei ist in Kooperation mit dem Inlandsgeheimdienst BIA in der Nacht auf Donnerstag ein Schlag gegen ein brutales Verbrechersyndikat mit Verbindungen zur ultra-radikalen Fan-Gruppe „Principi“, die Partizan Belgrad unterstützt, gelungen.

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Türkei
Weitere kurdische Familie schließt sich Anti-PKK-Protest in der Türkei an

Diyarbakir – Seit September 2019 protestieren kurdische Mütter vor der HDP-Zentrale in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir gegen die Terrororganisation PKK für die Freilassung ihrer Kinder. Die Mütter machen die HDP, den politischen Arm der Terrororganisation PKK, für die Verschleppung und Rekrutierung ihrer Kinder verantwortlich. Am Dienstag hat sich eine weitere Familie dem Protest angeschlossen. Mutter Perihan und Vater Tahsin Ertas aus der östlichen Provinz Van schlossen sich dem Protest für ihren Sohn Yusuf an. Im Gespräch mit Reportern sagte die Mutter, ihr Sohn sei während seines Studiums an einer Universität in der nordöstlichen Provinz Artvin von der Terrorgruppe rekrutiert worden. „Mein Sohn ist seit sieben Jahren verschwunden. Ich weiß nicht, ob er lebt oder tot ist. Bitte mein Sohn, komm zurück, stell dich den Sicherheitskräften“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu die trauernde Mutter.
(Screenshot/AA)
Auch wichtige Kurden-Clans, Politiker und zuletzt auch prominente Stars, Musiker und Schauspieler haben sich mit den protestierenden Müttern solidarisch gezeigt und sie vor dem Parteigebäude besucht. Immer wieder statten auch kurdische Familien aus dem benachbarten Iran und Irak den protestierenden aus Solidarität einen Besuch ab.

Im August 2019 hatte die kurdische Mutter Hatice Akar vor dem Provinzbüro der HDP in Diyarbakir einen Sitzstreik begonnen und verbrachte auch die Nächte vor dem Gebäude. Alles was sie wollte, war die Rückkehr ihres Sohnes. Trotz ihrer Erschöpfung hatte sie gesagt, sie werde mit ihrem Protest nicht aufhören. Laut Akar war ihr Sohn in die Berge verschleppt worden. „Mein Sohn betrat das HDP-Provinzbüro und kam nicht mehr heraus“, so Akar gegenüber Medien. Etwa eine Woche später konnte sie ihren 21-jährigen Sohn wieder in die Arme schließen.

Die HDP wird seit ihrer Gründung beschuldigt, Verbindungen zur PKK zu unterhalten. Die separatistische PKK, die neben der Türkei auch in den USA und der EU als terroristische Organisation geführt wird, ist für den Tod von etwa 40.000 Menschen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder, verantwortlich.

Kurdische Mutter: „Warum ignorieren mich die Medien?“

Auch in Deutschland protestiert eine kurdische Mutter unerschrocken vor dem Bundestag gegen die Terrororganisation. Maide T. etwa, steht seit fast einem Jahr unermüdlich vor dem Bundestag sowie dem Bundeskanzleramt und hofft bei der Suche nach ihrer Tochter auf die Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bisher jedoch vergebens. Auch die Medien habe sie nicht erreichen können. Ihre zahlreichen Kontaktaufnahmen seien unbeantwortet geblieben, so die alleinerziehende kurdischstämmige Mutter gegenüber NEX24. „Warum ignorieren mich die Medien bloß?“, fragt die 51-Jährige verzweifelt. Die Terrororganisation PKK habe ihre Tochter Nilüfer einer Gehirnwäsche unterzogen und sie daraufhin ins Ausland verschleppt, so Maide T. Die PKK sei Deutschlandweit in sogenannten Kulturvereinen vertreten und locke junge Leute zuerst mit Kultur- Sprach- und Musikprogrammen. Auch ihre Tochter habe vor ihrem Verschwinden angefangen, eine dieser Begegnungsstätten zu besuchen. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit beginne man jedoch, auch politische Themen in den Mittelpunkt zu stellen. Nilüfer habe man eingeladen, an „Campingurlauben in den Bergen und freier Natur“ im Ausland teilzunehmen. Die besorgte Mutter habe ihre Tochter immer wieder vor diesen Vereinen gewarnt und sie darum gebeten diese nicht mehr zu besuchen. Nilüfer habe sie jedoch beruhigt und ihr versichert, dass sie nicht auf diese Tricks reinfallen würde. „Meine Tochter wollte studieren und hatte große Pläne für ihre Zukunft“, so T. Die Justiz habe sie mit Hinweis auf die Volljährigkeit ihrer Tochter „abgewimmelt“. „Würde man bei Kindern von deutschen Politikern auch in dieser Weise reagieren?“, fragt die Mutter verzweifelt.

Es gebe sehr viele Betroffene wie sie, die sich aber nicht trauen würden, gegen die PKK anzutreten, sagt Maide weiter. Das wolle Sie nun ändern und hat wie in der Türkei die Hoffnung, dass viel mehr Mütter und Väter aufstehen und sich dieser Indoktrination ihrer Kinder entgegenstellen. Seit mehr als 290 Tagen sitzen vor der Parteizentrale der völkisch-kurdischen HDP Dutzende kurdische Eltern im Streik, um die Freilassung ihrer Kinder von der PKK zu erreichen.

Eine tragische Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, deren einziges Kind von einem kurdischen Kulturverein in Berlin indoktriniert wird, um im Südosten der Türkei für die sogenannten Rechte der „Kurden“ in den „bewaffneten Kampf“ einzutreten. Maide T. kam 1997 aus der Türkei nach Berlin. Sie ist kurdischstämmig und wollte in Deutschland mit ihrem Ehemann einen Neuanfang beginnen. Aus der Ehe stammt die Tochter Nilüfer. Dann aber trennte sich das junge Paar. Sie arbeitete fortan als Altenpflegerin und zog das Kind alleine auf. Ihre Arbeit als Altenpflegerin war hart und mühsam, aber die Fürsorge für die Tochter sollte darunter nicht leiden; dass betont Maide immer wieder. Nilüfer bekam Liebe und die Fürsorge, um es bis ins Gymnasium zu schaffen. „Ich werde nicht aufgeben, bis meine Tochter zurückgekehrt ist“, so T.

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– Meinung – Kommentar: Die „kurdischen“ Flüsterer in Deutschland

Sie wollen sich erst gar nicht dem Diskurs stellen, kritische Fragen gefallen lassen. Was sie sagen ist richtig, was andere dazu sagen ist grundsätzlich „falsch“, „faschistisch“ oder „nationalistisch“. Man ist „Erdolf-Fan“ oder einer von den „Grauen Wölfen“; es ist bereits ein Automatismus. Ein Kommentar.

Kommentar: Die „kurdischen“ Flüsterer in Deutschland
 

Bildung
Ist E-Learning effektiver als traditionelles Lernen vor Ort?

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Die Welt wird immer digitaler. Wir können im Internet unzählige Dinge tun, wie zum Beispiel Filme oder Serien anschauen, Musik hören oder online Automatenspiele spielen. Außerdem können wir heute online auch lernen und uns gemütlich von zuhause aus weiterbilden. Der Bereich des E-Learnings wird immer wichtiger, und immer mehr Menschen nutzen die Vorteile des Internets zur Fortbildung. Es gibt Kurse zu einer riesigen Auswahl an Themen im Internet. Diese decken im Prinzip jeden Bereich ab, den man auch in einer Universität oder Abendschule lernen könnte. Zu den angebotenen Kursen von E-Learning zählen zum Beispiel Sprachen, Computerprogramme, Programmieren, Mathematik, Psychologie, Wirtschaft und vieles mehr. Die Frage, die sich viele dabei stellen, ist folgende: Ist E-Learning effektiver als traditionelles Lernen? Oder bietet es vielleicht auch Nachteile, wenn man keinen persönlichen Kontakt zu seinem Lehrer hat? Wir haben die Vor- und Nachteile von E-Learning gegenüber traditionellen Lernmethoden verglichen.
Vorteile von E-Learning
Digitales Lernen bietet sowohl für die Lehrer wie auch die Studenten zahlreiche Vorteile. Zuerst einmal ist es natürlich viel einfacher, zuhause den Computer anzuwerfen, als extra den Weg in die Schule oder Universität anzutreten. Doch es gibt noch viele andere Gründe, die für E-Learning sprechen. Einige davon haben wir für Sie herausgesucht:
  • E-Learning ist in der Regel billiger als traditionelle Kurse. Dies liegt vor allem daran, dass die Kosten für die Bereitstellung der Inhalte wesentlich günstiger sind als es beim traditionellen Lernen der Fall ist. Diese Kostenersparnisse werden für gewöhnlich an die Studenten weitergegeben. Zusätzlich sparen sich die Studenten die Kosten für den Weg zur Schule.
  • E-Learning kann ein größeres Publikum erreichen als traditionelles Lernen. Während traditionelle Klassen meisten nicht mehr als 30 oder 40 Studenten fassen, können beim E-Learning im Prinzip unendlich viele Schüler an den Kursen teilnehmen. Zumindest trifft dies zu, wenn der Lehrer keinen direkten Kontakt zu den Schülern haben muss, sondern seine Vorlesung einfach per Videoaufnahme liefern kann.
  • Gleichzeitig können beim E-Learning Studenten aus vielen Ländern an der gleichen Vorlesung teilnehmen. Dies macht digitales Lernen vor allem effektiv für Menschen, die an ihren Standorten sonst keinen Zugang zu vergleichbaren Lernmöglichkeiten hätten. Die einzige Voraussetzung beim E-Learning ist, dass die Studenten die gleiche Sprache sprechen wie der Lehrer.
  • E-Learning ermöglicht es den Lehrern, mehr Stoff in kürzerer Zeit zu vermitteln. Dies liegt daran, dass digitale Kurse in der Regel schneller ablaufen.
  • Beim digitalen Lernen können Fortschritte der Studenten leichter gemessen werden. Auch Prüfungen können im Internet oft leichter durchgeführt werden und sind für die Studenten einfacher abzulegen.
  • Die Schüler haben im Internet die Möglichkeit, die Kurse immer wieder anzusehen. Somit können sie sich besser mit dem Stoff vertraut machen und müssen sich nicht sorgen, dass sie während der Vorlesung etwas wichtiges verpassen.
Nachteile von E-Learning
Natürlich bietet E-Learning nicht nur Vorteile. Es gibt auch einige Dinge, die beim digitalen Lernen eher nachteilig sind. Einige der wichtigsten davon stellen wir nun vor.
  • Beim E-Learning haben Studenten oft keinen Kontakt zum Lehrer. Dies hat zum Beispiel zur Folge, dass die Studenten keine Fragen stellen können, wenn sie etwas von der Vorlesung nicht verstehen.
  • Digitales Lernen bietet Möglichkeiten zum Betrug. Da es sehr schwierig ist, die Stunden beim Ablegen der Prüfungen zuhause zu kontrollieren, bestehen für diese zahlreiche Möglichkeiten, zu betrügen. Zum Beispiel könnten sie eine zweite Person im Raum haben, die ihnen beim Beantworten der Fragen hilft.
  • Probleme mit der Internetverbindung können die Kurse schlechter machen. So kann es zu Verbindungsabbrüchen oder Verzögerungen führen, wodurch einige Studenten wichtige Informationen verpassen könnten. Schüler mit schlechten Verbindungen könnten sogar komplett die Möglichkeit verlieren, an den Kursen teilzunehmen.
  • Höhere Disziplin der Schüler erforderlich. Im Allgemeinen setzt E-Learning ein höheres Maß an Eigenverantwortung der Schüler voraus. Diese müssen sich zum Beispiel selbst organisieren, wenn es um die Teilnahme an den Kursen und die Beschaffung der Lerninhalte geht.
Wie effektiv ist E-Learning wirklich?
Nun, da wir einige der wichtigsten Vor- und Nachteile von E-Learning aufgeführt haben, wollen wir uns der eigentlichen Frage widmen: Ist E-Learning effektiver als traditionelles Lernen? Die Antwort kann pauschal nicht gegeben werden, denn sie hängt von vielen Faktoren ab. Im Allgemeinen kann jedoch gesagt werden, dass E-Learning für zahlreiche Menschen bessere Möglichkeiten zum Lernen bietet als traditionelle Methoden. Wer zum Beispiel in einem Land lebt, wo die Lernmöglichkeiten eingeschränkt sind, kann durch E-Learning unter Umständen an hochwertigeren und umfassenderen Kursen teilnehmen. Gleichzeitig ist E-Learning in den meisten Fällen billiger und die Teilnahme an den Kursen ist einfacher als beim traditionellen Lernen. Die Schüler haben die Möglichkeit, von zuhause aus an den Kursen teilzunehmen, was Zeit und Geld für den Weg zur Schule spart. Durch die Möglichkeit, die Kurse immer wieder anzusehen, können sich Schüler zudem besser mit den Inhalten vertraut machen. Diese Tatsache macht E-Learning um einiges effektiver für Menschen, die beim Ansehen eines Kurses nicht mitschreiben wollen oder sich nicht alles merken können.
Fazit
Es besteht kein Zweifel daran, dass E-Learning für viele Menschen Vorteile gegenüber dem traditionellen Lernen bietet. Auch wenn nicht jeder Mensch von den digitalen Lernformen profitiert, können diese für viele Studenten sehr attraktiv sein. Am Ende muss jeder Mensch selbst entscheiden, ob es lieber in einer traditionellen Einrichtung oder im Internet lernen will. So oder so wird das Angebot an digitalen Lernmöglichkeiten sicherlich immer weiter wachsen. Es ist sogar vorstellbar, dass der Großteil des Lernens irgendwann in digitaler Form stattfindet. Zum Beispiel könnten ganze Studiengänge von großen Universitäten ins Internet verlegt werden, um die Vorteile von E-Learning zu nutzen.  

Washington
USA verurteilen Vorwürfe der Türkei zum Putschversuch im Jahr 2016

Washington – Die USA haben die Vorwürfe der Türkei aufs Schärfste verurteilt. Das US-Außenministerium hat am Freitag Anschuldigungen des türkischen Innenministers Süleyman Soylu verurteilt, wonach die USA an der Orchestrierung des gescheiterten Putschversuchs gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan im Jahr 2016 beteiligt waren. „Die Vereinigten Staaten haben sich nicht an dem Putschversuch 2016 in der Türkei beteiligt und haben ihn sofort verurteilt. Die jüngsten Äußerungen von hochrangigen türkischen Beamten, die das genaue Gegenteil behaupten, sind völlig unwahr“, so das US-Außenministerium in einer Stellungnahme. Die Erklärung betonte: „Diese unbegründeten und unverantwortlichen Erklärungen und andere Behauptungen über die Beteiligung der USA an den Ereignissen, die in der Türkei stattfanden, widersprechen der Position der Türkei als Mitglied der Nordatlantikvertrags-Organisation (NATO) und als strategischer Partner der Vereinigten Staaten.“ Zuvor hatte Soylu behauptet: „Die Vereinigten Staaten haben den Putschversuch angeführt, den die (Fethullah) Gülen-Bewegung durchgeführt hat.“ Soylu fuhr fort: „Es ist ganz klar, dass die Vereinigten Staaten hinter dem Putschversuch vom 15. Juli stecken und dass die Gülen-Bewegung die Operation auf Anweisung durchgeführt hat.“ Die türkische Regierung beschuldigt den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen, für den Putschversuch am 15. Juli 2016 verantwortlich zu sein, im Zuge dessen die am Staatsstreich beteiligten Soldaten Panzer und Kampfjets unter ihre Kontrolle gebracht, das Parlamentsgebäude bombardiert und versucht haben, den türkischen Staatspräsidenten zu entführen oder zu töten.

248 Menschen kamen in der Putschnacht gewaltsam ums Leben, fast 2.200 wurden verletzt. Des Weiteren wird dem Prediger vorgeworfen, seit Jahren durch die Gründung eines Parallelstaates mithilfe seiner Unterstützer, die den türkischen Staat vor allem in den Bereichen Militär, Polizei und Justiz infiltriert hätten, für den Sturz der Regierung zu kämpfen.

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-Türkei –

Regierungs- und Oppositionsparteien fordern von USA Auslieferung Fethullah Gülens

Die Regierungs- und Oppositionsparteien in der Türkei haben am Freitag eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der sie die Auslieferung des Führers der sogenannten FETO aus den USA fordern.

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Geschichte
Kreta: Nach Osmanen-Eroberung wurden alle orthodoxen Kirchen wieder eröffnet

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge– kboelge@web.de

Anhand des vorliegenden Fallbeispiels soll aufgezeigt werden, wie und mit welchen Mitteln die Insel Kreta an Griechenland angeschlossen wurde. Die Mittelmeerinsel Kreta entwickelte sich schon sehr früh zum Handelszentrum der Levante. Nach der byzantinischen Herrschaft eroberten im Jahre 823 n. Chr. die Araber die Insel, bevor es im Jahre 961 wieder von den Byzantinern zurückerobert wurde.

Es folgte die Herrschaft der Genueser, die die Insel später an die Venezianer verkauften. Die Venezianer bauten eine streng katholische Herrschaft auf und verboten die griechisch-orthodoxe Kirche. Unter der autoritären Herrschaft der Venezianer litt die einheimische Bevölkerung. Die Anfänge der Besiedlung Kretas durch die Türken sind in den Jahren um 1341 zu suchen. Eine Zunahme der Besiedlung seitens der Türken erfolgte ab 1567.

Beginn osmanischer Herrschaft war nicht durch Feindschaft gekennzeichnet

Die Eroberung Kretas durch die Osmanen geschah in mehreren Abschnitten. Sie eroberten zunächst einige Regionen und im Jahre 1669 schließlich die gesamte Insel. Wie zuvor in Zypern wurde die Eroberung Kretas durch die Osmanen von der griechischen Bevölkerung mit Freude aufgenommen. Mit der Eroberung durch das Osmanische Reich wurde alle orthodoxen Kirchen wieder eröffnet.

Diese Politik der Toleranz stellte keine Ausnahme dar, sondern war gängige Praxis im Osmanischen Reich. Zur osmanischen Herrschaft in Zypern betont Gürbey: „Der Beginn der osmanischen Herrschaft ist nicht durch Feindschaft gekennzeichnet, sondern befreit die Bevölkerung von ihrer politischen Unterdrückung und religiösen Verfolgung durch die katholischen Feudalherren sowie von der abendländischen Form ökonomischer Ausbeutung, der Leibeigenschaft.“1

Zur orthodoxen Kirche im Osmanischen Reich konstatiert Roberts: „Das orthodoxe Christentum überlebte und die griechische Kirche war unter der osmanischen Herrschaft toleriert.“2

Wirtschaftlicher Aufschwung Kretas bis Ende des 18. Jahrhunderts

Die Bedeutung der Insel Kreta war wegen ihrer strategischen Lage in politischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht enorm. Dies war ein Grund, warum sich viele Handwerker und Kaufleute in Kreta niederließen. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts erlebte die Insel einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Mit dem Erstarken des Nationalismus in Europa und der Destabilisierung im Osmanischen Reich zeichnete sich eine langsame wirtschaftliche Talfahrt ab. Im Zuge kam es zu Unruhen im ganzen Osmanischen Reich. Die Aufständischen wurden von ausländischen Mächten wie England, Frankreich und Russland unterstützt.

Zur politischen und militärischen Unterstützung aus Europa bemerkt McCarthy Folgendes: „Die bedeutsamste europäische Unterstützung für die Nationalisten war die militärische Unterstützung. Trotz der intellektuellen und wirtschaftlichen Ursachen für nationalen Separatismus ist es zweifelhaft, ob nationale Revolutionen so erfolgreich gewesen wären, wenn sie nicht die Unterstützung der europäischen Armeen gehabt hätten.“3

Mit Unterstützung des russischen Zaren wurden im Jahre 1796 die Untergrundorganisationen „Filiki Eterya“ und „Ethniki Eterya“ gegründet. Diese Organisationen hatten zum Ziel, die Megali-Idea zu verwirklichen, die die Vorstellung von einem größeren Griechenland unterstützte. 1821 begannen die Aufstände der Griechen mit Unterstützung der „philhellenisch gesinnten westlichen Welt“, bei denen zahlreiche Massaker an Türken verübt wurden.

Ein Beispiel hierfür ist das grauenvolle Massaker an der türkischen Bevölkerung (1821) in der Morea. Zu diesem Massaker und zum Bild der Türken in der westlichen Welt erklärt der britische Historiker Wheatcroft: „Die Türken waren verdammt als die Feinde der Menschlichkeit für ihre Behandlung der Griechen während des griechischen Unabhängigkeitskrieges (1821-9). Aber die 15.000 türkischen Männer, Frauen und Kinder, abgeschlachtet 1821 im südlichen Griechenland, wurden ignoriert: Der griechische Slogan ‘Nicht ein einziger Türke in der Morea soll übrigbleiben’, war eine Verordnung für den Völkermord.“4

Parallel zu den Massakern in der Morea, rief 1821 der Erzbischof der orthodoxen Kirche in Zypern, Kiprianos dazu auf, „alle Türken zu vernichten.“ Auch auf Kreta griffen griechische Banden die dort lebenden Türken an und ermordeten Tausende von ihnen. 1827 verloren die Osmanen die Seeschlacht bei Navarino (Südwestmorea) gegen die Flotten aus England, Frankreich und Russland.

Ein Jahr später erklärte Russland des Osmanischen Reich den Krieg und 1830 wurde das Londoner Protokoll unterzeichnet, bei dem Griechenland unter dem Schutz der westlichen Mächte die Unabhängigkeit zugesprochen bekam und auf Betreiben eben dieser Mächte wurde 1832 Bayernprinz Otto von Wittelsbach von der griechischen Nationalversammlung zum König gewählt.

Orthodoxe Kirche spielte bei Aufständen zentrale Rolle

Bei den Aufständen der Griechen spielte die orthodoxe Kirche eine zentrale Rolle. Bei einem weiteren Angriff griechischen Nationalisten 1866 auf die Kleinstadt Selino (Kreta) wurde alle Einwohner muslimischer Herkunft mit einer unglaublichen Brutalität getötet. Eine Reaktion zu diesen Massakern blieb seitens der westlichen Mächte aus. Die gut organisierten griechischen Propagandaorganisationen in Europa erklärten vor der Öffentlichkeit, dass ihre „christlichen Glaubensbrüder von den Türken umgebracht“ würden. Das damalige Osmanische Reich war überhäuft mit Problemen und war folglich auch zu schwach, um innere Reformen einleiten zu können. Sicherlich sind diese Faktoren nicht die einzigen, um eine genauere Erklärung für den Niedergang des Osmanischen Reiches zu finden.

Die Ereignisse in Kreta erinnern zwangsläufig an die Geschehnisse ab 1963 in Zypern, bei dem die Zyperngriechen mit Gewalt versucht haben, die Insel an Griechenland anzuschließen (Enosis). Einst hatte Kreta (1760) schätzungsweise 200.000 türkische und ca. 60.000 christliche Einwohner. Im Zuge der Massaker an den Türken wanderten viele aus und innerhalb von 40 Jahren schrumpfte ihre Zahl auf etwa 33.000. Die wenigen Türken, die im Jahre 1909 noch lebten, wanderten entweder aus, sofern sie dies noch konnten oder wurden umgebracht. Im gleichen Jahr wurde Kreta an Griechenland angeschlossen. Heute leben auf Kreta keine Türken mehr und keiner mag wohl anzweifeln, dass Kreta eine griechische Insel ist.


Dieser Gastbeitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

1 Vgl. Gürbey, Gülistan, Zypern – Genese eines Konflikts (1988), S. 13. 2 Vgl. Roberts, J.M., History of Europe (1996), S. 212. 3 Vgl. McCarhty, Justin, The Ottoman Turks, An Introduction History to 1923 (1997), S. 207. 4 Vgl. Wheatcroft, Andrew, The Ottomans Dissolving Images (1993), S. 165.


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