Rüstung
Türkei beginnt Gespräche mit Russland über neue Charge von S-400-Raketen

Ankara – Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu gab bekannt, dass sein Land Gespräche über den Kauf einer neuen Charge von S-400-Raketenabwehrsystemen aus russischer Produktion aufgenommen hat. Die türkischen Behörden, einschließlich des Verteidigungsministeriums, erörterten derzeit den Kauf. Gleichzeitig kritisierte Cavusoglu die Position der USA zu dem Geschäft und wies darauf hin, dass Ankara das Raketensystem brauche. „Wenn die Vereinigten Staaten wollen, dass die Türkei Waffen von ihnen kauft, sollten sie diese zu vernünftigen Preisen und mit besseren Bedingungen anbieten“, so Cavusoglu. Bereits im vergangenen Monat habe er dem US-Außenminister Antony Blinken erklärt, dass der Kauf des russischen Raketenabwehrsystems durch Ankara „eine beschlossene Sache“ sei. „Sie (die Amerikaner) sind in jeder Hinsicht gegen Lieferungen des russischen Raketensystems S-400 in jedes Land. Insbesondere haben sie Probleme mit der Türkei. Das wissen wir alle. Gott sei Dank, unsere türkischen Partner bleiben standfest und verstehen, dass dies eine Frage ihrer nationalen Sicherheit ist. Ich glaube, wir werden weitermachen“, sagte Dmitry Shugaev, Leiter des russischen Staatsdienstes für militärisch-technische Zusammenarbeit im März. Washington lehnt Kauf der S-400 ab

Washington lehnte die Übernahme des russischen Fliegerabwehrsystems durch die Türkei entschieden ab und suspendierte die Türkei von ihrem Hi-Tech-Kampfjetprogramm F-35, da die S-400 eine Bedrohung für die Stealth-Kampfjets darstelle. Die US-Regierung hatte Ankara auch davor gewarnt, dass es US-Sanktionen nach dem Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act riskiert, wenn das S-400-System aktiviert wird.

Die Türkei besteht darauf, dass sie gezwungen wurde, das russische System zu kaufen, nachdem Washington sich geweigert hatte, ihm das US-Patriot-System zu verkaufen. Ausschluss aus dem F-35-Programm

Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte, gab Ankara 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt. Die USA haben dieses Vorhaben Ankaras scharf verurteilt und ihren NATO-Partner im Juli aus dem gemeinsamen F-35-Entwicklungsprogramm ausgeschlossen.

Die Türkei ist Mitentwickler und Lieferant von  etwa 900 Bauteilen. Schon sehr bald müssten türkische Soldaten, die an dem Projekt mitarbeiten, die USA verlassen. Spätestens im März 2020 soll der Ausschluss der Türkei abgeschlossen sein. Das Boden-Luft-Raketenabwehrsystem S-400 ist eines der weltweit modernsten Verteidigungssysteme. Es kann 72 Raketen gleichzeitig abfeuern und taktische und ballistische Ziele aus einer Entfernung von 5 bis 60 Kilometern und einer Höhe von 2 bis 27 Kilometern zerstören.

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– TB2-Bayraktar – Ukraine und Serbien kündigen Kauf türkischer Kampdrohnen an

Nachdem sich die Kampfdrohen der Türkei bei Einsätzen in Konflikten in Syrien, Libyen und Berg-Karabach als wirksam erwiesen haben, zeigen immer mehr Staaten Interesse an den unbemannten Luftfahrzeugen (unmanned aerial vehicle, UAV) aus türkischer Rüstungsschmiede.

Ukraine und Serbien kündigen Kauf türkischer Kampdrohnen an

Gastbeitrag
Wenn armenische Geschichte zur Ramschware wird

Ein Gastbeitrag von Ferhat Avşar – mailto.ferhat@gmail.com Alljährlich zum 24. April, richtet die türkische und armenische Öffentlichkeit ihre Aufmerksamkeit auf das Weiße Haus. Dabei geht es um die zentrale Frage, welche Formulierung der Präsident der Vereinigten Staaten für die Ereignisse des Jahres 1915 wählen wird. Monate zuvor unternimmt die mächtige armenische Lobby in den USA große Mühen und Anstrengungen, um in der Erklärung des amerikanischen Staatsoberhauptes den Begriff „Völkermord“ zu platzieren. Sie tätigt große Ausgaben, lässt ihre Beziehungen zu Abgeordneten und Medien spielen und arbeitet emsig und verbissen darauf zu, ihr Bild und ihre Deutung der Geschichte in diese Erklärung einfließen zu lassen. Die partnerschaftliche Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei, die strategische Bedeutung des treuen NATO verbündeten im Nahen Osten, auf dem Balkan und im Kaukasus, kommen in eine Waagschale, die finanzstarke und einflussreiche armenische Lobby und mehrere Millionen potentieller Wählerstimmen von US-Bürgern armenischer Herkunft, kommen in die andere. Das Zünglein an der Waage schlug bislang immer zu Ungunsten der armenischen Geschichtsinterpretation aus, denn zu wichtig war die Türkei an der südöstlichsten Flanke der NATO. Die amerikanischen Präsidenten begnügten sich damit, die Zwangsumsiedlung und die menschlichen Verluste als „Tragödie“ oder als „tragisches Ereignis“ zu beschreiben, um so den Drahtseilakt doch noch in eine gelungene Vorführung zu verwandeln. Mit dieser Formulierung gab sich Ankara zufrieden, während die armenische Diaspora lautstark protestierte und erneut Anlauf nahm, um für die Erklärung im nächsten Jahr alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren. Wenn Geschichte zur Verhandlungsmasse zwischen Staaten verkommt Noch ist es offen, für welche Wortwahl der neue amerikanische Präsident sich diesmal entscheiden wird. Dass seine Entscheidung sehr stark unter dem Einfluss des Kongresses stehen wird, gilt als sicher. Mitte Dezember des Jahres 2019 schloss sich der Senat der Entscheidung des US-Repräsentantenhauses an und bezeichnete die armenischen Verluste während des Ersten Weltkriegs als „Völkermord“. Dieser Etappensieg spornte die armenische Diaspora weiter an, um nach dem Kongress, auch die letzte und höchste politische Bastion des Landes einzunehmen und dem Land die eigene Deutung der Geschichte aufzuoktroyieren. Donald Trump widersetzte sich den Forderungen der armenischen Lobby und schloss sich nicht der Formulierung des Kongresses an, doch dies könnte sich unter der Biden Administration grundlegend ändern. Seit Januar dieses Jahres ist bekannt, dass armenische Kirchenoberhäupter und Verbands- und Lobbyfunktionäre das Weiße Haus mit Bittbriefen überhäufen und Druck ausüben. Doch zu dem ohnehin sehr großen politischen Druck, der bisweilen durch armenische NGO’s aufgebaut wurde, kommen die derzeit angespannten Beziehungen zwischen Washington und Ankara hinzu. Sei es in Syrien, in Libyen, im östlichen Mittelmeer, in der Verteidigungspolitik oder der Terrorbekämpfung: Nirgends scheinen die einst eng miteinander verbündeten Staaten auf der gleichen Linie zu stehen. Auf den ersten Blick, scheint das Ringen um eine Begrifflichkeit rein symbolischer Art zu sein. Hinter dem Versuch der Armenier die eigene Deutungshoheit zu promoten steckt jedoch wesentlich mehr. Armenische Gelehrte fassen die Ambitionen kurz mit der „RRR“-Formel zusammen. Die Buchstaben stehen für Recognition, Reparation und Revisionism – ins Deutsche übersetzt als Anerkennung, Entschädigung und territoriale Zugeständnisse. In sogenannten Claims-Konferenzen in Übersee rechnen sich Hinterbliebene Entschädigungsansprüche jenseits der 300 Mrd. Dollar oder sehen Gebietsabtretungen der Türkei, die das jetzige armenische Staatsgebiet mehr als verdoppeln würden. Geschichte gehört nicht ins parlamentarische Plenum, sondern in die Hörsäle Das politische Tauziehen um eine Begrifflichkeit lässt viele Historiker die Stirnfalten runzeln, denn objektiv betrachtet, handelt es sich bei den Vorgängen von 1915 um ein rein historisches Ereignis mit einer hohen moralischen Tiefe. Sie sollte nicht von Geistlichen, Verbandsfunktionären, und erst recht nicht von Lobbyisten und Politikern angefasst werden. Die Ereignisse von 1915 sollten nicht im Lichte politischer Machtgefüge oder ökonomischer Interessen bewertet werden, nicht Bittbriefe sollten das Thema voranbringen oder schmierige Lobbyisten und Politiker hinter verschlossenen Hotelzimmertüren per Handschlag Absprachen hierzu tätigen. Ja, die Ereignisse von 1915 waren tragisch und sie markieren eine Zäsur in der Geschichte der Armenier. Es ist auch das Recht der Nachkommen, dem Tod Ihrer Ahnen zu gedenken – wer will und kann dies Ihnen verwehren? Doch der Sache an sich wird ein Bärendienst erwiesen, wenn das Thema politisiert wird und quasi auf dem Silbertablett anderen Staaten zur parlamentarischen Abstimmung dargeboten wird, um der Türkei eins politisch auszuwischen. In rund 28 Staaten wurde auf Betreiben der armenischen Lobby die Zwangsumsiedlung der Armenier und die daraus resultierenden hohen Opferzahlen als Genozid betitelt. Viele dieser Staaten hegten jedoch historische Ressentiments gegenüber der Türkei oder hatten ein „Hühnchen mit ihr zu rupfen“, wie dies jüngst das Beispiel von Ägypten gezeigt hat. Im Konkurrenzkampf um die Bodenschätze des östlichen Mittelmeeres und um Libyen schloss sich Kairo kurzerhand der armenischen Geschichtsauslegung qua Parlamentsbeschluss an. Doch was würde geschehen, wenn sich die Beziehungen zwischen der Türkei und Ägypten verbessern würden und letzteres Land plötzlich seine Entscheidung revidieren würde? Geschichte politisiert und instrumentalisiert Geschichte kann kein Objekt im politischen Geben und Nehmen zwischen Staaten sein, denn sonst droht sie, wie im Falle der Armenier, zur Ramschware zu verkommen. Das eherne Bestreben der Armenier nach Andacht für Ihre Vorfahren degeneriert so zur politischen Posse und verwirkt jeglichen Schein der Ehrlichkeit. Unter der vorgegebenen Absicht, den verstorbenen Vorfahren eine letzte Ehre erweisen zu wollen, sollte sich nicht die Gier nach Geld und Profit verbergen. Dieser Weg ist eine Einbahnstraße und zwar mit einer gehörigen Neigung Richtung Abgrund. Mit jedem Parlament, das sich dem Druck der armenischen Lobby beugt, wird das Thema politisiert und mit jeder Politisierung weiterhin zugleich instrumentalisiert. Sollte Joe Biden diesmal seine Wortwahl aus dem Vokabular der armenischen Lobby ziehen, wird die Selbstzerfleischung der armenischen Erinnerungskultur weiter voranschreiten, die Türkei jedoch wird ihre Haltung kein Fußbreit ändern. Die Lösung liegt in der gegenseitigen Aufarbeitung der gemeinsamen Leidensgeschichte Mit Geld im Überfluss gepaart mit einem weit verzweigten Netzwerk, ist der Gang über Parlamente der wohl einfachste Weg, sozusagen der Weg des geringsten Widerstands. Allerdings ist der Dunstkreis zwischen Politik und Lobbyismus nicht der richtige Raum, um über die Faktizität von Geschichte zu entscheiden. Die Zwangsumsiedlung der Armenier gehört nicht ins parlamentarische Plenum, sondern in die Hörsäle und in sonstige akademische Zirkel. Die Ereignisse des Jahres 1915 müssen wieder zurück in den wissenschaftlichen Diskurs und müssen kritisch beleuchtet werden – und zwar Kontext bezogen und allumfänglich. Die Zauberformel lautet kurz und knapp: Gegenseitige Aufarbeitung der gemeinsamen Leidensgeschichte. Hierzu gehört auch die Berücksichtigung des Massenmordes an hunderttausenden Türken und Kurden durch armenische Milizen vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg. Die armenische Tragödie ist nur die eine Seite der Medaille, denn sie ist zugleich eine anatolische Tragödie in der ebenfalls abertausende osmanischer Muslime einem wahnwitzigen Projekt armenischer Nationalisten zum Opfer gefallen sind. Die Idee eines armenischen Großreichs, so wie ihn der amerikanische Präsident Woodrow Wilson aufgeworfen hatte, nämlich von Kilikien bis zum Schwarzen Meer und von dort bis zum Kaspischen Meer, scheiterte an der Frage der Praktikabilität. Die armenische Minderheit im Osmanischen Reich Ende des 19. Jahrhunderts betrug mancherorts höchstens gerade einmal ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Um einen überlebensfähigen armenischen Staat zu gründen, strengten armenische Milizen eine beispiellose ethnische Säuberung in Ost-Anatolien an, während der, nach jüngsten Schätzungen, knapp 600.000 osmanischer Muslime zum Opfer fielen. Mit den Opfern im Norden Irans und in West-Aserbaidschan dürfte die Zahl der ermordeten Türken annähernd 2 Mio. betragen haben. Dieser Massenmord an Türken ist bis heute unter dem Begriff „Mezalim“ in der kollektiven Erinnerung der Türken lebendig geblieben. Geschichte ist nun mal keine Wissenschaft, in der es „das Gute“ und „das Böse“ gibt. Die Grenzen zwischen Opfern und Tätern sind verschwommen und Historiker sind gerade bei der Aufarbeitung der gewaltbelasteten und durch Fehden und Blutrache geradezu gekennzeichneten Geschichte Ostanatoliens dazu gehalten, vorurteilsfrei zu arbeiten und vor allem detektivisch Verbrechen aufzudecken. Es ist gut zu wissen, dass in letzter Zeit mutige Wissenschaftler, wie Prof. Dr. Brendon J. Cannon, Dr. Pat Walsh, Dr. Maxime Gauin uvm. das Schweigekartell bezüglich der armenischen Kriegsverbrechen durchbrochen haben und mit bahnbrechenden Arbeiten den wissenschaftlichen Diskurs voranbringen.  
Dieser Gastbeitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– NEX24 Interview – Französischer Historiker: „Die Verbrechen der armenischen Milizen sind in Vergessenheit geraten“

Zu Yves Bénard: “Um der Gerechtigkeit willen” lautet das Credo des franzöischen Historikers, der sich durch seinen kritischen Geist und mit einer gehörigen Portion Neugier ausgestattet in die historischen Archive verschiedener Staaten begab. Herausgekommen ist ein hoch interessantes Buch, das exemplarisch ist für eine sachliche Darstellung der Ereignisse.

Französischer Historiker: „Die Verbrechen der armenischen Milizen sind in Vergessenheit geraten“

Frankreich
Morddrohungen: Französischer Komiker Dieudonné M’bala möchte in der Türkei Asyl beantragen

Paris – Der umstrittene französische Komiker Dieudonné M’bala teilte in einem Interview mit, dass er wegen des Rassismus, den er in seinem Heimatland erlebt, in der Türkei Asyl beantragen möchte. Er erhalte in Frankreich Morddrohungen und seine Auftritte würden nicht erlaubt. Der Aktivist und Performer sagt, er wolle Frankreich dauerhaft verlassen, weil seine Arbeitsmöglichkeiten behindert werden. „Für Leute wie mich gibt es hier [in Frankreich] keine Meinungsfreiheit mehr“, sagte er der Nachrichtenagentur Anadolu. „Der französische Premierminister hat alles getan, damit ich in diesem Land keine Shows veranstalten kann“, so M’bala weiter, M’Bala wurde 1966 als Sohn eines kamerunischen Vaters und einer französischen Mutter in Frankreich geboren und ist bekannt für seine Comedy-Shows, die auf Gesellschaftskritik beruhen, insbesondere der Probleme afrikanischer Einwanderer. M’Bala, der wegen „Beleidigung und Rassismus“ angeklagt wurde, weil die Worte, die er in seinen Sketchen verwendete, nicht in den Bereich der Meinungsfreiheit fielen, bezeichnete die Vorwürfe gegen ihn als heuchlerisch.

„In Frankreich gibt es eine Doppelmoral der Kritik. Ich habe das Gefühl, dass es hier keine Meinungsfreiheit gibt. Besonders für Leute wie mich. Es gibt viele Auftritte über Schwarze und Muslime. Zum Beispiel gibt es Cartoons über den Propheten des Islam. Sie erhalten staatliche Unterstützung. Wie Charlie Hebdo. Nicht nur, dass sie mich nicht unterstützen, sie verbieten sogar meine Auftritte“, erklärte der französische Künstler.

Er werde einen Antrag auf politisches Asyl in der Türkei stellen,  sobald er die rechtlichen Formalitäten erledigt hat. Er werde zudem einen offenen Brief an den Präsidenten des Landes, Recep Tayyip Erdoğan, schreiben. „Ich denke, ich werde mich in der Türkei besser und wohler fühlen als in Frankreich.“ Im vergangenen September hatte ein Gericht im französischen Chartres den Komiker wegen antisemitischer Beleidigungen zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt. Der YouTube-Account des französischen Komikers war einer von 25.000, die von der Video-Sharing-Website im vergangenen Jahr wegen Verstoßes gegen die Regeln für Hassreden entfernt wurden. Anschließend wurde er von Facebook und Instagram verbannt. Dieudonné, der bestreitet, antisemitisch zu sein, machte „israelischen Druck“ für die Entfernung verantwortlich.

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– Jazz-Krise – Als Afroamerikaner die türkische Botschaft durch den Hintereingang betreten sollten

Als die türkische Botschaft in Washington in den 1950er Jahren Afroamerikaner zu einem gesellschaftlichen Ereignis einlud, löste dies eine diplomatische Krise zwischen Ankara und Washington aus.

Als Afroamerikaner die türkische Botschaft durch den Hintereingang betreten sollten
     

Corona-Pandemie
Türkei: Ausgangssperren beginnen bereits am Donnerstag

Istanbul – Nach einem rasanten Anstieg der täglichen Neuinfektionen auf über 60.000 hatte die türkische Regierung in der vergangenen Woche eine drastische Verschärfung der Corona-Maßnahmen angeordnet. Die Ausgangssperren, die bisher am Freitagabend begannen und Montagmorgen endeten, sollen nun bereits ab Donnerstag um 19 Uhr beginnen und bis Montag um 5 Uhr morgens gelten. Die viertägige Ausgangssperre umfasst somit auch den Feiertag der „Nationalen Souveränität und des Kindes“. Große Versammlungen wie sonst üblich werde es in diesem Jahr keine geben, mit Ausnahme einer offiziellen Kranzniederlegung, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.  Angesichts der steigenden Zahl von Fällen und Todesopfern gelten seit letzter Woche für die ersten zwei Wochen des muslimischen heiligen Monats Ramadan besondere Maßnahmen im Land. Die werktägliche Ausgangssperre dauert nun von 19 Uhr (vorverlegt von 21 Uhr) bis 5 Uhr morgens, während der auch Fahrten zwischen den Städten verboten sind, außer in Notfällen. In Städten mit hohem Risiko gelten auch am in der Woche Ausgangssperren. Cafés und Restaurants bieten nur Liefer- und Mitnahmeservices an, während Hochzeitssäle, Sportzentren und Spielhallen bis zum Ende des Ramadan geschlossen bleiben. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen der Türkei erreichte am gestrigen Mittwoch 61967 und stieg somit auf den höchsten Stand seit März 2020, als die Pandemie das Land erstmals erfasste.

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– Corona-Pandemie – Türkischer Wissenschaftler entwickelt Medikament: Coronavirus in 48 Stunden zerstört

Nach dem deutsch-türkischen Power-Paar Uğur Şahin (55) und Özlem Türeci (53), die mit ihrem Unternehmen BioNTech den mRNA-Impfstoff BNT162b2 gegen das tödliche Virus Covid-19 entwickelten, könnte einem weiteren türkischstämmigen Forscher im Kampf gegen Corona ein Durchbruch gelingen.

Türkischer Wissenschaftler entwickelt Medikament: Coronavirus in 48 Stunden zerstört

Gastbeitrag
Kommentar: Die Türkei wurde vom Vorwurf des Völkermords freigesprochen

Ein Gastbeitrag von M. Teyfik Oezcan Jedes Jahr wird am 24. April der Mythos vom „Armenischen Genozid“ in Form eines Gedenktages von den Armeniern weltweit und öffentlichkeitswirksam am Leben gehalten. Es ist ein wiederkehrender und hoffnungsloser Versuch den Stolz der Türken zu brechen sowie mit Unterstützung von ausländischen Politikern die türkische Republik zu erniedrigen. Es geht ihnen bei dieser Inszenierung nicht um die Wahrheit, sondern um die Überwindung ihrer Barbarei gegen die türkische Zivilbevölkerung und ihre juristischen Niederlagen für die Ereignisse im 1. Weltkrieg. In diesem Kontext will ich heute an die Vorgeschichte der Armenier mit den Gräueltaten an der türkischen/kurdischen Zivilbevölkerung erinnern, die mit der anschließenden Deportation der Armenier nach Syrien ihren traurigen Abschluss fand, bei der nach Recherchen von bekannten amerikanischen Historikern schätzungsweise 100.000 – 150.000 Armenier ums Leben gekommen sind. Die von der armenischen Diaspora kolportierten 1,5 Millionen Todesopfer entbehren jeglicher Grundlage und sind daher als politisch motiviert einzuordnen. Schon ein Jahr vor den Pogromen gegen die türkische/kurdische Bevölkerung durch die armenischen Nationalisten im Jahre 1915, hat das russische Zarenreich die militärischen Angriffe auf den Osten des Osmanischen Reiches mit der Zielsetzung beschlossen, einen Teil des Osmanischen Reiches mit Hilfe der Armenier zu okkupieren und die türkisch/kurdische Bevölkerung zu vertreiben. Nachdem die 33. Infanterie des Osmanischen Reiches nach Erzurum abkommandiert wurde, sahen die Armenier die große Chance gekommen, mit militärischer Unterstützung des Russischen Reiches die Großstadt Van im Frühjahr 1915 anzugreifen. Massenmord an den Türken/Kurden begann im Frühjahr des Jahres 1915 Am 14.05.1915 fordert der Gouverneur der Stadt Van Cevdet Bey die Bevölkerung auf, die Ortschaft in Richtung Bitlis schnellstmöglich zu verlassen, da es nicht genug Männer im wehrfähigen Alter gibt, die die Stadt hätten verteidigen können. Schon einen Tag später marschierten erste russische Einheiten mit Unterstützung der armenischen Nationalisten unter dem Jubel der armenischen Bevölkerung in Van ein und töten innerhalb von wenigen Wochen die in Van verbliebenen über 20.000 Muslime auf brutalste Art und Weise. Bereits auf ihrem Weg nach Van haben die Invasoren und ihre Verbündeten in den Dörfern eine schreckliche Blutspur hinterlassen, um ihren Jahrhunderte alten Traum von der Besetzung der heutigen Osttürkei zu verwirklichen. Es wurden unzählige, blutrünstige Gräueltaten in den Dörfern begangen. In den Dörfern Aksani und Hinis wurden insgesamt 700 Frauen und Kinder in den Moscheen eingesperrt und am lebendigen Leibe verbrannt. In dem Dorf Mirkos kam es zu Massenvergewaltigungen von Frauen und Mädchen. In einigen Dörfern wurden die Mütter sogar gezwungen die Leichname ihrer Kinder zu verzehren. Samaram einem Stadtteil von Van wurden über 200 Frauen und Kinder in ein Haus zusammengepfercht und am lebendigen Leibe verbrannt. Allein rund um den Palast von Van wurden über 10.000 Muslime innerhalb kürzester Zeit mit Schwertern erstochen und in den Van-See geworfen. Der Van-See glich einem Bildnis des Horrors Erniedrigungen, Folter und Zerstückelungen von Körperteilen an der wehrlosen Zivilbevölkerung waren an der Tagesordnung. Schwangeren Frauen wurden die Bäuche aufgeschlitzt, um die Embryos auf sadistischer Art und Weise zu schlachten. Jungen wurden die Genitalteile stückweise abgeschnitten, um sich am grausamen Tod der Kinder zu erfreuen. Neben Van waren auch die Städte Bitlis, Mus, Erzincan, Kars, Erzurum, Bayburt, Trabzon, Igdir und Sivas Orte des Grauens, wo unschuldige Frauen sowie Mädchen brutal vergewaltigt und über 500.000 Muslime getötet wurden. Es gibt eine Vielzahl von türkischen und ausländischen Text- und Fotodokumentationen, die diese grausamen Ereignisse widerspiegeln und in den Archiven für die Nachwelt aufbewahrt werden. Ferner wurde dieser Genozid an den Türken/Kurden auch in den russischen Zeitungen als Siegesbekundungen öffentlichkeitswirksam publiziert. Die Wende im Krieg kam mit der Oktober Revolution von 1917 Mit der Machtergreifung der russischen Bolschewisten 1917 hat sich der Lauf der Geschichte verändert und das Schicksal der hinterhältigen und erbarmungslosen Armenier besiegelt. Die russische Armee zog sich zurück und hinterließ die Armenier ihrem Schicksal. Unter dem Kommando des türkischen Generals Kazim Karabekir wurden anschließend die Städte Erzincan am 13.02.1918, Bayburt, Trabzon und Gümüshane am 14.02.1918 sowie Van am 07.04.1918 von den türkischen Streitkräften zurückerobert. Aufgrund der Tötung von über 500.000 türkischen/kurdischen Zivilisten war danach ein Zusammenleben von Türken/Kurden mit den Armeniern in diesen Gebieten nicht mehr möglich. Um einen Rachefeldzug gegen die armenische Bevölkerung durch die Hinterbliebenen der Opfer zu verhindern, wurde der Befehl ausgegeben, die nicht geflohenen Armenier zu ihrem Schutz nach Syrien umzusiedeln. Bei diesem Marsch sind nach seriösen Schätzungen von amerikanischen Historikern zwischen 100.000 – 150.000 Armenier ums Leben gekommen. Die Türkei wurde vom Vorwurf des Völkermords freigesprochen Sowohl bei den umfangreichen Istanbuler Prozessen als auch bei den Prozessen auf Malta unter dem Vorsitz der Engländer wurde der türkische Staat von dem Vorwurf des Massenmords an den Armeniern freigesprochen. Eine umfangreiche, juristische Aufarbeitung dieser Tragödien besiegelte das Trauma der Armenier, das bis heute anhält. Eine abschließende historische Aufarbeitung der Geschichte wird aber vonseiten des armenischen Staates bis heute blockiert, um ihre Mär vom Völkermord an den Armeniern aufrechtzuerhalten.
Dieser Gastbeitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Klima-Gipfel
Bundesumweltministerin Schulze fordert Klimaschutz-Zusagen von US-Präsident Biden

Bundesumweltministerin Svenja Schulze, SPD, erwartet beim virtuellen Klima-Gipfel heute und morgen konkrete Klimaschutz-Zusagen von US-Präsident Joe Biden. Schulze sagte am Donnerstag im Inforadio vom rbb, Biden habe angekündigt, das Energiesystem in den USA bis 2035 CO2-frei zu machen. Das erwarte sie jetzt auch von ihm. Auch China müsse deutlich mehr für den Klimaschutz tun und in erneuerbare Energien investieren. „Es muss darum gehen, weltweit auf erneuerbare Energien zu setzen. Weltweit den Ausstieg aus CO2 zu schaffen. Da spielt China eine wichtige Rolle.“ Aber auch in Deutschland müsse mehr getan werden, sagte Schulze: „Wir müssen unser Tempo beim Klimaschutz natürlich auch erhöhen. (…) Das heißt mehr Sonnen- und Wind-kraftausbau. Das heißt, der Kohleausstieg wird etwas schneller kommen. Das heißt, wir müssen in den Regionen auch deutlich mehr tun und schneller in der Umsetzung werden.“ Das Geld stehe ja für die Regionen zur Verfügung, dort Perspektiven zu schaffen, so Schulze.

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Nachdem China seit Januar 2018 seine Grenzen für ausländische Abfälle geschlossen hat, wurde die Türkei zu Europas bevorzugtem Ziel für Plastikmüll.

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Corona-Krise
Tierwunsch in Corona-Zeiten: Tierheime berichten von Bedrohungen und Bestechungsversuchen

Osnabrück – Die Tierheime in Deutschland verzeichnen in der Corona-Krise nicht nur eine deutlich gestiegene Nachfrage von Interessenten. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sehen sich auch immer wieder Anfeindungen, Bedrohungen und auch Bestechungsversuchen ausgesetzt. Das teilte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) unter Berufung auf eine verbandsinterne Umfrage mit. Offenbar verbänden viele Menschen mit dem Tierheim-Besuch die Erwartung, sofort ein Tier mit nach Hause nehmen zu können. Schröder betonte: „Ein Tierheim ist kein Supermarkt, in dem man Hund, Katze und Co. einfach so mitnehmen kann.“ Die Helfer in den Einrichtungen würden sorgfältig abwägen, wem sie die Tiere anvertrauten. Mit der Zurückweisung wiederum kämen nicht alle Interessenten klar. Bei einer Umfrage hätten die dem Tierschutzbund angeschlossenen Tierheime rückgemeldet, dem Unmut werde persönlich oder in sozialen Netzwerken Luft gemacht. Dies reiche von Drohungen mit dem Anwalt oder der Anwendung von Gewalt bis hin zu tatsächlichen Handgreiflichkeiten. In einem Fall sei eine Morddrohung ausgesprochen worden. Einzelne Tierheime berichteten zudem von Bestechungsversuchen. Der Tierschutzbund spricht laut „NOZ“ von einer regelrechten Gier vor allem nach Welpen. Auf einzelne Tiere kämen in einigen Fällen mehrere Hundert Anfragen. Gerade nach der Beschlagnahme junger Hunde aus illegalen Zuchten müssten diese häufig aber zunächst aufgepäppelt werden oder müssten länger in Quarantäne. Zuletzt war in Bayern ein offenbar illegaler Welpenhandel aufgeflogen. In einem Fahrzeug entdeckten Polizisten 101 junge Hunde, die ins Tierheim Nürnberg gebracht wurden.

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Italienische Bauern aus der Toskana bestellen nach vermehrten Wolfsangriffen türkische „Kangal“ Hirtenhunde.

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Corona-Pandemie
Infektiologe rechnet mit zweiter Impfung auch bei Johnson&Johnson-Präparat

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Der Kölner Infektiologe Gerd Fätkenheuer erwartet, dass auch bei dem Johnson&Johnson-Impfstoff eine zweite Impfung erforderlich sein wird. „Ich habe große Zweifel, ob eine Spritze in der Praxis ausreichen wird“, sagte Fätkenheuer dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Mit Blick auf sogenannte „Escape-Mutationen“, die sich an Impfungen anpassten, gehe er „stark von mehreren Impfungen pro Person aus“. Bisher hieß es, dass eine Dosis ausreiche. Dazu sagt der Experte, das Unternehmen habe planmäßig nicht auf eine zweite Impfung gesetzt, deshalb sei auch die Studie „von vornerein auf bloß eine Impfung angelegt“ gewesen. „Rein medizinisch ergibt es für mich keinen Sinn, den einen Impfstoff doppelt und den anderen nur einmal zu verimpfen“, so der Infektiologe. Fätkenheuer begrüßte die Empfehlung der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) für das Vakzin: „Wir brauchen die Vektor-Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson unbedingt, um diese Pandemie zu bekämpfen.“ Es gebe sehr seltene schwere Nebenwirkungen. „Für mich steht aber außer Frage, dass der Nutzen die Nachteile überwiegt. Das gilt für beide Mittel.“ Die angegebene Wirksamkeit von 67 Prozent bewertete er als „irreführend“. Auch bei Astrazeneca sei die offiziell angegebene Wirksamkeit „wenig vielversprechend“ gewesen. „Daten aus der Praxis haben dann aber gezeigt, dass das Mittel sehr sicher vor schweren Verläufen und Todesfällen schützt – zu beinahe 100 Prozent. Ähnliches erwarte ich beim Impfstoff von Johnson & Johnson.“

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Wohnpolitik
Bündnis für Wohnen bremst Mieten in Hamburg

Durch ein Bündnis für das Wohnen hat Hamburg den Anstieg der Mieten gebremst. Wie die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Dorothee Stapelfeldt (SPD), in der rbb-Abendschau betonte, sei es wichtig, Immobilienwirtschaft und Mietervereine zusammenzubringen. Das Bündnis wurde 2011 ins Leben gerufen. Gemeinsames Ziel sei der Neubau von 10.000 Wohnungen pro Jahr gewesen. Davon ein Drittel gefördert. Der Mietspiegel sei zwischen 2017 und 2019 nur um insgesamt 2,6 Prozent gestiegen. Dies sei auf den starken Wohnungsneubau zurückzuführen. Es gebe allerdings auch stark steigende Mieten im frei finanzierten Wohnungsmarkt. Die Höhe des durchschnittlichen Mietspiegels liegt laut Stapelfeldt in Hamburg bei 8,66 Euro. In Berlin sind die Mieten im gleichen Zeitraum, von 2017 auf 2019, um fünf Prozent gestiegen. Sie liegen mit 6,72 Euro im Schnitt unter denen Hamburgs. Der neue Berliner Mietspiegel wird im Mai vorgestellt. Erwartet wird, weil indexbasiert, ein Anstieg um rund ein Prozent auf 6,80 Euro. Hamburg habe beim Mietendeckel keine Kompetenz der Länder gesehen, so Stapelfeldt weiter. Der in Berlin eingeführte Mietendeckel war vom Bundesverfassungsgericht kürzlich kassiert worden. Weil die Kompetenz beim Bund liege, müsse geprüft werden, was dort getan werden könne, betonte die Hamburger Senatorin.

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Türkei
„128 Milliarden“: Erdogan nennt Anschuldigung der Opposition „Lüge“

Ankara – Die Behauptungen der größten Oppositionspartei, dass die Reserven der Zentralbank auf illegale Weise gehandelt wurden, um den Wert der nationalen Währung zu schützen, treffen nicht zu, sagte Präsident Recep Tayyip Erdoğan und betonte, dass die Entwicklungen in der Weltwirtschaft in den Jahren 2019 und 2020 die Zentralbank zwangen, bedeutende Devisentransaktionen durchzuführen. „Weder die Zahl ist wahr, noch die Bedeutung, die der Zahl zugeschrieben wird, noch die Kampagne, die über diese Zahl geführt wird. Falsch von Anfang bis Ende. Unwissenheit von Anfang bis Ende“, sagte Erdoğan bei der Fraktionssitzung seiner regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung am 21. April. Die Reserven der Bank seien weder verschenkt noch verschwendet worden, während er die Republikanische Volkspartei und ihren Vorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu scharf dafür kritisierte, dass sie versucht hätten, das Ansehen der türkischen Zentralbank zu beschmutzen. Die Zentralbank verwende die Reserven in Übereinstimmung mit ihrer Pflicht und Verantwortung, um die monetären Positionen im Einklang mit den globalen wirtschaftlichen Entwicklungen intakt zu halten, zitiert Hürriyet Daily News den türkischen Staatschef. „Besonders 2020 war ein hartes Jahr sowohl für die Welt als auch für die Türkei“, so Erdoğan weiter. Die finanziellen Maßnahmen, die von verschiedenen Ländern zur Bekämpfung der neuartigen Koronavirus-Pandemie ergriffen wurden, insgesamt 16 Billionen Dollar betrugen und die Haushaltserweiterungen der Zentralbanken 10 Billionen Dollar erreichten. „Dieses turbulente Wirtschaftsklima hat unser Land sicherlich negativ beeinflusst“, bemerkte er und fügte hinzu, dass sich das aktuelle Defizit des Landes vergrößert habe, während die Einnahmen aus dem Tourismus zurückgegangen seien. Die Nachfrage nach Fremdwährungen stieg in dieser Zeit an, angetrieben von ausländischen Kapitalabflüssen und den Bemühungen des realen Sektors, seine Schulden in Fremdwährungen zu reduzieren. Die Tendenz der Menschen, ihre Ersparnisse in Fremdwährungen und Gold zu konvertieren, schuf ebenfalls zusätzliche Nachfrage, sagte er. „Während der letzten zwei Jahre wurden 30 Milliarden Dollar aus den Quellen der Zentralbank verwendet, um das aktuelle Defizit zu finanzieren“, betonte Erdoğan und fügte hinzu, dass die ausländischen Kapitalabflüsse 31 Milliarden Dollar erreicht hätten. Die Nachfrage des realen Sektors nach Devisen, um ihre Schulden zu begleichen, 50 Milliarden Dollar betrug, während der Durchschnittsbürger Devisen und Gold im Wert von 54 Milliarden Dollar als Ersparnisse kauften. „Wie Sie sehen können, ergaben nur vier Posten eine Zahl von 165 Mrd. $“, betonte Erdoğan und fügte hinzu, dass dieser Betrag zur Finanzierung des laufenden Defizits, der Schulden des realen Sektors, der ausländischen Kapitalabflüsse und des öffentlichen Bedarfs verwendet wurde. Erdoğan betonte, dass die Reserven zur Deckung des Bedarfs aller Parteien für Transaktionen, die Fremdwährung benötigen, verwendet wurden, von Importeuren über Investoren, den realen Sektor bis hin zur Öffentlichkeit. „Seit langer Zeit hat unsere Zentralbank diese Transaktionen nicht durch Auktionen durchgeführt, sondern durch die Marktmacher-Banken, die auf einer 24-Stunden-Basis arbeiten, um Mitternachtsoperationen gegenüber unserem Land auf den asiatischen Märkten zu vermeiden.“ Wenn die türkische Zentralbank die Nachfrage nach Devisen nicht ohne Zögern befriedigt hätte, wäre die Situation weitaus schlimmer, sagte Erdoğan und verwies auf die türkischen Wirtschaftskrisen von 1994 und 2001, fügte er hinzu.

Die CHP und andere Oppositionsparteien werfen der Regierung seit langem vor, dass sie keine gute Erklärung dafür liefert, was mit den türkischen Währungsreserven in der Zentralbank passiert ist. Sie argumentierten, dass in der Amtszeit des damaligen Finanzministers und Schwiegersohn von Erdogan, Berat Albayrak, rund 128 Milliarden Dollar auf undurchsichtige Weise gehandelt wurden, um die Abwertung der türkischen Lira zu stoppen.

„Es ist nicht klar, an wen diese Reserven verkauft wurden und wie viel sie verkauft haben. Es ist auch nicht klar, wer diese Reserven gekauft hat“, erklärte er am Dienstag in einer wöchentlichen Ansprache an seine Parlamentsfraktion.