"Gas for Gaza"
EU-finanziert: Pipeline soll Gaza mit israelischem Gas beliefern

Nach jahrelangen Gesprächen steht ein Plan, israelisches Gas nach Gaza zu liefern, kurz vor der Genehmigung. Die EU und Katar werden die Pipeline gemeinsam finanzieren.

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Gaza-Stadt – Nach jahrelangen Gesprächen steht ein Plan, israelisches Gas nach Gaza zu liefern, kurz vor der Genehmigung.
Die EU und Katar werden die Pipeline gemeinsam finanzieren.

Der Gazastreifen leidet seit mehr als einem Jahrzehnt unter einem chronischen Stromdefizit und erlebt täglich von acht bis 12 Stunden Stromausfälle. Die Küstenenklave hat nur ein Kraftwerk – das mit importiertem Dieselkraftstoff betrieben wird. Um die Stromkrise in der Küstenenklave zu lösen, wird wahrscheinlich innerhalb der nächsten sechs Monate in Abkommen über die Lieferung von israelischem Erdgas in den Gazastreifen genehmigt werden, sagte der katarische Gesandte Mohammad al-Emadi in einer Erklärung.

Einerseits soll der israelische Energiekonzern Delek Gas an die Palästinensische Autonomiebehörde verkaufen, die es dann an den Gazastreifen weitergibt. Im zweiten Teil der Vereinbarung gehe es um den Bau der Pipeline zum Gazastreifen.

„Es gibt hier zwei Verträge: Einer ist der Kauf des Gases, zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und dem israelischen Unternehmen Delek. Der andere Vertrag ist die Verlegung einer Gasleitung“, sagte al-Emadi.

Das Erdgas soll nach Angaben eines Delek-Sprechers aus dem Leviathan-Feld vor der Küste Israels kommen. Delek wird auch die Verlegung eines Transportsystems für die Pipeline übernehmen.

Jahrelang war das Projekt wegen des israelisch-palästinensischen Konflikts auf Eis gelegt worden. Inmitten von gegenseitigem Misstrauen und Ausbrüchen von Gewalt brachen die  Friedensgespräche zwischen den beiden Seiten 2014 ab und wurden nie wieder aufgenommen. Aber israelische, palästinensische, katarische und europäische Interessen haben sich in den letzten Wochen mit dem Ziel angenähert, im Jahr 2023 Gas nach Gaza fließen zu lassen, so Offizielle gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Rahmen der Vereinbarung, die noch nicht abgeschlossen ist, würde die israelische Seite der geplanten Pipeline von Katar finanziert und der Abschnitt in Gaza von der Europäischen Union bezahlt werden, so Reuters. Die EU habe hierfür fünf Millionen Dollar zur Verfügung gestellt.

Wenn das Pipeline-Projekt erfolgreich ist, würde es zum ersten Mal seit Jahren eine stetige Energiequelle für den Gazastreifen bereitstellen und die Stromausfälle beenden, die dazu beigetragen haben, die Wirtschaft der blockierten palästinensischen Enklave zu lähmen.

„Hier geht es darum, dass Gaza 24 Stunden Strom hat, was eine Grundlage für ein großes Wirtschaftswachstum darstellt und zu Frieden und Stabilität beiträgt“, sagte Ariel Ezrahi, Direktor für Energie im Büro des Quartetts (Office of the Quartet), einer Gruppe, die Friedensbemühungen zwischen den Palästinensern und Israelis fördert und den Vereinigten Staaten, den Vereinten Nationen, der Europäischen Union und Russland untersteht.

„Die jüngsten Ereignisse stellen einen echten Durchbruch dar“, sagte Ezrahi, der der Task Force „Gas für Gaza“ vorsitzt, die seit 2015 von der niederländischen Regierung finanziert wird.

„Die Bedeutung dieses Projekts liegt nicht nur darin, dass es zu einem großen Teil die Deckung des Energiebedarfs des Gazastreifens ermöglichen wird. Es wird auch dazu beitragen, die Entsalzungsanlage in Gaza mit Strom zu versorgen und damit vielen Menschen im Gazastreifen den Zugang zu sauberem Wasser zu sichern“, zitiert Times of Israel Sven Kühn von Burgsdorff, der Gesandte der Europäischen Union bei den Palästinensern.

Al-Emadi erwarte, dass die Pipeline innerhalb der nächsten zwei bis zweieinhalb Jahre fertiggestellt werde. Während Kühn von Burgsdorff eher zögerlich war, einen Zeitplan zu nennen, äußerte er sich optimistisch, dass das lang erwartete Projekt in den kommenden Monaten abgeschlossen werden könnte.

„In den nächsten Monaten muss alles an seinen Platz fallen“, sagte er. „Wir freuen uns darauf, die Interessen und Zusagen der vier Parteien zu formalisieren. Wir erwarten Fortschritte, denn es ist im Interesse aller.“

Gaza, Heimat von zwei Millionen Palästinensern, ist eine 360 Quadratkilometer große Küstenenklave, die zwischen Ägyptens Sinai-Halbinsel und Tel Aviv liegt. Sie hat keinen Zugang zur Außenwelt, außer durch Israel, das 90 Prozent der Land- und Seegrenzen kontrolliert, und Ägypten, das eine schmale Landgrenze im Süden hat. Beide Länder halten seit Jahren eine strenge Blockade aufrecht und begründen dies mit Sicherheitsbedenken gegenüber der Hamas, die seit 2007 den Gazastreifen kontrolliert.

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„Wir wollen, dass die Menschen im Gazastreifen Arbeit haben – echte Arbeitsplätze. Wir haben unser Werk in Rahat, ‚Insel des Friedens‘, errichtet, und ich möchte es größer machen und mehr Menschen Hoffnung geben, deshalb sind wir dabei, auch ein Werk in Gaza zu errichten“, so Daniel Birnbaum, CEO von SodaStream.

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