Ukraine-Krise
Krimtataren Anführer Refat Tschubarow dankt Erdogan für Unterstützung

Kiew – Der Vorsitzende des Medschlis, der krimtatarischen Volksvertretung, Refat Tschubarow, bedankte sich in einem öffentlichen Brief an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für dessen „unerschütterlichen Unterstützung der Krimtataren sowie der Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine“. „Im Zusammenhang mit der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen der Ukraine und der Türkei über die Zusammenarbeit im Wohnungsbau für das krimtatarische Volk und andere privilegierte Kategorien ukrainischer Bürger am 10. April 2021, habe ich einen Brief an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geschickt“, so Tschubarow in einem Facebook-Beitrag am Mittwoch. Tschubarow bedankte sich im Namen des Medschlis für die Bemühungen der Türkei, den Lebensstandard der Krimtataren zu erhöhen. Ankara hat Anfang der Woche ein Abkommen mit der Ukraine unterzeichnet, um ein Wohnprojekt für vertriebene Krimtataren im Land zu unterstützen. Während des Besuchs des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij in der Türkei am vergangenen Samstag unterzeichneten die beiden Länder eine Vereinbarung, wonach die türkische staatliche Wohnungsbaugesellschaft TOKI für die vertriebenen Krimtataren in der Ukraine 500 Wohneinheiten bauen wird. Die Minderheit musste 2014 nach der Annexion der Krimhalbinsel durch Russland in die Ukraine fliehen. Der Medschlis wurde im  April 2016 vom Obersten Gerichtshof der Krim als eine „extremistische Organisation“ eingestuft und verboten, nachdem im Februar ein Antrag auf Strafverfolgung gestellt worden war. Krim-Krise Nach einem Referendum unterzeichnete der russische Präsident Wladimir Putin am 18. März 2014 einen Vertrag über die Eingliederung der Krim in die Russische Föderation. Die Volksabstimmung wurde bis heute international jedoch nicht anerkannt. Westliche Staaten haben daraufhin mehrfach Sanktionen gegen Russland erlassen. Das Auswärtige Amt bezeichnete die Ereignisse bis heute als völkerrechtswidrige Annexion. Auch die Türkei bezeichnete Russlands Präsenz in der Krim als „illegale Annexion“. Die Türkei hat die „illegale Annexion der Krim“ nicht anerkannt und werde dies auch in Zukunft nicht tun. Die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine müsse respektiert werden, sagte etwa der stellvertretende türkische Außenminister Yavuz Selim Kiran bei einer Sonderveranstaltung zur Krim auf der 46. Sitzung des UN-Menschenrechtsrates im Februar 2021. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat wiederholt die Annexion der Krim durch Russland verurteilt. „Wir haben und werden immer die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine unterstützen, auch über die Krim,“ sagte Erdogan etwa bei einem Treffen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj im Oktober 2020 in der türkischen Hauptstadt Ankara. „Die Türkei sieht die Ukraine als ein Schlüsselland für die Gewährleistung von Stabilität, Sicherheit, Frieden und Wohlstand in unserer Region,“ so Erdogan.

Laut Moskau sei das eindeutige Ergebnis des Referendums jedoch eine Willensbekundung der Krim-Bevölkerung für einen Beitritt zur Russischen Föderation gewesen. Diese gehe mit dem Selbstbestimmungsrecht dieser Gruppe einher und Russland hätte eine Schutzverpflichtung gegenüber den in der Ukraine lebenden Russen. Deswegen handle es sich bei den Ereignissen keineswegs um eine Annexion. Russland sieht die Krim als russisch und versucht die Annexion mit geschichtspolitischen Argumenten zu legitimieren, so die Bundeszentrale für Politische Bildung.

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– Ukraine-Krise – Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine

Russland hat am Donnerstag die Lieferung türkischer Drohnen an die Ukraine verurteilt. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei.

Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine

Meinung
Kommentar: Dendias‘ Skandalauftritt in Ankara

Ein Gastkommentar von Ferhat Avşar – mailto.ferhat@gmail.com In der türkischen Presse wird die Rolle Griechenlands in zahlreichen Illustrationen oft als „unerzogenes Kind Europas“ karikiert: Ein Lausbub, der sich nach einer Flegelei hinter dem Rockzipfel seiner Mutter Europa versteckt. Der gestrige Auftritt von Nikos Dendias war geradezu die Personifizierung des Bildes seines Landes als Enfant Terrible Europas. Diplomatische Treffen haben einen recht standardisierten Ablauf und verlaufen in der Regel weltweit nach demselben Schema ab: Zuerst erfolgt die offizielle Einladung, dann der militärische oder nicht-militärische Empfang, anschließend die Gespräche hinter verschlossenen Türen und zuletzt die gemeinsame Pressekonferenz. Je nach Absprache wird dann das Programm fortgesetzt indem man beispielsweise eine symbolträchtige Einrichtung besucht oder die Grundsteinlegung eines wichtigen gemeinsamen Projekts vollzieht. Gekrönt werden derartige Treffen zumeist mit einem Dinner, an dem alle Mitglieder der Gesandtschaft teilnehmen können. Bis zur Pressekonferenz kursieren Spekulationen über den Ausgang der Gespräche und Experten meinen schon erste Ergebnisse voraussagen zu können, indem Sie das persönliche Verhältnis der Diplomaten, ihre vorausgehenden Äußerungen, das politische Big Picture, ja sogar die Gestik und Mimik in die Waagschale legen. Die öffentliche Konferenz hingegen verläuft stets sehr nüchtern ab, denn die geübten Diplomaten äußern sich zumeist wage und demonstrieren nach außen ein Bild der Harmonie und der Zuversicht. Versöhnliche Worte des türkischen Außenministers Mevlüt Çavuşoğlu Gestern geriet dieses gewohnte Schema extrem in Schieflage. Während des Amtsbesuchs des griechischen Außenministers kam es zu einem Schlagabtausch vor der versammelten Presse. Dass die Beziehung zwischen beiden Nachbarn seit geraumer Zeit angespannt ist und die Aufgaben der Außenminister beider Länder nicht die Einfachste ist, war bisweilen klar. Beide gelten als erfahrene Diplomaten und der kollegiale Umgang zwischen ihnen war bekannt. Die freundlichen Neujahrswünsche für 2021 via Twitter zwischen beiden Außenministern und Mevlüt Çavuşoğlus Ansprache mit der Floskel „Dear Niko …“ machten Mut und galten als Hoffnungsschimmer für eine rasche Beilegung der Streitigkeiten. Es war gut zu wissen, dass zwei besonnene Politiker mit der Lösung der schier unüberwindlichen Differenzen beauftragt waren. Doch Nikos Dendias entschied sich gestern den Pfad der Besonnenheit zu verlassen und den Rabauken zu spielen.
Der griechische Außenminister Nicolas Dendias (l.) mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Casvusoglu bei einem Treffen in Ankara am 15. April 2021. (Foto: MFA Turkey)
In seiner gewohnt freundlichen Begrüßung fasste der türkische Außenminister in seinem Eröffnungsstatement die Diskussionspunkte der gestrigen Sitzung zusammen. Gegenstand der Sondierungsgespräche seien die „divergierenden Ansichten in der Ägäis“ und die Lage im östlichen Mittelmeer gewesen, so der türkische Außenminister. Çavuşoğlu unterstrich erneut die Forderung der Türkei, die Aufteilung der EWZ (Exklusive Wirtschaftszone) im östlichen Mittelmeer nach gerechten Maßstäben zum Nutzen aller Anrainerstaaten vorzunehmen. Zu diesem Zweck habe er den Vorschlag von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan an Niko übermittelt. Die Wiederaufnahme und Wiederbelebung des Flugverkehrs und des Handels zwischen beiden Ländern habe zudem auf der Tagungsordnung gestanden, so Mevlüt Çavuşoğlu weiter. Man blicke zuversichtlich auf eine vertiefte Zusammenarbeit in der Terrorbekämpfung und der Flüchtlingsfragen. Auch die Probleme der türkischen Minderheit in Griechenland habe man angesprochen und wolle ohne Vorbedingungen die Gespräche zu allen Aspekten der zwischenstaatlichen Beziehungen fortführen und arbeite auf eine „stetige Aufrechterhaltung der diplomatischen Kommunikationskanäle“ zu. Nicht Spannungen sondern konstruktive Verhandlungen sollten das Verhältnis zwischen der Türkei und Griechenland prägen, so der türkische Außenminister. Athen sieht den Splitter im fremden Auge, doch den Balken im eigenen Auge nicht – Die Drohrede von Dendias Auf diese versöhnlichen Worte folgte jedoch ein unerwarteter verbaler Angriff des griechischen Außenministers auf seinen türkischen Amtskollegen. In ungewohnt scharfer Formulierung teilte er seinem „geschätzten Freund“ mit, dass man von „aufhetzerischen Äußerungen“ und provozierenden „Aktionen“ Abstand nehmen müsse, und, sofern man ernsthaft an einer Mitgliedschaft in der Europäischen Union interessiert sei, die territoriale Integrität des Nachbarn zu respektieren habe. Falls die Türkei weiterhin die Grenzen Griechenlands gefährde, werde man dies bei den Beitrittsgesprächen in die EU berücksichtigen, so Dendias ermahnend. Außerdem habe die Türkei der UN Seerechtskonvention Folge zu leisten, da die EU diese unterzeichnet habe und deren Akzeptanz eine Vorbedingung für die Aufnahme in die Europäische Union darstelle. Zu guter Letzt beklagte Niko Dendias die vermeintlichen Verletzungen des griechischen Luftraumes über der Ägäis durch die türkische Luftwaffe ohne dabei in die Augen seines türkischen Amtskollegen zu blicken, denn die Anschuldigungen Athens hinsichtlich angeblicher Luftraumverletzungen der türkischen Luftwaffe beruhen auf sehr tönernen Füßen. Griechenland hat die Lufthoheit seiner ägäischen Inseln eigenmächtig von sechs auf zehn Meilen erhöht und beharrt auf dieser einzigartigen und zugleich eigenartigen Interpretation des See- und Luftrechts. Sie ist kurios, denn die Lufthoheit richtet sich nach der Seehoheit, die wiederum ab der Küstenlinie als Basislinie kalkuliert wird. Da diese Seelinie in den ägäischen Inseln sechs Meilen beträgt, würde das Verhältnis zwischen Seegebiet und Luftgebiet eine Trichterform einnehmen mit einer Differenz von vier Meilen. Nicht nur, dass diese Auslegung gegen jede geltende Praxis verstößt, sie ist auch rein flugtechnisch nicht umsetzbar, denn in verschiedenen Flughöhen über der Ägäis würden sich unterschiedliche Hoheiten ergeben, sprich immer wieder neue Überfluggenehmigungen müssten eingeholt werden. In der Flüchtlingsfrage verwies der Grieche den türkischen Außenminister auf die EU, mit dem Nebensatz, dass die Türkei vermeintlich die Flüchtlingsfrage als Druckmittel nutzen würde. Dass Athen die katastrophale Flüchtlingssituation in den Auffanglagern auf den ägäischen Inseln seinerseits politisch instrumentalisiert, um mehr Hilfen aus den EU-Töpfen zu ergattern, verschwieg er wohl wissend. Dass die griechischen Küstenwächter Flüchtlinge ins Meer werfen würden, cancelte er lapidar als „Fakenews“ ab, vermied jedoch die mindestens genauso inhumane Behandlung der Flüchtlinge an der griechisch-türkischen Grenze anzusprechen. Wehrlose Flüchtlinge wurden vergangenes Jahr an der griechischen Grenze niedergeknüppelt, mit Tränengas und Wasserwerfern zurückgedrängt. Die „Wiege der Zivilisation und der Demokratie“ als Außenposten Europas hat sich wahrlich in einem ganz schlechten Lichte dargestellt – und das vor der versammelten Weltpresse. Man mag sich gar nicht vorstellen wollen, wie in den nächtlichen Gewässern der Ägäis mit aufgegriffenen Flüchtlingen umgegangen wird. Niko D., der wenige Minuten zuvor über das hohe Gut der Religionsfreiheit in seinem Land schwadronierte und die Souveränitätsrechte der Staaten pries, kam nicht umhin, die Wiedereröffnung der Hagia Sophia in „Konstantinopel“ zu kritisieren, bevor er das Wort wieder an seinen sichtlich verärgerten Amtskollegen übergab. Wenige Atemzüge zuvor wusste der griechische Außendiplomat stolz zu verkünden, dass sein Land der freien Religionsausübung einen hohen Wert beimesse und bereits der Bau einer Moschee in Athen angestoßen sei. Dass all die Jahre zuvor in der Metropolregion Athen keine einzige Moschee stand, weil sie, trotz mehrfacher Petitionen der beachtlichen Athener muslimischen Gemeinde, nicht von offizieller Seite genehmigt wurde, kehrte Dendias gekonnt unter den Teppich. Bislang war in Athen die Meinung vorherrschend, dass in das Stadtbild einer orthodoxen Stadt wie Athen keine Moschee passe, sodass sich Muslime für Ihre Gebetspraxis mit Hinterhöfen von stillgelegten Fabrikanlagen oder umfunktionierten Etagenwohnungen zufrieden geben mussten. Griechische Ambitionen im östlichen Mittelmeer – Eine Odysee ohne Sinn und Verstand Dass Athen seine Hoheitsgewässer im östlichen Mittelmeer durch die türkischen Explorationsschiffe als gefährdet sieht und lautstark protestiert ist hinlänglich bekannt. Auf Betreiben Athens und der südzyprischen Führung in Nikosia tagt seit Anfang des Jahres 2020 das sogenannte „Gasforum Östliches Mittelmeer“ (engl. Eastern Mediterranean Gasforum) an der neben den besagten Initiatoren auch die Anrainerstaaten Israel, Ägypten, Italien, Jordanien und die Palästinensische Autonomiebehörde gehören. Die Sache mit dem Gasforum hat allerdings zwei große Haken: Die Gründungsmitglieder haben übersehen, dass Italien und Griechenland gar keine Anrainerstaaten des östlichen Mittelmeeres sind und ausgerechnet den beiden Ländern mit den größten Küstenabschnitten im östlichen Mittelmeer, der Türkei und Libyen, kein Platz im Forum angeboten wurde. Dass dies in Ankara und Tripolis zu Unmut führt ist objektiv nachvollziehbar – nicht allerdings für Dendias und der Regierung der er angehört. Denn diese führt ins Feld, dass die neun Quadratkilomter (!) große und zu Griechenland gehörige Insel Kastelorizo zum 580 km entfernten griechischen Kontinentalsockel gehöre und nicht zur Anatolischen, die nur 3 km entfernt liegt. Abgeleitet von dieser Interpretation leitet Athen eine Exklusive Wirtschaftszone im östlichen Mittelmeer mit einer sagenhaften Größe von 40.000 km² ab, die die Exklusive Wirtschaftszone der Türkei nahezu vollständig verschluckt. Auf die Frage, warum Anatolien mit einer Größe von 755.688 km² einem Eiland von 9 km² weichen solle, begnügt sich Athen mit einem lapidaren Hinweis auf die Seerechtskonvention von 1982. Allerdings gehört die Türkei, wie zahlreiche andere Länder, nicht zu den Signatarstaaten des Abkommens und ist rechtlich nicht an die Bestimmunen gebunden. Im Übrigen zitiert Ankara ähnliche Seerechtskonflikte, wie die zwischen Großbritannien und Frankreich, aus dem Jahr 1977, zwischen Malta und Libyen aus dem Jahr 1984 und 2012 zwischen Nikaragua und Kolombien die vor einem internationalen Seegericht disputiert worden sind. Ankara drängt Athen den Sachverhalt gerichtlich zu klären, doch Athen wiegelt ab mit der Begründung, die Klärung seiner territorialen Ansprüche nicht einem Seegericht überlassen zu wollen. Was bleibt ist Griechenlands Anlehnung an die Europäische Union und folglich die zunehmende Politisierung dieses Konfliktes. Interessant ist auch die Beobachtung, dass Athen und Nikosia vor allem politisch instabile Staaten zu bilateralen Abkommen über die gegenseitige Festlegung der Exklusiven Wirtschaftszone drängen. Während die Ägypter bei der Kalkulation der Wirtschaftszonen zwischen ihnen und Südzypern um 11.500 km² geprellt wurden, strichen die gewieften Griechen in einem bilateralen Vertrag aus dem Jahre 2017 etwa 7.000 km² auf Kosten der Ägypter ein. Ein ähnliches Schicksal drohte ihnen bei einer jüngeren Vertragsabschließung mit der Athener Regierung. Zum Ärgernis von Athen und Nikosia machte Ankara auf die Fehlkalkulationen aufmerksam, sodass Ägypten bei der letzten Einigung seine rechtmäßigen Gebiete einfordern konnte. Das gleiche Spiel wurde auch mit Libyen getrieben, bis die Türkei in ihrer neuen Rolle als Schutzmacht eingriff, im November 2019 ein neues und faires Abkommen mit der Interimsregierung in Tripolis unterzeichnete. Auf diese Weise konnte das libysche Volk mehrere Tausend km² an Fläche dazugewinnen. Es ist moralisch fraglich Staaten mit politisch wirren Verhältnissen, wie Ägypten und dem Libanon, auf einen Deal zu drängen und aus der Komplexität einer undurchsichtigen Berechnungsmethode Profit zu schlagen. Nach einer politischen Konsolidierung in diesen Ländern, werden in den Nationalparlamenten kritische Fragen gestellt werden und Brüssel sollte sich genau überlegen inwieweit sie die teilweise abenteuerliche und nebulöse Politik ihrer beiden Mitglieder, Griechenland und Südzypern, mittragen will. Athen entwickelt kaum Empathie für die türkischen Nachbarn Wie wenig Athen Empathie für seinen großen Nachbarn jenseits der Ägäis entwickelt und wie eingefahren die griechische Führung in ihrer eigenen Argumentationsrhetorik gefangen ist, zeigt der Vorwurf der angeblichen territorialen Bedrohung durch die Türkei. Die türkische Öffentlichkeit hat diesbezüglich eine ganz andere Wahrnehmung, nämlich dass Sie zunehmend selbst einem aggressiven und nach Expansion strebenden Nachbarstaat gegenüber steht. Die von Mevlüt Çavuşoğlu angesprochene Militarisierung der östlichen Mittelmeerinseln ist nur ein Aspekt dieses Bedrohungszenarios durch Griechenland. Nicht nur, dass die Militarisierung der zur anatolischen Küste vorgelagerten Inseln, gemäß den Bestimmungen des Lausanner Friedensvertrages einen eklatanten Völkerrechtsbruch darstellt, sie ist auch eine unmittelbare Sicherheitsbedrohung einer sehr dicht besiedelten Region der Türkei. Wenn man schwere Haubitzen auf eine der türkischen Küste vorgelagerten Inseln postiert, die buchstäblich ein Steinwurf entfernt sind, und den Lauf der Kanonen auf dicht besiedelte Orte richtet, dann sind die Reaktionen und Emotionen auf türkischer Seite vorhersehbar. Die stetigen Versuche Griechenlands, Eilande in der Ägäis mit ungeklärter territorialer Zugehörigkeit zu annektieren und die Einverleibung marktschreierisch durch das Hissen der Fahne und durch die Weihung orthodoxer Geistlicher in Szene zu setzen, bestärken bei vielen Türken die expansiven Ambitionen des Nachbarn. Schier ungebremste Aufrüstung Griechenlands facht in der Region einen Rüstungswettlauf an Für großen Unmut sorgt auch die ungezügelte Aufrüstung Griechenlands, die in keinem Verhältnis zu seiner Bevölkerungsgröße und seinen wirtschaftlichen Kapazitäten steht, geschweige denn im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten ist. Das hochverschuldete Land facht seit einigen Jahren einen Rüstungswettlauf mit der Türkei an, indem sie massiv ihre See- und Luftstreitkräfte modernisiert und ausbaut. So hat das griechische Parlament am Syntagma-Platz zu Beginn dieses Jahres den Erwerb von 18 modernen französischen Rafale Kampfjets der Generation 4,5 genehmigt. Die umfangreiche Modernisierung der F16 Jagdbomber und der modernen Mirage 2000-5 Kampfjets und der Erwerb von mindestens ein Dutzend F35 Stealth Jets der 6. Generation sollen der griechischen Luftwaffe einen technologischen Vorsprung gegenüber den türkischen Luftstreitkräften verschaffen. Geplant sind zudem der Erwerb von amerikanischen und französischen Fregatten und deutschen U-Booten. Wie Griechenland angesichts seiner Schuldenmisere diese hohen militärischen Investitionen tätigen kann, hinterlässt bei vielen Türken ein großes Fragezeichen. Schon alleine zur Bewältigung der Flüchtlingskrise ist Griechenland auf Leistungen aus Brüssel angewiesen – oder werden die erhaltenen Mittel doch nicht für die Flüchtlingslager, sondern für andere Zwecke eingesetzt? Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Mevlüt Çavuşoğlu, als Maître de Plaisir, reagierte gekonnt gelassen und wies mit klaren Worten seinen stichelnden Gast in seine Schranken. Der schroffe Auftritt von Dendias und seine geradezu inflationäre Referenz auf die EU, schien seine eigentliche Motivation zu offenbaren: Der Besuch der beiden Spitzenfunktionäre der Europäischen Union, des EU Ratspräsidenten Charles Michel und der EU Kommissionspräsidenten von der Leyen, bei Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan in der vergangenen Woche, scheinen in Athen mit Argwohn beobachtet worden zu sein. Stets hatte Griechenland als Zünglein an der Waage die EU-Mitgliedschaft der Türkei als Druckmittel genutzt, um gekonnt seine eigenen Interessen durchzusetzen. Denn zu groß und wirtschaftlich zu überlegen ist der Nachbar im Osten, um es alleine mit ihm aufzunehmen. Griechenland gehört zweifellos zu den Ländern, die den größten wirtschaftlichen Schaden durch die Pandemie erlitten haben: 2020 schrumpfte die griechische Wirtschaft um knapp 16 Prozent. Zahlreiche Firmen stehen vor dem Ruin und die Schuldenzahlungen geraten ins Stocken. Die Querelen mit der Türkei helfen der griechischen Regierung von den unlösbaren Problemen abzulenken. An diesem Tiefpunkt angelangt versuchte Dendias den starken Mann zu spielen und markige Töne von sich zu geben, um nach seiner Rückkehr als Held gefeiert zu werden. Doch die Drohrede von Dendias wirkte nach der Zurechtweisung durch den türkischen Außenminister wie ein Klagelied an die EU, Griechenland, wie so oft, bei der Lösung ihrer Probleme beizustehen. Der letzte Akt dieser griechischen Tragödie kippte schließlich in eine Komödie, als nach der raschen Beendigung der Pressekonferenz durch Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu, der sichtlich ins Fettnäpfchen getretene Dendias plötzlich hilflos den Blickkontakt mit seinem Amtskollegen suchte und hastig neben ihm her trottete, um doch noch das Bild einer harmonischen Zusammenarbeit abzugeben. Vergebens.
Dieser Gastbeitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Die Beziehungen der Ukraine zur Türkei haben einen noch nie dagewesenen Höhepunkt erreicht, betonte der ukrainische Präsident am Dienstag.

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Streaming-Dienste
Dramax: Neuer Streaming-Dienst für türkische Serien

Istanbul – Sie haben sich in den letzten Jahren zu den beliebtesten Produktionen weltweit entwickelt: Türkische TV-Serien erfreuen sich in unzähligen Ländern größter Beliebtheit. Der türkische Medienkonzern Demirören Media hat nun auf einer Online-Pressekonferenz seinen neuen Streaming-Dienst Dramax vorgestellt, der neben der Türkei auch ein Abonnement-System für Nutzer auf der ganzen Welt bietet. Auf der Plattform seien bereits über 5.000 Stunden an TV-Serien abrufbar. Momentan sind die Serien mit spanischer und arabischer Synchronisation verfügbar, andere Sprachen sollen jedoch sehr bald folgen, darunter Urdu, Russisch und Englisch. „Dank der Qualität der türkischen TV-Serien und der Geschichten dieser Länder ist die Türkei nach den USA das Land geworden, das die meisten Inhalte in die Welt verkauft. Zusätzlich zu den wirtschaftlichen Beiträgen für unser Land wird Dramax die stärkste Plattform sein, auf der die türkische Kultur, Geographie, Traditionen, Bräuche und Tourismus bekannt gemacht werden“, so Dramax-Vorstandsmitglied Murat Saygı. „Türkische Inhalte werden nicht mehr nur zur Sendezeit des ausstrahlenden Senders im Ausland zu sehen sein, sondern werden zu einer Form, die Ausländer sehen können, ‚wann und wo immer sie wollen'“, fügte Saygı hinzu. Mehr als 700 Millionen Zuschauer weltweit Von Südamerika über Israel, Russland oder Pakistan, schwören immer mehr Fans auf die Streifen. Die Produktionen erreichen mit über 150 Fernsehserien weltweit Zuschauer aus 146 Ländern (Stand 12.2019). Die Branche hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der lukrativsten Exportgüter der Türkei entwickelt. Nach den USA gehört das Land mittlerweile zum größten TV-Serien Produzenten der Welt. Mit den Produktionen erreiche die Türkei in Europa, den USA, Südamerika, Afrika, dem Mittleren Osten, Zentralasien, Afrika und vielen anderen Gebieten mehr als 700 Millionen Zuschauer und werde bis 2023 voraussichtlich eine Milliarde Dollar einnehmen. Bis 2018 beliefen sich die Einnahmen der Türkei aus dem Export von Fernsehserien auf 500 Millionen Dollar. 

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Das weltweite Interesse für türkische TV-Serien ist ungebrochen. Nach den arabischen Ländern, Russland, Polen, dem Balkan und weit entfernten Orten wie Südamerika, wächst auch in Israel eine immer größer werdende Anhängerschaft.

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Corona-Pandemie
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Die Deutsche Telekom plant, große Teile seiner Belegschaft in kurzer Zeit selbst gegen das Coronavirus zu impfen, sollte das Unternehmen Impfstoff zugeteilt bekommen. „Wir gehen davon aus, dass wir – wenn wir Impfstoff bekämen – in acht Wochen 80 Prozent unserer 100.000 Mitarbeiter in Deutschland impfen könnten“, sagte ein Sprecher des Bonner Telekommunikationsunternehmens dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der Dax-Konzern würde dabei auf die Infrastruktur zurückgreifen, die es gemeinsam mit dem Bonner Gesundheitsunternehmen BAD normalerweise für Grippeimpfungen nutzt, sagte der Sprecher der Zeitung. Insgesamt 18 deutsche Telekom-Standorte seien als Covid-19-Impfzentren vorbereitet, darunter der Firmensitz in Bonn, aber auch Köln oder Berlin. Auch bei der Tochtergesellschaft Magenta in Wien könnten betriebliche Impfungen „jederzeit“ starten. Auch interessant

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Auto-News
Ford Mustang ist der meistverkaufte Sportwagen der Welt

Zum zweiten Mal in Folge ist der Ford Mustang – der an diesem Samstag, dem 17. April, seinen 57. Geburtstag feiert – der meistverkaufte Sportwagen der Welt. Das ikonische „Pony Car“ behielt überdies im sechsten aufeinander folgenden Jahr seinen Titel als meistverkauftes Sportcoupé. Gemäß dem Marktforschungsinstitut IHS Markit1 wurden im Jahr 2020 weltweit insgesamt 80.577 Exemplare des Ford Mustang verkauft. Dieser Umsatz macht 15,1 Prozent des Sportcoupé-Marktes aus, im Vorjahr waren es 14,8 Prozent. Vor allem Performance-Varianten wie der Ford Mustang Bullitt sorgten für das gute Verkaufsergebnis.
FORD MUSTANG MACH 1
Grabber Yellow with Black and White stripes
„Enthusiasten lieben den Ford Mustang. Das haben sie uns mit ihrer Nachfrage nach diesem weltbekannten Performance-Fahrzeug einmal mehr gezeigt“, sagte Hau Thai-Tang, Chief Product Platform and Operations Officer, Ford Motor Company. „In einem Jahr, das aufgrund der Corona-Pandemie eine Herausforderung für die gesamte Automobilindustrie war, hat der Ford Mustang einen exzellenten Verkaufserfolg verzeichnet und seinen Anteil im globalen Sportwagensegment sogar noch erhöhen können“. Die Verkäufe des Ford Mustang Bullitt und der Shelby-Varianten, die unter anderem in den USA angeboten werden, stiegen 2020 um 52,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus internen Daten von Ford hervorgeht. Seinen Titel als meistverkaufter Sportwagen verteidigte der Ford Mustang außerdem in mehreren europäischen Märkten. Nach unternehmenseigenen Angaben stieg der Absatz 2020 in Ungarn um 68,8 Prozent gegenüber 2019. Auch in den Niederlanden (38,5 Prozent), Dänemark (12,5 Prozent), Tschechien (5,6 Prozent) und Österreich (4 Prozent) stieg die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr. Im Jahr 2020 verkaufte Ford in Europa2 rund 7.000 Exemplare des Ford Mustang. Damit summiert sich der Absatz seit der Markteinführung 2014 auf fast 60.000 verkaufte Einheiten. Weltweit sind die Vereinigten Staaten der stärkste Markt und sorgen für rund drei Viertel der globalen Mustang-Verkaufszahlen. https://youtu.be/qZxe3cQHGnc Ford will seinen Erfolg mit limitierten Modellen wie dem neuen Ford Mustang Mach 1 fortsetzen, der ein weiterentwickeltes Handling bieten wird sowie eine Reihe an Leistungsverbesserungen sowie ein einzigartiges Design, das an die legendären Mach 1 Mustangs der 1960er und 1970er Jahre erinnert. Die Auslieferung an Kunden in Europa wird bereits in Kürze beginnen. Kraftstoffverbrauch des Ford Mustang in l/100 km: 12,4 – 11,2 (kombiniert); CO2-Emissionen 284 – 256 g/km (kombiniert)* 1) IHS Markit erhebt globale Zulassungsdaten aus staatlichen und anderen Quellen. Das Marktforschungsinstitut erfasst 95 Prozent des weltweiten Neufahrzeugvolumens in mehr als 80 Ländern. Der Ford Mustang ist Amerikas meistverkaufter Sportwagen der letzten 50 Jahre, basierend auf der Ford-Analyse von kumulierten US-Neuzulassungen zwischen 1966 und 2020 für alle von IHS Markit klassifizierten Sportwagensegmente. Sportcoupés, wie sie außerdem von IHS Markit definiert werden, umfassen zweitürige Sportwagen und entsprechende Cabriolet-Modelle. 2) Die Verkaufszahlen beziehen sich auf die 20 europäischen Hauptmärkte, in denen Ford durch nationale Verkaufsorganisationen vertreten ist. Dazu zählen Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik und Ungarn.

Ukraine-Krise
Russland verurteilt Türkei für Drohnen-Lieferungen an Ukraine

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Moskau – Russland hat am Donnerstag die Lieferung türkischer Drohnen an die Ukraine verurteilt. Dies ermutige die Ukraine zu militärischen Schritten in der Krisenregion und trage nicht zu einer Deeskalation bei, so die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa am Donnerstag.

„Während unserer regelmäßigen Gespräche mit der türkischen Regierung tauschen wir uns über alle möglichen Themen aus, einschließlich sensibler internationaler und regionaler Angelegenheiten, die auf der Tagesordnung stehen. Dabei geben wir auch Russlands Einschätzung des südöstlichen Teils der Ukraine an die türkische Seite weiter“, so Sacharowa weiter. Ankara wisse sehr gut, dass „die militärische Ermutigung Kiews“ Russland sehr beunruhige.

Russland besorgt über türkische Kampfdrohnen in der Ukraine

Bereits am Dienstag zeigte sich Moskau über „türkische Bayraktar TB2 Drohnensysteme in der Donbass-Region der Ukraine“ besorgt. „Offensichtlich ist es nicht etwas das uns Freude bereitet, dass türkische Kampfdrohnen irgendwo im Donbass auftauchen“, sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Dienstag. Türkische Exporte in verschiedene Länder seien „ein ernstes Problem,“ betonte Rjabkow. Auch der russische Außenminister Sergei Lawrow warnte Ankara am Montag davor, Ukraine mit Waffen zu beliefern: „Wir bitten alle verantwortlichen Länder, mit denen wir kommunizieren – und die Türkei ist eines davon -, dass wir ihnen dringend empfehlen, die Situation und die ständigen kriegerischen Äußerungen des Kiewer Regimes zu analysieren, und wir warnen sie auch davor, diese militaristischen Bestrebungen zu fördern“, zitierte die Nachrichtenagentur TASS Lawrow am Montag in Ägypten. Russland ist sehr besorgt über das Auftauchen dieser Drohnen, da sie im Kampf gegen moderne Luftabwehrsysteme aus russischer Produktion, wie etwa in Syrien und Armenien, äußerst effektiv waren. Die Ukraine bestellte die TB2-Drohnen Anfang 2019, wobei die erste Charge im Juni desselben Jahres ausgeliefert wurde.

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– Ukraine-Krise – Nach Ukraine-Bekenntnis: Russland setzt Flüge mit der Türkei aus

Etwa 500.000 Russen hätten in diesem Zeitraum, der zwei Feiertage umfasst, Reisen in die Türkei gebucht, zitierte die Nachrichtenagentur RIA Novosti den russischen Verband der Reiseveranstalter.

Nach Ukraine-Bekenntnis: Russland setzt Flüge mit der Türkei aus
   

Corona-Pandemie
Eine Momentaufnahme aus einem Impfzentrum in Frankfurt am Main

Von Kemal Bölge Seit einem Jahr befindet sich Deutschland im Corona-Lockdown und die Einschränkungen haben nicht nur enorme wirtschaftliche Auswirkungen, sondern auch gravierende soziale- und gesellschaftliche Folgen. Seit Ende 2020 wird in Deutschland gegen den Corona-Virus geimpft. Zuerst wurde der Impfstoff von Biontech und danach Astrazeneca und Moderna eingesetzt. Bis zum 14. April 2021 wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bundesweit 20.049.936 Menschen gegen COVID-19 geimpft. Wie läuft es mit den Impfungen in den Impfzentren? Dazu eine Momentaufnahme aus einem Impfzentrum in Frankfurt am Main. Das Impfzentrum ist verkehrstechnisch zentral gelegen Vor etwa 12 Tagen hatte ich online einen Impftermin beim Impfterminservice des Landes Hessen für meine Tante vereinbart. Bereits am nächsten Tag wurden ihr die Termine für die beiden Covid-19-Impfungen per E-Mail zugesandt. Am 15. April war der erste Termin im Impfzentrum auf dem Frankfurter Messegelände. Wir fuhren mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis zur Haltestelle Messe, denn das Impfzentrum befindet sich etwa 100 Meter von der Straßenbahnhaltestelle entfernt. Gleich im Eingangsbereich wurden wir nach der Uhrzeit des Impftermins gefragt. Weil wir noch 20 Minuten bis zum Impftermin hatten, nahmen wir im Wartebereich des Eingangsgebäudes Platz. Nach etwa 10 Minuten verwies uns ein Mitarbeiter an die Kassen, wo die Personalien der Impfpatienten kontrolliert sowie ein QR-CODE-Blatt ausgehändigt wurde. Das QR-CODE Blatt begleitete uns während des gesamten Impftermins, da es in jedem Eingangsbereich von den Mitarbeitern gescannt wird. Wir erhielten eine Nummer und anhand dieser wurden wir an den zuständigen Sachbearbeiter verwiesen, der die ausgedruckten Dokumente zur Impfung mit aufmerksamen Blicken kontrollierte. Da in dem Formular ein Häkchen zu einer Frage nicht gesetzt war, habe ich den Sachverhalt meiner Tante übersetzt und sie kreuzte es dann an. Nach diesem Prozedere liefen wir in den Wartebereich der Impfkabinen, wo wir uns etwa 10 Minuten aufhielten. Da dieser Bereich stark frequentiert war, wurden wir in eine andere Wartezone geführt. Dort hielten wir uns gefühlte 6-7 Minuten auf, bis uns eine freundliche Mitarbeiterin in die Impfkabine bat. Meine Tante musste ihren Arm frei machen und eine andere Mitarbeiterin setzte die Impfspritze in den Oberarm. Im Anschluss wurde die Impfung in den Impfpass eingetragen. 15 Minuten Beobachtung nach Impfung Im nächsten Schritt wurden wir in die Ruhezone der Halle geführt, da nach der Impfung die geimpften Personen 15 Minuten Platz nehmen müssen. Der Hintergrund besteht darin, die geimpften Personen zu überwachen, falls allergische Reaktionen auftreten sollten und ärztliches Handeln erforderlich sein sollte. Etwa 50 Meter entfernt werden die Impflinge von einem weiteren Sachbearbeiter gefragt, ob sie Beschwerden nach der Impfung haben und die Dokumente noch einmal kontrolliert. Als letzten Schritt läuft man zu einer Ärztin, die die Impfung durch Unterschrift und Stempel in den Impfpass bestätigt. Professionelle Organisationsstruktur im Impfzentrum Der gesamte Prozess im Impfzentrum ist sehr professionell organisiert und sowohl die Mitarbeiter des Messe-Sicherheitsdienstes als auch das autorisierte Personal des Impfzentrums sind kompetent und stets freundlich. Selbst wenn man etwas nicht verstanden hat und die Frage zum zweiten Mal stellt, beantwortet das Personal die Frage sehr entgegenkommend und souverän. Die Hinweisschilder zu den einzelnen Bereichen sind verständlich formuliert und falls sich doch jemand verlaufen sollte, gibt es an fast jeder Ecke einen hilfsbereiten Mitarbeiter, der einem den Weg erklärt.

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Pandemie-Expertin erwartet zu Ostern kritischere Lage als zum Jahreswechsel – „Gefahr wird noch deutlich unterschätzt“.

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New York
Nusret Gökce aka Salt Bae: 5-Millionen-Dollar Klage wegen Urheberrechtsverletzung

New York – Der türkische Star-Gastronom Nusret Gökce, auch bekannt unter Salt Bae, sieht sich mit einer weiteren Klage konfrontiert. In New York hat ihn ein Künstler wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt. William Hicks, ein Künstler aus Brooklyn, behauptet im Rahmen einer 5-Millionen-Dollar-Klage, dass der virale Koch sein Kunstwerk illegal verwendet habe. Laut der Klage beauftragte Gökçe Hicks und einen anderen Künstler im September 2017, ein Wandbild des Küchenchefs in seiner internetbekannten Salzstreuer-Pose für einen Standort seiner internationalen Restaurantkette Nusr-Et Steakhouse in Miami zu erstellen und zu installieren. Gökçe habe sein Werk jedoch ohne Erlaubnis auch für Speisekarten, Tüten, Tücher, die Etiketten seiner Gewürze, Menüanzeigen und digitale Schilder in Steakrestaurants in der Türkei, Griechenland und den Vereinigten Arabischen Emiraten verwendet. Gökçe habe hierfür nie um Erlaubnis gebeten oder ihn dafür entschädigt. Dies ist nicht das erste Mal, dass der türkische Gastronom in ein juristisches Drama verwickelt ist. Im Jahr 2019 schlossen sich Mitarbeiter von Nusr-et Steakhouse-Filialen in Manhattan und Miami einer Sammelklage gegen Gökçe an und behaupteten, der virale Chefkoch habe seine Mitarbeiter unterbezahlt, Trinkgelder einbehalten und sich geweigert, einigen Mitarbeitern Überstunden zu bezahlen. Anfang dieses Jahres verklagte eine texanische Baufirma die Restaurantkette und behauptete, dass sie nach dem Bau eines Nusr-Et Steakhouse-Standorts in der Innenstadt von Dallas mehr als 933.000 US-Dollar schulde.

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Türkisch-ägyptische Beziehungen
Nach jahrelangen Spannungen: Türkei kündigt Treffen mit Ägypten für Mai an

Ankara – Eine Delegation hochrangiger türkischer Diplomaten wird Ägypten Anfang Mai einen offiziellen Besuch abstatten, kündigte der türkische Außenminister am Donnerstag an. In einem Fernsehinterview mit dem türkischen Nachrichtensender NTV sagte Mevlut Cavusoglu, Ägypten habe die türkische Seite zu dem Besuch eingeladen. „Wir haben uns zum Ramadan gratuliert. Ägypten hat eine Delegation aus der Türkei eingeladen. Eine Delegation wird Anfang Mai Ägypten besuchen. Später werden wir uns auch mit Samih Schukri [ägypt. Außenminister, Anm. d. Red.] treffen. Ich hoffe, dass wir unsere Beziehungen auf das Niveau bringen werden, das wir wollen.“ „Ägypten ist ein wichtiges Land für die islamische Welt, Afrika und Palästina, für alle. Ägyptens Stabilität und Wohlstand sind für alle wichtig “, so der türkische Außenminister weiter. Die Türkei und Ägypten haben kürzlich Erklärungen zu den bilateralen Beziehungen veröffentlicht, die auf eine erwartete Wiederherstellung der Beziehungen nach mehr als sieben Jahren politischer Spannungen hindeuten. Die beiden Länder tauschten positive Signale über die Aufnahme von Kontakten und Dialogen aus, einschließlich der Möglichkeit, Gespräche zur Demarkierung ihrer Seegrenzen im östlichen Mittelmeer zu führen. Bereits im März hatte Cavusoglu eine Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit Kairo bekannt gegeben. Man habe bereits auf der Ebene des Geheimdienstes als auch des Außenministeriums Kontakte gehabt, so Cavusoglu damals. Er habe gelegentlich Gespräche mit dem ägyptischen Außenminister Samih Schukri gehabt, wenn sie sich bei internationalen Treffen trafen, etwa bei ihrem Treffen in New York vor zwei Jahren. Jetzt seien auch die diplomatischen Beziehungen „ohne Vorbedingungen“ wieder aufgenommen worden. Auch Ibrahim Kalin, Berater des türkischen Präsidenten, hatte angekündigt, dass die Türkei mit Ägypten wieder Zusammenarbeiten wolle. Kalin erwähnte dazu das östliche Mittelmeer, Libyen und Palästina. Er bezeichnete Ägypten als „das Hirn und das Herz der arabischen Welt“. Die Beziehung zwischen der Türkei und Ägypten waren seit der Machtergreifung durch das Militär unter Abdel Fatah El-Sisi 2013 zum Erliegen gekommen. Das Verhältnis zwischen Kairo und Ankara war seitdem angespannt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte el-Sisi wiederholt als „putschistischen Präsidenten“ bezeichnet und ihn für den „Tod von Tausenden von Zivilisten“ verantwortlich gemacht.
(Screenshot/ntv)

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Corona-Krise
Merkel erhält AstraZeneca-Impfung

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel erhält morgen ihre Erstimpfung gegen das Coronavirus. Wie der Nachrichtensender ntv berichtet, wird die CDU-Politikerin mit dem Vakzin von AstraZeneca geimpft. Berichte über eine Verschiebung des Impftermins hatte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag dementiert und gesagt, dass die Kanzlerin sich „zeitnah impfen lassen“, werde. „Sie hat schon in der Vergangenheit öffentlich mehrfach erklärt, dass sie auch Vertrauen in den Astrazeneca-Impfstoff hat und sich impfen lassen wird“, so Seibert weiter. Merkel hatte stets gesagt, dass sie sich impfen lassen werde, wenn sie an der Reihe ist. AstraZeneca ist in Deutschland für über 60-Jährige zugelassen. Die Kanzlerin ist 66 Jahre alt. Anfang April hatten sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mit AstraZeneca in Berlin impfen lassen. „Heute habe ich meine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten. Das Impfen ist der entscheidende Schritt auf dem Weg aus der Pandemie. Nutzen Sie die Möglichkeiten. Machen Sie mit!“, so Steinmeier damals.

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