Jerusalem-Krise
Instagram und Twitter nennen Pannen als Grund für das Löschen von palästinensischen Beiträgen

Instagram und Twitter haben technische Fehler für das Löschen von Beiträgen verantwortlich gemacht, die die mögliche Vertreibung von Palästinensern aus Ost-Jerusalem erwähnen, aber Datenrechtsgruppen befürchten, dass „diskriminierende“ Algorithmen am Werk sind und fordern mehr Transparenz. Palästinenser, die in dem von jüdischen Siedlern beanspruchten Viertel Sheikh Jarrah leben, hatten in den sozialen Medien protestiert, da ihnen die gewaltsame Räumung droht, aber einige fanden ihre Beiträge, Fotos oder Videos entfernt oder ihre Konten seit letzter Woche gesperrt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Bis Montag hatte 7amleh, eine gemeinnützige Organisation, die sich auf soziale Medien konzentriert, mehr als 200 Beschwerden über gelöschte Beiträge und gesperrte Konten im Zusammenhang mit Sheikh Jarrah erhalten. „Auf Instagram wurden meist Inhalte entfernt, sogar Archive von älteren Beiträgen wurden gelöscht. Auf Twitter waren die meisten Fälle eine Kontosperrung“, so Mona Shtaya, eine Advocacy-Beraterin bei 7amleh. Instagram und Twitter erklärten, dass die Konten „irrtümlich von unseren automatisierten Systemen gesperrt wurden“ und dass das Problem behoben und der Inhalt wiederhergestellt worden sei. Instagram sagte in einer Erklärung, dass ein automatisiertes Update letzte Woche dazu führte, dass Inhalte, die von mehreren Nutzern erneut geteilt wurden, als fehlend angezeigt wurden, was Posts über Sheikh Jarrah, Kolumbien und US-amerikanische und kanadische indigene Gemeinschaften betraf. „Es tut uns sehr leid, dass dies passiert ist. Vor allem für diejenigen in Kolumbien, Ost-Jerusalem, und indigenen Gemeinschaften, die annahmen, dass dies eine absichtliche Unterdrückung ihrer Stimmen und ihre Geschichten war – das war überhaupt nicht unsere Absicht,“ so Instagram.

Seit dem Wochenende kam es auf dem Höhepunkt des muslimischen heiligen Monats Ramadan in Teilen Ost-Jerusalems zu Konfrontationen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei, unter anderem in Sheikh Jarrah und außerhalb der ummauerten Altstadt, sowie in Haifa, einer gemischt arabisch-jüdischen Stadt im Norden Israels. Dabei kamen bisher (Stand Dienstag) 26 Protestierende ums Leben, darunter neun Kinder.

Die Zusammenstöße wurden durch die geplante gewaltsame Räumung mehrerer palästinensischer Familien aus dem Viertel Sheikh Jarrah in Ost-Jerusalem und die vorübergehende Schließung des Damaskustors in der Altstadt ausgelöst.

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– Jerusalem-Krise – US-Politikerin Rashida Tlaib verurteilt Militärhilfen an Israel

Vor dem Hintergrund der seit Tagen anhaltenden Zusammenstöße in Jerusalem hat die US-Politikerin Rashida Tlaib die US-Militärhilfen an Israel scharf verurteilt.

US-Politikerin Rashida Tlaib verurteilt Militärhilfen an Israel
 

Jerusalem-Krise
US-Politikerin Rashida Tlaib verurteilt Militärhilfen an Israel

Detroit – Vor dem Hintergrund der seit Tagen anhaltenden Zusammenstöße in Jerusalem hat die US-Politikerin Rashida Tlaib die US-Militärhilfen an Israel scharf verurteilt. Das Geld der amerikanischen Steuerzahler werde verwendet, um Menschenrechtsverletzungen zu begehen. Der Kongress müsse die Hilfen, die nach Israel geschickt werden, an Bedingungen knüpfen und sie ganz beenden, wenn diese Bedingungen nicht eingehalten werden, so die palästinensischstämmige Demokratin auf Twitter. Erklärungen brächten nichts. „Genug ist genug“, so Tlaib. Tlaib erinnerte daran, dass nur wenige Tage zuvor 75 Prozent ihrer Kollegen, Demokraten und Republikaner, sich verpflichtet hätten, die Milliardenhilfen an Israels Militär nicht an Bedingungen zu knüpfen. „Tage später nahm der Apartheidstaat die Zwangsumsiedlung in #SheikhJarrah wieder auf. Jetzt sehen wir Granaten, Kugeln und Tränengas in der Al-Aqsa“, so Tlaib weiter. Tlaib:
Al-Aqsa ist die drittheiligste Stätte des Islams, und Menschen, die während der heiligsten Tage des heiligen Monats Ramadan beten, wurden von israelischen Streitkräften geschlagen, vergast, erschossen und getötet. Ihnen wird medizinische Hilfe verweigert und sie werden gezwungen, Gebetsteppiche als Tragen zu benutzen. Ein Ort des Friedens, der durch Gewalt entweiht wurde.
Am Sonntag und Montag kam es auf dem Höhepunkt des muslimischen heiligen Monats Ramadan in Teilen Ost-Jerusalems zu neuen Konfrontationen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei, unter anderem in Sheikh Jarrah und außerhalb der ummauerten Altstadt, sowie in Haifa, einer gemischt arabisch-jüdischen Stadt im Norden Israels auf dem Höhepunkt des muslimischen heiligen Monats Ramadan. Die Zusammenstöße wurden durch die geplante gewaltsame Räumung mehrerer palästinensischer Familien aus dem Viertel Sheikh Jarrah in Ost-Jerusalem und die vorübergehende Schließung des Damaskustors in der Altstadt ausgelöst.  

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– Jerusalem – UN verurteilt Israel wegen Angriff auf Kinder

Am Sonntag forderte das UN-Kinderhilfswerk UNICEF die israelischen Behörden auf, keine Gewalt mehr gegen Kinder anzuwenden und alle inhaftierten Kinder freizulassen.

UN verurteilt Israel wegen Angriff auf Kinder

Jerusalem
Israel weist die von den USA geäußerte „Besorgnis“ zurück

Tel Aviv – Israel wies am Montag die von den USA geäußerte „Besorgnis“ über gewaltsame Zusammenstöße in Jerusalem, die durch geplante Vertreibungen von Palästinensern aus Ost-Jerusalem ausgelöst wurden, zurück. Das Weiße Haus erklärte, dass der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, mit seinem israelischen Amtskollegen Meir Ben-Shabbat gesprochen und „ernste Bedenken“ über die Situation in Jerusalem geäußert habe. Ben-Shabbat seinerseits gab am Montag eine Erklärung ab, in der er sagte, dass die internationale Einmischung in die Angelegenheit „die Randalierer und diejenigen, die sie schicken um Israel zum Einlenken zu zwingen“ belohne. „Israel bewältigt die Ereignisse in Jerusalem aus einer souveränen Position, mit Verantwortung und Diskretion – trotz der Provokationen“ so Ben Shabbat . Am Sonntag kam es auf dem Höhepunkt des muslimischen heiligen Monats Ramadan in Teilen Ost-Jerusalems zu neuen Konfrontationen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei, unter anderem in Sheikh Jarrah und außerhalb der ummauerten Altstadt, sowie in Haifa, einer gemischt arabisch-jüdischen Stadt im Norden Israels auf dem Höhepunkt des muslimischen heiligen Monats Ramadan. Die Zusammenstöße wurden durch die geplante Räumung mehrerer palästinensischer Familien aus dem Viertel Sheikh Jarrah in Ost-Jerusalem und die vorübergehende Schließung des Damaskustors in der Altstadt ausgelöst. „Herr Sullivan wiederholte auch die ernste Besorgnis der Vereinigten Staaten über die möglichen Vertreibungen palästinensischer Familien aus ihren Häusern in der Sheikh Jarrah Nachbarschaft,“ so die Erklärung des Weißen Hauses weiter. Dies ist die erste größere Krise zwischen Israel und den Palästinensern, mit der sich die Biden-Administration befassen musste. Nach vier Jahren, in denen die Trump-Administration so gut wie keine Kritik an Israels Vorgehen im Westjordanland und in Jerusalem geübt hat, sieht sich die israelische Regierung nun mit einer US-Regierung konfrontiert, die sehr viel kritischer ist.

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– Jerusalem – UN verurteilt Israel wegen Angriff auf Kinder

Am Sonntag forderte das UN-Kinderhilfswerk UNICEF die israelischen Behörden auf, keine Gewalt mehr gegen Kinder anzuwenden und alle inhaftierten Kinder freizulassen.

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Irak
Berichte: PKK greift erneut kurdische Peschmerga-Truppen an

Erbil – In der Autonomieregion um Erbil habe es erneut Zusammenstöße zwischen den kurdischen Peschmerga-Truppen und der PKK-Terrororganisation gegeben. Der Angriff erfolgte, als eine Peschmerga-Einheit dabei war einen neuen Militärposten im Ort Barbzin im Unterbezirk Sidakan zu errichten, erklärte Abdulla Hussien, der stellvertretende Kommandant der Balak-Brigade, am Donnerstag gegenüber lokalen Medien. Dabei seien Raketenwerfer und AK-47-Sturmgewehre eingesetzt worden. Verletzte habe es jedoch nicht gegeben, so Hussien weiter. „Einige der PKK haben die Peschmerga mit RPG, Scharfschützen, BKC und AK-47 angegriffen, aber die Peschmerga haben sie besiegt“, erklärte Peschmerga-Kommandeur Bahram Arif Yasin gegenüber der kurdischen Nachrichtenagentur Rudaw. In einem Gespräch mit der PKK-nahen Nachrichtenagentur Roj News, bestätigte die PKK den Angriff, es sei jedoch zu keinem Kampf gekommen. Kämpfer der PKK hätten einige Male in die Luft geschossen, woraufhin die Peschmerga-Einheiten bereits geflohen seien. Die Spannungen zwischen den Peschmerga und der PKK sind in den letzten Monaten wieder eskaliert. Die PKK beschuldigt die Peschmerga und die Regierung der kurdischen Autonomieregion des Irak mit der Türkei zusammenzuarbeiten. Im Dezember wurden bei Zusammenstößen zwischen den beiden Seiten im Bezirk Amedi in Duhok ein Peschmerga getötet und drei PKK-Kämpfer schwer verletzt, von denen einer später verstarb. Zwei Peschmerga starben zudem im November bei weiteren Zusammenstößen im selben Gebiet. Die Regierung der kurdischen Autonomieregion hat die PKK wiederholt aufgefordert das Gebiet zu verlassen. „Einige Gruppen berücksichtigen nicht den Frieden und die Sicherheit unseres Volkes und nutzen unsere Gebiete für Angriffe gegen andere. Wo um alles in der Welt würde jemand diese Art von Handlung akzeptieren? Sie kommen hierher, trainieren und greifen andere an, und die KRG und ihre Mitarbeiter zahlen dafür“, zitiert das kurdische Nachrichtenportal Rudaw Präsident Nechirvan Barzani im Dezember 2019. Barzani sagte zudem, dass die Terrororganisation PKK auch für die Kurden eine Sicherheitsbedrohung darstelle.

„Wir haben versucht zu kommunizieren, dass sie [die PKK] für unsere Geschwister in Nordsyrien eine Gefahr sind“, so Barzani. „Mein einziger Wunsch ist es, dass sich die Kurden von der PKK distanzieren. Die PKK hat versucht, sich über die syrischen Kurden zu legitimieren.

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Der Präsident der „Autonomen Irakischen Region Kurdistan“ (KRG), Necirvan Barzani, hat sein Volk dazu aufgerufen, sich von der Terrororganisation PKK zu distanzieren.

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Jerusalem
UN verurteilt Israel wegen Angriff auf Kinder

New York – Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, und hochrangige UN-Beamte haben ihre tiefe Besorgnis über die Konfrontationen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften in Ost-Jerusalem zum Ausdruck gebracht, insbesondere über jene, die am Freitagabend begannen und bis in die Nacht zum Sonntag andauerten. Mehrere palästinensische Kinder sind unter den Verwundeten. Am Sonntag forderte das UN-Kinderhilfswerk UNICEF die israelischen Behörden auf, keine Gewalt mehr gegen Kinder anzuwenden und alle inhaftierten Kinder freizulassen. In einer gemeinsamen Erklärung wiesen Ted Chaiban, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, und Lucia Elmi, UNICEF-Sonderbeauftragte im Staat Palästina, darauf hin, dass in den vergangenen zwei Tagen 29 palästinensische Kinder verletzt und weitere acht verhaftet worden seien.
„Unter den Verletzten war auch ein einjähriges Kleinkind. Einige Kinder wurden mit Verletzungen am Kopf und an der Wirbelsäule zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht. .
Die Organisation habe Berichte erhalten, dass Krankenwagen daran gehindert wurden die Verletzten zu unterstützen und zu evakuieren, und dass eine Klinik vor Ort Berichten zufolge getroffen und durchsucht wurde. Die Erklärung rief dazu auf, alle Kinder zu jeder Zeit vor Gewalt zu schützen und aus der Gefahrenzone herauszuhalten, das Recht der Familien auf Zugang zu allen Kultstätten zu wahren und den Verletzten ohne Einschränkungen zu helfen.
„In den vergangenen zwei Tagen wurden 29 palästinensische Kinder in Ost-Jerusalem verletzt, unter anderem in der Altstadt und im Viertel Sheikh Jarrah. Acht palästinensische Kinder wurden inzwischen verhaftet. Ein einjähriges Kleinkind war unter den Verletzten. Einige Kinder wurden mit Verletzungen am Kopf und an der Wirbelsäule zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Alle Kinder sollten zu jeder Zeit vor Gewalt geschützt und aus der Gefahrenzone ferngehalten werden. Das Recht der Familien auf Zugang zu allen religiösen Stätten sollte gewahrt und den Verletzten ohne Einschränkungen geholfen werden.“
Der offizielle Sprecher von UN-Chef Guterres, Stéphane Dujarric, sagte in einer am Sonntagabend veröffentlichten Erklärung, dass die israelischen Behörden maximale Zurückhaltung üben und das Recht auf friedliche Versammlungsfreiheit respektieren müssen. Das UN-Menschenrechtsbüro (OHCHR) forderte Israel am Freitag auf, alle Zwangsräumungen, auch im Ost-Jerusalemer Stadtteil Sheikh Jarrah, sofort einzustellen und bei der Anwendung von Gewalt größtmögliche Zurückhaltung zu üben, um die Sicherheit dort zu gewährleisten.

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Türkei
„Trotz Doppelmoral“: Erdogan bekräftigt entschlossene Haltung auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft

Ankara – Auch in diesem Jahr hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan zum Europatag eine Botschaft veröffentlicht. Die Türkei werde „trotz der Doppelmoral und der Hindernisse“ ihre entschlossene Haltung und ihre Bemühungen auf dem Weg zur Mitgliedschaft in der EU beibehalten, so der türkische Staatschef. Die Türkei, als ein Teil Europas in Bezug auf historische, geographische und menschliche Aspekte, sei bereit, ihren Teil zur Lösung der Probleme der Europäischen Union und zur Erhöhung der Effektivität der Union beizutragen. Eine Mitgliedschaft der Türkei werde den Weg für den Aufstieg eines Europas ebnen, das auf regionaler und globaler Ebene effektiver ist und nicht nur seinen Bürgern, sondern auch den Menschen in seiner Nachbarschaft und der ganzen Welt Hoffnung gibt, so Erdoğan weiter. Die Europäische Union habe ihre Versprechen bezüglich der Vollmitgliedschaft jedoch nicht gehalten und den Beitrittsprozess der Türkei immer wieder behindert. „Mit diesen Gedanken wünsche ich mir, dass der ‚Europatag‘ der Union hilft, sich von ihrer strategischen Blindheit zu befreien, und ich möchte dem 9. Mai, dem Europatag aller Europäer, vor allem meiner Bürger, gratulieren, so Erdoğan. Der 9. Mai 1950 gilt als Geburtsstunde Europas und wird in allen Mitgliedstaaten als Europatag begangen. An diesem Tag schlug der damalige französische Außenminister Robert Schuman vor, die Kohle- und Stahlindustrie in Frankreich und Deutschland einer gemeinsamen obersten Behörde zu unterstellen. Dieser Plan wurde in die Tat umgesetzt. Er legte damit den Grundstein für die heutige Europäische Union. Die Türkei beantragte 1987 den Beitritt zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (einem Vorläufer der EU) und wurde 1997 zum prospektiven Beitrittskandidaten. Die Beitrittsgespräche wurden 2005 aufgenommen. 2007 war es jedoch wegen der Haltung der Türkei in der Zypernfrage zu einem Stillstand in den Verhandlungen gekommen. Auch die deutsche und französische Regierung hatten sich gegen die volle EU-Mitgliedschaft der Türkei gestellt.

Nach dem vereitelten Putschversuch im Juli 2016 hatten die Spannungen zwischen einigen EU-Staaten und der Türkei zugenommen. Deutsche Politiker hatten daraufhin öffentlich die Einstellung, das EU-Parlament in einer nicht bindenden Resolution ein Einfrieren der Beitrittsverhandlungen, gefordert.

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan haben am Samstag eine Videokonferenz abgehalten, in der Schritte zur Verbesserung der Beziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union und regionale Entwicklungen besprochen wurden.

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Türkei
Istanbul: Anti-Terror-Einheiten gelingt weiterer Schlag gegen IS-Terrornetzwerk

Istanbul – Bei einer Anti-Terror-Operation der türkischen Polizei in Istanbul ist es den Sicherheitskräften offenbar gelungen,  der Terrororganisation IS/Daesh einen weiteren Schlag zu versetzen. Wie türkische Zeitungen berichten, hätten der türkische Geheimdienst MIT und der Nachrichtendienst der Polizei Hinweise erhalten, wonach sich Mitglieder der Terrororganisation in Istanbul aufhalten sollen. Daraufhin  führten Einheiten der Anti-Terror-Abteilung der türkischen Polizei (TEM) in zehn Bezirken zeitgleich an 15 Objekten Razzien durch. Festnahme von drei wichtigen IS-Verantwortlichen An den Durchsuchungen beteiligt waren auch Spezialkräfte des Dezernats für Sondereinsätze der türkischen Polizei (PÖH), bei dem acht Verdächtige festgenommenen werden konnten. Unter den Festgenommenen soll sich nach Medienangaben auch der Verantwortliche für blutige  Bombenanschläge, „Mahammed Hair Al D“, befinden. Als sogenannter Leiter des IS für Sprengstoffanschläge soll dieser in Syrien die Vorbereitung der Bombenvorrichtung, die Platzierung und Durchführung für Terroranschläge koordiniert  haben. Ein weiterer Verdächtiger soll in Syrien Mitglieder für die Terrororganisation angeworben und medizinische Versorgung in Aussicht gestellt haben. Beim Verdächtigen soll es sich um Abdulcabbar B. handeln, der als sogenannter „Emir“ verantwortlich für Verwundete IS-Terroristen gewesen sein soll. Festgenommen werden konnte auch ein mutmaßlich verantwortlicher Pass-Fälscher der Extremisten,  Zakaria K., der ranghohen  Mitgliedern der Terror-Miliz gefälschte Reisepässe besorgt haben soll, damit diese sich ins Ausland absetzen konnten. Nach der Vernehmung der Verdächtigen sollen diese einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Kemal Bölge/Istanbul

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– Türkei – Anschlagsplanung: Türkischer Polizei gelingt Schlag gegen Terrororganisation IS

Im Kampf gegen die Terrororganisation DAESH/IS ist der türkischen Polizei ein weiterer Schlag in der Metropole Istanbul gelungen.

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Umweltpolitik
Mehr Klimaschutz: Niedersachsens Umweltminister fordert Einführung von Klima-Soli

Osnabrück – Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hat sich in der Debatte um mehr Klimaschutz für die Einführung eines Klima-Solis ausgesprochen. Der SPD-Politiker sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung„: „Wir müssen aufpassen, dass wir mit den notwendigen Mehranstrengungen beim Klimaschutz die Gesellschaft nicht noch weiter spalten.“ Er warne daher vor einer Erhöhung des CO2-Preises, wie es in Kreisen von Union und Grünen diskutiert wird. „Klimaschutz darf nicht zur sozialen Frage werden. Teureres Heizöl, Benzin oder Strom sind nicht nur ein Thema am unteren Ende der Einkommensskala. Das geht tief hinein in die Mittelschicht“, so Lies. Lies schlug statt einer pauschalen Anpassung des CO2-Preises eine Abgabe analog zum Solidaritätszuschlag zur Bewältigung der Kosten der Deutschen Einheit vor. „Ein Klima-Soli ist eine sozial gerechte Lösung: Starke Schultern müssen beim Klimaschutz mehr tragen als schwache.“ Zumal auch vorrangig Besserverdiener von den Förderprogrammen der Bundesregierung im Bereich Umwelt profitierten: „Wer wenig verdient, dem nützt auch kein Förderprogramm zum Kauf eines Elektroautos etwas“, sagte Lies. Der Soli sei eine geeignete Einnahmequelle, um die nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts in dieser Woche notwendigen Mehranstrengungen zu finanzieren. „Das ist ein Arbeitsauftrag an die Bundesregierung“, sagte der Landesminister.

Braunschweig
„Tag der Befreiung“: Gedenkstätte eines ehemaligen KZ-Außenlagers beschmiert

Braunschweig – Im Vorfeld des „Tag der Befreiung“ haben Unbekannte an der KZ-Gedenkstätte einen Farbanschlag verübt. Der Staatsschutz ermittelt. Bislang Unbekannte haben die Gedenkstätte eines ehemaligen KZ-Außenlagers in der Schillstraße mit roter Farbe beschmiert. Der Kriminaldauerdienst, sowie der Staatsschutz, waren vor Ort und sicherten Spuren. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Wie die Polizei Braunschweig weiter mitteilt, soll die Farbe in Zusammenarbeit mit der Stadt Braunschweig und den Verantwortlichen der Gedenkstätte schnellstmöglich entfernt werden. Am 8. Mai wird auch der „Tag der Befreiung“ gefeiert. Heute vor 76 Jahren hatte die deutsche Wehrmacht bedingungslos katapultiert. Erst am Mittwoch rief die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten zu mehr Wachsamkeit gegenüber Angriffen auf die Erinnerungskultur auf. „Angriffe auf die deutsche Gedenkkultur sind ein zentrales Element demokratiefeindlicher, rechtspopulistischer und -extremer Bestrebungen. Denn die NS-Gedenkstätten tragen nicht nur durch ihre Bildungsarbeit dazu bei, durch die aktive Auseinandersetzung mit den Ursachen, Wirkungen und Folgen der nationalsozialistischen Diktatur ein kritisches Geschichtsbewusstsein zu entwickeln und damit das Wertefundament der freiheitlichen Demokratie zu stärken. Angriffe auf NS-Gedenk- und Dokumentationsstätten sind daher auch immer Angriffe auf die Demokratie“, sagte die Geschäftsführerin der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Dr. Elke Gryglewski der Celler Presse, nachdem es in Braunschweig und Umgebung immer wieder Angriffe auf Gedenkorte an die Opfer des Nationalsozialismus in Niedersachsen gegeben hatte.  

F-35-Kampfjet-Programm
F-35-Kampfjet: Türkei und USA werden Gespräche wieder aufnehmen

Ankara – Die USA hatten die Türkei im Juli 2019 aus dem F-35-Kampfjet-Programm gestrichen und mit Sanktionen belegt, nachdem Ankara das russische Luftabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die Türkei ist Mitentwickler und Lieferant von etwa 900 Bauteilen des F-35. Nach einem Brief aus Washington an Ankara, sollen die Gespräche jedoch nun wieder aufgenommen werden, so Prof. Ismail Demir, Präsident der türkischen Rüstungsindustrie (SSD). „Der Dialogprozess wird im Rahmen dieser Partnerschaft beginnen, um sicherzustellen, dass unsere Rechte in Bezug auf unsere Flugzeuge nicht verloren gehen und dass eine Lösung auf eine Art und Weise gefunden wird, die nicht gegen den Geist der Allianz mit einem rechtsbasierten Ansatz verstößt“, sagte er den Mitgliedern des Vorstands der Vereinigung der Wirtschaftskorrespondenten. „Wir haben gesagt, dass kein Land einseitig aus dem F-35-Programm ausgeschlossen werden kann. Der letzte Brief aus den USA hat dies bestätigt“, betonte er. Washington habe immer den Willen die Dialoge und die Partnerschaft mit der Türkei fortzusetzen, so Demir weiter. Er erinnerte daran, dass die USA früher zu den Forderungen der Türkei nach Treffen geschwiegen und nur Erklärungen gegenüber der Presse abgegeben hätten. „Jetzt werden Gespräche eröffnet“, sagte Demir. Der Ausschluss aus dem Programm bedeutet für türkische Rüstungsfirmen einen geschätzten Verlust von 12 Milliarden Dollar, wobei einige Unternehmen aufgrund bestehender Vertragsverpflichtungen bis 2022 weiterhin F-35-Teile an Lockheed Martin liefern. „Obwohl wir viel Geld für die F-35 bezahlt haben, wurden uns die F-35 immer noch nicht geliefert“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am 15. Januar. „Das ist ein schweres Unrecht, das die Vereinigten Staaten gegen uns als NATO-Verbündeten begangen haben.“ Nachdem die Bundesregierung im August 2015 den Abzug der deutschen Patriot-Abwehrraketen aus der Türkei angekündigt hatte und Washington sich geweigert hatte, Ankara das US-Patriot-System zu verkaufen, gab die Türkei 2017 den Kauf des russischen System S-400 bekannt. „Wir verhandelten (über Raketensysteme) mit den USA und europäischen Ländern. Leider haben wir keine positiven Angebote zu Themen wie Kosten, Lieferung, gemeinsame Produktion erhalten. Wir mussten uns für Russland entscheiden, das uns gegenüber eine positive Einstellung zu diesen Bedingungen hatte“, sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar im Januar in Bezug auf Ankaras Erwerb von S-400-Systemen. Sanktionen gegen die Türkei Die Trump-Administration verhängte im Dezember zudem Sanktionen gegen die Türkei wegen des Kaufs des russischen Raketensystems.

„Die Türkei ist ein geschätzter Verbündeter und ein wichtiger regionaler Sicherheitspartner für die Vereinigten Staaten, und wir wollen unsere jahrzehntelange Geschichte der produktiven Zusammenarbeit im Verteidigungssektor fortsetzen, indem wir das Hindernis des türkischen S-400-Besitzes so bald wie möglich beseitigen“, schrieb Außenminister Mike Pompeo in einer Erklärung, in der er die Sanktionen ankündigte.

Die Strafmaßnahmen würden gegen das Direktorat der Verteidigungsindustrie (SSB) verhängt. Die verhängten Sanktionen beinhalten ein Verbot aller US-Exportlizenzen und -Genehmigungen für das Präsidium der türkischen Verteidigungsindustrie sowie ein Einfrieren von Vermögenswerten und Visabeschränkungen für den Präsidenten der Organisation, Dr. Ismail Demir und andere Spitzenbeamte.

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Die Türkei wird möglicherweise sehr bald dem exklusiven Kreis der wenigen Länder, die Kampfflugzeuge der fünften Generation herstellen, beitreten.

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